Bundeswehr-Mindestquote für Frauen! Für weibliche Perspektive und Waffen-Parität! Frauen-Wehrpflicht jetzt!

Bei der Bundeswehr gibt es zu viele Rechte.
Das ist insofern nicht sehr verwunderlich, da heute alle Dinge, die die Bundeswehr ausmachen (Patriotismus, Waffen, die Möglichkeit, für das Vaterland zu sterben, Kampf etc.) rechts konnotiert sind. Einen linken Soldaten kann es somit gar nicht mehr geben.

Und weil Linke meist sowieso lieber darüber schreiben, wie rechts die Bundeswehr doch sei, als selbst durch persönlichen Einsatz die Bundeswehr linker zu machen, wird sich daran sicher auch nichts ändern.

Es sei denn, wir führen eine Wehrpflicht für Frauen ein!

Sollte es nicht eine Parität bei der Bewaffnung der Bevölkerung geben? Kann nicht das Patriarchat jederzeit zurückkehren, solange Männer den Großteil aller Waffen besitzen und kontrollieren? Iran 1979 kann sich jederzeit wiederholen, ohne genug Frauen in der Bundeswehr.

Un wenn, wie man so oft liest, überall immer alles besser wird mit mehr Frauen, warum sollte das dann nicht auch bei der Bundeswehr funktionieren!

Die weibliche Perspektive, die zusätzliche Diversität, die weibliche Intuition, diese vielen großartigen Dinge sollten doch auch im Kampfeinsatz eine wunderbar effizienzsteigernde Wirkung entfalten und die Bundeswehr besser machen können.
Man muss kein Mann sein, um ein Sturmgewehr zu bedienen, einen Panzer oder eine Drohne zu steuern. Im gemischten Team geht das Töten viel leichter von der Hand, und sicher werden auch viel bessere Entscheidungen getroffen, wer oder was zu vernichten ist.

Wir erinnern uns doch alle an die positiven Artikel über die kurdisch-jesidischen Kämpferinnen, oder, viel früher, die Kämpferinnen der UCK im Kosovo. Die Bewunderung unserer Journalisten für diese Patriotinnen. Eine Mindestquote von 50% Frauen in der Bundeswehr könnte also Patriotismus vielleicht wieder zu etwas Gutem machen, und die Bundeswehr wieder positiv framen. Der erste Islamist, der von einer Frau erschossen wird, die erste Sprengfalle, die eine Pionierin entschärft, der erste Bunker, den eine Kampfpilotin zerstört, ständig gäbe es positiv-feministische Nachrichten, die auch Mädchen zeigen, dass auch sie nicht von der pragmatischen-robusten Verteidigung unserer Freiheit ausgeschlossen sind.

Es ist also höchste Zeit, dass auch deutsche Feministinnen unter Waffen kommen.

Denn Frauen sind ja angeblich auch viel weniger rechts. Mit Frauen ließe sich also auch dieses Problem ratzfatz lösen.

Also — Parität bei den Waffen, weniger Rechte, mehr weibliche Perspektive beim Kämpfen — die Vorteile von mehr Frauen in der Armee liegen auf der Hand.
Darum muss die Wehrpflicht für Frauen und die Mindestquote von 50% Frauen in der Bundeswehr jetzt kommen! Da ja sogar die CDU jetzt eine Frauenquote hat, sollte dem doch nichts mehr im Weg stehen…

Wenn die Regierung Digitalisierung wollte, würde sie Kartenleser fördern

Seit fast 10 Jahren gibt es den elektronischen Personalausweis mit eID-Funktion.

Gute Kartenleser dafür mit allen sinnvollen Sicherheits-Funktionen kosten allerdings ca. 100 Euro, weswegen die Nutzung der eID sich seit Jahren nicht richtig durchsetzt.

In der Corona-Krise fällt uns das nun auf die Füße. Und trotz aller Lippenbekenntnisse tut die Politik nichts, um z.B. digitale Unterschriften, sichere EMail-Verschlüsselung etc. zu fördern.

