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Das Scheitern von Jamaika und die Neutralität der Medien

In die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wird die Bundestagswahl 2017 nicht nur wegen des erstmaligen Einzugs von sieben Parteien in den Bundestag eingehen, sondern auch wegen der interessanten Auswirkungen, die diese Wahl (möglicherweise) gesellschaftlich haben wird.

Denn es ist — meiner Meinung nach — dieses Mal besonders gut zu erkennen, was alles für Versuche gestartet werden, die Meinungshoheit zu erobern.

Die konzertierten Angriffe aller Parteien und vieler Medien auf die FDP, weil diese sich diesmal prinzipientreu und nicht zu faulen Kompromissen gezeigt hat, sind entlarvend. Denn jedermann weiß ja, dass die FDP, hätte sie sich anders verhalten, ebenso runtergemacht worden wäre. Und es weiß auch jeder, dass man — sogar mit mehr Berechtigung — auch die Grünen oder die SPD für das vorläufige Scheitern der Regierungsbildung verantwortlich machen müsste.

Das Meinungskartell der linksliberalen Medien mit seiner blinden Wut auf die FDP wird durch die Massivität, Aggressivität und Einseitigkeit des FDP-Bashings klar erkennbar.

Das ganze Gerede von staatspolitischer Verantwortung und Wählerauftrag ist ebenso klar als verzweifelter Versuch zu begreifen, doch noch irgendeine sozialdemokratisch-grüne Regierung zustande zu bringen. Und das, obwohl die Mehrheit der Deutschen 2017 klar konservativer gewählt hat als noch 2013. Von 2013 bis 2017 gab es eine rot-rot-grüne Mehrheit im Bundestag, also eine Mehrheit klar links der Mitte, jetzt gäbe es theoretisch eine gelb-schwarz-hellblaue Mehrheit, also eine Mehrheit deutlich rechts der Mitte.

Der Wählerauftrag, wenn es soetwas überhaupt gibt, lautet also ganz sicher nicht „Bitte weitere Jahre konturlose Regierung Merkel“. Er lautet wohl eher: Bitte weniger links-naive Politik. Bitte weniger Weltrettungs-Utopien. Bitte mehr Konzentration auf konkrete Themen, die den Menschen wichtig sind wie Altersarmut, Pflege, Wirtschaft, Europa, Rente, Verteidigung, innere Sicherheit.

Dass die meisten Medien so tun, als wäre das nicht zu erkennen, weil für sie nicht sein kann, was nicht sein darf, wird die Glaubwürdigkeit der Medien zumindest in den Teilen der Bevölkerung weiter untergraben, die die Meinung dieser etablierten sozialdemokratisch-grün angehauchten Medien nicht teilen.

#Ohne mich, Frauen, Männer, Impulskontrolle

Auf Zeit-Online hat gerade der Artikel #OhneMich viel Aufmerksamkeit.

Jetzt ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Artikel als „Victim Blaming“ angegriffen werden wird.

Die Frage, ob bestimmte Kleidung Übergriffe wahrscheinlicher macht oder nicht, ist aber keine Frage von Schuld (Schuld ist natürlich immer der Täter), sondern eine Frage davon, ob es so etwas wie „sexy“ Kleidung (was ja zufällig von Sex kommt), also Kleidung, die die sexuelle Anziehung erhöht, überhaupt gibt.

Mal angenommen, es gäbe diese Art von Kleidung, und sie sei so entworfen und dazu geeignet, die sexuelle Anziehung auf Männer zu verstärken, und deren Impulskontrolle herabzusetzen; dann wäre es logisch, dass ein Tragen solcher Kleidung die Wahrscheinlichkeit, belästigt zu werden, im Schnitt erhöhen müsste.

Und mal angenommen, es gäbe diese Art von Kleidung nicht, bzw. sie sei auf Männer in Hinsicht auf die sexuelle Anziehung und Impulskontrolle vollkommen wirkungslos. Dann müsste man sich ernsthaft fragen, warum Frauen allerlei wenig praktischer und bequeme „sexy“ Sachen tragen, und warum im Bereich der Sexdienstleistung die Anbieterinnen nicht einfach im Jogging-Anzug zur Arbeit kommen.

Abhängig also davon, ob es „sexy“ Kleidung gibt und ob diese tendenziell eine Auswirkung auf das Risiko hat, Opfer sexueller Belästigung zu werden, wäre es also entweder verantwortungsbewusst oder frauenfeindlich, Frauen dazu zu raten, bezüglich Kleidung und Aktivitäten das mögliche Risiko einzuschätzen und es ggf. zu minimieren; durch entsprechende Modifikation des eigenen Verhaltens.

