Zeit-Redakteurin sieht Meinungsfreiheit nicht in Gefahr

Als Zeit-Redakteurin ist man fein raus.
Man ist nicht darauf angewiesen, wie Hinz und Kunz seine Meinung bei Facebook oder Twitter zu veröffentlichten, oder wie privilegiertere Menschen wie Hadmut Danisch oder ich auf seinem eigenen, selbst gehosteten Blog.
Statt dessen kann man — gegen Bezahlung — dem Fußvolk seine Meinung in einem etablierten Massenmedium verkünden.
Kein Wunder, dass man die Meinungsfreiheit nicht in Gefahr sieht, schließlich ist die Freiheit immer die eigene Freiheit der anderen.

Aber genug der Polemik gegen eine weiße, privilegierte Journalistin, deren Bedenkenlosigkeit wegen Beschränkungen der Meinungsfreiheit sicher auch nichts mit ihrem türkischen Migrationshintergrund zu tun haben wird.

Die Frau Zeit-Redakteurin ist anscheinend der Ansicht, die Bestimmung dessen, was „offensichtlich strafbar“ ist, sei ganz einfach, obwohl namhafte Juristen das anders sehen.

Und da wundert sich die journalistische Zunft, dass man ihr nicht vertraut, dass sie niemand ernst nimmt? Nur weil Redakteurinnen aus einer Laune heraus sämtliche rechtliche Bedenken der Fachleute vom Tisch fegen, und sich dann wahrscheinlich auch noch einbilden, „meinungsstark“ zu sein, und nicht eher argumentativ schwach und journalistisch fahrlässig?

Welche Äußerungen die Straftatbestände der „üblen Nachrede, Verleumdung, Bedrohung“ erfüllen, ist regelmäßig Gegenstand von Gerichtsverfahren, die oft mehr als fünf Minuten dauern, und der Straftatbestand der „Herabwürdigung“, von denen die gute Frau Journalistin spricht, ist nicht einmal existent. So einfach ist das Recht also nicht.

In diesem IKEA-Werbespott werden zum Beispiel alte Männer nicht herabgewürdigt, denn, Zitat Aus Sicht des durchschnittlich informierten und aufgeklärten Verbrauchers – wie ihn die europäische und deutsche Rechtsprechung zugrunde legt – nimmt der Spot im Stile einer Comedy-Sendung auf typische Probleme, die im Alter auftreten können, Bezug. Dabei ist auch die gezeigte alte Damen durchaus selbstironisch, wenn sie am Ende des Films auf das bespannte Kopfende des Bettes tippt und sagt „so straff war ich früher auch“. So jedenfalls der Werberat, auf Anfrage.

Und wenn die Zeitschrift „EditionF“ eine radikale Feministin dazu auffordern lässt, eine Terrorgruppe zu gründen, um Männer zu beseitigen, dann reicht anscheinend ein hinzugefügtes „(Lach)“, um das als grandiosen Scherz zu kennzeichnen.

Ob diese Kennzeichnung als angebliche Ironie dann allerdings ausreicht, damit etwas kein „Hatespeech“ mehr ist, sei dahingestellt (Oben: Broschüre einer Stiftung gegen Hate-Speech, die anmerkt, dass Hate-Speech oft im Nachhinein als Satire bezeichnet wird; darunter: Posting von EditionF, man solle eine feministische Terror-Gruppe gründen; darunter: Verharmlosener Kommentar einer Feministin).

In der ersten Version ohne das (Lach) wäre dieser Artikel möglicherweise „offensichtlich strafbar“ gewesen. Böse Maskuli(ni)sten hätten sämtlicher Tweets darüber löschen lassen und EditionF wäre vielleicht wochenlang gesperrt oder gelöscht worden.

Es ist, wie der geneigte Leser hoffentlich erkannt hat, also überhaupt nicht einfach, zu erkennen, ob etwas strafbar ist, und daher ist die Formulierung „offensichtlich strafbar“ an sich schon völliger Unsinn. Hier offenbart sich die ganze Naivität bzw. die grenzenlose Chuzpe, mit der der Gesetzgeber hier die rechtliche Realität ignoriert und qua Gesetz das „alternative Faktum“ etablieren will, so etwas wie „offensichtliche Strafbarkeit“ sei im Bereich von übler Nachrede, Verleumdung, Bedrohung vorstellbar.

Ist der Spruch „Geh‘ sterben!“ zum Beispiel offensichtlich strafbar? Oder „Ich rede nicht mit Nazis!“ als Erwiderung?

