Maischberger am 14.11.2018 oder: Die Mär von der gleichwertigen Arbeit und den überlegenen diversen Teams

Ich möchte ein paar Anmerkungen zur Sendung vom 14.11.2018 machen.

Wegen der lächerlich kurzen Sendezeit (dabei hätte der ÖR soviel davon), wurden wichtige Frage nicht gefragt.

Frau Williams zum Beispiel beschäftigt zu 80% Frauen. Diese werden angeblich alle fair bezahlt, bekommen also „gleiches Geld für gleichwertige Arbeit“.
Da hätte man nachfragen müssen, ob es dort tatsächlich irgendein System gibt, dass die MitarbeiterInnen in Gruppen einteilt, die dann jeweils gleiches Gehalt bekommen.
Und dann wäre zu klären gewesen, ob tatsächlich jede Mitarbeiterin, die das gleiche Gehalt wie eine andere Mitarbeiterin bekommt, im Durchschnitt die genau gleiche Leistung erbringt.
Denn das ist doch die tatsächliche Schwierigkeit bei der „fairen Bezahlung“, dass die Arbeitsleistungen schwanken und man tatsächlich keine wirklich objektiven Kriterien für „faire Bezahlung“ entwickeln kann.
Darauf wollte auch Herr Sprenger heraus, konnte aber dazu leider nichts sagen, weil Frau Schulze ständig Gelegenheit gegeben wurde, ihre gender-feministische Propaganda dazwischen zu plärren.

Ich weiß, das ist eine harte Wertung, aber ich kann begründen, warum ich ihre Beiträge für Propaganda halte. Nehmen wir die von ihr geäußerte Behauptung, Studien hätten ergeben, „diverse Teams“ brächten bessere Ergebnisse als „nicht-diverse“ Teams.

In den Vergangenen Jahren hatten wir uns gesellschaftlich meiner Kenntnis nach eigentlich geeinigt, dass Männer und Frauen im Durchschnitt gleich befähigt sind. Dass es viel mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt.
Und wir hatten uns meiner Kenntnis nach geeinigt, dass es sowas wie „Rassen“ nicht gibt, und dass Europäer, Asiaten, Schwarze, also alle Menschen gleich befähigt sind.

Und wenn wir voraussetzen, dass Männer und Frauen und alle Menschen gleich befähigt sind, dann kann es schlicht nicht sein, dass „diverse Teams“ besser sind als „nicht-diverse“ Teams, und dies an der Diversität liegt.
Also entweder hat es einen anderen Grund, dass diverse Teams in Studien besser abschneiden als nicht-diverse Teams, der nicht in der Mischung von Geschlechtern und Hautfarben oder Ethnien liegt — nämlich vielleicht die unterschiedlichen Erfahrungshintergründe — oder aber, die Annahme, dass Frauen und Männer und alle Menschen gleich sind, muss falsch sein.

Und ich tendiere zur Annahme, dass Menschen tatsächlich weitgehend gleich befähigt sind, und dass diverse Teams nur deshalb in Studien besser abschneiden, weil die Studien beim Studien-Design entscheidende Fehler machen und daher gar nicht den Effekt der „Diversität“ messen, sondern etwas anderes.

Oft dauern diese Studien nur einen Tag oder ein paar Wochen. Und oft wird hier das „diverse Team“ wild zusammengewürfelt, während für das „nicht-diverse“ Team z.B. eine schon bestehende Gruppe genommen wird, z.B. alle weißen Männer aus dem Handball-Team der Universität.
Dass hier das „diverse Team“ besser abschneidet, kann dann darauf zurückgeführt werden, dass es nicht vom psychologischen Effekt des „Group Think“ betroffen ist, der Teams, die längere Zeit zusammen arbeiten, trifft, und deren Leistung mindert, weil nicht mehr so viel diskutiert wird und weniger neue Ideen eingebracht werden. Das heißt, neue Teams sind dann besser als alte Teams, solange sich die Mitglieder noch nicht aufeinander eingestellt haben, es noch neue Ideen und Widerspruch gibt.
Das heißt auch: Nach einigen Monaten würde das „diverse Team“ sich eingeschwungen und eine eigene Team-Kultur entwickelt haben. Dann würde der „Diversitäts-Bonus“ verloren gehen. Andererseits heißt es auch: Ein Team nur aus alten weißen Männern, die aus verschiedenen Ländern kommen und sich vorher
nie gesehen haben, würde besser abschneiden als ein optisch und geschlechter-technisch „diverses“ Team, das schon seit 2 Jahren zusammenarbeitet.

Es kann meiner Meinung nach auch gar nicht anders sein.

Dass Teams allein wegen der Zusammensetzung aus unterschiedlichen Geschlechtern und Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben besser sein sollten als z.B. Teams nur aus schwarzen Frauen, wäre biologistisch, sexistisch und rassistisch, denn es würde bedeuten, dass schwarze Frauen entweder nicht so leistungsfähig sind wie. z.B. asiatische Frauen oder schwarze Männer, oder dass schwarze Frauen sich allein nicht effizient organisieren könnten.

