Nahles, die AfD, und Erzählungen, die sich ändern

Heute hörte ich im Deutschlandfunk, die Maßnahme von Andrea Nahles, EU-Inländern Sozialleistungen erst nach längerer Wartezeit zuzugestehen, wenn diese nicht vorher in Deutschland sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, sei „gedacht, um der AfD den Wind aus den Segeln zu nehmen“ (oder so ähnlich).
Die rechtspopulistische Propaganda, die die AfD verbreite, könne nicht mehr verfangen, da Nahles die Grundlage von Behauptungen, Deutschland werde von Ausländern ausgeplündert (oder so ähnlich), damit zerstört habe.

Ich finde diese Interpretation von Nahles Handeln deswegen interessant, weil es noch vor kurzem geheißen hätte, wer wegen der AfD Sozialleistungen für EU-Inländer Kürze, der gieße Wasser auf die Mühlen der AfD und bestätige deren Erzählung. Der bestätige die Vorurteile, Ausländer seien Schmarotzer etc., und gebe damit den Rechten nur noch mehr Aufwind.

So gesehen hat die AfD tatsächlich schon etwas verändert in Deutschland. Die SPD hat sich anscheinend entschlossen, sogenannte „besorgte Bürger“ nicht mehr als Pack und Nazis zu bezeichnen, sondern doch eher auf sie zu hören. Die ganze politische Lage, die Erzählungen sind ins Wanken geraten, plötzlich ist alles ganz anders als noch vor ein paar Wochen.

Aber wenn das so ist, und jetzt schon der Zugang zu Sozialhilfe für EU-Inländer gekürzt wird — was hat dann die Million Flüchtlinge von der SPD zu erwarten?

Ich weiß es nicht, aber wir leben in spannenden Zeiten, in denen Deutschland nach langen, gemütlichen Jahren geopolitischer Langeweile im Herzen Europas plötzlich damit konfrontiert ist, dass Geopolitik auch Auswirkungen auf Deutschland hat; dass Deutschland nicht länger alles mit Chequebuchdiplomatie regeln kann; dass die Realität es nicht länger hergibt, sich als moralische Supermacht zu gerieren, weil die Weigerung, seiner eigenen Großzügigkeit und Menschlichkeit realistische Grenzen zu setzen, in der Flüchtlingskrise innenpolitisch doch zu teuer geworden ist.

Plötzlich wird es nötig, dass Deutschland Position bezieht, seine Interessen benennt und verteidigt; plötzlich kann Deutschland nicht mehr Everybody’s Darling sein, sondern muss gegenüber Griechenland Härte in der Eurokriese zeigen, sollte die Demokratie auch in der Türkei verteidigen, und muss möglicherweise demnächst auch selbst sagen, dass man bei Migration gern eine höchst egoistische Auswahl treffen und jeden, der Deutschland nicht nützt, wieder ausweisen wird. Deutschland muss sich fragen, ob es sich den USA, die bei der Spionage keine Freunde kennen, mittels TTIP um den Hals werfen, oder lieber etwas Abstand halten will.
Ich glaube und hoffe wir erleben, wie Deutschland politisch erwachsen wird, weil die äußere und in Folge dessen auch die innere Situation es erfordert, sich weiterzuentwickeln und pragmatische Ansätze zu finden, anstatt fruchtlose akademische Debatten über liebgewonnene, aber nutzlose bzw. realitätsferne politische Theorien zu führen.

Die Mär vom „Euro-Islam“

Wenn in deutschen Medien vom Islam die Rede ist, könnte man den Eindruck gewinnen, der Islam sei eine säkulare Religion.

Es wird vom einem Islam geredet, der ein Glauben wie jeder andere auch ist. Aber diese Vorstellung von einem modernen, säkularen „Euro-Islam“ ist eine Erfindung.

Der Islam ist die einzige relevante Religion, die ein in den Glauben integriertes Rechts- und Herrschaftssystem nicht nur besitzt, sondern auch noch nicht abgelegt hat.

Sunniten und Schiiten glauben an die Scharia und an die Herrschaft der Islamgelehrten, die entweder als Imamat oder im Kalifat als weltliche Herrschaftsform installiert werden soll.

Die meisten Muslime auf der Welt leben tatsächlich in Staaten, in denen der Islam Staatsreligion und die Scharia Grundlage des Rechtssystems ist, wo teilweise auch der Staatchef oberster Vertreter des Glauben ist; muslimische Staaten mit einer Trennung von Staat und Religion, Gewaltenteilung, Menschenrechten muss man mit der Lupe suchen.

