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Susanne Kaiser macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt

Eine Frau Susanne Kaiser (Autorin für die grüne Böll-Stiftung) hat im Tagesspiegel einen Artikel geschrieben mit dem schönen Titel „Warum der Rückfall ins Autoritäre männlich ist“, den ich nicht direkt verlinke, um ihre Klickzahlen nicht um einen Klick zu erhöhen.

Ich habe ein Problem mit dem Artikel, denn:
Negative Eigenschaften oder Konzepte wie „Autoritarismus“ männlich zu assoziieren, obwohl es keinen Grund gibt, anzunehmen, dass Frauen weniger autoritär agieren oder Autoritarismus geschlechtsspezifisch sei, ist sexistisch. Ich möchte im Folgenden zeigen, dass der Text nicht mehr ist als eine Ansammlung männerfeindlicher Behauptungen und einseitig zu Ungunsten von Männern ausgewählter Fakten. Ein unredlicher Text, der die Spaltung zwischen den Geschlechtern vertieft, für ein feministische Publikum, das feministische Mythen bereits so tief verinnerlicht hat, dass es jedem feministischen Relotius, der ihm erzählt, was es hören will, aus der Hand frisst.

Beginnen wir mit dem Anrisstext:

Für Männer bedeutet der neoliberale Wandel einen Abstieg auf Positionen, die Frauen gewohnt sind. Was sie umso verbitterter dagegen ankämpfen lässt. Ein Essay.

Denken wir kurz nach und erinnern uns an das Zeitalter der Industriealisierung, als Männer 60 Stunden Wochen in Bergwerken geschuftet haben, um dann kurz vor der Rente an Staublunge zu sterben. Oder an das Kaiserreich, wo Männer das schöne Privileg hatten, mehrere Jahre lang Wehrdienst zu leisten und die Chance darauf, in einem Krieg gegen Dänemark, Frankreich, oder auch die ganze Welt erschossen oder zerfetzt zu werden. Und denken wir kurz an den Anteil der Männer an den Obdachlosen und an den Menschen ohne Schulabschluss und an den Strafgefangenen.

Das sind die Positionen, die Männer für den Großteil der Geschichte gewohnt waren und noch gewohnt sind. Was also soll es heißen, dass „der neoliberale Wandel“ für die Männer „einen Abstieg“ bedeutet, auf „Positionen, die Frauen gewohnt sind“?
Männer haben schon immer den Bodensatz der Gesellschaft gebildet. Frauen wurden schon immer so gut wie möglich geschont. Der Feminismus aber schaut immer nur an die Spitze, und wird darum Opfer des sogenannten „Gipfelirrtums„, indem er immer nur die erfolgreichsten Männer sieht, aber diese nicht mit den erfolglosesten verrechnet, bevor er Frauen und Männer vergleicht. Nur dann sind nämlich die im Schnitt in der Masse vielleicht sogar noch erfolgreicheren Frauen scheinbar „unterprivilegiert“. Abgesehen davon, dass „neoliberaler Wandel“ eine sinnlose Worthülse ist, die zu definieren ich Frau Kaiser gerne hiermit auffordern möchte.

Aber gehen wir mal weiter im Text:

Zu Beginn der Covid-19-Pandemie ging eine Fotomontage um die Welt. Sie zeigte die Gesichter der sieben Staats- und Regierungsoberhäupter, die ihre Länder am besten durch die Krise manövrierten und am souveränsten Führung demonstrierten. Die Länder hießen Taiwan, Neuseeland, Island, Finnland, Norwegen, Dänemark, Deutschland – und die Gesichter waren allesamt weiblich..

Frau Kaiser hat also eine Auswahl von Ländern mit weiblichen Regierungschefs aufgetrieben. Die haben angeblich ihre Länder „am besten“ durch die Corona-Krise manövriert. Und „am souveränsten“.

