Archiv der Kategorie: Wirtschaft

Es gibt keine unbezahlte Care-Arbeit!

Alle paar Wochen beglückt mich der Journalismus mit (noch) einem Artikel darüber, dass Frauen soviel „unbezahlte Care-Arbeit“ verrichten würden.
Darum seien sie durch Altersarmut gefährdet.

Zumindest für verheiratete Frauen dürfte das aber kaum zutreffen, gibt es doch a) das Konstrukt der Zugewinngemeinschaft, so dass bei einer Trennung die Hälfte der erzielten „Zugewinne“ während der Ehe an die Frau geht, und b) die Witwenrente, also das Konstrukt, dass ein Teil der Rente des gestorbenen Partners weiter gezahlt wird, an die Frau (oder den Mann, auch wenn es Witwenrente heißt).

Nun könnte man diskutieren, ob dieser Teil, der weiter gezahlt wird, zu klein ist oder „passt“, und ob die Anrechnung von Erziehungszeiten für die gesetzliche Rente großzügig genug ist, um den sogenannten „Gender Parenting Gap“ zu schließen, also den Unterschied im beruflichen Fortkommen, der entsteht, wenn ein Partner mehr, der andere weniger „Erziehungsarbeit“ leistet.

Doch egal wie man es dreht oder wendet — „unbezahlte Care-Arbeit“ gibt es in einer Ehe nicht. Man profitiert immer am Verdienst des Partners, egal ob man eine Frau oder ein Mann ist. Und wenn man in die Grundsicherung fällt, dann bezahlt einen ja immer noch der Staat für die Care-Arbeit.

Linke entdecken „Fehler“ des Kapitalismus: Der Markt kann nicht in die Zukunft sehen.

Im Rahmen der Corona-Pandemie frohlocken viele Linke, und erhoffen sich von der Krise, daraus könne sich eine Art gesellschaftliche Revolution entwickeln, die zum Umsturz des Kapitalismus[tm] führen könne.

Eines der Lieblingsargumente dabei aktuell: „Der Markt“ könne ja nichte inmal genug Schutzmasken zur Verfügung stellen. Er funktioniere also überhaupt nicht, der doofe Markt!

Anders gesagt: „Dem Markt“1 wird vorgeworfen, dass er nicht vorausgesehen hat, dass der Bedarf an Schutzmasken von einem geringen Bedarf für einige wenige Berufsgruppen (1% der Bevölkerung?) zu einem Bedarf von fast 100% der Bevölkerung explodieren wird.

Allerdings: Niemand kann in die Zukunft schauen. „Der Markt“ ist ein Prozess, der im Hier und Jetzt abläuft, und nichts anderes bezeichnet als die Summe aller Entscheidungen der Marktteilnehmer.
Entsprechend kann „er“ genau so wenig in die Zukunft schauen wie die Marktteilnehmer selbst. Und folglich ist die Idee, „der Markt“ müsse das doch aber können, und der Gedanke, man könnte daraus, dass er es nicht kann, einen Vorwurf gegen die Marktwirtschaft konstruieren, vollkommen absurd.

In welchem kindlichen magischen Denken über die Funktionsweise von Wirtschaft muss man verhaftet sein, wenn man ernsthaft auf die Idee kommt, man könne der Marktwirtschaft vorwerfen, dass sie die Zukunft nicht voraussagen kann?

Die Antwort ist relativ einfach: Dieses kindliche, magische Denken, die Zukunft lasse sich voraussagen, nennt sich Sozialismus. Denn Sozialisten müssen glauben, dass sie die Zukunft voraussagen können, denn das ist notwendige Voraussetzung für das Funktionieren der Planwirtschaft, von der sie glauben, sie sei besser als die Marktwirtschaft.
Entsprechend sollten wir alle sehr vorsichtig sein und aufpassen, dass diese Leute niemals an die Macht kommen.

Denn:

Als die Sowjetunion das Atomkraftwerk von Tschernobyl in die Luft gejagt hat, hatte sie keinerlei Schutzkleidung eingelagert. Tausende sogenannte „Exekutoren“ starben. Dabei hätte „der Sozialismus“ doch die Katastrophe kommen sehen können — schließlich war sie hausgemacht.
Als Mao und Stalin Boden- und Wirtschaftsreformen befahlen, verhungerten Millionen Menschen. Auch hier waren keine Vorräte eingelagert, obwohl auch hier der Mangel selbst verursacht war.
Und als in der DDR die Nachfrage nach Autos die Produktion überstieg, konnte der Sozialismus die Produktion bis zu seinem Ende nicht so weit hochfahren, dass er die Nachfrage hätte befriedigen können. „Der Markt“ hingegen konnte das in kürzester Zeit.

