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Wir brauchen Männerrechtler oder: Der Feminismus „holt mich nicht ab“.

Wenn irgendwann ein Buch über die politische Sprache des 21ten Jahrhunderts in Deutschland erscheinen wird, dann wird es darin möglicherweise einen Eintrag geben über den Ausdruck „jemanden nicht abholen“, und die Erläuterung dazu wird ungefähr so aussehen:

Jemanden nicht abholen:
Phrase, mit der ein/e Politiker/in den Anschein erwecken will, für die „nicht Abgeholten“ (d.h. die, die angeblich die klugen Absichten der Politik nicht richtig verstehen) Verständnis zu empfinden, wobei diese „nicht Abgeholten“ mit der Phrase gleichzeitig als passiv und „Zurückgeblieben“ hingestellt werden.

Ich mag diese Phrase eigentlich nicht, aber ich denke sie passt hierher, denn ich gehöre zu den Männern, von denen Feministinnen unserer Zeit wohl sagen würden, dass sie „nicht abgeholt“ worden seien, und damit meinen würden, ich sei einfach zu blöd zu erkennen, was der Feminismus eigentlich alles Tolles für mich tun will.

Ich komme mir beim Nachdenken über diese tollen Dinge, die der Feminismus angeblich auch gerade jetzt für mich tun will oft vor wie im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern; denn wenn ich darüber nachdenke, was der Feminismus für mich im Angebot hat, sehe ich — Nichts. Der Kaiser ist nackt, der Feminismus hat gar nichts für mich im Angebot, dennoch wird von Feministinnen ohne Unterlass so getan als wäre da was und als müssten Männer eigentlich begeistert sein und jubeln und die, die es nicht tun, die sind halt zu blöd, bzw. stehengeblieben, zurückgeblieben, nicht abgeholt worden.

Dass ich diese positiven Dinge, die der Feminismus angeblich für mich tun will, irgendwie nicht (als positiv) sehe, zieht sich übrigens vom Kleinen bis ins Große durch.

Im Kleinen fängt es mit dem „Boys Day“ an, wo staatlich gefördert versucht wird, Jungen Berufe schmackhaft zu machen, die zu Alterarmut führen (!) und für die sie sich meist gar nicht interessieren. Mit Verlaub, über diese Maßnahme vermag ich mich wirklich nicht zu freuen.1

Und es geht im Großen bis hin zum BMFSFJ, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, und Jugend. Ist es nicht auffällig, dass das Ministerium quasi für jeden zuständig ist, der entweder jung oder alt oder in einer Familie oder eine Frau ist, also für alle außer (Single-) Männer? Weswegen einige Männerrechtler das Ministerium auch zynisch-verbittert das „Ministerium für alle außer Männer“ nennen.

Das einzige, was das BMFSFJ jemals für Männer getan zu haben scheint ist, eine Studie Gewalt gegen Männer erstellen zu lassen, und zwar im Jahre 2005 (das war vor d r e i z e h n Jahren).

Unter anderem stand im Fazit der Studie (Langfassung, Abschnitt 10.3):
Ausgehend von den Ergebnissen einer Erforschung der geschlechtsspezifischen Strate­gien der Gewaltverarbeitung und Hilfesuche von Männern, sollte das bestehende Hilfesystem evaluiert werden. Sind bestehende Hilfsangebote auf diese Strategien ausgerich­tet? Dabei ist ein besonderes Augenmerk auf die positiven Modelle funktionierender Hilfsangebote (‚best practises‘) zu richten. Auf dieser Grundlage sollten Maßnahmen zu Verbesserung der bestehenden medizinischen und psychosozialen Versorgung von Männern erarbeitet werden, sowie Lösungen für bestehende Lücken. Insbesondere in den tabuisierten Bereichen berichten Männer häufig, dass sie kein Hilfsangebot vorfinden, an das sie sich wenden können.
Insbesondere für Männer, die sexuellen Missbrauch, Ver­gewaltigung und häusliche Gewalt erlitten haben, halten wir es für dringend erforderlich,
männerspezifische Hilfsangebote zu installieren. In diesem Bereich ist ein besonderer Bedarf zu vermuten, da zwar Hilfsangebote für schwule Männer vorhanden sind, die aber nicht jeden ansprechen, und für heterosexuelle Männer nicht explizit vorhanden sind.

Nachdem diese Studie also das Ergebnis hatte, dass dringend Hilfsangebote für männliche Opfer von Gewalt zu schaffen seien, geschah: NICHTS. Und zwar für 13 Jahre, bis heute, 2018.

Was geschehen statt dessen geschehen ist, ist zum Beispiel das Inkrafttreten des Hilfetelefon Gesetzes am 14.März 2011, dessen Zweck es laut §3 HilfeTelefonG explizit ist, allen zu helfen, die mittelbar oder unmittelbar von Gewalt gegen Frauen betroffen sind; Männern, die Opfer von Gewalt geworden sind, hingegen nicht. Warum auch… (Sarkasmus).

Entschuldigung, aber die durchgehende Einseitigkeit feministischer Bemühungen zur Verbesserung der Welt für Frauen ist einfach zu eindeutig, als das irgend ein Mann glauben könnte, der Feminismus kümmere sich auch um die Sorgen und Nöte von Männern.

Das Gegenteil ist der Fall: Feministinnen ignorieren alle Probleme von Männern; wenn Männer auf Probleme von Männern aufmerksam machen, wird das als Gejammere / Derailing / „Whataboutism“ abgetan. Männer werden als von Feministinnen nur als Privilegierte bzw. als Täter gedacht, so dass jegliche Maßnahme für Männer von Feministinnen immer als Schritt gesehen wird, „die feministische Sache“ zumindest irgendwie zu beschädigen oder zu verlangsamen, und sei es nur aufgrund der Tatsache, dass ein Budget für Maßnahmen für Männer natürlich Geld darstellen würde, dass nicht noch zusätzlich für Frauen ausgegeben werden kann.
Sogar dass die Jungenbeschneidung per Gesetz (§1631d BGB) legalisiert wurde2 obwohl es vollkommen absurd ist, dass die Religionsfreiheit der Eltern das Recht auf körperliche Unversehrtheit nur von Jungen einschränken könnte/sollte/müsste, wurde von feministischer Seite nie kritisiert; vielmehr scheint man dort die Genitalverstümmelung von Jungen aufgrund der Möglichkeit zu begrüßen, dass diese das Gebährmutterhalskrebsrisiko bei Frauen reduzieren könnte; so zynisch, selbstbezogen, männerverachtend und gegenüber Jungen vollkommen empathielos agiert der Feminismus.

