Unsere abgewählte Regierung, ihre untätige Exekutive, und das „Es gibt keine einfachen Lösungen“-Argument (gegen AfD/Linke)

Ohne Zweifel gibt es für die Herausforderungen unserer globalisierten Welt oftmals keine einfachen Lösungen.

So gesehen ist das Argument, bestimmte Parteien hätten keine Lösungen für die Probleme Deutschlands, Europas und der Welt, sicher richtig. Aber auch trivial.

Und wenn Parteien wie CDU und SPD, die seit Jahren regieren, dieses Argument bringen, um von der Wahl anderer Parteien abzuhalten, dann ist es (leider) absurd.

Denn CDU und SPD sind seit langer langer Zeit in der Regierung und haben für viele lang bekannte Probleme trotz der enormen Möglichkeiten, die der Regierung zur Verfügung stehen, keine Lösungen gefunden, weder einfache, noch komplizierte.
Angela Merkel hat selbst der „einfachen Lösung“ Dublin III zugestimmt (Die EU-Länder mit Außengrenzen sollten allein alle Asylbewerber aufnehmen, registrieren, und ggf. abschieben), die ihr dann um die Ohren geflogen ist.
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Sexuelle Neigungen und feministische Mythen aus den 70ern

In einem Text „Frauen, hört auf, euch beim Sex zu unterwerfen!“ von Katja Lewina kommt das ganze Elend des aktuellen Feminismus zum Ausdruck. Zitat:

Ich bin weit davon entfernt, die Bettspielchen von anderen zu verurteilen. Dennoch frage ich mich: Wie sehr kann so ein Hang zur Submission individuelle Veranlagung sein, wenn er doch eindeutig geschlechtsspezifisch ist? Das ist so, als würde man behaupten, all die Frauen würden aus einem inneren Drang heraus so wahnsinnig gern in Care-Berufen arbeiten, in denen man kaum was verdient. Dabei ist inzwischen so ziemlich jedem Waldbewohner klar, dass Frauen diese Berufe vor allem deswegen ergreifen, weil sie entsprechend sozialisiert wurden.

Was stimmt an diesem Zitat nicht?
Nun, zuerst mal der erste Satz. Wie kann man behaupten, „die Bettspielchen von anderen nicht zu verurteilen“, wenn man in der Überschrift seines Artikels andere in Befehlsform auffordert, gefälligst ihre Bettspielchen nach dem Gusto der Autorin zu betreiben?

Und dann kommt der Rest, der die alte feministische These reproduziert, Frauen und Männer seien gleich und hätten keine angeborenen geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Neigungen. Denn nur dann wäre ja ausgeschlossen, dass Fraue möglicherweise tatsächlich geschlechtsspezifisch häufiger eine individuelle Neigung zur (erotisch-spielerischen!) Unterwerfung verspüren könnten.

Und diese These, dass Frauen und Männer eigentlich gleich seien, sein sollten oder sein müssten, ist das feministische Dogma; das Dogma, an dem der Feminismus langfristig scheitern wird.

Dass Männer und Frauen unterschiedliche Fähigkeiten und Interessen haben, ist wissenschaftlich gesichert. Schon bei Neugeborenen sind Geschlechterunterschiede in der Wahrnehmung nachweisbar. Und dass Frauen empathischer und „sozial intelligenter“ sind, sprachlich gewandter und im Lesen im Allgemeinen besser, wird auch in feministischen Kreisen sehr gerne akzeptiert. Merke: Geschlechterunterschiede zugunsten von Frauen sind feministisch okay.

Wenn es aber darum geht, es könne auch Geschlechterunterschiede geben, die die Auswirkung haben könnten, dass Frauen sich nicht so verhalten, wie Feministinnen das gerne sehen wollen, dann ziehen sich Feministinnen stets wieder auf das Dogma zurück, Frauen und Männer seien komplett gleich und alle Unterschiede müssten vom bösen Patriarchat anerzogen sein.

Tatsächlich ist es aber so, dass Frauen natürlich nicht nur geschlechtsspezifische Stärken haben, sondern auch geschlechtsspezifische Interessen und Vorstellungen. Darum arbeiten Frauen offensichtlich tatsächlich lieber als Männer in Care-Berufen.1

Über 90% aller Frauen fühlen sich von Männern sexuell angezogen. Die Idee, das könne vom Patriarchat so anerzogen worden sein und hätte nichts damit zu tun, dass Menschen Säugetiere sind und möglicherweise schon ausgestorben wären, wenn es anders wäre, ist vollkommen lächerlich.
Entsprechend ist es auch recht einfach vorstellbar, da naheliegend, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechtes signifikant andere sexuelle Neigungen und Phantasien haben. Ganz ohne dass „das Patriarchat“ hier eingreift.

Schade, dass das seit den 70ern, wo man sich gerne einbildete, man könne quasi aus „politischen Gründen“ lesbisch sein, nicht bei den Feministinnen angekommen ist.
Und traurig, dass „Jetzt“ bzw. „SZ“ diesem Unsinn heute noch Raum geben.

