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Fahrverbote ermöglichen, Hersteller zur Hardware-Nachrüstung zwingen!

Man kann den USA vorwerfen was man will — in Sachen Produkthaftung und Verbraucherschutz haben sie uns immer noch einiges voraus.

In den USA sind VW-Besitzer längst großzügig entschädigt und Diesel, die im Realbetrieb mehr Schadstoff ausstießen als gemäß Zulassung erlaubt war, wurden mit Soft- UND Hardware-Fixes umgerüstet.

Es ist absurd, dass die deutsche Politik die Automobilkonzerne in Europa jetzt ungeschoren davonkommen lassen will. In Zeiten von Rekordgewinnen und Höchstkursen bei den Auto-Aktien gibt es kein Argument dafür, warum man Betrüger aus der Verantwortung für ihre mit Vorsatz und größter Raffinesse geplanten Taten entlassen sollte.

Die Auto-Industrie sollte ein deutliches Signal erhalten, dass Betrug, Täuschung von Verbrauchern und die Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung kein Kavaliersdelikt ist. Es ist lächerlich und mit dem Rechtsverständnis der meisten Menschen nicht zu vereinbaren, dass die Autohersteller durch die anscheinend schlechte Formulierung der Zulassungsvorschriften, die anscheinend tatsächlich nur für den Prüfstand die Einhaltung der Abgas-Grenzwerte verlangen und sonst „Ausnahmen“ zulassen, zumindest in Europa eine Hintertür haben, um sich aus der Verantwortung zu ziehen.

Wenn das Bundesverwaltungsgericht Fahrverbote erlauben und die Politik entsprechende Regeln einführen sollte, dann gäbe es möglicherweise doch noch ausreichend hohen Druck auf die Hersteller, aus (reichlich erzwungener) „Kulanz“ ihre Schummel-Produkte doch noch nachzubessern.

Ich hoffe, das wird passieren, damit ein Zeichen gesetzt wird, dass sich Hersteller auch in Europa nicht dauerhaft ihrer Verantwortung für ihre Produkte entziehen können.

Jacob Augsteins kognitive Dissonanzen

Jacob Augstein schreibt bei Spiegel Online gegen eine weitere große Koalition an.
Interessant dabei ist, dass er der SPD vorwirft, sie habe sich den Schneid abkaufen lassen. Sie sei bei den Verhandlungen über den Tisch gezogen worden. Sie verliere Glaubwürdigkeit. Darum müsse sie jetzt doch noch wieder einen Rückzieher machen und in die Opposition gehen.

Was hat das jetzt mit kognitiven Dissonanzen zu tun? Nun, er schafft es in diesem Kontext, Christian Lindner, der mit der FDP nach den Jamaika-Sondierungen für seine Partei genau das getan hat, was Augstein nun der SPD empfiehlt, übrigens ohne vorher eine Regierungsbeteiligung auszuschließen, abfällig einen „Polit-Hasardeur“. Fällt ihm nicht auf, wie absurd das ist?
Eigentlich müsste sich Augstein im Namen der deutschen Presse bei der FDP entschuldigen. Die FDP hat alles richtig gemacht, sich nicht von rot/rot/grün zur Aufgabe ihrer meisten Positionen drängen zu lassen. Das müsste jetzt eigentlich auch Augstein und dem Rest der Medien aufgefallen sein. Das es das aber nicht tut, sagt viel aus über den Zustand unserer Medienlandschaft.

Glyphosat, Neonicotinoide, Klimawandel, Wissenschaft, Hysterie und der Untergang des römischen Imperiums

Tötet Glyphosat (indirekt) Insekten? Oder tun es Neonicotinoide?
Befördert der Mensch den Klimawandel?

Das sind Fragen, auf die es noch keine definitiven Antworten gibt.
Weder kann man es (anscheinend) bisher eindeutig widerlegen, noch gibt es dafür abschließende Beweise.

Und nun ist Streit darum entbrannt, ob man mit dem Schlimmsten rechnen sollte, oder ob man abwarten sollte, bis es möglicherweise Beweise gibt.