Natürlich kann Frau Topçu gerne in ihrem Artikel das Bild malen, das Gesetz von Heiko Maas richte sich nur gegen böse Menschen, die Gewalt, Vergewaltigung und Tod direkt androhen, aber so ist das eben nicht. Zumal ein „durchschnittlich informierter und aufgeklärter Verbraucher“ möglicherweise weiß, dass die Zahl der nach Drohungen im Internet tatsächlich geschädigten Menschen extrem gering sein dürfte, so dass es die Frage ist, inwiefern Online-Drohungen vor Gericht tatsächlich als strafbar erkannt würden, oder ob sie vielleicht eher „offensichtlich nur dahingesagt“ sind, als „offensichtlich strafbar“.

Sogar „Ich töte sie ficken“ kann ja nach Ansicht wohlmeinender Menschen durchaus eine missglückte Übersetzung eines möglicherweise etwas derben Anmachspruchs sein. Sogar das wäre also nicht „offensichtlich strafbar“; zumindest nicht als Bedrohung, sondern dann eher als sexuelle Belästigung, wobei natürlich abhängig von Kontext auch „Dir werd ich’s richtig besorgen“ (angeblich die intendierte Übersetzung) nicht „offensichtlich strafbar“ sein muss, wenn es möglicherweise gar nicht so / ironisch / total nett gemeint war (Lach!).

Und wenn sogar die Bedeutung von „Ich töte sie ficken“ nicht „offensichtlich“ ist, sondern erstmal rechtlich geklärt werden müsste, um die Strafbarkeit zu beurteilen, dann kann man auch bei allen andere Fällen irgendwelcher Dinge, die in irgendeinem Kontext stehen, meiner Meinung nach kein Verfahren etablieren, wo Äußerungen gelöscht werden sollen, ohne das den Betroffenen ein Rechtsweg offen stünde.
Und ein Auskunftsrecht für jedermann, auf Grundlage einer behaupteten „offensichtlich strafbaren“ Tat dessen persönliche Daten zu bekommen, darf es natürlich auch nicht geben.

Obwohl es sicher Menschen gäbe, die gerne wissen würden, wo Frau Topçus Auto wohnt.
Sie hat ja auch schon Leute Nazi genannt:

Übersetzung von Google.

Ob sie sich wohl freut, wenn der gute Mann vor ihrer Tür steht, nachdem Twitter bzw. die Staatsanwaltschaft ihre Daten rausgerückt hat?

Ich glaube ja nicht so. Vielleicht sollte sie sich das nochmal überlegen mit der Verteidigung von Heiko Maas‘ neuestem Coup gegen die Verfassung.

„Festung Europa“

Der EuGH hat beschlossen, dass EU-Länder keine Visa gewähren müssen, damit Menschen nach Europa kommen können, um Asyl zu beantragen.
Ungarn interniert Flüchtlinge in Lagern, bis über ihren Antrag entschieden ist. Und die EU denkt darüber nach, Asyl-Zentren in Afrika einzurichten, damit abgelehnte Asylbewerber nicht noch abgeschoben zu werden brauchen.

Das klingt alles nicht sehr nett. Nach der sogenannten „Gesinnungsethik“ würden wir selbst nicht so behandelt werden wollen. Wir würden natürlich auch lieber nach Europa gebracht und versorgt werden wollen. Aber diese Was-Du-Nicht-Willst-Was-Man-Dir-tu-Logik lässt sich nicht durchhalten in einer Welt, wo ungefähr eine Milliarde Menschen hungern und gerne nach Europa kommen würden.

Und es gibt auch noch die Verantwortungsethik, die nicht die Intention und Gesinnung beurteilt, die zu einer Handlung führt, sondern das Ergebnis der Handlung zum Maßstab für die Richtigkeit macht.

Gewährte Europa zum Beispiel allen Menschen, denen es auf dieser Welt schlecht geht, Asyl, dann würde es möglicherweise zusammenbrechen und könnte niemandem mehr helfen. Es ist also verantwortungsethisch geboten, Europa nicht derart zu überlasten. Eine Abschottung, um so eine Überlastung zu verhindern, wäre dann zwar gesinnungsethisch weiterhin böse, aber verantwortungsethisch richtig, denn ein politisch und wirtschaftlich intaktes Europa ist möglicherweise für die armen Länder dieser Welt immer noch ein besserer Partner als die vermeintlich turbokapitalistischen USA oder das möglicherweise auch eher in wenig philantrophischer Absicht handelnde China. Möglicherweise ist aber auch China aus verantwortungsethischer Perspektive ein besserer Partner; dann nämlich, wenn die egoistischen chinesischen Investitionen in Afrika dort mehr Struktur und Wohlstand schaffen als die wohlmeinenden Programme, mit denen Europa Afrika seit Jahrzehnten eher erfolglos „hilft“.