Warum finanziert die Regierung nicht als Konjunkturmaßnahme jedem Haushalt einen vollausgestatteten Kartenleser?

„Farm der Tiere“ bei der taz oder: Wollen die älteren taz-RedakteurInnen ihr Lebenswerk den Intersektionalen überlassen?

Nachdem Hengameh Yaghoobifarah in der taz einen umstrittenen Artikel geschrieben hat, der nicht nur laut Analyse von Thomas Fischer Polizisten als Müll bezeichnet, den die taz gleichwohl als irgendwie „satirisch gemeint“ verteidigt, frage ich mich, wie das mit der taz weitergehen soll.
Anscheinend gibt es massive Risse in der Redaktion, die zwischen älteren, eher egalitär-liberalen Linken, und jüngeren, intersektional-dogmatischen Linken verlaufen.

Nun frage ich mich, ob die älteren Redakteure, die sozusagen ihr Leben lang für Gleichberechtigung, Antisexismus, Antirassismus etc geworben haben, tatsächlich wollen, dass ihre Zeitung von einer intersektionalen, und damit implizit anti-egalitären, anti-liberalen, und unter dem Vorwand von Antisexismus und Antirassismus sexistischen und rassistischen „jungen Garde“ übernommen wird? Möchte man als taz-Redakteur quasi sehenden Auges darauf warten, dass man von der jung-linken Kulturrevolution als alter weißer Kartoffel-Redakteur publizistisch an die Wand gestellt wird, wenn sich die Machtverhältnisse irgendwann vollends zugunsten der „jungen Wilden“ gedreht haben?

Wir wissen ja jetzt alle schon, wie das ablaufen wird: Die „Alten“ werden als aus der Zeit gefallene Krypto-Nazis, die jahrelang aus ihrer publizistischen Machtposition heraus Frauen und migrantische Minderheiten kleingehalten hätten, abgekanzelt und dann vom Hof gejagt werden.
Es wird so dargestellt werden, als hätten diese verdienten RedakteurInnen in Wirklichkeit jahrelang das Parteiblatt der NPD herausgebracht, und nicht Deutschland erfolgreichste klar linke Wochenzeitung.
Das entsprechende Narrativ wird sich schon stricken lassen. Wurden bei der taz nicht Praktikantinnen per Keylogger von alten weißen Lustgreisen ausgespäht? War die taz nicht in Wirklichkeit immer nur eine Bastion Weiß-deutscher akademischer Alt-Linker, die die Welt immer nur aus ihrer kleinkarierten Kartoffel-Sicht interpretiert haben? Die sich (nur) solange in Solidarität mit Minderheiten geübt haben, wie diese Minderheiten nicht wirklich zu einer Konkurrenz geworden waren? Die sich jetzt dem Fortschritt in eine neue Epoche anti-liberalen anti-egalitären linken Journalismus‘ verweigern?

Die liberal-egalitäre Linke in der taz hat der intersektionalen Linken in ihrem Blatt Raum geboten, aber ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass die Intersektionalen der liberal-egalitären Linken Raum bieten werden, wenn sie erst an der Macht sind.

Ich erwarte eher, dass sich die Geschichte wie bei Animal Farm entwickeln wird: Die Republik wird durch eine Diktatur ersetzt, die alte Garde wird aus dem Weg geräumt, und die neuen Machthaber rechtfertigen ihren Machtanspruch damit, dass sie irgendwie gleicher sind als gleich — das passt doch super zur Privilegientheorie der Intersektionalen.

Entsprechend sollten die älteren taz-Redakteure schleunigst entweder die Intersektionalisten kaltstellen, also entmachten und entlassen, oder aber ihr Zeug packen und eine „klassische taz“ forken, bevor sie es sind, die metaphorisch zum Abdecker transportiert werden.

Ich bin ein BIPoC!

