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Was bedeuten die Abkürzungen bei Beamer-Lampen? Worauf muss man beim Lampentausch achten?

Manchmal muss man eine neue Beamerlampe kaufen, und wenn man sparsam ist, dann will man nur ein neues Leuchtmittel kaufen, und kein ganzes Lampenmodul für doppelt so viel Geld. Die Lampenmodule halten nämliche üblicherweise weit länger als die Lampen selbst.

Nehmen wir als Beispiel mal die Lampe Philips UHP 190/160W 0.9 E20.9 von meinem Lieblingsprojektorlampenshop Lamps and Parts.1 Was bedeutet das jetzt?

Nun, wie wir aus Quellen erfahren haben (…), bezeichnet die Wattzahl den Bereich, in dem die Lampe betrieben werden kann. Allerdings kann eine Lampe mit höherer Wattzahl angeblich immer auch mit weniger Wattzahl betrieben werden, weil bei Lichtbogenlampen der Beamer die Leistung kontrolliert, und nicht der Innenwiderstand der Lampe ausschlaggebend ist (Der Innenwiderstand einer Lichtbogenlampe ist variabel). Also wäre eine 220 Watt-Lampe z.B. auch für 170 bis 200 Watt geeignet. Nur eine 150-Watt-Lampe nicht für 180 Watt, etc..
Wichtig ist auch die Angabe 0.9, denn hier handelt es sich um den Abstand der Elektroden für den Lichtbogen in cm. Dieser ist ausschlaggebend für die Helligkeit, und man kann nicht einfach eine 0.8-Lampe durch eine 0.9-Lampe ersetzen (auch wenn manche nicht nur chinesischen Händler so tun).
Die E-Angabe am Ende bezeichnet die Fassung, so wie E27 oder E14 oder GU10 und G5.3 (…), nur dass es bei Beamerlampen noch mehr in kleinen Details unterschiedliche Fassungen gibt. Form, Länge, Durchmesser, Befestigung, Stromanschlüsse sind bei jeder Fassung verschieden und natürlich nicht kompatibel.

Auf jeden Fall sollte man daher beim Lampenkauf sicherstellen, dass die neue Lampe genau so aussieht wie die Alte. Wenn man mehrere Lampenträgermodule hat, sollte man prüfen, dass sie tatsächlich die gleiche Fassung besitzen. Nachgebaute Module werden manchmal mit anderen, günstigeren Lampen bestückt, die eine andere Fassung haben als das Originalmodul, so dass, wenn man eine Ersatzlampe für das Originalmodul bestellt, diese ggf. nicht in die Fassung des Nachbau-Moduls passt.

  1. Keine Produktplatzierung []

Kinderkrankengeld – nur für gesetzlich versicherte Durchschnittsverdiener

In seiner unendlichen Weisheit (Sarkasmus!) hat der Gesetzgeber das Kinderkrankengeld auf maximal 112,88€ gedeckelt. Um keine großen Einbußen zu erleiden darf man also nicht mehr als 10/9 davon, also 125,42€ netto am Tag verdienen, das sind bei 20 Arbeitstagen im Monat ca. 2.500€ Netto im Monat, das enstpricht einem Brutto knapp 4.050€.
Das heißt, wer mehr Brutto als 4.000€ verdient, dem entstehen durch jeden Tag Inanspruchnahme von Kinderkrankengeld Einkommensverluste. Das klingt jetzt erstmal nach Luxusproblem, aber wenn jemand tatsächlich mal einen halben Monat lang Kinderkrankengeld in Anpruch nehmen muss, kann das schon finanzielle Lücken schlagen.

Wer privat krankenversichert ist, hat im übrigen sowieso keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld. Das wirkt schon ein wenig zynisch; oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze und bei Privatversicherten ist anscheinend der Infektionsschutz nicht mehr so wichtig: Sollen „die Reichen“ doch wortwörtlich sterben gehen, während die Pandemie wütet, oder auf Einkommen verzichten? Da kleine Beamte als Privatversicherte meiner Kenntnis nach ebenso betroffen sind, fragt man sich schon, inwiefern diese Regelung mit dem Fürsorgeprinzip des Staates für die Beamten in Einklang zu bringen ist, und ob die Regelung zu den Lohnersatzleistungen tatsächlich durchdacht und fair ist.