  1. Und diese werden deshalb schlechter bezahlt, weil sie Personal-intensiv sind. Es gibt keine Produktionssteigerungen, die höhere Gehälter rechtfertigen könnten, wie in vielen „Männer-Berufen“, wo der Einsatz von (immer besseren) Maschinen zu höheren (Export-)Einnahmen führt, die dann teilweise an die Arbeiter weitergegeben werden können. Siehe auch hier. []

Chemnitz und der „Kampf gegen Rechts“

Nachdem in Folge einer Messerstecherei auf einem Stadtfest in Chemnitz eine Person gestorben ist, ist es in Chemnitz zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen gekommen.

Und wie stets wird jetzt gefordert, den „Kampf gegen Rechts“ zu intensivieren.

Leider kann das heute meiner Meinung nach niemand mehr ernst nehmen, denn: Solange ich denken und mich erinnern kann, wurde vor „steigendem Antisemitismus“ und „mehr Rechten“ gewarnt. Also seit ca. 30 Jahren. 1

Jetzt wieder einmal noch mehr „Kampf gegen Rechts“ zu fordern ist zwar sicher super-guet gemeint, aber ziemlich lächerlich, denn wenn nach 30 Jahren Intensivierung des „Kampfes gegen Rechts“ Chemnitz herauskommt, dann muss man sich vielleicht doch einmal ehrlich machen und zugeben, dass der „Kampf gegen Rechts“ stets nur in Sonntagsreden geführt wurde und tatsächlich nie wirklich effektiv war.

Vielleicht sind rechte und linke Einstellungen in der Bevölkerung einfach immer zu einem bestimmten Anteil verbreitet, und kommen nur abhängig von der Situation mehr oder weniger radikal zum Vorschein? Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass es irgendeine erprobte und wissenschaftlich bestätigte Möglichkeit gäbe, diese Einstellungen, die statistisch gesehen auch Abhängigkeiten von Geschlecht und Lebensalter zeigen, tatsächlich zu ändern. Weder konnte die „antifaschistische“ DDR tatsächlich rechte Einstellungen in der DDR verhindern, noch konnten die Kommunisten in Polen die Religiösität der Polen großartig vermindern, noch können z.B. die „turbokapitalistischen“ USA linke Bewegungen verhindern.

Was soll also das (Sonntags-)Gerede vom „Kampf gegen Rechts“, das seit 30 Jahren rein gar nichts nützt, jetzt wieder?

Was man ändern kann, sind die Umstände. Solange die GroKo von Krise zu Krise taumelt und sich „Herausforderungen“ stapeln, die die Bevölkerung bitte mal für die Regierung annehmen und bewältigen soll, werden Zukunftsangst und Nervosität Radikalismus fördern.

Wenn die Zukunftsaussichten wieder gefühlt besser würden, würden auch die politischen Verhältnisse wieder entspannter.

2013 hat die Regierung Merkel der europäischen Asyl-Regelung Dulbin-III zugestimmt und sämtliche Verantwortung für Migration auf die Staaten mit EU-Außengrenzen abgeschoben, was vollkommen unfair und unsolidarisch war. Darum ist diese Regelung auch 2015 an der Realität gescheitert.

Frau Merkel und der großen Koalition, das hat sich gezeigt, fehlt jegliches Talent dafür, europäisch und langfristig zu denken. Sie „bewältigt“ vorrangig Krisen, die sie selbst geschaffen hat. Auch die Ausschreitungen in Chemnitz hat sie mittelbar verursacht, indem sie – ohne Parlament oder Bevölkerung zu fragen – 2015 eine Massenmigration in Gang gesetzt hat und vielleicht sogar in Gang setzen musste, um den gigantischen Fehler, den man 2013 mit der Verabschiedung von Dublin III ohne tatsächlich effektive Sicherung der Außengrenzen gemacht hatte, wieder einigermaßen auszubügeln.

Der Rechtsruck in Europa ist vor allem auch ein Effekt dieser von Euro- zu Griechenland- zu Flüchtlings-Krise taumelnden Politik, die den Menschen trotz größtenteils gut laufender Wirtschaft ein Gefühl permanenter Verunsicherung vermittelt.

Die einzige Möglichkeit, einen „Kampf gegen Rechts“ zu führen sehe ich darin, bessere, langfristigere, durchdachtere Politik zu machen, die geordnete Verhältnisse und Sicherheit verspricht. Symbolpoltik und Sonntagsreden und weitere GroKo-Schnellschüsse werden jedenfalls keinen beruhigenden Effekt haben.

  1. Das war immer schon ein Stück weit absurd, denn nach 1945 müsste der Anteil von Rechten und echten Nazis in der Bevölkerung irgendwann auch mal zurückgegangen sein. Und nach der „Sozialdemokratisierung“ der Union und vor dem Aufstieg der AfD waren – parteipolitisch gesehen – auch kaum noch welche übrig. []

Trumps 2% oder: Einwanderung via Fremdenlegion

Trump setzt Deutschland unter Druck, endlich 2% des BIP für Verteidigung auszugeben.

Gleichzeitig hat die Bundeswehr Probleme, genug Personal zu finden, und wir haben Probleme, junge Männer aus aller Welt zu integrieren (oder wieder loszuwerden), die ihr Glück in Europa und Deutschland suchen.