Es ist einigermaßen tragisch, dass der europäische Antirassismus anscheinend am ideengeschichtlichen Tropf des US-amerikanischen Antirassismus hängt.
Wie ist es sonst zu erklären, dass man Begriffe wie „People of Color“ in ein Land importiert, wo „Farbige“ als abwertend gilt? Es ist doch absurd, den gleichen Begriff in einer anderen Sprache für weniger abwertend zu erklären, nur weil er in dieser Sprache eben angeblich nicht abwertend gemeint ist. Das gleiche gilt für „Race“. Böse in Deutsch, okay in Englisch… das ergibt keinen Sinn.

Noch unerklärlicher ist mir allerdings die Übernahme der Abkürzung „BIPoC“ für „Black, Indigenous, People of Color“, was eine Bezeichnung für Schwarze, indigene Völker, und … ehm… Nicht-Weiße sein soll, also für alle (vermeintlich) rassistisch diskriminierten Gruppen. Die Übernahme in den deutschen Sprachgebrauch finde ich daher so verunglückt, weil Weiße in Europa indigen sind. Ich bin also hier ein BIPoC. Und schon ist der Begriff zumindest in Europa total sinnentleert, weil er überhaupt nicht mehr abgrenzt.

Wenn man darüber nachdenkt, ist es somit ein wahrhaft antirassistischer Begriff, weil er wirklich alle Menschen mit einschließt. Quasi ein Kampfbegriff der Egalitären.

Tragischer- und paradoxerweise ist genau das wahrscheinlich das letzte, was die angeblichen Antirassisten — die den Begriff nutzen, um Menschen in Kategorien aufzuteilen, die rein zufällig den Kategorien entsprechen, die angeblich nur Rassisten benutzen — beabsichtigt hatten.

Und das ist das Kernproblem von Antirassisten: Im Bestreben, Diskriminierungen identifizieren zu können, müssen sie genau die Kategorien reproduzieren, die sie abzulehen vorgeben. Damit ist diese Ansatz, die Kategorien zu überwinden, von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Mehr Frauen in Führungspositionen! Mehr Mobbing!

Eine Gleichverteilung von Frauen und Männern in Führungspositionen ist ein Traum radikaler Feministinnen.

Leider wird das vielleicht für immer ein Traum bleiben: Denn Frauen werden am Arbeitsplatz am häufigsten von anderen Frauen gemobbt. Während Männer gleichberechtigt mobben, mobben Frauen fast immer (nur) andere Frauen. Je mehr Frauen also in einer Firma sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Frauen gegenseitig wegmobben. Auch weibliche Kunden mobben „am liebsten“ weibliche Mitarbeiter.

Quoten führen übrigens häufig dazu, dass Frauen sich in Führungspositionen unsicher fühlen, ob sie ihren Job wirklich verdient haben, was dann dazu führt, dass sie vermehrt mobben, vor allem Frauen, die sie ja ggf. von der Spitze verdrängen könnten.
Viele Frauen führen also zu einem schlechteren Arbeitsumfeld für Frauen, und zu mehr Mobbing zu Lasten von Frauen. Entsprechend sind Firmen mit mehr Männern bessere Arbeitsplätze für Frauen. Und die feministische Forderung nach einer 50:50-Verteilung von Frauen und Männern könnte vor allem zu mehr psychischen Problemen bei Frauen führen.

So gesehen ist es wahrscheinlich, dass auch Frauen früher oder später klar werden wird, dass die 50%-Forderung radikalfeministischer Dogmatismus ist, und nicht zu ihrem Wohl – es sei denn, Frauen schaffen es irgendwann, ihre Frauenfeindlichkeit und ihre toxische Weiblichkeit in den Griff zu bekommen und weniger zu mobben :-D

Es gibt keine unbezahlte Care-Arbeit!

Alle paar Wochen beglückt mich der Journalismus mit (noch) einem Artikel darüber, dass Frauen soviel „unbezahlte Care-Arbeit“ verrichten würden.
Darum seien sie durch Altersarmut gefährdet.

