Archiv der Kategorie: Uncategorized

Der Multikulturalismus geht unter. Wir müssen die Lücke füllen, bevor es die Rechten tun

Der Multikulturalismus beruht, laut Wikipedia, auf dem Postulat, dass die (Angehörigen der) jeweiligen Ethnien sich gegenseitig Verständnis, Respekt, Toleranz entgegenbringen und einander als gleichberechtigt ansehen können.

Das Problem hier: Ganz offensichtlich mangelt es an Verständnis, Respekt und Toleranz zwischen zahlreichen Ethnien, die sich in Deutschland in nicht geringer Zahl angesiedelt haben und — Multikulturalismus sei dank — sich nicht assimiliert und teilweise auch nur schlecht integriert haben.
Kurden und Türken und Armenier, Serben, Bosnier und Albaner, Sunniten, Schiiten, Wahhabiten, Aleviten, Jesiden und Juden, die Zahl der gesellschaftlichen, religiösen und kulturellen Konfliktlinien, die sich durch die Gesellschaft ziehen, ist fast schon Legion. Respekt und Toleranz hingegen sind eher Mangelware.

Das Postulat des Multikulturalismus hat sich also nicht erfüllt; die Idee der multikulturellen Gesellschaft muss als gescheitert angesehen werden.

Es müsste nun schnellstens ein realistischer Ansatz für die weitere gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa her, mit einem neuen, griffigen Namen.

Denn der von rechtsextremen propagierte „Ethnopluralismus“ stößt in die Leere vor, die die multikulturelle Gesellschaft als gescheiterte Leitideologie hinterlässt, und kann sich dort — mangels einer glaubhaften Alternative — langsam ausbreiten.

Wo Deutschlands einzige liberale Moschee unter Polizeischutz gestellt werden muss, weil orthodoxe Muslime die Toleranz nicht aufbringen können einen Islam zu ertragen, der mit europäischen Werten kompatibel wäre, da muss Schluss sein mit der Toleranz und Akzeptanz für die Intoleranz und den Dominanz-Anspruch fremder Kulturen.

Überall, wo zum Beispiel in Schwimmbädern ein Damenbadetag für muslimische Frauen eingeführt wird, ist die Toleranz für die andere kulturelle Vorstellungen in Akzeptanz und Übernahme umgeschlagen. Schrittweise wird die in den 70ern entstandene liberale Kultur Europas zurückgedrängt von Gruppen, die kein Verständnis und keinen Respekt für die europäische Art des Badens haben. Hier siegt die Kultur der Geschlechtersegregation über den europäischen Multikulturalismus, indem es eben keine parallele Multi-Badekultur mehr gibt, sondern eine räumliche und zeitliche Exklusivität verschiedener Badekulturen etabliert wird, weil die geschlecher-segregierte z.B. muslimische Badekultur eben nicht mit einer gemischtgeschlechtlichen Badekultur parallel existieren, diese respektieren oder tolerieren kann oder will.

Und eben dies scheint der sogenannte Ethnopluralismus, der von einer Konkurrenz und einem Gegeneinander von Kulturen ausgeht, zutreffend zu beschreiben, egal wie falsch, rechts und böse man das auch finden mag.

Darum brauchen wir dringend ein neues positives Modell, wie Zusammenleben organisiert werden soll, möglicherweise durchaus mal mit einem selbstbewussten Anspruch, dass die Mehrheitskultur und die kulturellen Errungenschaften der deutschen und europäischen Kultur Vorrang haben müssen vor den vielen anderen Kulturen, denen Menschen, die in Deutschland leben, mittlerweile auch anhängen oder entstammen.
Denn wo anderen kulturellen Normen Gleichwertigkeit zugestanden wird und deren Normen räumlich und zeitlich alleinige Gültigkeit eingeräumt wird, ist die liberale Kultur auf dem Rückzug und sind andere Kulturen dabei, die Werte des Liberalismus und der Aufklärung schrittweise zurückzudrängen. Das darf nicht sein. Bekennen wir uns endlich zu den europäischen und deutschen Werten der Aufklärung als den Leitwerten unserer Kultur, und begraben wir den gescheiterten Multikulturalismus, bevor die Rechten mit ihrem Ethnopluralimus die Auseinandersetzung für sich entscheiden können!