Da frage ich mich:
Was spricht eigentlich gegen die Gründung einer Fremdenlegion in Deutschland?
Wer einwandern will, der könnte, bei anderweitig zu geringer Qualifikation, für 15 Jahre bei der deutschen Fremdenlegion unterschreiben. Das wäre eine legale Möglichkeit, einzuwandern.
Deutschland hätte genug Soldaten; es gäbe Jobs für geringqualifizierte Afrikaner; wir könnten so Teile der Integrationskosten zu militärischen Kosten erklären.
Und mit Hilfe unserer einsatzfähigeren Armee könnten wir auch in Afrika den einen oder anderen Krieg gemäß unserer Interessen entscheiden bzw. Demokratien aufbauen, mit denen wir dann Handel treiben und wo wir ggf. Standorte für die Beantragung von Asyl außerhalb Europas einrichten könnten.

Für mich eine Win-Win-Win-Win-Situation. Warum also nicht?

Ist die Rettung seeuntüchtiger Schlepper-Boote (christlich) moralisch geboten?

Es gibt im Moment Debatten, ob die Rettung von Migranten aus Seenot im Mittelmeer richtig oder falsch sei.

Es gibt die Meinung, die Rettung sei immer moralisch geboten, denn es gehe um Menschenleben, und die Menschen würden sich aus Verzweiflung in die Hände der Schlepper begeben und seien darum nicht dafür verantwortlich zu machen, dass sie in Seenot geraten. Entsprechend hätten sie moralischen einen Anspruch auf Hilfe.

Und es gibt die Meinung, wer sich für Geld von einem Schlepper vorsätzlich in Seenot bringen lasse, habe moralisch seinen Anspruch auf Rettung verwirkt, weil sein egoistisches Ziel sei, durch die Seenot eine Passage nach Europa zu erzwingen. Und wer genug Geld für Schlepper habe, habe auch Alternativen zum Versuch, nach Europa zu gelangen, könne also nicht verzweifelt sein.

In der Bibel gibt es die Geschichte von Sankt Martin, der dem armen Mann in der Kälte die Hälfte seines Mantels gibt.
Es ist eine schöne Geschichte über Nächstenliebe und Hilfe für einen Menschen in der Not; einen Menschen, den wir uns als zufällig schlecht vorbereitet von der Kälte überrascht vorstellen.

Ist ein Sankt Martin vorstellbar, der nach ein paar Ritten durch die Kälte stets Berge von Mänteln mitführt und an Menschen verteilt, die sich absichtlich halbnackt in die Kälte gestellt haben, um von ihm einen halben Mantel zu bekommen? Die sogar noch Geld dafür bezahlen um von Geschäftemachern zu erfahren, auf welcher Route Sankt Martin das nächste Mal durch die Kälte reiten wird? Ein Sankt Martin, der sich auf diese Weise erpressen lässt? Ich denke nicht.

Ich glaube, andere dadurch zu Handlungen zu manipulieren, ja zu diesen Handlungen zu nötigen zu versuchen, dass sie eine Unterlassung dieser Handlungen als unmoralisch empfinden würden, ist selbst unmoralisch.
Auch der Gutmütigste braucht seine Gutmütigkeit nicht ausnutzen zu lassen.
Von daher ist es meiner Meinung nach zumindest nicht moralisch geboten, die Kunden nordafrikanischer Schlepper zu retten, denn das Handeln der Schlepper und auch der Kunden der Schlepper ist selbst unmoralisch.

Da man nun aber damit angefangen hat, Rettungen durchzuführen, wäre es falsch, diese jetzt plötzlich einzustellen und Menschen sterben zu lassen, um „ein Exempel zu statuieren“. Statt dessen sollte weiter gerettet werden, doch die Menschen sollten nach Afrika zurückgebracht werden. So würde das Geschäftsmodell der Schlepper ebenfalls zerstört, und das Problem ertrinkender Menschen im Mittelmeer wäre bald gelöst. Niemand würde Überfahrten kaufen, die dann nicht klappen, es würden keine Überfahrten mehr stattfinden, und folglich würde niemand mehr ertrinken.

Wir brauchen Männerrechtler oder: Der Feminismus „holt mich nicht ab“.

Wenn irgendwann ein Buch über die politische Sprache des 21ten Jahrhunderts in Deutschland erscheinen wird, dann wird es darin möglicherweise einen Eintrag geben über den Ausdruck „jemanden nicht abholen“, und die Erläuterung dazu wird ungefähr so aussehen:

Jemanden nicht abholen:
Phrase, mit der ein/e Politiker/in den Anschein erwecken will, für die „nicht Abgeholten“ (d.h. die, die angeblich die klugen Absichten der Politik nicht richtig verstehen) Verständnis zu empfinden, wobei diese „nicht Abgeholten“ mit der Phrase gleichzeitig als passiv und „Zurückgeblieben“ hingestellt werden.

Ich mag diese Phrase eigentlich nicht, aber ich denke sie passt hierher, denn ich gehöre zu den Männern, von denen Feministinnen unserer Zeit wohl sagen würden, dass sie „nicht abgeholt“ worden seien, und damit meinen würden, ich sei einfach zu blöd zu erkennen, was der Feminismus eigentlich alles Tolles für mich tun will.

