Archiv der Kategorie: Uncategorized

Habeck kann Kanzler!

In der Corona-Krise wirkt die Polit-PR des Grünen Twitter Teams seltsam hohl und leer:

Konkret schlägt Robert Habeck z.B. vor: mehr medizinische Geräte, Schutzkleidung, Testkapazitäten, Forschung an Therapien und Impfstoffen. Auch eine App könnte helfen, um Kontaktverbote aufzuheben. Aber die Nutzung dieser App und die Auswertung der Daten muss freiwillig sein.

Wenn Online-Schach ein pay-to-win Spiel wäre

Online-Spiele, in denen man Dinge zukaufen kann, um schneller voranzukommen oder um wahrscheinlicher zu gewinnen, sind eine Plage.
Der Spieler verliert Lebenszeit und Geld, der Hersteller zockt ihn mit immer neuen Erweiterungen und sucht-fördernden Spielelementen ab.

Es ist unfair, die Chancen auf Erfolg davon abhängig zu machen, wieviel Geld jemand investiert hat; ebenso ist es natürlich reichlich dumm, bei solchen Spielen mitzuspielen.

Das ist einfach nachzuvollziehen, wenn man sich vorstellt, es gäbe ein Upgrade-System beim Online-Schach.

Anfänger starten nur mit 4 Bauern und einem König. Zusätzliche Bauern kosten 20 Cent. Züge mit Bauern und König sind kostenlos!
Man kann die Bauern auch upgraden, und zwar zu Springern. Das Bauer-Springer-Upgrade kostet 1€.
Springer kann man auch zu Türmen upgraden, was 2€ kostet, und Türme für nur 5€ zu Läufern, und dann für nur 10€ zu einer Dame.
Wobei „der Fairness halber“ die Zahl der Springer, Läufer und Türme auf jeweils 2 begrenzt ist und man nur eine Dame haben darf.

Weiterhin kostet der Fairness halber ein Zug mit Türmen oder Läufern 10 Cent und ein Zug mit einem Springer 20 Cent. Ein Zug mit der Dame 30 Cent. Pro gezogenem Feld.

Klingt das nicht völlig absurd? Niemand würde unter diesen Bedingungen Online-Schach spielen. Obwohl beim Schach zumindest irgendwann das Spiel vorbei ist, was bei Online-Spielen eher nicht der Fall ist.

Daran sollte man denken, bevor man Zeit oder Geld in irgendwelche Spiele steckt, wo das Upgrade-System endlos ist und das Spiel immer weiter geht. Das einzige, was man in so einem Spiel erreichen kann, ist, auf Augenhöhe mit anderen Leuten zu kommen, die auch so blöd sind, jede Menge echtes Geld für virtuelle Dinge auszugeben. Die irgendwann dann auch mit diesem schalen Gefühl, sich haben abzocken zu lassen dastehen und sich fragen werden, wo eigentlich das ganze Geld und die Zeit hin sind, die man besser hätte nutzen können.

Das Bundesarbeitsministerium ruft (verklausuliert) zum Rechtsbruch auf

In der FAZ liest man:

Das Bundesarbeitsministerium appellierte an alle Arbeitgeber, pragmatische Lösungen mit ihren Beschäftigten zu finden. Auf die Schließung von Schulen und Kindergärten könne mit Homeoffice, kreativen Arbeitszeitmodellen, der Nutzung von Urlaub und Arbeitszeitkonten reagiert werden, sagte ein Sprecher.

Wenn von „kreativen“ Lösungen geredet wird, aber nicht gesagt wird, worum es genau geht, sollten bei jedermann die Alarmglocken schrillen:
„Kreativ“ als Beschreibung für Lösungen weist üblicherweise auf Illegalität hin.

Ja, wenn man die Kinder zuhause betreuen muss, kann man möglicherweise die 11 Stunden Pausenzeit zwischen Ende und erneutem Beginn der Arbeit nicht einhalten, die in §5 des Arbeitszeitgesetzes gefordert werden.

Und das nicht nur in Zeiten einer Pandemie. Wenn das auch dem Bundesarbeitsministerium aufgefallen ist, warum wird dann das beschissene Gesetz nicht geändert? Warum fordert das Ministerium statt dessen verklausuliert zum Rechtsbruch auf? Geht’s noch?

