Archiv der Kategorie: Gender

Steigt die häusliche Gewalt alleinerziehender Frauen gegen ihre Kinder?

Weitgehend ohne irgendwelche Belege erschienen in den letzten Wochen und Monaten zahlreiche Artikel, Feministinnen befürchteten einen Anstieg der häuslichen Gewalt — natürlich nur gegen Frauen!
Die 20 bis 50% männlicher Opfer hatte man natürlich vergessen. Dennoch starteten die anscheinend besonders fortschrittlichen Länder NRW und Bayern eine Hilfe-Hotline für männliche Opfer von Gewalt.

Ein Anstieg der häuslichen Gewalt wurde glücklicherweise auch nirgendwo wirklich beobachtet. Weder in NRW, noch in Sachsen oder sonstwo.
Dennoch wird weiterhin in zahlreichen Artikeln gemutmaßt, es müsse aber doch eigentlich einen Anstieg geben, ja, man hat das Gefühl, Feministinnen sind regelrecht enttäuscht, dass es keinen Anstieg gab. Man erwartet jetzt darum nach den ersten Lockerungen (endlich!) einen Ansturm auf die Frauenhäuser. Anscheinend ist für feministische Autorinnen die Vorstellung nachgerade unerträglich, dass Corona keinen Einfluss auf häusliche Gewalt hat. Oder diese vielleicht sogar zurückgehen könnte, weil z.B. Eifersucht keinen Sinn ergibt, wenn alle den ganzen Tag zuhause sind.

Aber da es ja anscheinend en vogue ist, über einen Anstieg der Gewalt zu spekulieren, möchte ich mich auch gerne einmal beteiligen:

Da Alleinerziehende häufig ziemlich allein sind mit ihren Kindern, frage ich mich, ob man überhaupt schon untersucht hat, ob diese in der Krise häufiger zu häuslicher Gewalt gegen ihre Kinder neigen. Der ganze Stress, die schwierige Situation, die angeblich ach-so-große „mental load“, weil ja die Krise vor allem Frauen trifft, die die ganze Care-Arbeit leisten (…); da wäre es doch verwunderlich, wenn hier nicht hin und wieder eine überforderte Alleinerziehende zulangen würde.

Von Maßnahmen zur Unterstützung der Kinder überforderter Alleinerziehender habe ich aber noch gar nichts gelesen. Oder Tasks-Forces der Jugendämter, die vor Ort nach dem Rechten sehen.
Liegt das vielleicht daran, dass negative Berichte über diese von feministischen AktivistInnen bevorzugte Familienform politisch nicht erwünscht sind?
Oder steigt auch hier die Gewalt einfach nicht an?

Männerfeminismus

Wie ich mittlerweile gelernt zu haben glaube, ist das richtige „Framing“ in der Kommunikation tatsächlich von entscheidender Bedeutung.
Umso wichtiger scheint es mir zu sein, dem radikalen Feminismus das Framen der Männerrechtsbewegung als rechts und frauenfeindlich möglichst zu erschweren.

Erfinden wir also den „Männerfeminismus“, um den scheinbaren Gegensatz von Männern und Feminismus sozusagen semantisch zu eliminieren und gleichzeitig das Eintreten für Männer feministisch zu machen. Denn wir bekennen uns ja zum Feminismus und zur Gleichberechtigung, meinen damit aber auch tatsächlich gleichen Einsatz auch für die Rechte und gegen die Sorgen und Nöte von Männern.

Männerfeminismus wird bei Google am 2020-06-11 nur 48 mal gefunden

Die Möglichkeit eines Männerfeminismus ist dadurch gegeben, dass Feminismus bedeutet, sich für Gleichberechtigung einzusetzen. Entsprechend muss auch die Möglichkeit gegeben sein, sich für Rechte und Anliegen von Männern einzusetzen, denn natürlich können auch Männer benachteiligt sein.

Folglich ist „Männerfeminismus“ kein Oxymoron, sondern eine logische Fortentwicklung des Feminismus, der Männer empowert, sich für Männerangelegenheiten einzusetzen, und endlich Männer verbal einschließt und nicht nur mitmeint.