Wahrscheinlich funktioniert auch heute der Markt sehr gut. Es wird nicht so kommen wie in der DDR, dass die Produktion die Nachfrage niemals wieder erreichen kann. Schon bald werden Atemmasken wieder günstig zu kaufen sein. Der Markt wird das geregelt haben.

Und die Salonkommunisten werden wieder grummelnd auf eine neue Chance warten müssen, die Welt mit einer neuen Mangelwirtschaft zu beglücken.

  1. diese Personifikation finde ich immer wieder albern []

Elektromobilität: Alternative zu Verbrennern? ÖPNV – Alternative zum Individualverkehr?

Mobilität ist ein Luxus, den die Menschen über viele Jahrhunderte nicht hatten.
Heute können die meisten Menschen reisen, wohin sie wollen – vor allem natürlich die oberen Schichten. Doch auch die Mittel- und Teile der Unterschicht konnten dank PKW zumindest in ihrem Lebensumfeld mobil sein.

Kleinwagen waren und sind, meiner Meinung nach, eine Freiheits-Errungenschaft des Industriezeitalters.

Doch heute wollen linke und grüne Politiker das Rad der Zeit zurückdrehen. Der Individualverkehr soll zurückgebaut werden, Menschen sollen mit dem öffentlichen Personennahverkehr fahren.
Das klingt ökologisch etc., nur ist das Problem, dass zentral geplante Fahrpläne nie so effizient sein können wie der Individualverkehr, wo einfach jeder jederzeit dorthin fahren kann, wohin er will.

Das heißt, die Kraftstoffeinparung kommt zum Preis von Zeitverschwendung, weil Menschen sich am Takt der Verkehrsbetriebe ausrichten müssen. Bei Schulkindern klappt das zwar einigermaßen, aber auch nur, weil man weiß, dass zu bestimmten Zeitpunkten bestimmte Mengen Kinder zu bestimmten Wohnorten fahren müssen. Bei Arbeitnehmern weiß man nicht so genau, wann diese wo sein müssen, schon gar nicht mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und Gleitzeit.

Die Idee, die Verbrenner durch Elektromobilität zu ersetzen klingt auch erstmal gut, aber Millionen bis Milliarden Autos mit Akkus aus Kobalt und Lithium werden sich nicht bauen lassen. Hinzu kommt, dass es Wahnsinn ist, die bestehende Infrastruktur zum Tanken und die existierenden Autos aufgeben und durch eine Lade-Infrastruktur ersetzen zu wollen. In einem Land, das es nicht schafft, eine Hochspannungsleitung durch Bayern zu bauen, weil Bürgerinitiativen protestieren. Und das aus den gleichen Gründen auch keine neuen Bahnstrecken bauen kann. Etc..
Sinnvoller, als Elektromobilität zu fördern wäre darum meiner Meinung nach die Erzeugung von Bio-Kraftstoffen oder synthetischen Kraftstoffen. Natürlich sind Verbrenner nicht sehr effizient, aber Elektroautos sind wegen der Verluste bei der Stromerzeugung, den Transportverlusten und den Ladeverlusten auch nicht besser; die Verbrenner-Technologie ist hier also vom Wirkungsgrad gleichauf. Zudem lässt sich Energie viel leichter in Kraftstoffen speichern als in Akkus; die Energiedichte von Diesel ist über 50-mal höher als die von Li-Ion Akkus, die zudem aus jeder Menge teurem und giftigen Lithium und Kobalt hergestellt werden müssen, weswegen Elektroautos gerade für die unteren Schichten langfristig nicht erschwinglich sein werden, vor allem, wenn die Nachfrage noch weiter steigen sollte.

Die Strategie der Bundesregierung, auf Elektromobilität zu setzen, und die Pläne von linken und grünen Politikern, den Individualverkehr zurückzudrängen, sind daher meiner Meinung nach zum Scheitern verurteilt. Sie werden als negative Beispiele für verfehlte, ideologisch motivierte gesellschaftspolitische Experimente in die Geschichte eingehen, bei denen ohne nachhaltige Erfolge jede Menge Geld verbrannt worden sind.

Reden, die niemand hält: CO2, Kernenergie und Atommüll

Sehr geehrte Damen und Herren!

Um Risiken durch Klimawandel zu vermeiden, müssen die CO²-Emmissionen verringert werden.
Hier würde sich die Kernkraft anbieten; aber auch Risiken durch die Nutzung der Kernkraft wollen wir vermeiden und gerade das Problem der Endlagerung atomaren Abfalls ist bisher ungelöst.

Aber es gibt eine Möglichkeit, dies alles miteinander zu verbinden.

Lassen Sie uns die unsicheren Kernkraftwerke der dritten Generation, die noch in größeren Zahlen an den Grenzen unserer europäischen Nachbarn zu Deutschland stehen und geringere Sicherheitsstandards aufweisen als die deutschen Kernkraftwerke, die wir in den nächsten Jahre abschalten wollen, in Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn durch Kernkraftwerke der vierten Generation ersetzen.

