Anti-Rassismus und Feminismus: Die Quadratur des Kreises

Die Linke in Deutschland steckt in der Bredoille.

Denn trotz viele Forderungen, den Widerspruch zwischen Antirassismus und Feminismus aufzulösen, bzw. Versuchen wie von „#ausnahmslos“, den Widerspruch zwischen Antirassismus und Feminismus durch die Aufforderung zum Kampf gegen beides zu überdecken, besteht dieser Widerspruch.

Und zwar gleich zweifach.

Erstens, weil Antirassismus der Kampf gegen die Zuschreibung von negativen Eigenschaften zu Gruppen ist, und (Gender-)Feminismus der Gruppe „Männer“ negative Eigenschaften zuschreibt. Damit ist Gender-Feminismus faktisch selbst rassistisch, behauptet aber, dies sei quasi nur ein Nebenwiderspruch und aufgrund der Situation nicht anders möglich.

Zweitens, weil der Antirassismus dem Feminismus quasi in den Arm fällt, wenn bestimmte Gruppen von Männern aufgrund der Tatsache, dass sie z.B. keine weißen, deutschen Männer sind, von jeglicher feministischer Kritik mit dem Argument, diese könne als rassistisch gesehen werden, ausgenommen werden.

Damit sind linker Antirassismus und Feminismus bereits aus zwei Gründen hoffnungslos widersprüchlich.

Dazu kommt:
Der Gender-Feminismus hält sich für fortschrittlich, dementsprechend muss die linke feministisch beeinflusste Gesellschaftspolitik in Deutschland fortschrittlich sein.
Die nicht feministisch geprägte Gesellschaftspolitik in vielen anderen Staaten muss darum als weniger fortschrittlich gelten, es sei denn, der Feminismus wollte einräumen, alle Anstrengungen der letzten 50 Jahre in Deutschland hätten Deutschland zivilisatorisch gar nicht besonders voran gebracht. Ich habe tatsächlich 2016 schon Artikel gelesen, wo Feministinnen das Frauenwahlrecht und alle Errungenschaften des modernen Feminismus im 20ten Jahrhundert kleinreden und relativieren wollten, möglicherweise, um den zivilisatorischen Vorsprung der westlichen Kultur gegenüber anderen Kulturen als marginal leugnen zu können.

Aber mal angenommen, man erkennt diesen zivilisatorischen Fortschritt an; dann ist das Problem der Linken, dass man zwar den deutschen politischen Gegner als rechts und rückschrittlich bezeichnen darf, aber es sich nicht schickt, andere Länder und Kulturen als rückschrittlich bzw. „zivilisatorisch weniger fortgeschritten“ zu bezeichnen, denn das könnte als rassistisch, rechts, deutsch-national interpretiert werden und wird es in links-progressiven Kreisen auch häufig und reflexartig.

Darum sind in der schönen linken Multi-Kulti-Welt andere Kulturen, wie zivilisatorisch abgehängt sie auch sein mögen, grundsätzlich „bereichernd“, und die von diesen Kulturen geprägten Menschen verdienen aus anti-rassistischen Gründen Toleranz, wenn nicht gar Akzeptanz, egal was für frauenverachtende, mit unseren Vorstellungen unverträgliche Vorstellungen sie mitbringen.

Durch den vermehrten Zustrom von Flüchtlingen aus Längern mit aus feministischer Sicht eher zweifelhafter Sozialisation kollidieren nun Fakten und linke Erzählungen bzw. Dogmen.

Höchstwahrscheinlich zutreffend und auch empirisch nachweisbar dürfte sein, dass der Feminismus in Deutschland einen gewissen Effekt entfaltet hat und deutsch sozialisierte Männer im Schnitt weniger sexistisch und gewaltbereit sind als Männer, die in islamischen Diktaturen sozialisiert worden sind.
Dann wäre Deutschland zumindest aus feministischer Perspektive diese Diktaturen kulturell voraus, und der Feminismus sollte ein Interesse daran haben, diese kulturellen Errungenschaften zu verteidigen, anstatt sich aus Angst davor, als deutschnationale Kulturimperialistinnen zu erscheinen, von einer Art frauenfeindlicher Querfront von Antirassisten und Sexisten mundtot machen und außer Gefecht setzen zu lassen.

