Lehren aus Trumps Rückzug aus Nordsyrien

Donald Trump hat beschlossen, alle Truppen aus Nordsyrien abzuziehen, weil er meint, US-Truppen hätten dort im Endeffekt nichts zu suchen und es gebe dort nichts, wofür die USA kämpfen sollten. Der IS sei ja besiegt. Der Rest für die USA quasi nicht so wichtig.

Damit erfüllt Trump eigentlich jahrzehntelange Forderungen, die USA sollten nicht überall Weltpolizei spielen, Öl ins Feuer gießen, etc..

Aber anstatt sich zu freuen, sind die Kräfte, die vorher oftmals den US-amerikanischen Imperialismus beklagt haben, jetzt enttäuscht.
Ich sehe hier eine gewisse kognitive Dissonanz.

Anscheinend gibt es doch „gerechte Kriege“ und „gute Besatzungen“? Anscheinend ist eine — mit einer weltweiten Präsenz amerikanischer Soldaten einhergehende — „Pax Americana“ doch besser, als Warlords, Diktatoren und Machthaber machen zu lassen, was sie wollen?

Wenn das so ist – müsste man dann nicht seine eigene negative Haltung zum Einsatz militärischer Macht möglicherweise überdenken?

#Cheerleading, das „falsche Frauenbild“ und der Unterschied zwischen liberalem und kollektivistischem Feminismus

Der Basketballclub Alba Berlin hat die Auftritte seiner Cheerleader abgeschafft.
Grund: Der Auftritt von leicht bekleideten Frauen als „Pausenfüller“ vermittle nicht das richtige „Frauenbild“.

Nun kann man sich fragen, ob das „De-Platforming“ von Frauen, bzw. das Unsichtbarmachen von Sportlerinnen noch Feminismus ist oder schon spießig-reaktionärer Zucht-und-Ordnungs-Konservatismus mit Tendenz zum politischen Islamismus, der Frauen am liebsten nur züchtig verhüllt vor die Tür lassen will; Künstlerinnen zu „Pausenfüllern“ zu erklären1 ist auf jeden Fall eine Unverschämheit. Die Show-Acts in der Halbzeitpause des Superbowls jedenfalls werden trotz auch manchmal knapper Bekleidung meist nicht mit dem abwertenden Begriff „Pausefüller“ bezeichnet.

Man muss sich aber auch fragen, wie ein viertelstündiger Auftritt der „Alba Dancers“ irgendeinen effektiven Einfluss auf das „Frauenbild“ haben soll. Wird der durchschnittliche Betrachter durch den Auftritt einer Hand voll Tänzerinnen plötzlich glauben, die meisten Frauen in Deutschland seien zwischen 20 und 30, durchtrainiert, und akrobatisch? Wohl kaum. Denn die alltäglicher Erfahrung zeigt wohl eher, was auch die Statistik besagt: Die durchschnittliche Frau ist ca. 45 Jahre alt (und kann wahrscheinlich nicht mal richtig Purzelbaum).

Da aber von einem „falschen Frauenbild“ die Rede war, muss es wohl darum gehen, dass der Auftritt der „Alba Dancers“ in Bühnenoutfits (aus feministischer Sicht) den Eindruck fördern könne, Frauen sollten oder müssten knapp bekleidet und für den „male gaze“ verfügbar sein.

Dieses „falsche Frauenbild“ soll jetzt verhindert werden, in dem Frauen sich nicht mehr leicht bekleidet zeigen dürfen.
An anderer Stelle erklären es Feministinnen zu „Victim Blaming“, wenn Frauen empfohlen wird, an bestimmten Orten zu bestimmten Zeiten nicht all zu knapp bekleidet herumzulaufen. Sehe nur ich da einen Widerspruch?

Entweder es ist feministisch, wenn Frauen überall knappe Outfits anziehen dürfen, oder es ist feministisch, zu verhindern, dass Frauen in knappen Outfits auftreten. Beides geht nicht.