Und solange das so ist, wird sich kein Mann, der bei klarem Verstand ist, vom Feminismus „abholen“ lassen; jedenfalls solange nicht, wie das Mitkommen noch freiwillig ist.

Für mich ist es absolut notwendig, dass Männer sich als Männerrechtler für die Anliegen von Männern einsetzen und engagieren. Der Feminismus eignet sich nicht als Anwalt für Männer, solange die allermeisten Feministinnen als Anklägerinnen sehen, die Männer immer nur als Schuldige sehen, während Frauen grundsätzlich Opfer irgendwelcher angeblicher „Strukturen“, „des Systems“ oder gar „des Patriarchats“ sein sollen.

Ich würde so weit gehen die These aufzustellen, dass Probleme von Männern individualisiert werden, während Probleme von Frauen sozialisiert werden.
Das heißt: Wenn ein Mann keine Karriere macht, ist er selbst daran schuld. Wenn eine Frau keine Karriere macht, sind wir eher bereit zu glauben, abstrakte Gründe wie „die Gesellschaft“ oder „die gläserne Decke“ seien Schuld.
Wenn Männer gewalttätig werden, dann liegt es daran, dass sie gewalttätig sind. Wenn Frauen gewalttätig werden, dann glauben wir eher, dass sie irgendwie traumatisiert gewesen sein müssen. Man kann noch viele Beispiele finden dafür, dass bei Männern eher angenommen wird, in ihren Entscheidungen frei und eigenverantwortlich zu sein, während bei Frauen angenommen wird, ihre Entscheidungen würden eher durch die äußeren Umstände beeinflusst.

Diese Sicht auf Männer und Frauen entspricht einem stereotypen Geschlechterbild, dass Frauen als weniger zu Eigenverantwortung befähigt denkt, welches der Feminismus doch überwinden wollen müsste bzw. schon überwunden haben sollte.

Dass der Feminismus das bisher nicht getan und auch nicht versucht hat, liegt entweder daran, dass dazu die Einsicht fehlt, oder daran, dass der Feminismus bei seinen ganzen Forderungen nach weiterer Frauenförderung davon profitiert, dass Menschen durch diese Tendenz, Frauen eher als von den äußeren Umständen beeinflusst zu sehen, eher bereit sind, einer immer „frauenfreundlicheren“ Gestaltung dieser Umstände zuzustimmen.

In jedem Fall ist es notwendig, dass Männer den Kampf für Männerrechte und für eine stärkere Berücksichtigung von Männer-Anliegen in der Politik selbst in die Hand nehmen.

Denn der Feminismus hat überhaupt kein Interesse daran, etwas für Männer zu tun, er betreibt eine einseitige Klientelpolitik für Frauen. Im „Feminismus-Zug“ sind für Männer nur Stehplätze auf dem Gang vorgesehen, sozusagen als „ausgleichende Ungerechtigkeit“ für angebliche „tausende Jahre Frauenunterdrückung“. Kein Mann, der noch bei Sinnen ist, würde freiwillig in diesem Zug mitfahren.

Nur durch eine starke Männerrechtsbewegung wird es wieder zu einem gesellschaftlichen Interessenausgleich zwischen Männern und Frauen kommen. Der wird wahrscheinlich dennoch nicht dazu führen, dass Männer und Frauen die gleichen Interessen, Vorlieben, Leidenschaften und Berufswünsche haben werden, aber vielleicht dazu, dass man bei Fragen der Eigenverantwortlichkeit und Hilfebedürftigkeit, sozusagen beim Fordern und Fördern von Männern und Frauen, bei dem, was man Männern und Frauen zutraut und wo man die Grenze zieht, wo Hilfebedürftigkeit anfängt, keine Unterschiede mehr macht.

  1. Der Girls Day ist, bei aller Erfolglosigkeit, zumindest gut gemeint, aber der Boy’s Day ist mit dieser Zielsetzung Männer in unterbezahlte Berufe zu drängen einfach nur eine Frechheit. Vielleicht sollte man das Geld für diese Veranstaltungen besser in Initiativen zur Verbesserung der Bezahlung sozialer Berufe stecken. []
  2. nachdem ein Gericht festgestellt hatte, dass die medizinisch nicht notwendige Amputation von Körperteilen auf Wunsch der Eltern Körperverletzung ist []

Der „Alte Weiße Mann“ (AWM) als Marke™

Dank Jens Jessens Artikel „Der bedrohte Mann“ hat die Geschlechter-Debatte mal wieder etwas Fahrt aufgenommen.

Alter weißer Mann
(Alter weißer Mann)


Da der organisierte deutsche Neoliberale Genderfeminismus gar nicht glauben kann, dass ein Mann es mittlerweile für nötig hält, den ständigen Anfeindungen von sogenannten Feministinnen entgegenzutreten, hat man in diesem Lager jetzt sogar Angst, dass das ja als übermächtig imaginierte Patriachat hier jetzt doch bald zurückschlagen könne.

Das finde ich einigermaßen amüsant, denn es zeigt, dass weite Teile der (Netz-)(Gender-)Feministinnen in Deutschland tatsächlich der Verschwörungsideologie anhängen, es gebe ein phantomhaftes Gebilde namens „Patriarchat“, mittels dessen „die Männer“ sich irgendwie an der Macht hielten.

Das ist aber alles Blödsinn. Ich habe gestern mal versucht, meine „Privilegien zu reflektieren“, und bin zum Schluss gekommen, dass ich persönlich gar nichts gegen den Vorteil machen kann, den ich genieße, nämlich ein alter, weißer Mann zu sein.

Ich profitiere einfach davon, dass „alter weißer Mann“ eine großartige, etablierte Marke ist.
Denn gängige Vorurteile (im Zeitalter von Big-Data auch gerne: statistisch relevante empirische Erkenntnisse) besagen, dass alte weiße Männer zahlreiche positive Eigenschaften haben. Sie sind meist zuverlässig, ehrlich, leistungsbereit, friedlich, einfallsreich, solvent, riskio-avers und besitzen diese Eigenschaften im Vergleich mit anderen Gruppen in besonderem Maße. Junge Männer sind z.B. allgemein weniger friedlich, solvent, zuverlässig, und eher risiko-affin. Frauen sind im allgemeinen etwas weniger leistungsbereit, siehe z.B. die vielen in Teilzeit arbeitenden Frauen.

