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Wie die FDP zweistellig bleiben kann oder: Wechselwähler als dornige Chancen

Die FDP hat gewonnen, aber auch ein Problem.

Sie hat — höchstwahrscheinlich — sehr viele Protest- und Wechselwähler angezogen, denen die AfD zu extrem war, die CDU zu weit nach links gerückt, und die SPD generell zu schwach. Diese Wähler werden die FDP nicht noch einmal wählen, wenn diese jetzt die Hoffnungen enttäuscht, die man in sie gesetzt hat.

Aber wie sagt man in der Lindner-FDP: Diese Nicht-Kernwähler sind allesamt dornige Chancen.

Was die FDP darum meiner Meinung nach jetzt tun muss ist, konsequent die „sozialliberal-rechtsstaatliche Alternative“ zu CDU/CSU/SPD/Grünen weiterzuspielen. Irgendwie hart, aber fair oder auch herzlich, sozusagen. Schröder-SPD, Bürgerrechts-Piraten, und Buschkowsky-SPD in einem. Außerdem natürlich ein wenig grün. So wie in der Zeit der sozialliberalen Koalition, wo es die FDP war, die das Bundesumweltamt maßgeblich mitgegründet hat.

Mental die 70er zurückzuholen könnte generell lohnend sein. Da wurde noch hart gestritten und weniger politisch korrekt nichts gesagt. Christian Lindner könnte den modernen Helmut Schmidt geben. Weniger weichgespült als die Kanzlerin, hart in der Sache, gradlinig, meinungsstark.

Ich glaube, genau diese Qualitäten sind es, die viele ehemalige CDU und SPD-Wähler in der heutigen Politik vermissen. Jemanden, der Hartz-IV auch mal im Kern verteidigt. Der anspricht, dass ein dauerhaftes Bleiberecht nur bekommen darf, wer sich integriert hat und ein Auskommen vorweisen kann. Der das Narrativ vom 21%-Gender-Pay-Gap hinterfragt und aus einer Nicht-Gleichverteilung von Männern und Frauen im Bereich Autoscooter-Fahrkarten-Kontrolle keine Benachteiligung von Frauen herausinterpretiert.

Jemand, der die Herausforderungen einer Welt mit Putin, Trump, Erdogan und Jong-Un annimmt und statt zu moralisieren im Hier und Jetzt pragmatische Schritte geht, die einer Strategie folgen.

Liberale Werte, Gleichberechtigung und gesunder Menschenverstand sowie Verantwortungsethik müssen einfach wieder einen Platz haben in der politischen Debatte.

Die aktuellen FDP-Wähler sind nicht mehrheitlich Leih-Wähler von der CDU, die schwarz-gelb wollten. Es sind Wähler, die alles außer CDU wollten. Das eröffnet der FDP die Chance, mit ungekannter Härte ihre Ziele zu verfolgen. Nötigenfalls, indem man mit der Opposition stimmt oder die Koalition scheitern lässt. Das wichtigste ist jetzt ein eigenständiges Profil und Selbstbehauptung gegenüber der Union und anderen.

Dann könnte die FDP meiner Meinung nach auch baldigen Neuwahlen gelassen entgegensehen.

Margarete Stokowski beweist den Gender Pay Gap (oder so)

Die unglaubliche Frau Stokowski hat mal wieder einen Artikel bei Spiegel Online platzieren können, wo man anscheinend weiterhin hofft, mit Mimimi-Feminismus junge Leserinnen an sich binden zu können.

Ich denke allerdings, man unterschätzt bei Spiegel Online die Damenwelt ein wenig, denn warum sollten intelligente junge Frauen den oberflächlichen vulgärfeministischen Quatsch lesen und dann auch noch mögen, den Frau Stokowski schreibt? Diese oberflächlichen Polemiken, die immer eher mäßig recherchiert sind, stets an den Fakten vorbei gehen, aber dafür stramm am gender-feministischen Dogma ausgerichtet?