Zumindest für verheiratete Frauen dürfte das aber kaum zutreffen, gibt es doch a) das Konstrukt der Zugewinngemeinschaft, so dass bei einer Trennung die Hälfte der erzielten „Zugewinne“ während der Ehe an die Frau geht, und b) die Witwenrente, also das Konstrukt, dass ein Teil der Rente des gestorbenen Partners weiter gezahlt wird, an die Frau (oder den Mann, auch wenn es Witwenrente heißt).

Nun könnte man diskutieren, ob dieser Teil, der weiter gezahlt wird, zu klein ist oder „passt“, und ob die Anrechnung von Erziehungszeiten für die gesetzliche Rente großzügig genug ist, um den sogenannten „Gender Parenting Gap“ zu schließen, also den Unterschied im beruflichen Fortkommen, der entsteht, wenn ein Partner mehr, der andere weniger „Erziehungsarbeit“ leistet.

Doch egal wie man es dreht oder wendet — „unbezahlte Care-Arbeit“ gibt es in einer Ehe nicht. Man profitiert immer am Verdienst des Partners, egal ob man eine Frau oder ein Mann ist. Und wenn man in die Grundsicherung fällt, dann bezahlt einen ja immer noch der Staat für die Care-Arbeit.

„Rasse“ aus dem Grundgesetz streichen?

Das Wort „Rasse“ soll gemäß aktuellen Forderungen aus dem Grundgesetz getilgt werden.
Der Grund: Das Konzept der Rasse sei für Menschen sinnlos und evolutionsbiologisch nicht begründbar; sein Einsatz könne nur zu Rassismus führen. Durch die Verwendung des Wortes „Rasse“ erkenne der Gesetzgeber quasi die Existenz von „Rassen“ an.

Das mag alles richtig sein, aber mit einer Umformulierung des Grundgesetzes werden wir weder den Rassismus aus der Welt schaffen, noch das Konzept „Rasse“ auflösen, noch sonst irgendetwas Positives erreichen. Das hat mehrere Gründe:

  1. In den USA ist das Wort „race“ anscheinend nicht wirklich rassistisch konnotiert. Es ist fraglich, ob Deutschland dauerhaft eine eigene Sprachkultur aufrecht erhalten kann, wo man das englische Wort „race“ mit komplizierten Phrasen übersetzen muss. Ein Beispiel: Rassenunruhen werden in Zukunft wie genannt?! Aus Gründen evolutionsbiologisch irrelevanter sichtbarer visueller Unterschiede mit rassistischer Auswirkung stattfindende zwischenmenschliche Auseinandersetzungen?
    Wenn die Phrasen, die man brauchen würde, um um den Elephanten im Raum herumzulavieren, irgendwann zu einer Abkürzung eingedampft worden sein würden, weil die Verwendung der Phrasen sonst nicht praktikabel wäre, hätte man nichts anderes geschaffen als ein neues, „besseres“ Synonym für „Rasse“. Also viel Aufwand betrieben für nichts außer kurzzeitiger Symbolwirkung. Und Symbolwirkung bewirkt nichts außer eines guten Gefühls bei all denjenigen, die sowieso schon überzeugt waren. Also nichts.
  2. Das Konzept „Rasse“ ist auch für den Antirassismus unverzichtbar. Nur wenn verstanden werden kann, wie Rassisten denken, wie sie Menschen in Gruppen und „Rassen“ einteilen und dadurch Diskriminierung betreiben, kann man antirassistisch arbeiten. Auch die Geschichte (nicht nur des Kolonialismus) lässt sich nur verstehen, wenn man das Konzept erfasst und versteht. Schon deshalb ist das Konzept „Rasse“ selbst niemals mehr aus der Welt zu schaffen. Ganz abgesehen davon, dass „Rassen“ in der Tierzucht etabliert sind, und eine Übertragung des Konzepts auf Menschen keine allzu große Transferleistung ist. Eine Transferleistung, die jederzeit wieder vorgenommen werden kann, allen gedanklichen Brandmauern zum Trotz.
  3. Das Konzept von physiognomisch bzw. von äußeren Geburtsmerkmalen her unterschiedlich aussehenden Menschen findet auch in der Kognitions-Psychologie Verwendung. Der Cross-Race-Effect beschreibt zum Beispiel die Anpassung des Gehirns an die vorherrschenden äußeren Merkmale der Mehrheitsgesellschaft und die daraus resultierenden Schwierigkeiten, die Gesichter von Menschen mit vergleichsweise anderem Aussehen ebenso treffsicher auseinanderzuhalten wie die Gesichter von Menschen, die dem mehrheitlichen Aussehen ähnlich sind.
    Nach äußeren Merkmalen zu differenzieren ist nach Erkenntnissen der Kongnititionspsychnologie in unserem Gehirn angelegt. Wir können dagegen nichts tun. Schon gar nicht, indem wir ein „böses Wort“ aus der Sprache tilgen.
    Es dürfte, wie bereits angesprochen, sehr mühsam sein, in der immer stärker englischsprachigen wissenschaftlichen Literatur gegen das Wort „race“ anzukämpfen oder in deutschen Übersetzungen passende Ersetzungen zu finden. Ich nehme natürlich in den Kommentaren gerne Vorschläge an, wie man das griffige „Cross-Race-Effect“ ins Deutsche übersetzen könnte, ohne das böse Wort Rasse zu verwenden. Den Ausdruck nicht zu übersetzen wäre natürlich auch eine Möglichkeit, aber nicht mehr als ein Ausweichmanöver. Wenn wir schon da angekommen wären mit unseren hilflosen Versuchen, das Wort „Rasse“ zu vermeiden, könnten wir ja auch „Rasse“ im Grundgesetz durch das *vollkommen andere* Wort „Race“ ersetzen.