Die Türkei als angeblich modernster muslimischer Staat zeigt, wie schlimm die Situation wirklich ist.
Die dort herrschende „moderat islamistische“ Partei AKP zeigt der Welt gerade, wie kompatibel Demokratie, Pressefreiheit, Bürger- und Menschenrechte und eine islamistisch ausgerichtete Politik sind.

Entsprechend sind die meisten Menschen aus muslimischen Staaten alles andere als demokratisch und säkular sozialisiert.

Entsprechend skeptisch muss man die Möglichkeiten sehen, größere Mengen muslimisch sozialisierter Menschen gut und dauerhaft zu integrieren.

„Wir müssen uns ehrlich machen“: Die Lebenlüge, dass die in Europa lebenden Muslime quasi beim Grenzübertritt zur EU automatisch zu einem hypothetischen, harmlosen, bunten, liberalen „Euro-Islam“ konvertiert würden, ist eine Selbsttäuschung.
Der real existierende, sexistische, chauvinistische, anti-demokratische, vor-säkulare, vor-aufklärerische Islam zwingt Frauen zum Kopftuch-Tragen und in vormoderne Geschlechterrollen, und ist eine Gefahr für Rechtsstaat, Demokratie und Menschenrechte.
Diese Gefahr wird mit Menschen nach Europa gebracht, die unter dem Einfluss dieses realen, rückständigen Islams sozialisiert wurden und diesen Islam leben.

Und darum hat leider die AfD wieder mal einen wunden Punkt im Geflecht der linksliberalen deutschen Lebenslügen des 20ten und 21ten Jahrhunderts gefunden, den sie weidlich ausschlachten wird, nämlich die feige und dumme Unwilligkeit der etablierten Parteien, sich mit dem Thema der Gefährlichkeit islamistischer Bestrebungen und damit einhergehend der Gefährlichkeit von (zuviel) islamischer Einwanderung ehrlich und kritisch auseinanderzusetzen; aus Angst, das könnte als islamophob oder rassistisch, ausländerfeindlich etc. gebrandmarkt werden.

Ja, ein säkularer, Grundgesetz-konformer „Euro-Islam“ ist möglich. Die meisten Muslime sind nette Menschen, und in Europa sind auch die meisten Demokraten.
Aber dennoch werden die (zu) viele Islamverbände in Deutschland und der Welt von der Türkei, Iran und Saudi-Arabien gefördert bzw. gesteuert, und treten nicht für europäische Werte ein, sondern für die Interessen ihrer Geldgeber. Darum müssen wir natürlich darüber nachdenken, ob nicht der Einfluss eines von diesen Parteien geförderten politischen Islams aktiv begrenzt und ggf. sogar bekämpft werden muss, um den sozialen Frieden und die Sicherheit in Deutschland und Europa dauerhaft zu sichern.

The Böhmermann case

I’ve read some article about the „Böhmermann case“ in english-language media.
I don’t think the article draws the whole picture. Therefore I’d like to explain the issue to you from my point of view.

Germany is a country with a difficult past. Therefore, freedom-of-speech law is a bit difficult, too.
There is, for example, a law for the prosecution of people who deny the holocaust happened.
Also, there is a law against raising hate against parts of the population („Volksverhetzung“), which is intended to e.g. ban calling for the murder of all red-haired, protestants, or dark-skinned people.
And there is a law against defamation.
But there are limits to these laws. Some things one might say are deemed too unspecific to be defamatory, like „All men are pigs“. Also, calling to kill all men, would be considered too absurd to be really offensive.
Also the context in which you say something is also considered in legal arguments. „Soldiers are murderers“ may be interpreted differently if you say it directly to servicemen, for no reason, or if you have it written on a bumper-sticker.
Actually, the german justice system tries to consider what you meant to express, it does not only consider what you actually said.

As a matter of fact, Mr. Böhmermann launched a full torrent of (bad, racist, obscene, disgusting) curses against Erdogan.

But the context is the following: After another TV station produced a (in comparison, harmless) song about president Erdogans questionable stance on freemdom of speech, democracy, checks & balances, and civil rights, president Erdogan summoned the german embassador. Which is, in the world of diplomacy, a quite high level of escalation.