Erster Kritikpunkt: Die Krise ist noch nicht vorbei. Abgerechnet wird zum Schluss, und dann werden wir sehen, wer auf welchen Platz kommt.
Zweiter Kritikpunkt: In Deutschland bestimmen die Länder über die Corona-Maßnahmen; Frau Merkel hat also weder geführt noch manövriert.
Dritter Kritikpunkt: Taiwan, Neuseeland und Island sind Inseln, die schlicht ihre Grenzen zugemacht haben, um weitere Infektionen abzuwehren, mit Quarantäne und Zwangs-Tests für Einreisende. Merkwürdig, dass das an dieser Stelle keine Erwähnung findet. Ein Schelm, wer als Grund vermutet, dass es nicht ins Narrativ von überlegener weiblicher Führung und bösem männlich-autoritär-erfolglosem Gehabe passen würde, dass einige der erfolgreichsten Corona-Bewältiger-Regierungschefinnen ihren Erfolg knallharten „autoritär-männlichen“ Grenzschließungen verdanken. Diese Tatsache unter den Tisch fallen zu lassen belegt meiner Meinung nach sehr gut, wie Frau Kaiser ihren Artikel in bester Relotius-Manier so konstruiert hat, dass am Ende ihre Geschichte und ihre feministische Haltung über Wahrhaftigkeit und Wahrheit triumphieren.

Aber zurück zum erstaunlichen Erfolg der handverlesenen weiblich regierten Länder: Finnland, Norwegen und Dänemark haben den Vorteil, dass sie nicht unbedingt als Reise- oder Transitländer gelten oder besonders dicht besiedelt sind. Umso einfacher sind dort also „gute Corona Zahlen“ zu fabrizieren. Das hätte man vielleicht auch erwähnen können.
Weiterer Kritikpunkt: Länder, in denen Frauen regieren, gehören häufig zu den entwickelsten Ländern der Welt. Unter den entwickelsten Ländern der Welt solche mit guten Corona-Zahlen zu finden ist tendeziell eher einfach. Entsprechend ist die Auflistung von hoch entwickelten Ländern mit weiblichen Regierungsschefs und die Gegenüberstellung mit drei eher erfolglosen und von Männern regierten Schwellen-Ländern als scheinbarer Beweis der Überlegenheit weiblicher Führung einfach nur billigste männerfeindliche Polemik.

Was mich zum letzten Kritikpunkt bringt: Was bedeutet — abgesehen davon, dass die Krise noch gar nicht vorbei ist — eigentlich „am besten durch die Krise manövrieren“? Die geringste prozentuale Zahl an Infektionen zu haben, oder die geringste Rate an Todesfällen?

Das Land mit den meisten Todesfällen pro 1 Million Einwohner ist aktuell (2020-11-16) laut „Worldometers“ Belgien, das von Sophie Wilmès regiert wird, einer Frau. Bolivien schneidet auch eher schlecht ab, und wird von Jeanine Áñez regiert. Im Sommer war die Todesrate in den USA pro 1 Mio. Einwohner geringer als die in Deutschland. Wurden da die USA vorübergehend besser regiert als Deutschland?
Mein Punkt ist: Frau Kaiser wirft mit implizierten Behauptungen um sich, blendet jegliche Gegenargumente aus, und bleibt Beweise für ihre sexistische These, Frauen gingen besser mit Corona um als Männer, vollkommen schuldig; ja sie definiert überhaupt nicht, welchen Maßstab sie anlegt um „gut“ und „schlecht“ zu unterscheiden.

Dann kommt noch:

Dass die tonangebenden Medien weibliche Führungspersonen priesen, blieb nicht ohne Folgen. In der Halböffentlichkeit der sozialen Medien, der Kommentarspalten und der Internetforen brach sich Frust Bahn, wie jedes Mal, wenn Frauen sich in Bereichen bewähren, die von vielen immer noch als Männerdomänen angesehen werden.

Was soll ich sagen: Wenn die „tonangebenden Medien“ auch schlecht recherchierten, einseitig Frauen als — aufgrund ihres Geschlechts überlegen führende — Übermenschinnen darstellenden sexistischen Unsinn als „Preisung“ auf weibliche Führungspersonen geschrieben haben sollten, dann wundert es mich nicht, dass sich „Frust Bahn gebrochen“ haben soll.
Wer sexistische Scheiße ins Internet kübelt, der bekommt sexistische Scheiße zurück.