Ich frage mich, ob neben den zweite-Welle-Feministinnen der Emma auch der Linksfeminismus in Deutschland eine Art „feministischen Patriotismus“ entwickeln wird, der die Angst davor ablegt, die eigenen Errungenschaften selbstbewusst zu verteidigen. Kann der linke Feminismus die kognitive Dissonanz überwinden, die dadurch entsteht, dass man bisher schon die Idee rassistisch und nationalistisch fand, die deutsche Kultur könne in irgendeine Weise vorbildlich oder gar überlegen und verteidigenswert sein, auch gegenüber Mitgliedern anderer Kulturen, die man doch immer als ganz arg bereichernd empfinden wollte, die man idealisierend in eine Art „Edle Wilde“-Schublade gesteckt hatte?

Oder wird der deutsche Linksfeminismus sich selbst abschaffen, weil er sich selbst als in mehrfacher Hinsicht rassistisch erkennt und weiße Frauen als Gruppe im intersektionalen Privilegienpoker den Kürzeren ziehen?

Es wird bestimmt interessant zu beobachten, wie der Linksfeminismus versucht, den Widerspruch zwischen antisexistischem Feminismus einerseits und dazu prinzipiell inkompatiblem dogmatischen Wohlwollen für noch so zivilisatorisch rückständige Kulturen andererseits aufzulösen.

Ich denke, man wird außer noch mehr wortreichen und verkopften, aber dann trotz allem links-intellektuellen Duktus im Kern ratlosen linken Traktaten dazu nichts hören, aber lassen wir und überraschen oder hoffen vielleicht sogar, dass sich durch die Zuspitzung dieses Widerspruches sogar einige Menschen von der Ideologie des intersektionalen Feminismus befreien können, die sie in ihrem geschlossenen Weltbild gefangenhält.

Anne Will: Pauschalisieren mit Domscheit-Berg und Daimagüler

Bei Anne Will konnte man gestern Erstaunliches beobachten.
Zum Beispiel, dass linkssoziale Politiker nicht wissen, was „pauschalisieren“ bedeutet.

Die selbsternannte Guerilla-Strickerin und Aktivistin Domscheit-Berg zum Beispiel pauschalisierte ständig. Weil die Flüchtlinge, die sie bei sich zuhause aufgenommen habe, nett seien, seien das wohl auch alle anderen.
Weil sie in Ägypten nicht belästigt worden sei1, seien Behauptungen, in islamischen Ländern werde öfter belästigt als in Deutschland, falsch.

Beides klassische Fälle von Pauschalisierung.

Keine Pauschalisierung hingegen ist es, wenn man nicht von einzelnen auf alle schließt, sondern Gruppen betrachtet. Wenn man beispielsweise die Gruppe der Asylsuchenden aus den Maghreb-Staaten betrachtet, dann ist die Feststellung, dass diese in einem Land sozialisiert worden sind, wo Minderheitenrechte weniger gelten und Gewalt häufiger ist, keine Pauschalisierung, sondern eine Tatsache.
Und dann ist es auch sehr naheliegend und statistisch wahrscheinlich, und darum nicht diskriminierend zu konstatieren, dass es in dieser Gruppe mit höherer Wahrscheinlichkeit Menschen geben wird, die mit den deutschen Sitten und Gesetzen in Konflikt kommen werden.

Aber diese logischen und zwingenden Folgerungen wollten Domscheit-Berg, Daimagüler und auch Dieter Salomon mit der Unterstellung, solche Überlegungen bedeuteten eine „Pauschalisierung“, gern wegreden.

Das hat aber nicht geklappt, und zwar dank des brillianten Jens Spahn, der nebenbei noch aufzeigen konnte, wie sehr die Flüchtlingskrise die Argumentationen linker Politik der letzten Jahre auf die Probe stellt.

Denn wo bisher behauptet wurde, die Sozialisation eines Menschen habe entscheidenden Einfluss, da soll das plötzlich nicht mehr gelten, wenn es um Flüchtende geht.

Bisher wurde propagiert, das Patriarchat, der Sexismus, die Benachteiligung von Frauen, und die sogenannte „Rape Culture“ müssten durch gendersensible Erziehung vom Kindergarten bis zur Bahre mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden, sonst würde die wahre[tm] Gleichberechtigung der Frau2 nie erreicht werden können.

