Gender Studies oder: Die Kaiserin hat keine Kleider

Die Ergebnisse der Genderforschung! Ich habe versucht, sie zu finden. Irgendwo müssen sie ja sein, da die Gender-Studies in Deutschland schon seit Jahren bis Jahrzehnten mit großem Aufwand forschen, an — je nachdem, welcher Quelle man glauben mag — bis zu 250 Lehrstühlen und Instituten.

Aber: Es ist tatsächlich ziemlich schwierig Ergebnisse zu finden, die öffentlich verfügbar und/oder auffindbar sind. Viele Publikationen gibt es nur als Titel, oder sie sind in Intranets versteckt, die aus dem Internet nicht zugreifbar sind.

Wenn überhaupt irgendwelche Inhalte verfügbar sind, dann meist nur kurze Abstracts z.B. von Bachelorarbeiten, wie hier, bei der RWTH Aachen.

Werte Leser, schmeißen Sie ruhig mal selbst die Suchmaschine an: Es gibt Publikationen, Schriftreihen, Forschungsvorhaben, Kolloquien, Netzwerke, Pressemitteilungen, aber kaum Arbeiten, die man wirklich ansehen und nachlesen kann.

Und wenn man tatsächlich Ergebnisse, bzw. eher Werke, Schriftstücke von Mitarbeitern der Gender-Studies findet, stellt man fest: Quasi alle arbeiten sich sehr bemüht, aber letztlich erfolglos am Versuch ab, Belege für die Richtigkeit der1 gender-feministischen Idee zu konstruieren, das Geschlechterrollenverhalten sei ausschließlich sozial kostruiert. Und sind, weil sie auf einer widerlegten Prämisse aufbauend einen Zirkelschluss zu deren Beweis versuchen, nicht nur wissenschaftlich, sondern in jeder Hinsicht sinn- und wertlos.

An dieser Stelle wollte ich eigentlich eine Abschlussarbeit einer Studentin analysieren und aufzeigen, warum sie wertlos ist, habe mich aber dagegen entschieden; denn ich möchte nicht auf irgendwelchen kleinen Lichtern herumhacken, die unter dem Einfluss von „Gender-Autoritäten“ stehend irgendwelche Dinge geschrieben haben, an die sie vielleicht selbst noch nicht einmal wirklich glaubten, die sie vielleicht nur schrieben, um ihren Abschluss zu bekommen.

Statt dessen möchte ich kurz aus einem Text einer Gender-Professorin2 zitieren, der als Veröffentlichung im Forschungs-Magazin der Universität Oldenburg „Einblicke“ legitimerweise als Beispiel für Werke der Gender-Studies angeführt werden dürfte.

In diesem Text schreibt die Frau Professorin über die Gender Studies:

In der Geschlechterforschung ist das interdisziplinäre, Fachgrenzen durchschreitende und verflüssigende Bearbeiten von Forschungsfragen die grundlegende Methode bereits seit den Anfängen der Frauenforschung.
Gleichzeitig kommt der Genderforschung in den einzelnen Disziplinen eine fachspezifische Aufgabe zu: Es geht um die kritische Auseinandersetzung mit disziplinärem Wissen und darin eingeschriebenen männlich zentrierten wissenschaftlichen Praxen und Diskursen, um die inhaltliche und methodologische Differenzierung und Transformation durch Ergebnisse der Genderforschung.

Ich frage mich, was das bedeuten soll. Was soll Fachgrenzen durchschreitendes, verflüssigendes Bearbeiten von Forschungsfragen sein? Bedeutet das tatsächlich etwas? Oder ist das nur Phrasenbrei, der Dynamik, Interdisziplinarität, und emsige Tätigkeit suggerieren soll?
Mal ganz ernsthaft – es gibt in der Forschung überhaupt keine festen Fachgrenzen, niemand braucht deshalb die Hilfe der Gender-Studies um nicht-existierenden Grenzen zu „durchschreiten“. Und unter einer Verflüssigung von Fragen bei deren Bearbeitung kann ich mir nur vorstellen, dass die Bedeutung der ursprünglichen Frage nach stundenlanger Besprechung unter Nutzung des Vokabulars der Gender-Studies quasi völlig zerläuft. Beides ergibt überhaupt keinen Sinn.