Mr. Böhermanns poem now is to be understood, in this context, as making fun of Mr. Erdogan for summoning an embassador for — in comparison — no reason. The poem is super-offensive to illustrate that — if ever — this level of insult would have justified summoning the embassador, not the rather harmless song of Extra3. To make this point, the argument of the defenders of Mr. Böhmermann goes on, it was indeed required to really speak out all the slurs. Therefore the declamation of the poem had to be considered a form of legitimate satire.

Juridical and public opinion on if Mr. Böhmermann’s poem is a permitted satire, or an outrageous defamation, is split in germany, though. Quite some people, including especially germans of turkish ancient, say that no artistic or political cause could ever justify this mass of low-down offence.

Eventually the courts will have to decide if the poem was — in its context — a piece of art, or a crime.

Ist Merkel in Erdogans Hand?

Im Streit um die (mögliche) Satire von Herrn Böhmermann wird behauptet, Merkel sei „in Erdogans Hand“.

Ist das wirklich so?
Zugegeben: Ihr Plan, das (aus links-grün-progessiver Sicht „dreckige“) Geschäft des Abblockens von Flüchtlingen an die Türkei zu delegieren, kann nicht aufgehen, wenn Erdogan nicht mitspielt.

Aber Merkel kann auch die deutschen Grenzen schließen, oder einen Schutzwall aus Frankreich, Österreich, der Schweiz und Polen um Deutschland legen, bzw. darauf vertrauen, dass dieser sich quasi von selbst legen wird.
Nicht zuletzt kann sie Mazedonien, Albanien und Bulgarien dazu bringen, einen Sperrriegel zu bilden. Merkels Möglichkeiten, Deutschland vor einer weiteren Flüchtlingswelle zu schützen, sind extrem vielfältig. Nicht zuletzt würden auch Kroatien (oder Slowenien), Ungarn und die Ukraine für eine Komplettsperrung des Landweges nach Deutschland reichen.

Und als ultima ratio könnte sie sich auch entscheiden, auch die Kurden in Nordsyrien und mittelfristig die Gründung eines Staates Kurdistan zu unterstützen, zum Preis, dass man Flüchtlinge dort auf- oder behält.

Das würde Erdogans Kurden-Problem weiter vergrößern. Das möchte Erdogan sicher nicht, und darum denke ich nicht, dass Erdogan irgendjemand oder irgendetwas in der Hand hat, außer seiner eigenen Bevölkerung.

Deutschland hat jedenfalls einen Haufen von Alternativen zum „Boss vom Bosporus“. Es ist wahrscheinlich allein Merkels geostrategischer Beharrlichkeit und ihrer Vision von der Europäischen Union zuzurechnen, dass sie die Türkei und ggf. Griechenland noch nicht hat fallen lassen.

Heiko Maas will sexistische Werbung verbieten (NSFW)

Unser toller SPD-Justizminister Heiko Maas ist nicht nur in Sachen Vorratsdatenspeicherung ein opportunistischer Umfaller und hat bedenkliche Pläne bezüglich der Umformulierung der strafrechtlichen Bestimmungen für Mord1, nein, angeblich als Folge von Köln, wo ein Mob nordafrikanisch sozialisierter junger Männer Frauen belästigt hat, will er jetzt in Deutschland sexistische Werbung verbieten.

Geleitet von feministischen Aktivistinnen der Organisation „Pink stinks“ ist er anscheinend auf die super Idee gekommen, Werbung zu verbieten, die „Frauen oder Männer auf Sexualobjekte reduziert“.

Juristisch dürfte nun es meiner Meinung nach außerst schwierig sein, zu belegen, dass eine Person in einem Werbefilm auf ein „Sexualobjekt reduziert“ wird; zumindest in meiner Welt gibt es eigentlich nur Sexual-Subjekte, denn Sex wird erst durch ein Subjekt auf der anderen Seite spannend; ein denkendes, fühlendes Wesen, und ich wüsste eigentlich nicht, wie man in einer Werbung mittels einer bestimmten Darstellung eindeutig und zwingend ausdrücken könnte, dass eine Person kein Subjekt ist.

Nehmen wir doch mal die absurde „My Video“-Werbung, in der eine nicht ganz akzentfrei deutsch sprechende Domina einem anscheinend gefesselten, strampelnden Mann sogenannte „Pümpel“2 auf die Pobacken setzt.