Diverse Team sind also wahrscheinlich dann besser, wenn wir von einer „Diversität des Denkens“ reden. Das tun aber Menschen wie die Grüne Katharina Schulze nicht. Sie reden von einer Diversität von äußeren Merkmalen wie Hautfarbe, Herkunft oder Geschlecht und behaupten, diese habe auf magisch-esoterische Weise — denn es sind alle Menschen gleich befähigt — positiven Einfluss auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.
Und es ist diese äußerliche Diversität, die Frau Schulze mit Quoten erzwingen will, die mit der notwendigen Diversität des Denkens nichts zu tun hat und die natürlich nicht zu besseren wirtschaftlichen Ergebnissen führen wird.

„Faschisierung aus der Gamer-Szene“ oder: Mehr Unsinn im Freitag

Der Freitag ist, wie gesagt, eine tolle Zeitung, aber ich mache mir schon ein wenig Sorgen wegen der Qualität.

Da schreibt eine Autorin einen wirren Artikel über eine angebliche „Faschisierung“ der Gamer-Szene, der komplett in gender-pseudo-wissenschaftlichem Slang geschrieben ist.

Ein paar Zitate und Anmerkungen:

In Deutschland ist vor kurzem unter dem Hashtag #GamerleaksDE eine neue Öffentlichkeit entstanden, die die inneren Strukturen und radikalen Politisierungen der Gamer-Szene offenlegt.

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Bullshit-Strohmann-Feminismus-Artikel im Freitag

Der Freitag ist ohne Zweifel eine Bereicherung der deutschen Medienlandschaft.
Leider nicht immer im positiven Sinne, denn Elsa Koester nutzt das Medium, um einen, nun ja, wirklich schlechten Artikel unter das Volk zu bringen.

Er heißt „Rudel der Schuhgucker“ und gibt vor, feministisch zu sein.

In dem Artikel konstruiert sie die Situation, dass ein betrunkener Fußball-Proll ein Eisenbahnabteil mit provokativen, anzüglichen, beleidigenden Sprüchen terrorisiert.

Nun gut, das kommt vor, und ist der Grund, warum Menschen den Individualverkehr bevorzugen in einer Zeit, wo Polizei und Bahn anscheinend nicht mehr in der Lage sind, gute Sitten im öffentlichen Raum durchzusetzen, und gegen niemandem im Speziellen gerichtete „Hate Speech“ im Real Life wie seit jeher nicht justiziabel ist.

Aber tun wir mal so, als wäre diese konstruierte Situation nicht nur eine billige Kulisse für den Artikel, mit dem überzeichneten betrunkenen Fußball-Proll als Prototyp „toxischer Männlichkeit“, und der Artikel damit nicht bereits auf dem argumentativen Niveau der AfD, die auch gerne aus besonders krassen Einzelfällen ein Szenario allgegenwärtiger Bedrohung durch z.B. „kriminelle ausländische Messerstecher“ bastelt.

Und tun wir mal so, als wäre es nicht total merkwürdig, dass Männer-Gruppen im Artikel durchgehend als „Rudel“ bezeichnet werden. Und tun wir so, als wäre es (zumindest für Feministinnen) nicht biologistisch, dass die Autorin anscheinend davon ausgeht, dass es irgendwelche angeborenen Dominanz-Verhaltensweisen gibt, deren Wirkung sich niemand entziehen kann, obwohl sie gleichzeitig auch imaginiert, ein Opt-Out müsse möglich sein.

Also:

Der toxisch-männliche „Rudelführer“ betreibt Man-Spreading (Klischee lass nach!), und pöbelt herum:

„Was ist denn eigentlich mit deinem Prozess?“, pöbelt er seinen Kumpel gegenüber an. Der lacht dreckig, „joa, muss nächste Woche aussagen“. „Was sachst‘n du? Dass du der Fotze nichts getan hast, kannste ja schlecht behaupten, so, wie die hinterher aussah.“ Brüllendes Lachen bei vier der fünf Typen.

Angesichts der real existierenden Bedrohung durch den betrunkenen Fußball-Proll und seine kriminellen Freunde, tun die meisten Menschen im Wagen das, was kluge Menschen eben so tun: Wegschauen und sich nicht provozieren lassen. Denn Schaffner und Polizei sind wahrscheinlich weit weg, und sie wollen ja nur von A nach B, warum also sollten sie bei irgendwelchen Dominanz-Spielchen betrunkener Spacken mitspielen oder irgendwelche Risiken eingehen wegen Dingen, die sie nicht betreffen?

Das aber gefällt der Autorin nicht. Die Leute im Wagon sollten ihrer Meinung nach Aufstehen und dem Pöbler Paroli bieten!
Absurd ist aber, dass sie selbst schreibt

Dabei gibt es sie, die nichtpatriarchalen Männer. Sie reagieren nicht auf patriarchale Provokationen.

, aber genau das fordert, nämlich dass die Männer im Wagon auf die patriarchalen Provokationen des Fußball-Prolls reagieren und diesen mutig in die Schranken weisen müssten.

Aber man kann nicht beides haben: Männer, die „nichtpatriarchal“ nicht auf patriarchale Provokationen reagieren, und die gleichzeitig „wie echte Männer“ auf patriarchale Provokationen reagieren, wenn es im Sinne des Feminismus bzw. hilflos im Wagen herumhockender feministischer „Damsels in Distress“ wäre.