Diesmal behauptet Frau Stokowski, alle Argumente gegen die Existenz des „Gender Pay Gap“ seien schwach, und versucht diese quasi zu entkräften und die Existenz des Gender Pay Gap zu „beweisen“.

Schwach sind aber vor allem ihre Gegen-Gegen-Argumente; Beweise für die Existenz des Gaps bleibt sie schuldig.

Wenn sie zum Beispiel den bereinigten Gender Pay Gap „zu Diamant gepresste[n] reine[n] Sexismus“ nennt, offenbart sie damit, dass sie nicht verstanden hat1, dass die 2-7% bereinigter Gender Pay Gap NICHT notwendigerweise durch Sexismus bedingt sind. Der bereinigte Gender Pay Gap ist vielmehr die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, in Bezug auf welche man NICHT weiß, wodurch diese bedingt wird.
Das könnte Zufall sein, oder eine höhere Bereitschaft von Männern, für höheren Lohn den Job zu wechseln. Für ca. 14-19% des unbereinigten Gender-Pay-Gap von 21% kennt man die Einfluss-Faktoren bereits und weiß also, dass für diese Sexismus NICHT der Grund ist.

Nur für in der Wolle gefärbte Feministinnen wie Frau Stokowski, die überall Sexismus sehen *wollen*, und die sich auf falsche Umkehrschlüsse spezialisiert haben, ist die einzige mögliche Erklärung für die bisher nicht erklärbaren übrigen 2-7% Sexismus.

Natürlich hat Frau Stokowski gute Gründe so zu tun, als wären mindestens 2-7% des Gender-Pay-Gap, vielleicht aber auch indirekt die ganzen 21%, durch Sexismus bedingt.
Denn wenn sich die Nicht-Existenz einer Lohnbenachteiligung von Frauen herausstellen sollte, und gar die Nicht-Existenz eines Patriarchats (das alle Frauen unterdrückt und Kolumnistinnen wie Frau Stokowski nur als Schoßhündchen hält, quasi als Pseudo-Opposition oder Opium für das Weibsvolk), dann würde am Ende niemand mehr Geld zahlen für feministische Aufrege-Artikel über die herbeiphantasierte Unterdrückung und Benachteiligung der Frau. Und Frau Stokowski müsste Flaschen sammeln.

Schlimmer noch als das schwache Argument für den Gender-Pay-Gap im ersten Absatz ist das im Zweiten.
Dort behauptet sie:

Pflege-, Erziehungs- oder Serviceberufe zum Beispiel sind unter anderem deswegen schlecht bezahlt, weil von Frauen ausgeführte Arbeit als weniger wert angesehen wird

Wenn das nicht reiner Sexismus ist?
Wer genau sieht angeblich von Frauen ausgeführte Arbeit als weniger Wert an? „Die Gesellschaft“?!? Und wenn das so sein sollte… besteht die nicht zu mehr als der Hälfte aus Frauen? Gibt es für diese These irgendwelche Belege?

Ich denke, den allermeisten Menschen ist es egal, ob eine Arbeit von einem Mann, einer Frau oder einem Roboter ausgeführt wird, wenn sie nur gut gemacht wird. Ob der Klempner oder Anstreicher oder der Koch oder der Taxifahrer, die Lehrerin, Polizistin, Möbelpackerin oder Installateurin eine Frau ist, ist mir jedenfalls vollkommen wumpe.
Die groteske Idee, die Arbeit von Frauen werde als weniger wertvoll angesehen weil sie eine Frau gemacht hat kann nur haben, wer schon mit dem Dogma, das müsse so sein im Hinterkopf anfängt nachzudenken.

Und dann noch zum dritten Abschnitt (die letzten beiden noch zu behandeln habe ich keine Lust):

Mythos 3: Wir haben eine Kanzlerin, Girls, ihr könnt alles werden, und wenn ihr es nicht werdet, dann selber schuld. – Falsch. Erfolgreiche Frauen in obersten Positionen können Vorbotinnen eines Machtwandels sein, aber sie sind nicht notwendigerweise der Beleg für seinen Abschluss. Warum sollte das so sein? Ist Rassismus in den USA weg, weil Obama Präsident war?