Was soll Europa also tun? Welche Ethik sollen wir als Maßstab für unser Handeln nutzen?

Mit dem finanziellen Aufwand, den ein Asylbewerber im Jahr in Europa verursacht, könnte man in vielen Ländern dutzenden oder hunderten Menschen helfen. Wenn man also das Ziel hätte, das Leid in der Welt zu verringern, dann könnte man utilitaristisch gegen die Aufnahme von Asylbewerbern argumentieren und für andere Hilfsprogramme, durch die mit den gleichen Mitteln mehr Menschen geholfen werden kann. Man hätte die ganze Welt mehrmals gegen Malaria impfen können mit dem Geld, dass allein Deutschland in der Flüchltingskrise ausgegeben hat. Ist es dennoch richtig, dass wir lieber denen helfen, die stark und reich genug sind, sich nach Europa durchzuschlagen?

Tatsächlich gibt es in unserer Welt, in der es Hunger und Krieg und Leid und Tod gibt, meiner Meinung nach keine ethisch einwandfreie Handlungsweise, weil wir nicht allen helfen können, was Ethik und Moral aber gebieten würden. Die Entscheidung, was sich für uns (unter Anwendung welcher Ethik) „am Besten anfühlt“, ist also selbst ein ethisches Dilemma ohne Ausweg.
Fast immer wenn Politiker sich mit ethisch-moralischen Argumenten streiten, wer von Ihnen der bessere Mensch sei oder das größere menschenfeindliche Arschloch, wird gesinnungsethisch argumentiert, und die möglichen (verantwortungsethisch wichtigen) Konsequenzen des Handelns, die in der Zukunft liegen, werden ausgeblendet. Doch leider gilt allzu oft:„Gut“ ist das Gegenteil von „gut gemeint“. (Tucholsky)

Ein offenes Europa ist zwar gesinnungsethisch einzig richtig, aber pragmatisch kaum länger durchzuhalten. Es schien zu funktionieren, solange kaum jemand wirklich kommen wollte, aber erreicht nun seine Grenzen, da tatsächlich Menschen kommen.
Die Alternative dazu, eine „Festung Europa“, die ihre Grenzen kontrolliert, selbst entscheidet, wer Asyl bekommt, Asylbewerber möglicherweise bis zur Asylentscheidung sogar in Lagern in Nordafrika unterbringt und Unberechtigte konsequent abschiebt, ist möglicherweise ethisch dann vertretbar, wenn sie dazu führt, dass mehr Menschen in ihren Heimatländern bleiben und dort helfen, politische und wirtschaftliche Veränderungen zu erreichen, und wenn sie dazu führt, dass Europa weiter bereit und fähig ist, außerhalb Europas helfend einzugreifen.

Flippen die Herren der Schöpfung aus?

Auf „Esmeralda kennt Wayne“1 schreibt, ehm, Esmeralda, am Equal Pay Day flippten die Herren der Schöpfung aus.

Tatsächlich kann man diesen Eindruck haben. Denn es ist wahr!

Wir2 können es einfach nicht mehr ertragen, dass Manuela Schwesig und „feministische“ Journalisten jedes Jahr wieder diesen angeblichen 21%-Gender-Pay-Gap bringen, Krokodilstränen vergießen und dabei suggerieren, diese Lohnlücke sei tatsächlich irgendwie ursächlich durch das Geschlecht bedingt und das böse Patriarchat hätte es tatsächlich vermocht, dass Frauen 21% weniger Gehalt bekommen.
Was natürlich völliger Bullshit ist, denn erstens liegt der um die bekannten Einflussfaktoren bereinigte „Pay Gap“ irgendwo zwischen 2% und 6%, und zweitens ist der Grund für diesen Lohnunterschied eben nicht Diskriminierung von Frauen, sondern man weiß einfach die Ursachen dafür bisher nicht und es kommen darum alle möglichen Ursache als Grund dafür in Frage. Drittens und letztens würde der Markt dafür sorgen, dass die Gehälter sich schnell anglichen, gäbe es tatsächlich 21% Lohnunterschied zwischen gleichqualifizierten Frauen und Männern.

Die ständige Wiederholung dieser dummen 21%-Pay-Gap-Propaganda-Lüge ist tatsächlich schwer zu ertragen. Und da wird Mann natürlich irgendwann auch mal biestig.

  1. Wayne interessiert’s? []
  2. Die Herren der Schöpfung! []

Offener Brief an Giovanni Di Lorenzo

Sehr geehrter Herr Di Lorenzo,

ich habe Ihre Dresdener Rede nachgelesen, und kann Ihnen in vielen Punkten zustimmen.