Und was sollen die in disziplinärem Wissen eingeschriebenene männlich zentrierten Praxen und Diskurse sein, mal ganz abgesehen davon, dass Männlichkeit laut Genderforschung nur ein Konstrukt ist? Können Praxen und Diskurse geschlechtlich gefärbt sein? Und kann man in Wissen Praxen und Diskurse „einschreiben“? Ist es nicht eher so, dass Wissen Ergebnis von Diskursen sein kann, und Wissen sich in Form von Praxen (bzw. Praktiken) anwesen lässt, aber Praktiken, die Umsetzungen von Wissen sind, per se erstmal überhaupt nichts mit Geschlechtlichkeit zu tun haben? Das es in disziplinärem Wissen eingeschriebenene männlich zentrierten Praxen und Diskurse gebe, ist erst einmal nur eine sehr kompliziert formulierte, und überaus fragwürdige Behauptung. Und darum ist es auch sehr fragwürdig, ob die Genderforschung, die sich ja um die kritische Auseinandersetzung mit dem Gegenstand dieser Behauptung drehen soll, sich überhaupt mit irgendetwas Sinnvollem auseinandersetzt, oder sich doch nur um sich selbst dreht.

Wie soll man sich, um auf den Textabschnitt zurückzukommen, die inhaltliche und methodologische Differenzierung und Transformation durch Ergebnisse der Genderfoschung zum Beispiel im Bereich der Materialwissenschaften, der Medizin, der Betriebswirtschaft, der Astronomie, oder meinetwegen der Theologie oder Theaterwissenschaft vorstellen?

Was könnte inhaltliche und methodologische Differenzierung und Transformation bedeuten, in einem beliebigen Zusammenhang?
Und warum muss, falls dies tatsächlich irgendetwas Sinnvolles bedeuten sollte, dies in einem überkomplexen Satz ausgedrückt werden, der sich niemandem erschließt?
Welche Methodologie ist hier überhaupt gemeint? Möglicherweise die Methode des interdisziplinäre(n), Fachgrenzen durchschreitende(n) und verflüssigende(n) Bearbeiten(s) von Forschungsfragen? Und welche Ergebnisse der Genderforschung könnten zu was für einer Differenzierung und Transformation genau führen? Irgendwelche Beispiele? Gern auch in den Kommentaren?

Mal ganz unter uns: Wie weit weg von der Realität muss eine angeblich wissenschaftliche Disziplin sein, die sich angeblich „interdisziplinäres Arbeiten“ auf die Fahnen geschrieben hat, wenn sie durch ihre völlig verschwurbelte, angebliche Fach-Sprache3 jegliche Verständigung über ihre eigene Disziplin hinaus von vorne herein absolut(!) unmöglich macht?

Wo ist das kleine Kind, das sagt, dass die Kaiserin nackt ist, dass die ganze Veranstaltung eine riesige, absurde Verarsche ist, wenn man es mal braucht?

Warum liest man in genderwissenschaftlichen Publikationen am Ende eigentlicht immer, dass weiter versucht werde, irgendwelche genderwissenschaftlichen Theorien, Konzepte, Ansätze oder Paradigmen produktiv zu machen, aber eigentlich nie, dass es irgendwo gelungen sei?

Warum liest man in genderwissenschaftlichen Publikationen so häufig, dass „Gruppen an Themen arbeiten“, und so selten von Ergebnissen — wenn nicht deshalb, weil das beste mögliche Ergebnis in den Genderwissenschaften zu sein scheint, dass man die Gründe für das Nicht-Erreichen des eigentlichen Ziels strukturiert darstellen konnte?

Es scheint wirklich so zu sein, dass die Genderwissenschaft in Bezug auf relevante Ergebnisse, die irgendwie, irgendwo, irgenwann irgendwen weitergebracht hätten, relativ blank da steht. Nicht nur, wenn man betrachtet, wie viele Menschen mit wievielen finanziellen Mitteln in wievielen Jahren quasi überhaupt nichts erreicht haben.

Es sieht wirklich so aus, als ob die „Gender-Studies“ eine Disziplin seien, die dringend mal bezüglich ihrer Wirksamkeit und Mittelverwendung überprüft werden sollte.

In Zeiten, in denen viele Geisteswissenschaften darben, die vielleicht im Vergleich mit den „Gender-Studies“ nicht so hip und politisch gehypt sind, aber tatsächlich Ergebnisse abliefern (zum Beispiel die Philologie), sollte man kritisch hinterfragen, ob es wirklich sinnvoll ist Mittel für eine Disziplin auszugeben, die nichts als pseudowissenschaftlichen, wirren Wortbrei produziert.

  1. von anderen Wissenschaften zum Großteil widerlegten []
  2. deren Namen ich hier nicht nochmal extra nenne, weil es nicht um die Person geht []
  3. sofern es überhaupt eine Fachsprache ist, und nicht nur fortgeschrittenes pseudowissenschaftliches Nebelkerzenwerfen []