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„Farm der Tiere“ bei der taz oder: Wollen die älteren taz-RedakteurInnen ihr Lebenswerk den Intersektionalen überlassen?

Nachdem Hengameh Yaghoobifarah in der taz einen umstrittenen Artikel geschrieben hat, der nicht nur laut Analyse von Thomas Fischer Polizisten als Müll bezeichnet, den die taz gleichwohl als irgendwie „satirisch gemeint“ verteidigt, frage ich mich, wie das mit der taz weitergehen soll.
Anscheinend gibt es massive Risse in der Redaktion, die zwischen älteren, eher egalitär-liberalen Linken, und jüngeren, intersektional-dogmatischen Linken verlaufen.

Nun frage ich mich, ob die älteren Redakteure, die sozusagen ihr Leben lang für Gleichberechtigung, Antisexismus, Antirassismus etc geworben haben, tatsächlich wollen, dass ihre Zeitung von einer intersektionalen, und damit implizit anti-egalitären, anti-liberalen, und unter dem Vorwand von Antisexismus und Antirassismus sexistischen und rassistischen „jungen Garde“ übernommen wird? Möchte man als taz-Redakteur quasi sehenden Auges darauf warten, dass man von der jung-linken Kulturrevolution als alter weißer Kartoffel-Redakteur publizistisch an die Wand gestellt wird, wenn sich die Machtverhältnisse irgendwann vollends zugunsten der „jungen Wilden“ gedreht haben?

Wir wissen ja jetzt alle schon, wie das ablaufen wird: Die „Alten“ werden als aus der Zeit gefallene Krypto-Nazis, die jahrelang aus ihrer publizistischen Machtposition heraus Frauen und migrantische Minderheiten kleingehalten hätten, abgekanzelt und dann vom Hof gejagt werden.
Es wird so dargestellt werden, als hätten diese verdienten RedakteurInnen in Wirklichkeit jahrelang das Parteiblatt der NPD herausgebracht, und nicht Deutschland erfolgreichste klar linke Wochenzeitung.
Das entsprechende Narrativ wird sich schon stricken lassen. Wurden bei der taz nicht Praktikantinnen per Keylogger von alten weißen Lustgreisen ausgespäht? War die taz nicht in Wirklichkeit immer nur eine Bastion Weiß-deutscher akademischer Alt-Linker, die die Welt immer nur aus ihrer kleinkarierten Kartoffel-Sicht interpretiert haben? Die sich (nur) solange in Solidarität mit Minderheiten geübt haben, wie diese Minderheiten nicht wirklich zu einer Konkurrenz geworden waren? Die sich jetzt dem Fortschritt in eine neue Epoche anti-liberalen anti-egalitären linken Journalismus‘ verweigern?

Die liberal-egalitäre Linke in der taz hat der intersektionalen Linken in ihrem Blatt Raum geboten, aber ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass die Intersektionalen der liberal-egalitären Linken Raum bieten werden, wenn sie erst an der Macht sind.

Ich erwarte eher, dass sich die Geschichte wie bei Animal Farm entwickeln wird: Die Republik wird durch eine Diktatur ersetzt, die alte Garde wird aus dem Weg geräumt, und die neuen Machthaber rechtfertigen ihren Machtanspruch damit, dass sie irgendwie gleicher sind als gleich — das passt doch super zur Privilegientheorie der Intersektionalen.

Entsprechend sollten die älteren taz-Redakteure schleunigst entweder die Intersektionalisten kaltstellen, also entmachten und entlassen, oder aber ihr Zeug packen und eine „klassische taz“ forken, bevor sie es sind, die metaphorisch zum Abdecker transportiert werden.

Twitter rechnet mit #CoronaElternRechnenAb ab

Auf Twitter und „Edition F“ haben drei „feministische Aktivistinnen“ eine Aktion gestartet, um symbolisch auf die Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, dass sie während des Corona-Lockdowns Einkommensverluste haben, weil sie sich um ihre Kinder kümmern müssen.