Das BVerfG und das Dritte Geschlecht

Das Bundesverfassungsgericht hat dem Bundestag bzw. der Regierung aufgetragen, das Personenstandsrecht zu ändern.
Menschen, die nicht eindeutig einem Geschlecht zu geordnet werden können, sollen das Recht haben, ein „Drittes Geschlecht“ im Personenstandsregister einzutragen.

Diese Entscheidung ist richtig, denn ohne Zweifel gibt es Menschen, die chromosomal / genetisch keinem der beiden Geschlechter eindeutig zugeordnet werden können, und die ggf. auch von der äußeren Erscheinung her „zwischen“ den Geschlechtern stehen. Die Entscheidung, das zu berücksichtigen und keine (willkürliche) Zuordnung zu einem der beiden biologischen Geschlechter zu erzwingen ist darum faktenbasiert und richtig.
Die „Binärität“ des „Geschlechtersystems“ an sich wird darum natürlich nicht aufgehoben, denn die Tatsache, dass es biologisch gesehen zwei Geschlechter gibt und jeder fertile Mensch einem dieser Geschlechter angehören muss, besteht weiter. Dafür aber wird nun auch der biologischen Tatsache Rechnung getragen, dass nicht jeder Mensch in seiner Entwicklung bei einem dieser Geschlechter ankommt.

Die Entscheidung ist kein Triumph der Gender-Aktivisten, denn das vom BVerfG verordnete dritte Geschlecht ist kein Ich-will-aber-Hirngespinst verwirrter Anhänger der Gender-Ideologie, sondern hat einen realen Hintergrund.

Wer bei dieser Entscheidung eigentlich „verloren“ hat, wenn man denn einen Verlierer suchen möchte, sind die Große Koalition bzw. Rot/Rot/Grün, die bekanntermaßen im Bundestag von 2013 bis 2017 die Mehrheit hatten.

Die möglicherweise am ehesten zuständige SPD-Ministerin Manuela Schwesig hat, anstatt die Sache mit den Intersexuellen zu regeln, bevor es das Bundesverfassungsgericht tun muss, ihre Zeit lieber mit großen Kampagnen über den angeblichen Gender-Pay-Gap verplempert und grenzdebile Projekte wie das „Doppeleinhorn“ konzipieren lassen, Ex-StaSi-Mitarbeiterinnen gefördert und Geld für alles mögliche Weitere rausgeschmissen.
Und auch der Rest von Regierung und Bundestag haben sich anscheinend einen Scheiß um die Anliegen der Intersexuellen gekümmert.

Der berechtigte Sieg vor dem Verfassungsgericht ist daher vor allem auch eine Niederlage vieler jener Politiker, die jetzt plötzlich gratulieren und behaupten sich zu freuen, obwohl sie sich vorher nie um das Thema gekümmert geschweige denn sich dafür eingesetzt habe.

Reden, die niemand hält: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Aus meiner neuen Serie „Reden, die niemand hält“:

„Sehr geehrte Damen und Herren!