Das klingt vielleicht blöd, ist aber so. Und weil das so ist, profitiert meine AWM-Gruppe, natürlich inklusive leistungsbereiten und immer hervorragend gekleideten homosexuellen Angehörigen, von diesem Image. Wir, die AWM, sind ein Markenprodukt.
„Noone ever was fired for hiring an old white man“, könnte man sagen.

Und solange nicht alte weiße Männer anfangen so viel Mist zu bauen wie junge Männer, so gewalttätig zu sein wie Menschen mit anderer Sozialisation, Häuser zu verwohnen wie unterdrückte südosteuropäische Minderheiten mit Expertise im Hartz-IV-Betrug1, oder erstaunlich dumme und naive Dinge von uns zu geben wie prekär beschäftigte feministische Kolumnistinnen, solange wird man uns AWM lieber als Mieter, Nachbarn, Kollegen und Berater haben als andere Gruppen. Weil es mit uns einfach meistens doch ganz gut läuft. Weil wir auch im Ramadan mit voller Leistung arbeiten. Statistisch wahrscheinlich jedenfalls.

Ich kann als einzelner diesen guten Ruf bzw. diese positiven Vorurteile bzw. die „Marke Alter Weißer Mann“ gar nicht beschädigen.
Ich könnte vielleicht bei einer Bewerbung für eine Wohnung dazuschreiben „Bitte bevorzugen Sie mich nicht wegen meines biodeutschen Kartoffel-Namens und weil ich ein alter, weißer Mann bin, bei der Vergabe der Wohnung. Geben Sie bitte auch Flüchtlingen mit zig Kindern und Migranten mit interessantem Faible für extrem fett-reiches Kochen in ihrer kleinen Einbauküche eine Chance.“
Aber was würde das nützen? Im Zweifel oute ich mich damit nur als linksprogressive Weichei-Kartoffel, die sicher immer den Müll richtig trennen und die Miete pünktlich von ihrem Konto bei der GLS-Bank überweisen wird, und erhöhe damit meine Chancen auf die Wohnung. Oder ich versaue es mir damit, und bekomme dann von meiner anspruchsvollen Veganer-Freundin Ärger, weil ich doch bitte mal meine blöde Weicheier-Gutmenschen-Masche sein lassen soll, wenn es darum geht, dass sie die Instagramm-geeignete Loft-Wohnung mit begehbarem Kleiderschrank bekommt!

Nochmal: Nichts, was ich als Einzelner tun würde, könnte verhindern, dass ich weiter vom guten Image der Marke „AWM“ profitiere.
Alle schlimmen Dinge, die „AWM“ in der Geschichte getan haben, werden im Denken der meisten Menschen auf der Welt kompensiert durch die anderen positiven Dinge, die die AWM auch gebracht haben.2

Die einzige Möglichkeit, den überlegen positiven Ruf der Marke AWM zu erschüttern ist, dass andere Gruppen einfach noch besser sind.
Alte asiatische Männer zum Beispiel sind möglicherweise noch leistungsbereiter, fleißiger, intelligenter, und zuverlässiger als AWM. Und alle anderen Gruppen haben auch jederzeit die Chance, uns AWM im Ruf zu übertreffen. Sie müssen nur dauerhaft besser sein als „wir“.

Solange aber (queere/lesbische/feministische/schwarze/dicke) Feministinnen nur mit Leistung im „heiße Luft produzieren“ auffallen, wird Ihnen das nicht gelingen. Wir AWM werden dann weiter ihren digitalen Neid und Hass vor die digitale Haustür gekübelt bekommen, vorausgesetzt, ihre Medien haben in Zukunft noch die notwendige Reichweite, wenn wir vielleicht Medien mit AWM-feindlicher Ausrichtung nicht mehr kaufen oder subventionieren.
Aber das ist uns dann auch egal. Wir machen unser Ding, arbeiten, pflegen unsere Marke und profitieren davon.

  1. Tut mir ja auch leid, dass das bei AWM weniger häufig vorkommt… []
  2. Vielleicht ist es auch so, dass außer möglicherweise Feministinnen niemand glaubt, dass Nicht-AWM in den gleichen historischen Situationen irgendwie anders oder nobler gehandelt hätten als AWM. []

Der Siegeszug des neoliberalen Feminismus‘

Ist der heutige Feminismus eigentlich noch links? Ist er ein Feminismus, der wirklich Freiheit für Frauen will?

Ich lese eigentlich nur von so Sachen wie geplanten Gesetzen, dass 30% der Frauen in Aufsichtsräten Frauen sein sollen; also von einem Elitenprojekt für die oberen 10.000 der Gesellschaft, da solche Posten für die meisten Frauen unerreichbar sind.
Und ich lese vom angeblichen „Gender Pay Gap“, der endlich auf 0 zusammenschrumpfen soll1. Und zwar, indem mehr Frauen abhängige Erwerbsarbeit leisten und dabei mehr verdienen sollen.

Der intersektionale Feminismus in den USA beschäftigt sich intensiv mit allen möglichen Ungerechtigkeiten, die z.B. durch Migrationshintergrund oder Bildung verursacht werden.

Der deutsche Genderfeminismus hingegen kämpft gar nicht mehr für „die Frauen“, sondern, das ist meine These, nur noch für sich selbst.

Das Dogma des Gender-Feminismus ist ja — auch wenn das längst widerlegt ist — dass alle Unterschiede zwischen den Geschlechtern anerzogen seien und Frauen nur deshalb nicht ebenso häufig Konzernchefs oder Abteilungsleiter seien, weil dies durch eine „patriachale“ Erziehung verhindert werde.2
Aus diesem Dogma folgt, dass Frauen und Männer (eigentlich) gleiche Interessen und Wünsche haben müss(t)en, und darum Frauen und Männer auch in allen gesellschaftlichen Positionen gleich häufig vertreten sein müss(t)en.
Und darum geht es dem aktuellen deutschen Gender-Feminismus nur noch darum, Frauen für seine eigene Mission einzuspannen die „Gleichheit von Männern und Frauen“ zu beweisen, indem man Frauen dazu bringt, 50% der Erwerbsarbeit zu leisten und 50% der Gehälter zu verdienen. Obwohl alles darauf hindeutet, dass wirkliche Wahlfreiheit und Chancengleichtheit von Frauen nicht dazu führt, dass diese die gleichen Jobs wie Männer ergreifen (wollen), sondern eher zum Gegenteil.