Müssen wir uns hier diesen Masochisten mit eingenartigem Pümpel-Fetisch als „Sexualobjekt“ vorstellen? Oder ist er möglicherweise eigentlich der Handelnde, weil er anscheinend die Domina mit den Pümpeln selbst bestellt hat? Sind Menschen mit nicht unmittelbar nachvollziehbaren sexuellen Motiven automatisch „Objekte“? Oder reichen möglicherweise gefesselte Männer, denen Pümpel auf den Arsch gesetzt werden, nicht aus, um eine Werbung sexistisch zu machen?

Was ist mit Frauen in Dirndln, die beim Hanuta-Backen ihr Dekolleté in die Kamera halten? Macht die Tatsache, dass Frauen in Dirndl Dekolletés haben, diese zu Sexualobjekten, die man in der Werbung nicht mehr zeigen darf?
Braucht man demnächst im Trachten-Geschäft als Minderjährige eine Einwillung der Eltern, um ein Dirdl zu kaufen?
Und wie absurd wäre es bitte, wenn Frauen in Dirndl, die Hanutas tragen, sexistisch wären, aber gefesselte Männer, die in einem absurden, aber erheblich eher sexuell zu deutendem Kontext mit Pümpeln tracktiert werden, nicht?

Was ist mit Telefonsex-Werbung? Sind Frauen, die „Ruf mich an!“ schreien, Sexualobjekte, (nur) weil sie Werbung für Telefonsex mit ganz anderen Frauen machen? Oder ist Telefonsex an sich sexistisch? Weil da Frauen Geld verdienen damit, eigentlich keinen Sex zu haben?

Also… ich kann Heiko Maas und die SPD nicht verstehen, warum sie für nichts und wieder nichts eine juristische Grauzone eröffnen wollen, was „sexistisch“ ist, und was nicht.3

Warum „für nichts und wieder nichts“?
Im Internet kann man ohne Mühe auf einschlägigen Seiten kostenlose Hardcore-Pornos finden, in denen wer-weiß-was passiert. Nach dem Motto: Wenn Sie es Sich vorstellen können, gibt es einen Porno dazu.

Bei Hardcore-Internet-Pornos könnte man ernsthaft darüber nachdenken, ab welcher Grenze Menschen, auch wenn sie freiwillig und legal mitspielen, möglicherweise zu Sexualobjekten herabgewürdigt werden.4

Aber in üblicher Werbung halte ich solche Überlegungen für geradezu absurd, denn dort wird ja der sexuelle Aspekt nie wirklich im Vordergrund stehen, sondern wenn überhaupt nur sehr andeutungsweise vorkommen, in einer Weise, die verkaufsfördernd, und nicht abschreckend wirken soll.

Zum Beispiel in dieser Campari-Werbung.

Wird die jetzt bald verboten sein, weil in der Phantasie — Entschuldigung — arschverletzter Social Justice Warrior hier die Frau als Sexual-Objekt erscheint? Obwohl sie anscheinend eher eine Art Sirene ist, die bekanntermaßen in der Sage oftmals eher einen aktiven Part im Gesamtgeschehen haben?

Was ist mit „Axe“? Werden jetzt die — meiner Meinung nach klar ironisch überzeichneten — Werbespots verboten, wo die Nutzung dieses Deodorants den Nutzer quasi zur Zielscheibe attraktiver Frauen macht?

Mit Verlaub, Herr Justizminister, Sie machen sich als Handpuppe dogmatischer genderfeministischer Aktivistinnen gerade lächerlich. Treten Sie zurück, bevor Sie Sich komplett zur Witzfigur gemacht haben.

  1. Dann könnte Erdogan Böhmermann umbringen, und würde nur fünf Jahre bekommen… []
  2. Saugglocke, Sanitärtechnik! []
  3. War das vielleicht die Idee irgendeiner Organisation arbeitsloser Abmahnanwälte? []
  4. Wobei ich auch da der Meinung bin, dass die künstlicherische Betätigung erwachsener Menschen grundsätzlich nicht verboten werden können sollte. []

#TüpischTüpen und die Presse

Am Abend des 1.4.2016 trendet in Deutschland ab ca. 22:00 das Hashtag #TüpischTüpen auf Twitter.

Inhalt: Männer, Trolle, Männerrechtsaktivisten und auch Frauen reden über die Benachteiligung von Männern in Deutschland. Die Männerrechtsaktivisten auch ernsthaft, die Trolle vor allem, um sich über feministische Hashtag-Aktionen wie #Aufschrei lustig zu machen.