Mittel dieser Aktion sind Rechnungen, die sie dem Staat für Aufwände für sogenannte „Care-Arbeit“ stellen. „Care-Arbeit“ ist dabei ein Begriff für Tätigkeiten wie den eigenen Haushalt führen, den eigenen Garten pflegen, die eigenen Haustiere, Kinder und Familienangehörigen versorgen, hier habe ich schon darüber geschrieben.

CoronaElternRechnenAb

Die Aktion ging allerdings ziemlich nach hinten los, sie wurde von den meisten Kommentatoren in der Luft zerrissen.

Und das hat meiner Meinung nach folgende Gründe, die ich hier — auch für die Initiatorinnen — mal aufschreiben will, damit sie vielleicht verstehen, warum ihre Aktion nicht auf Gegenliebe gestoßen ist:

  1. Der Staat setzt seine Betreuungsleistungen nicht ohne Grund aus. Sondern wegen höherer Gewalt, hier einer Art Naturkatastrophe, was üblicherweise Vertragspartner von einer Haftung freistellt. Entsprechend absurd ist die Idee, hier Schadenersatz verlangen zu können.
  2. Es ist egoistisch und unverschämt, eine Entschädigung zu verlangen, obwohl der Staat gar nicht anders handeln kann, als seine Leistung einzustellen, ohne seine Beamten und Angestellen in höchste Gefahr zu bringen. Nicht zuletzt weil ErzieherInnen und LehrerInnen sehr häufig Frauen sind, ist es massiv unverständlich, wie man als Feministin Schadenersatz dafür fordern kann, dass der Staat Frauen nicht in lebensgefährliche Arbeitseinsätze zwingt. Würde der Staats das tun, wären die gleichen Feministinnen die ersten, die dagegen protestierten. Und in dem Fall dann völlig zu Recht.
  3. Die Höhe der Rechnungen erscheint grotesk übertrieben. Nicht nur, dass allein die Idee absurd erscheint, als Elternteil überhaupt Geld für die Betreuung der eigenen Kinder verlangen zu können — denn die Erziehung und Pflege von Kindern ist, wie auf Twitter ausgeführt wurde, sogar deren verfassungsmäßig Pflicht und Schuldigkeit1 — auch erschließt sich nicht, warum ungelernte Hilfskräfte einen Lohn verlangen können sollten, der weit über dem Marktpreis liegt. Üblicherweise kostet eine Woche Ganztagskindergarten pro Kind zwischen 50€ und maximal 300€, hier als Unqualifizierte einen Preis von 675€ aufzurufen erscheint präpotent und dumm.
  4. Schließlich und endlich offenbart sich hier das völlig überzogene Anspruchsdenken radikaler Feministinnen. Das Konzept „Alleinerziehung“ ist in sich prekär, denn eine Person kann weder beide Elternteile ersetzen, noch die ganze Erziehungs- und Erwerbsarbeit leisten, die zwei Elternteile leisten können. Der Staat hat eine Menge getan, mit der Mütterrente, dem Elterngeld, dem Anspruch auf Teilzeit, der Zugewinngemeinschaft, der Witwenrente, um Eltern und vor allem auch Mütter sozial abzusichern und sie für den Ausfall der Erwerbsarbeit durch das Kinderkriegen zu entschädigen. Aber vollkommen egalisieren lassen sich die Nachteile der Alleinerziehung eben nicht. Man kann nicht allein gleichzeitig Job und Familie auf dem gleichen Level führen wie zwei Eltern, die ggf. beide Vollzeit arbeiten können, aber dennoch, durch versetzte Arbeitszeiten, mehr für die Kinder da sein können als eine Alleinerziehende es kann.
    Dass in der Corona-Krise die Nachteile der Alleinerziehung nicht wie üblich durch den Staat großzügig ausgeglichen werden, und dadurch das Alleinerziehenden-Lebensmodell als die prekäre Lebensform entlarvt wird, die sie im Kern ist, macht die Alleinerziehenden-Vertreterinnen unter den Feministinnen wütend. Dadurch ist zu erklären, warum den Protagonistinnen gar nicht aufgefallen zu sein scheint, wie egozentrisch und verwöhnt es rüberkommt, wenn man Rechnungen dafür schreibt, dass man seinen eigenen Kram selbst erledigen muss.
  5. Last but not least ist es witzig, wie wirtschafts-libertär der Genderfeminismus durch diese Rechnungen rüberkommt. In der Krise fällt ihm nichts besseres ein als die totale Ökonomisierung innerfamiliärer Beziehungen. Das Kind ist kein Kind, sondern ein Cost-Center. Fürsorge ist keine Fürsorge, sondern Care-Arbeit. Einmal ins Bett bringen, bei 2,3-fachem Satz wegen besonderer Schwierigkeit nach Gebührenordnung Alleinerziehende, macht 19,43€. Solidarität gibt es nicht mehr! Nur noch Ich!-Ich!-Ich!-AGs von Opferfeministinnen, die für jede Interaktion Verrechnungspreise aufrufen. Gewinne werden privatisiert, Aufwände per Rechnung an den Staat sozialisiert; sogar der Westerwelle-FDP wäre das ein Stück zu krass gewesen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der symbolische Protest gegen die Belastung mit „Care-Arbeit“ deswegen fehlgeschlagen ist, weil die Aktivistinnen überhaupt nicht mehr mit der Lebenswelt der meisten Menschen verbunden sind.