Bauen wir mit Belgien, Polen, Frankreich und anderen Ländern moderne bleigekühlte Kernkraftwerke. Bei diesen ist nicht nur eine Kernschmelze mit Explosion des Reaktorkerns und Austritt von Strahlung in die Atmosphäre prinzipbedingt unmöglich, es kann in diesen Kraftwerken auch bisheriger Atommüll als Brennstoff genutzt werden.

Damit erreichen wir drei Dinge:
– Wir erzeugen CO²-neutral Energie, bremsen den Klimawandel und ermöglichen den Einstieg in die Elektromobilität
– Wir lösen die Endlagerproblematik, indem langlebige strahlende Isotope in erheblich weniger gefährliche Isotope umgewandelt werden
– Wir reduzieren das Risiko von Nuklearkatastrophen durch den Ersatz unsicherer alter Reaktoren in Nachbarländern durch moderne, sicherere Reaktoren nach neuesten Standards.

Wir müssen uns ehrlich machen: Die sofortige Reduktion von CO²-Emissionen durch Elektro-Mobilität ist nur durch CO²-neutrale Stromproduktion möglich, und wir sind technologisch noch nicht so weit, Strom effizient in großem Maßstab zu speichern. Und auch bei der Erzeugung durch Windräder bestehen noch ungelöste Probleme, wie zum Beispiel das Recycling der Rotorblätter.

Die Umwandlung von Atommüll in weniger kritische Isotope bei gleichzeitiger Energiegewinnung ist die beste Variante, die Endlagerproblematik schnell und sozialverträglich zu lösen und kommende Generationen von der Belastung durch unseren Atommüll zu befreien.
Und auf die Möglichkeit zu verzichten, die Kernreaktoren in anderen Ländern mit modernster deutscher Technik sicherer zu machen und dabei möglicherweise auch noch ein paar Arbeitsplätze zu erhalten, wäre vollkommen verrückt.

Lassen Sie uns deshalb dafür streiten, im Rahmen einer gesamteuropäischen Lösung einen endgültigen Atomausstieg anzustreben, der tatsächlich einen sauberen Schlusstrich unter das Atomzeitalter zieht und unsere Kinder nicht auf einem Berg hochradioaktiver Altlasten sitzen lässt.
Lassen Sie uns die aktuelle Technologie nutzen, um diese Altlasten abzubauen und dabei noch CO²-neutral Energie zu erzeugen, bis wirklich langfristig nachhaltig nutzbare technische Lösungen zur Verfügung stehen.

Setzen wir uns dafür ein, dass die Reaktorsicherheit auch in unseren Nachbarstaaten verstärkt wird. Wir dürfen nicht aus purer Angst vor Atomkraft im allgemeinen auf die Möglichkeit verzichten, unseren Atommüll weitgehend zu neutralisieren und dabei saubere Energie zu erzeugen.

Denn den Kopf in den Sand zu stecken und aus ideologischen Gründen keine sicheren, neuen Reaktoren zu bauen, den hochradioaktiven Atommüll nicht zu neutralisieren, und auf die CO²-neutrale Erzeugung von Strom zu verzichten, wäre tatsächlich weitaus gefährlicher als ein kontrollierter, geordneter, wirklicher Atomausstieg mit sofortigem Abbau gefährlicher Reaktoren der dritten Generation und einem mittelfristigem Abbau gefährlichen Atommülls mit Hilfe von Reaktoren der vierten Generation.

Vielen Dank!

Job-Wachstum an die Verfügbarkeit von Wohnraum koppeln!

Angeblich gibt es zum Beispiel in Berlin zu wenige Wohnungen. Es wollen einfach zu viele Leute in Berlin wohnen.
Die Frage ist nur: Warum?

Wenn man mal die Möglichkeit ausschließt, dass Menschen einfach nur so nach Berlin ziehen wollen, um dort ohne Job und dann auch noch ohne Wohnung vor die Hunde zu gehen, weil es total hip ist, in Berlin wohnungslos zu sein, gibt es wahrscheinlich in Berlin einfach mehr Jobs als Wohnungen.

Die Lösung für das Wohnungs-Problem könnte also sein, dass Berlin bzw. jede Stadt die Eröffnung neuer Büros oder Werke nur dann genehmigen darf, wenn in einem Fahrrad-tauglichen Umkreis ausreichend viele freie Wohnungen nachgewiesen oder geschaffen werden. Das gleiche sollte auch für Studienplätze gelten.