Die Autorin faselt von nichtpatriarchalen Männern, aber hackt gleichzeitig implizit auf den „unmännlichen“ Männern herum, die sie in ihrem konstruierten Artikel tatenlos auf ihre Schuhe sehen lässt, anstatt auf die unspezifisch in den Raum gebrüllten Provokationen mit ritterlichem Eingreifen im Sinne feministischer Korrektheit zu reagieren. Ohne dafür eine Trophäe zu erwarten, einfach nur, um Frauen zu unterstützen.1

Der Artikel ist voller solcher Widersprüche: Nicht nur wird von Männern Gegenleistungs-lose Ritterlichkeit zugunsten von Frauen erwartet.
Der junge Mann in der fünf-köpfigen Proll-Gruppe wird erst unsicher genannt, dann wird er kurzzeitig als ein Opfer des Patriarchats bezeichnet, dann ist er plötzlich „ein Knilch“, der verachtet wird wegen seiner Schwäche. War der „Zwang zur Stärke“ für Männer nicht gerade noch patriarchal?

Sie schreibt (über „die Männer“ im Wagen – Did she just assume their gender?):

Erstaunlicherweise sind die meisten von ihnen außer Stande, etwas gegen dieses System zu unternehmen, das in der Lage ist, einen Wagen von 20 Personen unter die Kontrolle eines Angetrunkenen zu bringen.

Aber sie gehört selbst zu der schweigenden Masse, tut nichts, als heimlich Blicke mit einer anderen Frau auszutauschen, um nach dieser sicher total empowernden Aktion genau so passiv zu bleiben wie alle anderen. Und sie verwechselt die Fähigkeit, auf einer Bank zu sitzen und sich daneben zu benehmen mit „Kontrolle“. Aber dass sie selbst sich anscheinend provoziert und gedemütigt fühlt und aus dem (biologistischen!) Dominanz-System mental nicht aussteigen kann heißt nicht notwendigerweise, dass die „Schuhgucker“ nicht gerade innerlich vollkommen frei sind, und den Betrunkenen einfach vor sich hin grölen lassen. Und einfach keine Lust haben, heute noch eine Notaufnahme zu besuchen oder polizeilich vernommen zu werden. Vielleicht sind die Schuhgucker einfach ein Stück weiter als sie.

Sie schreibt:

Wer unter dem Patriarchat leidet und es für falsch hält, soll sich gefälligst auflehnen. Warum tun sie es nicht? Feministinnen, Schwule, Transsexuelle riskieren dabei ihre körperliche Unversehrtheit, manchmal ihr Leben.

Warum diese Aufforderung nicht auch für die Autorin selbst gilt? Das ist einfach zu beantworten: Sie spricht von Männern. Männer sollen ihre Probleme lösen. Männer sollen ihre Unversehrheit riskieren und Betrunkene hindern, weitere unschöne, aber aufgrund der Unbestimmtheit nicht-justiziable Äußerungen zu tätigen, damit die Frau Feministin ungestört Zug fahren kann.

Genauer gesagt die angebliche Feministin, die davon spricht, dass Männer unter einem „Zwang zu Stärke“ leiden würden, aber selbst von starken Männern gerettet werden will. Die Männern angeblich zugestehen will, nicht stark sein zu müssen, und sich eben nicht von irgendwelchen Dominanz-Spielchen provozieren zu lassen, die aber im Zug keine Knilche und Schuhgucker gebrauchen kann, weil sie selbst nicht in der Lage ist, sich der Wirkung der Dominanz-Spielchen zu entziehen. Die zum Kämpfen auffordert, aber nicht selbst teilnehmen will. Die Frauen und Männer nicht nur ganz klar unterschiedet, sondern auch klare Rollen zuordnet. Anscheinend ist das Geschlecht doch zumindest immer dann nicht sozial konstruiert, wenn eine Feministin im Zug nach Männern sucht, die für sie andere Männer kontrollieren sollen… (Sarkasmus!)

Möglicherweise wollte Elsa Koester auch nur das Zeilenhonorar, anders kann man die Entstehung dieses inkonsistenten männerfeindlichen Blödsinns eigentlich nicht erklären.

So einen in sich widersprüchlichen Quatsch möchte ich im Freitag nicht noch einmal lesen. Gibt es beim Freitag keine Chefredaktion, die Artikel durchliest, bevor sie unter dem Label „Freitag“ ins Netz gestellt werden?

  1. Aber warum sollte das irgendein vernünftiger Mann für irgendeine wildfremde Frau im Zug tun? Seine Loyalität gilt vielleicht in erster Linie seiner Familie oder Parterin, die ihn gerne in einem Stück wiedersehen will []

Merkel, die Außer-Kraft-Setzerin

Wenn die Ära Merkel irgendwann von Historikern aufgearbeitet werden wird, wird man möglicherweise erkennen, dass Merkel vor allem eine „Außer-Kraft-Setzerin“ gewesen ist.

Sie hat die innerparteilichen „Checks & Balances“ in der Union außer Kraft gesetzt, die sie in Schach halten hätten können. Fast alle mächtigen Figuren in der Partei hat sie ausgeschaltet und sich so die Alleinherrschaft gesichert.
Heute (2018) gibt es in der Partei außer Angela Merkel und Wolfgang Schäuble keine wirklich bemerkenswerten politischen Persönlichkeiten mehr. In der zweiten Reihe gibt es nur Quoten-Frauen und Merkel-Hofschranzen.
Allein Kristina Schröder stünde meiner Ansicht nach als einigermaßen glaubwürdige Politikerin ohne allzu starken Merkel-Stallgeruch bereit.