Leider hat nicht jeder die Zeit und die Möglichkeit, so wie ich ausführlich zu analysieren und zu kommentieren, warum es unseriös ist, Inselstaaten und Binnenländer zu vergleichen, warum es tendenziös ist, sämtliche Regierungschefinnen bei der Corona-Abwehr überhaupt nicht erfolgreicher Staaten zu unterschlagen, warum es tendenziös ist, die autoritären Maßnahmen der erfolgreichen Regierungschefinnen mit keinem Wort zu erwähnen, et cetera.

Der Rest des Artikels ist nicht weiter der Rede wert, man stelle sich einfach eine auf der vorher konstruierten verzerrten Realität aufbauende schlechte Kolumne von Margarethe S. vom Spiegel vor.

Sexistischer Unsinn wird auch dadurch nicht weniger menschenfeindlich und spalterisch, dass er als „feministisch“ verkauft wird. Männern negative Eigenschaften und geringere Fähigkeiten zuzuschreiben und so zu tun, als wären Frauen bessere Menschen und alles Schlechte („Neoliberaler Wandel“!!!) ginge nicht etwa auch maßgeblich auf das Konto von z.B. Margareth Thatcher oder Blythe Masters, sondern allein auf das Konto böser Dunkelmänner, ist nicht progressiv, sondern männerfeindlich.
Zu ihrer Entschuldigung bleibt eigentlich nur zu sagen, dass Sie anscheinend ein Buch verkaufen will, um ihr prekäres Leben als weibliche-feministischer Relotius finanziell etwas komfortabler zu gestalten. Wahrscheinlich hat sie ihren erstaunlich schlechten Artikel nur im Hinblick darauf geschrieben, ihre Klickzahlen hochzutreiben.

Hoffen wir, dass sich das Machwerk nicht verkauft.

Das Paradox der Gleichstellungspolitik

Nehmen wir als Gedankenexperiment einmal an, die Menschen, Männer, Frauen, alle anderen Gruppe, seien tatsächlich gleich.
Gleich klug, gleich ehrgeizig, gleich gewissenhaft oder gewissenlos, gleich fürsorglich und gleich rücksichtslos, etc. pp..

Dann gäbe es im Prinzip keinen Grund für Gleichstellungspolitik, denn wir hätten hier ein Nullsummenspiel. Wir könnten Frauen gegen Männer austauschen oder Schwarze gegen Weiße oder Kleine gegen Große, aber im Endeffekt würde sich überhaupt nichts ändern. Gefördert würde nur die Betonung der eigentlich irrelevanten Unterschiede beim Versuch, künstlich alle Positionen irgendwie nach letzten Endes rassistischen Kriterien gleich zu verteilen. Es wäre also am sogar Ende schädlich, so zu verfahren.

Wenn es aber relevante Unterschiede gäbe… wäre Gleichstellungspolitik wahrscheinlich ebenso schädlich. Denn dann müsste man ja, um die Gleichverteilung nach äußeren Merkmalen hinzubekommen, möglicherweise höherqualifizierte Personen durch geringerqualifizierte ersetzen. Man müsste z.B. die Hälfte aller fürsorglichen Erzieherinnen durch sorglose Erzieher ersetzen, oder die Hälfte aller kampfkräftigen SEK-Beamten durch weniger durchschlagskräftige SEK-Beamtinnen, oder die Hälfte aller schwarzen Basketballspieler zu Eishockeyspielern machen und die Hälfte aller weißen Eishockeyspieler zu Basketballspielern. Und das mit dem Argument, dass die Unterschiede, aufgrund derer man diese Umgruppierungen vornimmt, eigentlich irrelevant seien.

Und jetzt frage ich mich: Ist das vielleicht völliger Unsinn? Ist der Kaiser möglicherweise nackt, und es sagt nur keiner?

Die evangelische Kirche und die Nächstenliebe

Auf Twitter schreibt Ulf Porschardt angesichts der vielen Forderungen nach Evakuierung der (potenziellen) Flüchtlinge und Asylbewer aus dem abgebrannten Lager von Moria:

Ich finde, er spricht damit etwas Wichtiges an, was für mich als Mitglieder der evangelischen Kirche zunehmend unverständlich ist, nämlich diese sendungsbewusste Haltung, die evangelische Kirche müsse — auch wenn wir alle wissen, dass sie dazu gar nicht die Ressourcen hat — zumindest symbolisch versuchen, möglichst viele Menschen aus ärmeren Ländern zu retten und in die EU zu holen. Dabei sind gerade die Menschen, die es schaffen, bis an die Grenze der EU zu kommen, meist gar nicht die Ärmsten und Schwächsten. Die bleiben vielmehr in ihren Ländern, und leiden und sterben, ohne dass die Öffentlichkeit oder die EKD dafür sonderlich interessieren würden, abgesehen davon natürlich, dass die „standardmäßigen“ Hilfsprogramme der Diakonie etc. natürlich weiterlaufen.