Entsprechend plädiere ich an alle an Gleichberechtigung interessierten Männerrechtler, den Begriff „Männerfeminismus“ zu übernehmen, um durch dieses Framing unfaire Angriffe von radikalfeministischer Seite wie „Smearing„, Unterstellungen von Antifeminismus etc. ins Leere laufen zu lassen oder zumindest zu erschweren. Wenn es gelingt, den Begriff Männerfeminismus als Bezeichnung für einen Feminismus mit männlichem Blick zu etablieren, könnte das für die Männerrechtsbewegung ein großer Vorteil sein.

Corona Gender Death Gap

In der Corona-Krise zeigt sich, dass Männer häufiger sterben als Frauen. Auch in Ländern, wo Menschen angeblich besonders gesund leben (Italien) oder Männer und Frauen gleich häufig rauchen (Dänemark).

Dennoch fällt keiner Feministin ein, mal den „Corona Gender Death Gap“ zu disktuieren, und darüber nachzudenken, ob man nicht etwas tun sollte, um Männer besonders zu schützen.
Es wird ja immer behauptet, beim Feminismus gehe es um Gleichberechtigung. Es gehe darum, auch Männer – notfalls vor sich selbst – zu schützen.

Aber nun, da es Indizien gibt, dass Männer aus biologischen Gründen, in Bezug auf ihr Immunsystem benachteiligt sein könnten in der Corona-Pandemie, zum Beispiel, weil sie nur ein X-Chromosom haben und andere Hormon-Spiegel (oder mehr ACE-Rezeptoren, die Corona braucht, um in Zellen einzudringen), ist es merkwürdig still, was Maßnahmen angeht, Männer zu schützen.

Statt dessen hört man — wie eigentlich immer — nur davon, dass Frauen besonders betroffen seien. Alleinerziehende Mütter (die sich das meist selbst ausgesucht haben), Pflegekräfte, Kassiererinnen (die den Job selbst gewählt haben; hätten ja auch Elektrikerin werden können, wurde ja Werbung dafür gemacht beim Girl’s Day…), alle sind angeblich ganz besonders betroffen. Auch vor einem Anstieg der häuslichen Gewalt gegen Frauen wurde gewarnt (der bisher ausgeblieben ist), vor einem Anstieg der Gewalt alleinerziehender Mütter gegen ihre Kinder (der irgendwie naheliegend wäre) wurde nicht gewarnt. Warum Männer, die in Kurzarbeit geschickt wuden, nicht irgendwie auch besonders betroffen sein sollen, bzw. warum nicht einfach alle Menschen unabhängig vom Geschlecht betroffen sein können, bzw. warum immer nur herausgestellt wird, dass Frauen besonders betroffen seien, erschließt sich mir nicht.

Und für die tatsächlich häufiger schwer erkrankenden bzw. sterbenden Männer wird nichts getan, jetzt, da mal die Gelengeheit wäre zu beweisen, dass es beim Feminismus nicht nur darum geht, immer mehr Privilegien für Frauen herauszuschlagen. Man könnte ja hier auch mal Einkaufszeiten nur für Männer einrichten, oder Schutzmasken und Material bevorzugt an Männer abgeben, oder andere Maßnahmen ergreifen, um die Nachteile der Männer zu kompensieren. Aber darüber wird nicht einmal nachgedacht. Männer sind eben das verzichtbare Geschlecht und sollen sich notfalls opfern.

Es zeigt sich wieder ganz deutlich, dass Feminismus sich nicht für Gleichberechtigung einsetzt, sondern die Probleme, Nöte und Bedürfnisse von Männern weiter gezielt ignoriert und mit zweierlei Maß misst: Frauen sind für ihre individuellen Entscheidungen nicht verantwortlich (sondern der Kapitalismus, die Werbung, die Gesellschaft, die strukturelle Gewalt durch das Patriarchat) und müssen darum vor allen negativen Konsequenzen geschützt werden, Männer sind im Zweifel an allem selbst schuld und sollen halt sterben.
Wenn hingegen Frauen benachteiligt wären, wäre der Aufschrei groß und es würden alle Hebel in Bewegung gesetzt, den Nachteil auszugleichen.

Historikerin verbreitet Sexismus beim Deutschlandfunk

Die Historikerin Hedwig Richter darf beim Deutschlandfunk — unhinterfragt — verbreiten, Männer seien anfälliger für Verschwörungstheorien in Bezug auf die Verbreitung von Corona.