Bei ersterem geht es um Freiheit, individuell Bekleidungs-Entscheidungen treffen zu dürfen (positive Freiheit, Freiheit zu etwas), bei zweiterem geht es darum, die Masse der Frauen vor den angeblich durch „falsche Kleidung“ entstehenden Ansprüchen der bösen starrenden Männer zu schützen (negative Freiheit, Freiheit von etwas, in kollektiver Form).

Vielleicht sollte sich der Feminismus mal einigen, ob er ein liberaler individueller Freiheits-Feminismus sein will, oder eine Art kollektivistischer Verbots-Feminismus.

  1. oder zu zweitklassigen Praktikern einer verdorbenen, minderwertigen Möchtegern-Kunst []

Fax schlägt eMail oder: Wie mit dem ePerso eine Chance vertan wurde

Die FASZ schreibt heute im Wirtschaftsteil „Fax schlägt E-Mail“ – immer mehr Firmen weigern sich aus Datenschutzgründen, E-Mails zu schicken; das Fax sei wieder auf dem Vormarsch.

Ich weiß nicht, ob ich angesichts dieser Groteske lachen oder weinen soll.

Mit dem ePerso und der Initiative Volksverschlüsselung könnten wir längst eine sichere verschlüsselte E-Mail-Infrastruktur haben, für jedermann.
Aber die Regierung fördert die private Verschlüsselung nicht, sondern be- und verhindert sie möglicherweise sogar mit dem Ziel, dass die Kommunikation von Privatleuten hübsch abhörbar bleibt. Wie sonst kann es sein, dass man vom ePerso nichts hört, es keine Förderungen (mehr) gibt, Unsinn wie „DE-Mail“ und das „besondere elektronische Anwaltspostfach“ angeschoben und in den Sand gesetzt werden, und man sich in Estland wahrscheinlich über Deutschland kringelig lacht? Das wirkt doch alles so, als ob hier mit Absicht Verschlüsselung so schwer wie möglich gemacht oder verhindert werden soll, vor allem natürlich auch für einfache Leute.

Wenn jeder nur seinen ePerso und einen Kartenleser brauche würde, um sicher E-Mails zu verschicken – wo kämen wir denn da hin?

Naja, wo wir dank der Politik unserer großen Koalition der Fortschrittsverhinderer von Union und SPD hin kommen, sehen wir ja – zurück ins Zeitalter der Leitungsvermittlung, wo jeder Nachrichtendienst die Faxe schön unverschlüsselt abfangen kann und wo die Empfänger dann sehen können, wie sie die zerpixelten Daten wieder digitalisiert bekommen.

Das alles kotzt mich nur noch an.

Wen soll man denn 2021 wählen, um diesen Wahnsinn zu beenden? Die Piraten sind ja blöd genug, weiter an ihrer albernen Basisdemokratie festzuhalten; haben immer noch nichts aus der Übernahme durch die Linksextremisten gelernt, die nur dank Basisdemokratie überhaupt möglich war. Bei der FDP weiß man nicht, ob sie nicht aus „Staatsräson“ weiter private Verschlüsselung blockieren würde. Die Grünen… hmm… produziert das Internet nicht viel mehr CO² als so ein Fax? Und Union und SPD kann man natürlich sowieso vergessen, nachdem sie unser Land seit nunmehr 10 Jahren gegen die Wand fahren lassen.

Feldzug gegen anonymes Bezahlen?

Ich habe mir einen Paysafe-Card gekauft, um bei Amazon/Google etwas zahlen zu können.
Geht aber gar nicht (mehr, so wie früher).
Um den Code einlösen zu können, soll man ein myPaySafeCard-Konto anlegen, mit seinen gesamten persönlichen Daten, das muss man dann mit Google/Amazon verknüpfen, und dann kann man damit zahlen.
War es nicht der Sinn, dass man mit den Paysafe-Cards anonym zahlen kann? Was soll das? Irgendwelche Ideen?

Elektromobilität: Alternative zu Verbrennern? ÖPNV – Alternative zum Individualverkehr?

Mobilität ist ein Luxus, den die Menschen über viele Jahrhunderte nicht hatten.
Heute können die meisten Menschen reisen, wohin sie wollen – vor allem natürlich die oberen Schichten. Doch auch die Mittel- und Teile der Unterschicht konnten dank PKW zumindest in ihrem Lebensumfeld mobil sein.