Dann würde das sinnlose Wachstum von Städten in problematische Dimensionen hinein, mit absurd hohen Pendlerzahlen, bis zum Verkehrskollaps, hoffentlich gestoppt.
Dann müssten Firmen einfach auch mal an anderen Standorten Jobs schaffen, dann hätten strukturschwache Regionen vielleicht die Chance, dass auch dort mal eine Uni gebaut wird, dass auch dort Menschen wohnen wollen, dass auch dort vielleicht Ärzte arbeiten wollen.

Ich fordere daher eine Gesetzgebung, die die Schaffung von Arbeitsplätzen vom verfügbaren Wohnraum abhängig macht. Das würde auch die Verteilung der Gewerbesteuereinnahmen gerechter machen, denn es könnte nicht mehr so leicht vorkommen, dass in manchen Städten nur gewohnt wird, und in anderen Städten gearbeitet.

Der Siegeszug des neoliberalen Feminismus‘

Ist der heutige Feminismus eigentlich noch links? Ist er ein Feminismus, der wirklich Freiheit für Frauen will?

Ich lese eigentlich nur von so Sachen wie geplanten Gesetzen, dass 30% der Frauen in Aufsichtsräten Frauen sein sollen; also von einem Elitenprojekt für die oberen 10.000 der Gesellschaft, da solche Posten für die meisten Frauen unerreichbar sind.
Und ich lese vom angeblichen „Gender Pay Gap“, der endlich auf 0 zusammenschrumpfen soll1. Und zwar, indem mehr Frauen abhängige Erwerbsarbeit leisten und dabei mehr verdienen sollen.

Der intersektionale Feminismus in den USA beschäftigt sich intensiv mit allen möglichen Ungerechtigkeiten, die z.B. durch Migrationshintergrund oder Bildung verursacht werden.

Der deutsche Genderfeminismus hingegen kämpft gar nicht mehr für „die Frauen“, sondern, das ist meine These, nur noch für sich selbst.

Das Dogma des Gender-Feminismus ist ja — auch wenn das längst widerlegt ist — dass alle Unterschiede zwischen den Geschlechtern anerzogen seien und Frauen nur deshalb nicht ebenso häufig Konzernchefs oder Abteilungsleiter seien, weil dies durch eine „patriachale“ Erziehung verhindert werde.2
Aus diesem Dogma folgt, dass Frauen und Männer (eigentlich) gleiche Interessen und Wünsche haben müss(t)en, und darum Frauen und Männer auch in allen gesellschaftlichen Positionen gleich häufig vertreten sein müss(t)en.
Und darum geht es dem aktuellen deutschen Gender-Feminismus nur noch darum, Frauen für seine eigene Mission einzuspannen die „Gleichheit von Männern und Frauen“ zu beweisen, indem man Frauen dazu bringt, 50% der Erwerbsarbeit zu leisten und 50% der Gehälter zu verdienen. Obwohl alles darauf hindeutet, dass wirkliche Wahlfreiheit und Chancengleichtheit von Frauen nicht dazu führt, dass diese die gleichen Jobs wie Männer ergreifen (wollen), sondern eher zum Gegenteil.

Aber Überlegungen, ob nicht andere Dinge im Leben (nicht nur von Frauen!) wichtiger sein könnten als abhängige Erwerbsarbeit, wie Zufriedenheit, soziale Kontakte, eine gesellschaftlich relevante Tätigkeit — solche Überlegungen stellt der deutsche Genderfeminismus gar nicht mehr an.

Statt dessen geht es ihm nur noch um die Beseitigung des Gender-Pay-Gaps, was dazu führt, dass der Genderfeminismus das Gehalt als einzig relevante Maßzahl für Leistungsfähigkeit von Individuen innerhalb des kapitalistisch organisierten Wirtschaftssystems akzeptiert. Er will tatsächlich anhand des einzigen Kriteriums „Gehalt“ messen, ob Frauen jetzt wirklich „gleichberechtigt“ seien. Wenn Frauen nur genug verdienen, so ist anscheinend die Vorstellung, sei die Gleichberechtigung da.

Ist es wirklich Feminismus, Frauen dazu zu drängen, sich noch besser als Männer dem kapitalistischen System anzupassen, noch effizientere Arbeitsdrohnen zu werden als Männer, um irgendwann genau so viel wie oder mehr Lohn zu kassieren als die Männer?
Ist das wirklich im Interesse der einzelnen Frau, oder sollen „die Frauen“ hier doch eher nur als Verfügungsmasse die Vorstellungen feministischer Aktivistinnen, Journalistinnen und Politikerinnen umsetzen, wie „gleichberechtigte Frauen“ idealerweise zu performen hätten?