Die künstliche Aufregung über die AfD-Stimmen wird sogar der taz zu viel

In der taz ist for kurzem ein Artikel erschienen, in dem selbst ein Autor der taz der Meinung zu sein scheint, dass die Aufregung über die Wahl eine FDP-Manns durch die AfD vielleicht doch etwas übertreiben sein könnte.

Etwas peinlich für die Linke dürfte auch sein, dass ein Ramelow-Vertrauter noch am 5.2. nicht explizit ausgeschlossen hatte, dass die Linke im Fall einer Minderheitsregierung Gesetze auch mit Stimmen der AfD beschließen könnte. Wenn es richtig gute Gesetze wäre, oder auf kommunaler Ebene; so richtig kommt das bei Benjamin Hoffs Versuch, der Frage auszuweichen, leider nicht heraus: https://twitter.com/Hallaschka_HH/status/1228963517098856448

Merkwürdig also, dass die Wahl eines FDP-Ministerpräsidenten ein Tabubruch historischen Ausmaßes gewesen sein soll. Denn anscheinend wäre Zustimmung durch die AfD „für die gute Sache“ für die Linke sonst kein grundsätzliches Problem. Sonst hätte Hoff sicher genau so deutlich wie Christian Lindner gesagt, dass die Linke eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausschließt?

Gesundheit ist keine Ware, aber Wettbewerb brauchen wir trotzdem

Es ist ein Elend mit dem Gesundheitssystem. Es soll gut funktionieren und für alle da sein, aber gleichzeitig soll es auch möglichst wenig kosten.

Die Privatisierung von Kliniken war eine Idee, durch marktwirtschaftliche Mechanismen die Effizienz zu erhöhen, aber wenn man sich betrachtet, wie das System gerade so läuft, funktioniert es offensichtlich nicht besonders gut.
Überall zu wenig Personal, Geburtsstationen werden geschlossen, weil sie sich nicht lohnen, und wenn eine Corona-Pandemie kommen sollte, dann Gnade uns Gott, denn anscheinend hat unsere Kanzlerin das ganze System kaputtsparen lassen.

Das System der Fallpauschalen ist offensichtlich schlecht. Wenn Ärzte Geld verlieren, wenn Sie einen Patienten länger als die vorgesehenen wenigen Minuten behandeln, und damit der menschliche Arzt der Dumme ist, ist das nicht gut. Andererseits wäre es auch nicht schlau, Ärzte pauschal zu bezahlen, so dass sie auch im Pausenraum Kaffee trinken können, ohne irgendjemanden zu behandeln, und genau so viel Geld verdienen wie ein Arzt, der sich reinhängt. Wer mit geringeren Mitteln die gleichen Erfolg erzielt wie jemand anderes mit großem Material- und Geräteaufwand, muss ebenfalls besser dastehen.

Wie könnte man das Problem also lösen? Meine Idee wäre ein System, wo erfasst wird, welche Kliniken oder Praxen welche Diagnosen mit welchem finanziellen Aufwand und welchem Ergebnis bewältigen.
Die Kliniken oder Praxen, die dauerhaft weit von der Pareto-Front entfernt sind, werden geschlossen (bzw. bei freiberuflichen Ärzten oder privaten Kliniken vom Kassensystem ausgeschlossen) oder personell umstrukturiert (bei öffentlichen Stellen).
Die Kliniken oder Praxen, die nahe an der Pareto-Front liegen (also nicht deutlich schlechter als möglich arbeiten), bekommen Boni für ihre Mitarbeiter.
So gibt es einen Wettbewerb um die beste Behandlung, ohne aber durch eine unterkomplexe Maßnahme wie einen Kostendeckelung mit Fallpauschalen zu provozieren, dass zu Lasten der Patienten versucht wird, aus jedem Fall möglichst viel Deckungsbeitrag herauszuschlagen.

Whatsapp auf neues Handy umziehen

Zuerst einmal: Whatsapp ist böse und sollte von niemandem benutzt werden!