Ich bin der Meinung, es wäre angebracht, in dieser Phase der Unsicherheit zumindest alles zu tun, diese Phase zu verkürzen.
Beim Einsatz von Glyphosat/Neonicotinoiden könnte das heißen, in einem Feldexperiment z.B. in mehren Ländern die Nutzung von einem oder beiden Stoffen für drei Jahre komplett auszusetzen und zu schauen, ob (und inwiefern) das sich positiv auf die Entwicklung der Insektenpopulation auswirkt – oder auch nicht.
Beim Klimawandel könnte das heißen, nach Möglichkeit nicht noch mehr CO2 zu produzieren, um die mögliche Gefahr, solange wir nicht sicher sind ob sie existiert, nicht weiter zu vergrößern. Und wie wäre es mit einer Intensivierung der Forschungen an der Kernfusion zur Entwicklung einer alternativen Energieerzeugungsform ohne CO2-Ausstoß? Oder mit einer Förderung der Wasserstoff-Wirtschaft, oder der CO2-neutralen Erzeugung von Treibstoff z.B. aus CO2? Falls sich herausstellen sollte, dass der Mensch tatsächlich Einfluss auf das Klima hat? Falls man keine anderen Faktoren findet, die die Erderwärmung erklären?

Es ist weder besonders klug, panisch irgendwelche (teuren) Maßnahmen gegen eine Gefahr zu ergreifen, die (so) vielleicht gar nicht existiert, noch besonders klug, gar keine Maßnahmen gegen eine Gefahr zu ergreifen, die möglicherweise tatsächlich droht. Darum sind vor allem Maßnahmen zur Abklärung der Existenz der Gefahr notwendig, aber auch Vorbereitungen von Maßnahmen zur Abwehr der (möglichen) Gefahr sind sinnvoll, im Rahmen einer Art „Meta-Risikomanagement“.

Als die Bürger Roms schleichend durch das Blei aus ihren Wasserleitungen vergiftet wurden, was möglicherweise den Untergang des römischen Reiches mit befördert hat, hätte man die Giftwirkung des Bleis wahrscheinlich auch nicht (kurzfristig) wissenschaftlich belegen können. Dennoch wäre es in dieser Situation, hätte es entsprechende Vermutungen gegeben, das Wasser könne gesundheitsschädlich sein, klug gewesen, die Möglichkeit einer tatsächlich bestehenden Gefahr in Betracht zu ziehen und bereits Gegenmaßnahmen zu ergreifen, bevor die Frage der tatsächlichen Existenz der Bedrohung abschließend geklärt gewesen wäre.

Das Scheitern von Jamaika und die Neutralität der Medien

In die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wird die Bundestagswahl 2017 nicht nur wegen des erstmaligen Einzugs von sieben Parteien in den Bundestag eingehen, sondern auch wegen der interessanten Auswirkungen, die diese Wahl (möglicherweise) gesellschaftlich haben wird.

Denn es ist — meiner Meinung nach — dieses Mal besonders gut zu erkennen, was alles für Versuche gestartet werden, die Meinungshoheit zu erobern.

Die konzertierten Angriffe aller Parteien und vieler Medien auf die FDP, weil diese sich diesmal prinzipientreu und nicht zu faulen Kompromissen gezeigt hat, sind entlarvend. Denn jedermann weiß ja, dass die FDP, hätte sie sich anders verhalten, ebenso runtergemacht worden wäre. Und es weiß auch jeder, dass man — sogar mit mehr Berechtigung — auch die Grünen oder die SPD für das vorläufige Scheitern der Regierungsbildung verantwortlich machen müsste.

Das Meinungskartell der linksliberalen Medien mit seiner blinden Wut auf die FDP wird durch die Massivität, Aggressivität und Einseitigkeit des FDP-Bashings klar erkennbar.

Das ganze Gerede von staatspolitischer Verantwortung und Wählerauftrag ist ebenso klar als verzweifelter Versuch zu begreifen, doch noch irgendeine sozialdemokratisch-grüne Regierung zustande zu bringen. Und das, obwohl die Mehrheit der Deutschen 2017 klar konservativer gewählt hat als noch 2013. Von 2013 bis 2017 gab es eine rot-rot-grüne Mehrheit im Bundestag, also eine Mehrheit klar links der Mitte, jetzt gäbe es theoretisch eine gelb-schwarz-hellblaue Mehrheit, also eine Mehrheit deutlich rechts der Mitte.