Wenn das Patriarchat so mächtig ist, warum zertritt es nicht hin und wieder eine Feministin?

Wenn Du wissen willst, wer dich beherrscht, musst Du nur herausfinden, wen Du nicht kritisieren darfst. (Voltaire)

Diesen Spruch von Voltaire finde ich recht zutreffend. Denn wenn man die Aussage mit der Realität abgleicht ist es tatsächlich so, dass Kritik an autoritären Herrschern wie zum Beispiel Erdogan, Putin, Kim Yong Un weniger gesund ist, und generell Institutionen mit Macht- oder zumindest Meinungsführerschafts-Anspruch wie z.B. auch manche Medien, generell auf Kritik eher biestig reagieren.

So gesehen ist es geradezu absurd, dass radikale Feministinnen immer noch der Verschwörungsideologie von der Existenz einer „Patriarchats“ anhängen und behaupten, die Welt werde von alten, weißen Männern beherrscht. Denn gerade auf diesen darf man ganz offensichtlich herumhacken, ohne irgendwelche Konsequenzen befürchten zu müssen. Es ist also nach Voltaire eher unwahrscheinlich, dass diese Gruppe tatsächlich herrscht, denn sonst würde sie sicher hin und wieder, um ihren Machtanspruch zu untermauern, die eine oder andere Feministin ausschalten, wie das in autoritären Regimen so zu passieren pflegt. Ab und an würde die eine oder andere in der Psychiatrie landen oder im Gefängnis, oder einen Unfall haben.
Dass das alles nicht passiert müsste man eigentlich als klares Indiz dafür sehen, dass „das Patriarchat“ anscheinend nicht (mehr) existiert.

Dass der Feminismus noch nicht darauf gekommen ist kann meiner Meinung nur daran liegen, dass das feministische Lager den Strohmann „Patriarchat“ so lieb gewonnen hat und nicht mehr auf ihn verzichten kann. Wie sollte man weitere Begünstigungen, Stellen und andere Pfründe für verdiente Feministinnen fordern, wenn es nicht angeblich ein Patriarchat gäbe, dass es zu bekämpfen gilt?
Alle Statistiken, wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten sprechen mittlerweile klar dagegen, dass Frauen weniger Rechte hätten oder benachteiligt würden. Doch hunderte Jobs als feministische Kolumnistin, Gleichstellungsbeauftragte, Gender-Wissenschaftlerin etc. hängen davon ab, dass der Behauptung weiter Glauben geschenkt wird, Frauen würden benachteiligt und darum müsse eine Feminismus-Industrie finanziert werden, die dagegen ankämpft. Und darum wird auch die Existenz des Patriarchats weiterhin behauptet. Darum schreiben dutzende Feministinnen wöchentlich die gleiche blödsinnige Gender-Pay-Gap-Kolumne, darum beschimpfen dutzende Feministinnen im Internet jeden, der an der Existenz des Patriarchats zweifelt oder sich gar für Männerrechte einsetzt, als Nazi oder AfD-Anhänger, Frauenfeind und Antifeministen. Ja, während man „das Patriarchat“ beschimpfen und alte, weiße Männer als Deppen und Geschäftsrisiko verunglimpfen kann, muss man mit einem Shitstorm rechnen, wenn man Feministinnen kritisiert, die Männer sexistisch bzw. rassistisch diskriminieren, und das als feministisch verkaufen.
Wenn man dann nochmal auf Voltaire sieht muss man sich fragen, ob das Patriarchat nicht längst durch ein „Feministat“ ersetzt wurde, dass tatsächlich versucht seine Macht einzusetzen, um alle Kritiker zu vernichten.

Die taz, die Linksextremen, die rechten Trolle, das #NetzDG oder: „Ahnden statt zensieren“

Denis Yücel wurde von der Türkei nach einem Jahr Haft ohne Anklage freigelassen.1
Und während sich Yücel nun irgendwo im Ausland erholt, weil „dank“ der super gelungenen Integration in unsere „wehrhafte Demokratie“ in Deutschland einfach zu viele türkisch-nationale Deutsche herumlaufen (Sarkasmus!), als dass Yücel in Deutschland sicher sein könnte2, hat sich die taz mit Hengameh Yaghoobifarah schon eine neue linksradikale Provokateurin ins Haus geholt, die Deutschland und die Deutschen nach Kräften provoziert und wahrscheinlich Johnny Eisenberg beschäftigt hält.