Soll das dieser seriöse, öffentlich-rechtliche Journalismus sein? Wenn tumbe Geschlechter-Stereotypen immer dann unwidersprochen verbreitet werden können, wenn sie Männer schlecht aussehen lassen?

Wenn man davon redet, dass Männer anfälliger seien für Verschwörungstheorien, dann sollte man vielleicht zumindest das Verhältnis von Frauen zu Männern erwähnen, die angeblich diesen Verschwörungstheorien anhängen. Ist das eher so 2 zu 3 oder 1 zu 100?
Und man sollte vielleicht erklären, wie man diesen angeblichen Männerüberhang ermittelt haben will. Anonyme Umfrage, Auswertung der angenommenen Geschlechter anonymer Social-Media-Accounts, irgendwas? Es könnte ja so sein, dass Frauen ihre Meinung einfach nicht so oft an die große Glocke hängen. Sondern eher so still und heimlich Heilkristalle im Garten aufstellen und Corona wegpendeln und irgendwie unauffälliger neben der Spur sind als Männer.

Natürlich ist es auch möglich, dass es stimmt, dass Männer tatsächlich und generell anfälliger für Verschwörungstheorien sind, aber wenn das so ist, dann sollte man bei der Analyse nicht auf dem Level stehen bleiben, dass es vielleicht „mit einer Krise der Männlichkeit“ zu tun haben könnte.

Frau Richter lässt es so aussehen, als wäre das biologische Geschlecht ein ausreichender Grund, weswegen Männer angeblich häufiger Verschwörungstheorien anhingen. Weil Männer ja bekanntermaßen ganz häufig rechthaberische Arschlöcher sind, die lieber abstrusen unlogischen Stuss glauben, als Unwissenheit einzugestehen?! Oder was will uns Frau Richter mit dieser pauschalen Aussage genau sagen?!

Vielleicht liegt es ja am immer höheren Anteil von Kindern, die ohne Vater aufgewachsen sind, oder an ständigem Männer-Bashing im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dass es tatsächlich eine Krise der Männlichkeit gibt, die dann wiederum zu negativen Effekten führt.

Jedenfalls hätte man sich eine tiefergehende Analyse gewünscht im Gebühren-finanzierten Radio, das es sich ja leisten könnte, etwas in die Tiefe zu gehen, statt unterkomplexe sexistische Soundbites über den Äther rauszublasen.

Wahrscheinlich muss man hier aber auch den Deutschlandfunk bzw. den Moderator dafür in die Verantwortung nehmen, dass man dieses tagesaktuelle Thema in einem so dünnen Beitrag zu quasi reiner Misandrie verarbeitet hat.

Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass Hedwig Richter auf das Ergebnis ihrer Schnell-Befragung durch den Deutschlandfunk besonders stolz ist. Zu deren Verteidigung immerhin zu erwähnen ist, dass sie an einer Stelle herausstellt, dass der Anteil der Männer, die an Corona-Verschwörungstheorien glauben, insgesamt sehr gering sei.1

Was mich zu folgendem Schlusssatz kommen lässt:
Solange eine nicht-geringe Zahl von Frauen, auch in wichtigen Positionen, in Deutschland der Verschwörungstheorie bzw. -ideologie anhängen, die männliche Hälfte der Bevölkerung halte die weibliche mit Hilfe unerklärlicher, übermächtiger, unsichtbarer, auf geheimnisvolle Weise in grauer Vorzeit etablierter Mechanismen in einem Zustand von Rechtlosigkeit und Ohnmacht, kann ich die These, Frauen seien weniger anfällig für Verschwörungstheorien, nicht wirklich nachvollziehen.

  1. Den sexistischen Grundtenor des Beitrags korrigiert das aber leider nicht. []

Jetzt-Redakteurin verkleidet sich als Mann

In „jetzt“ gibt es einen Artikel, in dem sich eine Frau als Mann verkleidet und dann feststellt, dass sie im Karneval weniger angebaggert / belästigt wird.

Ich frage mich nach dem Lesen des Artikels, ob Frauen wirklich nicht klar ist, dass sie als Frau im zeugungsfähigen Alter immer einen sexuellen Reiz darstellen, umso mehr natürlich, je stärker sie ihre Weiblichkeit und sekundären Geschlechtsmerkmale betonen.1

Und je stärker dieser Reiz ist, desto häufiger wird dieser Reiz so stark sein, dass er Anmachen von Männern auslöst. Weil Impulskontrolle Grenzen hat. Weil die Natur diese sexuelle Anziehung bei zweigeschlechtlichen Spezies so vorgesehen hat. Eigentlich trivial.