Ich denke, was wir in Deutschland beobachten können ist kein wirklicher Feminismus mehr3 sondern eine von hauptberuflichen „Feministinnen“ in Parteien, Gewerkschaften und Medien getragene Ideologie, die durch ihre Fixierung auf die Maximierung des in Geld gemessenen Erfolges von Frauen im kapitalistischen Wirtschaftssystem von einer alternativen linken Bewegung zu einer Stütze der neoliberalen Leistungsgesellschaft geworden ist. Eine Stütze, die sogar hilft, diesem System weiteres Menschenmaterial zuzuführen, das mit der feministischen Suggestion von einem Frauen-unterdrückenden Patriarchat, gegen das es sozusagen „anzuarbeiten“ gelte, zu Höchstleistungen motiviert wird oder zumindest werden soll.

Es geht nicht mehr um Chancengleichheit für Frauen, es geht darum, (andere) Frauen dazu zu drängen, „männliche“ Jobs auszuüben und Männer in der freien Wirtschaft zu überflügeln, damit die Thesen der organisierten Berufsfeministinnen — die selbst zumeist von öffentlich finanzierten Einrichtungen bezahlt werden und irgendwas mit Medien oder Gender studiert haben — von ihren Hilfstruppen bewiesen werden mögen.

Sicher, angeblich geht es bei den Bemühungen, mehr Frauen in „Männer-Jobs“ zu drängen, um „wirtschaftliche Unabhängigkeit“, und zwar durch ein eigenes Gehalt. Denn wer das nicht hat, der ist abhängig von anderen (am Ende gar Männern!) oder von Hartz IV und wird irgendwann in Altersarmut elendiglich in einem Pflegeheim mit zu wenig Personal verrecken…

Aber das sind alles neoliberale Argumente: Jeder muss für sich selbst sorgen, wer nicht genug leistet, bleibt auf der Strecke, Würde und Unabhängigkeit hängen von der individuellen Performance im kapitalistischen System ab.

Das ist sicher nicht mehr links. Hier geht es sicher nicht mehr um wirkliche Freiheit und Selbstverwirklichung für irgendwen, weder Frauen noch Männer.
Der neoliberale Gender-Feminismus ist eine Sackgasse. Er hat keine linke Vision mehr für eine bessere Welt, keine Motivation mehr alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. (Karl Marx).
Statt dessen hat er sich mit dem neoliberalen Wirtschaftssystem arrangiert und verfolgt jetzt nur noch das Ziel, dass Frauen innerhalb dieses Systems ebenso erfolgreich agieren mögen wie Männer, wobei „Erfolg“ allein am Gehalt gemessen werden soll.

Entsprechend sollten sich Frauen vom Genderfeminismus nicht instrumentalisieren lassen, in dessen Namen einen Marsch durch die neoliberalen Tretmühlen der kapitalistischen Wirtschaft anzutreten. Sie sollten (weiterhin) selbst entscheiden, was sie tun wollen, und ob sie nicht möglicherweise unter einem erfolgreichen Leben etwas anderes verstehen als eine Karriere als gut bezahltes Arbeitsbienchen in einem Konzern, gekrönt durch einen Aufsichtsratposten.

Vor allem aber sollten sie auch um Parteien und deren KandidatInnen einen weiten Bogen machen, die sich die genderfeministishe Quoten-Agenda auf die Fahnen geschrieben haben. Denn dieser Feminismus klingt nur noch vordergründig nach „Frauenrechten“ oder „Gleichberechtigung“. In Wirklichkeit aber geht es nicht um Rechte oder Chancen oder ein besseres Leben für Frauen, sondern darum, dass Frauen im neoliberalen Wirtschaftssystem wie Männer funktionieren sollen.

  1. obwohl man bei den 6% bereinigtem Gender Pay Gap gar nicht weiß, ob diese 6% nicht doch erklärbar sind, und somit die „Gerechtigkeitslücke“ zwischen Männer- und Frauengehältern bereits 0% beträgt []
  2. Der tatsächliche Grund, dass nämlich für mehr Frauen als Männer so eine Karriere gar nicht erstrebenswert ist, wird kategorisch abgelehnt []
  3. bei dem jede einzelne Frau mit ihren Interessen und ihrem Recht zu individueller Selbstverwirklichung im Mittelpunkt stehen sollte []

Diverse Teams sind besser! – Oder doch nicht? #Frauentag

Ich möchte gerne einen Beitrag zum internationalen Frauentag 2018 leisten.

Und zwar möchte ich mich damit beschäftigen, dass — laut zahlreicher Studien — „diverse“ Teams bessere Leistungen zeigen sollen als homogene Teams von, zum Beispiel, „weißen Männern“.

Feministische und „progressive“ Kreise haben diese Ergebnisse begeistert aufgenommen, liefern sie doch dem Anschein nach eine wissenschaftliche und ökonomische Rechtfertigung, warum man „Diversität“ notfalls mit der Brechstagen durchsetzen sollte.