Aber wenn dann doch jemand unbedingt sein Whatsapp umziehen will auf ein neues Handy — so geht es (meiner Erfahrung nach, Stand Januar 2020):

  1. Schritt: Prüfen, welche Software-Version das alte Handy hat (Aufschreiben?)
  2. Schritt: Backup auf dem alten Handy erstellen: WhatsApp -> Weitere Optionen – > Einstellungen -> Chats -> Chat-Backup -> SICHERN; das funktioniert — obwohl das Symbol nach Cloud aussieht — auch ohne Google Cloud, eine lokale Kopie wird ebenfalls erstellt. Mit einem Dateimanager prüfen, ob im internen Speicher (seltener: Sd-Karte) der Ordner whatsapp/databases eine gerade eben erst erstellte Datenbank msgstore.db.crypt12 enthält. Falls ja, enthält diese das gerade eben erstelle Backup.
  3. Schritt: Whatsapp auf dem neuen Handy installieren; das dient nur dazu, dass man den WhatsApp-Datenbank-Ordner auf dem neuen Handy lokalisieren kann. Tipp: Man muss die SIM-Karte nicht in das neue Handy tun, man kann die Aktivierungs-SMS auch auf dem alten Handy empfangen und den Code auf dem neuen Handy eingeben.
  4. Schritt: Sicherstellen, dass neues und altes Handy die gleiche Software-Version benutzen.
  5. Schritt: Whatsapp auf dem neuen Handy deinstallieren (Warum? Damit man dem Whatsapp die Datenbank des alten Handys unterschieben kann).
  6. Schritt: Die aktuelle msgstore.db.crypt12-Datei vom alten Handy auf das neue Handy in den Ordner whatsapp/databases kopieren.
  7. Schritt: Das neue Handy (sicherheitshalber) neu starten (Damit ggf. irgendwelche Caches etc. gelöscht werden).
  8. Schritt: Whatsapp auf dem neuen Handy installieren und starten (die SIM-Karte kann immer noch im alten Handy bleiben); die Option „Wiederherstellen“ sollte nach der Aktivierung angeboten werden! Falls nicht: Weiß auch nicht… Nochmal probieren?
  9. Schritt: Wiederherstellen auswählen, warten, und fertig
  10. Schritt: Ggf. SIM-Karte ins neue Handy stecken

Mannsein für Anfänger – Abenteuer mit Männerrechtlern

Zur Sendung von Mithu Sanyal auf SWR2 am heutigen Sonntag, den zweiten Februar 2020 um 14:05 möchte ich ein paar Dinge anmerken:

1. An mehreren Stellen spricht die Autorin von „Maskulinisten“ und tut so, als wären die Begriffe „Männerrechtler“, „Maskulist“ und „Maskulinist“ gleichbedeutend.
Da die Begriffe z.B. in der Wikipedia strikt unterschieden werden und „Maskulinismus“ explizit für Vertreter einer Ideologie männlicher Überlegenheit steht, muss man sich fragen, ob die Autorin nicht richtig recherchiert hat, oder ob sie absichtlich alle Männerrechtler und auch z.B. die sogenannten „Weltraumaffen“ in einen Topf mit „Männlichen-Überlegenheits-Ideologen“ werfen wollte. Beides wäre irgendwie enttäuschend. Aber als Männerrechtler ist man ja Kummer und die Qualität staatlich geförderten Journalismus‘ gewohnt.1

2. An einer Stelle kommt der Gender-Forscher Andreas Hechler zu Wort. Er sagt unter anderem

Männer haben in unserer Gesellschaft Nachteile, sie sind aber nicht benachteiligt.“

oder

Also es gibt Nachteile, aber es gibt auch ganz erhebliche Vorteile und Privilegien und das kommt da [bei den Männerrechtlern] nicht mehr vor.

Das ist insofern interessant, als dass hier mit zweierlei Maß gemessen zu werden scheint. Warum sollten Männerrechtler „Frauen mitdenken“ bzw. „vorkommen lassen“, wenn doch umgekehrt Feministinnen so gut wie nie auf irgendwelche Probleme von Männern eingehen? Im Gegenteil, wenn Männer Ansprüche anmelden oder auch nur fragen, wie man ggf. mit (gleichwertigen oder gravierenderen) Problemen von Männern umzugehen gedenke, werden diese Frage mit Sprüchen von „Male tears“, von „Fragiler Männlichkeit“, mit der Anschuldigung des „Whataboutism“ und zahlreichen aggressiven anderen rhetorischen Techniken abgebügelt und z.B. als „Derailing“ delegitimiert.