Was Frau Stokowski wohl sagen will ist, es sei ein Mythos, dass Frauen alles werden können was sie wollen. Dass Frau Merkel Kanzlerin ist beweise — zusammengefasst — nicht, dass Frauen in Deutschland alles werden könnten.
Soweit so gut, Frau Stokowski. Natürlich beweist die Tatsache, dass Frau Merkel Kanzlerin ist gar nichts, aber unter uns: Sie, geehrte Frau Stokowski, müssten Ihre gewagte These beweisen, Frauen könnten in Deutschland nicht alles werden. Sie müssten aufzeigen, in welchen Berufen Frauen aufgrund von Sexismus (und nicht aus anderen Gründen) in Deutschland nicht reüssieren. Natürlich können Frauen in Deutschland von Gesetzes wegen alles werden was sie wollen, außer möglicherweise Kampfschwimmerin oder Bademeister in einem Hammam. Sie behaupten das Gegenteil, darum liegt die Beweislast bei Ihnen.

  1. oder nicht verstehen kann oder will []

Die Grünen auf dem Rückweg zum Fundamental-Pazifismus?

Soeben erhielt ich von der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ im Namen von deren sympathischem Kandidaten eine Wahlwerbebroschüre.

Darin enthalten ist die außenpolitische Forderung:

In Zukunft soll Deutschland weniger Waffen exportieren und selbstverständlich nicht in Kriegs- und Krisengebiete.

Das klingt natürlich erstmal super. Eine friedlichere Welt dank weniger Waffen, kein Anheizen von Kriegen in Krisengebieten, toll…

Aber die Forderung ergibt bei genauerem Nachdenken dennoch keinen Sinn, denn es fallen einem gleich jede Menge Einwände ein.

Was ist zum Beispiel, wenn irgendein Land ein Nachbarland annektiert oder bedroht. Soll ja vorkommen. Das ist dann natürlich eine Krise. Wollen wir dann die Angegriffenen ohne Waffen hilflos dasitzen lassen? Die Grünen anscheinend schon.

Haben die die Lehren aus dem Balkan-Krieg vergessen? Hätten die Grünen die Gegner des „IS“ ohne Waffen untergehen lassen?

Und … was soll „weniger Waffen“ liefern eigentlich genau heißen? Weniger Kilo, weniger Geldwert, weniger Stück? Statt 100 Pistolen nur 20 Panzer? Oder messen die Grünen das jetzt in „Mega-Töt“ oder Quadratkilometer-Bedrohungs-Einheiten? Welches Waffenexport-Jahr ist eigentlich der Referenzzeitpunkt?

Es tut mir ja fast leid, aber „weniger Waffen exportieren“ klingt irgendwie doch eher nach einer blöden Wahlkampf-Wohlfühl-Forderung, vor allem auch weil man das bezogen auf Deutschland fordert, in einer globalisierten Welt, wo Rheinmetall Waffen auch in der Türkei produzieren kann. Oder wo auch immer man die nicht hin exportieren will.

Und wenn man Waffen nicht in Kriegs- und Krisengebiete liefern will, welchen Sinn ergibt es dann überhaupt, Waffen zu liefern?
Entweder man möchte Waffen zur Verfügung stellen, damit bestimmte Leute sich verteidigen können – dann darf man den Nachschub im Kriegs- oder Krisenfall natürlich nicht abschneiden. Oder, man möchte nicht, dass bestimmte Leute sich verteidigen können – dann darf man auch zu Friedenszeiten keine Waffen dorthin liefern, damit im Krisen- oder Kriegsfall nicht schon welche da sein.

Entweder man will gar keine Waffenproduktion mehr (was auch eher wenig bringen würde, solange man kein Monopol hat), oder aber man präsentiert ein sinnvolles Konzept, welche Waffenexporte man in Zukunft verhindern will. Das Konzept der Grünen – weniger, nicht in Krisenregionen – ist so nicht sinnvoll.

Warum versuchen die Grünen trotzdem, mit dem Unsinn Wahlwerbung zu machen?