Der Wählerauftrag, wenn es soetwas überhaupt gibt, lautet also ganz sicher nicht „Bitte weitere Jahre konturlose Regierung Merkel“. Er lautet wohl eher: Bitte weniger links-naive Politik. Bitte weniger Weltrettungs-Utopien. Bitte mehr Konzentration auf konkrete Themen, die den Menschen wichtig sind wie Altersarmut, Pflege, Wirtschaft, Europa, Rente, Verteidigung, innere Sicherheit.

Dass die meisten Medien so tun, als wäre das nicht zu erkennen, weil für sie nicht sein kann, was nicht sein darf, wird die Glaubwürdigkeit der Medien zumindest in den Teilen der Bevölkerung weiter untergraben, die die Meinung dieser etablierten sozialdemokratisch-grün angehauchten Medien nicht teilen.

#Ohne mich, Frauen, Männer, Impulskontrolle

Auf Zeit-Online hat gerade der Artikel #OhneMich viel Aufmerksamkeit.

Jetzt ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Artikel als „Victim Blaming“ angegriffen werden wird.

Die Frage, ob bestimmte Kleidung Übergriffe wahrscheinlicher macht oder nicht, ist aber keine Frage von Schuld (Schuld ist natürlich immer der Täter), sondern eine Frage davon, ob es so etwas wie „sexy“ Kleidung (was ja zufällig von Sex kommt), also Kleidung, die die sexuelle Anziehung erhöht, überhaupt gibt.

Mal angenommen, es gäbe diese Art von Kleidung, und sie sei so entworfen und dazu geeignet, die sexuelle Anziehung auf Männer zu verstärken, und deren Impulskontrolle herabzusetzen; dann wäre es logisch, dass ein Tragen solcher Kleidung die Wahrscheinlichkeit, belästigt zu werden, im Schnitt erhöhen müsste.

Und mal angenommen, es gäbe diese Art von Kleidung nicht, bzw. sie sei auf Männer in Hinsicht auf die sexuelle Anziehung und Impulskontrolle vollkommen wirkungslos. Dann müsste man sich ernsthaft fragen, warum Frauen allerlei wenig praktischer und bequeme „sexy“ Sachen tragen, und warum im Bereich der Sexdienstleistung die Anbieterinnen nicht einfach im Jogging-Anzug zur Arbeit kommen.

Abhängig also davon, ob es „sexy“ Kleidung gibt und ob diese tendenziell eine Auswirkung auf das Risiko hat, Opfer sexueller Belästigung zu werden, wäre es also entweder verantwortungsbewusst oder frauenfeindlich, Frauen dazu zu raten, bezüglich Kleidung und Aktivitäten das mögliche Risiko einzuschätzen und es ggf. zu minimieren; durch entsprechende Modifikation des eigenen Verhaltens.

Das BVerfG und das Dritte Geschlecht

Das Bundesverfassungsgericht hat dem Bundestag bzw. der Regierung aufgetragen, das Personenstandsrecht zu ändern.
Menschen, die nicht eindeutig einem Geschlecht zu geordnet werden können, sollen das Recht haben, ein „Drittes Geschlecht“ im Personenstandsregister einzutragen.

Diese Entscheidung ist richtig, denn ohne Zweifel gibt es Menschen, die chromosomal / genetisch keinem der beiden Geschlechter eindeutig zugeordnet werden können, und die ggf. auch von der äußeren Erscheinung her „zwischen“ den Geschlechtern stehen. Die Entscheidung, das zu berücksichtigen und keine (willkürliche) Zuordnung zu einem der beiden biologischen Geschlechter zu erzwingen ist darum faktenbasiert und richtig.
Die „Binärität“ des „Geschlechtersystems“ an sich wird darum natürlich nicht aufgehoben, denn die Tatsache, dass es biologisch gesehen zwei Geschlechter gibt und jeder fertile Mensch einem dieser Geschlechter angehören muss, besteht weiter. Dafür aber wird nun auch der biologischen Tatsache Rechnung getragen, dass nicht jeder Mensch in seiner Entwicklung bei einem dieser Geschlechter ankommt.

Die Entscheidung ist kein Triumph der Gender-Aktivisten, denn das vom BVerfG verordnete dritte Geschlecht ist kein Ich-will-aber-Hirngespinst verwirrter Anhänger der Gender-Ideologie, sondern hat einen realen Hintergrund.

Wer bei dieser Entscheidung eigentlich „verloren“ hat, wenn man denn einen Verlierer suchen möchte, sind die Große Koalition bzw. Rot/Rot/Grün, die bekanntermaßen im Bundestag von 2013 bis 2017 die Mehrheit hatten.