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat seit der Gründung der Bundesrepublik der Bevölkerung gute Dienste geleistet und seine Aufgabe der Grundversorgung der Bevölkerung mit Informationen erfüllt.
Dabei hat er, durch die verschiedenen Rundfunkanstalten der ARD, zumeist ein politisch ausgewogenes Angebot offeriert.
Doch heute gibt es die neuen Medien. Verlage, Zeitungen, private Fernsehsender bieten ein ebenso breit aufgestelltes, wenn nicht sogar von der Meinungsvielfalt diverseres Informationsangebot im Internet, textuell und auch als Video oder Live-Stream. Jeder Bürger kann heute die Massen per Youtube oder über andere Dienste erreichen. Nur der Staat behindert das bisher mit der Verpflichtung, dafür eine Rundfunklizenz zu beantragen und einen Jugendschutzbeauftragten zu benennen.
Tatsächlich ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk heute nicht mehr derart nötig, wie noch vor 30 Jahren; jedenfalls gibt es heute keinen Grund, darum der ÖR ständig weiter wächst und sein Angebot ausbaut, obwohl er sich darauf beschränken sollte dort das bestehende Angebot zu ergänzen, wo aus kommerziellen Erwägungen von Privaten nichts kommt. Der Kinderkanal, Phoenix, arte, 3Sat, der Deutschlandfunk, das sind möglicherweise Sender, die eine Existenzberechtigung haben, weil sie Qualitätsfernsehen bieten dass an anderer Stelle nicht zu finanzieren wäre.
Aber der Zwangsgebührenzahler sollte weder für Sportveranstaltungen zahlen, wo gedopte Hochleistungssportler, die nach Ende ihrer Karriere körperlich am Ende sind, sich „zur Mehrung des Ruhmes ihrer Vaterländer“ selbst kaputt machen, noch sollte er seichte Unterhaltung finanzieren.
ARD und ZDF, meine Damen und Herren, brauchen wir heute nicht mehr, jedenfalls nicht beide. Und wir brauchen auch keine zig dritten Programme mit weiteren Regionalfenstern. Behalten wir doch die Regionalfenster, aber legen einige der dritten Programme zusammen!
Wenn ich beim zappen „Rosamunde Pilcher“ sehe und daran denke, dass die Gebührenzahler diese seichte Unterhaltung finanzieren müssen, weil irgendein Frühstücksdirektor beim zwangsfinanzierten Fernsehen das so beschlossen hat, weil das angeblich der Grundversorgung der Bevölkerung dient ‐ dann regt mich das durchaus auf!
Solche Dinge könnten sie auch bei RTL sehen; wenn es jemand sehen will, senden die Privatsender sowas, so wie sie auch Sendungen mit volkstümlicher Musik ins Programm nehmen, wenn die Quoten stimmen. Warum sollen die Gebührenzahler für immer mehr Sender zahlen, die zum Großteil niemand sieht? Wollen wir immer mehr Menschen im Apparat der öffentlich-rechtlichen Medien beschäftigen und die Staatsquote immer weiter erhöhen, um, wie mir scheint, mit immer höherem Aufwand gegen das wachsende Angebot anderer Medien anzukämpfen? Nur um die Bedeutung des ÖR quasi ins 21te Jahrhundert zu retten, in dem man mit immer höherem Aufwand versucht eine Mindest-Einschaltquote für den ÖR zu halten?!
Das, meine Damen und Herren, nämlich die eigene Bedeutung zu sichern, zum Beispiel durch teure Sportübertragungen, und auszubauen, zum Beispiel durch immer neue Angebote, auch im Internet, ist nicht die Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks! Die Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kann allein sein, das bestehende Angebot dort zu ergänzen, wo es nötig erscheint, mehr gibt auch die rechtliche Situation nicht her.

Darum brauchen wir eine Trendwende. Eine Konsolidierung der Sender auf das heute Notwendige. Ein Streichen aller Inhalte, die Private in ähnlicher Qualität bieten, gerade bei fragwürdigen Sportübertragungen. Und eine Reduzierung der Kosten.
Hand auf’s Herz: Wer bietet die besseren, unabhängigeren, vielfältigeren Informationen? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, oder das Internet? Und warum kostet der ÖR pro Monat fast 18 Euro, und eine Internet-Flatrate bekommt man schon für die Hälfte?
Der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit beim öffentlich rechtlichen Rundfunk und die hohen Kosten dafür lassen sich den Menschen zunehmen nicht mehr vermitteln. Wir als Politiker müssen das ansprechen. Wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass zwischen Politik und öffentlich-rechtlichem Rundfunk eine Vetternwirtschaft existiert, mit einer wechselseitigen Abhängigkeit, die dazu führt, dass die Politik dem ÖR immer mehr Geld in den Rachen wirft.
Packen wir das Thema endlich an. Sorgen wir dafür, dass sich der ÖR auf Themen konzentriert, die private Anbieter weniger gut abdecken. Beenden wir den eitlen Kampf des ÖR dafür, die eigene Bedeutung zu erhalten in einer Welt, wo der deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunk zwangsläufig immer unbedeutender wird, in einer sich ständig erweiternden Medienlandschaft wo heute Gott-sei-Dank auch jeder beliebige Bürger ein Youtube-Star sein kann. Und senken wir die Belastung der Menschen durch einen Zwangsbeitrag, dessen Sinn immer weniger Menschen verstehen.

Vielen Dank.“

Reden, die niemand hält: Mietkosten in Unistädten

Ich möchte eine Serie von Artikeln beginnen die „Reden, die niemand hält“ heißt. Dabei geht es um Reden, die ich gerne mal von Politikern hören würde, einfach nur so, weil ich finde, dass bestimmte Stimmen und Aspekte in der politischen Debatte fehlen.

„Sehr geehrte Damen und Herren!