Aber nun, da Millionen von Flüchtenden ins Land kommen, die anders sozialisiert sind und — unter der Annahme, dass die linke Politik der letzten dreißig Jahre, das Verbot von Vergewaltigung in der Ehe, das Verbot, Kinder zu schlagen, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, etc., überhaupt irgendetwas bewirkt haben — im Durchschnitt frauenfeindlicher und gewalttätiger als deutsch sozialisierte Männer sein müssten, nun soll es also plötzlich möglich sein, dass Menschen ihre Sozialisation an der Grenze (oder nach einem kurzen Sprachkurs mit freundlicher Belehrung über progressive deutsche Werte) abgeben und sofort ebenso anti-sexistisch und rechtstreu werden wie Bürger, die man in Deutschland in Kindheit und Jugend entsprechend konditioniert hat.
Und das ist natürlich völliger Blödsinn bzw. zumindest ein extremer Widerspruch zu allem, was Linke die letzten Jahrzehnte über behauptet haben.

Was man gestern bei Anne Will sehen konnte, war darum nicht anderes als die geistige Bankrotterklärung der Linken, die Feminismus und Antirassismus, Multikulturalismus und den Glauben an die Richtigkeit feministischer deutscher Erziehung einfach nicht mehr unter einen Hut kriegen, und zwar #ausnahmslos, und sich dennoch wundern, warum die Menschen ihre Erzählung nicht mehr glauben wollen.

  1. als westliche Touristin wird man natürlich seltener belästigt, weil das den Täter in einen Folterknast bringen kann, aber hey… []
  2. Genderfeministinnen vom Schlage einer Anke Domscheit-Berg behaupten ja, Frauen seien in Deutschland noch immer unterdrückt, glauben an 22% Gender Pay Gap, etc.. []

Das zweite Dritte Reich wird nicht kommen

In den sozialen Medien warnen gerade alle vor einem Rechtsruck. Tatsächlich ziehen jetzt schon Leute Parallelen zum dritten Reich und werden fast hysterisch, dass übermorgen die AfD-Sturmabteilung die Macht an sich reißt.

Aber: Das zweite Dritte Reich wird nicht kommen.

Klar, die Rechten freuen sich über das Umfragehoch der AfD. Aber dummerweise stimmt sicher niemand aus politischer Überzeugung für die AfD, nicht einmal die Leute aus der bürgerlichen Mitte, die in den Umfragen behaupten, AfD wählen zu wollen. Ich bin sicher, die meisten (Umfragen-)Wähler der AfD sind Protestwähler.

Welche Partei sollten denn Bürger (in Umfragen) auswählen, die keine Lust darauf haben, dass die Regierung (an Ihnen) ausprobiert, ob nach der auch in zweiter und dritter Generation schwierig verlaufenen Integration der Gastarbeiter die Integration von hunderttausenden Flüchtlingen diesmal schneller und besser gelingt.
Klar, es wird versprochen, viele gingen zurück in ihre Heimatländer, der normale Moslem sei allemal weniger streng religiös und weltanschaulich dadurch beeinträchtigt als ein Zwölf-Stämme-Evangelikaler, und nach kurzer Belehrung mit „Taschenkarte Respekt vor Frauen“ werde jeder Immigrant sofort zivilisatorisch ins 21te westeuropäische Jahrhundert katapultiert.
Nur glauben das viele Menschen nicht, und wollen bei einem Feldexperiment zur Klärung der Frage, ob sie nur blöde Vorurteile haben oder tatsächlich gerechtfertigte Bedenken, einfach nicht mitwirken1.
Und sie wollen der Regierung das signalisieren, indem sie zumindest in Umfragen für die bisher quasi einzige Partei stimmen, die die Politik der Kanzlern in dieser Sache deutlich ablehnt. Denn es gibt in der Mediendemokratie keine andere Möglichkeit, die Parteien davon zu überzeugen, ihre politischen Angebote zu modifizieren, als Ablehnung in Umfragen.