Warum genau sollten Männerrechtler sich nicht nur für Männerrechte einsetzen, wenn Feministinnen das vollkommen unangefochten tun dürfen?
Hat da der Genderforscher Hechler sexistische Stereotypen im Hinterkopf die ihm einflüstern, es könne doch nicht sein, dass sich Männer für eigene Interessen einsetzen, ohne Frauen und Kindern den Vortritt zu lassen? So wie (der Legende nach) Männer früher heldisch zu ertrinken hatten, wenn in den Rettungsbooten nur Platz für Frauen und Kinder war?
Hier hätte ich mir gewünscht, dass hinterfragt würde, warum es denn illegitim sein solle, wenn Männer sich nur für ihre eigene Gruppe und ihre Interessen einsetzen, obwohl Frauen das seit 100 Jahren tun. Wo ist da die kritische Distanz?
Mir scheint es wirklich so, als wäre auch in den Hirnen der wokesten Genderwissenschaftler die Vorstellung vorherrschend, Männer müssten einen wohlwollenden Paternalismus leben, aufgrund dessen Männer immer auch für das Wohl von Frauen verantwortlich seien, Frauen aber für eher wenig, im Zweifel noch nicht mal für ihre eigenen Straftaten (Gender Jail Gap). (Männerrechtler sprechen auch manchmal von „Femaly Hypoagency“)

3. Gleich nach diesem Abschnitt mit Andreas Hechler kommt folgender Teil von Mithu Sanyal:

Zum Beispiel: Männer sind in Politik, Wirtschaft und Medien deutlich besser repräsentiert als Frauen. Das geht so weit, dass im Fernsehen auf jede Frau zwei Männer kommen, es sei denn, sie ist über 50, dann kommen auf sie dreimal so viele Männer.

Warum fällt Frau Sanyal nicht auf, wie sie hier auf den „Trugschluss der Komposition“ hereinfällt, also auf den Irrtum, aus der Betrachtung der Spitze der Gesellschaft könne man darauf schießen, dass in der gesamten Gesellschaft Männer mehr Macht und die besseren Rollen bzw. Posten hätten?
Warum sollte der Anteil von Männern in den Spitzenpositionen von Politik, Wirtschaft und Medien etwas über die Männer als Gesamtheit aussagen? Was nutzt es dem männlichen Individuum, wenn andere Männer „ungerechtfertigt erfolgreich“ sind?
Sie tut hier genau das, was Andreas Hechler den Männerrechtlern vorwirft, nämlich einseitig nur entweder Vorteile oder Nachteile aufzuzählen. Dass Männer auch die erdrückende Mehrzahl der Paketboten und Obdachlosen und Opfer von Gewalttaten stellen wäre eine wichtige Information gewesen, um das scheinbare männliche Privileg, häufiger im Fernsehen zu erscheinen und Spitzenpositionen in der Wirtschaft zu besetzen — das nur ganz ganz wenige Männer genießen — wieder zu relativieren.

Man muss wohl davon ausgehen, dass Frau Sanyal bei der Endredaktion Ihres Beitrags auf Unterstützung durch Nicht-Feministen verzichtet hat. Das ist schade, denn sonst hätte der Beitrag, der sich in großen Teilen wohltuend von der üblichen radikalfeministischen männerfeindlichen Hetze absetzt, noch reflektierter und handwerklich besser werden können.
So müssen wir wohl noch etwas länger auf einen geschlechterpolitischen Beitrag ohne feministische Schlagseite im ÖRR warten.


Was mir noch aufgefallen ist beim x-ten Lesen des Transkripts; folgender Part ist fast etwas goldig… die Autorin/Feministin (Jahrgang 1971) ist verunsichert, und braucht einen White Knight, der ihre feministische Überzeugung wieder bestärkt. (Mit illegitimen Vorwürfen gegen Männerrechtler, wie oben ausgeführt.)

Autorin: (…) Doch, um ganz ehrlich zu sein, bin ich inzwischen so verunsichert, dass ich Hilfe brauche. Vielleicht gehe ich ja den Männerrechtlern auf den Leim. Ich finde diese Hilfe bei Andreas Hechler, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Bildungsreferent des Forschungsinstituts Dissens, das patriarchatskritische Jungen- und Männerarbeit macht.

  1. Sarkasmus!! []

Heute ist Equal Work Fatality Day!

Laut statistischem Bundesamt sind 93,6% der im Job tödlich Verunglückten Männer.

Das heißt, wären ab dem 1.1. dieses Jahres bis heute nur Frauen tödlich bei der Arbeit verunglückt, würden für den Rest des Jahres 2020 nur noch Männer sterben.

Irgendwelche Kampagnen des Ministeriums für alle außer Männer, diese Ungleichverteilung durch Maßnahmen zu verringern, sind natürlich nicht bekannt. Muss was mit dem „Gender Empathy Gap“ zu tun haben.