Aber Überlegungen, ob nicht andere Dinge im Leben (nicht nur von Frauen!) wichtiger sein könnten als abhängige Erwerbsarbeit, wie Zufriedenheit, soziale Kontakte, eine gesellschaftlich relevante Tätigkeit — solche Überlegungen stellt der deutsche Genderfeminismus gar nicht mehr an.

Statt dessen geht es ihm nur noch um die Beseitigung des Gender-Pay-Gaps, was dazu führt, dass der Genderfeminismus das Gehalt als einzig relevante Maßzahl für Leistungsfähigkeit von Individuen innerhalb des kapitalistisch organisierten Wirtschaftssystems akzeptiert. Er will tatsächlich anhand des einzigen Kriteriums „Gehalt“ messen, ob Frauen jetzt wirklich „gleichberechtigt“ seien. Wenn Frauen nur genug verdienen, so ist anscheinend die Vorstellung, sei die Gleichberechtigung da.

Ist es wirklich Feminismus, Frauen dazu zu drängen, sich noch besser als Männer dem kapitalistischen System anzupassen, noch effizientere Arbeitsdrohnen zu werden als Männer, um irgendwann genau so viel wie oder mehr Lohn zu kassieren als die Männer?
Ist das wirklich im Interesse der einzelnen Frau, oder sollen „die Frauen“ hier doch eher nur als Verfügungsmasse die Vorstellungen feministischer Aktivistinnen, Journalistinnen und Politikerinnen umsetzen, wie „gleichberechtigte Frauen“ idealerweise zu performen hätten?

Ich denke, was wir in Deutschland beobachten können ist kein wirklicher Feminismus mehr3 sondern eine von hauptberuflichen „Feministinnen“ in Parteien, Gewerkschaften und Medien getragene Ideologie, die durch ihre Fixierung auf die Maximierung des in Geld gemessenen Erfolges von Frauen im kapitalistischen Wirtschaftssystem von einer alternativen linken Bewegung zu einer Stütze der neoliberalen Leistungsgesellschaft geworden ist. Eine Stütze, die sogar hilft, diesem System weiteres Menschenmaterial zuzuführen, das mit der feministischen Suggestion von einem Frauen-unterdrückenden Patriarchat, gegen das es sozusagen „anzuarbeiten“ gelte, zu Höchstleistungen motiviert wird oder zumindest werden soll.

Es geht nicht mehr um Chancengleichheit für Frauen, es geht darum, (andere) Frauen dazu zu drängen, „männliche“ Jobs auszuüben und Männer in der freien Wirtschaft zu überflügeln, damit die Thesen der organisierten Berufsfeministinnen — die selbst zumeist von öffentlich finanzierten Einrichtungen bezahlt werden und irgendwas mit Medien oder Gender studiert haben — von ihren Hilfstruppen bewiesen werden mögen.

Sicher, angeblich geht es bei den Bemühungen, mehr Frauen in „Männer-Jobs“ zu drängen, um „wirtschaftliche Unabhängigkeit“, und zwar durch ein eigenes Gehalt. Denn wer das nicht hat, der ist abhängig von anderen (am Ende gar Männern!) oder von Hartz IV und wird irgendwann in Altersarmut elendiglich in einem Pflegeheim mit zu wenig Personal verrecken…

Aber das sind alles neoliberale Argumente: Jeder muss für sich selbst sorgen, wer nicht genug leistet, bleibt auf der Strecke, Würde und Unabhängigkeit hängen von der individuellen Performance im kapitalistischen System ab.

Das ist sicher nicht mehr links. Hier geht es sicher nicht mehr um wirkliche Freiheit und Selbstverwirklichung für irgendwen, weder Frauen noch Männer.
Der neoliberale Gender-Feminismus ist eine Sackgasse. Er hat keine linke Vision mehr für eine bessere Welt, keine Motivation mehr alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. (Karl Marx).
Statt dessen hat er sich mit dem neoliberalen Wirtschaftssystem arrangiert und verfolgt jetzt nur noch das Ziel, dass Frauen innerhalb dieses Systems ebenso erfolgreich agieren mögen wie Männer, wobei „Erfolg“ allein am Gehalt gemessen werden soll.

Entsprechend sollten sich Frauen vom Genderfeminismus nicht instrumentalisieren lassen, in dessen Namen einen Marsch durch die neoliberalen Tretmühlen der kapitalistischen Wirtschaft anzutreten. Sie sollten (weiterhin) selbst entscheiden, was sie tun wollen, und ob sie nicht möglicherweise unter einem erfolgreichen Leben etwas anderes verstehen als eine Karriere als gut bezahltes Arbeitsbienchen in einem Konzern, gekrönt durch einen Aufsichtsratposten.

Vor allem aber sollten sie auch um Parteien und deren KandidatInnen einen weiten Bogen machen, die sich die genderfeministishe Quoten-Agenda auf die Fahnen geschrieben haben. Denn dieser Feminismus klingt nur noch vordergründig nach „Frauenrechten“ oder „Gleichberechtigung“. In Wirklichkeit aber geht es nicht um Rechte oder Chancen oder ein besseres Leben für Frauen, sondern darum, dass Frauen im neoliberalen Wirtschaftssystem wie Männer funktionieren sollen.

  1. obwohl man bei den 6% bereinigtem Gender Pay Gap gar nicht weiß, ob diese 6% nicht doch erklärbar sind, und somit die „Gerechtigkeitslücke“ zwischen Männer- und Frauengehältern bereits 0% beträgt []
  2. Der tatsächliche Grund, dass nämlich für mehr Frauen als Männer so eine Karriere gar nicht erstrebenswert ist, wird kategorisch abgelehnt []
  3. bei dem jede einzelne Frau mit ihren Interessen und ihrem Recht zu individueller Selbstverwirklichung im Mittelpunkt stehen sollte []

Das laute Schweigen des Feminismus zur möglichen sexuellen Ausnutzung von Jugendlichen durch Schein-Minderjährige

In den Nachrichten wurde über einen Fall in Kandel berichtet, wo ein vorgebliche minderjähriger, tatsächlich aber volljähriger Migrant ein 15-jähriges Mädchen getötet hat, weil dieses sich von ihm getrennt hatte.