Statt als symbolischer Protest gegen die Mehrbelastung mit Care-Arbeit kommen die Rechnungen als übertriebene, größenwahnsinnige Forderungen von in egozentrischem Anspruchdenken verhafteten, verwöhnten Prinzessinnen („spoiled brats“) rüber, die sich plötzlich in der Situation sehen, die Konsequenzen aus eigenen Entscheidungen und höherer Gewalt selbst tragen zu müssen. Die in ihrem Narzissmus keine bessere Idee haben, als „der Gesellschaft“ Rechnungen zu schreiben, weil auch sie von den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise betroffen sind, weil auch sie in Zeiten einer Pandemie tatsächlich mal gezwungen werden, ihre Komfortzone zu verlassen.

  1. Art. 6 Abs. 2 GG []

Männerfeminismus

Wie ich mittlerweile gelernt zu haben glaube, ist das richtige „Framing“ in der Kommunikation tatsächlich von entscheidender Bedeutung.
Umso wichtiger scheint es mir zu sein, dem radikalen Feminismus das Framen der Männerrechtsbewegung als rechts und frauenfeindlich möglichst zu erschweren.

Erfinden wir also den „Männerfeminismus“, um den scheinbaren Gegensatz von Männern und Feminismus sozusagen semantisch zu eliminieren und gleichzeitig das Eintreten für Männer feministisch zu machen. Denn wir bekennen uns ja zum Feminismus und zur Gleichberechtigung, meinen damit aber auch tatsächlich gleichen Einsatz auch für die Rechte und gegen die Sorgen und Nöte von Männern.

Männerfeminismus wird bei Google am 2020-06-11 nur 48 mal gefunden

Die Möglichkeit eines Männerfeminismus ist dadurch gegeben, dass Feminismus bedeutet, sich für Gleichberechtigung einzusetzen. Entsprechend muss auch die Möglichkeit gegeben sein, sich für Rechte und Anliegen von Männern einzusetzen, denn natürlich können auch Männer benachteiligt sein.

Folglich ist „Männerfeminismus“ kein Oxymoron, sondern eine logische Fortentwicklung des Feminismus, der Männer empowert, sich für Männerangelegenheiten einzusetzen, und endlich Männer verbal einschließt und nicht nur mitmeint.

Entsprechend plädiere ich an alle an Gleichberechtigung interessierten Männerrechtler, den Begriff „Männerfeminismus“ zu übernehmen, um durch dieses Framing unfaire Angriffe von radikalfeministischer Seite wie „Smearing„, Unterstellungen von Antifeminismus etc. ins Leere laufen zu lassen oder zumindest zu erschweren. Wenn es gelingt, den Begriff Männerfeminismus als Bezeichnung für einen Feminismus mit männlichem Blick zu etablieren, könnte das für die Männerrechtsbewegung ein großer Vorteil sein.

