Frau Baerbock und ihre Kinder oder: Ist es sexistisch zu fragen, wer sich um diese kümmert, wenn Frau B. Kanzlerin werden sollte?

Im Artikel „Annalena Baerbock: die Hass-Kampagne der Maskulinisten“ wirft Caroline Wiedemann nicht nur Männerrechtler*innen und Antifeminist*innen in einen Topf (und vergisst, Maskulinist*innen zu gendern), sondern stellt auch folgende These auf:

Es sei sexistisch, dass Annalena Baerbock gefragt wird, wer sich um ihre Familie kümmert, wenn sie Kanzlerin werden sollte.

Ich kann das aber wirklich nicht sexistisch finden in einer Zeit, in der Männer quasi schräg angesehen werden, wenn sie nicht genug Elternzeit nehmen oder ihre Karriere verfolgen, anstatt genug (laut Feministinnen: mindestens 50%) „Familienarbeit“ zu übernehmen.
Entsprechend ist es nur logisch und Zeichen von Gleichberechtigung, wenn auch von Frauen verlangt wird, Rechenschaft abzulegen, wie sie es mit der gleichberechtigten Verteilung von Aufgaben zu halten vorhaben. Wäre dem nicht so, müssten sich nur Männer rechtfertigen, wäre das das Gegenteil von Gleichberechtigung.

Abgesehen davon geht es bei solchen Fragen natürlich auch um die emotionale Ebene: Was ist das für eine Frau, der ein Job wichtiger ist als ihre Kinder? Wollen wir so jemandem die Führung unseres Landes anvertrauen? Vor allem Mütter, also Frauen, werden sich diese Frage stellen, und diese Frage vielleicht in ihre Bauchentscheidung bei der Wahl einfließen lassen, auch wenn das Frau Wiedemann nicht gefällt.

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