Das hat aber meiner Meinung nach mit einem richtigen Rechtsruck im Sinne von einer Veränderung der politischen Einstellungen vieler Menschen gar nichts zu tun. Die Hoffnungen der rechten Parteien, jetzt endlich eine breite gesellschaftliche Unterstützung zu erfahren, werden sich bald wieder zerschlagen, wenn nämlich etablierte Parteien, außer der CSU, sich als politische Alternative für diejenigen anbieten, die eine Beschränkung der Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Deutschland auf ein garantiert zu bewältigendes Maß einer Annäherung an praktische Belastungsgrenzen vorziehen würden.

Aber auch die Linken fühlen sich in der aktuellen Situation seltsamerweise bestärkt. Endlich ist diese rechte Gefahr da, vor der man immer gewarnt hat. Blöd nur, dass es irgendwie kaum jemand ernst nimmt, weil sich diese Warnungen schon abgenutzt haben, und weil, außer an den linken und rechten Rändern des politischen Spektrums natürlich, die daran glauben wollen, weil er so gut in ihre Erzählung passt, niemand wirklich an diesen Rechtsruck glaubt.
Die Antifa darf sich endlich im heroischen Kampf gegen Nazi-Horden wähnen und sich über die damit einhergehende empfundene Bedeutungsaufwertung als Speerspitze im Kampf gegen den Faschismus klammheimlich freuen; dabei bewiese der vermeintliche Rechtsruck mit einer Verdreifachung der rechtsradikalen Wählerschaft in kürzester Zeit doch eigentlich, dass die Antifa völlig ineffektiv ist in der Prävention einer braunen Gefahr, worüber man sich in diesem Lager eigentlich mal selbstkritische Gedanken machen sollte.

Wie auch immer. Ich bin sehr sicher, es wird sich zeigen, dass die Radikalisierung der Gesellschaft und der Rechtsruck, der in der veröffentlichten Meinung vorgeblich befürchtet, aber eigentlich eher herbeigeschrieben wird, nicht existieren. In ein paar Jahren wird man sich nicht mehr vorstellen können, was am Anfang des Jahres 2016 los war. In diesem Sinne: Keep calm and carry on.

  1. diese Egoisten! []

Öffentlich-rechtlicher Talk: Bunt, laut, regierungsnah?

Ich habe in den letzten Tagen „Anne Will“ und „Hart aber fair“ und „Maischberger“ im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesehen.

Zu Anne Will: Eine politische Diskussionssendung ist keine Reportage, und man erwartet dort auch keinen Enthüllungsjournalismus, sondern eine politische Diskussion.
Bei Anne Will hatte man aber einen dummen Facebook-Post der AfD-Politikerin von Storch ausgegraben, der in der Mitte der Sendung präsentiert wurde, offensichtlich, um von Storch verwirrt und paranoid aussehen zu lassen. Das wäre auch absolut okay gewesen, hätte man auch die Social-Media-Vergangenheit der anderen Debattenteilnehmer entsprechend kritisch betrachtet, oder z.B. den CDU-Mann auch mal mit den unterirdischen Tweets seiner Parteikollegin Erika Steinbach konfrontiert. Hat man aber nicht, und so blieb ein schaaler Beigeschmack der Parteilichkeit der ARD im Raum.

Bei „Hart aber fair“ hatte man sicherheitshalber gleich nur Vertreter der großen Koalition plus Christian Lindner von der FDP und Spiegel-Frau Melanie Amann als mehr oder weniger diversifizierende Elemente eingeladen. So waren Probleme mit Rändern des Parteienspektrums gleich ausgeschlossen.
Statt dumme Social-Media-Posts herauszusuchen, gab es hier als Provokation zur Mitte der Sendung ein Bild von Flüchtlingen an einem Grenzzaun in Ungarn, und Moderator Plasberg versuchte die Runde mit diesem Bild emotional zu erpressen. Man solle doch bitte zugeben, dass eine effektive Grenzsicherung inhuman sei, weil man dann ja mit Gewalt und Zäunen Menschen hindern müsste, nach Europa zu kommen.
Natürlich muss auch Plasberg klar gewesen sein, dass man Grenzen immer mit Absperrungen und nötigenfalls Gewalt sichern muss, so wie Menschen ihre Haustür absperren und natürlich auch das Recht haben, ein Eindringen Unbefugter mit Gewalt zu verhindern. Und natürlich muss man die EU-Außengrenzen nicht nur wegen Flüchtlingen, sondern auch wegen des sonst möglichen Schmuggels von Waffen, Drogen, Tieren und verbotenen Produkten sichern. Man stelle sich nur vor, Kinderspielzeug mit PCB oder BPA käme unkontrolliert ins Land…
Zum Glück konnte zumindest Christian Lindner diese alberne Provokation von Plasberg kontern.