Die Streichung von „Rasse“ im Grundgesetz ist schon deshalb nicht notwendig bzw. falsch, weil das Wort im Grundgesetz in einem anti-rassistischen Kontext vorkommt bzw. die Bundesrepublik als anti-rassistischen Staat konstituiert. Darum wäre es geradezu absurd, diese klare Formulierung aus Zeitgeist-Erwägungen heraus durch einen tagespolitisch opportunen Euphemismus zu ersetzen.
Nur wer es unbedingt will, kann in der Formulierung eine implizite „Anerkennung“ der Anwendung des Konzepts von Rasse auf Menschen erkennen, obwohl der Artikel im Grundgesetz das Gegenteil aussagt. Aber ein juristischer Text muss nicht mit den aktuellesten Ansichten der Evolutionsbiologie hinsichtlich der Frage übereinstimmen, ob es Sinn ergibt, das Konzept „Rasse“ auf Menschen anzuwenden, sondern er muss in der real existierenden Welt die beabsichtigte Wirkung entfalten können, und das ist beim Artikel 3 des Grundgesetzes ohne Zweifel der Fall, denn es begreift tatsächlich jeder, was gemeint ist, sogar die, die sich aus Gründen der Symbolwirkung an der Formulierung stören.

Jeder Versuch, das Konzept von Rasse durch Nicht-Verwendung des es bezeichnenden Wortes zu bekämpfen, ist aus den oben genannten Gründen zum Scheitern verurteilt, und lässt diejenigen, die diesen Versuch unternehmen, als verkopfte Theoretiker erscheinen. Denn aus den oben genannten Gründen kann niemand wirklich davon ausgehen, dass symbolische Wortsubstitutionen irgendetwas bewirken außer, dass wir bald ein neues Synonym für „Rasse“ haben würden, ohne jegliche praktische Auswirkung auf die Existenz von Rassismus, „Rassismus begünstigenden“ neurobiologischen bzw. kognitionspsychologischen Tatsachen, und Rassisten. Die „Evolution“ der Bezeichnungen für „PoC“ (Don’t translate to „Farbige“!) jedenfalls lässt nicht unbedingt vermuten, dass irgendwas erreicht werden würde außer einer neuen Möglichkeit für eine wahrscheinlich oftmals auch nur scheinbar besonders antirassistischen Avantgarde, sich als besonders antirassistisch zu präsentieren und andere aufgrund der Verwendung des „falschen“ Wortes zu diskreditieren.