Viele Frauen wären — kann man begründet mutmaßen — auch eher enttäuscht, hätten alle Männer plötzlich totale Impulskontrolle und würden sie die ganze Zeit nur noch „friend-zonen„.

Was die Autorin also erlebt, ist der Effekt des Runterfahrens ihres „sexuellen Reizwerts“ auf quasi Null. Prompt wird sie nicht mehr angemacht. Eigentlich logisch, aber für eine Jetzt-Feministin anscheinend eine ganz große Überraschung.2

Statt aber die neu gewonnene Erkenntnis als Empowerment zu sehen — Frauen können tatsächlich aktiv kontrollieren, als in welchem Maße sexuell attraktiv sie wahrgenommen werden!!! — beschwert sie sich lieber über die Männer, die sexuell attraktiv gekleidete Frauen sexuell attraktiv finden, nachdem sie sich mittels Verkleidung als wahrscheinlich hypersexualisierte Mini-Maus davon überzeugt hatte, dass ihre sexuelle Anziehungskraft noch funktioniert.

Da frage ich mich: Was genau hatte sie erwartet? Hatte sie vorher irgendeine konsistente Theorie, was passieren müsste oder sollte, und warum?

Was glaubt Sie denn, warum Frauenklamotten zu kleine oder gefakte Taschen haben, warum Tops fast immer eng sind und Lederjacken tailliert und zu kurz, warum es stark gepolsterte Push-Up-BHs gibt und hohe Schuhe?

Die „normale“ Frauenkleidung und Standard-Gesichtsbemalung ist klar darauf ausgerichtet, sexuelle Attraktivität zu optimieren, wer sich also auf die intrasexuelle Konkurrenz einlässt und versucht, so attraktiv wie möglich zu erscheinen, der (bzw. die) muss sich im Klaren sein, dass dies unweigerlich das Risiko von (natürlich ab und an auch ungewollten) Anmachen erhöht. Die BH-Verbrennen-Feministinnen der 1970er hatten das gut erkannt. Im Gegensatz zu der „jetzt“-Redakteurin, die diesen Schluss in ihrem Artikel nicht zieht, womöglich nicht ziehen will.
Denn wenn Frauen der Zusammenhang zwischen Bekleidung, Kosmetik, Attraktivität und Risiko von Anmachen bewusst wäre, wenn sie also Kontrolle und damit Verantwortung hätten, welchen Reiz sie darstellen, dann wären sie auch zu einem Stück weit verantwortlich für das Risiko, was sie eingehen. Und wenn man vorher von einem Risiko weiß und es bewusst eingeht, was man natürlich nur macht, wenn die positiven Effekte (von den richtigen Männern beachtet werden) die negativen Effekte (von den falschen Männern beachtet) voraussichtlich überwiegen, kann man nicht mehr ganz so gut und pauschal „die Männer“ beschuldigen, wenn man sich verschätzt hat.

  1. Lange Haare, Brüste, Bauch, Beine, Po, diese Dinge, die Frauen aus genau diesem Grund trainieren, pflegen und zurechtmachen []
  2. Okay, vielleicht tut sie auch nur so, muss ja den Artikel an die Frau bringen. []

Das Bundesforum Männer „hilft“ in der Corona-Krise

Das Bundesforum Männer ist ein vom Ministerium für alle außer Männer finanzierter Dachverband, in dem Organisationen gebündelt sind, die „Männerarbeit“ machen.

Dass es sich bei diesem Verband um eine Mogelpackung handelt, die Männern die Illusion vermitteln soll, die Politik interessiere sich jetzt auch für Männerrechte, hat sich heute wieder exemplarisch gezeigt.

Bezeichnend ist, wie das Merkblatt „Survival-Kit für Männer unter Druck“ aufgebaut ist:

Vorwort (noch vor dem ersten richtigen Punkt):

Die wichtigste Botschaft an Männer ist also: Nicht prügeln!
Irgendwie scheint das für die MacherInnen des Merkblatts der erste Gedanke zu sein — Gewalt, die von Männern ausgeht.