Merkel hat auch das Wertegerüst der Union außer Kraft gesetzt. Statt Haltung zu zeigen und Werte zu verteidigen, hat sie — auf Anraten von Demoskopen — die Strategie, durch eine ständige Anpassung der Position der Union immer eine Mehrheit in der Mitte des politischen Spektrums hinter sich zu haben, perfektioniert.
Diese lupenrein populistische Strategie hat viele Jahre hervorragend funktioniert, aber sämtliche Mechanismen der Demokrati außer Kraft gesetzt. Sie hat die Demokratie entkernt und nicht zuletzt durch die Bildung der dritten großen Koalition nach der Wahl 2017 auch den Wählerwillen außer Kraft gesetzt. Die parlamentarische Debatte fand quasi nicht mehr statt. Wenn die Opposition tatsächlich mal zu Wort kam, dann hörte Merkel nicht zu, unterhielt sich oder spielte mit ihrem Handy herum.

2015 hat Merkel das Dublin-III-Abkommen außer Kraft gesetzt und ohne Diskussion im Parlament durch eine Offene-Grenzen-Politik ersetzt. Gesetze, die illegale Einreise unter Strafe stellen, sind fakstisch außer Kraft gesetzt, und zwischenzeitlich schien auch das Verbot von Kinderehen faktisch durch Anerkennung solcher Verbindungen außer Kraft gesetzt zu sein.
Merkel hat auch den Union/SPD-Koalitionsvertrag mehrfach außer Kraft gesetzt und z.B. Waffenexporte nach Saudi-Arabien ermöglicht, die nach Koalitionsvertrag nicht hätten stattfinden dürfen.

Außer Kraft gesetzt hat sie auch die SPD, die sie Legislaturperiode nach Legislaturperiode an die Wand gespielt und zwischen Union und der Linken zerrieben hat, bis dann die Union so weit nach Links gerückt war, dass die AfD in die Lücke rechts der Union stoßen konnte.
Damit hat Merkel auch die „politische Nachkriegsordnung“ in Deutschlad außer Kraft gesetzt bzw. zerstört, wo — nach Strauß — „rechts von der Union nur die Wand“ sein dürfe.

Außer Kraft gesetzt hat Merkel leider auch jegliche Vernunft, zum Beispiel bei der Energie-Wende, wo kurzfristiges populistisches Herum-Manövrieren große Linien ersetzt hat. Niemand weiß, ob die aktuelle Generation von Elektro-Autos tatsächlich einen Beitrag zum Umweltschutz leisten können oder ob es sich dabei um mit extremem Atom- und Kohlestrom-Energieaufwand produzierten Sondermüll der Zukunft handelt.
Es weiß auch niemand, ob man Windkraftanlagenrotorblätter recyclen kann bzw. ob Windkraftwerke jetzt lärmverschmutzende, krankmachende Vogel-Schredder oder energiepolitische Heilsbringer sind.
Viele Dinge sind überhaupt nicht ausdiskutiert, weil Merkel wie gesagt alle politischen Mechanismen zur wirklichen breiten gesellschaftlichen Diskussion und Klärung dieser Dinge außer Kraft gesetzt hat.
Nur ein Beispiel: Beim Satz „Wir schaffen das“ konnte niemand sagen, wer „Wir“ eigentlich sind, und was genau geschafft werden sollte. Das hätte doch kritisiert werden müssen.
Aber sogar den Mechanismus der Kritik der Regierung durch unabhängige Medien konnte Merkel lange Zeit quasi außer Kraft setzen. Es wird noch erforscht werden müssen, wie das passieren konnte, auch wenn das Ergebnis wahrscheinlich sowieso sein wird, dass die meisten Journalisten einfach im Mitläufer-Modus sind, solange die Regierung hin und wieder das sagt, was sie hören wollen.

Jetzt will Merkel auch noch Abgas-Grenzwerte außer Kraft setzen, die sie wahrscheinlich selbst mit-beschlossen hatte, während unsere ach-so-kosmopolite Justizministerin Barley versucht, mit der „Mietpreisbremse 2.0“ die Gesetze des Marktes außer Kraft zu setzen.

Möglicherweise wäre es jetzt wirklich an der Zeit, das System Merkel außer Kraft zu setzen, bevor es wirklich alles kaputt gemacht hat. Hoffen wir, dass nach den Wahlen in Hessen ein „Weiter so!“ in GroKo und SPD wirklich nicht mehr möglich sein wird.

Wie Schröder und Merkel mit ihrer „Politik der Mitte“ den Extremismus verursacht haben

In den späten 90er Jahren wurde Helmut Kohl von Gerhardt Schröder abgelöst, der die SPD in die Mitte bzw. — nach heutigem Wording — „nach rechts“ führte.
Der linke Teil der SPD, der unter ihrem Wortführer Oskar Lafontaine schon in der späten Kohl-Zeit jegliche Reformen blockiert hatte, wurde durch die Hartz-IV-Reformen so vor den Kopf gestoßen, dass zahlreiche Genossen zur „WASG“ bzw. zur PDS überliefen, die dann zur „Die Linke“ fusionierten.

So war die Macht der SPD gebrochen und die Linke in nunmehr zwei bis drei linke Parteien (Linke, SPD, Grüne) zersplittert.

