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Jetzt-Redakteurin verkleidet sich als Mann

In „jetzt“ gibt es einen Artikel, in dem sich eine Frau als Mann verkleidet und dann feststellt, dass sie im Karneval weniger angebaggert / belästigt wird.

Ich frage mich nach dem Lesen des Artikels, ob Frauen wirklich nicht klar ist, dass sie als Frau im zeugungsfähigen Alter immer einen sexuellen Reiz darstellen, umso mehr natürlich, je stärker sie ihre Weiblichkeit und sekundären Geschlechtsmerkmale betonen.1

Und je stärker dieser Reiz ist, desto häufiger wird dieser Reiz so stark sein, dass er Anmachen von Männern auslöst. Weil Impulskontrolle Grenzen hat. Weil die Natur diese sexuelle Anziehung bei zweigeschlechtlichen Spezies so vorgesehen hat. Eigentlich trivial.

Viele Frauen wären — kann man begründet mutmaßen — auch eher enttäuscht, hätten alle Männer plötzlich totale Impulskontrolle und würden sie die ganze Zeit nur noch „friend-zonen„.

Was die Autorin also erlebt, ist der Effekt des Runterfahrens ihres „sexuellen Reizwerts“ auf quasi Null. Prompt wird sie nicht mehr angemacht. Eigentlich logisch, aber für eine Jetzt-Feministin anscheinend eine ganz große Überraschung.2

Statt aber die neu gewonnene Erkenntnis als Empowerment zu sehen — Frauen können tatsächlich aktiv kontrollieren, als in welchem Maße sexuell attraktiv sie wahrgenommen werden!!! — beschwert sie sich lieber über die Männer, die sexuell attraktiv gekleidete Frauen sexuell attraktiv finden, nachdem sie sich mittels Verkleidung als wahrscheinlich hypersexualisierte Mini-Maus davon überzeugt hatte, dass ihre sexuelle Anziehungskraft noch funktioniert.

Da frage ich mich: Was genau hatte sie erwartet? Hatte sie vorher irgendeine konsistente Theorie, was passieren müsste oder sollte, und warum?

Was glaubt Sie denn, warum Frauenklamotten zu kleine oder gefakte Taschen haben, warum Tops fast immer eng sind und Lederjacken tailliert und zu kurz, warum es stark gepolsterte Push-Up-BHs gibt und hohe Schuhe?

Die „normale“ Frauenkleidung und Standard-Gesichtsbemalung ist klar darauf ausgerichtet, sexuelle Attraktivität zu optimieren, wer sich also auf die intrasexuelle Konkurrenz einlässt und versucht, so attraktiv wie möglich zu erscheinen, der (bzw. die) muss sich im Klaren sein, dass dies unweigerlich das Risiko von (natürlich ab und an auch ungewollten) Anmachen erhöht. Die BH-Verbrennen-Feministinnen der 1970er hatten das gut erkannt. Im Gegensatz zu der „jetzt“-Redakteurin, die diesen Schluss in ihrem Artikel nicht zieht, womöglich nicht ziehen will.
Denn wenn Frauen der Zusammenhang zwischen Bekleidung, Kosmetik, Attraktivität und Risiko von Anmachen bewusst wäre, wenn sie also Kontrolle und damit Verantwortung hätten, welchen Reiz sie darstellen, dann wären sie auch zu einem Stück weit verantwortlich für das Risiko, was sie eingehen. Und wenn man vorher von einem Risiko weiß und es bewusst eingeht, was man natürlich nur macht, wenn die positiven Effekte (von den richtigen Männern beachtet werden) die negativen Effekte (von den falschen Männern beachtet) voraussichtlich überwiegen, kann man nicht mehr ganz so gut und pauschal „die Männer“ beschuldigen, wenn man sich verschätzt hat.

  1. Lange Haare, Brüste, Bauch, Beine, Po, diese Dinge, die Frauen aus genau diesem Grund trainieren, pflegen und zurechtmachen []
  2. Okay, vielleicht tut sie auch nur so, muss ja den Artikel an die Frau bringen. []