Die Krise der Grünen und die Krise des Journalismus

Angeblich stehen über 25% der Journalisten den Grünen nahe.

Und dennoch krebsen die Grünen im Moment an der 5%-Hürde herum, wie die FDP in ihren schlechteren Zeiten.

Das kann man nicht anders interpretieren als so, dass es mit der „Macht“ der sogenannten Journalisten nicht mehr weit her ist. Denn sonst müssten doch 25% Unterstützer in den Medien ausreichen, die Grünen auf mehr als 5% zu bringen.

Vielleicht liegt diese relative Machtlosigkeit am Internet, wo sich jeder seine ganz eigene Wahrheit zusammensuchen kann oder von sozialen Medien zusammengesucht bekommt. Vielleicht liegt das an zu viel handwerklich schlecht gemachtem Journalismus in den letzten Jahren, so dass man dem Journlismus nicht mehr (viel) glaubt.
Oder an der großen Koalition, die jegliche politische Auseinandersetzung mit ihrer gewaltigen Mehrheit im Bundestag quasi erdrückt, beziehungsweise gleich selbst inszeniert, unions-intern als angeblichen Konflikt zwischen CDU und CSU bzw. Merkel und Seehofer.

Von einer vierten Gewalt mag man jedenfalls kaum noch sprechen, und der Satz von Gerhard Schröder, zum Regieren brauche er nur BILD, BAMS und Glotze, würde heute so wahrscheinlich auch nicht mehr fallen.
Vielleicht ist das ja ganz gut so, denn die Vorstellung, dass das Land quasi von einigen wenigen Inhabern großer Medienhäuser bzw. von den die Rundfunkräte und Programmkommissionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks beherrschenden Parteien kontrolliert würde, und die demokratischen Wahlen durch die indirekte Steuerung der Menschen durch die Medien eigentlich nur eine Simulation von Demokratie wären, ist doch ziemlich gruselig.

The „Google manifesto“

Google has some issues with a manifest some Google employee (fired now) has written.

It opposes Google’s „diversity“ programs, which seemingly discriminate against some employees of Google because of their race, cultural background, and sex1, by favoring other employees because of their race, cultural background, or sex.

The left tries to frame the manifesto as „sexist“ and „anti-diversity“, though seemingly it only opposes increasing the count of women at all costs to reach diversity goals.
Diversity goals which are based on the (ideological) belief that the share of women in tech is so low as it is because of discrimination, not because women are either not interested in or not qualified for jobs in tech.

Though, actually, tests with a blind selection process in Austrialia, overseen by academics from Harvard, have failed to prove that there is a bias against women in hiring. In the opposite, there rather seems to be a bias against men.

GitHub also had to experience that a blind selection process may very well have the outcome that the most qualified candidates all are men.

So how do the genderistas explain that? That blind selection processes still select mostly men as most qualified candidates, and that adding sex information even increases the likeliness of a woman to be hired?

Unless this is all just coincidence (which gender feminists don’t belief, because it opposes their „discrimination against women“ premise), this may have some biological root causes. Either men being more qualified for tech jobs, or women being more qualified for jobs they prefer over tech jobs.

We must stop trying to make reality match gender/equality feminist theories; instead, feminism should make their theories fit reality.

  1. here: white men []

Künstliche Empörung und Lindner-Bashing in der Presse

Christian Lindner schlägt im Moment Gegenwind aus der gesamten Presse entgegen, weil er dafür plädiert hat, die Besetzung der Krim als „dauerhaftes Provisorium“ anzusehen. Das würde Russland ggf. ermutigen, mehr Land zu besetzen; das sei völkerrechtswidrig, schreiben Journalisten von rechts bis links.

Sie schreiben auch, Lindner habe gefordert, die Besetzung zu akzeptieren. Aber das hat er eben nicht gesagt. Zwischen Akzeptanz und Hinnehmen von Dingen, die zu ändern man nicht die Macht hat, gibt es nicht nur rhetorische Unterschiede. Entsprechend aufgesetzt-bemüht klingt für mich die lautstarke Empörung über die angebliche außenpolitische Ungeschicklichkeit von Lindner, der meiner Meinung nach möglicherweise mehr außenpolitischen Verstand hat als die Außenpolitiker der Regierung im Umgang mit der Türkei und anderen Partnern je hatten.