Die möglicherweise am ehesten zuständige SPD-Ministerin Manuela Schwesig hat, anstatt die Sache mit den Intersexuellen zu regeln, bevor es das Bundesverfassungsgericht tun muss, ihre Zeit lieber mit großen Kampagnen über den angeblichen Gender-Pay-Gap verplempert und grenzdebile Projekte wie das „Doppeleinhorn“ konzipieren lassen, Ex-StaSi-Mitarbeiterinnen gefördert und Geld für alles mögliche Weitere rausgeschmissen.
Und auch der Rest von Regierung und Bundestag haben sich anscheinend einen Scheiß um die Anliegen der Intersexuellen gekümmert.

Der berechtigte Sieg vor dem Verfassungsgericht ist daher vor allem auch eine Niederlage vieler jener Politiker, die jetzt plötzlich gratulieren und behaupten sich zu freuen, obwohl sie sich vorher nie um das Thema gekümmert geschweige denn sich dafür eingesetzt habe.

Reden, die niemand hält: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Aus meiner neuen Serie „Reden, die niemand hält“:

„Sehr geehrte Damen und Herren!

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat seit der Gründung der Bundesrepublik der Bevölkerung gute Dienste geleistet und seine Aufgabe der Grundversorgung der Bevölkerung mit Informationen erfüllt.
Dabei hat er, durch die verschiedenen Rundfunkanstalten der ARD, zumeist ein politisch ausgewogenes Angebot offeriert.
Doch heute gibt es die neuen Medien. Verlage, Zeitungen, private Fernsehsender bieten ein ebenso breit aufgestelltes, wenn nicht sogar von der Meinungsvielfalt diverseres Informationsangebot im Internet, textuell und auch als Video oder Live-Stream. Jeder Bürger kann heute die Massen per Youtube oder über andere Dienste erreichen. Nur der Staat behindert das bisher mit der Verpflichtung, dafür eine Rundfunklizenz zu beantragen und einen Jugendschutzbeauftragten zu benennen.
Tatsächlich ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk heute nicht mehr derart nötig, wie noch vor 30 Jahren; jedenfalls gibt es heute keinen Grund, darum der ÖR ständig weiter wächst und sein Angebot ausbaut, obwohl er sich darauf beschränken sollte dort das bestehende Angebot zu ergänzen, wo aus kommerziellen Erwägungen von Privaten nichts kommt. Der Kinderkanal, Phoenix, arte, 3Sat, der Deutschlandfunk, das sind möglicherweise Sender, die eine Existenzberechtigung haben, weil sie Qualitätsfernsehen bieten dass an anderer Stelle nicht zu finanzieren wäre.
Aber der Zwangsgebührenzahler sollte weder für Sportveranstaltungen zahlen, wo gedopte Hochleistungssportler, die nach Ende ihrer Karriere körperlich am Ende sind, sich „zur Mehrung des Ruhmes ihrer Vaterländer“ selbst kaputt machen, noch sollte er seichte Unterhaltung finanzieren.
ARD und ZDF, meine Damen und Herren, brauchen wir heute nicht mehr, jedenfalls nicht beide. Und wir brauchen auch keine zig dritten Programme mit weiteren Regionalfenstern. Behalten wir doch die Regionalfenster, aber legen einige der dritten Programme zusammen!
Wenn ich beim zappen „Rosamunde Pilcher“ sehe und daran denke, dass die Gebührenzahler diese seichte Unterhaltung finanzieren müssen, weil irgendein Frühstücksdirektor beim zwangsfinanzierten Fernsehen das so beschlossen hat, weil das angeblich der Grundversorgung der Bevölkerung dient ‐ dann regt mich das durchaus auf!
Solche Dinge könnten sie auch bei RTL sehen; wenn es jemand sehen will, senden die Privatsender sowas, so wie sie auch Sendungen mit volkstümlicher Musik ins Programm nehmen, wenn die Quoten stimmen. Warum sollen die Gebührenzahler für immer mehr Sender zahlen, die zum Großteil niemand sieht? Wollen wir immer mehr Menschen im Apparat der öffentlich-rechtlichen Medien beschäftigen und die Staatsquote immer weiter erhöhen, um, wie mir scheint, mit immer höherem Aufwand gegen das wachsende Angebot anderer Medien anzukämpfen? Nur um die Bedeutung des ÖR quasi ins 21te Jahrhundert zu retten, in dem man mit immer höherem Aufwand versucht eine Mindest-Einschaltquote für den ÖR zu halten?!
Das, meine Damen und Herren, nämlich die eigene Bedeutung zu sichern, zum Beispiel durch teure Sportübertragungen, und auszubauen, zum Beispiel durch immer neue Angebote, auch im Internet, ist nicht die Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks! Die Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kann allein sein, das bestehende Angebot dort zu ergänzen, wo es nötig erscheint, mehr gibt auch die rechtliche Situation nicht her.