Wenn der Arbeitsschutz gebraucht wird, hebelt ihn die Regierung einfach aus!

Man stelle sich vor, es gäbe eine belastende Situation im Gesundheitssystem. Die wenigen unterbezahlten Arbeitskräfte arbeiten am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Gut, dass wir da in Deutschland Arbeitsschutzgesetze haben, die die Arbeitszeitlängen und Ruhezeiten festschreiben!

Obwohl… Moment!

Just in dieser Situation hat die Regierung Merkel, repräsentiert durch den Arbeitsminister Hubertus Heil, nichts besseres zu tun, als diese Regen einfach mal auszuhebeln!

Sorry, aber das ist absurd. Man kann Regelungen nicht dann aufheben, wenn sie am notwendigsten wären.
Das ist ein Eingeständnis, dass die Personalsituation desaströs ist bzw. die gültigen Gesetze an der Realität gescheitert sind.

Die Union hatte uns „ein Deutschland, in dem wir gut und gerne Leben“ versprochen. Was wir jetzt bekommen ist ein Deutschland, in dem Arbeitnehmern jeder rechtlicher Schutz vor Überlastung genau dann weggenommen wird, wenn sie ihn am meisten brauchen.

Habeck kann Kanzler!

In der Corona-Krise wirkt die Polit-PR des Grünen Twitter Teams seltsam hohl und leer:

Konkret schlägt Robert Habeck z.B. vor: mehr medizinische Geräte, Schutzkleidung, Testkapazitäten, Forschung an Therapien und Impfstoffen. Auch eine App könnte helfen, um Kontaktverbote aufzuheben. Aber die Nutzung dieser App und die Auswertung der Daten muss freiwillig sein.

Wenn Online-Schach ein pay-to-win Spiel wäre

Online-Spiele, in denen man Dinge zukaufen kann, um schneller voranzukommen oder um wahrscheinlicher zu gewinnen, sind eine Plage.
Der Spieler verliert Lebenszeit und Geld, der Hersteller zockt ihn mit immer neuen Erweiterungen und sucht-fördernden Spielelementen ab.

Es ist unfair, die Chancen auf Erfolg davon abhängig zu machen, wieviel Geld jemand investiert hat; ebenso ist es natürlich reichlich dumm, bei solchen Spielen mitzuspielen.

Das ist einfach nachzuvollziehen, wenn man sich vorstellt, es gäbe ein Upgrade-System beim Online-Schach.

Anfänger starten nur mit 4 Bauern und einem König. Zusätzliche Bauern kosten 20 Cent. Züge mit Bauern und König sind kostenlos!
Man kann die Bauern auch upgraden, und zwar zu Springern. Das Bauer-Springer-Upgrade kostet 1€.
Springer kann man auch zu Türmen upgraden, was 2€ kostet, und Türme für nur 5€ zu Läufern, und dann für nur 10€ zu einer Dame.
Wobei „der Fairness halber“ die Zahl der Springer, Läufer und Türme auf jeweils 2 begrenzt ist und man nur eine Dame haben darf.

Weiterhin kostet der Fairness halber ein Zug mit Türmen oder Läufern 10 Cent und ein Zug mit einem Springer 20 Cent. Ein Zug mit der Dame 30 Cent. Pro gezogenem Feld.

Klingt das nicht völlig absurd? Niemand würde unter diesen Bedingungen Online-Schach spielen. Obwohl beim Schach zumindest irgendwann das Spiel vorbei ist, was bei Online-Spielen eher nicht der Fall ist.