Letzter Punkt:

Die unwichtigste Botschaft ist: Wenn es Dir selbst schlecht geht, suche Unterstützung!

Da es keine öffentlich finanzierten Schutzwohnungen etc. für Männer gibt, ist der letzte „Tipp“ tatsächlich und buchstäblich das Letzte, ein bitterer Scherz auf Kosten derjenigen Männer, die tatsächlich Hilfe brauchen und im Zweifel im Obdachlosenasyl oder auf der Straße landen. Oder die beim „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ anrufen müssen, weil es kein Hilfetelefon für Männer gibt.

Und diese Reihung zeigt auch, dass die Möglichkeit, dass ein Mann Opfer von psychischer und physischer Gewalt werden könnte, das allerletzte ist, woran das „Bundesforum Männer“ denkt. Das Wichtigste ist, dass Männer nicht losprügeln sollen.

Alle anderen Tipps drehen sich übrigens auch darum, wie Männer sich bitteschön selbst unter Kontrolle halten können. Das ganze Faltblatt ist eine einzige Unterstellung, dass Männer von Natur aus gewalttätig sind und jederzeit – unter Drogen etc. – zuschlagen könnten.

Es geht gar nicht um die Probleme von Männern oder darum, wie Männer die Krise überleben, es geht um Männer als potenzielle Prügler, und darum, dass Frauen und Kinder die Krise trotz der Existenz dieser tickenden Zeitbomben unbeschadet überstehen sollen.

Das Bundesforum Männer zeigt sich hier als Organisation, die ihren Veröffentlichungen das (radikalfeministische) Narrativ zugrunde legt, dass Männer keine richtigen Mitmenschen, sondern grundsätzlich vor allem ein Problem sind — emotional gestört, gewalttätig und kommunikationsunfähig — das irgendwie unter Kontrolle gehalten werden muss.
Das Bundesforum zeigt sich als eine Institution, die es als ihren Auftrag sieht, als Männerpolitik gelabelte radikalfeministische Frauenpolitik zu machen, anstatt Männern tatsächlich eine Stimme zu geben, und tatsächlich Partei für Männer zu ergreifen.

Die Idee, einen als Männerrechtler-Dachverband gelabelten Verband zu gründen, der tatsächlich nur aus feministischen Gruppen besteht und finanziell vom Frauenministeriums abhängig ist, an sich finde ich schon ziemlich dreist.

Aber wenn man sowas schon macht und hofft, Fake-Männerrechtler so als einzige legitime Männervertreter auf Bundesebene ausgeben und tatsächliche Männerrechtler draußen halten zu können, dann sollte man keine ganz so plumple PR machen, die nur so trieft vom Vorurteil, dass alle Männer (außer den Gender-WissenschaftlerInnen, die das Merkblatt ausgedacht haben, natürlich) quasi Kleinkinder sind, geballte soziale und emotionale Inkompetenz, nur mit mehr Körperkraft, und entsprechend der pädagogischen Kontrolle durch z.B. feministische Handreichungen bedürftig.

Das Verbreiten dieses im Kern männerfeindlichen Pamphlets hat natürlich auch etwas Gutes: Die Pseudo-Männerrechtler-Organisation „Bundesform Männer“ wird als die fünfte Kolonne des Radikalfeminismus entlarvt, die sie ist.

Der neue feministische Trend: „Mental load“

Der aktuelle Feminismus hat eine neue Benachteiligung entdeckt. Sie heißt „Mental load“. Der Anglizismus für „geistige Belastung“ soll beschreiben, dass Frauen sich immer ganz viele Dinge merken (zu) müssen (glauben) und dadurch total gestresst sind.

Nun ist es tatsächlich so, dass viele Frauen es so empfinden, als müssten sie sich alles merken und „für alle mitdenken“.
Dennoch ist es natürlich so, und darauf läuft auch ein Artikel von Heike Kleen bei Spiegel Online heraus, dass jede selbst dafür verantwortlich ist, was sie sich aufbürdet.
Nicht einmal das Patriarchat kann irgendjemanden dazu bringen, an Dinge zu denken, oder sich Aufgaben aufzuladen.
Und während die betroffenen Frauen das Gefühl haben, nur sie allein könnten diese Aufgaben erledigen, weil sie sonst niemand mache, und weil sonst alles zusammenbreche, haben Männer oft das Gefühl, die Frauen übertrieben die Wichtigkeit dieser Aufgaben, und täten einige Dinge nur, um sich selbst unersetzlich fühlen zu können.