Aber nicht in einem. Es stimmt nicht, dass in Deutschland jeder so ohne weiteres als Journalist aktiv sein kann. Sie haben recht, die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt und rein rechtlich kann jeder behaupten, Journalist zu sein.

Dennoch versuchen Behörden und Branchenverbände, Bürger und Hobby-Journalisten draußen zu halten, in dem (dem Anschein nach ohne rechtliche Grundlage) Presseausweise verlangt bzw. nur hauptberuflichen Journalisten ausgestellt werden. Sie können das beim Blogger Hadmut Danisch (in einem etwas verbittert klingenden Artikel) nachlesen, für den Fall, dass Sie das tatsächlich nicht gewusst haben sollten.

Wenn es Ihnen ernst ist mit der Wahrhaftigkeit der Berichterstattung in den Medien, dann würde es viele Menschen in diesem Land sicher freuen, wenn Sie richtigstellen könnten, dass in Deutschland zwar jeder journalistisch tätig werden kann, aber an vielen Stellen nur den Angehörigen von ausgesuchten Branchenverbänden und Berufsvereinigungen Zutritt gewährt wird (Siehe z.B. die Akkreditierungsbedingungen des Deutschen Bundestages.
) – was möglicherweise verfassungswidrig ist, weswegen der Presseausweis auch vorübergehend abgeschafft, aber dann doch wieder eingeführt wurde.

Wie der linke Feminismus das „Postfaktische Zeitalter“ mitverursacht hat

Wir leben, so heißt es, in einem postfaktischen Zeitalter.

„Die Rechten“, so heißt es, würden mit Lügen bzw. ausgedachten falschen „Tatsachen“ die Debatte vergiften und fehlleiten.

Ich glaube, dass ist nicht die ganze Wahrheit.

Es war doch der radikale Konstruktivismus linker Philosophen, der die Idee, nichts sei wirklich objektiv wahr, und alles sei Sache der Interpretation, groß gemacht hat.

Der Gender-Feminismus als aus dieser Denkschule hervorgegangene Bewegung hat mit der Idee, man könne sogar die biologischen Geschlechter durch eine Überlagerung mit im Prinzip wahlfrei definierbaren „sozialen Geschlechtern“ irrelevant machen, die Aushöhlung von Tatsachen durch ständig wiederholte „Gegen-Theorien“ examplarisch vorgeführt.

Heute muss man tatsächlich mit intelligenten Menschen sogar darüber diskutieren, ob es zwei biologische Geschlechter gibt, obwohl das biologisch-medizinisch völlig außer Zweifel steht.
Pathologische Fälle von Menschen mit fehlerhaftem Chromosomensatz oder anderen Entwicklungsstörungen werden dabei instrumentalisiert um zu „beweisen“, dass es auch biologisch mehr als nur zwei Geschlechter gäbe.

Geschlechter im biologischen Sinne sind aber darüber definiert, dass diese zusammen Nachwuchs zeugen können. Wer ein Kind gebären kann ist eine Frau, wer Eizellen befruchten kann ist ein Mann im biologischen Sinne. Und bei pathologischen Störungen der Entwicklung in irgendeinem Stadium ist man entweder fruchtbar (wie bei Trisomie 21) und damit einem Geschlecht eindeutig zuzuordnen, oder unfruchtbar, aber dann bedeutet das im biologischen Sinne nicht die Existenz eines zusätzlichen Geschlechts (denn das ergibt nur im Kontext sexuelle Vermehrung Sinn), sondern der betreffende Mensch ist aus der sexuelle-Vermehrung-Nummer komplett raus und allerhöchstens geschlechts-los.

Insgesamt hat der Feminismus mit seinen Versuchen, soziales und biologisches Geschlecht nicht nur in der akademischen Debatte zum Zwecke der Analyse zu unterscheiden, sondern das biologische Geschlecht quasi aufzulösen, einen Präzedenzfall geschaffen, dass Fakten durch genug Propaganda so „ins Wanken gebracht“ werden können, dass Menschen tatsächlich den Eindruck bekommen, die Fakten wären keine Fakten, sondern eher subjektive Empfindungen und Konstrukte.