Ich komme mir beim Nachdenken über diese tollen Dinge, die der Feminismus angeblich auch gerade jetzt für mich tun will oft vor wie im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern; denn wenn ich darüber nachdenke, was der Feminismus für mich im Angebot hat, sehe ich — Nichts. Der Kaiser ist nackt, der Feminismus hat gar nichts für mich im Angebot, dennoch wird von Feministinnen ohne Unterlass so getan als wäre da was und als müssten Männer eigentlich begeistert sein und jubeln und die, die es nicht tun, die sind halt zu blöd, bzw. stehengeblieben, zurückgeblieben, nicht abgeholt worden.

Dass ich diese positiven Dinge, die der Feminismus angeblich für mich tun will, irgendwie nicht (als positiv) sehe, zieht sich übrigens vom Kleinen bis ins Große durch.

Im Kleinen fängt es mit dem „Boys Day“ an, wo staatlich gefördert versucht wird, Jungen Berufe schmackhaft zu machen, die zu Alterarmut führen (!) und für die sie sich meist gar nicht interessieren. Mit Verlaub, über diese Maßnahme vermag ich mich wirklich nicht zu freuen.1

Und es geht im Großen bis hin zum BMFSFJ, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, und Jugend. Ist es nicht auffällig, dass das Ministerium quasi für jeden zuständig ist, der entweder jung oder alt oder in einer Familie oder eine Frau ist, also für alle außer (Single-) Männer? Weswegen einige Männerrechtler das Ministerium auch zynisch-verbittert das „Ministerium für alle außer Männer“ nennen.

Das einzige, was das BMFSFJ jemals für Männer getan zu haben scheint ist, eine Studie Gewalt gegen Männer erstellen zu lassen, und zwar im Jahre 2005 (das war vor d r e i z e h n Jahren).

Unter anderem stand im Fazit der Studie (Langfassung, Abschnitt 10.3):
Ausgehend von den Ergebnissen einer Erforschung der geschlechtsspezifischen Strate­gien der Gewaltverarbeitung und Hilfesuche von Männern, sollte das bestehende Hilfesystem evaluiert werden. Sind bestehende Hilfsangebote auf diese Strategien ausgerich­tet? Dabei ist ein besonderes Augenmerk auf die positiven Modelle funktionierender Hilfsangebote (‚best practises‘) zu richten. Auf dieser Grundlage sollten Maßnahmen zu Verbesserung der bestehenden medizinischen und psychosozialen Versorgung von Männern erarbeitet werden, sowie Lösungen für bestehende Lücken. Insbesondere in den tabuisierten Bereichen berichten Männer häufig, dass sie kein Hilfsangebot vorfinden, an das sie sich wenden können.
Insbesondere für Männer, die sexuellen Missbrauch, Ver­gewaltigung und häusliche Gewalt erlitten haben, halten wir es für dringend erforderlich,
männerspezifische Hilfsangebote zu installieren. In diesem Bereich ist ein besonderer Bedarf zu vermuten, da zwar Hilfsangebote für schwule Männer vorhanden sind, die aber nicht jeden ansprechen, und für heterosexuelle Männer nicht explizit vorhanden sind.

Nachdem diese Studie also das Ergebnis hatte, dass dringend Hilfsangebote für männliche Opfer von Gewalt zu schaffen seien, geschah: NICHTS. Und zwar für 13 Jahre, bis heute, 2018.

Was geschehen statt dessen geschehen ist, ist zum Beispiel das Inkrafttreten des Hilfetelefon Gesetzes am 14.März 2011, dessen Zweck es laut §3 HilfeTelefonG explizit ist, allen zu helfen, die mittelbar oder unmittelbar von Gewalt gegen Frauen betroffen sind; Männern, die Opfer von Gewalt geworden sind, hingegen nicht. Warum auch… (Sarkasmus).

Entschuldigung, aber die durchgehende Einseitigkeit feministischer Bemühungen zur Verbesserung der Welt für Frauen ist einfach zu eindeutig, als das irgend ein Mann glauben könnte, der Feminismus kümmere sich auch um die Sorgen und Nöte von Männern.

Das Gegenteil ist der Fall: Feministinnen ignorieren alle Probleme von Männern; wenn Männer auf Probleme von Männern aufmerksam machen, wird das als Gejammere / Derailing / „Whataboutism“ abgetan. Männer werden als von Feministinnen nur als Privilegierte bzw. als Täter gedacht, so dass jegliche Maßnahme für Männer von Feministinnen immer als Schritt gesehen wird, „die feministische Sache“ zumindest irgendwie zu beschädigen oder zu verlangsamen, und sei es nur aufgrund der Tatsache, dass ein Budget für Maßnahmen für Männer natürlich Geld darstellen würde, dass nicht noch zusätzlich für Frauen ausgegeben werden kann.
Sogar dass die Jungenbeschneidung per Gesetz (§1631d BGB) legalisiert wurde2 obwohl es vollkommen absurd ist, dass die Religionsfreiheit der Eltern das Recht auf körperliche Unversehrtheit nur von Jungen einschränken könnte/sollte/müsste, wurde von feministischer Seite nie kritisiert; vielmehr scheint man dort die Genitalverstümmelung von Jungen aufgrund der Möglichkeit zu begrüßen, dass diese das Gebährmutterhalskrebsrisiko bei Frauen reduzieren könnte; so zynisch, selbstbezogen, männerverachtend und gegenüber Jungen vollkommen empathielos agiert der Feminismus.