Don’t §%#! with the signal messenger’s developers

After some „digital intelligence“ company has added support to parse the Signal messenger’s files from phone backups, the Signal messenger’s developers have analyzed the parsers of that company being used to extract Signal messenger files, and…

See yourself: Exploiting vulnerabilities in Cellebrite UFED and Physical Analyzer from an app’s perspective.

Die Kanzler_InKandidat_In oder: Annalena Baerbock, die Karrieristin

Annalena Baerbocks Lebenslauf ist der typische Lebenslauf einer Polit-Karrieristin: Politikwissenschaft studiert, wichtig klingenden Abschluss ohne außerhalb von (N)GOs nutzbaren Wert gemacht („Master in Public International Law“), Kofferträgerin (Büroleiterin) einer Abgeordneten gewesen, Doktorarbeit begonnen, aber nicht abgeschlossen.

Bei den Grünen hat sie schnell Karriere gemacht, dank der massiven Frauenförderung quasi außer Konkurrenz; oder kann man mit sozialistischen 99% zur Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl gewählt werden, wenn man irgendeine ernsthafte Konkurrenz hat?

Ob Frau Baerbock außerhalb des grünen, feministischen Schutzraums bestehen kann, scheint unbekannt zu sein. Ein öffentliches Amt bekleidet (Bürgermeister, Minister, irgendwas) hat sie nie. Führungserfahrung hat sie nur als Ko-Parteichefin der Grünen.

Hat Robert Habeck ihr vielleicht nur den Vortritt gelassen, weil er selbst nicht daran glaubt, dass die Grünen bei der Wahl 2021 stark genug sein werden, den Kanzler zu stellen? Weil die Grünen in Umfragen meist stärker sind als bei der Wahl?

Dass die Grünen mit Annalena Baerbock als Kanzlerinkandidation große Chancen haben zu gewinnen, scheint mir jedenfalls eher unwahrscheinlich.
Wer glaubt nach 16 Jahren Merkel noch daran, dass Frauen bessere Politik machen? Wer will eine Politkarrieristin im Kanzleramt sehen, noch dazu eine, die nicht Physik, sondern das Laberfach PoWi studiert hat und hin und wieder durch Kenntnislosigkeit („Das Netz ist der Speicher„) negativ auffällt?

Wie sicher kann man sein, dass Annalena Baerbock nicht eher Kanzlerinnen-Trainee würde als Kanzlerin? Wird sie sich gegen Biden, Putin oder Erdogan behaupten können? Will jemand, während die Pandemie noch läuft, eine unerfahrene Grüne an die Macht lassen, deren Partei, wäre sie früher an die Macht gekommen, vielleicht genau die gentechnischen Verfahren be- oder verhindert hätte, die jetzt notwendig sind, um Corona-Impfstoffe herzustellen?

Ich nutze jetzt FairEmail oder: Was genau macht die Android GMail-App mit meinen Mails?

Gestern funktionierte die GMail-App auf mehreren Handies in meinem Haushalt nicht.

Mails von einem Drittanbieter-Server (eines kleineren Anbieters) wurden weder zugestellt noch empfangen. Laut Google-Mail funktionierte die (bisher einwandfrei funktionierende) Server-Konfiguration nicht. Tatsächlich funktionierte die selbe Konfiguration unter Windows aber hervorragend, man konnte mit Thunderbird mit der selben Konfiguration Mails senden und empfangen.

Um den Fehler zu debuggen schickte ich mehrere Mails via GMail-App von GMX zu meinem Drittanbieter, und umgekehrt. Die Mails verschwanden scheinbar im Nirvana.

Aber dann, Stunden später, kamen die Mails doch noch durch. Mit der ungeänderten Konfiguration, einfach ein paar Stunden zu spät. Wie kann das sein?

Ich kann mir das nur so erklären, dass die GMail-App die Mails gar nicht direkt über die Mailserver der jeweiligen Email-Anbieter verschickt (also GMX und Drittanbieter), sondern die Mails erst auf Google-Servern zwischenspeichert, von denen aus Google die Mails dann bei Gelegenheit an die eigentlichen Server weiterreicht, ohne, dass das normalerweise sichtbar wäre. Denn nur so ist erklärbar, warum Thunderbird via GMX zu Drittanbieter und umgekehrt wenige Minuten Laufzeit der Mails hatte, aber GMail für Android Stunden brauchte.