Der Feminismus hat aber noch mindestens einen weiteren Schaden verursacht.
Nehmen wir den Gender-Pay-Gap, wo aktuell ca. 6% des durchschnittlichen Gehaltsunterschieds zwischen Männern und Frauen nicht erklärbar sind. Hier behauptet der Feminismus, diese 6% doch erklären zu können, und zwar durch Diskriminierung der Frauen, durch die Unterdrückung durch ein sogenanntes Patriarchat.
Das ist unseriös, denn der Unterschied ist eben wissenschaftlich nicht erklärbar, was auch einschließt, dass nicht belegt ist, dass dieser Effekt durch Diskriminierung verursacht wird.
Der Feminismus jedoch behauptet hier einfach, es könne gar keine andere Erklärung geben, und verstärkt damit das Problem, dass viele Menschen Kausalität und Korrelation nicht (gut) unterscheiden können.

Der Feminismus bekämpft durch den Vorwurfe des „Victim Blaming“ vernünftige Überlegungen zu einem sinnvollen Risikomanagement für Frauen gegen Übergriffe. Denn natürlich ist als Frau stärker durch Übergriffe gefährdet, wer allein und betrunken und freizügig bekleidet in eine Gruppe von jungen, wenig zurückhaltend sozialisierten und ebenfalls betrunkenen Männern läuft.
Radikale Feministinnen jedoch würden hier behaupten, diese Überlegung stelle bereits Victim-Blaming und möglicherweise Rassismus dar. Natürlich ist im Falle eines Übergriffs immer der Täter schuld daran, aber das bedeutet nicht, dass nicht im Vorfeld die Wahrscheinlichkeit eines Übergriffsdurch die potenziell betroffene Person abgeschätzt und durch kluges Risikomanagement minimiert werden könnte.
Wenn man Frauen als ebenso selbstbestimmt und eigenverantwortlich wie Männer sehen möchte, dann muss man ihnen allerdings auch die Eigenverantwortung auferlegen, Lebensrisiken selbst einzuschätzen und entsprechend zu handeln. Mit dem Betriff des „Victim Blamings“ versucht der Feminismus, Frauen generell von jeglicher Pflicht zur Einschätzung persönlich eingegangener Risiken zu befreien, und fördert damit die sogenannte „female hypoagency“ und ein unrealistisches Anspruchsdenken, das Leben müsse frei von jeglichen Risiken sein und weil es Kriminelle nicht geben sollte, sei es auch keiner Frau zuzumuten mit deren Auftreten dennoch zu rechnen.

Der radikale Feminismus und Intersektionalismus haben auch durch die Aufrechnung verschiedenster Unterdrückungs-Kategorien (Sind schwule People-of-Color unterdrückter als transsexuelle behinderte Weiße?) ein monströses System geschaffen, dessen Ziel eine Art Rangfolge aller unterdrückten Personengruppen ist, damit man irgendwann feststellen könnte, wer am meisten unterdrückt ist und wessen Forderungen nach Besserstellung man zuerst nachkommen müsse.
Aus dieser emanzipatorischen Idee, auf der auch die Frauenförderung basiert, ist aber bisher wenig herausgekommen außer ein immer groteskeres Kastensystem von Gruppen und Grüppchen, die sich gegenseitig mangelnder Sensibilität beschuldigen und im Endeffekt nichts mehr auf die Reihe kriegen.
Auch die Frauenförderung als erste Stufe dieser wohlmeinenden Einteilung der Gesellschaft in Unterdrückte und Unterdrücker hat ja bereits weitgehend versagt und scheitert wieder und wieder daran, dass die politischen Umerziehungsbemühungen der Frauenförderer die natürlichen Neigungen der biologischen Geschlechter zu unterschiedlichen Berufen weder ausschalten noch dauerhaft überlagern können.

An mehrere Stellen haben linke philosophische Ideen und Konzepte also unrealistische Erwartungen geweckt und logisches Denken sowie Vernunft aus politischen Gründen auszuschalten versucht. Offensichtlich bis zu dem Punkt, wo jetzt tatsächlich Menschen mit der Fähigkeit zu logischem Denken, mit Respekt für die Errungenschaften der Aufklärung und mit Verständnis für die Unbestechlichkeit wissenschaftlichen Forschens rar geworden sind, weil heute die Zahl der tendenziösen „Studien“, nicht zuletzt aus Kreisen in Zirkelschlüssen Dogmen wiederholender „Genderforscher“ so überhand genommen hat, dass manche Menschen Wissenschaft und Blödsinn nicht mehr unterschieden können.

Nicht zuletzt deshalb leben wir jetzt in einem „postfaktischen Zeitalter“.

Und das können wir nicht in erster Linie „den Rechten“ anlasten, die vor dem Aufstieg der AfD in der politischen Debatte jahrzehntelang nicht wirklich maßgeblich vorgekommen sind.