Denn Russland kann man nicht durch Sanktionen in die Knie zwingen, solange China und andere Staaten sich den Sanktionen nicht anschließen, und möglicherweise selbst dann nicht, siehe Nordkorea, siehe Iran.

Entsprechend dämlich und aus Sicht von Russland wahrscheinlich auch herabwürdigend ist es so zu tun, als könnten die Sanktionen der EU gegen Russland irgend etwas Entscheidendes bewirken, und Russland werde dann irgendwann einlenken müssen. Ich vermute, die Lindner-bashenden Journalisten wissen das auch.

Gegen die USA, Israel oder China werden, wenn mich nicht alles täuscht, auch eher selten Sanktionen verhängt, wenn man dort mal wieder vergessen hat, sich beim Krieg führen, besetzen oder foltern an das Völkerrecht zu halten. Entsprechend willkürlich erscheint es, jetzt gegenüber Russland eine konsequent harte Linie fahren zu wollen.
Lindner hat recht: Es muss Spielraum für Verhandlungen mit Moskau geben. Auch geringere entgegenkommende Schritte Russlands als die Rückgabe der Krim müssen vom Westen honoriert werden können, wenn das die Gesamtsituation verbessert.

Die Presse allerdings sieht ihre Aufgabe wohl vor allem darin, die FDP als echte Alternative zu CDU und SPD zu verhindern und präventiv herunterzuschreiben.
Dabei würden wir gerade jetzt neue Impulse in der Politik brauchen, und Lindern ist in der Lage, solche Impulse zu liefern.

Der (ideologisierte) Kampf um den Diesel, und die verschwiegenen Nachrüstmöglichkeiten

Der Diesel-Abgas-Skandal hat etwas gezeigt, was oftmals unter den Tisch gekehrt wird: Wenn die Abgasreinigung vernünftig eingestellt ist und genug Harnstoff genutzt wird, funktioniert sie sehr gut.

Darum verstehe ich die Debatte um Fahrverbote oder Umrüstungen nicht.
Ganz offensichtlich ist es möglich, Diesel so zu bauen, dass sie wenige Stickoxide und Rußpartikel ausstoßen, und sogar einen Euro-5-Diesel kann man für 1.500€ auf Euro-6-Plus aufrüsten. (Siehe auch hier.)

Es wird wieder so getan, als könnte man die alten Autos nicht umrüsten oder als sei das viel zu teuer, und es gäbe nur die Alternative zwischen Nichts-Tun oder Stillegung. Aber das ist offensichtlich alles Bullshit, mit dem die Öffentlichkeit tagtäglich in die Irre geführt wird.

Recherchiert eigentlich noch irgendjemand im Journalismus? Dass es kostengünstige Nachrüstmöglichkeiten für alle alten Diesel gibt, die nicht teuer sind, wurde in den vielen Radio- und Fernsehsendungen, Zeitungsartikeln etc. die ich in den letzten Wochen gehört, gesehen und gelesen habe, nie thematisiert. Was soll das?

Die Linksextremen, der Kapitalismus, Schumpeter, und der „expanding circle“

Es ist einigermaßen schade, dass diesen Artikel möglicherweise kein Linksradikaler jemals lesen wird, aber dennoch schreibe ich ihn auch für alle Linksradikalen die wahrscheinlich tatsächlich hoffen, durch den Kampf gegen den Kapitalismus würden sie die Welt besser machen.