Steigt die häusliche Gewalt alleinerziehender Frauen gegen ihre Kinder?

Weitgehend ohne irgendwelche Belege erschienen in den letzten Wochen und Monaten zahlreiche Artikel, Feministinnen befürchteten einen Anstieg der häuslichen Gewalt — natürlich nur gegen Frauen!
Die 20 bis 50% männlicher Opfer hatte man natürlich vergessen. Dennoch starteten die anscheinend besonders fortschrittlichen Länder NRW und Bayern eine Hilfe-Hotline für männliche Opfer von Gewalt.

Ein Anstieg der häuslichen Gewalt wurde glücklicherweise auch nirgendwo wirklich beobachtet. Weder in NRW, noch in Sachsen oder sonstwo.
Dennoch wird weiterhin in zahlreichen Artikeln gemutmaßt, es müsse aber doch eigentlich einen Anstieg geben, ja, man hat das Gefühl, Feministinnen sind regelrecht enttäuscht, dass es keinen Anstieg gab. Man erwartet jetzt darum nach den ersten Lockerungen (endlich!) einen Ansturm auf die Frauenhäuser. Anscheinend ist für feministische Autorinnen die Vorstellung nachgerade unerträglich, dass Corona keinen Einfluss auf häusliche Gewalt hat. Oder diese vielleicht sogar zurückgehen könnte, weil z.B. Eifersucht keinen Sinn ergibt, wenn alle den ganzen Tag zuhause sind.

Aber da es ja anscheinend en vogue ist, über einen Anstieg der Gewalt zu spekulieren, möchte ich mich auch gerne einmal beteiligen:

Da Alleinerziehende häufig ziemlich allein sind mit ihren Kindern, frage ich mich, ob man überhaupt schon untersucht hat, ob diese in der Krise häufiger zu häuslicher Gewalt gegen ihre Kinder neigen. Der ganze Stress, die schwierige Situation, die angeblich ach-so-große „mental load“, weil ja die Krise vor allem Frauen trifft, die die ganze Care-Arbeit leisten (…); da wäre es doch verwunderlich, wenn hier nicht hin und wieder eine überforderte Alleinerziehende zulangen würde.

Von Maßnahmen zur Unterstützung der Kinder überforderter Alleinerziehender habe ich aber noch gar nichts gelesen. Oder Tasks-Forces der Jugendämter, die vor Ort nach dem Rechten sehen.
Liegt das vielleicht daran, dass negative Berichte über diese von feministischen AktivistInnen bevorzugte Familienform politisch nicht erwünscht sind?
Oder steigt auch hier die Gewalt einfach nicht an?


Update vom 3.6.2020: Bei einer Studie der TU München wurden nur Frauen nach Gewalterfahrungen während der Corona-Krise gefragt. Allerdings konnte man aus den Ergebnissen wegen mangelnder Vergleichbarkeit mit vorherigen Studien keinen Anstieg der Gewalt ableiten.
Die Theorie zu überprüfen, dass auch Frauen vermehrt gegenüber Kindern gewalttätig werden, wurde durch die alleinige Befragung von Frauen vermieden.
Ein Schelm, wer hinter diesem Studiendesign eine Absicht vermutet, „falsche“ Ergebnisse zu verhindern.


Es gibt ein interessantes Video zu dem Thema:

Twitter rechnet mit #CoronaElternRechnenAb ab

Auf Twitter und „Edition F“ haben drei „feministische Aktivistinnen“ eine Aktion gestartet, um symbolisch auf die Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, dass sie während des Corona-Lockdowns Einkommensverluste haben, weil sie sich um ihre Kinder kümmern müssen.

Mittel dieser Aktion sind Rechnungen, die sie dem Staat für Aufwände für sogenannte „Care-Arbeit“ stellen. „Care-Arbeit“ ist dabei ein Begriff für Tätigkeiten wie den eigenen Haushalt führen, den eigenen Garten pflegen, die eigenen Haustiere, Kinder und Familienangehörigen versorgen, hier habe ich schon darüber geschrieben.