Und im KiKa (!) kann man jetzt ein Video sehen, wo ein angeblich 17-jähriger, wahrscheinlich aber viel älterer Migrant (How-Old.net schätzt ihn auf 27-31; und haben 17-jährige üblicherweise so viel Brustbehaarung? Hallo?) seiner 15-jährigen Freundin1 Vorschriften macht, was sie anzuziehen hat etc.:

Link

Update: Nachdem KiKa anscheinend gemerkt hat, dass die Minderjährigkeit von Diia nicht hinhaut, hat man ihn schnell 19 Jahre alt gemacht.
Update: Mittlerweile (2018-01-10) ist Diia schon 20.

Mal angenommen, unsere deutschen Bestimmungen über den besonderen Schutz von Jugendlichen seien richtig, und die in arabischen Ländern weit verbreitete Ansicht, ein Mädchen werde mit seiner ersten Periode zur Frau und damit, sagen wir, „verpartnerbar“ sei zivilisatorisch rückschrittlich; wie kann es da sein, dass man von feministischer Seite über die möglichen Probleme, die die fehlende verpflichtende Feststellung des tatsächlichen Alters von angeblich jugendlichen Migranten mit sich bringt, nichts hört?

Sonst lässt man sich doch im feministischen Lager keine Gelegenheit entgehen, auch nur angeblichen Missbrauch anzuprangern; die #metoo-„Kampagne“ läuft weiter; stets behauptet man, Frauen stünden in Abhängigkeitsverhältnissen zu Männern, die ihre Macht durch sexuelle Übergriffe demonstrierten. Erwachsene Schauspielerinnen seien Agenten und Regisseuren quasi hilflos ausgeliefert.

Und da hat man nichts dazu zu sagen, dass aus patriarchalen Gesellschaften stammende Migranten durch falsche Altersangaben möglicherweise den besonderen Schutz von Jugendlichen bei sexuellen Beziehungen mit Älteren nach §182 StGB umgehen?
Es stört niemanden im feministischen Lager, dass sich betrügerische Migranten durch falsche Altersangabe möglicherweise Zugang zu Minderjährigen erschleichen und diese manipulieren und ggf. auch sexuell ausnutzen?

Müssten Feministinnen nicht besorgt sein wegen des möglichen Machtgefälles zwischen jugendlichen Mädchen und schein-jugendlichen, tatsächlich aber erheblich älteren Männern mit kulturell bedingter Neigung, Frauen von oben herab zu behandeln? Müssten sie nicht Sturm laufen für einen besseren Schutz von Mädchen vor Missbrauch durch pseudo-jugendliche Machos? Gegen die mögliche Manipulation von jugendlichen, verliebt schwärmenden Mädchen zu gehirngewaschenen, ergebenen Kopftuchträgerinnen?

Dass der Feminismus hier nichts zu sagen hat, ist bezeichnend. Anscheinend scheut man die Konfrontation mit der Realität.

Männern mit Migrationshintergrund möchte man aus falsch verstandenem Antirassismus, aus falsch verstandener Solidarität mit Migranten, möglicherweise weil Migranten in der intersektionalen Opfer-Hierarchie gesellschaftlich noch unter weißen jugendlichen Mädchen angesiedelt sind, nichts Negatives unterstellen.
Der Migrant als möglicher sexueller Ausbeuter, das kann nicht sein, weil das eine „rechte Erzählung“ und vollkommen falsch sein soll, sein muss.

Die kognitive Dissonanz, die es auslöst, wenn der „edle Flüchtling“ dann vielleicht doch keiner ist, sondern genau so schlecht oder gar noch schlechter als die im feministischen Lager verhassten „alten weißen Männer“, die doch an allem schuld und quasi der Teufel an sich sein sollen, möchte man nicht aushalten, und lieber weiter an seine Dogmen glauben.

Im Zweifel sind den linken Feministinnen ihre Dogmen (weiße Männer böse – alle anderen gut) also wichtiger als die Frauen, die sie eigentlich vertreten sollten. Von falschen Jugendlichen zum Islam-Kopftuch-Frauchen um-erzogene oder zum Sex genötigte Kartoffel-Mädchen stören da nur das geschlossene Weltbild, und können dementsprechend keine Solidarität oder Unterstützung erwarten.

  1. im Film, mittlerweile älter geworden []

EditionF und ZEIT erklären den neuen feministischen Mythos #Manterruption (teilweise biologisch)

Es ist ein Artikel erschienen. Zuerst bei Edition F.(Link) und dann auch in der ZEIT (Link), der den neuen feministischen Mythos der „Manterruption“ zum Thema hat.

„Manterruption“, so lernen wir zunächst, sei die Bezeichnung dafür, dass Frauen ganz häufig von Männern unterbrochen würden. Dies sei, so wird suggeriert, frauenfeindlich/sexistisch motiviert etc. pp., das übliche halt.

Aber dann will die Autorin am Ende des Artikels doch noch ein paar praktische Tipps loswerden, wie „Manterruption“ entgegenzuwirken sei, und da wird es interessant.
Denn gerade die Verhaltens-Tipps, in denen es darum geht, eine Unterbrechung von vorneherein zu vermeiden, haben es in sich:

  • Konzentration: Nur, wer konzentriert bleibt, kann sein Argument noch vorbringen. Verliere deine zentrale Aussage nicht aus den Augen und halte festen Blickkontakt mit Gesprächspartnern.
  • Prägnant formulieren: Wer gut vorbereitet ist oder sich klare Aussagen überlegt, der mäandert nicht und verleitet andere dadurch weniger, einem ins Wort zu fallen. Also vorbereitet in Gespräche gehen und sich während einer Diskussion ruhig Notizen machen, um pointiert zu argumentieren, wenn man am Zug ist.
  • Auf Stimme und Körper achten: Sich vorzulehnen und mit hoher, aufgeregter Stimme zu sprechen ist kontraproduktiv. Eine entspannte Haltung und eine ruhige, tiefe Stimme wirken entspannt und glaubwürdig.