Und solange das so ist, wird sich kein Mann, der bei klarem Verstand ist, vom Feminismus „abholen“ lassen; jedenfalls solange nicht, wie das Mitkommen noch freiwillig ist.

Für mich ist es absolut notwendig, dass Männer sich als Männerrechtler für die Anliegen von Männern einsetzen und engagieren. Der Feminismus eignet sich nicht als Anwalt für Männer, solange die allermeisten Feministinnen als Anklägerinnen sehen, die Männer immer nur als Schuldige sehen, während Frauen grundsätzlich Opfer irgendwelcher angeblicher „Strukturen“, „des Systems“ oder gar „des Patriarchats“ sein sollen.

Ich würde so weit gehen die These aufzustellen, dass Probleme von Männern individualisiert werden, während Probleme von Frauen sozialisiert werden.
Das heißt: Wenn ein Mann keine Karriere macht, ist er selbst daran schuld. Wenn eine Frau keine Karriere macht, sind wir eher bereit zu glauben, abstrakte Gründe wie „die Gesellschaft“ oder „die gläserne Decke“ seien Schuld.
Wenn Männer gewalttätig werden, dann liegt es daran, dass sie gewalttätig sind. Wenn Frauen gewalttätig werden, dann glauben wir eher, dass sie irgendwie traumatisiert gewesen sein müssen. Man kann noch viele Beispiele finden dafür, dass bei Männern eher angenommen wird, in ihren Entscheidungen frei und eigenverantwortlich zu sein, während bei Frauen angenommen wird, ihre Entscheidungen würden eher durch die äußeren Umstände beeinflusst.

Diese Sicht auf Männer und Frauen entspricht einem stereotypen Geschlechterbild, dass Frauen als weniger zu Eigenverantwortung befähigt denkt, welches der Feminismus doch überwinden wollen müsste bzw. schon überwunden haben sollte.

Dass der Feminismus das bisher nicht getan und auch nicht versucht hat, liegt entweder daran, dass dazu die Einsicht fehlt, oder daran, dass der Feminismus bei seinen ganzen Forderungen nach weiterer Frauenförderung davon profitiert, dass Menschen durch diese Tendenz, Frauen eher als von den äußeren Umständen beeinflusst zu sehen, eher bereit sind, einer immer „frauenfreundlicheren“ Gestaltung dieser Umstände zuzustimmen.

In jedem Fall ist es notwendig, dass Männer den Kampf für Männerrechte und für eine stärkere Berücksichtigung von Männer-Anliegen in der Politik selbst in die Hand nehmen.

Denn der Feminismus hat überhaupt kein Interesse daran, etwas für Männer zu tun, er betreibt eine einseitige Klientelpolitik für Frauen. Im „Feminismus-Zug“ sind für Männer nur Stehplätze auf dem Gang vorgesehen, sozusagen als „ausgleichende Ungerechtigkeit“ für angebliche „tausende Jahre Frauenunterdrückung“. Kein Mann, der noch bei Sinnen ist, würde freiwillig in diesem Zug mitfahren.

Nur durch eine starke Männerrechtsbewegung wird es wieder zu einem gesellschaftlichen Interessenausgleich zwischen Männern und Frauen kommen. Der wird wahrscheinlich dennoch nicht dazu führen, dass Männer und Frauen die gleichen Interessen, Vorlieben, Leidenschaften und Berufswünsche haben werden, aber vielleicht dazu, dass man bei Fragen der Eigenverantwortlichkeit und Hilfebedürftigkeit, sozusagen beim Fordern und Fördern von Männern und Frauen, bei dem, was man Männern und Frauen zutraut und wo man die Grenze zieht, wo Hilfebedürftigkeit anfängt, keine Unterschiede mehr macht.

  1. Der Girls Day ist, bei aller Erfolglosigkeit, zumindest gut gemeint, aber der Boy’s Day ist mit dieser Zielsetzung Männer in unterbezahlte Berufe zu drängen einfach nur eine Frechheit. Vielleicht sollte man das Geld für diese Veranstaltungen besser in Initiativen zur Verbesserung der Bezahlung sozialer Berufe stecken. []
  2. nachdem ein Gericht festgestellt hatte, dass die medizinisch nicht notwendige Amputation von Körperteilen auf Wunsch der Eltern Körperverletzung ist []

Margarete S. fragt: Warum Frauen seltener Universalgenies oder Philosophen werden.

Kolumnistin Margarete S. hat für den Spiegel1 eine weitere wirre Gender-Kolumne geschrieben, in der sie irgendwie Plastikgeschirr und Sexismus in Zusammenhang setzt.

Ich verlinke die hier mal nicht wirklich: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gender-klischees-warum-gelten-nur-maenner-als-genies-kolumne-a-1210107.html

Frau S. beklagt sich, wie immer, über Sexismus, unter anderem darüber, dass in der Wikipedia keine Frau als Beispiel für ein Universalgenie aufgeführt sei.