Darum brauchen wir eine Trendwende. Eine Konsolidierung der Sender auf das heute Notwendige. Ein Streichen aller Inhalte, die Private in ähnlicher Qualität bieten, gerade bei fragwürdigen Sportübertragungen. Und eine Reduzierung der Kosten.
Hand auf’s Herz: Wer bietet die besseren, unabhängigeren, vielfältigeren Informationen? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, oder das Internet? Und warum kostet der ÖR pro Monat fast 18 Euro, und eine Internet-Flatrate bekommt man schon für die Hälfte?
Der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit beim öffentlich rechtlichen Rundfunk und die hohen Kosten dafür lassen sich den Menschen zunehmen nicht mehr vermitteln. Wir als Politiker müssen das ansprechen. Wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass zwischen Politik und öffentlich-rechtlichem Rundfunk eine Vetternwirtschaft existiert, mit einer wechselseitigen Abhängigkeit, die dazu führt, dass die Politik dem ÖR immer mehr Geld in den Rachen wirft.
Packen wir das Thema endlich an. Sorgen wir dafür, dass sich der ÖR auf Themen konzentriert, die private Anbieter weniger gut abdecken. Beenden wir den eitlen Kampf des ÖR dafür, die eigene Bedeutung zu erhalten in einer Welt, wo der deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunk zwangsläufig immer unbedeutender wird, in einer sich ständig erweiternden Medienlandschaft wo heute Gott-sei-Dank auch jeder beliebige Bürger ein Youtube-Star sein kann. Und senken wir die Belastung der Menschen durch einen Zwangsbeitrag, dessen Sinn immer weniger Menschen verstehen.

Vielen Dank.“

Reden, die niemand hält: Mietkosten in Unistädten

Ich möchte eine Serie von Artikeln beginnen die „Reden, die niemand hält“ heißt. Dabei geht es um Reden, die ich gerne mal von Politikern hören würde, einfach nur so, weil ich finde, dass bestimmte Stimmen und Aspekte in der politischen Debatte fehlen.

„Sehr geehrte Damen und Herren!

Seit Jahren wird über steigende Mietkosten geklagt. Die Menschen zieht es in die Städte, und die Städte werden immer größer.
Wo immer mehr Menschen wohnen, steigen Umweltverschmutzung, Verkehr, und Mietkosten. Weitere Verdichtung der Bebauung und Ausweisen von immer neuem Bauland ist teilwese weder sinnvoll, noch möglich, oder würde die Lebensqualität weiter verringern.
Auf dem Land, in der Peripherie, gibt es vielleicht geringere Baukosten, aber keine Arbeit. Digitalisierung und Möglichkeiten zur „Telepräsenz“ zum Trotz.
Was auf dem Land fehlt, sind Arbeit, aber auch Arbeitskräfte. Wer eröffnet eine Firma dort, wo er keine Arbeitskräfte finden wird? Es ist ein Teufelskreis der dazu führt, dass nur die Städte immer weiter wachsen.
Aber es gäbe einen Ausweg. Gründen wir doch einfach wieder mehr Universitäten! Es ist doch lächerlich, dass wir von der Wissensgesellschaft sprechen, immer mehr Menschen studieren, die Städte immer größer werden, die Mieten immer stärker steigen, aber niemand auf die Idee kommt weitere Städte mit Universitäten auszustatten.
Wo eine Universität steht, dort siedeln sich Studenten und auch Firmen an. Dort wachsen die Städte. Entlasten wir die bestehenden Universitäten und bauen Unis in Miltenberg oder Schönewalde. Sparen wir Geld für den Ausbau der Universitäten, indem wir dort bauen, wo Bauland noch günstig ist. Lassen wir die Studenten Geld sparen für Wohnungen, lassen wir neue Städte entstehen, neue Firmen und Industrien!