Nehmen wir mal an, diese Tipps wären effektiv und könnten „Manterruption“ wesentlich verringern. Dann müssten die Gründe für „Manterruption“ folgende sein:

  1. Mangelnde Konzentration auf das Wesentliche. Vermeiden von Blickkontakt. Also unprofessioneller Auftritt.
  2. Unstrukturiertes, scheinbar zielloses Gerede, mangelnde Fähigkeit auf andere Argumente einzugehen.
  3. Unglaubwürdig wirkende, hohe Stimme. Neigung dazu, sich Aufregung anmerken zu lassen.

Tja – wo ist jetzt eigentlich der Sexismus, wenn Männer Frauen häufiger unterbrechen? Laut Edition F. wirken weibliche Stimmen (die im Schnitt ca. 1 Oktave höher sind) im Schnitt unglaubwürdiger als männliche Stimmen, es gibt also eine biologische Erklärung dafür, dass sie häufiger unterbrochen werden(?!?).

Ich würde sagen, hier hat EditionF irgendwie ein Eigentor geschossen, denn biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern dürfte es doch laut Genderfeminismus gar nicht geben und auch die Höhe der Stimme sollte doch als „sozial konstruiert“ gelten. Hat sich hier die Autorin in das falsche feministische Lager verirrt?
Oder hat man möglicherweise vergessen, dass, falls man (aufgrund der Empirie) doch einräumen sollte, dass Frauen im Schnitt höhere Stimmen haben als Männer, man zumindest behaupten müsse, es sei sozial konstruiert, anerzogen und sexistisch, dass höhere Stimmen als weniger glaubwürdig gelten?
Ich denke, hier sollte die Autorin nochmal nacharbeiten. Mit solchen „biologistischen“ Erklärungen wird sie im feministischen Lager mittelfristig auf keinen grünen Zweig kommen.

Und abgesehen von dieser biologisch-psychoakustischen Erklärung für weibliche Unglaubwürdigkeit scheint es, wenn man von den Tipps auf die Ursachen schließt, auch noch andere Gründe für Unterbrechungen zu geben. Wie schlechte Vorbereitung, unkonzentriertes, aufgeregtes Auftreten, in Folge davon ziel- und endloses Gerede, was Unterbrechungen provoziert.

Heißt das am Ende, Frauen wären selbst schuld, wenn sie unterbrochen werden, weil sie die Zeit ihrer Kollegen und Kolleginnen durch aufgeregte, schlecht vorbereitete, längliche Redebeiträge verschwenden?!?1

Danke EditionF und ZEIT für die gut verklausulierte Aufklärung:

Offensichtlich gibt es gar keine „Manterruption“.

Es ist wieder nur so ein genderfeministisches Schlagwort für eine lediglich behauptete Ungerechtigkeit, die tatsächlich entweder gar nicht existiert oder aber auf ein in der Gruppe der Frauen gehäuft auftretendes, aber nicht ursächlich mit dem Geschlecht verknüpftes individuelles Versagen im Sozialverhalten im beruflichen Umfeld zurückzuführen ist.
(Jedenfalls, wenn man die biologisch-psychoakustischen Erklärungsansätze mit den hohen Stimmen mal als Grund ausschließt.)

  1. Ja. – Nein! – OOOH! []

Dschihad-Bräute, Female Hypoagency und „Gender Prison Gap“

Angesichts der Tatsache, dass im Irak unter IS-Anhängerinnen einige Deutsche entdeckt worden sind, macht sich die Süddeutsche Gedanken darüber, wie mit diesen ggf. in Deutschland verfahren werden solle.

Immerhin stellt der Artikel fest, dass es sich hier nicht um Opfer einer Verschleppung in die Fänge von Da’esh handelt, sondern um fanatisierte islamistische Freiwillige, die „die Reihen der Täter verstärkt“ hätten.

Aber auch diese Formulierung lässt noch Raum dafür, dass diese Frauen möglicherweise selbst trotz freiwilliger Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung irgendwie selbst nicht Täterinnen gewesen sein könnten.
Und dann wird im Artikel auch gleich überlegt, ob es nicht doch sinnvoller wäre, bei solchen Verbrechen von Frauen irgendwie mehr auf Milde und Resozialisierung zu setzen.
Und aus den Dschihadistinnen werden „Dschihad-Bräute“. Ähnlich wie Rocker-Bräute, die in traditionellen Rocker-Clubs selbst nie Mitglieder werden können und immer nur Partnerin eines Rockers sein dürfen, werden sie rhetorisch zu so einer Art reiner „Beifahrerinnen des Dschihad“ umgedeutet.

Dieses paternalistische Entlassen der Frauen aus ihrer Verantwortung dafür, sich aus freien Stücken einer irren Terrororganisation angeschlossen zu haben, ist in vielerlei Hinsicht sexistisch. Erstens gegenüber den Frauen, die nicht ganz so ernst genommen werden als islamistische Terroristinnen, zweitens gegenüber Männern, die sicher nicht mit so viel Milde rechnen könnten, wenn man sie in einer IS-Hochburg als IS-Kämpfer aufgegriffen hätte.

Hier zeigen sich die Gründe für den „Gender Prison Gap“. Männer werden als selbst verantwortlich für ihre Handlungen gesehen. Frauen hingegen werden nicht für voll genommen, sondern zum schmückenden Beiwerk des Dschihad erklärt, zu „Dschihad-Bräuten“ eben. Denn sie sind ja, Stichwort „Female Hypoagency“ irgendwie dann doch weniger verantwortlich für ihr Handeln als Männer, wurden vielleicht verführt oder mussten vielleicht sogar schlimme Dinge erleiden in dem Dschihad, an dem sie freiwillig teilgenommen haben. Diese armen Geschöpfe sollte man natürlich besser nicht einsperren…

Fast wundert man sich, dass die Süddeutsche nicht auch für Beate Zschäpe Strandurlaub statt Gefängnis fordert, denn das müsste die logische Konsequenz sein, wenn es denn so wäre, dass Freiheitsstrafen komplett sinnlos und verzichtbar wären, wie der Artikel zu suggerieren scheint. Zumindest für Frauen, die ja nichts gemacht haben. Außer einer Terrororganisation beigetreten zu sein.

