Schlagwort-Archive: MDR

Der MDR gegen Hadmut Danisch

Hadmut Danisch ist ein Blogger, der auf Danisch.de ein Blog betreibt.
Man kann dieses Blog merkwürdig finden, oder den Aufwand, den Herr Danisch betreibt, um sein Blog zu füllen, oder die Themenwahl.

Ich stelle mir Hadmut Danisch als einen Menschen mit ausgeprägtem Gefühl für wissenschaftlich exaktes Arbeiten und Gerechtigkeit vor, der die Halbwahrheiten, die politischen Behauptungen, also teilweise einfach auch den an den Haaren herbeigezogenen Unsinn, der aus Politik und Medien über die Menschen in Deutschland teilweise ausgekübelt wird, einfach nicht ertragen kann, und der sich nicht zu schade ist, den Kampf dagegen ohne Rücksicht auf die eigene Komfortzone zu führen.

Es ist ja sicher jedem schon so gegangen, dass er in einem Artikel oder Bericht über sein Fachgebiet Halb- und Unwahrheiten entdeckt hat. Dementsprechend ist davon auszugehen, dass journalistische Informationen auch über andere Themengebiete oft nicht oder nicht ganz korrekt sind.1

In einem Beitrag im Januar hat Hadmut Danisch darüber geschrieben, dass seiner Meinung nach der MDR politisch Partei nimmt und deutlich nicht politisch neutral agiert.
Und zwar ging es um eine AfD-Veranstaltung an der Uni Magdeburg, die von Linken gestört wurde, und über die der MDR berichtet hat.

Tatsächlich fällt, wenn man Originalmaterial und den Bericht des MDR vergleicht, auf, dass der MDR die AfD-Gegner möglicherweise harmloser darstellt, als das vielleicht angemessen gewesen wäre, wenn man weitere verfügbare Video-Quellen betrachtet, die das gleiche Ereignis zeigen.

Und Hadmut Danisch fragt sich auch, warum bei einer Uni-Veranstaltung überhaupt — zufällig — ein Kamera-Team des MDR zugegen ist. Er folgert, dass das MDR-Team von den linken AfD-Gegnern bestellt worden ist, um die AfD schlecht aussehen zu lassen. Dass also der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich instrumentalisieren lässt, um bestimmte gesellschaftliche Gruppen und Parteien zu benachteiligen.

Nun gibt es natürlich schlimmere Dinge als einen Beitrag im Fernsehen, in dem über einen Protest gegen die AfD so berichtet wird, dass die Gegner etwas friedlicher aussehen, als sie es waren, und in dem nicht kritisch angemerkt wird, dass hier eine legale und angemeldete Veranstaltung einer nicht verbotenen Partei so gewaltsam verhindert worden ist, dass die Polizei kommen und die AfD schützen musste.

Der Punkt, den Hadmut Danisch hier machen will und auch macht ist aber: Zumindest der gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte sich mit keiner Sache, auch keiner noch so guten, gemein machen, und strikt objektiv zu berichten versuchen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunkt sollte seinen Redakteuren und Reportern nicht erlauben, auf Kosten der Gebührenzahler Beiträge zu produzieren, die Ereignisse im Sinne der politischen Ansichten dieser Redakteure und Reporter interpretieren, bzw. die die politische „Erzählung“ dieser Redakteure und Reporter verbreiten und stützen, und zwar unabhängig davon, für wen und gegen wen es geht.

Denn wer kann ausschließen, dass gefärbte Berichterstattung nur gegen die AfD erfolgt? Was, wenn der MDR demnächst eine Kampagne gegen die CDU fährt, oder gegen die SPD, oder sonst wen? Und hat das nicht in der Vergangenheit schon oft genug stattgefunden? Würden wir alle unsere Hand ins Feuer legen dafür, dass über die Politik von Kanzlerin Merkel, über die FDP oder über die Außenpolitik der USA in unseren öffentlich-rechtlichen Medien immer fair und ausgewogen berichtet worden ist?

Hadmut Danisch legt darum mit seinem Beitrag einen Finger in eine Wunde des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖR), nämlich die Tatsache, dass es mit der Objektivität des von der Politik bzw. von der Politik eingesetzten Rundfunkräten kontrollierten ÖR nicht unbedingt weit her ist. Und das ist schlecht, denn auch wenn es heute gegen die AfD geht – wer sagt, dass das Manipulationspotenzial des Rundfunks auch in Zukunft immer zum „Wohle aller“ eingesetzt werden wird?

Und wer entscheidet überhaupt, was das „Wohl aller“ ist? Das sollten in einer Demokratie die Wähler tun.

Wenn diese aber von den Medien falsche oder gefärbte Informationen präsentiert bekommen, können sie das nicht mehr. Ganz besonders die öffentlich-rechtlichen Medien müss(t)en darum strikter Neutralität verpflichtet sein, weil sonst die Grundlage der Demokratie gefährdet ist. Dann wird diese zu einer „gelenkten Demokratie“, und darum ist es richtig und wichtig, gegen manipulierende Medien zu kämpfen und darüber zu berichten, aus Prinzip, sogar dann, wenn die Benachteiligten in diesem Fall die wenig sympathischen Gestalten der AfD sind, und auch wenn die Benachteiligung im Rahmen dessen liegt, an das man sich längst gewöhnt hat; denn parteipolitisch wenig neutrale Beiträge gibt es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk jeden Tag am laufenden Band, und zwar ohne dass sich das „irgendwo wieder ausgleicht“, weil die Zahl der Grünen-kritischen Beiträge genau so hoch wäre wie die der CSU-kritischen.2

Weil die Vermutungen bzw. Folgerungen von Herrn Danisch anscheinend unbequem sind, hat der MDR Hadmut Danisch nun abmahnen lassen und sogar versucht eine einstweilige Verfügung gegen ihn zu erreichen, auf anscheinend eher rechtsmissbräuchliche Art und Weise, mit zu kurzer Frist et cetera. Es scheint also, als hätte Hadmut Danisch einen wunden Punkt getroffen und der mitteldeutsche Medienapparat versuche nun, ihn unangespitzt in den Boden zu rammen.

Aber Hadmut Danisch weiß sich zu wehren, und beim MDR kennt man anscheinend den Streisand-Effekt nicht. An dem ich mich hier beteiligen will.
Lesen Sie Hadmut Danischs Blog und verlinken Sie seine Beiträge zu den Winkelzügen und Aktionen des MDR!

  1. Eines meiner Lieblingsbeispiele für permanentes journalistisches Versagen sind die „Polizisten mit Maschinengewehren“, die regelmäßig nach Terrorwarnungen überall auftauchen. Aber woher soll ein Journalist auch den Unterschied zwischen Maschinenpistolen, Sturmgewehren und Maschinengewehren kennen. Da müsste er am Ende noch recherchieren! []
  2. Haben Sie zum Beispiel jemals einen Beitrag gehört, dass die KFZ-Maut der CSU möglicherweise doch eine gute Idee sein könnte? Außer vielleicht im bayerischen Rundfunk? []