Statt dessen haben linke Eliten mit dem Versuch, durch sophistische Sprach-Tricks und Umdeutungen die absolute Deutungshoheit über alle Dinge zu erreichen. Das hat vorrübergehend funktioniert, aber nun zerbröselt diese vorrübergehende Deutungshoheit in dem Maße, in dem das Vertrauen in die Wahrhaftigkeit dieser Darstellungen der Realität durch diese Art von Sprache schwindet.

Und deshalb haben wir jetzt (scheinbar) ein postfaktisches Zeitalter.

Scheinbar deshalb, weil es ein „faktisches Zeitalter“, in dem logische Überlegungen das Bauchgefühl der Massen tatsächlich überwogen hätten, nie gegeben hat, und eine „evidenzbasierte Politik“ eine auf Appellen an Emotionen basierende Politik nie wird schlagen können.

Die „Gemischte-Teams-sind-besser“-Lüge

Der Spiegel hat wieder eine Studie ausgegraben, nach der gemischte Teams „bessere“ Entscheidungen treffen sollen.

Grundsätzlich ist nicht gesagt, dass Entscheidungen mit mittlerer Risikobereitschaft wirklich immer besser sind als solche mit geringem oder hohen Riskiko. Je nach Situation könnten auch hochriskante oder extrem defensive Entscheidungen zum besten Resultat führen.

Aber man angenommen, gemischte Teams träfen tatsächlich „bessere“ Entscheidungen; dann wäre das dennoch nur betriebswirtschaftlich relevant.
Im größeren Maßstab, volkswirtschaftlich, ist es besser, wenn nicht alle Firmen mit mittlerem Risiko vorgehen, sondern wenn die Firmen mit verschiedener Risikobereitschaft miteinander konkurrieren. Manchmal würden dann die Firmen mit hochriskanter Strategie gewinnen, manchmal die mit extrem defensiver Strategie. Hin und wieder würde auch eine Firma wegen zu großem Risiko oder zu großer Trägheit scheitern, aber das ist volkswirtschaftlich nicht relevant.

Volkswirtschaftlich ist wichtig, dass hin und wieder Firmen hohe Risiken eingehen und damit die wirtschaftliche und technische Entwicklung schneller vorantreiben als das der Fall wäre, wenn alle immer nur mittleres Risiko eingehen. Denn die Volkswirtschaft konkurriert mit anderen Volkswirtschaften und kann es sich nicht leisten, die ganze Zeit nur Mittelmaß zu produzieren.

So gesehen ist es also NICHT besser, gemischte Teams zu haben. Das ist — wenn überhaupt — nur dann „besser“, wenn man ein einzelnes Unternehmen betrachtet und dabei eine mittelmäßige, stabile Entwicklung als Ziel definiert. Volkswirtschaftlich erscheint es eher sinnvoll, eine Mischung von gemischten und weniger gemischten Teams zu haben, damit die Wirtschaft robust und gleichzeitig fortschrittlich sein kann. Ergo sollte man die Firmen einfach in Ruhe lassen und die Zusammensetzung der Teams nicht mit dämlichen Quoten vereinheitlichen. Denn das schadet auf Dauer der Volkswirtschaft und damit uns allen, Männern und Frauen.

Kampfaufruf zum Weltfrauentag!

Am heutigen Weltfrauentag wünsche ich allen Frauen auf der Welt alles denkbare Gute.

Vor allem aber auch die Kraft und Durchsicht zu erkennen, dass die Idee der Existenz eines Patriarchats eine Verschwörungsideologie ist. Es sind nicht alle Männer auf der Welt auf eine geisterhafte, nicht-greifbare Weise miteinander vernetzt und verbündet, es gibt keine koordinierten Bemühungen, alle Frauen zu unterdrücken.1

Vielmehr gibt es in den säkularen westlichen Demokratien koordinierte Bemühungen, Gleichberechtigung durchzusetzen, die auch von den allermeisten Männern unterstützt werden.

Gerade der Feminismus beginnt heute leider zu wanken. Falsche Toleranz für intolerante und diskriminierende Bräuche und Kulturen scheint in Kreisen von „intersektionalen“ FeministInnen weit verbreitet. „Critical whiteness“ und andere Formen selbstzerfleischenden Wahnsinns untergraben dabei den Glauben an alle Errungenschaften der westlichen Zivilisation und schwächen damit die Fähigkeit und den Willen von Frauen, weiter für diese Errungenschaften, die auch die Frauenrechte umfasst, zu kämpfen.