Allerdings sollte man gerade bei den Geschichten, die man am liebsten glauben würde, am kritischsten sein:

„One must be most critical, in the best sense of that word, about what one is already inclined to believe.“ – Richard Bradley

Und ich glaube, hier haben feministische und progressive Kreise ein Defizit.

Denn was würde es bedeuten, wenn Teams tatsächlich leistungsfähiger wären, wenn sie divers sind, und wenn diese „Diversität“ tatsächlich eine Diversität von Geschlechtern und ggf. Ethnien sein müsste.

Da gibt es ja nur zwei Möglichkeiten:

Entweder, die Unterschiede wären doch nur kulturell bedingt, und man könnte also möglicherweise doch auch weiße Männer vom Denken her genau so divers machen wie alle anderen Menschen auch, was dann aber bedeuten würde, dass die Leistungsfähigkeit von Teams eigentlich doch nichts damit zu tun hätte, ob die Mitglieder alle weiße Männer sind, oder nicht.
Oder aber, die Unterschiede wären biologisch, was dann heißen würde, dass man mit den Studien die Existenz von unveränderbaren Unterschieden zwischen Frauen und Männern bzw. Weißen und Nicht-Weißen bewiesen hätte. Was im Endeffekt nicht besonders progressiv wäre, sondern eher Wasser auf die Mühlen von Rassisten, Sexisten und Maskulinisten.

Das heißt: Auch als progressiver, feministischer Mensch sollte man sich eher wünschen, dass diese Studien nicht korrekt sind.

Auch die Empirie, wenn man auf die Geschichte zurückblickt, spricht nicht unbedingt für eine mangelnde „geistige Diversität“ von weißen Männern, die doch allerhand völlig gegensätzliche Dinge erfunden haben.

Wie also kann es sein, dass soviele Studien „diverse Teams“ als überlegen sehen?

Nun, eine neue Theorie besagt, dass das daran liegen könnte, wie solche Studien aufgebaut und durchgeführt werden, unabhängig davon, ob es sich um Laborexperimente handelt oder Vergleichsstudien in echten Firmen, die es auch gegeben hat.

Was braucht man für so eine Studie? Zuerst natürlich das auch kulturell homogene, weiße, männliche Vergleichsteam. Dies wird üblicherweise durch eine Gruppe von schon vorher bekannten Leuten repräsentiert.
Und dann das „diverse“ Vergleichsteam, das eher zusammengewürfelt wird, aus Leuten, die sich aus verschiedenen Gründen weniger nahe sind.

Und nun ist die Theorie, dass hier lediglich der sogenannte Groupthink-Effekt gemessen wird, der dazu führt, dass Teams, wo sich die Leute weniger nahe sind, in der Sache härter streiten und darum bessere Ergebnisse erzielen, während Teams, die sozusagen ganz dicke miteinander sind, abstumpfen und manche Dinge gar nicht mehr wirklich ergebnisoffen angehen.

Es könnte also sein, dass Teams aus verschieden alten weißen Männern, die an verschiedenen Standorten arbeiten, oder aus anderen Gründen weniger zur Fraternisierung mit ihren Kollegen neigen, genau so gut performen würden wie „diverse“ Teams. Oder dass „diverse Teams“ nach einiger Zeit der Zusammenarbeit langsam zu einem homogen denkenden Team zusammenwachsen würden, dass entsprechend auch nicht mehr besser performt als ein homogen weiß-männliches Team.

Eigentlich kann es gar nicht anders sein, es sei denn, wie oben ausgeführt, man glaubt doch an unveränderbare, und durch das Geschlecht, die Kultur oder die Ethnie einer Person verbundene Eigenschaften, die diese Person irgendwie einem weißen Mann bezüglich geistiger Leistungsfähigkeit oder -beweglichkeit überlegen machen. Was nicht besonders progressiv wäre.

Statt eine äußere Team-Diversität zu fördern, sollten also Firmen meiner Meinung nach besser ihre Mitarbeiter in ihren Projekten rotieren lassen und ähnliche Maßnahmen zur „geistigen Diversifizierung“ ergreifen, anstatt im guten Glauben daran, äußerlich diverse Mitarbeiter müssten *irgendwie* auch geistig divers-bunt sein und vor allem auch bleiben, wie Claudia Nemat in dümmliches weiße-Männer-Bashing zu verfallen.

Denn ich bin sicher, es wird sich früher oder später herausstellen, dass der Diversität-steigert-die-Produktivität-Glaube ein Hype ist, der nur deswegen so erfolgreich sein kann, weil erstens viele Menschen daran glauben wollen und zweitens bisher niemand überprüft hat, ob nicht doch nur der Groupthink-Effekt als Erklärung für den wundersamen Erfolg diverser Teams verantwortlich zeichnet.