Das würde allerdings bedeuten, dass Google alle meine Mails lesen kann, die ich über beliebige Mail-Anbieter schicke, wenn ich zum Schreiben GMail für Android benutze. Denn dann geht die Mail dem Anschein nach nicht direkt SSL-verschlüsselt von meinem Handy an den Mailserver, sondern erstmal an Google, von wo die Mail dann irgendwann zum richtigen Mailserver weitergeleitet wird.

Wahrscheinlich kann Google also auch alle meine über Drittanbieter empfangenen Mails lesen, denn sie haben ja meine Login-Daten, und wenn sie schon zum Senden ihre Server zwischen den Mailserver und den GMail-Client für Android schalten, warum sollten sie es dann nicht auch beim Empfangen machen? Sicher steht es irgendwo im Kleingedruckten, dass sie das aus irgendeinem klugen Grund dürfen.

Wie ich höre, sei bekannt, dass die GMail-App für Android kein Mail-Client sei, sondern ein Client für GMail. Dass auch Drittanbieter-Adressen über Google-Server ausgelesen würden, müsse man wissen. Ich frage mich allerdings, ob ich das irgendwo im Kleingedruckten gelesen haben müsste, oder ob das vielleicht doch eher unbekannt ist.

Aber mal angenommen, die Android-Gmail-App sei eindeutig, ein Mail-Client, sondern eine App für GMail – warum erscheinend dann eMail-Accounts, die ich im GMail-für-Android-Client einbinde, nicht auch in der WWW-Oberfläche des Google-Accounts?

Für mich sieht es so aus, als ob Google verschleiert, dass die GMail-App für Android kein normaler Mail-Client ist, sondern eine App, die alle Mails über Google-Server leitet, ohne dass das irgendwo sichtbar wäre.

Ich habe mir deshalb jetzt „FairEmail“ von Marcel Bokhorst installiert und außerdem gekauft. Denn das Programm ruft die Mails tatsächlich direkt von den Mailservern ab, und leitet sie nicht noch irgendwie über Google-Server, die dann natürlich auch irgendwo meine Login-Daten gespeichert haben.

Denn dass Google meine Mailserver-Passwörter hat und meine Mails lesen kann oder zumindest könnte brauche ich jetzt wirklich nicht.

 

Rau Arabella Rolladen mit 40mm Walzen reparieren…

… ist schwierig, weil die Firma Rau Arabella 2004 an Hella-Arabella verkauft wurde und dann irgendwie plötzlich die Produktion eingestellt wurde und es für das alte Rau-Arabella System keine Ersatzteile mehr gibt.

Geschweige denn irgendwelche Anleitungen, wie man die Rolladen auseinandernimmt und wieder zusammensetzt. Wenn zum Beispiel das Hochkurbeln (bei Rolläden mit Stangenantrieb) immer schwerer wird, oder sich gar nichts mehr bewegt, oder der Rolladen beim Hochkurbeln herunterfällt, ist meist „einfach nur“ das Getriebe schwergängig geworden / verharzt / kaputt.

Es ist aber zumindest bei Einzel-Rolläden nicht so kompliziert, etwas zu reparieren, wenn man denn den Rolladenkasten geöffnet bekommt.

Auf einer Seite steckt in der 40mm-Welle das Rolladengetriebe. Auf der anderen Seite befindet sich eine Hülse (Walzenkapsel genannt), die in die Welle eingeschoben und in die Gurtscheibe eingesteckt werden kann:

Rolladenachse, Hülle und Gurtscheibe

Rolladenachse (40mm) mit Einschub-Hülse und Gurtscheibe

Die Demontage erfolgt, indem man durch Drücken mit einem Schraubenzieher die Verriegelung der Einschubhülse in der Welle durch die Nocken aufhebt und die Hülse in die Alu-Welle hineinschiebt und damit gleichzeitig aus der Gurtscheibe herauszieht.

Anschließend kann die Rolladenwalze bewegt und somit auf der anderen Seite vom Getriebe abgezogen werden. Dann lässt man sie entweder herunterhängen, oder nimmt sie ganz ab, indem man die Befestigungen aus der Welle z.B. mit einem Schraubenzieher heraushebelt

Danach hat man im Rolladenkasten auf der einen Seite das Getriebe, das man dann austauschen bzw. reparieren kann, und auf der anderen Seite die Gurtscheibe und das Kugellager, das man auch austauschen könnte.