Obwohl tausende von Tweets zum Hashtag erscheinen, und manche Benachteiligungen von Männern in Deutschland statistisch nachgewiesen und nicht von der Hand zu weisen sind, berichtet von den Print- und Online-Medien — kein einziges. Aber Twitter reagiert irgendwann im Laufe des Wochenendes, leider negativ, und fängt an, das Hashtag leicht zu zensieren, in dem die „Auto-Completion“, die normalerweise beim Tippen im Suchfeld mögliche Wortergänzungen vorschlägt, für #TüpischTüpen abgeschaltet wird. Das bedeutet, wer z.B. „Tüpis“ eintippt, dem wird nicht mehr „#TüpischTüpen“ als mögliches Hashtag vorgeschlagen.

Woran liegt diese Ablehnung, das generelle Desinteresse der Medien?

Ist die Verschwörungstheorie der Männerrechtler zutreffend, dass die deutschen Medien so „feministisch durchsetzt“ sind, dass man dort über Gegenpositionen zum aktuellen Feminismus nicht berichten will? Gibt es am Ende eine kognitive Dissonanz bei den Journalisten, die sonst immer die feministische Agenda pushen, wenn plötzlich auch mal von Benachteiligung von Männern die Rede ist?

Wie kommt es, dass bei „#imzugpassiert“ nach wenigen Tweets mehrere große Medien berichtet haben, aber bei „#TüpischTüpen“ nach tausenden Tweets kein einziges? Sind die feministischen Hashtag-Aktionen tatsächlich von Medien und feministischen Lobby-Gruppen koordinierte PR-Aktionen, oder „Astroturfing“, wie das Blog „Genderwahn“ behauptet?.

Oder hat man möglicherweise die echten Männerrechtler zwischen den Trollen nicht gesehen, oder hatte Angst, die Leserschaft zu verunsichern oder gar gegen sich aufzubringen, wenn man gegen den feministischen Mainstream auch einmal über Männerrechte berichtet?

Ich nehme an, die kommerzielle Presse mit ihren 50% Grüne-wählenden und geisteswissenschaftlich beeinflussten Journalisten hat sich wirklich mit der „guten (feministischen) Sache gemein gemacht“, glaubt die genderfeministische Erzählung, Männer wären generell privilegiert etc. pp., und berichtet tatsächlich vorsätzlich einseitig nur über feministische Thesen und Aktionen, nicht auch über mögliche Gegenpositionen.

Und ich denke, auch durch diese ideologisch-feministische Voreingenommenheit tragen die deutschen Medien dazu bei, dass sie vermehrt als einseitig, nicht-objektiv, politisch-ideologisch positioniert, und unaufrichtig wahrgenommen werden.

Wo vom Staat Geld in Studiengänge gesteckt wird, die anscheinend nichtmal Prüfungsinhalte vorweisen können, wo es ein „Ministerium für alles außer Männer“1 gibt, da sollten kritische Journalisten (sich) eigentlich fragen, ob nicht etwas dran ist an der Männerrechtler-These, dass Männer wegen aufgrund ihres Geschlechtes zunehmend benachteiligt werden.

Tatsächlich ist es doch so, dass es in der Verfassung ein Individualrecht auf Gleichberechtigung gibt.

Dieses wird nun durch Feministinnen wegen der angeblichen Benachteiligung von Frauen als Gruppe als für Frauen nicht umgesetzt gedeutet2. Daraus wird gefolgert, um diese Gruppen-Ungerechtigkeit auszugleichen, müsse die Gruppe der Frauen bevorzugt und damit die Gruppe der Männer benachteiligt werden. Das wiederum wird dann so ausgelegt, dass Frauen individuell bevorzugt werden müssen.

Das heißt: Der moderne Feminismus konstruiert aus dem verfassungsmäßigen Recht auf Gleichberechtigung für beide Geschlechter eine Pflicht des Staates zur Ungleichberechtigung, zur „ausgleichenden“ Bevorteilung von Frauen.

Aus einem Gleichberechtigungs-Recht eine Ungleichberechtigungs-Pflicht zu konstruieren, die Frauen gleicher als gleich macht, ist absurd und hätte auch von Orwell nicht besser geschrieben werden können.
Wer in Logik nur ein wenig aufgepasst hat, dem müsste klar sein, dass etwas nicht stimmen kann, wenn aus „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ durch „logische Schlüsse“ ein „Frauen haben mehr Rechte als Männer“ wird.