Eine Sonderbehandlung, ein Extra an Fürsorge bekommt man aber anscheinend nur, wenn man medienwirksam an den Toren der EU rüttelt. Und das finde ich falsch.

Es ergibt keinen Sinn, den hohen Wert der Nächstenliebe als christlicher Wert (nur bzw. gerade) genau dann zu entdecken, wenn das Licht der Öffentlichkeit auf einem Problem ruht. Warum investiert die EKD nicht in Impfungen in Afrika oder Südostasien, um dort das Leid zu lindern? Warum bevorzugt sie, mit höherem finanziellen Aufwand Glücksritter aus Seenot zu retten, die mit ihrer Aktion noch dazu die EU in Probleme bringen? Obwohl sie, zum Beispiel als syrische Flüchtlinge, auch in der Türkei und Israel um Anerkennung als Flüchtling nachsuchen könnten?

Jesus, der heilige Martin, der gute Samariter — sie handeln alle in ihrem unmittelbaren Umfeld und praktizieren tatsächlich „Nächsten-Liebe“. Christentum, glaube ich, muss, wenn es weiter existieren will, wieder vermehrt eine Graswurzelbewegung sein, mit einem Anspruch auch und vor allem lokal zu wirken. Frei nach dem Motto der Antifa würde ich sagen, Christentum ist Handarbeit, und Nächstenliebe, die sich abstrakt in die Ferne richtet und nicht spontan praktiziert wird, sondern PR-wirksam dort stattfinden soll, wo das Schlaglicht der Medienöffentlichkeit gerade ruht, ist gar keine Nächstenliebe, sondern moralische Machtprojektion mit dem Ziel der Selbsterhöhung.

Zahlende, möglicherweise weniger frömmelnde, pragmatisch und auch ein stückweit egoistisch denkende (sprich: fehlbare, sündhafte, etc.) Mitglieder wie ich sind dem Vorstand der EKD wahrscheinlich weniger wichtig als ihr Image und ihr Selbstbild. Ich behaupte: Die EKD-Führung will sich vor allem selbst ein Denkmal bauen; um die Menschen, die sie da retten will am Rande der EU, geht es gar nicht, sonst müsste man durch zweckutilitaristische Überlegungen dazu kommen, dass Hilfe an anderer Stelle viel effizienter möglich wäre.

Warum mischt sich die EKD überhaupt in weltliche Belange der Migrationspolitik ein, und warum hat mich in meinen über 40 Jahren Kirchenmitgliedschaft nie der zuständige Pfarrer quasi initiativ besucht und gefragt, wie es mir geht oder was ich denke was die Gemeinde tun könnte oder sollte?

Die Statistik spricht für sich: Immer mehr Kirchenmitglieder können mit der EKD nichts anfangen, sehen keinen Gegenwert für ihre Kirchensteuer, wenden sich ab. Und ich denke es hat damit zu tun, dass „die da oben“ in der Kirche eher PR-Nächstenliebe auf Distanz zu praktizieren als zu versuchen, tatsächliche Nächsten-Liebe vor Ort zu organisieren.

Die Rettungslotterie oder: Moria und Ethik

Aktuell wird immer wieder gefordert, alle Menschen aus dem abgebrannten Lager in Moria in Griechenland zu holen und in der EU zu verteilen.
Das wäre natürlich auch sehr schön, aber ist es auch ethisch geboten?

Sehr vielen Menschen auf der Welt geht es schlecht, noch immer hungern fast eine Milliarde Menschen, täglich sterben zehntausende an Hunger und Krankheiten. Wir Europäer wissen das, wir könnten jeden Ort der Welt in wenigen Stunden erreichen, wir hätten die Mittel, jeden einzelnen zu retten, wenn wir wollten. Aber wir tun es nicht. Denn wir wissen insgeheim, dass wir nicht jede/n retten können. Wir töten sozusagen durch Unterlassen, immer schon, seit Jahren, jeden Tag zigtausendfach. Das ist schlimm — dennoch tun wir es und denken nicht weiter darüber nach.