Nun, Frau S., wenn Ihnen ein weibliches Universalgenie bekannt sein sollte, dann bearbeiten Sie doch die Wikipedia und fügen eine Frau hinzu. Und hören auf zu jammern.

Damit zu Frau S. Beschwerde darüber, dass in philosophischen Studiengängen nicht gleich viele Philosophinnen wie Philosophen gelesen würden, was sexistisch sei (Mimimi!).
Aber möglicherweise ergibt es ja einen Sinn, wenn man im Studium bedeutende Philosophen liest, und möglicherweise ist es ja weder Zufall, noch Sexismus, dass mehr Männer als Frauen berühmte Philosophen werden.

Möglicherweise machen Frauen, sagen wir mal, zwar öfters auch mal einen Master in Philosophie, arbeiten dann aber lieber als Gender-Kolumnistin für den Spiegel, und Männer schreiben vielleicht nicht nur Kolumnen, sondern ganze Bücher, arbeiten hart, bekommen Stipendien, und werden dann berühmt, einfach weil sie gut sind und sich anstrengen, und nicht aus Sexismus.

Oder ist Richard David Precht möglicherweise nur deshalb bekannter als Frau S., weil er ein Mann ist?
Werden die Kolumnen von Margarethe S. nur aus einem Grund nicht als genau so gut anerkannt wie die Bücher von Richard David Precht, nämlich aus Sexismus? Arbeitet Margarethe S. genau so hart und strukturiert wie Richard David Precht?

Ich habe da eine ganz eigene Theorie: Ich denke, Richard David Precht ist tatsächlich kreativer, fleißiger und intelligenter als Margarete S.. Solange nicht genug Frauen philosophisch arbeiten, und Master-Absolventinnen in Philosophie wie S. nur Gender-Mimimi und Sexismus-Vorwürfe zustande bringen, werden die Curricula in Philosophie weiter von den originellen und leistungsbereiten Menschen dominiert werden. Originalität setzt voraus, nicht im Mainstream mitzuschwimmen und anzuecken, und darum wird eher Svenja Flaßpöhler in den Olymp der Philosophie aufsteigen als Margarete S..

  1. der sie aus irgendeinem Grund weiterhin für ihre mittelmäßigen Schnellschüsse in Sachen Kolumnen bezahlt []

Was mir an der re:publica nicht gefällt

Die re:publica hält sich für eine irgendwie gesellschaftlich relevante „Convention“.
Sie möchte „Filterblasen platzen lassen“.

Da fragt man sich schon, wie das funktionieren soll, wenn Menschen wie der „optische Punk“ Sascha Lobo (als neuerdings Sozialliberaler?) oder der immer gefällige Richard David Precht quasi den rechten Rand des politischen Spektrums der Panelisten bzw. „Speaker_*Innen“ darstellen. Oder hat möglicherweise jemand daran gedacht, tatsächlich ein paar Andersdenkende einzuladen, die Dinge sagen könnten, die niemand hören will? Ich glaube ja eher nicht. Und das ist ein Hauptproblem der re:publica, wo man nicht einmal Bundeswehruniformen ertragen kann.

Widerspruch würde auch nur stören beim schönen „Klassentreffen“ der selbsternannten progressiven Blogger. Und um sicherzustellen, dass wirklich niemand kommt, der möglicherweise angestellt ist oder Kinder hat, die möglicherweise auch noch schulpflichtig sind, um sicherzustellen, dass am besten nur Berliner ohne Verpflichtungen wie z.B. feste Arbeitszeiten kommen, hat man die Konferenz nicht auf ein Wochenende mit Brückentag wie z.B. den Zeitraum vom 28.4.2018 bis 1.5.2018 oder vom 10.5.2018 bis 13.5.2018 gelegt, sondern direkt in eine Arbeitswoche vom 2.5.2018 bis (inklusive Netzfest) 5.5.2018.
Man muss der re:publica fast gratulieren zu dieser vollkommen bescheuerten Terminwahl. Exkludierender hätte man eine angeblich so inklusive Konferenz gar nicht legen können.

Was auch nervt an der re:publica ist die bemüht gestaltete Website, wo anscheinend die Entscheidung zwischen „Sein oder Design“ ganz klar in Richtung Klicki-Bunti auf Bento-Niveau ausgefallen ist, mit dem überdimensionierten und nichts-sagenden Schriftzug „POP“, und in keiner Weise auf der Höhe der Zeit animierten „Seifenblasen“.

Naja, immerhin hat man sehr viele sehr sehr wichtige „Speakers“, die ungefähr zur Hälfte (selbsternannte) Founder, Director, CEO, President, Lead- oder Head-Irgendwas sind. Ungefähr zur Hälfte prekär beschäftigte Selbstausbeuter, zur Hälfte an staatlichen bzw. staatlich mitfinanzierten Einrichtungen beschäftigte Leute, mit ein paar hippen jungen Lobbyisten großer Konzerne darunter. Also eine repräsentative Mischung, die super geeignet ist, dem blöden Volk zu erklären, wie nicht nur das Internet, sondern die Welt funktioniert! Nicht.