Unsere bisherige Politik, die großen Universitäten immer noch größer werden zu lassen und über den Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu jammern ist erkennbar gescheitert. Hören wir auf uns etwas vorzumachen und tun wir das naheliegende: Neue Universitäten gründen. Was Fürsten getan und gekonnt haben, um ihr Land zu fördern, können wir auch heute und sollten es machen. Das wird viel Geld kosten, aber es wird sich lohnen.
Vielen Dank.“

#notheidisgirls oder wie der Netzfeminismus jungen Frauen die Fähigkeit zu selbstbestimmtem Handeln abspricht

Angesichts der drohenden neuen Staffel von Germany’s Next Topmodel wittert der Netzfeminismus wieder ein Chance, sich wichtig zu machen zum Kampf gegen die angebliche Reduzierung von Frauen auf Schönheit etc. zu blasen.

Was die Netzfeministinnen aber mal wieder vollkommen übersehen ist, dass die Teilnehmerinnen bei GNTM dort freiwillig mitmachen.

Wenn man Frauen ernst nimmt, dann muss man ihnen auch die Eigenverantwortung und Selbstbestimmung (englisch „agency“) zusprechen, die Entscheidung zu treffen, an einer Casting-Show wie GNTM teilzunehmen.

Und das tut der Netzfeminismus nicht. Statt dessen stellt er die Teilnehmerinnen als dumme Hascherl, manipulierte Agentinnen des Patriarchats, blauäugige oberflächliche Beauty-Idiotinnen und Fashion-Victims hin. Das ist kein „Empowerment“, dass ist das Gegenteil, nämlich Frauen die Urteilsfähigkeit und Selbstbestimmung abzusprechen und sie zu hilflosen Objekten gesellschaftlich-medialer Beinflussung zu erklären.1

Feministinnen sollten junge Frauen gefälligst als handelnde Personen ernst nehmen, die aus eigenem Antrieb heraus selbstbestimmt abgewogene Entscheidungen treffen (können), anstatt vorzuleben, wie man Frauen als zu jung, zu dumm, oder als zu Eigenverantwortung nicht fähige Wesen hinstellt.

Keiner heutigen Teilnehmerin von GNTM mit IQ über Raumtemperatur kann nach gefühlten 20 Staffeln entgangen sein, dass es bei GNTM vor allem darum geht, Rasierer, Uhren und Kleinwagen im Rahmen einer Art Reality-Show zu vermarkten, und dass der Job eines Models vor allem darin besteht, Designern und Fotografen zu gefallen und Mode gut aussehen zu lassen.
Vorauszusetzen, dass die Teilnehmerinnen nicht begreifen können, worauf sie sich einlassen, bedeutet, sich über sie zu stellen und sie nicht ernst zu nehmen, weil man sich selbst für intellektuell überlegen hält.

Sicher, es gibt in jeder Staffel „Zählkandidatinnen“, deren Chancen auf den Sieg eher gering sind und die anscheinend aus dramaturgischen bzw. Diversity-Gründen noch ein paar Folgen mitgeschleppt werden nachdem sich schon abzeichnet, dass sie nie gewinnen könnten. Aber werden diese Kandidatinnen, an die sich nach einem Jahr manchmal bereits niemand mehr erinnert, jetzt ausgenutzt, oder nutzen sie möglicherweise GNTM als Sprungbrett in eine Karriere als C-Promi?
Menderez aus DSDS lebt gerüchteweise ganz gut von seinem Job als Vorzeige-Totalausfall der deutschen Musikcastingshow Nummer eins. Ist er ein Idiot weil er es geschafft hat, aus fehlendem Talent und absoluter Schmerzfreiheit bezüglich öffentlicher Selbst-Demütigung Kapital zu schlagen? Oder sind diejenigen die Idioten, die ihn für einen Idioten halten, der nur vom Fernsehen vorgeführt wird?

Die Welt ist nicht schwarz und weiß, wie der Netzfeminismus sich das vorstellt bzw. uns glauben machen will, dass sie wäre. Manche Kandidatinnen bei GNTM mögen naive kleine Mädchen sein, die vom Fernsehen verarscht werden, manche sind sicher höchst reflektierte Unternehmerinnen in eigener Sache, die die Chancen nutzen, die GNTM möglicherweise auch bietet; und wenn es nur die Möglichkeit ist, tausende Instagramm-Follower zu bekommen.