CoronaElternRechnenAb

Die Aktion ging allerdings ziemlich nach hinten los, sie wurde von den meisten Kommentatoren in der Luft zerrissen.

Und das hat meiner Meinung nach folgende Gründe, die ich hier — auch für die Initiatorinnen — mal aufschreiben will, damit sie vielleicht verstehen, warum ihre Aktion nicht auf Gegenliebe gestoßen ist:

  1. Der Staat setzt seine Betreuungsleistungen nicht ohne Grund aus. Sondern wegen höherer Gewalt, hier einer Art Naturkatastrophe, was üblicherweise Vertragspartner von einer Haftung freistellt. Entsprechend absurd ist die Idee, hier Schadenersatz verlangen zu können.
  2. Es ist egoistisch und unverschämt, eine Entschädigung zu verlangen, obwohl der Staat gar nicht anders handeln kann, als seine Leistung einzustellen, ohne seine Beamten und Angestellen in höchste Gefahr zu bringen. Nicht zuletzt weil ErzieherInnen und LehrerInnen sehr häufig Frauen sind, ist es massiv unverständlich, wie man als Feministin Schadenersatz dafür fordern kann, dass der Staat Frauen nicht in lebensgefährliche Arbeitseinsätze zwingt. Würde der Staats das tun, wären die gleichen Feministinnen die ersten, die dagegen protestierten. Und in dem Fall dann völlig zu Recht.
  3. Die Höhe der Rechnungen erscheint grotesk übertrieben. Nicht nur, dass allein die Idee absurd erscheint, als Elternteil überhaupt Geld für die Betreuung der eigenen Kinder verlangen zu können — denn die Erziehung und Pflege von Kindern ist, wie auf Twitter ausgeführt wurde, sogar deren verfassungsmäßig Pflicht und Schuldigkeit1 — auch erschließt sich nicht, warum ungelernte Hilfskräfte einen Lohn verlangen können sollten, der weit über dem Marktpreis liegt. Üblicherweise kostet eine Woche Ganztagskindergarten pro Kind zwischen 50€ und maximal 300€, hier als Unqualifizierte einen Preis von 675€ aufzurufen erscheint präpotent und dumm.
  4. Schließlich und endlich offenbart sich hier das völlig überzogene Anspruchsdenken radikaler Feministinnen. Das Konzept „Alleinerziehung“ ist in sich prekär, denn eine Person kann weder beide Elternteile ersetzen, noch die ganze Erziehungs- und Erwerbsarbeit leisten, die zwei Elternteile leisten können. Der Staat hat eine Menge getan, mit der Mütterrente, dem Elterngeld, dem Anspruch auf Teilzeit, der Zugewinngemeinschaft, der Witwenrente, um Eltern und vor allem auch Mütter sozial abzusichern und sie für den Ausfall der Erwerbsarbeit durch das Kinderkriegen zu entschädigen. Aber vollkommen egalisieren lassen sich die Nachteile der Alleinerziehung eben nicht. Man kann nicht allein gleichzeitig Job und Familie auf dem gleichen Level führen wie zwei Eltern, die ggf. beide Vollzeit arbeiten können, aber dennoch, durch versetzte Arbeitszeiten, mehr für die Kinder da sein können als eine Alleinerziehende es kann.
    Dass in der Corona-Krise die Nachteile der Alleinerziehung nicht wie üblich durch den Staat großzügig ausgeglichen werden, und dadurch das Alleinerziehenden-Lebensmodell als die prekäre Lebensform entlarvt wird, die sie im Kern ist, macht die Alleinerziehenden-Vertreterinnen unter den Feministinnen wütend. Dadurch ist zu erklären, warum den Protagonistinnen gar nicht aufgefallen zu sein scheint, wie egozentrisch und verwöhnt es rüberkommt, wenn man Rechnungen dafür schreibt, dass man seinen eigenen Kram selbst erledigen muss.
  5. Last but not least ist es witzig, wie wirtschafts-libertär der Genderfeminismus durch diese Rechnungen rüberkommt. In der Krise fällt ihm nichts besseres ein als die totale Ökonomisierung innerfamiliärer Beziehungen. Das Kind ist kein Kind, sondern ein Cost-Center. Fürsorge ist keine Fürsorge, sondern Care-Arbeit. Einmal ins Bett bringen, bei 2,3-fachem Satz wegen besonderer Schwierigkeit nach Gebührenordnung Alleinerziehende, macht 19,43€. Solidarität gibt es nicht mehr! Nur noch Ich!-Ich!-Ich!-AGs von Opferfeministinnen, die für jede Interaktion Verrechnungspreise aufrufen. Gewinne werden privatisiert, Aufwände per Rechnung an den Staat sozialisiert; sogar der Westerwelle-FDP wäre das ein Stück zu krass gewesen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der symbolische Protest gegen die Belastung mit „Care-Arbeit“ deswegen fehlgeschlagen ist, weil die Aktivistinnen überhaupt nicht mehr mit der Lebenswelt der meisten Menschen verbunden sind.