Und man hat viele wichtig klingende Kategorien, die nur leider ihre eigentliche Funktion als Kategorie im Sinne einer Einordnung nicht erfüllen; es sei denn, irgendjemand wäre in der Lage eine sinnvolle Aussage zu machen, was von einem Vortrag (nicht) zu erwarten ist, der unter dem Topic „POP“ oder „fe:male“ läuft. Man hat den Eindruck, bei der Erstellung der Kategorien durfte sich jeder etwas wünschen und nachher wurde nicht mehr aussortiert, was möglicherweise keinen Sinn ergibt, weil sonst vielleicht noch jemand angefangen hätte zu weinen im Stuhlkreis.

Ich denke generell nicht, dass es nach der re:publica von irgendwelchen Kontroversen zu berichten geben wird. Ich denke, die angeblich „Filterblasen zerplatzen lassen wollende“ Konferenz wird genau so in ihrem eigenen links-pseudo-progressiven Saft schmoren wie in den Jahren zuvor.

Unangenehme Wahrheiten, wie zum Beispiel, dass es möglicherweise auch bedenklich sein könnte, wenn deutsche Ministerien mittels direkt geförderter Stiftungen oder eigener Programme versuchen, die Meinungsbildung in Deutschland „in die richtige Richtung“ zu lenken, wird niemand aussprechen.
Es wird niemand auftreten, der die Blockchain als Lösung ohne Problem bzw. vollkommen nutzlos bezeichnen wird, und natürlich wird auch niemand einen Vortrag halten, in dem er oder sie die Sinnhaftigkeit einer 50%-Frauenquote in allen Lebensbereichen anzweifelt.

Alle werden selbstzufrieden nach Hause gehen mit dem guten Gefühl, weltanschauungsmäßig nicht herausgefordert, sondern ordentlich gepampert worden zu sein. Darum wird dort auch kein Erkenntnisgewinn stattfinden. Die Ergebnisse stehen eigentlich schon vor der Konferenz fest, denn in der hedonistischen Echokammer der selbsternannten digitalen Avantgarde geht es nicht um Debatte, sondern um Selbstbestätigung. Das ist es, was mir an der re:publica nicht gefällt.

Die Wahl von Andrea Nahles ist kein Neuanfang

Gestern hat die SPD Andrea Nahles zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt.
Geframed wurde diese Wahl im Vorfeld als „Erste Wahl einer Frau zur Vorsitzenden seit der Parteigründung vor 154 Jahren“, also als eine Art Triumph der Frauenbewegung.

Aber im Jahr 2018 ist es wirklich keine besondere Sache mehr, wenn eine Frau in ein Amt gewählt wird. Und besonders im Fall Nahles konnte man das Gefühl haben, dass Nahles nur deshalb zur großen Hoffnung hochgejazzt wurde, weil sonst niemand da war.

Denn Andrea Nahles ist wirklich keine Hoffnungsträgerin. Sie ist ein Apparatschik, der sein Leben mit 20 Semestern Studium, dem Schreiben von Büchern über sich selbst und mit Politik verbracht hat, eine Polit-Karrieristin, die sich vom Kofferträger eines MdB zur Ministerin hochgearbeitet hat, wobei natürlich die Frage ist, wieviel Arbeit so etwas tatsächlich ist, wenn man ein Jahrzehnt lang mit einem Gewerkschaftsfunktionär liiert ist und „als Frau“ auf dem Quotenfrauen-Ticket fährt.

Sie bezeichnet sich selbst als „Metallerin“, anscheinend weil sie Mitglied der IG Metall ist, hat aber sicher noch nie auch nur einen Cent Gehalt nach Metall-Tarifvertrage bekommen oder auch nur ansatzweise in einem „Arbeiter“-Beruf gearbeitet.

Ihr ganzer Habitus erinnert an einen aufgesetzt-hemdsärmligen Gewerkschafts-Agitator der 90er Jahre. Sie ist für mich ein aus der Zeit gefallener Oskar-Lafontaine-Klon.

Ihre Rede gestern hatte nichts von Aufbruch, es war eine 08/15-Rede mit den typischen folkloristischen Elementen einer Sozi-Rede. Nahles mühevolle Anfänge, ihre angebliche Verwurzelung im IG-Metall-Milieu, das feministische Gehabe, die angebliche „gläserne Decke“, die sie persönlich jetzt für alle Zeit durchbreche, die Appelle an die Einheit der Sozialdemokratie, das sozialdemokratische Pathos,… fast hätte man vergessen können, dass die SPD von den letzten 20 Jahren 16 mitregiert hat und Nahles alle Mißstände, die sie in ihrer Rede beklagte oder andeutete, mit zu verantworten hat.

Und natürlich dieses primitive Rumgebrülle, dass wohlmeinende Kommentatoren als „Leidenschaft“ auslegen, das aber natürlich nichts anders ist als Teil der immer gleichen, einstudierten Pseudo-Gewerkschafter-Nummer, außer der Nahles leider rhetorisch nichts drauf hat.

Wir werden sehen, was Andrea Nahles mit der SPD macht. Dass dies eine Erneuerung sein wird kann ich mir beim besten Willen mit dieser Figur an der Spitze nicht vorstellen.