Seit Jahren wird über steigende Mietkosten geklagt. Die Menschen zieht es in die Städte, und die Städte werden immer größer.
Wo immer mehr Menschen wohnen, steigen Umweltverschmutzung, Verkehr, und Mietkosten. Weitere Verdichtung der Bebauung und Ausweisen von immer neuem Bauland ist teilwese weder sinnvoll, noch möglich, oder würde die Lebensqualität weiter verringern.
Auf dem Land, in der Peripherie, gibt es vielleicht geringere Baukosten, aber keine Arbeit. Digitalisierung und Möglichkeiten zur „Telepräsenz“ zum Trotz.
Was auf dem Land fehlt, sind Arbeit, aber auch Arbeitskräfte. Wer eröffnet eine Firma dort, wo er keine Arbeitskräfte finden wird? Es ist ein Teufelskreis der dazu führt, dass nur die Städte immer weiter wachsen.
Aber es gäbe einen Ausweg. Gründen wir doch einfach wieder mehr Universitäten! Es ist doch lächerlich, dass wir von der Wissensgesellschaft sprechen, immer mehr Menschen studieren, die Städte immer größer werden, die Mieten immer stärker steigen, aber niemand auf die Idee kommt weitere Städte mit Universitäten auszustatten.
Wo eine Universität steht, dort siedeln sich Studenten und auch Firmen an. Dort wachsen die Städte. Entlasten wir die bestehenden Universitäten und bauen Unis in Miltenberg oder Schönewalde. Sparen wir Geld für den Ausbau der Universitäten, indem wir dort bauen, wo Bauland noch günstig ist. Lassen wir die Studenten Geld sparen für Wohnungen, lassen wir neue Städte entstehen, neue Firmen und Industrien!

Unsere bisherige Politik, die großen Universitäten immer noch größer werden zu lassen und über den Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu jammern ist erkennbar gescheitert. Hören wir auf uns etwas vorzumachen und tun wir das naheliegende: Neue Universitäten gründen. Was Fürsten getan und gekonnt haben, um ihr Land zu fördern, können wir auch heute und sollten es machen. Das wird viel Geld kosten, aber es wird sich lohnen.
Vielen Dank.“

#notheidisgirls oder wie der Netzfeminismus jungen Frauen die Fähigkeit zu selbstbestimmtem Handeln abspricht

Angesichts der drohenden neuen Staffel von Germany’s Next Topmodel wittert der Netzfeminismus wieder ein Chance, sich wichtig zu machen zum Kampf gegen die angebliche Reduzierung von Frauen auf Schönheit etc. zu blasen.

Was die Netzfeministinnen aber mal wieder vollkommen übersehen ist, dass die Teilnehmerinnen bei GNTM dort freiwillig mitmachen.

Wenn man Frauen ernst nimmt, dann muss man ihnen auch die Eigenverantwortung und Selbstbestimmung (englisch „agency“) zusprechen, die Entscheidung zu treffen, an einer Casting-Show wie GNTM teilzunehmen.

Und das tut der Netzfeminismus nicht. Statt dessen stellt er die Teilnehmerinnen als dumme Hascherl, manipulierte Agentinnen des Patriarchats, blauäugige oberflächliche Beauty-Idiotinnen und Fashion-Victims hin. Das ist kein „Empowerment“, dass ist das Gegenteil, nämlich Frauen die Urteilsfähigkeit und Selbstbestimmung abzusprechen und sie zu hilflosen Objekten gesellschaftlich-medialer Beinflussung zu erklären.1

Feministinnen sollten junge Frauen gefälligst als handelnde Personen ernst nehmen, die aus eigenem Antrieb heraus selbstbestimmt abgewogene Entscheidungen treffen (können), anstatt vorzuleben, wie man Frauen als zu jung, zu dumm, oder als zu Eigenverantwortung nicht fähige Wesen hinstellt.

Keiner heutigen Teilnehmerin von GNTM mit IQ über Raumtemperatur kann nach gefühlten 20 Staffeln entgangen sein, dass es bei GNTM vor allem darum geht, Rasierer, Uhren und Kleinwagen im Rahmen einer Art Reality-Show zu vermarkten, und dass der Job eines Models vor allem darin besteht, Designern und Fotografen zu gefallen und Mode gut aussehen zu lassen.
Vorauszusetzen, dass die Teilnehmerinnen nicht begreifen können, worauf sie sich einlassen, bedeutet, sich über sie zu stellen und sie nicht ernst zu nehmen, weil man sich selbst für intellektuell überlegen hält.