Damit komme ich zu Schumpeter, einem österreichischen Ökonomen, der die interessante, für Linksextreme sicher bizarr anmutende Theorie erdacht hat, der Kapitalismus sei der Weg zum Sozialismus. Ganz verkürzt1 führe der Kapitalismus zur Produktion von immer mehr Gütern, die für immer mehr Menschen erschwinglich werden, mit immer weniger menschlicher Arbeit, und irgendwann dann wäre vielleicht für jeden Menschen fast alles sehr günstig verfügbar und jeder hätte alles was er braucht, und diese Gesellschaft sei dann ununterscheidbar vom Sozialismus. Und tatsächlich sind es gerade die reichen kapitalistischen Gesellschaften, in denen immer mal wieder über das BGE nachgedacht wird, und in denen vielleicht irgendwann wirklich alle Güter des täglichen Bedarfs aus vollautomatischen Fabriken kommen werden, so dass dann alle Menschen vielleicht wirklich von unkreativen und unbefriedigenden Tätigkeiten befreit wären.
Vielleicht kämpfen also die Linksextremen gegen den einzigen realistischen Weg zum Sozialismus?
Denn ich habe den Eindruck, wie man den Sozialismus auf andere Art realisieren könnte, haben die Linksextremen nicht die geringste Idee. Die bizarre Theorie eines österreichischen Ökonomen ist also möglicherweise der einzige Weg zum Sozialismus, den es überhaupt gibt. Der Kampf der Linksextremen gegen den Kapitalismus wäre dann eine epische Tragödie.

Damit möchte ich zu Peter Singer kommen, der das Buch „The expanding circle“ geschrieben hat, das eine Theorie enthält, warum und wie die Menschheit immer friedlicher geworden ist über die letzten Jahrhunderte. Ganz verkürzt besagt die Theorie, dass der Mensch Empathie nur für diejenigen empfindet, die er als nützlich sieht. Sieht ein Stamm Fremde als Konkurrenten, werden sie bekämpft. Sind sie Handelspartner, werden sie wertvoll, und darum werden sie in den Kreis derer mit aufgenommen, für die man Empathie empfindet, und die man nicht bekämpft. Und dieser Kreis, daher der Titel des Buches, wird immer größer.
Die Theorie ist relativ gut geeignet zu erklären, wie sich über die Jahrhunderte der Kreis derjenigen, mit denen man keine Konflikte anzettelt, von Dörfern und Städten über Fürstentümer und Königreiche, Nationalstaaten und mittlerweise Staatenverbünde ausgeweitet hat.
Wissensaustausch und Handel sind nach dieser Theorie der Grund, warum wir immer mehr Menschen als gleichwertig und nützlich sehen, und darum deswegen Krieg immer seltener und die Welt insgesamt friedlicher wird, auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt und immer wieder Menschen genug Habgier und Hass aufbringen, um andere Gruppen zu ent-menschlichen, aus ihrem Kreis der Empathie auszuschließen, und anzugreifen.

Griechenland hat finanzielle Probleme, und viele Menschen in der EU würden Griechenland gerne nicht weiter unterstützen. Die Solidarität zu Griechenland bröckelt. Aber sie hält noch, weil die wirtschaftlichen Verknüpfungen zu Griechenland so eng sind, dass ein Fallen-Lassen in Europa Kreise ziehen würde. Vermögen und Ersparnisse von anderen Europäern wären gefährdet. Nicht zuletzt aus Egoismus also zieht man die Griechen weiter mit, denn der Nutzen der Hilfen überwiegt (vermuteterweise) die Kosten. Und auch die USA, Japan, China, weitere asiatische Staaten, Australien gehören zu dem Kreis der Staaten, mit denen man sich in Deutschland verbunden fühlt, weil sie uns auf die eine oder andere Art nutzen.
Venezuela und irgendwelche „failed states“ in Afrika hingegen interessieren uns in Europa weniger. Sie sind nicht Teil unseres „Kreises“ der Staaten, mit denen wir empathisch sind, weil wir mit ihnen zusammenhängen. Linksradikale finden das weniger gut. Sie wollen nichts weniger als die internationale Solidarität. Aber wie will man diese erzeugen? Gibt es da Ideen?
Bessere Ideen als die Einbindung in das globale Wirtschaftssystem, dass — bei aller Unfairness — bisher noch immer allen Staaten ausreichende Möglichkeiten zum wirtschaftlichen Aufstieg geboten hat? Auch Staaten ohne Rohstoffe wie Japan oder Stadtstaaten wie Singapur oder ländlichen Staaten wie Indien?
So blöd das für Linksextreme klingen mag: Der Kapitalismus erzeugt nicht nur Ausbeutung, er erzeugt auch Handel, Verbindungen,
Austausch, Empathie, und sehr häufig erzeugt die wirtschaftliche Verflechtung Aller mittel- und langfristig auch Frieden.
Der Kapitalismus vergrößert also den Kreis der Empathie immer weiter, weil die wirtschaftliche Verflechtung immer mehr Menschen für uns wertvoll werden lässt. Wir werden empathisch, weil wir Egoisten sind, und nicht, weil das Zentralkomitee der Internationalen uns Solidarität mit Land XY verordnet hat, was im übrigen noch nie funktioniert hat. Auch nicht in der DDR.