Bilder lügen nicht, heißt es, aber Bilder sagen auch nicht die ganze Wahrheit. Das Bild mit Flüchtlingen am Zaun sagt zum Beispiel nicht, dass das wahrscheinlich Menschen sind, die viel Geld zahlen konnten um Schlepper zu zahlen. Das Bild sagt nicht, dass diese Menschen auch in einem Flüchtlingslager in der Türkei hätten bleiben können, oder nach Jordanien hätten gehen können. Das Bild zeigt nicht, ob es dort wirklich Gedränge gab, oder ob es ein Bildreporter gestellt hat. Und auf diesem Bild sind vor allem auch nicht die mehr als eine Milliarde Menschen, denen es auf der Welt noch viel schlechter geht. Wieviele Menschen in Zentralafrika könnte man mit dem Geld vor Tod und Krankheit retten, dass die Unterbringung eines Flüchtlings in Deutschland kostet? Zehn, oder hundert? Und warum tut man das dann nicht?
Es führt nur in moralische Dilemmata, emotional-manipulative Bilder in einer politischen Debatte für seine Zwecke einzusetzen, und daher ist es unredlich, dass die Redaktion dieses Bild vorbereitet hat, um auf diese billige Weise für Aufregung in der Sendung zu sorgen.
Unredlich ist auch der Versuch, Politiker in die Unmenschen-die-Mauern-Bauen-Ecke zu stellen, die Angela Merkels Politik der offenen Grenzen nicht für richtig halten. Um weiter zu provozieren fragte Plasberg auch, ob man vielleicht Hunde an der Grenze einsetzen sollte, als ob die EU einen Todesstreifen wie die DDR plane.

Diese alberne Polemik, von wegen „Schießbefehl an der EU-Außengrenze“, habe ich jetzt allerdings schon zu oft gehört, darum möchte ich hier Folgendes klarstellen: Die DDR hatte den Todesstreifen, weil sie unbedingt auf den letzten Metern verhindern wollte, dass jemand ihr Land verlässt und sich damit dem Zugriff ihrer Grenztruppen entzieht. Wer hingegen die Grenze der EU in Richtung EU überschreitet, begibt sich damit erst in den Einflussbereich der EU. Es besteht also kein Grund für hektische gewalttätige und sofort wirksame Maßnahmen.
Der „EU-Grenzverletzer“ flieht ja nicht vor der EU, sondern versucht vielmehr, auf dem Gebiet der EU zu bleiben.
Die EU-Grenztruppen haben also alle Zeit der Welt, können den Grenzverletzter ganz in Ruhe kommen lassen, verfolgen, verhaften, und ausweisen. Darum sind sämtliche Versuche, krude Vergleiche zwischen dem Grenzregime einer Diktatur und der Grenzsicherung der EU zu ziehen, um die EU-Grenzsicherung in ein schlechtes Licht zu rücken, sehr daneben.

Bei „Maischberger“ war wieder ähnlich wie „Anne Will“. Das Bemühen, Frauke Petry und den Mann von der SVP durch recherchierte Inhalte (bloß) zu stellen war sicher gut gemeint, wirkte aber bemüht und wird wieder als Beleg dafür herangezogen werden, dass die öffentlich-rechtlichen Medien agieren, als seien sie Schild und Schwert der Regierung, quasi wie in anderen, lupenrein demokratischen Staaten.

Das ist schade, und ich wünsche mir, dass es in Zukunft vielleicht auch mal zur Prime-Time Diskussions-Sendungen geben würde wie den „Presseclub“ von Phoenix, wo Menschen diskutieren, die nicht aktiv in die Politik verstrickt sind und daher freier reden können, und wo keine Redaktion nach der Hälfte irgendwelche Dinge einspielen lässt, um jegliche möglicherweise entstandene Sachdiskussion durch irgendwelche provokanten Inhalte wieder zu zerstören.