Daran sollte man denken, bevor man Zeit oder Geld in irgendwelche Spiele steckt, wo das Upgrade-System endlos ist und das Spiel immer weiter geht. Das einzige, was man in so einem Spiel erreichen kann, ist, auf Augenhöhe mit anderen Leuten zu kommen, die auch so blöd sind, jede Menge echtes Geld für virtuelle Dinge auszugeben. Die irgendwann dann auch mit diesem schalen Gefühl, sich haben abzocken zu lassen dastehen und sich fragen werden, wo eigentlich das ganze Geld und die Zeit hin sind, die man besser hätte nutzen können.

Das Bundesarbeitsministerium ruft (verklausuliert) zum Rechtsbruch auf

In der FAZ liest man:

Das Bundesarbeitsministerium appellierte an alle Arbeitgeber, pragmatische Lösungen mit ihren Beschäftigten zu finden. Auf die Schließung von Schulen und Kindergärten könne mit Homeoffice, kreativen Arbeitszeitmodellen, der Nutzung von Urlaub und Arbeitszeitkonten reagiert werden, sagte ein Sprecher.

Wenn von „kreativen“ Lösungen geredet wird, aber nicht gesagt wird, worum es genau geht, sollten bei jedermann die Alarmglocken schrillen:
„Kreativ“ als Beschreibung für Lösungen weist üblicherweise auf Illegalität hin.

Ja, wenn man die Kinder zuhause betreuen muss, kann man möglicherweise die 11 Stunden Pausenzeit zwischen Ende und erneutem Beginn der Arbeit nicht einhalten, die in §5 des Arbeitszeitgesetzes gefordert werden.

Und das nicht nur in Zeiten einer Pandemie. Wenn das auch dem Bundesarbeitsministerium aufgefallen ist, warum wird dann das beschissene Gesetz nicht geändert? Warum fordert das Ministerium statt dessen verklausuliert zum Rechtsbruch auf? Geht’s noch?

Die künstliche Aufregung über die AfD-Stimmen wird sogar der taz zu viel

In der taz ist for kurzem ein Artikel erschienen, in dem selbst ein Autor der taz der Meinung zu sein scheint, dass die Aufregung über die Wahl eine FDP-Manns durch die AfD vielleicht doch etwas übertreiben sein könnte.

Etwas peinlich für die Linke dürfte auch sein, dass ein Ramelow-Vertrauter noch am 5.2. nicht explizit ausgeschlossen hatte, dass die Linke im Fall einer Minderheitsregierung Gesetze auch mit Stimmen der AfD beschließen könnte. Wenn es richtig gute Gesetze wäre, oder auf kommunaler Ebene; so richtig kommt das bei Benjamin Hoffs Versuch, der Frage auszuweichen, leider nicht heraus: https://twitter.com/Hallaschka_HH/status/1228963517098856448

Merkwürdig also, dass die Wahl eines FDP-Ministerpräsidenten ein Tabubruch historischen Ausmaßes gewesen sein soll. Denn anscheinend wäre Zustimmung durch die AfD „für die gute Sache“ für die Linke sonst kein grundsätzliches Problem. Sonst hätte Hoff sicher genau so deutlich wie Christian Lindner gesagt, dass die Linke eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausschließt?

Gesundheit ist keine Ware, aber Wettbewerb brauchen wir trotzdem

Es ist ein Elend mit dem Gesundheitssystem. Es soll gut funktionieren und für alle da sein, aber gleichzeitig soll es auch möglichst wenig kosten.

Die Privatisierung von Kliniken war eine Idee, durch marktwirtschaftliche Mechanismen die Effizienz zu erhöhen, aber wenn man sich betrachtet, wie das System gerade so läuft, funktioniert es offensichtlich nicht besonders gut.
Überall zu wenig Personal, Geburtsstationen werden geschlossen, weil sie sich nicht lohnen, und wenn eine Corona-Pandemie kommen sollte, dann Gnade uns Gott, denn anscheinend hat unsere Kanzlerin das ganze System kaputtsparen lassen.