Gerade Gruppen, die außerhalb ihrer eigenen politischen Gruppe (der Linksradikalen) alle Menschen als Nazis und Feinde sehen, sollten sich fragen, ob ihr Ansatz, internationale Solidarität zu erreichen, funktionieren kann. Wenn man nicht mal mit den meisten Menschen in der eigenen Stadt solidarisch ist, wenn der eigene „Kreis der Empathie“ nur das eigene kleine politische Lager umfasst, wenn man kein Problem damit hat, Polizisten zu ent-menschlichen und völlig empathielos gegen sie vorzugehen, dann ist man möglicherweise nicht wirklich auf dem Weg zu internationaler Solidarität, sondern auf dem Rückweg in den Tribalismus, hin zu Chaos, Krieg und Zerstörung.

  1. und aus meiner Erinnerung heraus erzählt []

Wir brauchen die „Landfriedensbruch-Versicherung“

Wenn Randalierer oder irgendwelche (nach eigener Ansicht) politischen Gruppen Autos zerstören, Fenster einschlagen und Läden plündern, dann hilft den Opfern meist nur eine (private) Versicherung. Die danach natürlich teurer wird. Und beim zweiten Vorfall möglicherweise kündigt.

Das bedeutet: Wo sich rechtsfreie Räume auftun, wo der Staat seine Bürger nicht mehr schützen kann, wo Kriminelle Sachbeschädigungen begehen, dort bleiben die Bürger meist auf den Schäden sitzen. Egal ob Neonazis oder Linksradikale Bürger terrorisieren, die Folgeschäden aus dem Staatsversagen sind Privatsache. Nur wenn die Justiz — viel zu selten — einen Angreifer überführen kann, besteht die Möglichkeit, auf Schadenersatz zu klagen. Und darum funktioniert diese Form von Terror meist sehr gut.

Ich halte es für falsch, die Radikalen mit dieser Strategie erfolgreich sein zu lassen.

Eine „Landfriedensbruch-Versicherung“1 sollte daher alle Schäden, die durch Randalierer entstehen, inklusive Verdienstausfällen, ausgleichen.

Olaf Scholz und Angela Merkel haben nach den Krawallen in Hamburg bereits Entschädigungen für die Opfer angekündigt. Aber warum sollte die Entschädigung der Bürger eine Art „Gnadenrecht“ sein, das die Politik nur gewährt, wenn die Medienaufmerksamkeit groß ist, und außerdem Wahljahr? Eine Entschädigung sollte nicht die Ausnahme sein, sondern die Regel.

Dann könnten rechte und linke Gruppen Ladenbesitzer und Politiker nicht mehr so einfach durch Sachbeschädigungen in die Knie zwingen oder gar vertreiben und dadurch „linke“ und „rechte“ Gegenden schaffen, wo Meinungsfreiheit, freie Entfaltung der Persönlichkeit und andere Rechte nicht mehr wirklich gelten. Vielmehr wäre jede solche Aktion nur ein weiteres Risiko, erwischt zu werden, und keine existenzbedrohende Schädigung der Betroffenen mehr.