Und warum nicht einmal eine Talk-Sendung machen, wo so lange geredet wird, bis niemandem mehr etwas einfällt, quasi wie „Wetten, dass“ oder „Schlag den Raab“? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk schwimmt im Geld, aber statt innovative, informative Sendungen zu machen, versucht er schlechtes Privatfernsehen zu imitieren oder die TV-Version des „Focus“ zu sein. Bunt, laut, kurz und sinnlos.

„Der heiße Stuhl“ bei RTL-Plus vor 20 Jahren war besser, informativer und interessanter als der auf Quote getrimmte Müll, den ARD und ZDF heute als moderne Talk-Sendung bezeichnen. „Das Duell“ auf n-tv und der Presseclub auf Phoenix sind meiner Meinung nach die einzigen Sendungen, die man sich ohne geistige Schäden in der Sparte Politik-Fernsehen ansehen kann.
Wirklich schade, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk den Presseclub wohl für zu intellektuell hält, um ihn dem Pöbel zuzumuten.

Und es ist alles zusammen sehr traurig. Wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk wirklich Vertrauen und Boden zurückgewinnen und weiterhin behaupten will, als Grundversorgung mit neutraler Berichterstattung unverzichtbar zu sein, dann sollte er die bestehenden Talk-Formate schnellstens kippen und neue einführen, die weniger auf Krawall gebürstet sind und tatsächlich eine sachliche Auseinandersetzung mit politischen Positionen ermöglichen.

Kann der Gender-Feminismus sein Ziel erreichen?

Das Ziel des Gender-Feminismus ist es, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die als „konstruiert“ bzw. gesellschaftlich aufgezwungen gedacht werden, zu nivellieren.

Doch ist das Ziel, alle Geschlechtsunterschiede aufzuheben, überhaupt erreichbar?

Der Genderfeminismus hat das Dogma, alle Ungleichverteilungen zwischen Männern und Frauen seien Beleg für die Ungleichberechtigung und Ungleichbehandlung.

Hier stellt sich die Frage, wie man erkennen will, wann endlich die Gleichberechtigung erreicht ist, da es statistisch gesehen immer zufällige Ungleichverteilungen geben wird.

Es sind drei Gründe für Ungleichverteilungen denkbar:

  1. systematische Diskriminierung, wie vom Genderfeminismus behauptet.1
  2. auf geschlechtsspezifischen Präferenzunterschieden basierende, geschlechtsspezifische unterschiedlich ausfallende bewusste Entscheidungen.2
  3. zufällige Ungleichverteilungen, also statistisches Rauschen.

Ich habe den deutlichen Eindruck, der Genderfeminismus hat gar keine Mittel, diese drei verschiedenen möglichen Ursachen für Ungleichverteilungen zu unterscheiden. Und damit auch kein Mittel, überhaupt zu erkennen, wann er sein Ziel erreicht hat.

Somit ist er verurteilt, endlos weiterzukämpfen, und schließlich als groteske Veranstaltung zu enden, die jegliche gesellschaftliche Unterstützung verliert.

Ich denke sogar, er ist bereits in diese Phase eingetreten.

  1. Allerdings nur bei Frauen. Männer, die miese Jobs haben, sind kein Gegenargument für den Genderfeminismus. []
  2. Der Genderfeminismus leugnet, dass es Präferenzunterschiede geben könne []

Mit geschlossenen Grenzen zur europäischen Lösung

Es wird oft gesagt, in Europa nationale Grenzen wieder zu kontrollieren sei teuer und gefährde die EU.

Ich glaube auch, dass das stimmt. Aber wenn das so ist, dann würde eine Schließung der deutschen Grenzen nicht nur Deutschland vom Flüchtlingsstrom entlasten, sondern ganz Europa wirtschaftlich empfindlich treffen. Es führt in Europa kein günstiger Transportweg an Deutschland vorbei.

Wenn Deutschland seine Grenzen schließt, dann leiden alle. Und dann wird auch die Bereitschaft steigen, Deutschland zu helfen, seine Grenzen wieder öffnen zu können.