Wenn wir moralisch verplichtet sind, jedem zu helfen, dem der Tod droht, wegen Menschwürde, Ethik, Humanismus, aber angesichts unsere am Ende doch begrenzten Kapazitäten nicht wirklich können, wäre es dann nicht gerechter bzw. ethisch geboten, unter den ca. 1 Milliarde Menschen, denen es schlecht geht, eine Lotterie zu veranstalten, bei der jeden Tag 100 oder 1000 Gewinner gezogen werden, und dann diese Leute zu retten? Auf der ganzen Welt, nach dem Zufallsprinzip?
Anstatt gerade die zu retten, die gerade nicht die Schwächsten sind, sondern Menschen, die immerhin die Ressourcen und die Kraft hatten, sich (illegal) bis in die EU durchzuschlagen. Diese Menschen denen vorzuziehen, die unsichtbar weit weg tatsächlich entkräftet und hoffnungslos sein, soll moralisch geboten und Ausdruck unserer europäischen Werte sein?

(Ich denke nicht.)

Solingen, weibliche Verantwortlichkeit, Mental Load bzw. „toxische Mütterlichkeit“

Frauen erhalten für gleiche Verbrechen geringere Gefängnisstrafen, weil bei Frauen verstärkt Gründe gesucht werden, warum genau die Frau die Tat begangen haben könnte. Es wird als davon ausgegangen, dass Frauen für ihre Taten nur teilweise oder irgendwie „weniger“ verantwortlich sind. Bei Männern hingegen wird eher vorausgesetzt bzw. angenommen, dass Männer für ihre Taten selbst voll verantwortlich sind.

Feministinnen behaupten zwar, auch diese Ungleichbehandlung sei „Patriarchat“ und geben sicher auch vor, diese Ungleichbehandlung bekämpfen zu wollen, praktisch aber wird natürlich von Feministinnen überhaupt nichts getan, um hier für eine Gleichbehandlung von Frauen und Männern zu sorgen. Weder gibt es Maßnahmen, Strafmaße für Männer zu verringern, noch Bemühungen, Gerichtsverhandlungen ohne Berücksichtigung des Geschlechts der Angeklagten zu führen.

Dass Frauen als weniger verantwortlich gelten, zeigt sich wieder bei dem mehrfachen Kindermord in Solingen. Bezüglich des Motivs der Mutter heißt es: Die Ermittler vermuten, dass die alleinerziehende Mutter von sechs Kindern nach der Trennung von ihrem Mann die Tat in einem Zustand emotionaler Überforderung begangen hat.

Sprich: Die Mutter ist irgendwie nicht schuld daran, dass sie fünf Kinder auf komplizierte Weise getötet hat. Sie war ja überfordert! Ehe lief nicht so gut etc., da kann man ja schon mal auf die Idee kommen, die Kinder zu ermorden (Sarkasmus).

Tatsächlich scheint es so, als wäre die Mutter unfähig gewesen, sich Hilfe zu holen, unfähig gewesen, Verantwortung und Kontrolle abzugeben. Ich würde hier von einer Art „toxischer Mütterlichkeit“ sprechen, also der am Ende tödlichen Unfähigkeit, zu akzeptieren, dass sie ihre Rolle als Mutter nicht in der Art und Weise ausfüllen könnte, die ihren eigenen Ansprüchen gerecht geworden wäre.

Feminstinnen sprechen ja gerne von „mental load“ in Bezug auf die mentale Belastung, die es bedeutet, die häuslichen Dinge am Laufen zu halten, wenn es darum geht, Männer dafür verantwortlich zu machen, wenn Frauen sich selbst überfordern.

Aber „mental load“ stellt niemanden von der Verantwortung frei, die eigenen Grenzen zu erkennen und nötigenfalls Aufgaben, Verantwortung und Kontrolle abzugeben oder die Verteilung neu zu verhandlen — jedenfalls, bevor man anfängt, Menschen umzubringen.