Dann würde es sich für Landesregierungen nicht mehr lohnen, Stellen bei der Polizei zu sparen und von innerer Sicherheit immer nur zu reden.
Dann würde sich vielmehr bald rechnen, konsequent gegen Gewalttäter vorzugehen.
Eine andere oder bessere Möglichkeit, politische motivierte Gewalt oder auch organisierte Kriminalität, die mit solchen Methoden arbeitet, sehe ich nicht. Darum sollte die „Landfriedensbruch-Versicherung“ Realität werden. Falls jemand ganz Mächtiges das hier liest 🙂

  1. Diese Versicherung sollte eher ein staatlicher Fonds sein, der die Schäden bezahlt, als eine wirkliche Versicherung, und durch Steuern finanziert werden. []

Onyx konstruiert Widersprüche – Männlichkeitsbild

Bei Alles Evolution gibt es einen Artikel über einen Artikel von Onyx über Widersprüche in der von ihr so genannten „antifeministischen Weltsicht“.

Ich sehe aber im Artikel von Onyx gewisse logische Fehler in den (konstruierten) Widersprüchen.

Sie schreibt im Abschnitt „Männlichkeitsbild“:

Antifeministen beklagen seit Jahren (nicht zu Unrecht), dass der Gewaltopferschutz für Männer in Deutschland bisher eher ein stiefkindliches Dasein fristet und nicht wirklich beachtet wird. Was sie dabei natürlich nicht erkennen, ist die Tatsache, dass sie die Ursachen dafür meist gleich selbst mitliefern.(…)

Was dann noch folgt ist ein Rant darüber, dass Antifeministen „schwache“ Männer verspotten und nicht ernst nehmen würden. Und das soll dann die Ursache dafür sein, dass Gewaltopferschutz für Männer in Deutschland ein stiefkindliches Dasein fristet.

Es ist natürlich richtig, dass manche Maskulinisten „schwache“ Männer verspotten, aber inwiefern können die Gedanken einer vergleichsweise kleinen Gruppe von Männern Ursache dafür sein, dass (auch sonst) niemand Männer als Opfer von Gewalt ernst nimmt?
Und auch wenn alle Männer außer den Opfern von Gewalt selbst Männer als Opfer von Gewalt nicht ernst nähmen, sollte das doch kein Grund für Feministinnen sein, ebenso zu verfahren.

Zudem sind männliche Opfer von Gewalt, MGTOW-Pick-Up-Artist-Maskulinisten und Männerrechtler keine deckungsgleichen Gruppen und bestehen auch nicht notwendigerweise durchgehend aus Antifeministen.

Es müsste also korrekt heißen: „Männerrechtler beklagen seit Jahren (…)“ … und dann müsste davon die Rede sein, dass Maskulinisten männliche Opfer von Gewalt verspotten.

Damit wäre der rhetorische Trick von Onyx aufgedeckt, alle Männer in einen Topf zu werfen um so einen Widerspruch zu konstruieren, wo keiner ist.
Es gibt nämlich keinen, denn Männerrechtler und Maskulinisten sind unterschiedliche Gruppen, die selbstverständlich unterschiedliche Dinge sagen können, die sich widersprechen. Nur indem man diese beiden Gruppen unzulässigerweise zu einer verrührt kann man so tun, als wenn in der selben Gruppe gleichzeitig zwei sich widersprechende Ansichten als wahr betrachtet würden.

Des weiteren ist die These, dass Maskulinisten die Ursache dafür sein sollen, dass sogar Feministinnen Männer als Opfern nicht ernst nehmen, schlicht absurd.

Es handelt sich hier meiner Meinung nach um eine Schutzbehauptung von Onyx, um den „Gender Empathy Gap“ gegenüber Männern zu rechtfertigen und es so darzustellen, als wäre die Gleichgültigkeit des Feminismus gegenüber männlichen Opfern von Gewalt und das Ausblieben jeglicher feministischer Initiativen, auch männliche Opfer von Gewalt zu schützen, nicht etwa eine Folge von mangelnder Empathie oder sogar Antipathie für Männer im Feminismus, sondern die Schuld irgendwelcher Männer, hier eben der Maskulinisten.