Sibylle Berg bestätigt Jens Jessen

Sibylle Berg ist 52 Jahre alt. Sie gehört also zu den Frauen, die angeblich „unsichtbar“ gemacht werden, zu den Frauen, die in der intrasexuellen Konkurrenz zwischen Frauen nicht mehr uneingeschränkt satifaktionsfähig sind, denen langsam die Macht in ihrem Leben entgleitet, die darum immer frustrierter und verzweifelter gegen ihre nachlassende körperliche und intellektuelle Kraft ankämpfen.

So ungefähr würde ein Artikel über Sibylle Berg möglicherweise anfangen, wenn er von Sibylle Berg in der Absicht geschrieben würde, Sibylle Berg runterzumachen.1

Denn runtermachen, lächerlich machen, das ist die „Methode Berg“, jedenfalls in ihrem neuesten Artikel Endlich richtig wichtig, wo sie wirre küchenpsychologische Theorien entwickelt, warum jetzt auch (angebliche) Intellektuelle gegen Einwanderung und Aufnahme von Flüchtlingen sind.

Man könnte ja überlegen, dass Menschen vielleicht das erste Mal seit langer Zeit Bus fahren, und zu 90% von Ausländern umgeben sind, und sich erinnern, dass das in ihrer Jugend noch umgekehrt war. Vielleicht kommt Ihnen dann der Gedanke, dass Integration mit 90% Ausländern schwierig werden Manche erinnern sich vielleicht auch, dass es vielleicht nicht die beste Idee ist, nach der eher gut gelaufenen Integration der italienischen Gastarbeiter und der eher schleppend verlaufenden Integration der türkischen Gastarbeiter jetzt zu versuchen, massenhaft Menschen zu integrieren, deren Vorstellungen und Werte noch weiter von den Werten des Grundgesetzes entfernt sind als die Werte aller Menschen, die vorher jemals in größerer Zahl in Deutschland aufgenommen wurden.

Ja, vielleicht möchten Sie darum einfach die 2015er-Politik der Kanzlerin nicht fortgesetzt wissen. Sämtliche moralischen, ethischen Argumente, warum Deutschland eine moralische Supermacht sein sollte, und größte Anstrengungen unternehmen müsste, interessieren sie vielleicht einfach nicht wirklich. Sie wollen einfach, dass alles eher so bleibt, wie es einmal war.

Schließlich, und das ist ja das Geile an der Demokratie, darf jeder auch ohne Grund aus dem Bauch heraus politische Forderungen formulieren, und niemand braucht dafür die Zustimmung von irgendwem, auch nicht von selbsternannten GroßintellekuellInnen mit eigener Glosse im Spiegel.

Frau Berg sieht das aber anders. Politisch überhaupt etwas sagen darf man in der Gedankenwelt von Frau Berg nur mit genug moralischem Kapital auf der Gewissensbank.
Wenn man für die Tafel gearbeitet, sich für Juden eingesetzt, Homosexuelle geschützt oder sich feministisch engagiert hat, nur wenn man sozusagen in einer „guten“ Organisation gedient hat, nur dann ist man anscheinend ein vollwertiger, stimmberechtigter Bürger, was eine interessante Parallele zu antiken Demokratie-Vorstellungen in Griechenland darstellt.

Wer aber so ein moralische Kapital nicht hat und dann auch noch anderer Meinung ist als Frau Berg, der stellt die Zusammenhänge böswillig manipulativ da. Oder aber, er (in selten Fällen aus sie, aber Frauen sind ja bessere Menschen!) sieht nach der Midlife-Crisis seine Felle davonschwimmen und glaubt, er habe im Leben nicht genug erreicht.

Wer sich also als „älterer Mensch“ jetzt für weniger Zuwanderung einsetzt, der will wahrscheinlich nur noch seine 15 Minuten Ruhm zu bekommen, oder in vorauseilendem Gehorsam der künftigen Regierung tief in den Hintern zu kriechen. Was auch immer der Grund für das „falsche“ Verhalten ist: Er ist richtig übel, verkommen, charakterlos und dumm.

Gegnern ihrer Position dichtet Frau Berg mindestens mangelnde Intelligenz, eine Charakterschwäche oder Persönlichkeitsstörung an. Sie hat keine Argumente, ihr ganzer Artikel ist eine unspezifische ad-hominen-Attacke gegen irgendwelche „schlechten“ Menschen, vor allem natürlich Männer.

Dieses Vorgehen, nämlich Gegner zu Unpersonen zu erklären, zu frustrierten, gestörten, kriecherischen Wesen, das ist genau das übliche Vorgehen in einem totalitären System. Wer ausschert, der muss sich mit einem Schild um den Hals demütigen lassen, wir als „verrückt“ weggesperrt oder auch „nur“ gesellschaftlich geächtet.

Frau Berg tut genau das, was Jessen schreibt: Unspezifische Massen zusammentreiben und Einsperren in einem Lager der moralisch Minderwertigen.
Danke Frau Berg für die Bestätigung von Jessens These.

  1. Aber zum Glück sind wir hier ja auf einem Blog mit Niveau, wo Damen anständig behandelt werden und wo logisch argumentiert und nicht wirr spekuliert wird. []