In Folge dessen kam Merkel in die Macht, die Schröders letztlich fatal gescheiterte Strategie, Mehrheiten in der Mitte zu suchen, kopierte, indem sie versuchte, das von der Union vertretene politische Spektrum immer so weit zu halten, dass sie die Mehrheit behielt. Dabei rückte die Union allerdings immer weiter nach links, und zahlreiche konservative Positionen wurden der ständigen Anpassung an die jeweiligen gesellschaftlichen Stimmungen geopfert, z.B. in Sachen Kernenergie oder „Homo-Ehe“.
Und so kam es, wie es kommen musste, weil Merkel nicht auf Strauß gehört hatte: Rechts von der Union bildete sich mit der AfD eine neue Partei. Jetzt ist auch die CDU gespalten und ihre Macht zerbrochen.

Wirklich schlimm aber ist, dass Merkel durch ihre Taktik, ihre Politik immer den aktuellen Meinungen in der Bevölkerung anzupassen, jegliche ernsthafte politische Auseinandersetzung vermieden hat. Fragen wurden nie ausgefochten, Debatten immer durch Positionswechsel von Merkel abgebrochen, bevor sie richtig begonnen hatten. Wo Schröder auch mal „Basta-Kanzler“ war, hat Merkel immer nur auf die aktuelle Stimmung geschaut. Sie hat einen „Mitte-Populismus“ betrieben, immer auf der Suche nach der aktuell am wenigsten kontroversen Position, die sie dann als vernünftig und alternativlos vermarktet hat; und die Medien haben mitgespielt und diese ebenso simple wie mutlose Taktik als ruhig, besonnen, weiblich und zielorientiert beworben.

Nun zeigt sich, dass diese fortgesetzte Vermeidung wirklicher Debatte Demokratie und Debattenkultur in Deutschland massiv geschadet haben.
Wo sich die ganz Alten noch an die lebhaften Debatten im Bundestag zwischen Wehner und Strauß im Bundestag erinnern und es noch als „Gebot der Höflichkeit“ galt, dem Redner auch zuzuhören, kennen die Jungen nur noch einen halb leeren Bundestag, wo die Kanzlerin wahlsweise mit ihrem Handy herumspielt, sich mit ihrem Fraktions-Chef unterhält, oder in Akten herumblättert, und jedenfalls jeglichen Respekt und jegliches Interesse für die Wortbeiträge der Opposition vermissen lässt.
Das ist das Ergebnis der jahrelangen großen Koalitionen, die dank der bequemen und ungefährdeten Mehrheit im Bundestag und in den Bundesländern eine Auseinandersetzung mit der Opposition im Parlaments-Alltag unnötig gemacht hat.

Das alles rächt sich jetzt, denn die verschleppten offenen politischen Fragen verlangen weiter nach Antworten. Wenn die Debatte nicht im Bundestag stattfindet und auch von den traditionellen Medien nicht geführt wird, dann findet sie auf der Straße und in den sozialen Medien statt.
Möglicherweise sollten wir alle froh sein, dass es die sozialen Medien gibt, so dass dort eine Ersatz-Debatte stattfinden kann, sonst hätten wir vielleicht tatsächlich bereits wieder Weimarer Verhältnisse mit Straßenkämpfen in größerem Maßstab.

Es sieht jedenfalls so aus, als sei die politische Krise in Deutschland hausgemacht, und zwar maßgeblich von Gerhard Schröder, der die SPD gespalten hat, und Angela Merkel, die die CDU gespalten und die öffentliche, endgültige Klärung wichtiger gesellschaftlicher Fragen im Bundestag immer wieder verhindert und durch eigene, „alternativlose“, populistische Entscheidungen ersetzt hat. Die Bildung einer weiteren großen Koalition 2017 durch die quasi abgewählten Regierungsparteien war hier nur der letzte Sargnagel einer bereits vorher systematisch heruntergewirtschafteten politischen Kultur, die jetzt erst wieder aufgebaut werden muss und auch aufgebaut werden wird. Aber das wird ein schmerzhafter Transformationsprozess, in dem sich auch die heutigen Journalistengenerationen erst wieder werden daran gewöhnen müssen, dass es rechts und links vom Schröder-Merkel-GroKo-Spektrum Meinungen gibt, die man auch ernst nehmen und diskutieren muss, die sich nicht immer allesamt als gestrig, dumm und gefährlich diskreditieren und somit zum Schweigen bringen lassen, sei es als rechts-national-menschenfeindlich oder als links-dystopisch-phantastisch.

Die Schlafwagen-Kanzlerin ist angezählt

Nach 13 Jahren Regierung Merkel sind etliche Probleme Deutschlands und Europas trotz der laut veröffentlichten Meinung so klugen Politik der Kanzlerin nicht gelöst:

  1. Die Finanzierung der Renten
  2. Der Ausbau von Breitband-Internet
  3. Die Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung im ganzen Land
  4. Der Fachkräftemangel in Handwerk und Ingenieurberufen
  5. Die Organisation einer sozialverträglichen Immigration und Verhinderung schädlicher Migration
  6. Die Organisation einer nachhaltigen, bezahlbaren und ökologisch sowie wirtschaftlich sinnvollen Energieversorgung
  7. Die Aufrechterhaltung des Rechtsstaats gegen Herausforderungen von Rechts, Links und organisierter Kriminalität
  8. Die Verhinderung einer weiteren Landflucht (ggf. durch aktive Förderung des ländlichen Raums, z.B. durch Gründung neuer Städte oder Universitäten?)
  9. Die Organisation einer effektiven Landesverteidigung mit einer einsatzfähigen und gut ausgerüsteten Bundeswehr
  10. Die Probleme im Bildungssystem, ausgelöst durch ideologische Projekte wie „Lesen durch Schreiben“, Lehrermangel und Inklusion1
  11. Der effektive Schutz von Bürgerrechten durch Datenschutz, IT-Sicherheit, Recht auf pseudonyme Internet-Nutzung, Verschlüsselung, auch durch strategische Maßnahnen zur Sicherstellung IT-technischer Autarkie, Unabhängig-machen von durch (US-)Geheimdienste unterwanderten Software- und Hardware-Herstellern
  12. Die Sicherung der Währungsstabilität und Verhinderung einer stillen Enteignung der deutschen Bürger durch Kosten für immer weitere Rettungsschirme und Hilfspakete
  13. Die Sicherstellung von Mobilität und logistischer Versorgung in Zeiten zunehmenden Transitverkehrs und steigender Probleme mit Treibhausgasen und Schadstoffen.

Unsere Kanzlerin ist in den vergangenen 13 Jahren zielsicher von Krise zu Krise gestolpert, und hat oftmals nur mit Steuerzahlergeld und Schulden Löcher zugeschüttet, statt die zugrunde liegenden Probleme wirklich zu lösen.
Die völlige Unfähigkeit der Regierung Merkel, trotz diplomatischem Chor, Geheimdiensten, Ministerien und dort arbeitenden Wissenschaftlern ein paar Monate in die Zukunft zu sehen bzw. internationale Entwicklungen zu prognostizieren und vorausschauend Lösungsstrategien zu entwickeln, hat man fälschlicherweise damit entschuldigt, es könne ja niemand in die Zukunft sehen.
Trägheit und Ratlosigkeit der Kanzlerin haben wohlmeinende Journalisten zum „besonnenen Führungsstil“ umgedeutet, hilf- und zahnloses politisches Taktieren in Zeiten Fakten-schaffender Trumps, Orbans, Putins und Erdogans als kooperativen, weiblichen, natürlich irgendwie überlegenen Ansatz der Problemlösung interpretiert – trotz ausbleibender Erfolge.

Wenn man darauf schaut, wie viele Möglichkeiten Deutschland als eines der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt hat, und wie wenig die Regierung Merkel daraus jeweils gemacht hat, kommt man nicht um die Erkenntnis herum, dass Merkel schon seit einiger Zeit das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ aufführt: Mit Hofschranzen, Quoten-Ministerinnen und „Journalisten mit Haltung“ in der Rolle der Schneider und Claquere, und ganz wenigen kritischen Stimmen in der Rolle des kleinen Mädchens, das das Offensichtliche ausspricht: Dass Merkel tatsächlich eine ideenlose alte Frau in schlecht sitzenden bunten Jacken ist, die von der Droge Politik nicht mehr loskommt und darum lieber ein ganzes Land verkommen lässt, als ihren Stuhl zu räumen.
Die keine Probleme löst, sondern den Kardinalfehler macht, diese in den wirtschaftliche guten Zeiten zu verschleppen, so dass sie dann in den wieder kommenden schlechteren Zeiten um so schlimmere Auswirkungen haben werden.
Deren Politikstil tatsächlich nicht pragmatisch-praktisch ist, sondern ein Politikstil des geringsten Widerstands, der taktischen Anpassung an Stimmungen und Mehrheitsverhältnisse, des prinzipienlosen Lavierens, oftmals ohne Sinn und Verstand. Zusammengefasst ein zutiefst populistischer Politikstil, den aber niemand als populistisch kritisieren wollte, solange dieser Populismus auf eine satte, irgendwie sozialdemokratische, leicht zu lenkende und durch die dann immer weiter doch relativ gute wirtschaftliche Lage politisch betäubte Mitte zielte.

Aber langsam wird die Luft dünn für Merkel. Der Wind hat sich gedreht. Sie ist angezählt. Die GroKo ist bereits jetzt am Ende. Niemand glaubt mehr, dass Merkel bis 2021 regieren wird.
Es wäre Zeit, dass eine der Parteien der großen Koalition die Reißleine zieht. Das könnte dieser Partei bei Neuwahlen dann immerhin noch ein paar Sympathie-Punkte bringen. Und vielleicht könnte es nach Neuwahlen für scharz-gelb-grün oder rot-rot-grün reichen – wobei es schön wäre, wenn der Anteil von grün und gelb hier eher hoch wäre. Denn wo man bei schwarz und rot vollkommen die Orientierung verloren zu haben scheint, haben Grüne und FDP zumindest noch irgendwelche Prinzipien.

  1. Inklusion auch von Schülern, die den Lernerfolg ihrer Mitschüler durch ihr störendes Verhalten gefährden und somit langfristig erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten []

Unsere abgewählte Regierung, ihre untätige Exekutive, und das „Es gibt keine einfachen Lösungen“-Argument (gegen AfD/Linke)

Ohne Zweifel gibt es für die Herausforderungen unserer globalisierten Welt oftmals keine einfachen Lösungen.

So gesehen ist das Argument, bestimmte Parteien hätten keine Lösungen für die Probleme Deutschlands, Europas und der Welt, sicher richtig. Aber auch trivial.