Doch damit der Feminismus irgendwann allen Menschen auf der Welt zugute kommt, muss der Feminismus weiterkämpfen und darf sich nicht in Selbstzweifeln und internen Streitigkeiten aufreiben.
Wir brauchen heute mehr denn je einen festen Glauben an die Richtigkeit unserer Grundwerte, so dass Vorwürfe von Überheblichkeit, mangelndem Respekt für andere Kulturen und Rassismus an denjenigen abprallen, die Mängel und Fehler, Diskriminierung und Frauenfeindlichkeit in anderen Kulturen benennen und bekämpfen und dabei mit Nazi-Vorwürfen und anderen Invektiven bedacht werden. Wir brauchen keine Kopftuchfeministinnen mit Stockholm-Syndrom, die behaupten, ihr Kopftuch und weitere Formen islamistischer Uniformierung seien Ausdruck der freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit, und keine unsicheren links-progressiv-verwirrten AktivistInnen, die sich nicht trauen Frauenfeindlichkeit zu konfrontieren, wenn der Übeltäter zufällig in der unübersichtlichen Privilegien-Rangordnung unter ihnen steht.

Ich wünsche dem Feminismus, dass er sich neu sortiert, Irrwege wie den des radikalen Konstruktivsmus verlässt, widersprüchliche Konzepte2 über Bord wirft, Verschwörungsideologien abschwört, (neuro-)biologische Fakten akzeptiert und somit zu neuer Kraft gelangt, die im 21ten Jahrhundert für einen weiteren Siegeszug des Feminismus unerlässlich wäre.

  1. Und wenn es so wäre, dann müssten alle Frauen mit den Männern unter einer Decke stecken, die im Bereich von Kindererziehung und schulischer Bildung die große Mehrheit stellen. []
  2. z.B. dass niemand Frauen wegen ihrer Kleidung herabwürdigen oder als leicht zu haben sehen darf – außer Feministinnen []

Die doppelte Staatsbürgerschaft war ein Fehler (und unser Geschichts-Unterricht funktioniert nicht)

Die Entwicklung in der Türkei zeigt, dass die Demokratie dort immer noch nicht stabil ist.

Und das Verhalten vieler Deutsch-Türken in Deutschland zeigt, dass der Geschichtsunterricht in Deutschland anscheinend vollkommen versagt hat bei der Bekämpfung neuen Faschismus‘ und beim Vermitteln demokratischer Werte.
Vielleicht hat man sich auch zu stark auf den Holocaust1 konzentriert und dabei vergessen zu vermitteln, dass alle Genozide und Diktaturen und dazugehörige Ideologien ebenso entschieden abzulehnen sind wie die Nazi-Diktatur. Möglicherweise haben sich auch Klassen mit 50-90% Kindern mit Migrationshintergrund einfach nicht so richtig angesprochen gefühlt von der schulischen Bewältigung einer Schuld, die als „Einen-Selbst-Nicht-betreffend“ einzuschätzen wahrscheinlich Menschen mit Migrationshintergrund noch einfacher fällt als Urenkeln längst toter Menschen, die auch nicht ausnahmslos alle Nazis gewesen sind.

Wie sonst konnte es passieren, dass jetzt zigtausende Doppelpass-Deutsche mit Migrationshintergrund einem Rattenfänger hinterherlaufen, der die Demokratie aushöhlt und eine Art Diktatur etablieren will?

Diese türkischen Fanboys und -girls der Diktatur und des Unrechtsstaates brauchen wir in Deutschland nicht, denn mit Ihnen ist kein Staat zu machen. Sie sind nicht integriert und auch nicht integrierbar. Wir haben selbst genug Nazis, da brauchen wir nicht auch noch türkische.
Darum möchte ich, dass die doppelte Staatsbürgerschaft abgeschafft wird. Dann können sich alle für die deutsche Demokratie entscheiden, die wollen, und das sind hoffentlich die Demokraten und alle, die sich an den Werten der Aufklärung orientieren.
Und alle anderen können sich für ihren starken Führer entscheiden, und wenn sie dann ihren Zweit-Pass abgegeben haben, können wir diese Antidemokraten in die Türkei abschieben und damit eine weitere Spaltung der türkischen Gemeinde in Deutschland verhindern.

Die doppelte Staatsbürgerschaft war deshalb ein historischer Fehler. Sie sollte den Menschen erleichtern, mit ihrer „alten Heimat“ verbunden zu bleiben und dennoch „deutsch zu werden“.
Aber wie sich jetzt gezeigt hat, funktioniert diese gut gemeinte sozialdemokratische Idee nicht. Die „Verwurzelung“ mit der Türkei wurde durch diese Maßnahmen und durch die Zulassung der religiösen Propaganda-Behörde DITIB in Deutschland ohne Zweifel gestärkt, aber durch diese Wurzeln haben zuviele Menschen das Gift einer islamistisch-regressiven Orientierung aufgesogen und sind deshalb nun für Rechtsstaat und Demokratie im westlichen Sinne verloren.