Kleinwagen waren und sind, meiner Meinung nach, eine Freiheits-Errungenschaft des Industriezeitalters.

Doch heute wollen linke und grüne Politiker das Rad der Zeit zurückdrehen. Der Individualverkehr soll zurückgebaut werden, Menschen sollen mit dem öffentlichen Personennahverkehr fahren.
Das klingt ökologisch etc., nur ist das Problem, dass zentral geplante Fahrpläne nie so effizient sein können wie der Individualverkehr, wo einfach jeder jederzeit dorthin fahren kann, wohin er will.

Das heißt, die Kraftstoffeinparung kommt zum Preis von Zeitverschwendung, weil Menschen sich am Takt der Verkehrsbetriebe ausrichten müssen. Bei Schulkindern klappt das zwar einigermaßen, aber auch nur, weil man weiß, dass zu bestimmten Zeitpunkten bestimmte Mengen Kinder zu bestimmten Wohnorten fahren müssen. Bei Arbeitnehmern weiß man nicht so genau, wann diese wo sein müssen, schon gar nicht mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und Gleitzeit.

Die Idee, die Verbrenner durch Elektromobilität zu ersetzen klingt auch erstmal gut, aber Millionen bis Milliarden Autos mit Akkus aus Kobalt und Lithium werden sich nicht bauen lassen. Hinzu kommt, dass es Wahnsinn ist, die bestehende Infrastruktur zum Tanken und die existierenden Autos aufgeben und durch eine Lade-Infrastruktur ersetzen zu wollen. In einem Land, das es nicht schafft, eine Hochspannungsleitung durch Bayern zu bauen, weil Bürgerinitiativen protestieren. Und das aus den gleichen Gründen auch keine neuen Bahnstrecken bauen kann. Etc..
Sinnvoller, als Elektromobilität zu fördern wäre darum meiner Meinung nach die Erzeugung von Bio-Kraftstoffen oder synthetischen Kraftstoffen. Natürlich sind Verbrenner nicht sehr effizient, aber Elektroautos sind wegen der Verluste bei der Stromerzeugung, den Transportverlusten und den Ladeverlusten auch nicht besser; die Verbrenner-Technologie ist hier also vom Wirkungsgrad gleichauf. Zudem lässt sich Energie viel leichter in Kraftstoffen speichern als in Akkus; die Energiedichte von Diesel ist über 50-mal höher als die von Li-Ion Akkus, die zudem aus jeder Menge teurem und giftigen Lithium und Kobalt hergestellt werden müssen, weswegen Elektroautos gerade für die unteren Schichten langfristig nicht erschwinglich sein werden, vor allem, wenn die Nachfrage noch weiter steigen sollte.

Die Strategie der Bundesregierung, auf Elektromobilität zu setzen, und die Pläne von linken und grünen Politikern, den Individualverkehr zurückzudrängen, sind daher meiner Meinung nach zum Scheitern verurteilt. Sie werden als negative Beispiele für verfehlte, ideologisch motivierte gesellschaftspolitische Experimente in die Geschichte eingehen, bei denen ohne nachhaltige Erfolge jede Menge Geld verbrannt worden sind.

Mord in Frankfurt, Mord in Stuttgart…

In den letzten Tagen sind zwei Menschen von Zuwanderern getötet worden.

Rechte behaupten einen Zusammenhang mit der Herkunft und ggf. auch Religion oder Hautfarbe des jeweiligen Täters – als könnten weiße Europäer nicht ebensolche Taten verüben.
Feministinnen weisen darauf hin, dass der Täter ein Mann war – als würden Frauen keine Verbrechen begehen.
Beides ist natürlich rassistischer bzw. sexistischer Unsinn.

Nun kann man sicher aus den Eigenschaften einer Person nicht darauf schließen, dass jemand individuell eine besondere Gefahr darstellt.