„Charttechniken“: Börsen-Voodoo für Leichtgläubige

Wenn man sich über Aktien bzw. Wertpapiere im allgemeinen informiert, dann findet man stets irgendwelche Webseiten, wo man sogenannte „Chartanalysen“ vornehmen kann. Da kann man dann gleitende Durchschnitte und alle möglichen denkbaren anderen Funktionen berechnen lassen, die angeblich Schlüsse auf den zukünftigen Verlauf der Kursentwicklung ermöglichen sollen.

So schreibt die Zeitschrift „Euro am Sonntag“1 :

Trenderkennung ist die Grundlage der Charttechnik. So ist der Trend die Richtung des Markts, in der er sich wellenförmig bewegt. Ein Aufwärtstrend ist eine Serie höherer Gipfel und Täler, ein Abwärtstrend genau das Gegenteil. Indikatoren sind mathematische Ableitungen des Kursverlaufs. Zur Berechnung werden oftmals Schlusskurse verwendet. Sie bieten tiefere Einblicke in den Kursverlauf und zeigen mögliche Kauf-oder Verkaufssignale an. Unterstützung, auch als Unterstützungslinie oder Support bezeichnet, beschreibt ein Kursniveau, das nicht mehr unterschritten wird. In einem Aufwärtstrend werden Widerstände, die nachhaltig nach oben durchstoßen werden, zu Unterstützungen. Wird hingegen eine Unterstützung nach unten gebrochen, so wird sie zum Widerstand. Widerstand stellt eine schwer zu überwindende Kursgrenze dar. Wird sie nachhaltig nach oben durchstoßen, so gilt dies als Kaufsignal. Je länger sich der Kurs an der Widerstandslinie bewegt, desto geringer die Chance auf einen Durchbruch nach oben.

Auffällig hier ist die Kombination von Aussagen, zum Beispiel, dass Schlusskurse einen tieferen Einblick in den Kursverlauf bieten würden als irgendwelche anderen Kurse, mit Satzteilen im Konjunktiv („mögliche Kauf- oder Verkaufssignale“). Gesagt wird hier also nichts, nur der Leser zu Spekulationen angeregt, wie man nun aus den „tieferen Einblicken“ irgendwelche Signale herauslesen könne.

Eine Glanzleistung des Nichts-Sagens ist auch die zirkuläre Definition von Unterstützung und Widerstand: Ein Widerstand, der durchstoßen wird, wird zur Unterstützung; eine Unterstützung, die durchstoßen wird, wird zum Widerstand; offensichtlich gibt es keine irgendwie sinnvolle Definition, wie „flach“ nun ein Kurs oder Mittelwert verlaufen muss, um von einem Widerstand oder einer Unterstützung zu sprechen.

Einigermaßen absurd ist auch die Behauptung, dass die Chance auf einen Durchbruch nach oben geringer werde, wenn ein Kurs länger an einer sogenannten „Widerstandslinie“ verlaufe. Tatsächlich steigen die Kurse fast aller Aktien langfristig, also könnte man auch behaupten, die Chance auf einen „Durchbruch“ müsse steigen.

Wie dem auch sei; Alle Chart-Techniken sind natürlich völliger Blödsinn, denn man kann von der Vergangenheit nicht auf die Zukunft schließen.

Auch nicht mit Mathematik, „Chart-Techniken“ oder Computern. Die Pseudo-Wissenschaft der Chartanalyse dient allein dazu, Menschen dazu zu bewegen, Umsätze zu machen und Gebühren zu bezahlen und sich selbst einzureden, irgendwie Kontrolle über die Zukunft zu erlangen anstatt nur zu zocken.

Kurse voraussagen kann man höchstens, wenn man überlegenes Wissen hat (dieses einzusetzen wäre Insiderhandel, also eine Straftat), oder wenn man die Kurse manipuliert, z.B. durch falsche Voraussagen (auch eine Straftat).

Oder aber man weiß, dass genug „Charttechnik“-Gläubige bei bestimmten „Signalen“ kaufen oder verkaufen werden. Denn diese können zwar trotz aller Charttechnik nicht die Zukunft berechnen, aber sie machen sich selbst berechenbar.

  1. Ähnlichen Unsinn liest man übrigens in allen „Börsenzeitschriften“, sogar bei der FAZ.] []

EU und Globalisierung: Imaginäre Vorteile, reale Nachteile

Die Politik fragt sich (vorgeblich) in letzter Zeit häufiger, warum die Menschen mit den Parteien so unzufrieden sind.

Der Grund ist natürlich die Politik dieser Parteien. Zum Beispiel die Einheitsfront bei den Themen EU und Globalisierung.

Beide sind für eigentlich alle Parteien alternativlos.