Statt dessen haben wir nun Agenten eines Führerkultes im Land, die nicht verstehen (wollen), dass eine Justiz mit von der Politik ausgesuchten Richtern und eine Legislative mit von den herrschenden dezimierten Parlamentariern nichts mehr mit Säulen eines demokratischen Rechtsstaates mit Gewaltenteilung zu tun haben, weil es diese Gewaltenteilung nicht mehr gibt.

Ich möchte daher, dass die doppelte Staatsbürgerschaft abgeschafft und jegliche Kooperation mit DITIB und anderen türkischen Regierungs- und Vorfeldorganisationen eingestellt wird. Die Menschen sollen sich entscheiden. Für Deutschland und die Demokratie, oder dagegen. Und die, die sich dagegen entscheiden, sollen bitte aus Deutschland verschwinden.

  1. als vermeintlich allergrößtes Verbrechen der Menschheitsgeschichte und für deutsche Schulkinder einzig relevantem Massenmord überhaupt []

Wenn Bernd das Brot eine Frau wäre

Was wäre eigentlich, wenn Bernd das Brot eine Frau wäre. Eine Frau, die in einem weißen Raum, nicht zuletzt auch aufgrund rudimentärer oberer Extremitäten, also aufgrund einer Art von Körperbehinderung, der Willkür einer „Stimme aus dem Off“ und Übergriffen durch einen allmächtigen Greifarm ausgesetzt ist, die in absurde Situationen geworfen wird und am Ende immer verbittert zurückbleibt?
Wäre diese Rolle mit einem „weiblich gelesenen“ Brot vereinbar, und wenn Nein, warum nicht?

Zeigt sich hier der von Männerrechtlern oft beklagte Effekt des „Gender Empathy Gap“ bzw. ist Bernd das Brot eine Variante des „disposable male“?

Lehren wir doch einfach mal Medienkompetenz!

Medienkompetenz ist in aller Munde. Alle Nase lang fühlt sich irgendein Politiker bemüßigt, das Lehren von Medienkompetenz zu fordern.

Das ist schön und gut, aber „One does not simply teach Medienkompetenz in school“:

One does not simply teach "Medienkompetenz" in school

Denn „Medienkompetenz“ ist eine Fähigkeit, die viele andere Fähigkeiten voraussetzt, die auf vielen anderen, grundlegenden Fähigkeiten aufbaut.
Medienkompetenz setzt erst einmal voraus, dass man Texte erfassen kann. Schon an dieser Fähigkeit hapert es anscheinend bei vielen Schulabgängern. Manche können nicht einmal lesen.

Dann setzt Medienkompetenz voraus, den Subtext, die Intention, die Motive hinter einem Medium zu erfassen.
Das setzt grundlegende psychologische Fähigkeiten oder zumindest Sozialkompetenz voraus, was Empathie voraussetzt.
Es braucht weiterhin ein Grundverständnis wirtschaftlicher, politischer und geschichtlicher Zusammenhänge, um tatsächliche Medienkompetenz zu entwickeln. Und um nicht durch rhetorische Tricks, Sophismen, NLP, Werbe- und Verkaufspsychologie ausgetrickst zu werden wären auch Kenntnisse dieser Techniken notwendig.

Das heißt: Die Schule kann nur Grundlagen von Medienkompetenz vermitteln. Kritisches Hinterfragen, mehrere Blickwinkel einzunehmen. Und das wurde auch vor 25 Jahren in der Schule schon gemacht.

Das ständige Gerede von „Medienkompetenz“-Unterricht soll meiner Meinung nach nur davon ablenken, dass die Bildung immer schlechter wird – oder zumindest nicht wirklich besser.
Wir sollen vergessen, dass die Schulzeit mit dem G8 und die Studienzeit mit dem Bachelor gekürzt wurden, um die Lebensarbeitszeit zu verlängern und der Wirtschaft schneller mehr Menschenmaterial zuzuführen, obwohl das Wissen sich (angeblich) alle paar Jahre verdoppelt und darum die Aneignung von Wissen eher mehr Zeit im Leben einnehmen müsste als weniger.

Möglicherweise glauben die Bildungspolitiker, die von Medienkompetenz reden, auch wirklich, dass dies eine Fähigkeit sei, die man in der Schule mal eben lehren könne. Tatsächlich ist es meiner Meinung nach aber so, dass Medienkompetenz eine Fähigkeit ist, die sich langsam entwickelt, die hohe Ansprüche an die intellektuellen Fähigkeiten hat, und für die man in der Schule nur die Grundvoraussetzungen schaffen kann.