Helikoptermütter sind selbst dafür verantwortlich, dass sie sich eine extreme „Mental Load“ aufbürden. Mütter, die ihre Kinder im SUV direkt vor die Schule fahren, sind selbst verantwortlich, dass sie ihren Kindern den Schulweg nicht zutrauen und gleichzeitg durch den erhöhten Verkehr die Kinder aller anderen Eltern gefährden.
Und Mütter, die sechs Kinder in die Welt setzen und dann mit der „mental load“ nicht klarkommen, sind nicht nur selbst verantwortlich dafür, sechs Kinder in die Welt gesetzt zu haben, sie sind auch für die resultierende „mental load“ verantwortlich und für die Art und Weise, wie sie damit umgegangen sind. Es gibt keine Entschuldigung dafür, ganz langsam, Kind für Kind, in die Überforderung gerutscht zu sein, seine Ehe ruiniert und dann die Kontrolle verloren zu haben.

Gleichberechtigung muss auch bedeuten, dass die gleichen Maßstäbe angelegt werden, wenn Frauen oder Männer Verbrechen begehen. Wir müssen aufhören, nach irgendwelchen Entschuldigungen oder hypothetischen besonderen Umständen und externen Ursachen zu suchen, wenn Frauen Verbrechen begehen. Frauen müssen genau wie Männer mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden, sonst wird es keine wirkliche Gleichberechtigung geben. Denn solange man Frauen nicht zumutet, genau so in der Verantwortung zu stehen wie Männer, wir man Ihnen auch nicht zutrauen, im gleichen Maß Verantwortung zu übernehmen wie Männer.

Warum gibt es weniger Frauen als Männer in der Politik?

Es scheint so zu sein, dass nicht nur weniger Frauen mit Politik anfangen, sondern Frauen auch eher mit der Politik wieder aufhören, während Männer — je nach Interpretation — entweder „durchziehen“ oder „an ihren Sesseln kleben“:

Kristina Schröder zieht sich aus der Bundespolitik zurück

Sahra Wagenknecht ist die Aussteigerin des Jahres

Hamburger FDP-Chefin Suding zieht sich aus der Politik zurück

Wenn dem so ist, wird es unmöglich sein, in der Politik Parität zu erreichen, auch wenn man Frauen irgendwie dazu bringen könnte, paritätisch politische Arbeit zu leisten — vielleicht mit einer Art Zwangsverpflichtung zu politischem Engagement, so wie Schöffen- oder Wehrdienst? — denn wenn Frauen sich schneller wieder aus der Politik verabschieden, auch bzw. vor allem wenn sie erfolgreich sind, dann werden Männer immer „überrepräsentiert“ sein1.

Da es so scheint, dass eine dauerhafte Teilnahme am Politikbetrieb gewisse „toxisch-männliche“ Nehmerqualitäten voraussetzt, während Frauen Politik eher als zeitlich begrenztes Projekt zu sehen scheinen, das nicht der einzige Lebensinhalt sein sollte, wird sich das auch mittel- und langfristig nicht ändern lassen, es sei denn, dem Feminismus gelingt es doch noch, die Geschlechtsunterschiede zu nivellieren, was ich aber für extrem unwahrscheinlich halte.

Entsprechend bliebe als letzte Möglichkeit eine Begrenzung der Amts- oder Wahlperioden für Männer, aber verfassungsrechtlich problematisch werden könnte.

Wie dem auch sei, die Paritäts-Forderungen radikaler Feministinnen werden uns sicher auch in Zukunft weiter gut unterhalten, wenn sie weiter — ironischerweise — an der Unwilligkeit von Frauen scheitern, sich dauerhaft in der Tretmühle Politik zu engagieren.

Da werden die Paritäts-Feministinnen vielleicht mal die Komfort-Zone ihrer öffentlich finanzierten politiknahen „NGO“s verlassen und sich selbst politisch engagieren müssen?

  1. Wobei ich mir die Idee, es müsse eine Gleichverteilung nach biologischem Geschlecht in der Politik geben, nicht zu eigen mache []

Bundeswehr-Mindestquote für Frauen! Für weibliche Perspektive und Waffen-Parität! Frauen-Wehrpflicht jetzt!