Die EU wird als unumgängliches europäisches Einigungs-und Friedensprojekt hingestellt. Aber was bzgl. der Montanunion bzw. der EG richtig war, gilt nicht notwendigerweise auch für die EU.

Diese EU, die den Durchfluss von Duschköpfen vorschreiben will und die immer größer und unkontrollierbarer wird, will einfach niemand mehr.

Das Schengen-Abkommen ist kaputt. Die Binnen-Grenzen werden nicht mehr kontrolliert, die Außen-Grenzen aber leider auch nicht. Die meisten Menschen reisen vielleicht einmal im Jahr ins Ausland. Für sie ist die grenzenlose Reisefreiheit in Europa also ein nur imaginärer Vorteil. Marodierende Einbrecherbanden, Islamisten und „Nafris“ aber sind für sie ein realer Nachteil.

Auch der Euro ist nur ein hypothetischer Vorteil für die selten bis nie Reisenden. Real sind aber die Belastungen durch die ständigen Rettungsaktionen für südeuropäische Pleite-Staaten, die das Geld entwerten und die öffentlichen Kassen belasten.

Und auch die sogenannte „Globalisierung“ führt zu realen Problemen wie De-Industrialisierung, Jobverlust, Verlust der Kontrolle über Produktionsbedingungen und Produktsicherheit.
Außerdem, im Bereich der IT-Industrie, zu einem Verlust an Know-How und zum Einbau von Hintertüren durch feindliche Geheimdienste in alle Produkte.

Die sogenannte „Industrie 4.0“ soll Arbeitskräfte generell weitgehend überflüssig machen; damit wären die Lohnvorteile z.B. von Fernost oder Afrika egalisiert. Recycling und erneuerbare Energieen sollten zu einer Quasi-Autarkie und Unabhängigkeit von Importen führen. Damit das klappt, muss die heimische Industrie ggf. vor Dumping-Importen geschützt werden, die durch Sklavenarbeit und Nutzung von Raubbau an Ressourcen erzeugt werden.
Unter diesen Umständen ist es geradezu absurd, noch weitere Freihandelsabkommen zu schließen.

Das wissen auch die Menschen im Lande bzw. haben das ggf. auch so (falsch?) verstanden wie ich.
Daher kommt die Unzufriedenheit mit der Politik. Von unlogischen bzw. sich widersprechenden bzw. komplett fehlenden politischen Zielen und Zukunftsvisionen und von Eigenschaften von EU und Euro, die für die meisten Menschen eben keine bzw. nur hypothetische Vorteile sind, sondern reale Nachteile darstellen.

Diese Unzufriedenen wird nur eine sozial-liberal-konservative Partei „abholen“ können, die endlich eine glaubwürdige, konstruktive Vision für Deutschland und Europa fomulieren kann, wie es weitergehen soll mit Wirtschaft, Freiheit, Rechtsstaat und Wohlstand.

Wer immer nur sagt, es dürfe „keine Festung Europa geben“, aber nicht darlegen kann, wie dann die europäischen Sozialsysteme überleben sollen, wie der Übergang zu einer Wirtschaft ohne Notwendigkeit größerer Mengen von Arbeitern stattfinden soll, der riskiert, dass Europa wieder in einen Flickenteppich von nationalen Festungen zerfällt.

Feinstaub, Verstädterung, Landflucht

Deutschland hat ein Problem: Alle wollen in Städten wohnen, die Menschen „fliehen“ vom Land, die Städte werden immer größer, Wohnungen teurer, die Luft schlechter.

Und daher stellt sich mir die Frage: Warum baut man nicht irgendein Dorf zur Stadt aus? Vor zweihundert Jahren haben Fürsten nötigenfalls irgendwo eine Universität gegründet oder ein Schloss gebaut, und schon gab es eine neue Stadt.

Warum geht soetwas heute nicht mehr? Warum müssen die existierenden Städte immer größer werden, die existierenden Universitäten immer voller? Das ganze Geld für teilweise irre Umbaumaßnahmen in existierenden Städten könne man vielleicht besser in neue Infrastruktur irgendwo dort investieren, wo es günstig ist und struktufördernde Wirkung hätte.
Hat die Politik heute keinen Mut mehr, einen neue Stadt zu „beschließen“? Oder geht es aus irgendwelchen rechtlichen Gründen1 einfach nicht?

Politikverdrossenheit hat viele Gründe, einer davon ist auch die Unwilligkeit oder Unfähigkeit von Politik, zu gestalten. Natürlich, heute hat man immer gleich eine Bürgerinitiative an der Backe, wenn man auch nur eine Straße bauen will, aber dennoch sollte Politik zumindest versuchen, nicht immer nur klein-klein zu machen.
Wie wäre es mit einer Universität in Crailsheim oder in Salzwedel? Klingt doch gut.

  1. die man natürlich mit Politik aus der Welt schaffen könnte []