Exkommunikation für Mira E. oder: Geschlechter-Glasnost bei Edition F.?

Bei Edition F (dem — meiner möglicherweise komplett unfairen Einschätzung nach — feministischen Bento) hat eine Autorin namens Mira E.1 einen erstaunlich wenig Männer-feindlichen, ja sogar explizit Männer-freundlichen Artikel mit dem Titel „Nicht ohne meine Kumpels“ geschrieben.

Es ist nun damit zu rechnen, dass Frau E. unverzüglich aus der Gemeinschaft des deutschen Netz-Feminismus exkommuniziert wird, denn

  • deutliche Andeutung von biologisch bedingten Geschlechterunterschieden
  • positive Darstellung männlicher Eigenschaften
  • Empathie mit Männern

gehen im aktuellen, „modernen“, intersektionalen bzw. Gender-Feminismus natürlich gar nicht. Im Prinzip stellt sie sich damit auf eine Stufe mit Karen Straughan, Christina Hoff Sommers, Norah Vincent, Cassie Jaye und weiteren, die im feministischen Lager als Verräterinnen und Agentinnen des Patriarchats gelten, (nur) weil sie Männer-Versteherinnen sind.

Mira E. weiß natürlich auch, auf welche dünnem Eis sie sich bewegt, darum beginnt und endet der Artikel mit einer präventiven Verteidigung ihrer Position, die aber wahrscheinlich nichts nutzen wird. Vor allem jetzt nicht mehr, wo es auch noch Applaus von der falschen Seite (z.B. dieser hier) gibt; das hätte sie doch wissen müssen!

Ich wünsche ihr das natürlich nicht, halte es aber für absolut unabwendbar, dass Sie nun mit einer geballten Portion „Frauensolidarität“ (Sarkasmus) wird rechnen müssen, denn wer positive Dinge über Männer und deren Eigenschaften schreibt, der muss, meiner Einschätzung nach, im Lager des misandrischen Feminismus als Defätistin gelten.

Wem über seine männlichen Freunde wirklich nur positive Dinge zu schreiben weiß, der negiert damit doch das vom misandrischen Feminismus mühsam aufgebaute Bedrohungsszenario, wo in Gegenwart von Männern die sogenannte „toxische Männlichkeit“ mindestens ein Dauerfeuer von „Stare-Rape“-Attacken bedingen müsste. Die vorbehaltlos positive Darstellung männlicher Freunde, die positive Darstellung eines „männlichen Blickwinkels“ wird am Ende noch gekrönt durch die Äußerung von Dankbarkeit für man-splainende Einordnungen der Befindlichkeit der Autorin. Eigentlich kann dieser Artikel nur Satire sein, wenn er tatsächlich von einer Feministin geschrieben wurde…

Was mich auch erstaunt ist die Tatsache, dass Edition F. diesen Artikel überhaupt gebracht hat. Was sind das für Tendenzen? Man wird doch nicht etwa so eine Art „Geschlechter-Glasnost“ ausgerufen haben?

Wird Mira E. am Ende gar noch „red-pill“-en?

Wie dem auch sei. Wir werden sehen. Es bleibt spannend!

Die Leute von Geschlechterallerlei haben diesen Artikel erwähnt.

  1. deren Namen ich aus Solidarität hier nicht ausschreiben will, damit er nicht Google-technisch mit einem Blog verknüpft wird, mit dem Frau E. möglicherweise nicht assoziiert werde möchte []

Die Bundespräsidentenwahl und der Feminismus

Bei der Bundespräsidentenwahl gab es keine einzige weibliche Kandidatin.
Weder die SPD, die mit Manuela Schwesig eine Femimiministin ersten Grades zur Ministerin gemacht hat, noch die Quoten-Partei Die Grünen haben eine Frau aufgestellt.

Das ist nicht anders zu erklären, als dass sich einfach keine Frau bereiterklärt hat, den stressigen Job des Staatsoberhaupts ohne richtige Kompetenzen zu machen. Schloss, fette Rente, Fahrdienst, Sekretariat bis zum Lebensende, eigenes Bataillion, was hat das Amt denn nicht, um auch für Frauen attraktiv zu sein?

Von einer gläsernen Decke kann man hier nicht sprechen, hätte doch eine weibliche Kandidatin sicher einen Frauenbonus für sich verzeichnen können. Jede Partei hätte sich doch gefreut, eine weibliche Kandidatin auszugraben, und so zumindest einen medialen Coup zu landen.
Nehmen wir diese Äußerung von Herrn Ströbele als Beispiel, wie groß die Bereitschaft war, eine Frau zu wählen:

Dass der Kandidat der SPD Steinmeier hieß, dass die CDU keinen eigenen Kandidaten aufgestellt hat, dass sogar die Grünen und die FDP keine eigene Kandidatin nominiert haben, kann nur heißen, dass einfach keine Frau Lust hatte, zu kandidieren. Es gab nichtmal Gerüchte über eine Kandidatur einer Frau, die doch eine mögliche Kandidatin nur selbst hätte streuen müssen um sich todsicher ins Gespräch zu bringen. Es muss also tatsächlich überhaupt gar keine Frau Lust gehabt haben auf den höchsten Posten im Staat.

Dass sich andererseits aber gleich fünf Männer haben finden lassen, ist für mich ein eindeutiges Indiz, dass Frauen und Männer unterschiedliche Interessen und Motivationen haben, dass das ganze Gerede davon, dass Frauen benachteiligt würden zumindest in der Spitzenpolitik dummes Gerede ist. Frauen werden dort händeringend gesucht, aber es finden sich keine — warum soll das eigentlich bei den hochbezahlten Aufsichtsratsjobs anders sein?
Es wird von feministischer Seite die Erzählung gepflegt, die Chefetagen deutscher Unternehmen seien frauenfeindlich und darum gebe es in Vorständen und Aufsichtsräten zu wenig Frauen, aber möglicherweise ist es dort so wie bei der Bundespräsidentenwahl, dass einfach keine Frau Bock hat. Wenn es bei der Bundespräsidentenwahl so ist, dass eine Frau den auf dem Silbertablet dargebotenen ersten Job im Staat nur hätte ergreifen wollen müssen, um fast sicher gewählt zu werden, wie kann man da noch sicher sein, dass das bei Aufsichtsrats-Jobs anders ist?