Das System der Fallpauschalen ist offensichtlich schlecht. Wenn Ärzte Geld verlieren, wenn Sie einen Patienten länger als die vorgesehenen wenigen Minuten behandeln, und damit der menschliche Arzt der Dumme ist, ist das nicht gut. Andererseits wäre es auch nicht schlau, Ärzte pauschal zu bezahlen, so dass sie auch im Pausenraum Kaffee trinken können, ohne irgendjemanden zu behandeln, und genau so viel Geld verdienen wie ein Arzt, der sich reinhängt. Wer mit geringeren Mitteln die gleichen Erfolg erzielt wie jemand anderes mit großem Material- und Geräteaufwand, muss ebenfalls besser dastehen.

Wie könnte man das Problem also lösen? Meine Idee wäre ein System, wo erfasst wird, welche Kliniken oder Praxen welche Diagnosen mit welchem finanziellen Aufwand und welchem Ergebnis bewältigen.
Die Kliniken oder Praxen, die dauerhaft weit von der Pareto-Front entfernt sind, werden geschlossen (bzw. bei freiberuflichen Ärzten oder privaten Kliniken vom Kassensystem ausgeschlossen) oder personell umstrukturiert (bei öffentlichen Stellen).
Die Kliniken oder Praxen, die nahe an der Pareto-Front liegen (also nicht deutlich schlechter als möglich arbeiten), bekommen Boni für ihre Mitarbeiter.
So gibt es einen Wettbewerb um die beste Behandlung, ohne aber durch eine unterkomplexe Maßnahme wie einen Kostendeckelung mit Fallpauschalen zu provozieren, dass zu Lasten der Patienten versucht wird, aus jedem Fall möglichst viel Deckungsbeitrag herauszuschlagen.

Whatsapp auf neues Handy umziehen

Zuerst einmal: Whatsapp ist böse und sollte von niemandem benutzt werden!

Aber wenn dann doch jemand unbedingt sein Whatsapp umziehen will auf ein neues Handy — so geht es (meiner Erfahrung nach, Stand Januar 2020):

  1. Schritt: Prüfen, welche Software-Version das alte Handy hat (Aufschreiben?)
  2. Schritt: Backup auf dem alten Handy erstellen: WhatsApp -> Weitere Optionen – > Einstellungen -> Chats -> Chat-Backup -> SICHERN; das funktioniert — obwohl das Symbol nach Cloud aussieht — auch ohne Google Cloud, eine lokale Kopie wird ebenfalls erstellt. Mit einem Dateimanager prüfen, ob im internen Speicher (seltener: Sd-Karte) der Ordner whatsapp/databases eine gerade eben erst erstellte Datenbank msgstore.db.crypt12 enthält. Falls ja, enthält diese das gerade eben erstelle Backup.
  3. Schritt: Whatsapp auf dem neuen Handy installieren; das dient nur dazu, dass man den WhatsApp-Datenbank-Ordner auf dem neuen Handy lokalisieren kann. Tipp: Man muss die SIM-Karte nicht in das neue Handy tun, man kann die Aktivierungs-SMS auch auf dem alten Handy empfangen und den Code auf dem neuen Handy eingeben.
  4. Schritt: Sicherstellen, dass neues und altes Handy die gleiche Software-Version benutzen.
  5. Schritt: Whatsapp auf dem neuen Handy deinstallieren (Warum? Damit man dem Whatsapp die Datenbank des alten Handys unterschieben kann).
  6. Schritt: Die aktuelle msgstore.db.crypt12-Datei vom alten Handy auf das neue Handy in den Ordner whatsapp/databases kopieren.
  7. Schritt: Das neue Handy (sicherheitshalber) neu starten (Damit ggf. irgendwelche Caches etc. gelöscht werden).
  8. Schritt: Whatsapp auf dem neuen Handy installieren und starten (die SIM-Karte kann immer noch im alten Handy bleiben); die Option „Wiederherstellen“ sollte nach der Aktivierung angeboten werden! Falls nicht: Weiß auch nicht… Nochmal probieren?
  9. Schritt: Wiederherstellen auswählen, warten, und fertig
  10. Schritt: Ggf. SIM-Karte ins neue Handy stecken