Das Kugellager sitzt (bei mir) auf einem Zapfen des Rolladenkastens und wird dort mit einer Unterlegscheibe und einer Schraube gehalten. Außerdem hält sie die Gurtscheibe an ihrem Platz. Dieser wiederum liegt nicht wirlich auf der Achste auf, sondern sitze, wenn man die Einschubhülse in die Gurtscheibe gesteckt hat, auf dieser Einschubhülse. Diese wiederum liegt dann auch auf dem Kugellager auf, über das man sie geschoben haben muss, um sie in die Gurtscheibe zu stecken.

Es sitzt dann also das Lager auf dem Zapfen des Kastens, darauf die Einschubhülse/Walzenkapsel, und auf dieser wiederum sind Walze und Gurtscheibe aufgesteckt.

Kugellager, Unterlegscheibe, Schraube, Gleitscheibe und Gurtscheibe sowie Einsteck/Einschubhülse (Walzenkapsel)

Die „üblichen“ Rolladenlager mit 28mm Durchmesser (bei mir verbaut) passen eigentlich nicht wirklich in die Walzenkapsel, die einen höheren Innendurchmesser von ca. 33mm hat. Meiner Meinung nach passt ein Lager mit 32 mm Außendurchmesser, 12mm Innendurchmesser und 10 mm Breite (z.B. 32 x 12 x 10 mm 6201 ZZ GMEEC) erheblich besser. Zwischen Gurtscheibe und Rolladenkasten kann man auch noch einen Ring, z.B. einen 30mm Dichtring, legen, um die Reibung der Gurtscheibe am Rolladenkasten zu reduzieren.

Natürlich ist es denkbar, dass es auch andere Varianten der Rau-Arabelle-Rolladenwalzen gibt; also vorher selbst nachsehen und nachmessen…

Die größere Kunst ist die Reparatur von Doppel-Rolläden mit Schneckengetriebe und Doppelwelle in der Mitte. Dazu vielleicht später mehr.

Die Maßstäbe der Union – Rücktritt nur bei kleinen Fischen

Es ist einigermaßen absurd.
Wenn Andi Scheuer ein paar hundert Millionen Euro in den Sand setzt oder Frau von der Leyen zu spät Impfstoff bestellt, wenn die Bundesregierung bei der Corona-Bekämpfung nichts hinbekommt oder Frau Kramp-Karrenbauer Jahre braucht, um ein paar Sturmgewehre zu bestellen, muss natürlich niemand zurücktreten. Anscheinend tragen Minister in Deutschland oder Kommissions-Präsidentinnen in der EU grundsätzlich für gar nichts mehr Verantwortung.

Aber wenn ein einfacher Bundestagsabgeordneter für die Vermittlung von FFP2-Masken-Produktionskapazitäten (oder was-auch-immer) 250.000 Euro kassiert, dann muss er zurücktreten.

Verrückt und bigott, das.

„Staatstragender“ Journalismus oder: Die vielen Fans des Astrazeneca-Impfstoffs

Die Wirksamkeit, aber auch die Konstruktion des Astra-Zeneca-Impfstoffs mit Hilfe von Adenovirus-DNA werden kontrovers diskutiert.

Es wird behauptet, unter normalen Bedingungen wäre der Impfstoff nicht (so schnell) zugelassen worden. Die Studien für die Zulassung seien schlampig durchgeführt worden, eine Integration von Teilen des verwendeten Adeno-Virus in das Genom und ein darauf basierendes Krebsrisiko könnten nicht ausgeschlossen werden.

Dennoch behauptet, die Bundesregierung, der Impfstoff sei „hochwirksam und sicher„.

Irritierend ist, dass sich jetzt zahlreiche Journalisten berufen zu fühlen scheinen, für den Impfstoff zu werben und alle zu beschimpfen, die sich nicht mit diesem Impfstoff impfen lassen wollen.

Eigentlich ist man doch von Journalisten gewohnt, „investigativ“ über geringste Risiken zu spekulieren, kapitalismus-kritisch das Vorgehen von Pharma-Konzernen zu hinterfragen, über Gefahren von Gentechnik zu raunen, et cetera.

Doch jetzt mutieren Journalisten plötzlich zu PR-Agenten der Regierung bzw. der Pharmaindustrie und werben für einen Impfstoff, den sie unter Normalbedingungen kritisch beleuchtet hätten?! Wo ist die kritische Distanz, die Journalisten möglicherweise haben sollten?