Kopftuch-„Feministinnen“ als fünfte Kolonne des Patriarchats

Mit einiger Belustigung verfolge ich den Konflikt zwischen den Zweite-Welle-Feministinnen der Emma, und den x-te-Welle-Intersektionalistinnen z.B. vom Missy-Magazin. Denn Feministinnen kann man diese nicht mehr nennen. Denn was soll „Feministin“ schon noch bedeuten, wenn das biologische Geschlecht angeblich nur eine Konstruktion ist? Wenn außerdem „Gender“ nur eine mögliche Diskriminierungskategorie unter vielen ist, und man versucht, sich um alles gleichzeitig zu kümmern, dann kann man sich nicht mehr glaubwürdig als „Feministin“ bezeichnen.

Keine Konstruktion ist das biologische Geschlecht hingegen für den Islam, denn konservative Muslime und Islamisten nehmen das biologische Geschlecht zum Anlass, Frauen und Mädchen mit Kopftüchern oder weiteren Verhüllungen eindeutig zu kennzeichnen. Und verwirrte Intersektionalistinnen lassen sich diese Stigmatisierung dann auch noch als „Freiheit“ und „Empowerment“ verkaufen. Fragt man sich in diesen Kreisen nicht, wieviel Druck im Spiel sein muss, damit Teenie-Mädchen freiwillig(tm) Kopftücher und ggf. langweilige graue Mäntel tragen, statt sich zu präsentieren? Bezweifeln Intersektionalistinnen ernsthaft, dass es nicht in der Natur von Teenie-Mädchen liegt, sich zu verhüllen und die sich entwickelnde Weiblichkeit zu verstecken?

Die freie Entfaltung der Persönlichkeit ist ein Grundrecht im Grundgesetz; ein Recht der Eltern, ihre Kinder so hinzubiegen wie es deren religiöser Vorstellung entspricht, habe ich dort nicht gefunden1. Entsprechend halte ich es für zumindest grenzwertig, wenn Eltern ihre Kinder entsprechend konditionieren. Man sollte mal untersuchen, ob so eine Erziehung überhaupt möglich ist, ohne Grenzen zu überschreiten, die in Deutschland üblicherweise bezüglich psychischer Gewalt in der Erziehung gelten.

Doch die Intersektionalistinnen, die sich als Feministinnen ausgeben, haben anscheinend die Vorstellung, dass es möglich sei, dass Mädchen sich ganz freiwillig und ohne Zwang für das Kopftuch entscheiden. Oder sie lassen sich von den scheinbar so selbstbestimmten Kopftuch-Intersektionalistinnen täuschen, denn es gehört ja zu den Grundwerten des Intersektionalismus, grundsätzlich alles zu glauben, was eine Frau sagt.2

Ich sehe die Kopftuch-Intersektionalistinnen hingegen eher als Opfer einer „Identifikation mit dem Aggressor“, als nützliche Idiotinnen, vor einen islamistischen Karren gespannt, der dann auch noch von verwirrten „Allies“ dieser heimlichen Agentinnen eines rückwärtsgewandten Islamismus angeschoben wird.

Und das ist das Erheiternde: Intersektionalistinnen, die sich für Feministinnen halten, verbünden sich mit Krypto-Islamistinnen, die sich für Feministinnen halten, und leisten damit einer Denkschule Vorschub, die es als Errungenschaft verkauft, biologische Frauen mit spezieller Kleidung zu kennzeichnen. Kann man sich eigentlich gar nicht ausdenken… und ich hoffe, der Zweite-Welle-Feminismus kehrt zurück und hält diese Verrückten auf.

  1. Darum halte ich aus den Beschneidungs-Paragraphen für verfassungswidrig. []
  2. Oder eine weiblich gelesene Person. Oder so. []

Es gibt keinen Gender-Pay-Gap!

Auch wenn unsere Ministerin für alle außer Männer, Manuela Schwesig, so gern vom sogenannten „unbereinigten Gender Pay Gap“ spricht, ist die Existenz eines Gender Pay Gaps bisher nicht bewiesen.

Wenn man die Einkommen aller Männer und aller Frauen zusammenrechnet, dann bestehen ca. 21% Unterschied – weil Frauen weniger, kürzer, seltener arbeiten und manchmal weniger gut bezahlte Berufe haben. So gesehen finde ich die 21% sogar noch relativ gering.

Und wenn man nun die ganzen bekannten Faktoren versucht herauszurechnen, also Teilzeitbeschäftigung, Elternzeiten, Branchen, Arbeitgeber etc., dann kommt man auf ca. 6% Gehaltsunterschied, die Männer dem Anschein nach mehr verdienen als Frauen.

Und nun behaupten Feministinnen, dieser Unterschied sei nur dadurch erklärbar, dass Frauen diskriminiert würden.
Tatsächlich aber ist dieser Unterschied einfach bisher nicht erklärt.

Vielleicht verhandeln Männer härter in Gehaltsverhandlungen. Vielleicht werden Männer häufiger Workaholics. Vielleicht nehmen Männer öfter Drogen und erschummeln sich so Vorteile im Job. Vielleicht vernachlässigen Männer öfter und lieber ihre Familie, um im Job zu punkten. Vielleicht sind Frauen auch häufiger krank und haben dadurch Leistungsverluste. Vielleicht sind auch schon allein die Überstunden, die Männer leisten, Erklärung genug. Man weiß es einfach nicht.

Und bis man all diese möglichen Erklärungen ausgeschlossen hat, kann man von einer Diskriminierung von Frauen, von einem Gender-Pay-Gap nicht sprechen.

Das einzige Problem, das Frauen im Berufsleben haben ist, dass Frauen häufig irgendwann Kinder bekommen und darum auf langfristige Besetzung angelegte Führungspositionen seltener mit Frauen besetzt werden. Hier könnte der Gesetzgeber vielleicht einspringen, indem er Unternehmen, bei denen Beschäftigte in Elternzeit gehen, unabhängig vom Geschlecht für die Aufwände zur Neubesetzung der Position und die Schäden durch die Vakanz entschädigt.

Aber über einen hypothetischen Gender-Pay-Gap zu jammern bringt die Gesellschaft und die Geschlechtedebatte in Deutschland sicher nicht weiter.