Aber was die Menschen zu recht aufregt ist, dass viele Verbrechen gar nicht hätten passieren können, wenn die Schweiz und die EU nicht so großzügig beim Gewähren und Verlängern von Duldungen für Menschen wären, die keinen Asyl- oder Fluchtgrund haben.

Jeder Migrant, der ohne zwingenden Grund geduldet wird und dann auf deutschem Niveau Ressourcen und Wohnraum verbraucht, vielleicht Sozialleistungen kassiert oder gar kriminell wird, belastet unsere Gesellschaft, wenn er nicht mehr als den Durchschnitt der Leistung der hier bereits lebenden Bevölkerung erbringt.

Und viele Leute wollen gerne wissen, warum der Staat großzügig Duldungen ausspricht, statt auszuweisen, warum er wirtschaftliche Schäden und erhöhte Kriminalität hinnimmt, statt illegal Migrierte wieder vor die Tür zu setzen. Diese Menschen sind der Ansicht, dass die negativen Effekte der Migration die positiven überwiegen, dass der Preis in Form von Kriminalität und Belastung des Sozialsystems höher ist als der Gewinn z.B. durch die Abmilderung der negativen Effekte des demographischen Wandels. Einige davon natürlich auch mit schlechten, fremdenfeindlichen Motiven im Hinterkopf.

Andere Menschen wiederum halten jegliche Ablehnung von Migration per se (also auch mit rationalen Gründen) für falsch und für einen Beweis von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, und manche sind sicher auch davon überzeugt, dass Migration tatsächlich mittel- bis langfristig überwiegend positive gesellschaftliche Effekte haben müsse.

Die Diskusison, ob Europa es sich leisten kann, großzügig auch illegale Migranten aufzunehmen, oder ob eine „Festung Europa“ sich so gut wie möglich abschotten soll, wurde leider in Deutschland nie richtig geführt.
Und weil diese Diskussion nie zu Ende geführt wurde, bricht sie immer wieder aus, wenn prominente Negativbeispiele für die mittelbaren oder unmittelbaren Folgen illegaler, staatlich geduldeter Migration in den Medien berichtet werden.

Um den gesellschaftlichen Frieden wiederherzustellen sollte darum diese Debatte jetzt endlich einmal zu Ende gebracht werden, was in der aktuellen Situation, wo die Debatte bereits vergiftet ist durch „Gutmenschen“- und „Nazi“-Vorwürfe, natürlich ein beispielloser Kraftakt wäre. Aber es ist meiner Meinung nach notwendig endlich zu klären, ob die Mehrheit des stimmberechtigten Volkes mehr oder weniger Migration und mehr oder weniger Abschiebungen will.

Erst wenn das geklärt ist, wird in der politischen Landschaft wieder Ruhe einkehren.

Gender-Aspekte des Ressourcenverbrauch / #EarthOvershootDay

Männer-Bashing ist weltweit ein beliebter Sport von „progressiven“ Feministinnen.

Dabei scheint es so, wenn man aus Anlass des sogenannten „EarthOvershootDay“ mal genau hinsieht, dass eher Frauen als Männer den Planeten vor die Hunde gehen lassen.

Denn Frauen verplempern die Ressourcen des Planeten stärker als Männer: Sie kaufen doppelt so viel Kleidung. Sie verursachen höhere Heizkosten. Sie besitzen die meisten (unnötigen) Haustiere, die unnötig Fleisch konsumieren und Naherholungsgebiete und Gärten mit Fäkalien verseuchen, und verursachen durch ihren höheren Kosmetik- und Medikamentenverbrauch höhere Belastungen der Gewässer mit Mikroplastik und Hormonen. Und auch bei SUV-Fahren und Urlaubsreisen sind Frauen kein Stück umweltfreundlicher als Männer.

Sind Frauen also das Umwelt-zerstörerischere Geschlecht? Gibt es eine „polluting femininity“? Das wäre doch mal ein Thema, dessen sich die Gender-Studies annehmen könnten.

Vernichtung zurückgesendeter Waren verbieten!? Oder besser das unverkäuflich-Machen?

Es ist nicht schön, wenn Unternehmen zurückgesendete Waren vernichten. Und es ist Verschwendung.