Bei der Bundeswehr gibt es zu viele Rechte.
Das ist insofern nicht sehr verwunderlich, da heute alle Dinge, die die Bundeswehr ausmachen (Patriotismus, Waffen, die Möglichkeit, für das Vaterland zu sterben, Kampf etc.) rechts konnotiert sind. Einen linken Soldaten kann es somit gar nicht mehr geben.

Und weil Linke meist sowieso lieber darüber schreiben, wie rechts die Bundeswehr doch sei, als selbst durch persönlichen Einsatz die Bundeswehr linker zu machen, wird sich daran sicher auch nichts ändern.

Es sei denn, wir führen eine Wehrpflicht für Frauen ein!

Sollte es nicht eine Parität bei der Bewaffnung der Bevölkerung geben? Kann nicht das Patriarchat jederzeit zurückkehren, solange Männer den Großteil aller Waffen besitzen und kontrollieren? Iran 1979 kann sich jederzeit wiederholen, ohne genug Frauen in der Bundeswehr.

Un wenn, wie man so oft liest, überall immer alles besser wird mit mehr Frauen, warum sollte das dann nicht auch bei der Bundeswehr funktionieren!

Die weibliche Perspektive, die zusätzliche Diversität, die weibliche Intuition, diese vielen großartigen Dinge sollten doch auch im Kampfeinsatz eine wunderbar effizienzsteigernde Wirkung entfalten und die Bundeswehr besser machen können.
Man muss kein Mann sein, um ein Sturmgewehr zu bedienen, einen Panzer oder eine Drohne zu steuern. Im gemischten Team geht das Töten viel leichter von der Hand, und sicher werden auch viel bessere Entscheidungen getroffen, wer oder was zu vernichten ist.

Wir erinnern uns doch alle an die positiven Artikel über die kurdisch-jesidischen Kämpferinnen, oder, viel früher, die Kämpferinnen der UCK im Kosovo. Die Bewunderung unserer Journalisten für diese Patriotinnen. Eine Mindestquote von 50% Frauen in der Bundeswehr könnte also Patriotismus vielleicht wieder zu etwas Gutem machen, und die Bundeswehr wieder positiv framen. Der erste Islamist, der von einer Frau erschossen wird, die erste Sprengfalle, die eine Pionierin entschärft, der erste Bunker, den eine Kampfpilotin zerstört, ständig gäbe es positiv-feministische Nachrichten, die auch Mädchen zeigen, dass auch sie nicht von der pragmatischen-robusten Verteidigung unserer Freiheit ausgeschlossen sind.

Es ist also höchste Zeit, dass auch deutsche Feministinnen unter Waffen kommen.

Denn Frauen sind ja angeblich auch viel weniger rechts. Mit Frauen ließe sich also auch dieses Problem ratzfatz lösen.

Also — Parität bei den Waffen, weniger Rechte, mehr weibliche Perspektive beim Kämpfen — die Vorteile von mehr Frauen in der Armee liegen auf der Hand.
Darum muss die Wehrpflicht für Frauen und die Mindestquote von 50% Frauen in der Bundeswehr jetzt kommen! Da ja sogar die CDU jetzt eine Frauenquote hat, sollte dem doch nichts mehr im Weg stehen…

Ich bin ein BIPoC!

Es ist einigermaßen tragisch, dass der europäische Antirassismus anscheinend am ideengeschichtlichen Tropf des US-amerikanischen Antirassismus hängt.
Wie ist es sonst zu erklären, dass man Begriffe wie „People of Color“ in ein Land importiert, wo „Farbige“ als abwertend gilt? Es ist doch absurd, den gleichen Begriff in einer anderen Sprache für weniger abwertend zu erklären, nur weil er in dieser Sprache eben angeblich nicht abwertend gemeint ist. Das gleiche gilt für „Race“. Böse in Deutsch, okay in Englisch… das ergibt keinen Sinn.

Noch unerklärlicher ist mir allerdings die Übernahme der Abkürzung „BIPoC“ für „Black, Indigenous, People of Color“, was eine Bezeichnung für Schwarze, indigene Völker, und … ehm… Nicht-Weiße sein soll, also für alle (vermeintlich) rassistisch diskriminierten Gruppen. Die Übernahme in den deutschen Sprachgebrauch finde ich daher so verunglückt, weil Weiße in Europa indigen sind. Ich bin also hier ein BIPoC. Und schon ist der Begriff zumindest in Europa total sinnentleert, weil er überhaupt nicht mehr abgrenzt.