Aber wie dem auch sei: Wenn man bestimmte Dinge nicht schafft, dann muss man sie entweder aufschieben, sie delegieren, oder sie sein lassen. Und alles, was man sofort tun kann, soll man sofort tun, und nicht lange darüber nachdenken.
Das ist auch schon die simple Botschaft des Management-Ratgebers „Getting things done“ von David Allen.1

Vielleicht ist es ja so, dass es Männern leichter fällt Dinge zu vergessen oder nicht zu tun oder die Verantwortung dafür abzulehnen und sich dabei nicht einmal schlecht zu fühlen. Aus irgendwelchen unfairen Gründen, die vielleicht sogar biologisch bedingt sind, weil Frauen meiner Kenntnis nach heute und schon seit längerem nicht mehr auf Bräuteschulen geschickt und indoktriniert werden, perfekte Hausfrauen zu sein, und somit eine soziale Konditionierung der aktuellen Frauengeneration zum perfekten Hausfrauendasein heute eigentlich ausgeschlossen sein sollte.
Und wenn es so eine soziale Konditionierung geben sollte, dann geht sie wahrscheinlich eher nicht von den Männern oder irgendeinem „Patriarchat“ aus, sondern entsteht eher durch den Wettkampf unter Frauen, wer die perfektere Mutter und Hausfrau ist, angetrieben vielleicht auch durch mütterliche Instinkte.

Meiner Meinung nach können Frauen deshalb niemanden außer sich selbst verantwortlich machen, wenn sie unter der neuen feministischen Mode-Belastung „Mental Load“ leiden.
Denn kaum etwas wäre doch eine sexistischere Vorstellung als die, dass Frauen nicht ohne paternalistische Unterstützung von Männern, die für sie eine „geschützte Umgebung“ bereitstellen, in der Lage sein sollten, zu kontrollieren, was sie denken und tun?

Aus diesem Grund weiß ich nicht genau, wo der Feminismus mit dem neuen Schlagwort „Mental Load“ hin will.

Manche Artikel scheinen in die Richtung zu gehen, dass Feministinnen wieder eine neue Benachteiligung entdeckt haben wollen, die das unsichtbare Patriarchat den Frauen auf geheimnisvolle Weise auferlegt hat, und für deren Beseitigung die Männer verantwortlich sein sollen. Das wäre dann wieder ein Beispiel für die sogenannte „Female Hypoagency“, also die Tendenz der Gesellschaft, Frauen für bestimmte Dinge weniger in die Verantwortung zu nehmen als Männer, was man unter anderem an den höheren Strafen sehen kann, die Männer im Vergleich zu Frauen für gleiche Straftaten erhalten.

Ich hoffe aber, dass selbstbestimmte Feministinnen erkennen, dass das eine Sackgasse wäre, und dass Frauen zumindest dafür, was sie denken und tun, ganz allein die Verantwortung übernehmen (können) müssen. Und wenn sie unter „Mental Load“ leiden, dann müssen sie entweder die Dinge erledigen, oder delegieren, oder verschieben, oder sein lassen, und möglicherweise die eigenen Ansprüche etwas runterschrauben. Mimimi und sich über das Patriarchat beschweren werden jedenfalls nicht helfen.

  1. Dieser spricht von den „Vier D“ – Do (Machen), Defer (Verschieben), Delegate (Delegieren) und Drop (Sein lassen) []

Der Girl’s day bzw. „Feminism by proxy“

Manchmal neige ich zum Hinterfragen von Dingen. Warum, zum Beispiel, gibt es eigentlich diesen „Girl’s Day“?

Trauen die feministischen Damen, die sich den Girl’s Day ausgedacht haben und damit seit Jahren versuchen, „Geschlechter-Stereotype“ zu überwinden, den jungen Damen von heute — wenig feministischer Weise — keine selbständige Entscheidung zu?