Sicher, es gibt in jeder Staffel „Zählkandidatinnen“, deren Chancen auf den Sieg eher gering sind und die anscheinend aus dramaturgischen bzw. Diversity-Gründen noch ein paar Folgen mitgeschleppt werden nachdem sich schon abzeichnet, dass sie nie gewinnen könnten. Aber werden diese Kandidatinnen, an die sich nach einem Jahr manchmal bereits niemand mehr erinnert, jetzt ausgenutzt, oder nutzen sie möglicherweise GNTM als Sprungbrett in eine Karriere als C-Promi?
Menderez aus DSDS lebt gerüchteweise ganz gut von seinem Job als Vorzeige-Totalausfall der deutschen Musikcastingshow Nummer eins. Ist er ein Idiot weil er es geschafft hat, aus fehlendem Talent und absoluter Schmerzfreiheit bezüglich öffentlicher Selbst-Demütigung Kapital zu schlagen? Oder sind diejenigen die Idioten, die ihn für einen Idioten halten, der nur vom Fernsehen vorgeführt wird?

Die Welt ist nicht schwarz und weiß, wie der Netzfeminismus sich das vorstellt bzw. uns glauben machen will, dass sie wäre. Manche Kandidatinnen bei GNTM mögen naive kleine Mädchen sein, die vom Fernsehen verarscht werden, manche sind sicher höchst reflektierte Unternehmerinnen in eigener Sache, die die Chancen nutzen, die GNTM möglicherweise auch bietet; und wenn es nur die Möglichkeit ist, tausende Instagramm-Follower zu bekommen.

  1. Das Problem hier ist vor allem, dass Netzfeministinnen in dem festen Glauben leben, wenn nur alle Frauen intelligent und feministisch aufgeklärt wären, würden sie so denken (müssen!) wie Netzfeministinnen. Also müssen alle Frauen, die nicht so denken wie die Netzfeministinnen entweder dumm oder durch patriarchale Indoktrination verblendet sein. []

Mediale Analysen des AfD-Erfolgs auf Basis der Annahme, die Medien hätten Macht über die Wähler

In den Medien sind gerade Analysen der Gründe des Erfolges der AfD in Mode.

Haben die Medien zuviel über die AfD berichtet? Oder zu wenig? Oder falsch? Und wer ist jetzt am Erfolg der AfD schuld?

Auf das Naheliegende, Triviale kommt natürlich niemand: Die AfD hatte ein politisches Angebot, und die Menschen haben es gewählt, weil die anderen politischen Angebote weniger attraktiv waren.

Manche Menschen sind der Meinung, die Integration von Menschen aus islamischen Ländern habe bisher weniger gut funktioniert bzw. zur Bildung von Parallelgesellschaften geführt, die Probleme machen und damit eine Belastung für die Gesellschaft sind.
Manche Menschen sind der Meinung, Europa hat mit Euro- und Griechenlandkrise und dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine bereits genug Probleme, und sollte sich jetzt nicht noch Millionen Flüchtlinge ins Land holen, die mittel- bis langfristig Probleme verursachen könnten, denn manche Menschen sind skeptisch, welche Expertisen über die Migranten, die kommen, jetzt richtig sind. Ob sie hochmotiviert sind, schwer traumatisiert, größtenteils ungebildet, überwiegend wertvoll für den Arbeitsmarkt? Die Berichte widersprechen sich, darum sind die Menschen misstrauisch.
Manche Menschen sind der Meinung, man könne mehr Flüchtlinge besser und kostengünstiger versorgen, wenn man sie in der Nähe ihrer Herkunftsstaaten unterbringt, zu Preisen, die weit unterhalb des mitteleuropäischen Preisniveaus liegen.

Und manche Menschen lehnen aus diesen Gründen Migration einfach komplett ab.

Aber diese Meinung mancher Menschen wurde nicht für legitim gehalten, sondern für egoistisch, menschenfeindlich und rechts.
Die Medienmacher wollten diese Meinung nicht hören und auch nicht ernsthaft diskutieren.

Nun sind die Massenmedien im Zeitalter des Internets weitgehend machtlos. Was sie nicht transportieren, transportiert das Internet.