Umso schlimmer, dass die Medienöffentlichkeit nicht sehen will, dass die Existenz der Männerrechtsbewegung in Deutschland durchaus nachvollziehbare Gründe hat, und Männerrechtler nicht nur verbitterte „misogyne Versager und Scheidungsverliererväter“ sein müssen.

  1. sondern für Familie, Senioren, Frauen und Jugend []
  2. Was ein Fehlschluss ist []

Wenn Standards zu Doppelstandards werden

Es ist offensichtlich, und auch die ZEIT schreibt darüber: Die europäischen ethischen Standards haben sich in der Flüchtlingskrise als in der Realität nicht umsetzbar erwiesen.

Während Deutschland sich einerseits humanitär gibt, bezahlt es andererseits einen Diktator, Flüchtlinge aufzuhalten, damit diese die Rechte, die sie in der EU in Anspruch nehmen könnten, eben nicht in Anspruch nehmen zu können.

Praktisch wollen die meisten Staaten in der EU die Massen an Flüchtlingen, die gern kommen würden, nicht haben.

Asyl- Flüchtlings- und Menschenrechte, bzw. die Art und Weise, wie diese verstanden werden oder wurden, stehen mit dem Pakt mit der Türkei praktisch zur Disposition. Die Rechtsauslegung, dass jedem ein Asylverfahren zusteht, dass jeder Flüchtling akzpetiert werden muss, dass quasi jeder Mensch aus einem Katastrophengebiet sich in die EU retten können sollte, will man anscheinend nicht mehr anerkennen und umsetzen.

Nun ist die Frage, ob die kodifizierten Rechte geändert werden, ob man deren Auslegung ändert, oder ob man sich in die Tasche lügt und auf dem Papier Rechte stehen lässt, die in der Praxis dann aber niemand wirklich in Anspruch nehmen kann.
Ich denke, es wir auf eine Art weltweite Schengen-Drei-Lösung herauslaufen müssen, mit einer Art Katastrophen-Finanzierungs-Lastenausgleich, in der die Länder um das Katastrophengebiet von den umliegenden und weiter entfernt liegenden Ländern dafür entschädigt werden, dass sie die Hauptlast der Flüchtlinge aus ihrem Nachbarland werden aufnehmen müssen.

Die Jungen- und Männerfeindlichkeit im Feminismus

Auf Twitter geht herum, dass Frauen allerhand #imzugpassiert. Schuld an allem sind: Männer.

Bei einem Teil der beklagten Geschehnisse („Mann steigt an gleicher Station ein und aus!!!“) muss man sich fragen, was Verfolgungswahn mit Sexismus und Belästigung zu tun hat.
Bei den ernster klingenden Fällen wiederum sollte man sich fragen, welcher Anteil davon ausgedacht wurde, „für die gute Sache“; denn Falschbeschuldigungen sind (nicht nur) in Sachen sexueller Belästigung anscheinend eher häufig1, und wenn es darum geht, auf Twitter halbanonym Aufmerksamkeit zu erzeugen, ist die Hemmschwelle, Belästigungen zu erfinden, wahrscheinlich noch erheblich geringer.

Aber abgesehen davon ist natürlich wahr, dass die meisten Täter, aber auch Opfer von Gewalt überall auf der Welt Jugendliche und junge Männer sind.

Und natürlich ist dieses Alter, die Adoleszenz, durchaus schwierig, wenn aus Jungen Männer werden (sollen) und diese sich orientieren müssen, wie man sich als Mann in der Gesellschaft verhält. Impulskontrolle und Frustrationstoleranz und gesellschaftlich adäquates Verhalten sind Dinge, die man lernen muss, und das ist natürlich ein Prozess, der gar nicht ganz reibungslos ablaufen kann.

Und weil das so ist, finde ich auch viele dieser #Aufschrei- und #Imzugpassiert und #Ausnahmslos und sonstige Mimimi-Postings auf Twitter so abgrundtief männerfeindlich.