Nun finde ich es im Prinzip nicht schlecht, wenn Linksradikale eine Bühne bekommen, weil so die Grenzen des politischen Spektrums für alle sichtbar abgesteckt werden. Ganz links in der taz irre radikale Antideutsche, ganz rechts bei der compact der nationalistisch-völkische Höcke-Flügel. Beide von Satire für den Normalmenschen teilweise kaum unterscheidbar.

Und auch darum finde ich es schlecht, wenn durch das #NetzDG im Netz linke oder rechte Spinner unsichtbar gemacht werden, denn das nützt meiner Meinung nach niemandem wirklich.
Wenn Rechte wirklich gut gefiltert werden, wird niemand mehr wirklich an die „Gefahr von rechts“ glauben; „Seeing is believing!“.
Das gleiche gilt natürlich auch für die Linksextremen3, deren Aufrufe zur Zerstörung Deutschlands und zu Gewalt gegen Dinge und Menschen aus nichtigen Gründen meiner Meinung nach bei breiterer Veröffentlichung sehr hilfreich dabei wären nicht zu vergessen, dass in Politik umgesetzte linksextreme Utopien erfahrungsgemäß ebenso in Machtmissbrauch, Diktatur, Terror und Gewalt enden wie rechtsextreme, religiöse, oder auf anderen Ideologien basierende.

Ein besseres Mittel als das #NetzDG wäre meiner Meinung nach das Gegenteil, also eine Art Extremismus-Portal, wo die Bundeszentrale für politische Bildung monatlich die jeweils extremsten Äußerungen populärer Rechtsextremisten, Linksextremisten, Islamisten, Rassisten, Maskulinisten, Radikalfeministen, evangelikaler Christen etc. veröffentlichen würde – natürlich immer schön anonymisiert.
Da könnte sich der Normalbürger dann den exotischen Zoo des politischen Extremismus ansehen und sich freuen, dass in der Mitte vergleichsweise vernünftige Menschen unterwegs sind.

Ich denke, das würde die gesellschaftliche Diskussion eher weiterbringen als der Versuch, im Netz eine heile Welt vorzuspiegeln, mittels einer ins Privatrecht verlagerten Zwangs-Nachzensur per Netzwerkdurchsetzungsgesetz.

Es kann meiner Meinung nach generell nicht Aufgabe des Staates sein, eine angeblich „verrohte öffentliche Debatte“ mit fragwürdigen Mitteln zu verhindern. Denn eine „verrohte Debatte“ im Internet ist trotz der Schärfe, mit der sie eventuell geführt wird, rein virtuell und nicht unmittelbar gefährlich. Zudem kann man sich ihr meist recht einfach entziehen.

Letzten Endes brauchen wir keinen Nanny-Staat, der über Regelungen zum präventiven Eingreifen in Kommunikation der Bürger durch Privatunternehmen „Anstand und Moral“ verteidigen lässt. Besser wäre es, wenn der Staat dann, wenn Bürger selbst wegen einer Straftat (z.B. Beleidigung) Anzeige erstatten, tatsächlich handlungsfähig, also in der Lage wäre, diese Straftat auch zu verfolgen und zu ahnden. Also „Ahnden statt zensieren“, analog zu „Löschen statt Sperren“. Dazu bedürfte es nur dem notwendigen politischen Willen, den die Bundesregierung aber nicht hat. Lieber unterdrückt und übertüncht sie unliebsame Effekte ihrer eigenen Politik; fast so, als hätte sich Merkel hier bei der DDR-Führung ein Beispiel genommen.