Und wenn Parteien wie CDU und SPD, die seit Jahren regieren, dieses Argument bringen, um von der Wahl anderer Parteien abzuhalten, dann ist es (leider) absurd.

Denn CDU und SPD sind seit langer langer Zeit in der Regierung und haben für viele lang bekannte Probleme trotz der enormen Möglichkeiten, die der Regierung zur Verfügung stehen, keine Lösungen gefunden, weder einfache, noch komplizierte.
Angela Merkel hat selbst der „einfachen Lösung“ Dublin III zugestimmt (Die EU-Länder mit Außengrenzen sollten allein alle Asylbewerber aufnehmen, registrieren, und ggf. abschieben), die ihr dann um die Ohren geflogen ist.
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Sexuelle Neigungen und feministische Mythen aus den 70ern

In einem Text „Frauen, hört auf, euch beim Sex zu unterwerfen!“ von Katja Lewina kommt das ganze Elend des aktuellen Feminismus zum Ausdruck. Zitat:

Ich bin weit davon entfernt, die Bettspielchen von anderen zu verurteilen. Dennoch frage ich mich: Wie sehr kann so ein Hang zur Submission individuelle Veranlagung sein, wenn er doch eindeutig geschlechtsspezifisch ist? Das ist so, als würde man behaupten, all die Frauen würden aus einem inneren Drang heraus so wahnsinnig gern in Care-Berufen arbeiten, in denen man kaum was verdient. Dabei ist inzwischen so ziemlich jedem Waldbewohner klar, dass Frauen diese Berufe vor allem deswegen ergreifen, weil sie entsprechend sozialisiert wurden.

Was stimmt an diesem Zitat nicht?
Nun, zuerst mal der erste Satz. Wie kann man behaupten, „die Bettspielchen von anderen nicht zu verurteilen“, wenn man in der Überschrift seines Artikels andere in Befehlsform auffordert, gefälligst ihre Bettspielchen nach dem Gusto der Autorin zu betreiben?

Und dann kommt der Rest, der die alte feministische These reproduziert, Frauen und Männer seien gleich und hätten keine angeborenen geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Neigungen. Denn nur dann wäre ja ausgeschlossen, dass Fraue möglicherweise tatsächlich geschlechtsspezifisch häufiger eine individuelle Neigung zur (erotisch-spielerischen!) Unterwerfung verspüren könnten.

Und diese These, dass Frauen und Männer eigentlich gleich seien, sein sollten oder sein müssten, ist das feministische Dogma; das Dogma, an dem der Feminismus langfristig scheitern wird.

Dass Männer und Frauen unterschiedliche Fähigkeiten und Interessen haben, ist wissenschaftlich gesichert. Schon bei Neugeborenen sind Geschlechterunterschiede in der Wahrnehmung nachweisbar. Und dass Frauen empathischer und „sozial intelligenter“ sind, sprachlich gewandter und im Lesen im Allgemeinen besser, wird auch in feministischen Kreisen sehr gerne akzeptiert. Merke: Geschlechterunterschiede zugunsten von Frauen sind feministisch okay.

Wenn es aber darum geht, es könne auch Geschlechterunterschiede geben, die die Auswirkung haben könnten, dass Frauen sich nicht so verhalten, wie Feministinnen das gerne sehen wollen, dann ziehen sich Feministinnen stets wieder auf das Dogma zurück, Frauen und Männer seien komplett gleich und alle Unterschiede müssten vom bösen Patriarchat anerzogen sein.

Tatsächlich ist es aber so, dass Frauen natürlich nicht nur geschlechtsspezifische Stärken haben, sondern auch geschlechtsspezifische Interessen und Vorstellungen. Darum arbeiten Frauen offensichtlich tatsächlich lieber als Männer in Care-Berufen.1

Über 90% aller Frauen fühlen sich von Männern sexuell angezogen. Die Idee, das könne vom Patriarchat so anerzogen worden sein und hätte nichts damit zu tun, dass Menschen Säugetiere sind und möglicherweise schon ausgestorben wären, wenn es anders wäre, ist vollkommen lächerlich.
Entsprechend ist es auch recht einfach vorstellbar, da naheliegend, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechtes signifikant andere sexuelle Neigungen und Phantasien haben. Ganz ohne dass „das Patriarchat“ hier eingreift.

Schade, dass das seit den 70ern, wo man sich gerne einbildete, man könne quasi aus „politischen Gründen“ lesbisch sein, nicht bei den Feministinnen angekommen ist.
Und traurig, dass „Jetzt“ bzw. „SZ“ diesem Unsinn heute noch Raum geben.

  1. Und diese werden deshalb schlechter bezahlt, weil sie Personal-intensiv sind. Es gibt keine Produktionssteigerungen, die höhere Gehälter rechtfertigen könnten, wie in vielen „Männer-Berufen“, wo der Einsatz von (immer besseren) Maschinen zu höheren (Export-)Einnahmen führt, die dann teilweise an die Arbeiter weitergegeben werden können. Siehe auch hier. []

Chemnitz und der „Kampf gegen Rechts“

Nachdem in Folge einer Messerstecherei auf einem Stadtfest in Chemnitz eine Person gestorben ist, ist es in Chemnitz zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen gekommen.

Und wie stets wird jetzt gefordert, den „Kampf gegen Rechts“ zu intensivieren.