Denn wenn irgendwelche 14-jährigen eine Frau anstarren oder wenn auch noch 19-jährige schlechte Anmachsprüche bringen ist das häufig einfach notwendiger Teil einer männlichen Sozialisation. Grenzen und gesellschaftliche Normen müssen ausgetestet und erfahren werden, und das geht natürlich nicht ohne Missgriffe und „Sparringspartner“, die bei diesen Übungen dann tatsächlich auch weniger schöne Erfahrungen machen werden. Das ist sicher für diejenigen in der konkreten Situation blöd, aber in einer real existierenden menschlichen Gesellschaft eben nicht zu verhindern.

Diese ganzen Dinge, die natürlich teilweise „delinquent“ sind, wie man bei Jugendlichsen sagt, die aber dennoch teilweise passieren müssen, damit eine männliche Sozialisation überhaupt erfolgen kann, zu kriminalsieren, bedeutet, Männlichkeit bzw. den Prozess der Entstehung einer männlichen Identität zu pathologisieren. Und die männliche Sozialisation zu pathologisieren ist pure Männerfeindlichkeit.

Nochmal anders ausgedrückt: Wenn man die (größtenteils) Kleinigkeiten wie „Blicke im Bus“, die verhuschte Feministinnen als schlimm triggernde psychische Gewalt unter netzfeministischen Hashtags posten, tatsächlich verhindern wollte, müsste man faktisch das Aufwachsen von Männern verbieten. Und das ist gruppenbasierte Menschenfeindlichkeit.

In Deutschland wird seit Jahrzehnten mit der Erziehung von Kinder experimentiert, angefangen mit der anti-autoritären Welle in den 70ern bis zur gender-sensiblen Erziehungsarbeit heute.
Da der Gender-Feminismus postuliert, Geschlechterrollen seien nur ein soziales Konstrukt, und das Verhalten sei allein von der Sozialisation abhängig, sollte man glauben, in Deutschland aufgewachsene Männer seien mittlerweile weniger gewalttätig, sexistisch und gefährlich als, zum Beispiel, vor 50 Jahren in Deutschland aufgewachsene Männer oder in Afrika aufgewachsene Männer.
Aber dank #ausnahmslos wissen wir ja jetzt, dass der anti-rassistsiche Netz-Feminismus lieber Teile seiner Dogmen (Verhalten ist alleinige Folge von Sozialisation; es ist möglich, männliche Kinder anders zu erziehen; „richtig“[tm] erzogene Kinder können „feministische Männer“ werden) über Bord wirft oder zumindest kurzzeitig „aussetzt“, als irgendwelchen Gruppen von Männern zuzugestehen, weniger schlimm zu sein als andere Gruppen.
Das bedeutet: Der maßlosen Männerfeindlichkeit des deutschen Gender-Netz-Feminismus können Männer auch dann nicht entkommen, wenn sie versuchen, sich „wohlzuverhalten“. Im Zweifel sind sie doch wieder nur Männer, wrden allein auf ihr biologisches Geschlecht2 reduziert, und Männer sind eine Gefahr für Frauen, und müssen durch weitere männerfeindlich-sexistische Regeln gegängelt werden, bis Jungen und Männern jegliche Handlung, die eine Netzfeministin anstößig finden könnte, nicht mehr möglich ist.

Das scheint der Netz-Gender-Feminismus tatsächlich durchsetzen zu wollen, ohne Rücksicht darauf, dass eine normale psychische Entwicklung in der Adoleszenz gewisse Konflikte mit der Umwelt voraussetzt.
Aber Fakten sind dem Netzfeminismus egal. In ihrer Männerfeindlichkeit sehen die Netzfeministinnen nicht, dass sie immer neue Hetzkampagnen gegen einen Bevölkerungsteil, nämlich den der Jungen und jungen Männer, starten, der es sowieso schon schwer genug hat.

Das ist für mich die Lehre aus diesen ganzen Hashtag-Kampagnen.

  1. Kachelmann, Türck, Dall, Mollath, … []
  2. das es ja eigentlich gar nicht gibt? []

Was wollen die (Netz-)Feministinnen eigentlich?

#Aufschrei, weil ein älterer Mann um ein Uhr nachts angetrunken gegenüber einer Journalistin einen anzüglichen Spruch gemacht hat.

#breitmachmacker, weil Männer in Bahnen breitbeinig sitzen.

Jetzt #imzugpassiert, weil Frauen angeblich in Zügen oft belästigt werden.

Allerdings, das muss man wissen, fühlen sich gender-feministisch sozialisierte Frauen ja schon von Blicken belästigt, die als „male gaze“ gelten, bzw. als „Visual Harassement“. Belästigung liegt sozusagen im Gefühl der vermeintlich Betrachteten.