  1. Damit ist die Türkei im Menschenrechtsranking natürlich noch weit vor den USA zu sehen, die in Guantanamo mittlerweile manche Leute bis zu 17 Jahre lang ohne Anklage festhalten, oder vor China, Rekordhalter beim Vollstrecken von Todesurteilen… []
  2. Wo übrigens auch MdB wie Cem Özdemir Polizeischutz brauchen, wenn sie in München auftreten, weil Erdogans Schlägertrupps dort ebenfalls unterwegs sind []
  3. Durch verharmlosende Bezeichnungen der gewaltbereiten linken Schlägertrupps als „Aktivisten“ oder ggf. „Gegendemonstranten“ wird ja oft genug der Eindruck erweckt, der Linksextremismus in Deutschland wäre eigentlich kein Problem. []

Senioren sollen große Wohnungen gegen kleinere tauschen oder: Die Mietpreisbremse fällt der Politik auf die Füße

Wie z.B. der Stern berichtet, gibt es ein Problem mit Senioren, die in „zu großen“ Wohnungen wohnen. Diese sollen nun zum Tausch dieser Wohnungen gegen kleinere motiviert werden.

„Rechte Trolle[tm]“ behaupten übrigens einen Zusammenhang zwischen dem Familiennachzug und dem plötzlich auffallenden Mangel an größeren Wohnungen. Aber mir geht es hier gar nicht darum, ob die Problematik von „große Wohnungen blockierenden Senioren“ einen Zusammenhang mit der laissez-faire-Migrations-Politik von Kanzlerin Merkel zu tun hat.

Interessant finde ich eher, dass die älteren Menschen anscheinend schon aus ökonomischen Gründen die Wohnungen gar nicht tauschen *können*.

Denn: Ihre riesigen Wohnungen kosten warm weniger Miete als kleinere kalt!

Das, mit Verlaub, kann nur durch eine Mietpreispolitik passiert sein, die die Miete vom realen Ertragspotenzial der Wohnung am Markt völlig abgekoppelt hat. Also irgendwelche „sozialen“ Überlegungen, die Mieten nicht zu erhöhten, möglicherweise eine „Mietpreisbremse“.
Jetzt fällt diese Politik der Abkopplung von Mietpreisen von Marktpreisen den Politikern „vollkommen unerwartet“ auf die Füße, und das Geschrei ist groß.

Hätte man nicht gut gemeinte, aber im Endeffekt sozialistische Mietpreisregulierungen eingeführt, dann hätten wir heute auch kein Problem mit großen Wohnungen, die von Senioren „besetzt gehalten“ werden.

Dann hätten Marktmechanismen dafür gesorgt, dass Senioren nicht in riesigen Wohnungen billiger leben als in kleinen Wohnungen. Dann hätten die Senioren ihre zu großen Wohnungen aus ökonomischen Erwägungen längst geräumt. Dann hätten wir jetzt nicht plötzlich einen riesigen Bedarf an großen Wohnungen, die aber „von Senioren blockiert“ werden.
Das zeigt: Die gut gemeinte linke Wohnungs- und Mietpreispolitik löst keine Probleme, sondern schafft neue. Man merkt es nur immer erst dann, wenn es schon wieder zu spät ist.

Fahrverbote ermöglichen, Hersteller zur Hardware-Nachrüstung zwingen!

Man kann den USA vorwerfen was man will — in Sachen Produkthaftung und Verbraucherschutz haben sie uns immer noch einiges voraus.

In den USA sind VW-Besitzer längst großzügig entschädigt und Diesel, die im Realbetrieb mehr Schadstoff ausstießen als gemäß Zulassung erlaubt war, wurden mit Soft- UND Hardware-Fixes umgerüstet.

Es ist absurd, dass die deutsche Politik die Automobilkonzerne in Europa jetzt ungeschoren davonkommen lassen will. In Zeiten von Rekordgewinnen und Höchstkursen bei den Auto-Aktien gibt es kein Argument dafür, warum man Betrüger aus der Verantwortung für ihre mit Vorsatz und größter Raffinesse geplanten Taten entlassen sollte.

Die Auto-Industrie sollte ein deutliches Signal erhalten, dass Betrug, Täuschung von Verbrauchern und die Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung kein Kavaliersdelikt ist. Es ist lächerlich und mit dem Rechtsverständnis der meisten Menschen nicht zu vereinbaren, dass die Autohersteller durch die anscheinend schlechte Formulierung der Zulassungsvorschriften, die anscheinend tatsächlich nur für den Prüfstand die Einhaltung der Abgas-Grenzwerte verlangen und sonst „Ausnahmen“ zulassen, zumindest in Europa eine Hintertür haben, um sich aus der Verantwortung zu ziehen.