Ich glaube, der Grund für die Existenz des Girl’s Day ist noch viel schlimmer:

Dass die Berufswahl von Fauen und Männern heute immer noch deutlich geschlechterspezifisch ausfällt, und zwar deutlicher als in weniger feministischen Ländern, widerspricht der These, Frauen und Männer seien gleich und (soziales) Geschlecht nur sozial konstruiert, und damit müssten sich bei fortschreitender Gleichberechtigung auch die Berufsvorlieben irgendwann angleichen.

Um diese ärgerliche Abweichung der Realität von der Theorie zu korrigieren und die Praxis dem Dogma anzugleichen, wollen Feministinnen junge Frauen dazu treiben, MINT„-Fächer zu studieren. Um dies zu erreichen, wird der Girl’s Day seit Jahren immer stärker ausgebaut und gefördert.

Es geht meiner Meinung überhaupt nicht darum, die jungen Frauen zu fördern oder ihnen etwas Gutes zu tun – es geht darum, junge Frauen aus politischen Gründen gezielt in bestimmte Karrierepfade hineinzumanipulieren. Die jungen Frauen sollen stellvertretend für die Gender-Feministinnen erreichen, was diese1 nicht erreicht haben, nämlich Parität in bestimmten Berufen.

Das würde ich als „Feminism by proxy“ bezeichnen.

  1. weil sie lieber Gender-Feministinnen mit sicherer Stelle in der Verwaltung oder bei einer NGO geworden sind []

Olaf Scholz‘ neuester #Fail: Geschlechtsgebundenen Vereinen Gemeinnützigkeit aberkennen

Die SPD kann einem fast leid tun. Auf der Suche nach neuen Wählern und mehr Zustimmung bei Frauen ist Olaf Scholz eine wirklich dumme Idee gekommen: Aufgrund eines Gerichtsurteils, dass der Bundesfinanzhof gefällt hat, und das einer Freimaurerloge die Gemeinnützigkeit aberkannt hat, die ohne besonderen Grund keine Frauen aufnehmen wollte, hat er die Idee gehabt, man müsse jetzt allen Vereinen, die keine Frauen (oder Männer) aufnehmen wollen, die Gemeinnützigkeit aberkennen.

Warum ist das Blödsinn?

Nun, erstens macht Politik Gesetze, muss sich also nicht an Urteilen orientieren. Für die Politik kann ein Urteil nur Anlass sein, darüber nachzudenken, ob die aktuellen Gesetze den aktuellen politischen Willen ausdrücken, oder ob man hier nacharbeiten muss. Ein Urteil kann auf keinen Fall ein zwingender Grund sein, ein Gesetz noch weiter in Richtung des Tenors eines Urteils zu verschärfen, was aufgrund einer Interpretation des Gesetzes ergangen ist. Denn das würde bedeuten, dass Gesetze sozusagen selbstverstärkend wären und langfristig immer radikaler würden.

Wir wissen auch nicht, ob Gerichte auch urteilen würden, dass z.B. katholische Frauen-Orden nicht gemeinnützig wären.
Gemeinnützig ist, wenn man darüber nachdenkt, ganz trivial was der Gemeinschaft nützt. Und natürlich kann ein rein weiblicher Orden oder ein rein männlicher Kulturverein ebenso für die Gemeinschaft nützlich sein wie ein gemischter-geschlechtlicher. Denn von den Leistungen des Verein profitieren – unmittelbar oder mittelbar – auch dann alle, wenn die aktiven Mitglieder des Vereins nur ein Geschlecht haben, wenn z.B. der Nutznießer des Vereinszwecks – z.B. die Patienten eines katholischen Krankenhauses oder die Zuschauer eines Männer-Gesangsvereins – jedermann sein kann.

Zudem profitiert grundsätzlich nicht wirklich jeder im Land von den Leistungen eines Vereins. Daher ist es mehr als fragwürdig, ob „gemeinnützig“ bedeuten soll, dass wirklich jeder davon einen Nutzen hat. Sonst müsste man die Gemeinnützigkeit z.B. von Rollstuhlbasketballvereinen anzweifeln, weil nicht jeder Mensch davon profitiert, dass es Rollstuhlbasketball gibt. Dabei wird man kaum in Abrede stellen können, dass es der Gemeinschaft mittelbar nützt, wenn Rollstuhlfahrer Möglichkeiten haben, Sport zu treiben, und sei es auch nur, weil Rollstuhlfahrer, die Sport treiben, weniger Gesundheitskosten verursachen oder vielleicht glücklicher sind.
Was ich damit sagen will ist, dass „Allgemeinheit“ bzw. die „Gemeinschaft“ nicht das gleiche ist wie „wirklich jeder“. Vielmehr muss „Gemeinnützigkeit“ meiner Meinung nach so interpretiert werden, dass ein Verein tendenziell insofern einen relevanten positiven Effekt auf das Gemeinwohl hat, als dass sein Wirken in irgendeiner Weise Gesundheit, Zufriedenheit, Wohlstand oder Glück vermehrt, so dass dies wenn auch nur mittelbar für alle im Schnitt eine gute Sache ist.