Die etablierten Parteien wollten kein politisches Angebot für die Menschen machen, die Migration ablehnen. Die AfD hat dieses Angebot gemacht, und es wurde angenommen, obwohl die AfD mit ihren Rechtsaußen wie Höcke etc. auch viele Menschen abgeschreckt hat. Es ist ja kein Zufall, dass die FDP plötzlich über 10% kommt. Sie hat vom scheinbar harten Kurs von Christian Lindner profitiert, der versprochen hatte, Einwanderung zu regeln, und Menschen, deren Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist, auch tatsächlich wieder abzuschieben; gleichzeitig aber mit einem Einwanderungsgesetz ein Schlupfloch für alle zu schaffen, die zu Integration und Bildung bereit und fähig sind.

Es ist also eigentlich klar, warum die AfD in den Bundestag gekommen ist.
Es hat nichts mit den Medien zu tun, denn die haben gar nicht mehr die Macht, die Meinung der Menschen zu steuern. Denn es gibt viele Medien, und noch dazu dutzende Webseiten, Blogs, Gruppen in sozialen Medien.
Schuld sind vor allem die Wähler, die das politische Angebot der AfD nachgefragt haben, und zum Teil auch die Parteien, die alle in die Mitte gerückt sind und damit den Raum geschaffen haben, in dem sich die AfD etablieren konnte.
Eigentlich ganz einfach, und offensichtlich zu einfach und außerdem unbegreiflich für politische Journalisten, die wahrscheinlich noch mehrere Wochen grübeln werden, warum die AfD erfolgreich war, weil sie von der falschen Annahme ausgehen, die Medien hätten tatsächlich noch Macht über die Wähler, und müssten darum ein wichtiger Faktor gewesen sein.

Wie die FDP zweistellig bleiben kann oder: Wechselwähler als dornige Chancen

Die FDP hat gewonnen, aber auch ein Problem.

Sie hat — höchstwahrscheinlich — sehr viele Protest- und Wechselwähler angezogen, denen die AfD zu extrem war, die CDU zu weit nach links gerückt, und die SPD generell zu schwach. Diese Wähler werden die FDP nicht noch einmal wählen, wenn diese jetzt die Hoffnungen enttäuscht, die man in sie gesetzt hat.

Aber wie sagt man in der Lindner-FDP: Diese Nicht-Kernwähler sind allesamt dornige Chancen.

Was die FDP darum meiner Meinung nach jetzt tun muss ist, konsequent die „sozialliberal-rechtsstaatliche Alternative“ zu CDU/CSU/SPD/Grünen weiterzuspielen. Irgendwie hart, aber fair oder auch herzlich, sozusagen. Schröder-SPD, Bürgerrechts-Piraten, und Buschkowsky-SPD in einem. Außerdem natürlich ein wenig grün. So wie in der Zeit der sozialliberalen Koalition, wo es die FDP war, die das Bundesumweltamt maßgeblich mitgegründet hat.

Mental die 70er zurückzuholen könnte generell lohnend sein. Da wurde noch hart gestritten und weniger politisch korrekt nichts gesagt. Christian Lindner könnte den modernen Helmut Schmidt geben. Weniger weichgespült als die Kanzlerin, hart in der Sache, gradlinig, meinungsstark.

Ich glaube, genau diese Qualitäten sind es, die viele ehemalige CDU und SPD-Wähler in der heutigen Politik vermissen. Jemanden, der Hartz-IV auch mal im Kern verteidigt. Der anspricht, dass ein dauerhaftes Bleiberecht nur bekommen darf, wer sich integriert hat und ein Auskommen vorweisen kann. Der das Narrativ vom 21%-Gender-Pay-Gap hinterfragt und aus einer Nicht-Gleichverteilung von Männern und Frauen im Bereich Autoscooter-Fahrkarten-Kontrolle keine Benachteiligung von Frauen herausinterpretiert.

Jemand, der die Herausforderungen einer Welt mit Putin, Trump, Erdogan und Jong-Un annimmt und statt zu moralisieren im Hier und Jetzt pragmatische Schritte geht, die einer Strategie folgen.

Liberale Werte, Gleichberechtigung und gesunder Menschenverstand sowie Verantwortungsethik müssen einfach wieder einen Platz haben in der politischen Debatte.

Die aktuellen FDP-Wähler sind nicht mehrheitlich Leih-Wähler von der CDU, die schwarz-gelb wollten. Es sind Wähler, die alles außer CDU wollten. Das eröffnet der FDP die Chance, mit ungekannter Härte ihre Ziele zu verfolgen. Nötigenfalls, indem man mit der Opposition stimmt oder die Koalition scheitern lässt. Das wichtigste ist jetzt ein eigenständiges Profil und Selbstbehauptung gegenüber der Union und anderen.

Dann könnte die FDP meiner Meinung nach auch baldigen Neuwahlen gelassen entgegensehen.