Leider kann das heute meiner Meinung nach niemand mehr ernst nehmen, denn: Solange ich denken und mich erinnern kann, wurde vor „steigendem Antisemitismus“ und „mehr Rechten“ gewarnt. Also seit ca. 30 Jahren. 1

Jetzt wieder einmal noch mehr „Kampf gegen Rechts“ zu fordern ist zwar sicher super-guet gemeint, aber ziemlich lächerlich, denn wenn nach 30 Jahren Intensivierung des „Kampfes gegen Rechts“ Chemnitz herauskommt, dann muss man sich vielleicht doch einmal ehrlich machen und zugeben, dass der „Kampf gegen Rechts“ stets nur in Sonntagsreden geführt wurde und tatsächlich nie wirklich effektiv war.

Vielleicht sind rechte und linke Einstellungen in der Bevölkerung einfach immer zu einem bestimmten Anteil verbreitet, und kommen nur abhängig von der Situation mehr oder weniger radikal zum Vorschein? Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass es irgendeine erprobte und wissenschaftlich bestätigte Möglichkeit gäbe, diese Einstellungen, die statistisch gesehen auch Abhängigkeiten von Geschlecht und Lebensalter zeigen, tatsächlich zu ändern. Weder konnte die „antifaschistische“ DDR tatsächlich rechte Einstellungen in der DDR verhindern, noch konnten die Kommunisten in Polen die Religiösität der Polen großartig vermindern, noch können z.B. die „turbokapitalistischen“ USA linke Bewegungen verhindern.

Was soll also das (Sonntags-)Gerede vom „Kampf gegen Rechts“, das seit 30 Jahren rein gar nichts nützt, jetzt wieder?

Was man ändern kann, sind die Umstände. Solange die GroKo von Krise zu Krise taumelt und sich „Herausforderungen“ stapeln, die die Bevölkerung bitte mal für die Regierung annehmen und bewältigen soll, werden Zukunftsangst und Nervosität Radikalismus fördern.

Wenn die Zukunftsaussichten wieder gefühlt besser würden, würden auch die politischen Verhältnisse wieder entspannter.

2013 hat die Regierung Merkel der europäischen Asyl-Regelung Dulbin-III zugestimmt und sämtliche Verantwortung für Migration auf die Staaten mit EU-Außengrenzen abgeschoben, was vollkommen unfair und unsolidarisch war. Darum ist diese Regelung auch 2015 an der Realität gescheitert.

Frau Merkel und der großen Koalition, das hat sich gezeigt, fehlt jegliches Talent dafür, europäisch und langfristig zu denken. Sie „bewältigt“ vorrangig Krisen, die sie selbst geschaffen hat. Auch die Ausschreitungen in Chemnitz hat sie mittelbar verursacht, indem sie – ohne Parlament oder Bevölkerung zu fragen – 2015 eine Massenmigration in Gang gesetzt hat und vielleicht sogar in Gang setzen musste, um den gigantischen Fehler, den man 2013 mit der Verabschiedung von Dublin III ohne tatsächlich effektive Sicherung der Außengrenzen gemacht hatte, wieder einigermaßen auszubügeln.

Der Rechtsruck in Europa ist vor allem auch ein Effekt dieser von Euro- zu Griechenland- zu Flüchtlings-Krise taumelnden Politik, die den Menschen trotz größtenteils gut laufender Wirtschaft ein Gefühl permanenter Verunsicherung vermittelt.

Die einzige Möglichkeit, einen „Kampf gegen Rechts“ zu führen sehe ich darin, bessere, langfristigere, durchdachtere Politik zu machen, die geordnete Verhältnisse und Sicherheit verspricht. Symbolpoltik und Sonntagsreden und weitere GroKo-Schnellschüsse werden jedenfalls keinen beruhigenden Effekt haben.

  1. Das war immer schon ein Stück weit absurd, denn nach 1945 müsste der Anteil von Rechten und echten Nazis in der Bevölkerung irgendwann auch mal zurückgegangen sein. Und nach der „Sozialdemokratisierung“ der Union und vor dem Aufstieg der AfD waren – parteipolitisch gesehen – auch kaum noch welche übrig. []

Trumps 2% oder: Einwanderung via Fremdenlegion

Trump setzt Deutschland unter Druck, endlich 2% des BIP für Verteidigung auszugeben.

Gleichzeitig hat die Bundeswehr Probleme, genug Personal zu finden, und wir haben Probleme, junge Männer aus aller Welt zu integrieren (oder wieder loszuwerden), die ihr Glück in Europa und Deutschland suchen.

Da frage ich mich:
Was spricht eigentlich gegen die Gründung einer Fremdenlegion in Deutschland?
Wer einwandern will, der könnte, bei anderweitig zu geringer Qualifikation, für 15 Jahre bei der deutschen Fremdenlegion unterschreiben. Das wäre eine legale Möglichkeit, einzuwandern.
Deutschland hätte genug Soldaten; es gäbe Jobs für geringqualifizierte Afrikaner; wir könnten so Teile der Integrationskosten zu militärischen Kosten erklären.
Und mit Hilfe unserer einsatzfähigeren Armee könnten wir auch in Afrika den einen oder anderen Krieg gemäß unserer Interessen entscheiden bzw. Demokratien aufbauen, mit denen wir dann Handel treiben und wo wir ggf. Standorte für die Beantragung von Asyl außerhalb Europas einrichten könnten.

Für mich eine Win-Win-Win-Win-Situation. Warum also nicht?