Enno Park, radikaler Feminismus und „weibliche Unterverantwortlichkeit“

Enno Park hat auf Twitter einen Thread geschrieben, in dem er dafür argumentiert, dass unverpartnerte Männer weiterhin nicht automatisch das Sorgerecht für ihr Kind bekommen sollten.

Das Szenario ist, dass eine Frau freiwillig mit einem Mann geschlafen und nicht verhütet hat. Sie bekommt ein Kind, und dann stellt sie fest, dass sie nicht mit dem Vater zurecht kommt.

Ein automatisches geteiltes Sorgerecht würde ihr nun die Möglichkeit nehmen, den Vater des Kindes einfach zu „entsorgen“, nämlich den Kontakt abzubrechen und wegzuziehen und das Kind ohne Vater aufwachsen zu lassen:

Bild von einem Thread von Enno Park

Nun hat ein Kind immer zwei Eltern, und jedes Kind sollte meiner Meinung nach das Recht haben, mit beiden Eltern Kontakt zu haben und über das Zusammenleben mit den Eltern zu erfahren, wo es herkommt, wer es ist, und woher es ggf. auch bestimmte Eigenheiten hat.

Das ist Herrn Park aber egal, denn anscheinend denkt er feministisch, und wenn man feministisch denkt, sieht man überall nur noch „Machtstrukturen“, so wie man sprichwörtlich überall Nägel sieht, wenn man einen Hammer hat. Wenn man feministisch denkt, ist folglich das Kindeswohl egal, und nur die Interessen der Mutter sind relevant. Wichtig ist vor allem, dass Frauen alle Macht haben, und Männer möglichst gar keine, erst recht, wenn man sie zu „Spermagebern“ umgeframed hat.

Dieses Framing eines Mannes zum „Spermageber“ ist einigermaßen männerverachtend, denn es reduziert den Mann auf seine biologische Funktion. Dieses Framing dient dazu, die „Mutter“ ganz im Sinne traditioneller Weiblichkeitsvorstellungen als einzig wahre und „natürliche“ Bezugsperson eines Kindes zu framen. Die Mutter ist also wichtig und hat einen Anspruch auf das Kind — weil sie am meisten „daran gearbeitet“ hat?
Der Vater hingegen ist nur „Spermageber“, hat nichts geleistet, und darum auch keinen Anspruch auf Kontakt oder irgendwas. Das ist der Frame, den Enno Park hier aufspannt. Ein kaltherziger Frame, der Männern jegliche emotionale Bindung zu ihrem Kind abspricht oder diese als irrelevant abtut, ein biologistischer Frame, der den „Reproduktionsaufwand“ der Partner gegeneinander aufrechnet, und ein traditionell-rückschrittlicher Frame, der die Wichtigkeit der „Mutter“ mit naturrechtlichen Argumenten begründet und die Unwichtigkeit des Vaters entgegen aktueller Erkenntnisse als gegeben annimmt, obwohl die Mutter für einen Säugling dank der modernen Medizin und Milchersatz aktuell nach der 30ten Schwangerschaftswoche durchaus verzichtbar ist; man entschuldige den Zynismus.

Wie man sich als angeblich progressiver Feminist veranlasst sehen kann, so einen absurden Frame aufzubauen, ist mir schleierhaft.
Es scheint so, als würde man sich ziemlich schnell verrennen, wenn man alles nur unter dem Aspekt betrachtet, irgendwo könnten Männer Macht über Frauen haben und dies sei um jeden Preis zu verhindern.

Bei einer einigermaßen rationalen Betrachtung müsste man aber doch auch als Feminist davon ausgehen, dass Frauen vernunftbegabte Wesen sind, die Verantwortung für ihre Entscheidungen tragen können und müssen.
Wenn eine Frau also freiwillig Sex hat und bewusst nicht verhütet, dann sollte man doch auch als Feminist voraussetzen, dass sie die Konsequenzen dieser Entscheidung kennt und trägt.

Und hier sehe ich ein Grundproblem des aktuellen (radikalen) Feminismus, nämlich die ungleiche Zuweisung von Verantwortung.