Margarete Stokowski beweist den Gender Pay Gap (oder so)

Die unglaubliche Frau Stokowski hat mal wieder einen Artikel bei Spiegel Online platzieren können, wo man anscheinend weiterhin hofft, mit Mimimi-Feminismus junge Leserinnen an sich binden zu können.

Ich denke allerdings, man unterschätzt bei Spiegel Online die Damenwelt ein wenig, denn warum sollten intelligente junge Frauen den oberflächlichen vulgärfeministischen Quatsch lesen und dann auch noch mögen, den Frau Stokowski schreibt? Diese oberflächlichen Polemiken, die immer eher mäßig recherchiert sind, stets an den Fakten vorbei gehen, aber dafür stramm am gender-feministischen Dogma ausgerichtet?

Diesmal behauptet Frau Stokowski, alle Argumente gegen die Existenz des „Gender Pay Gap“ seien schwach, und versucht diese quasi zu entkräften und die Existenz des Gender Pay Gap zu „beweisen“.

Schwach sind aber vor allem ihre Gegen-Gegen-Argumente; Beweise für die Existenz des Gaps bleibt sie schuldig.

Wenn sie zum Beispiel den bereinigten Gender Pay Gap „zu Diamant gepresste[n] reine[n] Sexismus“ nennt, offenbart sie damit, dass sie nicht verstanden hat1, dass die 2-7% bereinigter Gender Pay Gap NICHT notwendigerweise durch Sexismus bedingt sind. Der bereinigte Gender Pay Gap ist vielmehr die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, in Bezug auf welche man NICHT weiß, wodurch diese bedingt wird.
Das könnte Zufall sein, oder eine höhere Bereitschaft von Männern, für höheren Lohn den Job zu wechseln. Für ca. 14-19% des unbereinigten Gender-Pay-Gap von 21% kennt man die Einfluss-Faktoren bereits und weiß also, dass für diese Sexismus NICHT der Grund ist.

Nur für in der Wolle gefärbte Feministinnen wie Frau Stokowski, die überall Sexismus sehen *wollen*, und die sich auf falsche Umkehrschlüsse spezialisiert haben, ist die einzige mögliche Erklärung für die bisher nicht erklärbaren übrigen 2-7% Sexismus.

Natürlich hat Frau Stokowski gute Gründe so zu tun, als wären mindestens 2-7% des Gender-Pay-Gap, vielleicht aber auch indirekt die ganzen 21%, durch Sexismus bedingt.
Denn wenn sich die Nicht-Existenz einer Lohnbenachteiligung von Frauen herausstellen sollte, und gar die Nicht-Existenz eines Patriarchats (das alle Frauen unterdrückt und Kolumnistinnen wie Frau Stokowski nur als Schoßhündchen hält, quasi als Pseudo-Opposition oder Opium für das Weibsvolk), dann würde am Ende niemand mehr Geld zahlen für feministische Aufrege-Artikel über die herbeiphantasierte Unterdrückung und Benachteiligung der Frau. Und Frau Stokowski müsste Flaschen sammeln.

Schlimmer noch als das schwache Argument für den Gender-Pay-Gap im ersten Absatz ist das im Zweiten.
Dort behauptet sie:

Pflege-, Erziehungs- oder Serviceberufe zum Beispiel sind unter anderem deswegen schlecht bezahlt, weil von Frauen ausgeführte Arbeit als weniger wert angesehen wird

Wenn das nicht reiner Sexismus ist?
Wer genau sieht angeblich von Frauen ausgeführte Arbeit als weniger Wert an? „Die Gesellschaft“?!? Und wenn das so sein sollte… besteht die nicht zu mehr als der Hälfte aus Frauen? Gibt es für diese These irgendwelche Belege?

Ich denke, den allermeisten Menschen ist es egal, ob eine Arbeit von einem Mann, einer Frau oder einem Roboter ausgeführt wird, wenn sie nur gut gemacht wird. Ob der Klempner oder Anstreicher oder der Koch oder der Taxifahrer, die Lehrerin, Polizistin, Möbelpackerin oder Installateurin eine Frau ist, ist mir jedenfalls vollkommen wumpe.
Die groteske Idee, die Arbeit von Frauen werde als weniger wertvoll angesehen weil sie eine Frau gemacht hat kann nur haben, wer schon mit dem Dogma, das müsse so sein im Hinterkopf anfängt nachzudenken.