Wenn man eigentlich von nichts eine Ahnung hat, aber über alles berichtet, sollte man dann nicht schon allein aus Gründen der Glaubwürdigkeit stets mit kritischer Distanz berichten? Auch und gerade in einer Pandemie über Impfstoffe?

PoCs im Radio

Als ich kürzlich recherchierte, wer die Moderatoren bei WDR5 sind, ist mir aufgefallen, dass tatsächlich aktuell alle Moderatoren bei WDR5 weiß sind.

Zwar ist mir bisher kein Stereotyp über die Hautfarbe von Radiomoderatoren bekannt (was auch irgendwo absurd wäre bei Radio), vielleicht etabliere ich aber jetzt gerade dasjenige, dass zumindest bei WDR5 nur rein biodeutsche Kartoffel-Journalist:innen engagiert werden.

Also mal angenommen, es gäbe zu wenige PoC im Radio und das wäre irgendwie relevant, und deshalb würde WDR5 jetzt jahrelang nur noch PoC etc. einstellen, weil die angemessene Repräsentation von PoC im Radio des ÖRR sichergestellt werden müsste; wie würde man dann, wenn man die Quote „angemessen“ erhöht hätte, überhaupt kommunizieren, dass das so ist? Sollten die Moderatoren dann bei jeder Gelegenheit sagen „Ich als (queerer) Schwarzer/Asiate/Inuit (der auf dem zweiten Bildungsweg)…“? Oder vielleicht „Schauen Sie bitte auch im Internet nach wie divers wir sind.“?

WDR5 Politikum – wie menschenverachtend dürfen „provokante“ Fragen sein?

Auf WDR5 strahlte der Gemeinwohlrundfunk[tm] am 2021-02-09 eine Folge der Reihe „WDR5 Politikum – Gespräch“ aus.

Darin befragt die Journalistin und Politikwissenschaftlerin Andrea Oster den KFZ-Mechaniker(sic!), Physiker, Feministen und Publizisten Dr. Ralf Bönt, warum dieser kürzlich gefordert hatte, Männer „bevorzugt“ zu impfen.

Dabei ist der Sachverhalt eigentlich klar: Männer erkranken häufiger (mehr als doppelt, vielleicht sogar dreifach so oft, je nach Statistik) schwer an Corona; ca. 70 bis 80 Prozent der Corona-Infizierten auf Intensivstationen sind Männer. Männer sterben doppelt bis dreifach so oft an Corona. Entsprechend wäre es, um Menschenleben zu retten und Intensivbetten für andere Erkrankte — auch Frauen — freizuhalten, absolut sinnvoll, das biologische Geschlecht als Risikofaktor bei der Impfreihenfolge zu beachten und Männer in ihrer Altersklasse jeweils etwas früher zu impfen als Frauen. Und nein – Männer sind nicht „selbst schuld“, weil sie sich nicht die Hände waschen, wie die Pharma-Firma Roche feststellt. Tatsächlich ist das männliche Immunsystem schwächer und langsamer, darum wäre es gerecht, diese Tatsache bei der Festlegung der Impfreihenfolge zu berücksichtigen.

Darauf hätte man sich einigen können und meiner Meinung nach auch müssen, aber dann wäre das Gespräch sicher zu langweilig verlaufen, um in das Konzept der Reihe „Politikum“ zu passen.
Entsprechend versuchte Frau Oster alles, um Herrn Bönt irgendwie zu provozieren oder von seiner sinnvollen Position abzubringen. Ich denke aber, sie ist dabei zu weit gegangen.
Dabei fängt das Gespräch vielversprechend an; ich habe es einfach mal komplett transkribiert:


Oster: Seit gestern gilt die neue Impfverordnung.
Menschen mit schweren Erkrankungen rücken vor von Gruppe 3 in Gruppe 2, grundsätzlich bleibt es aber dabei: Die die am meisten gefährdet sind sollen auch zuerst geimpft werden. Das ist das Leitmotiv der deutschen Impfkampage und damit sind wir nicht allein, die meisten Länder haben eine solche Prioritätensetzung beschlossen.
Zwei Ausnahmen fallen mir ein: Indonesien impft zuerst die jungen Menschen, Litauen die Lehrer, um die Schulen wieder schnell an den Start zu bringen.
Und dann gibt’s noch andere Idee wie die von Ralf Bönt, er ist Physiker und Schriftsteller, schreibt unter anderem zum Thema Patriarschat; Herr Bönt, sie sagen, Männer sollen schneller geimpft werden als Frauen, wieso?