So könnte die gesamteuropäische Lösung doch noch kommen. Es wundert mich, dass das noch nicht versucht wurde.

Verharmlosung a la Anke Domscheit-Berg

Anke Domscheit-Berg, Person des öffentlichen Lebens, laut Wikipedia IT-Strategieberaterin, Gründungsmitglied der Initiative „Frauen in die Aufsichtsräte“, Autorin von taz und Zeit, Preisträgerin des Berliner Frauenpreises etc., hat in der Phoenix Runde vom 20.1.2016, 22.15, einen schönen Beleg dafür geliefert, was für großen Quatsch man im deutschen Fernsehen unwidersprochen erzählen kann, solange es nur beschönigend-korrekter Quatsch ist.

Ich zitiere Minute 17:14: „Und wir wissen, dass 99% der Straftaten, um das, [aller,] auch noch auszuführen, [äh,] werden in Deutschland von Deutschen begangen.“

Anscheinend weiß Anke Domscheit-Berg gar nicht, dass ca. 10% der Menschen in Deutschland Ausländer sind, und dass damit zumindest ein Anteil von ausländischen Straftätern von 10% zu erwarten wäre. Oder Sie tut absichtlich so, als wäre der Ausländeranteil in Deutschland minimal.

Tatsächlich beträgt der Anteil der deutschen Verurteilten an allen Straftätern in Deutschland nur ca. 76%. Anke Domscheit-Berg liegt also bezüglich der Ausländerkriminalität um Faktor 24 daneben.

Frau Domscheit-Berg reiht sich also in die Reihe derjenigen ein, die verschleiern wollen, dass Ausländer in Deutschland tatsächlich signifikant stärker zur Kriminalstatistik beitragen als Deutsche (mit und ohne Migrationshintergrund). Das passt vom Faktor her auch zu diesem „Oktoberfest!“-Derailing bzw. der „antirassistischen“ Erzählung, in Deutschland würde ja täglich ungefähr genau so heftig belästigt und vergewaltigt wie Silvester auf der Domplatte in Köln.

Allerdings bewerkstelligt Domscheit-Berg diese Verschleierung durch Nennung der grotesken Zahl von 99% so schlecht, dass es eigentlich jedem auffallen muss. Nur in der Phoenix-Runde ist niemand darauf eingegangen.

Möglicherweise ist Ausländerkriminalität doch ein Tabu, über das man nicht oder nur so verharmlosend wie Anke Domscheit-Berg sprechen sollte, wenn man nochmal in die Phoenix-Runde eingeladen werden will?

Wie die Medien die Aufarbeitung ihrer tendenziösen Berichterstattung verweigern

Gestern wurde bei „Hart aber fair“ mal wieder diskutiert, ob es in Deutschland Sprechverbote, tendenziöse Berichterstattung und Tabus gebe.

Interessanterweise wurde dabei mit dem Beispiel des Buches von Thilo Sarrazin argumentiert; dass dieser habe in Talkshows auftreten dürfen beweise, dass es in Deutschland keine Tabus gebe.

Wenn man sich aber mal ansieht, wie sehr gegen Herrn Sarrazin „ad hominem“ argumentiert worden ist, wie der Großteil der veröffentlichten Meinung den Shitstorm gegen Sarrazin mit angeheizt hat, wie leise es aus der Ecke der „Anti-Hate-Speech-AktivistInnen“ blieb, solange nur der Richtige sein Fett weg bekam, dann denke ich, dass das Beispiel Sarrazin zeigt, dass es natürlich Tabus gab und gibt, und die heftige Reaktion auf Sarrazin inklusive der verschiedenen Versuche, ihn in die ganz rechte Ecke zu stellen, das beweist.