Wenn man darüber nachdenkt, ist es somit ein wahrhaft antirassistischer Begriff, weil er wirklich alle Menschen mit einschließt. Quasi ein Kampfbegriff der Egalitären.

Tragischer- und paradoxerweise ist genau das wahrscheinlich das letzte, was die angeblichen Antirassisten — die den Begriff nutzen, um Menschen in Kategorien aufzuteilen, die rein zufällig den Kategorien entsprechen, die angeblich nur Rassisten benutzen — beabsichtigt hatten.

Und das ist das Kernproblem von Antirassisten: Im Bestreben, Diskriminierungen identifizieren zu können, müssen sie genau die Kategorien reproduzieren, die sie abzulehen vorgeben. Damit ist diese Ansatz, die Kategorien zu überwinden, von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Mehr Frauen in Führungspositionen! Mehr Mobbing!

Eine Gleichverteilung von Frauen und Männern in Führungspositionen ist ein Traum radikaler Feministinnen.

Leider wird das vielleicht für immer ein Traum bleiben: Denn Frauen werden am Arbeitsplatz am häufigsten von anderen Frauen gemobbt. Während Männer gleichberechtigt mobben, mobben Frauen fast immer (nur) andere Frauen. Je mehr Frauen also in einer Firma sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Frauen gegenseitig wegmobben. Auch weibliche Kunden mobben „am liebsten“ weibliche Mitarbeiter.

Quoten führen übrigens häufig dazu, dass Frauen sich in Führungspositionen unsicher fühlen, ob sie ihren Job wirklich verdient haben, was dann dazu führt, dass sie vermehrt mobben, vor allem Frauen, die sie ja ggf. von der Spitze verdrängen könnten.
Viele Frauen führen also zu einem schlechteren Arbeitsumfeld für Frauen, und zu mehr Mobbing zu Lasten von Frauen. Entsprechend sind Firmen mit mehr Männern bessere Arbeitsplätze für Frauen. Und die feministische Forderung nach einer 50:50-Verteilung von Frauen und Männern könnte vor allem zu mehr psychischen Problemen bei Frauen führen.

So gesehen ist es wahrscheinlich, dass auch Frauen früher oder später klar werden wird, dass die 50%-Forderung radikalfeministischer Dogmatismus ist, und nicht zu ihrem Wohl – es sei denn, Frauen schaffen es irgendwann, ihre Frauenfeindlichkeit und ihre toxische Weiblichkeit in den Griff zu bekommen und weniger zu mobben :-D

Es gibt keine unbezahlte Care-Arbeit!

Alle paar Wochen beglückt mich der Journalismus mit (noch) einem Artikel darüber, dass Frauen soviel „unbezahlte Care-Arbeit“ verrichten würden.
Darum seien sie durch Altersarmut gefährdet.

Zumindest für verheiratete Frauen dürfte das aber kaum zutreffen, gibt es doch a) das Konstrukt der Zugewinngemeinschaft, so dass bei einer Trennung die Hälfte der erzielten „Zugewinne“ während der Ehe an die Frau geht, und b) die Witwenrente, also das Konstrukt, dass ein Teil der Rente des gestorbenen Partners weiter gezahlt wird, an die Frau (oder den Mann, auch wenn es Witwenrente heißt).

Nun könnte man diskutieren, ob dieser Teil, der weiter gezahlt wird, zu klein ist oder „passt“, und ob die Anrechnung von Erziehungszeiten für die gesetzliche Rente großzügig genug ist, um den sogenannten „Gender Parenting Gap“ zu schließen, also den Unterschied im beruflichen Fortkommen, der entsteht, wenn ein Partner mehr, der andere weniger „Erziehungsarbeit“ leistet.

Doch egal wie man es dreht oder wendet — „unbezahlte Care-Arbeit“ gibt es in einer Ehe nicht. Man profitiert immer am Verdienst des Partners, egal ob man eine Frau oder ein Mann ist. Und wenn man in die Grundsicherung fällt, dann bezahlt einen ja immer noch der Staat für die Care-Arbeit.