Bönt: (lacht) Nicht vor den Alten, ehm, aber sie haben tatsächlich den zweitwichtigsten Risikofaktor, und liegen ja sehr sehr überdurchschnittlich auf den Intensivstationen, und sterben auch zwei bis zweieinhalbmal so oft, wie Frauen deswegen ist es merkwürdig dass man, unter allen Faktoren die man berücksichtigt hat diesen zweitwichtigsten komplett ignoriert.

Aber Oster meint bereits hier von der offensichtlichen Tatsache ablenken zu müssen, dass Männer tatsächlich durch Covid stärker gefährdet sind als Frauen, und versucht es mit Derailing und Victim Blaming, wie man in feminitischen Kreisen sagen würde:

Oster: Männer leben in der Regel ungesünder gehen später zum Arzt in der Folge sterben sie früher, jetzt halt auch an Covid, dafür sollen sie jetzt auch noch bevorzugt geimpft werden?

Was fragt Oster hier? Ich lese: Ob Männer dafür belohnt werden sollen, dass sie zu blöd seien, rechtzeitig zum Arzt zu gehen.
Das ist in gleich vielfacher Weise männerfeindlich und verletzend. Erstens natürlich die Frage an sich, weil es nicht um eine Bevorzugung geht, sondern um eine angemessene Berücksichtigung des geschlechtsspezifischen Risikos. Zweitens die flapsige Formulierung „jetzt halt auch an Covid“, als ob es keinen Unterschied gäbe zwischen mangelnder Selbst-Sorge und einer tödlichen Infektionskrankheit. Und drittens natürlich die vollkommene Verkennung der Tatsache, dass Männer im Gesundheitssystem benachteiligt werden, wie Herr Bönt später noch richtig ausführen wird.

Bönt: Nein, das ist überhaupt gar nicht richtig. Sie leben kürzer, weil sie generell eigentlich weniger achtsam behandelt werden, und zwar von anderen wie von sich selber, wir wissen aus der Klosterstudie von dem Andrologen Marc Luy, dass in Klöstern oder im Kibbuz die Männer genau so lange leben wie die Frauen. Das ist also zum einen nicht nur ihre eigene Schuld, zum anderen ist es hier bei Covid so, und bei allen Grippeerkrankungen, bei allen Coronaviren, dass das Immunsystem der Männer sehr viel schlechter reagiert als das der Frauen, langsamer, und sie deswegen benachteiligt sind.

Auf diese souveräne Antwort kann Frau Oster leider nur mit einem weiteren billigen Versuch reagieren, vom Thema „Geschlecht/Biologie als Risikofaktor“ abzulenken:

Oster: Übergewichtige haben auch ein höheres Risko, soll man die auch bevorzugen?

Übergewicht und Geschlecht sind deswegen nicht vergleichbare Risikofaktoren, weil das geschlechtsspezifische Immunsytem nicht änderbar ist, Übergewicht in den vielen bzw. den meisten Fällen hingegen schon.


Bönt: Könnte man überlegen, es gibt auch noch andere Überlegungen, ALS-Kranke zum Beispiel oder Schwangere, die wurden vergessen. Das ist aber so dass es hier eigentlich nicht um die Männer geht oder die Frauen, sondern es geht darum ein möglichst ein möglichst effektives Impfprogramm durchzuführen weil wir ja sagen dass unser Hauptziel ist dass die Intensivstationen nicht überlaufen, also voll sind und man Leute abweisen muss, und wenn Männer mit einem Faktor fast von 3 häufiger auf der Intensivstation landen wenn sie infiziert sind, als Frauen, ehm, dann ist es nicht besonders klug wenn man die genau so häufig impft wie die Frauen, und nicht häufiger; sie werden da also benachteiligt zum Schaden von allen.

Bönt ist so freundlich, die Provokation aufzugreifen und so zu neutralisieren. Gleichzeitig platziert er geschickt das Argument, dass auch Frauen davon profitieren würden, „männliches Geschlecht“ als Priorisierungsfaktor beim Impfen zu berücksichtigen. Oster versucht es mit einer neuen Ungeheuerlichkeit:


R: Frauen haben vielleicht weniger häufiger schwere Verläufe, aber sie leiden offenbar stärker an den Langzeitfolgen. Das wiegt ja genau so schwer, das könne man ja sagen, da gleicht sich das wieder aus.