Wenn das Bundesverwaltungsgericht Fahrverbote erlauben und die Politik entsprechende Regeln einführen sollte, dann gäbe es möglicherweise doch noch ausreichend hohen Druck auf die Hersteller, aus (reichlich erzwungener) „Kulanz“ ihre Schummel-Produkte doch noch nachzubessern.

Ich hoffe, das wird passieren, damit ein Zeichen gesetzt wird, dass sich Hersteller auch in Europa nicht dauerhaft ihrer Verantwortung für ihre Produkte entziehen können.

Jacob Augsteins kognitive Dissonanzen

Jacob Augstein schreibt bei Spiegel Online gegen eine weitere große Koalition an.
Interessant dabei ist, dass er der SPD vorwirft, sie habe sich den Schneid abkaufen lassen. Sie sei bei den Verhandlungen über den Tisch gezogen worden. Sie verliere Glaubwürdigkeit. Darum müsse sie jetzt doch noch wieder einen Rückzieher machen und in die Opposition gehen.

Was hat das jetzt mit kognitiven Dissonanzen zu tun? Nun, er schafft es in diesem Kontext, Christian Lindner, der mit der FDP nach den Jamaika-Sondierungen für seine Partei genau das getan hat, was Augstein nun der SPD empfiehlt, übrigens ohne vorher eine Regierungsbeteiligung auszuschließen, abfällig einen „Polit-Hasardeur“. Fällt ihm nicht auf, wie absurd das ist?
Eigentlich müsste sich Augstein im Namen der deutschen Presse bei der FDP entschuldigen. Die FDP hat alles richtig gemacht, sich nicht von rot/rot/grün zur Aufgabe ihrer meisten Positionen drängen zu lassen. Das müsste jetzt eigentlich auch Augstein und dem Rest der Medien aufgefallen sein. Das es das aber nicht tut, sagt viel aus über den Zustand unserer Medienlandschaft.

Glyphosat, Neonicotinoide, Klimawandel, Wissenschaft, Hysterie und der Untergang des römischen Imperiums

Tötet Glyphosat (indirekt) Insekten? Oder tun es Neonicotinoide?
Befördert der Mensch den Klimawandel?

Das sind Fragen, auf die es noch keine definitiven Antworten gibt.
Weder kann man es (anscheinend) bisher eindeutig widerlegen, noch gibt es dafür abschließende Beweise.

Und nun ist Streit darum entbrannt, ob man mit dem Schlimmsten rechnen sollte, oder ob man abwarten sollte, bis es möglicherweise Beweise gibt.

Ich bin der Meinung, es wäre angebracht, in dieser Phase der Unsicherheit zumindest alles zu tun, diese Phase zu verkürzen.
Beim Einsatz von Glyphosat/Neonicotinoiden könnte das heißen, in einem Feldexperiment z.B. in mehren Ländern die Nutzung von einem oder beiden Stoffen für drei Jahre komplett auszusetzen und zu schauen, ob (und inwiefern) das sich positiv auf die Entwicklung der Insektenpopulation auswirkt – oder auch nicht.
Beim Klimawandel könnte das heißen, nach Möglichkeit nicht noch mehr CO2 zu produzieren, um die mögliche Gefahr, solange wir nicht sicher sind ob sie existiert, nicht weiter zu vergrößern. Und wie wäre es mit einer Intensivierung der Forschungen an der Kernfusion zur Entwicklung einer alternativen Energieerzeugungsform ohne CO2-Ausstoß? Oder mit einer Förderung der Wasserstoff-Wirtschaft, oder der CO2-neutralen Erzeugung von Treibstoff z.B. aus CO2? Falls sich herausstellen sollte, dass der Mensch tatsächlich Einfluss auf das Klima hat? Falls man keine anderen Faktoren findet, die die Erderwärmung erklären?

Es ist weder besonders klug, panisch irgendwelche (teuren) Maßnahmen gegen eine Gefahr zu ergreifen, die (so) vielleicht gar nicht existiert, noch besonders klug, gar keine Maßnahmen gegen eine Gefahr zu ergreifen, die möglicherweise tatsächlich droht. Darum sind vor allem Maßnahmen zur Abklärung der Existenz der Gefahr notwendig, aber auch Vorbereitungen von Maßnahmen zur Abwehr der (möglichen) Gefahr sind sinnvoll, im Rahmen einer Art „Meta-Risikomanagement“.