Angenommen ein Mann und eine Frau haben Sex, es entsteht ein Kind. Dann soll laut „Feminismus“ nach Art von Enno Park und Antje Schrupp der Mann keine Rechte bekommen, aber Unterhalt zahlen, und die Frau alle Rechte bekommen, inklusive des Rechtes, über das Kind zu verfügen, diesem den Kontakt zum Vater zu verwehren und sich faktisch vom Mann aushalten zu lassen. Der „Spermageber“ trägt also die volle Verantwortung für seinen „geringen Beitrag“ zum Kind und soll alle Pflichten, aber keine Rechte bekommen, die „Mutter“ hingegen bekommt alle Rechte, und nur die Pflichten, die sie sich aufgrund ihrer „Mutterinstinkte“ selbst auferlegt (sie kann das Kind natürlich auch in eine Babyklappe werfen oder ab einem Alter von ca. 18 Monaten in die staatlich garantierte Ganztagesbetreuung stecken).

Diese geschlechtsabhängig unterschiedlich starke Zuweisung von Verantwortung wird von einigen Männerrechtlern „female hypoagency“ genannt, grob übersetzt weibliche Unter-Verantwortlichkeit, und oft auch als Grund vermutet, warum weibliche Verbrecher geringere Stragen erhalten als männliche; eine Frau ist einfach weniger dafür verantwortlich, was sie tut, weil sie eine Frau ist. Es handelt sich um eine Art paternalistischen „positiven“ Seximus‘, der Frauen letzten Endes nicht als vollständig ernstzunehmende Menschen sieht, die die volle Verantwortung für ihre Entscheidungen tragen können, sondern weiterhin als (auch geistig) schwache Wesen, denen man nicht einmal die volle Verantwortung für das eigene Handeln zumuten kann. Das hat mit Gleichberechtigung natürlich nichts mehr zu tun.

Und das ist der Grund, warum Feminismus von Männer, aber auch von Frauen, eher als Ideologie zur Bevorteilung von Frauen gesehen wird als als Ansatz zur Herstellung von Gleichberechtigung. Denn wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen und Rechte und Pflichten gleich zu verteilen, verwandeln sich männliche und weibliche angebliche Feministen reihenweise in „weiße Ritter“, die für Frauen nur Vorteile und Privilegien wollen, und alle negativen Konsequenzen und alle Verantwortung vorzugsweise den Männern aufbürden wollen.

Wahrer Feminismus im Sinne von Gleichberechtigung und „Gleichverantwortung“ wäre es meiner Meinung nach, wenn man Frauen, die mit „dem falschen“ Mann ein Kind bekommen haben, einfach raten würde, beim nächsten Kind den Vater besser auszusuchen, und die Verantwortung für ihre schlechte Wahl zu tragen, bis das Kind 18 ist.

Der Girl’s day bzw. „Feminism by proxy“

Manchmal neige ich zum Hinterfragen von Dingen. Warum, zum Beispiel, gibt es eigentlich diesen „Girl’s Day“?

Trauen die feministischen Damen, die sich den Girl’s Day ausgedacht haben und damit seit Jahren versuchen, „Geschlechter-Stereotype“ zu überwinden, den jungen Damen von heute — wenig feministischer Weise — keine selbständige Entscheidung zu?

Ich glaube, der Grund für die Existenz des Girl’s Day ist noch viel schlimmer:

Dass die Berufswahl von Fauen und Männern heute immer noch deutlich geschlechterspezifisch ausfällt, und zwar deutlicher als in weniger feministischen Ländern, widerspricht der These, Frauen und Männer seien gleich und (soziales) Geschlecht nur sozial konstruiert, und damit müssten sich bei fortschreitender Gleichberechtigung auch die Berufsvorlieben irgendwann angleichen.

Um diese ärgerliche Abweichung der Realität von der Theorie zu korrigieren und die Praxis dem Dogma anzugleichen, wollen Feministinnen junge Frauen dazu treiben, MINT„-Fächer zu studieren. Um dies zu erreichen, wird der Girl’s Day seit Jahren immer stärker ausgebaut und gefördert.

Es geht meiner Meinung überhaupt nicht darum, die jungen Frauen zu fördern oder ihnen etwas Gutes zu tun – es geht darum, junge Frauen aus politischen Gründen gezielt in bestimmte Karrierepfade hineinzumanipulieren. Die jungen Frauen sollen stellvertretend für die Gender-Feministinnen erreichen, was diese1 nicht erreicht haben, nämlich Parität in bestimmten Berufen.

Das würde ich als „Feminism by proxy“ bezeichnen.

  1. weil sie lieber Gender-Feministinnen mit sicherer Stelle in der Verwaltung oder bei einer NGO geworden sind []