Natürlich muss der Staat nicht jedem Verein die Gemeinnützigkeit zuerkennen, und auch ohne Gemeinnützigkeit kann natürlich jeder trotzdem weiterhin einen Verein gründen.

Aber ich halte es für okay, dass Vereinen Gemeinnützigkeit zuerkannt wird, auch wenn sie möglicherweise ihre Mitglieder nach Geschlecht aussuchen, oder auch der Vereinsnutzen nur einem Geschlecht zugute kommt. Denn solange es die Möglichkeit gibt, dass jemand anderes ebenfalls einen gleichartigen, gegengeschlechtlichen Verein gründet, der dann auch gemeinnützig sein kann, entsteht ja niemandem ein Schaden.
Die Idee, man müsse jede Differenzierung zwischen den Geschlechtern abschaffen, ist ein Irrweg. Denn konsequent weitergedacht würde das darauf hinauslaufen, dass man die Menschen zwingen müsste so zu tun, als ob die sehr offensichtlichen biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht existierten. Der Sexualtrieb müsste vollkommen unterdrückt werden, damit dessen durchaus mächtiger Einfluss auf das Verhalten ausgeschaltet und eine komplett Gender-neutrale Welt geschaffen werden könnte. Und das ist weder umsetzbar noch wirklich wünschenswert. Entsprechend ist es auch nicht klug, Vereinen, die explizit an ein Geschlecht gerichtet sind, pauschal die Gemeinnützigkeit aberkennen zu wollen.

Olaf Scholz hat sich mit seinen Vorstoß verrannt. Die Zustimmung der SPD wird darum wahrscheinlich noch weiter einbrechen. Und das ist auch gut so.

Haben Feministinnen den Aufstieg der AfD mitverschuldet?

Plötzlich wählen in Thüringen 25% der Menschen die AfD. Und aus irgendeinen Grund sind das vor allem Männer. Und plötzlich schreibt der Freitag von einer Krise der (in diesem Falle vor allem ostdeutschen) Männlichkeit: „From Hero to Zero“
Und spekuliert, diese Krise der Männlichkeit sei die Ursache für die Erfolge der AfD im Osten.

Nehmen wir einmal an, hier bestünde ein Zusammenhang1. Nehmen wir mal an, man könnte bei dieser „Krise der Männlichkeit“ gegensteuern. Nehmen wir mal an, das würde dann unter Gleichstellungs- und Gender-Mainstreaming-Politik oder politische Bildung fallen und irgendwie ins Ressort des BMFSFJ fallen.

Ist es dann nicht eine bittere Ironie, dass das Ministerium für alle außer Männer („Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“) bisher kaum einen Cent ausgegeben hat, um irgendwelche Projekte zu fördern, die hier hätten gegensteuern können?
Ist es dann nicht ein fieser Fall von Karma, dass möglicherweise die Feministinnen in den Ministerien, Behörden und Ämtern, die Jungen- und Männerpolitik darauf beschränkt haben, Jungen in schlechtbezahlte Berufe zu drängen zu versuchen („Boy’s Day“), dass möglicherweise die Feministinnen, die für Männerarbeit kein Geld ausgeben wollten, weil „Männer nicht strukturell benachteiligt“ seien, weil „Männer privilegiert“ seien, dass möglicherweise diese Feministinnen durch ihre einseitige Konzentration auf Frauen-Anliegen den Aufstieg der AfD mitverursacht haben könnten, durch systematische Ignoranz der Probleme von Männern, verursacht durch die Sichtweise, über Probleme von Männern auch nur nachzudenken sei „Whataboutism“?

  1. wovon ich nicht ganz überzeugt bin []