Als die Bürger Roms schleichend durch das Blei aus ihren Wasserleitungen vergiftet wurden, was möglicherweise den Untergang des römischen Reiches mit befördert hat, hätte man die Giftwirkung des Bleis wahrscheinlich auch nicht (kurzfristig) wissenschaftlich belegen können. Dennoch wäre es in dieser Situation, hätte es entsprechende Vermutungen gegeben, das Wasser könne gesundheitsschädlich sein, klug gewesen, die Möglichkeit einer tatsächlich bestehenden Gefahr in Betracht zu ziehen und bereits Gegenmaßnahmen zu ergreifen, bevor die Frage der tatsächlichen Existenz der Bedrohung abschließend geklärt gewesen wäre.

Das Scheitern von Jamaika und die Neutralität der Medien

In die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wird die Bundestagswahl 2017 nicht nur wegen des erstmaligen Einzugs von sieben Parteien in den Bundestag eingehen, sondern auch wegen der interessanten Auswirkungen, die diese Wahl (möglicherweise) gesellschaftlich haben wird.

Denn es ist — meiner Meinung nach — dieses Mal besonders gut zu erkennen, was alles für Versuche gestartet werden, die Meinungshoheit zu erobern.

Die konzertierten Angriffe aller Parteien und vieler Medien auf die FDP, weil diese sich diesmal prinzipientreu und nicht zu faulen Kompromissen gezeigt hat, sind entlarvend. Denn jedermann weiß ja, dass die FDP, hätte sie sich anders verhalten, ebenso runtergemacht worden wäre. Und es weiß auch jeder, dass man — sogar mit mehr Berechtigung — auch die Grünen oder die SPD für das vorläufige Scheitern der Regierungsbildung verantwortlich machen müsste.

Das Meinungskartell der linksliberalen Medien mit seiner blinden Wut auf die FDP wird durch die Massivität, Aggressivität und Einseitigkeit des FDP-Bashings klar erkennbar.

Das ganze Gerede von staatspolitischer Verantwortung und Wählerauftrag ist ebenso klar als verzweifelter Versuch zu begreifen, doch noch irgendeine sozialdemokratisch-grüne Regierung zustande zu bringen. Und das, obwohl die Mehrheit der Deutschen 2017 klar konservativer gewählt hat als noch 2013. Von 2013 bis 2017 gab es eine rot-rot-grüne Mehrheit im Bundestag, also eine Mehrheit klar links der Mitte, jetzt gäbe es theoretisch eine gelb-schwarz-hellblaue Mehrheit, also eine Mehrheit deutlich rechts der Mitte.

Der Wählerauftrag, wenn es soetwas überhaupt gibt, lautet also ganz sicher nicht „Bitte weitere Jahre konturlose Regierung Merkel“. Er lautet wohl eher: Bitte weniger links-naive Politik. Bitte weniger Weltrettungs-Utopien. Bitte mehr Konzentration auf konkrete Themen, die den Menschen wichtig sind wie Altersarmut, Pflege, Wirtschaft, Europa, Rente, Verteidigung, innere Sicherheit.

Dass die meisten Medien so tun, als wäre das nicht zu erkennen, weil für sie nicht sein kann, was nicht sein darf, wird die Glaubwürdigkeit der Medien zumindest in den Teilen der Bevölkerung weiter untergraben, die die Meinung dieser etablierten sozialdemokratisch-grün angehauchten Medien nicht teilen.

#Ohne mich, Frauen, Männer, Impulskontrolle

Auf Zeit-Online hat gerade der Artikel #OhneMich viel Aufmerksamkeit.

Jetzt ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Artikel als „Victim Blaming“ angegriffen werden wird.

Die Frage, ob bestimmte Kleidung Übergriffe wahrscheinlicher macht oder nicht, ist aber keine Frage von Schuld (Schuld ist natürlich immer der Täter), sondern eine Frage davon, ob es so etwas wie „sexy“ Kleidung (was ja zufällig von Sex kommt), also Kleidung, die die sexuelle Anziehung erhöht, überhaupt gibt.