Aber wenn jetzt von den Grünen ein Verbot gefordert wird, diese Waren zu vernichten, ist das meiner Meinung nach zu kurz gedacht.

Es sollte nicht verboten werden, unverkäufliche Waren zu vernichten, es sollte den Verbrauchern nicht möglich sein, Ware unverkäuflich zu machen bzw. Waren zurückzusenden, die nicht mehr ohne weiteres wieder-verkaufbar gemacht werden kann.

Hier sollte die Politik ansetzen: Bei den Rücksenderegelungen, die von den Verbrauchern genutzt werden, um wie im Laden „auf Probe“ zu bestellen und dann alles wieder „zurückzulegen“, was nicht gefällt. Damit zerstört die Politik den großen Vorteil, den der stationäre Handel hat oder zumindest hätte: Die Möglichkeit, anzuprobieren und auszusuchen.

Die Rücksenderegelungen machen das jetzt auch im Online-Handel möglich und führen zu absurden Ergebnissen wie der Vernichtung von unverkäuflich werdenden Waren. Also sollte die Möglichkeit der Rücksendung auf Waren eingeschränkt werden, die auch nach der Rücksendung weiter verkäuflich sind, und nicht viel weitergehender sein als die Rückgabemöglichkeiten im Ladengeschäft.

Verdammt SPD, verlass‘ die #GroKo!

Seit Lafontaine jegliche gute Idee der CDU in den 90ern durch sein „Unsozial!“-Geplärre verhindert hat — so dass dann Schröder gar nicht mehr anders konnte, als harte Reformen durchzuführen — empfinde ich eine tiefe Verachtung für die SPD.

Dennoch habe ich einen Rest von Mitleid mit den vielen guten Menschen an der Basis dieser Partei.
Wie schrecklich muss es erst sein, dem Niedergang der SPD zuzusehen, wenn man die Partei liebt?

Darum bitte, liebe SPD, verlass‘ doch endlich die große Koalition! Was für einen Grund könnte es noch geben, weiter in der tödlichen Umklammerung der unsäglichen Merkel-Union jede Wahl ein Stück mehr zu sterben?
Dieser Union, deren einzige Werte, an denen sie sich orientiert, die Umfragewerte der Demoskopen sind? Dieser Union, die nach Belieben, aus reinem Populismus, Positionen annimmt und wieder aufgibt, solange dies hilft, in der vermeintlichen Mitte der Gesellschaft genug Zustimmung für die Union zu generieren?

Eure Partei war doch irgendwann, in den 70ern, noch ganz okay, und das ist keine 50 Jahre her, da könnte man doch drauf aufbauen. Lasst diese unsägliche große Koalition scheitern. Habt ein Einsehen!

Seid doch bitte einmal etwas weniger scheiße!

Rezos „CDU zerstören“-Video

Das Video von Rezo habe ich nur ca. zu einem Drittel gesehen, also nur den Teil, wo es um Klimawandel und Armut geht.

Zunächst mal ist dieser Teil natürlich vollkommen einseitig. Sicher, es gibt sehr viele Studien, die den Klimawandel belegen wollen, und auch die Verteilung von Reichtum und Armut in Deutschland ist belegt, aber dennoch wäre es klug gewesen, Gegenargumente zu recherchieren, zu benennen und ggf. zu widerlegen.

Wie wäre es zum Beispiel damit gewesen, darauf hinzuweisen, dass zwar die Reichen in Deutschland in den letzten Jahren *relativ* immer reicher geworden sind, dass aber heute „Armut“ in Deutschland ein Zustand ist, der sich von „Armut“ vor 60 Jahren ganz erheblich unterscheidet? Das wäre souveräner gewesen als scheinbar nur Wahlkampfparolen der Linken zu reproduzieren.

Wirklich nur Argumente für die eigene Meinung zu benennen riecht auch stark nach „Confirmation Bias“ und wirkt daher nicht sehr überzeugend. Überzeugend hätte gewirkt, die stärksten Gegenargumente zu recherchieren, zu benennen und zu widerlegen.