Statt als symbolischer Protest gegen die Mehrbelastung mit Care-Arbeit kommen die Rechnungen als übertriebene, größenwahnsinnige Forderungen von in egozentrischem Anspruchdenken verhafteten, verwöhnten Prinzessinnen („spoiled brats“) rüber, die sich plötzlich in der Situation sehen, die Konsequenzen aus eigenen Entscheidungen und höherer Gewalt selbst tragen zu müssen. Die in ihrem Narzissmus keine bessere Idee haben, als „der Gesellschaft“ Rechnungen zu schreiben, weil auch sie von den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise betroffen sind, weil auch sie in Zeiten einer Pandemie tatsächlich mal gezwungen werden, ihre Komfortzone zu verlassen.

  1. Art. 6 Abs. 2 GG []

Männerfeminismus

Wie ich mittlerweile gelernt zu haben glaube, ist das richtige „Framing“ in der Kommunikation tatsächlich von entscheidender Bedeutung.
Umso wichtiger scheint es mir zu sein, dem radikalen Feminismus das Framen der Männerrechtsbewegung als rechts und frauenfeindlich möglichst zu erschweren.

Erfinden wir also den „Männerfeminismus“, um den scheinbaren Gegensatz von Männern und Feminismus sozusagen semantisch zu eliminieren und gleichzeitig das Eintreten für Männer feministisch zu machen. Denn wir bekennen uns ja zum Feminismus und zur Gleichberechtigung, meinen damit aber auch tatsächlich gleichen Einsatz auch für die Rechte und gegen die Sorgen und Nöte von Männern.

Männerfeminismus wird bei Google am 2020-06-11 nur 48 mal gefunden

Die Möglichkeit eines Männerfeminismus ist dadurch gegeben, dass Feminismus bedeutet, sich für Gleichberechtigung einzusetzen. Entsprechend muss auch die Möglichkeit gegeben sein, sich für Rechte und Anliegen von Männern einzusetzen, denn natürlich können auch Männer benachteiligt sein.

Folglich ist „Männerfeminismus“ kein Oxymoron, sondern eine logische Fortentwicklung des Feminismus, der Männer empowert, sich für Männerangelegenheiten einzusetzen, und endlich Männer verbal einschließt und nicht nur mitmeint.

Entsprechend plädiere ich an alle an Gleichberechtigung interessierten Männerrechtler, den Begriff „Männerfeminismus“ zu übernehmen, um durch dieses Framing unfaire Angriffe von radikalfeministischer Seite wie „Smearing„, Unterstellungen von Antifeminismus etc. ins Leere laufen zu lassen oder zumindest zu erschweren. Wenn es gelingt, den Begriff Männerfeminismus als Bezeichnung für einen Feminismus mit männlichem Blick zu etablieren, könnte das für die Männerrechtsbewegung ein großer Vorteil sein.