Sie sagt allen Ernstes, es sei ja quasi kein großer Unterschied, ob eine Frau Langzeitfolgen hat oder ein Mann tot ist. BITTE WAS? Im übrigen ist es (Stande heute) tatsächlich nicht so, dass Frauen häufiger schwere Langzeitfolgen haben.

Bönt ist auch nicht überzeugt:


Bönt: Na, ich weiß nicht ob ein Tod genau so schwer wiegt wie eine Langzeitfolge, von der wir starke Hinweise zumindest haben dass die Langzeitfolgen auch wieder abklingen. Und deswegen ist es geradewegs ein bißchen dumm, eh, wenn man das nicht berücksichtigt dabei wen man jetzt impft, denn wenn sie oder ich oder unsere Eltern zwei Wochen auf eine Intensivstation mit Covid, und da liegt alles voll mit Männern, die schon hätten geimpft werden können, dann ist das ja nicht in unserem Sinne, oder?

Für einen kurzen Moment scheinen Frau Oster die menschenverachtenden, männerfeindlichen und zynischen Hot-Takes ausgegangen zu sein:


Oster: Ja, aber was schlagen Sie denn vor, wie sollte man denn vorgehen wenn man die „Männer“ tatsächlich stärker berücksichtigen würde.


B: Das ist sehr simpel, wenn sie hundert Leute impfen können, dann haben sie ihre Liste da, und dann laden sie 70 Männer und 30 Frauen ein, genauso wie die Verteilung auf den Intensivstationen ist. Es geht nicht darum Männer zu bevorzugen, sondern Männer gleich zu behandeln nach ihrem Risiko. Wenn es zufällig so wäre dass Menschen mit blauen oder grünen Augen zwei bis dreimal so häufig einen schweren Verlauf haben, oder sterben weil irgendeine genetische Bedingtheit damit zusammenhängt, dann würden sie auch nicht auf die Idee kommen, die Augenfarbe oder diese genetische Bedingtheit die sie an der Augenfarbe ablesen können nicht zu berücksichtigen und zu sagen, wir wollen doch jetzt nicht Leute mit brauen Augen benachteiligen, die sind ja schon bevorteilt dadurch dass sie viel weniger häufig, viel weniger häufig

Oster (redet dazwischen): Aber Herr Bönt, diesen Vergleich finde ich absurd

Bönt: Es ist überhaupt nicht absurd

Oster:… ich würde auf einer anderen Ebene argumentieren und würde sagen, wenn sie schon mit geschlechtsspezifischen Unterschieden beim Immunsystem argumentieren, dann würde ich sagen, Frauen kriegen Kinder und sterben daran, Frauen kriegen Brustkrebs und sterben daran, Geschlechtsspezifische Unterschiede sind einfach Teil unseres Lebens, und die

Wieder fällt Frau Oster nichts besseres ein, als von Thema „Geschlecht als Risikofaktor bei Covid“ abzulenken, indem sie einwirft, dass manche Frauen Kinder bekommen und sehr wenige dabei bzw. deswegen sterben; was nichts mit Covid zu tun hat.
Und dann argumentiert sie, „geschlechtsspezifische Unterschiede sind einfach Teil unseres Lebens“. Eigentlich müsste sie dafür von Genderfeministinnen an den Pranger gestellt werden, aber wenn es darum geht zu argumentieren, warum es okay ist, dass Männer sterben und nichts dagegen getan wird, kann man sowas wohl beim WDR schon mal bringen.


Bönt (unterbricht): Schauen Sie, Schauen sie, schauen sie Krebs, wenn ich, entschuldigen Sie wenn ich Sie unterbreche. Krebs: Wir haben ungefähr vier bis fünf mal so viel Geld für Krebsvorsorge bei Frauen, und die Bekämpfung des Krebses obwohl Männer häufiger Krebs haben als Frauen und häufiger an Krebs sterben.

Bönt reagiert hier wieder sehr souverän und weißt darauf hin, dass trotz der geringeren Lebenserwartung von Männern und trotz deren häufigeren Erkrankunen an Krebs vielfach mehr Geld in Frauengesundheit gesteckt wird als in Männergesundheit. Wussen Sie, dass es erst ab dem Alter von 45 Jahren kostenlose Krebsvorsorgeuntersuchungen für Männer gibt, während bei Frauen bereits ab 20 Jahren Krebsvorsorge gegen Gebährmutterhalskrebs kostenlost ist?