  1. Das Problem hier ist vor allem, dass Netzfeministinnen in dem festen Glauben leben, wenn nur alle Frauen intelligent und feministisch aufgeklärt wären, würden sie so denken (müssen!) wie Netzfeministinnen. Also müssen alle Frauen, die nicht so denken wie die Netzfeministinnen entweder dumm oder durch patriarchale Indoktrination verblendet sein. []

Mediale Analysen des AfD-Erfolgs auf Basis der Annahme, die Medien hätten Macht über die Wähler

In den Medien sind gerade Analysen der Gründe des Erfolges der AfD in Mode.

Haben die Medien zuviel über die AfD berichtet? Oder zu wenig? Oder falsch? Und wer ist jetzt am Erfolg der AfD schuld?

Auf das Naheliegende, Triviale kommt natürlich niemand: Die AfD hatte ein politisches Angebot, und die Menschen haben es gewählt, weil die anderen politischen Angebote weniger attraktiv waren.

Manche Menschen sind der Meinung, die Integration von Menschen aus islamischen Ländern habe bisher weniger gut funktioniert bzw. zur Bildung von Parallelgesellschaften geführt, die Probleme machen und damit eine Belastung für die Gesellschaft sind.
Manche Menschen sind der Meinung, Europa hat mit Euro- und Griechenlandkrise und dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine bereits genug Probleme, und sollte sich jetzt nicht noch Millionen Flüchtlinge ins Land holen, die mittel- bis langfristig Probleme verursachen könnten, denn manche Menschen sind skeptisch, welche Expertisen über die Migranten, die kommen, jetzt richtig sind. Ob sie hochmotiviert sind, schwer traumatisiert, größtenteils ungebildet, überwiegend wertvoll für den Arbeitsmarkt? Die Berichte widersprechen sich, darum sind die Menschen misstrauisch.
Manche Menschen sind der Meinung, man könne mehr Flüchtlinge besser und kostengünstiger versorgen, wenn man sie in der Nähe ihrer Herkunftsstaaten unterbringt, zu Preisen, die weit unterhalb des mitteleuropäischen Preisniveaus liegen.

Und manche Menschen lehnen aus diesen Gründen Migration einfach komplett ab.

Aber diese Meinung mancher Menschen wurde nicht für legitim gehalten, sondern für egoistisch, menschenfeindlich und rechts.
Die Medienmacher wollten diese Meinung nicht hören und auch nicht ernsthaft diskutieren.

Nun sind die Massenmedien im Zeitalter des Internets weitgehend machtlos. Was sie nicht transportieren, transportiert das Internet.

Die etablierten Parteien wollten kein politisches Angebot für die Menschen machen, die Migration ablehnen. Die AfD hat dieses Angebot gemacht, und es wurde angenommen, obwohl die AfD mit ihren Rechtsaußen wie Höcke etc. auch viele Menschen abgeschreckt hat. Es ist ja kein Zufall, dass die FDP plötzlich über 10% kommt. Sie hat vom scheinbar harten Kurs von Christian Lindner profitiert, der versprochen hatte, Einwanderung zu regeln, und Menschen, deren Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist, auch tatsächlich wieder abzuschieben; gleichzeitig aber mit einem Einwanderungsgesetz ein Schlupfloch für alle zu schaffen, die zu Integration und Bildung bereit und fähig sind.

Es ist also eigentlich klar, warum die AfD in den Bundestag gekommen ist.
Es hat nichts mit den Medien zu tun, denn die haben gar nicht mehr die Macht, die Meinung der Menschen zu steuern. Denn es gibt viele Medien, und noch dazu dutzende Webseiten, Blogs, Gruppen in sozialen Medien.
Schuld sind vor allem die Wähler, die das politische Angebot der AfD nachgefragt haben, und zum Teil auch die Parteien, die alle in die Mitte gerückt sind und damit den Raum geschaffen haben, in dem sich die AfD etablieren konnte.
Eigentlich ganz einfach, und offensichtlich zu einfach und außerdem unbegreiflich für politische Journalisten, die wahrscheinlich noch mehrere Wochen grübeln werden, warum die AfD erfolgreich war, weil sie von der falschen Annahme ausgehen, die Medien hätten tatsächlich noch Macht über die Wähler, und müssten darum ein wichtiger Faktor gewesen sein.