Männerfeminismus

Wie ich mittlerweile gelernt zu haben glaube, ist das richtige „Framing“ in der Kommunikation tatsächlich von entscheidender Bedeutung.
Umso wichtiger scheint es mir zu sein, dem radikalen Feminismus das Framen der Männerrechtsbewegung als rechts und frauenfeindlich möglichst zu erschweren.

Erfinden wir also den „Männerfeminismus“, um den scheinbaren Gegensatz von Männern und Feminismus sozusagen semantisch zu eliminieren und gleichzeitig das Eintreten für Männer feministisch zu machen. Denn wir bekennen uns ja zum Feminismus und zur Gleichberechtigung, meinen damit aber auch tatsächlich gleichen Einsatz auch für die Rechte und gegen die Sorgen und Nöte von Männern.

Männerfeminismus wird bei Google am 2020-06-11 nur 48 mal gefunden

Die Möglichkeit eines Männerfeminismus ist dadurch gegeben, dass Feminismus bedeutet, sich für Gleichberechtigung einzusetzen. Entsprechend muss auch die Möglichkeit gegeben sein, sich für Rechte und Anliegen von Männern einzusetzen, denn natürlich können auch Männer benachteiligt sein.

Folglich ist „Männerfeminismus“ kein Oxymoron, sondern eine logische Fortentwicklung des Feminismus, der Männer empowert, sich für Männerangelegenheiten einzusetzen, und endlich Männer verbal einschließt und nicht nur mitmeint.

Entsprechend plädiere ich an alle an Gleichberechtigung interessierten Männerrechtler, den Begriff „Männerfeminismus“ zu übernehmen, um durch dieses Framing unfaire Angriffe von radikalfeministischer Seite wie „Smearing„, Unterstellungen von Antifeminismus etc. ins Leere laufen zu lassen oder zumindest zu erschweren. Wenn es gelingt, den Begriff Männerfeminismus als Bezeichnung für einen Feminismus mit männlichem Blick zu etablieren, könnte das für die Männerrechtsbewegung ein großer Vorteil sein.

3 Gedanken zu „Männerfeminismus

  1. Gunnar

    Es ändert nichts daran, dass ich damit immer Theweleit & Co verbinden würde. Und ich glaube auch, ein bisschen Selbstbewusstsein kann uns nicht schaden, statt dass wir unter die Decke des Feminismus kriechen. Die Verwendung eines wie auch immer gearteten Wortes würde mMn nichts daran ändern, dass Feministinnen und ihre medialen Lakaien uns weiterhin als rechts bezeichnen. Eines der Kennzeichen des Feminismus ist ja gerade, dass ihnen innere Kohärenz oder Logik völlig Wurscht ist, deshalb können sie mal dieses und mal jenes behaupten, wie es ihnen gerade passt, und deshalb können sie auch behaupten, der Feminismus stünde für Gleichberechtigung und Toleranz, und uns dennoch wie eh und je verteufeln.

  2. Gunnar

    Ich verstehe deinen Gedankengang, finde das Wort aber unglücklich und würde es selbst nicht benutzen. Nicht nur, weil Feminismus allen Lippenbekenntnissen zum Trotz an nichts weniger interessiert ist als an echter Gleichberechtigung und daher in Teilen der Bevölkerung zu Recht einen negativen Klang hat, sondern vor allem, weil ich damit immer die feminismushörige Männerbewegung á la Theweleit, Wieck, Kemper & Co verbinden würde.

    1. Autor Beitragsautor

      Was wäre besser, als die echte Männerrechtsbewegung als harmlose Strömung des Feminismus zu labeln und damit gegen Kritik zu immunisieren?

      Es ist ja nicht so, als würde die Männerrechtsbewegung aus einer Position der Stärke heraus agieren. Den Feminismus rhetorisch zu akzeptieren und dann die Bedeutung von Feminismus in Richtung wirklicher Gleichberechtigung umzudeuten — wogegen niemand etwas tun kann, weil ja behauptet wird, Feminismus stehe immer schon genau dafür — könnte erfolgversprechender sein als offene Konfrontation. Siehe auch „Embrace and Extend“.

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