Oster: Aber Medikamente werden zum Beispiel häufiger an Männern…

Bönt: Jetzt kommen Sie mit etwas anderem
Oster: … getestet als an Frauen…

Das stimmt, aber das liegt auch daran, dass Frauen wegen der Möglichkeit, sie könnten schwanger sein, vor „medizinischen Experimenten“ besonders geschützt werden.
Der Grund, warum Medikamente meist zuerst an Männer ausprobiert werden, ist also, dass Männer als weniger schützenswert bis verzichtbar und damit als bessere Versuchskaninchen gelten, nicht Frauenfeindlichkeit.

Bönt: Jetzt kommen Sie mit etwas anderem, die Männer sterben früher als die Frauen auf allen Gebieten.

Oster: Dann habe ich noch eine Frage an Sie, Frauen werden in vielen Bereichen der Gesellschaft benachteiligt, wie wollen Sie das den Frauen erklären, dass sie sich beim Impfen hinter den Männern einreihen sollen

Man beachte die manipulative Präsupposition, Frauen würden in vielen Bereichen der Gesellschaft benachteiligt, die so nicht korrekt ist. Frauen werden tatsächlich mittlerweile in vielen Bereichen der Gesellschaft bevorzugt, nicht nur bei der Krebsvorsorge, sondern auch in vielen anderen Bereichen.
Und dann kommt die Frage, wie man — unter der falschen Prämisse, Frauen seien benachteiligt — den Frauen noch zumuten könne, jetzt auch noch später geimpft zu werdend, die zeigt, dass Frau Oster die Argumentation von Bönt nicht verstanden hat oder aus Gründen der Dramaturgie nicht verstehen will: Es geht nicht um Frauen gegen Männer, es geht um „Risiko unter Berücksichtigung der Risikofaktoren Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen, Beruf“, etc., und darum, dass Männer aktuell in Bezug auf ihr Risiko zu spät geimpft werden.

Ist es nicht schade, dass auch der angebliche „Gemeinwohlrundfunk“ lieber die Spaltung der Gesellschaft weitertreibt, indem er Journalistinnen versuchen lässt, Keile zwischen Frauen und Männer zu treiben, anstatt darauf hinzuarbeiten, dass alle Menschen gerecht behandelt und gemäß ihrem individuellen Risiko geimpft werden?

Kann man, solange solche Sendungen von unserem Rundfunkbeitrag produziert werden, irgendjemandem übel nehmen, wenn er sich nicht an der Finanzierung solcher männerfeindlicher Inhalte beteiligen will?


Bönt: Ich habe Ihnen eben erklärt: Im Moment werden die Männer benachteiligt, weil ihr erwiesenes Risiko, an Covid schwer zu erkranken, oder zu sterben, nicht berücksichtigt wird. Dass Frauen größere Schwierigkeiten haben, Bundeskanzler zu werden, oder in einem DAX-Unternehmen in den Vorstand gewählt zu werden ist auf einem anderen Blatt. Ich bin sehr dafür, dass Frauen da gleichberechtigt werden, ich bin sehr dafür, dass Männer im Gesundheitssystem gleichberechtigt werden.

Oster: Vielen Dank, Ralf Bönt, Physiker, Schriftsteller, beschäftigt sich sehr mit dem Thema Patriarchat, auch Männergesundheit, und er sagt, man muss das Kriterium „Mann“ bei der Impfreihenfolge berücksichtigen.

Ich bin der Meinung, Frau Oster sollte sich für ihre Fehlleistung entschuldigen und sich von ihren in „provokante Fragen“ verkleideten menschenfeindlichen Aussagen distanzieren.
Ich halte es nicht für tragbar,

  1. Männern (obwohl das erwiesernermaßen falsch ist) eine Mitschuld an ihrer stärkeren Betroffenheit durch Covid zu geben
  2. Den Tod eines Mannes als weniger schlimm als oder höchstens genau so schlimm wie eine Langzeitfolge bei einer Frau hinzustellen
  3. Mit männerfeindlichen Stereotypen, Fake-News und manipulativen Präsuppositionen zu arbeiten, um einen Gesprächspartner mit einer sinnvollen Position unnötig plump zu provozieren