Man sieht ja jetzt in der Krise, welche Tabus, die es nie gegeben haben soll, alle fallen:

  1. Das Tabu, die nicht-deutsche Staatsangehörigkeit von Kriminellen zu nennen
  2. Das Tabu, die Ausweisung krimineller Ausländer zu fordern
  3. Das Tabu, die — sagen wir mal — „auffälligen Korrelationen“ zwischen Islam und Sexismus zu benennen
  4. Das Tabu, eine Leitkultur zu fordern bzw. das Tabu, die Werte der Aufklärung (Menschenrechte, Gleichberechtigung, Demokratie) als überlegen zu benennen

Plötzlich sind Dinge, die vorher mindestens „rechtspopulistisch“ gewesen sein sollen, als richtig und wahr im politischen Mainstream angekommen.
Was nichts anderes bedeutet, als dass man (Politik, Medien) vorher aus politischen Gründen Fakten und Forderungen, die die ganze Zeit über richtig waren, als „rechts“ diffamiert hat, um seine eigene, anscheinend falsche politische Agenda durchzusetzen.

Und dennoch arbeiten die Medien weiter daran, sich selbst von jedem Vorwurf der politischen Färbung und Einflussnahme freizusprechen. Solange diese Verleugnung der eigenen Rolle in den letzten Jahren und Jahrzehnten anhält, wird weiter, und leider zu Recht, von der „Lügenpresse“ geredet werden.

Was genau soll ein Einwanderungsgesetz bringen?

Deutschland hat im Moment ein gewisses Problem mit der Vielzahl der Menschen, die wegen des Totalausfalls der Sicherung der europäischen Außengrenzen nach Deutschland kommen.

Jetzt wird allenthalben ein Einwanderungsgesetz gefordert. Aber:

Was genau würde das jetzt (überhaupt)(noch) bringen?

Auf Flüchtlinge bzw. Asylberechtigte hätte ein Einwanderungsgesetz sowieso keinen Einfluss.
Und gegen den Ansturm von Illegalen, die niemand aufhält, obwohl sie keine Chance auf Asyl oder Einwanderung haben, würde das Gesetz auch nicht helfen.

Es könnte natürlich sein, dass Menschen, die nach Europa wollen, einen Einwanderungsantrag stellen würden, statt Asyl zu beantragen oder sich einschleusen zu lassen.

Aber wer von denen würde denn, wenn dieser Antrag abgelehnt wird, nicht dennoch kommen? Wo doch kaum jemals jemand wirklich abgeschoben wird, wo die Polizei so überlastet ist, dass sie weder gegen Diebesbanden noch gegen untergetauchte Nazis effektiv vorgehen kann? Wo die Grenzen anscheinend weit offen sind und sich notfalls auch immer ein Schleuser findet?

Hier stellt sich mir die Frage: Würde ein Einwanderungsgesetz in der aktuellen Situation wirklich etwas bringen? Oder ist das nur eine weitere Nebelkerze, die geworfen wird, ein Scheinargument, um sich gegenseitig im Wahlkampf Vorwürfe zu machen?

Equal Pay Day ist am 26.1.! #equalpayday

Auch dieses Jahr werden Feministinnen am 19. März wieder den „Equal Pay Day“ zelebrieren, und wie jedes Jahr die Fehlinformation verbreiten, Frauen würden mit über 20% geringeren Löhnen diskriminiert.

Tatsächlich aber besteht bei gleicher Qualifikation, gleicher Arbeitszeit, gleicher Berufserfahrung, gleicher Größe der Firma etc. nur ein Lohnunterschied von 7%.1 Das bedeutet aber nicht, dass dieser Unterschied aus Geschlechterdiskriminierung resultiert. Dieser Unterschied ist nur bisher nicht durch andere Faktoren erklärbar. Die These der Diskriminierung von Frauen ist nur eine Theorie zur Erklärung dieses Unterschiedes.

Um dem feministischen „Lügen mit Statistik“ dieses Jahr etwas den Wind aus den Segeln zu nehmen, möchte ich alle Leser dazu auffordern, am 26.1. einen Bericht zum „Equal Pay Day“ zu bringen, und darüber zu twittern etc.. Denn 7% von 365 Tagen sind nicht ganz 26 Tage, also ist der „bereinigte Gender Pay Gap Equal Pay Day“ am 26.1., nicht am 19.3..

Die dümmliche radikalfeministische Volksverblödung mit dem sogenannten „Equal Pay Day“ darf dieses Jahr nicht unwidersprochen bleiben.

  1. Was das statistische Bundesamt zwar feststellt, aber nur ganz unten und am Rande seines Berichtes darüber anmerkt, weit unter der der fetten Zwischenüberschrift „Frauen verdienen 22% weniger“ []