Und dann noch zum dritten Abschnitt (die letzten beiden noch zu behandeln habe ich keine Lust):

Mythos 3: Wir haben eine Kanzlerin, Girls, ihr könnt alles werden, und wenn ihr es nicht werdet, dann selber schuld. – Falsch. Erfolgreiche Frauen in obersten Positionen können Vorbotinnen eines Machtwandels sein, aber sie sind nicht notwendigerweise der Beleg für seinen Abschluss. Warum sollte das so sein? Ist Rassismus in den USA weg, weil Obama Präsident war?

Was Frau Stokowski wohl sagen will ist, es sei ein Mythos, dass Frauen alles werden können was sie wollen. Dass Frau Merkel Kanzlerin ist beweise — zusammengefasst — nicht, dass Frauen in Deutschland alles werden könnten.
Soweit so gut, Frau Stokowski. Natürlich beweist die Tatsache, dass Frau Merkel Kanzlerin ist gar nichts, aber unter uns: Sie, geehrte Frau Stokowski, müssten Ihre gewagte These beweisen, Frauen könnten in Deutschland nicht alles werden. Sie müssten aufzeigen, in welchen Berufen Frauen aufgrund von Sexismus (und nicht aus anderen Gründen) in Deutschland nicht reüssieren. Natürlich können Frauen in Deutschland von Gesetzes wegen alles werden was sie wollen, außer möglicherweise Kampfschwimmerin oder Bademeister in einem Hammam. Sie behaupten das Gegenteil, darum liegt die Beweislast bei Ihnen.

  1. oder nicht verstehen kann oder will []

Die Grünen auf dem Rückweg zum Fundamental-Pazifismus?

Soeben erhielt ich von der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ im Namen von deren sympathischem Kandidaten eine Wahlwerbebroschüre.

Darin enthalten ist die außenpolitische Forderung:

In Zukunft soll Deutschland weniger Waffen exportieren und selbstverständlich nicht in Kriegs- und Krisengebiete.

Das klingt natürlich erstmal super. Eine friedlichere Welt dank weniger Waffen, kein Anheizen von Kriegen in Krisengebieten, toll…

Aber die Forderung ergibt bei genauerem Nachdenken dennoch keinen Sinn, denn es fallen einem gleich jede Menge Einwände ein.

Was ist zum Beispiel, wenn irgendein Land ein Nachbarland annektiert oder bedroht. Soll ja vorkommen. Das ist dann natürlich eine Krise. Wollen wir dann die Angegriffenen ohne Waffen hilflos dasitzen lassen? Die Grünen anscheinend schon.

Haben die die Lehren aus dem Balkan-Krieg vergessen? Hätten die Grünen die Gegner des „IS“ ohne Waffen untergehen lassen?

Und … was soll „weniger Waffen“ liefern eigentlich genau heißen? Weniger Kilo, weniger Geldwert, weniger Stück? Statt 100 Pistolen nur 20 Panzer? Oder messen die Grünen das jetzt in „Mega-Töt“ oder Quadratkilometer-Bedrohungs-Einheiten? Welches Waffenexport-Jahr ist eigentlich der Referenzzeitpunkt?

Es tut mir ja fast leid, aber „weniger Waffen exportieren“ klingt irgendwie doch eher nach einer blöden Wahlkampf-Wohlfühl-Forderung, vor allem auch weil man das bezogen auf Deutschland fordert, in einer globalisierten Welt, wo Rheinmetall Waffen auch in der Türkei produzieren kann. Oder wo auch immer man die nicht hin exportieren will.

Und wenn man Waffen nicht in Kriegs- und Krisengebiete liefern will, welchen Sinn ergibt es dann überhaupt, Waffen zu liefern?
Entweder man möchte Waffen zur Verfügung stellen, damit bestimmte Leute sich verteidigen können – dann darf man den Nachschub im Kriegs- oder Krisenfall natürlich nicht abschneiden. Oder, man möchte nicht, dass bestimmte Leute sich verteidigen können – dann darf man auch zu Friedenszeiten keine Waffen dorthin liefern, damit im Krisen- oder Kriegsfall nicht schon welche da sein.

Entweder man will gar keine Waffenproduktion mehr (was auch eher wenig bringen würde, solange man kein Monopol hat), oder aber man präsentiert ein sinnvolles Konzept, welche Waffenexporte man in Zukunft verhindern will. Das Konzept der Grünen – weniger, nicht in Krisenregionen – ist so nicht sinnvoll.

Warum versuchen die Grünen trotzdem, mit dem Unsinn Wahlwerbung zu machen?