Mal angenommen, es gäbe diese Art von Kleidung, und sie sei so entworfen und dazu geeignet, die sexuelle Anziehung auf Männer zu verstärken, und deren Impulskontrolle herabzusetzen; dann wäre es logisch, dass ein Tragen solcher Kleidung die Wahrscheinlichkeit, belästigt zu werden, im Schnitt erhöhen müsste.

Und mal angenommen, es gäbe diese Art von Kleidung nicht, bzw. sie sei auf Männer in Hinsicht auf die sexuelle Anziehung und Impulskontrolle vollkommen wirkungslos. Dann müsste man sich ernsthaft fragen, warum Frauen allerlei wenig praktischer und bequeme „sexy“ Sachen tragen, und warum im Bereich der Sexdienstleistung die Anbieterinnen nicht einfach im Jogging-Anzug zur Arbeit kommen.

Abhängig also davon, ob es „sexy“ Kleidung gibt und ob diese tendenziell eine Auswirkung auf das Risiko hat, Opfer sexueller Belästigung zu werden, wäre es also entweder verantwortungsbewusst oder frauenfeindlich, Frauen dazu zu raten, bezüglich Kleidung und Aktivitäten das mögliche Risiko einzuschätzen und es ggf. zu minimieren; durch entsprechende Modifikation des eigenen Verhaltens.

Das BVerfG und das Dritte Geschlecht

Das Bundesverfassungsgericht hat dem Bundestag bzw. der Regierung aufgetragen, das Personenstandsrecht zu ändern.
Menschen, die nicht eindeutig einem Geschlecht zu geordnet werden können, sollen das Recht haben, ein „Drittes Geschlecht“ im Personenstandsregister einzutragen.

Diese Entscheidung ist richtig, denn ohne Zweifel gibt es Menschen, die chromosomal / genetisch keinem der beiden Geschlechter eindeutig zugeordnet werden können, und die ggf. auch von der äußeren Erscheinung her „zwischen“ den Geschlechtern stehen. Die Entscheidung, das zu berücksichtigen und keine (willkürliche) Zuordnung zu einem der beiden biologischen Geschlechter zu erzwingen ist darum faktenbasiert und richtig.
Die „Binärität“ des „Geschlechtersystems“ an sich wird darum natürlich nicht aufgehoben, denn die Tatsache, dass es biologisch gesehen zwei Geschlechter gibt und jeder fertile Mensch einem dieser Geschlechter angehören muss, besteht weiter. Dafür aber wird nun auch der biologischen Tatsache Rechnung getragen, dass nicht jeder Mensch in seiner Entwicklung bei einem dieser Geschlechter ankommt.

Die Entscheidung ist kein Triumph der Gender-Aktivisten, denn das vom BVerfG verordnete dritte Geschlecht ist kein Ich-will-aber-Hirngespinst verwirrter Anhänger der Gender-Ideologie, sondern hat einen realen Hintergrund.

Wer bei dieser Entscheidung eigentlich „verloren“ hat, wenn man denn einen Verlierer suchen möchte, sind die Große Koalition bzw. Rot/Rot/Grün, die bekanntermaßen im Bundestag von 2013 bis 2017 die Mehrheit hatten.

Die möglicherweise am ehesten zuständige SPD-Ministerin Manuela Schwesig hat, anstatt die Sache mit den Intersexuellen zu regeln, bevor es das Bundesverfassungsgericht tun muss, ihre Zeit lieber mit großen Kampagnen über den angeblichen Gender-Pay-Gap verplempert und grenzdebile Projekte wie das „Doppeleinhorn“ konzipieren lassen, Ex-StaSi-Mitarbeiterinnen gefördert und Geld für alles mögliche Weitere rausgeschmissen.
Und auch der Rest von Regierung und Bundestag haben sich anscheinend einen Scheiß um die Anliegen der Intersexuellen gekümmert.

Der berechtigte Sieg vor dem Verfassungsgericht ist daher vor allem auch eine Niederlage vieler jener Politiker, die jetzt plötzlich gratulieren und behaupten sich zu freuen, obwohl sie sich vorher nie um das Thema gekümmert geschweige denn sich dafür eingesetzt habe.