Wichtig wäre auch gewesen anzuerkennen, dass in der Wissenschaft eben nicht immer das richtig sein muss, was die meisten für richtig halten. Die Geschichte der Wissenschaft ist voller Beispiele dafür, dass manchmal auch der eine Freak recht haben kann, der allein anderer Meinung ist (Galileo Galilei, Einstein, solche Leute). Davon, dass die „Mehrheit“ irgendetwas meint, ableiten zu wollen, dass es richtig sei, zeigt mangelndes Verständnis für Wissenschaftlichkeit.

Im neunzehnten und beginnenden zwanzigsten Jahrhundert meinten die Eliten, aus „wissenschaftlichen Erkentnissen“ der Eugenik politische Maßnahmen ableiten zu können und zu müssen. In den sozialistischen Staaten meinten die Eliten, Sozial- und Wirtschaftspolitik auf „wissenschaftlichen Prinzipien“ aufbauen zu können. Mit den bekannten Folgen. Es sollte also zumindest kritisch hinterfragt werden, was Wissenschaft an Erkenntnis gewonnen zu haben *glaubt*, bevor man darauf langfristige und sehr einschneidende politische Maßnahmen aufbaut.

Und wenn man mit Studien um sich wirft, die sämtlich die eigene Meinung stützen, sollte man nicht nur die mögliche eigene Voreingenommenheit im Hinterkopf haben, sondern zusätzlich auch an den möglichen „Publikationsbias“ bedenken, der dazu führt, dass vor allem Studien mit „interessanten“ Ergebnisse veröffentlicht werden, Studien mit erwarteten oder „langweiligen“ Ergebnissen hingegen weniger häufig.
„Wir werden alle sterben“ ist z.B. ein interessanter Studientitel, mit dem man auf das Titelballt der „Nature“ kommen kann, „Wahrscheinlich passiert nichts oder nicht sehr viel“ hingegen ist der Titel einer Studie, die eher gar nicht veröffentlicht werden wird.

Aber Rezo weiß entweder nichts von diesen Dingen, oder er spricht sie nicht an, und wirkt dadurch leider nicht besonders überzeugend, sondern wie ein aufgeregter Jugendlicher mit terminaler Weltuntergangspanik. Nicht zuletzt, weil auch „Zerstörung der CDU“ als Titel sich nicht unbedingt so anhört, als sei Rezo ein überzeugter Demokrat mit Faible für Pluralismus etc..

Wenn er das wäre, würde er wahrscheinlich auch nicht die These vertreten, die Politik müsse auf die Mehrheitsmeinung der Wissenschaftler hören.
Gute Politik ist es eben nicht, wissenschaftlichen Mehrheitsmeinungen hinterherzurennen, sondern einen Interessenausgleich aller gesellschaftlichen Gruppen hinzubekommen. Demokratie ist gerade keine „Expertokratie“, wo (vermeintliche) Experten bestimmten, sondern ein Mechanismus, der auch dem letzten Deppen eine Stimme zugesteht, damit nicht nur eine Elite, sondern alle Bürger an Entscheidungen teilhaben. Nicht weil tatsächlich alle Bürger Ahnung hätten, sondern weil man alle einbinden muss, um den gesellschaftlichen Frieden dauerhaft zu bewahren.

Bisher hat die Demokratie immer recht gut funktioniert, zumindest besser als alle autoritären Regime, die „alles besser machen“ wollten. Auch bei der Bedrohung durch den möglichen Klimawandel wird das wieder so sein.

Ich habe ein wenig Angst, dass die Klima-bewegten Jugendlichen irgendwann nach einem starken Führer rufen werden, der eine radikale Klima-Politik mit aller Macht durchsetzt, wenn ich so höre, dass durch den „irreversiblen Klimawandel“ nichts weniger als eine Art Weltuntergang drohen soll, so dass der Zweck der Klima-Rettung scheinbar jedes Mittel heiligen würde.
Aber am Ende wird es darauf ankommen, kluge Wege aus der CO²-intensiven Wirtschaft zu finden, die dann auch Indien und China umsetzen können und wollen.