Möglicherweise wissen die Leute von Spiegel und Stern, die sich jetzt wieder vor den Karren von #imzugpassiert spannen lassen gar nicht, dass die angeblich Belästigten oftmals an das irrsinnige Konzept der Defintionsmacht glauben, also daran, dass allein das Gefühl der vermeintlich Belästigten ausschlaggebend sein sollte dafür, ob eine Belästigung tatsächlich passiert ist oder nicht?

Blickkontakt reicht bei den meisten Netzfeministinnen anscheinend schon mehr als aus, um sich belästigt zu fühlen. Die sexualisierte Gewalt beginnt bei manchen anscheinend schon mit einem „Aha“.

Diese Leute wollen, um Belästigungen abzuwehren, eigentlich alles verbieten, bzw. jeden männlichen Annäherungsversuch unter Strafe stellen, dem die Frau nicht vorher zugestimmt hat. Wie man allerdings überhaupt so eine Zustimmung bekommen können sollte, hat man im radikalfeministischen Lager möglicherweise nicht ganz durchdacht, denn eine entsprechende Frage1 würde sicher auch als Belästigung gewertet. Im Endeffekt ist also für Männer normale menschliche Interaktion mit Netzfeministinnen nicht möglich, da alles, was ein Mann sagt, von diesen Personen als Belästigung ausgelegt werden kann.

Und darum frage ich mich schon, was die Netzfeministinnen eigentlich wollen, wenn sie ihr Mimimi per Twitter in die Welt schütten.
Was für eine Gesellschaft stellen sie sich vor? Wie sieht das ideale feministische Leben aus?

Soll demnächst in allen öffentlichen Bereichen die feministische Sittenpolizei patrollieren? Soll alles mit Kameras überwacht werden, damit man jede möglicherweise als „sexualisiert“ interpretierbare Bemerkung zur Anzeige bringen kann?
Wollen sie vielleicht eigene „Gated Communities“, wo nur Frauen mit Abschluss in Gender-Irgendwas Zutritt haben? Eigene Busse? Eine Matrix, wo sie nur das sehen, was sie sehen wollen?

Was?

  1. Denkbar wäre ja z.B.: „Was würdest Du davon halten, wenn ich Dich in die Ecke da drüben ziehen und wild küssen würde?“ []

Sich-ehrlich-machen ist das neue Das-wird-man-ja-wohl-noch-sagen-dürfen

Ist es eigentlich jemandem aufgefallen?

Wir müssen uns ehrlich machen! Es gibt ein Problem mit X.

ist couragiert, offen, transparent, mutig und gesellschaftlich erwünscht. Aber

Es gibt ein Problem mit X; das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

ist „rechts“.

Dabei ist der Unterschied in den Formulierungen minimal.

Beim „ehrlich machen“ klingt an, wie schwer es einem (als wohlmeinender Mensch) fällt, diese Wahrheit auszusprechen, weil sie einem quasi selbst unangenehm ist, weil ja nicht sein können sollte, was nicht sein dürfte.

Beim „wohl noch sagen dürfen“ hingegen wird die Sache offensiver vertreten und impliziert, dass dies ein Tabubruch sei.

Allerdings impliziert das „ehrlich machen“ auch einen Tabubruch, denn dass man sich aktiv „ehrlich machen“ muss bedeutet ja auch, einen gewissen Widerstand zu überwinden, möglicherweise nur halt eher in Form eines internalisierten Tabus als eines gesellschaftlichen Tabus.

Warum ist also „ehrlich machen“ soviel besser[tm] als „wohl nochmal sagen dürfen“?

Anscheinend ist die vermeintliche Wahrheit mit etwas Scham auszusprechen viel weniger unpassend, als die vermeintliche Wahrheit offensiv zu vertreten.
Anscheinend leben wir heute in einer Gesellschaft, in der offener Streit tabuisiert ist, wo Dissenz in sozialpädagogische Formulierungen verpackt oder durch eigene Empfindung gerechtfertigt werden muss.

Darum ist, sich in Selbstüberwindung ehrlich zu machen soviel besser und weniger rechts, als konfrontativ auf dem Recht zu beharren, seine Meinung zu äußern, und anzudeuten, dass in der Gesellschaft eine repressive Stimmung gegen abweichende Meinungen durchaus existiert.