Archiv der Kategorie: Sarkasmus

„Faschisierung aus der Gamer-Szene“ oder: Mehr Unsinn im Freitag

Der Freitag ist, wie gesagt, eine tolle Zeitung, aber ich mache mir schon ein wenig Sorgen wegen der Qualität.

Da schreibt eine Autorin einen wirren Artikel über eine angebliche „Faschisierung“ der Gamer-Szene, der komplett in gender-pseudo-wissenschaftlichem Slang geschrieben ist.

Ein paar Zitate und Anmerkungen:

In Deutschland ist vor kurzem unter dem Hashtag #GamerleaksDE eine neue Öffentlichkeit entstanden, die die inneren Strukturen und radikalen Politisierungen der Gamer-Szene offenlegt.

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Bullshit-Strohmann-Feminismus-Artikel im Freitag

Der Freitag ist ohne Zweifel eine Bereicherung der deutschen Medienlandschaft.
Leider nicht immer im positiven Sinne, denn Elsa Koester nutzt das Medium, um einen, nun ja, wirklich schlechten Artikel unter das Volk zu bringen.

Er heißt „Rudel der Schuhgucker“ und gibt vor, feministisch zu sein.

In dem Artikel konstruiert sie die Situation, dass ein betrunkener Fußball-Proll ein Eisenbahnabteil mit provokativen, anzüglichen, beleidigenden Sprüchen terrorisiert.

Nun gut, das kommt vor, und ist der Grund, warum Menschen den Individualverkehr bevorzugen in einer Zeit, wo Polizei und Bahn anscheinend nicht mehr in der Lage sind, gute Sitten im öffentlichen Raum durchzusetzen, und gegen niemandem im Speziellen gerichtete „Hate Speech“ im Real Life wie seit jeher nicht justiziabel ist.

Aber tun wir mal so, als wäre diese konstruierte Situation nicht nur eine billige Kulisse für den Artikel, mit dem überzeichneten betrunkenen Fußball-Proll als Prototyp „toxischer Männlichkeit“, und der Artikel damit nicht bereits auf dem argumentativen Niveau der AfD, die auch gerne aus besonders krassen Einzelfällen ein Szenario allgegenwärtiger Bedrohung durch z.B. „kriminelle ausländische Messerstecher“ bastelt.

Und tun wir mal so, als wäre es nicht total merkwürdig, dass Männer-Gruppen im Artikel durchgehend als „Rudel“ bezeichnet werden. Und tun wir so, als wäre es (zumindest für Feministinnen) nicht biologistisch, dass die Autorin anscheinend davon ausgeht, dass es irgendwelche angeborenen Dominanz-Verhaltensweisen gibt, deren Wirkung sich niemand entziehen kann, obwohl sie gleichzeitig auch imaginiert, ein Opt-Out müsse möglich sein.

Also:

Der toxisch-männliche „Rudelführer“ betreibt Man-Spreading (Klischee lass nach!), und pöbelt herum:

„Was ist denn eigentlich mit deinem Prozess?“, pöbelt er seinen Kumpel gegenüber an. Der lacht dreckig, „joa, muss nächste Woche aussagen“. „Was sachst‘n du? Dass du der Fotze nichts getan hast, kannste ja schlecht behaupten, so, wie die hinterher aussah.“ Brüllendes Lachen bei vier der fünf Typen.

Angesichts der real existierenden Bedrohung durch den betrunkenen Fußball-Proll und seine kriminellen Freunde, tun die meisten Menschen im Wagen das, was kluge Menschen eben so tun: Wegschauen und sich nicht provozieren lassen. Denn Schaffner und Polizei sind wahrscheinlich weit weg, und sie wollen ja nur von A nach B, warum also sollten sie bei irgendwelchen Dominanz-Spielchen betrunkener Spacken mitspielen oder irgendwelche Risiken eingehen wegen Dingen, die sie nicht betreffen?

Das aber gefällt der Autorin nicht. Die Leute im Wagon sollten ihrer Meinung nach Aufstehen und dem Pöbler Paroli bieten!
Absurd ist aber, dass sie selbst schreibt

Dabei gibt es sie, die nichtpatriarchalen Männer. Sie reagieren nicht auf patriarchale Provokationen.

, aber genau das fordert, nämlich dass die Männer im Wagon auf die patriarchalen Provokationen des Fußball-Prolls reagieren und diesen mutig in die Schranken weisen müssten.

Aber man kann nicht beides haben: Männer, die „nichtpatriarchal“ nicht auf patriarchale Provokationen reagieren, und die gleichzeitig „wie echte Männer“ auf patriarchale Provokationen reagieren, wenn es im Sinne des Feminismus bzw. hilflos im Wagen herumhockender feministischer „Damsels in Distress“ wäre.

Die Autorin faselt von nichtpatriarchalen Männern, aber hackt gleichzeitig implizit auf den „unmännlichen“ Männern herum, die sie in ihrem konstruierten Artikel tatenlos auf ihre Schuhe sehen lässt, anstatt auf die unspezifisch in den Raum gebrüllten Provokationen mit ritterlichem Eingreifen im Sinne feministischer Korrektheit zu reagieren. Ohne dafür eine Trophäe zu erwarten, einfach nur, um Frauen zu unterstützen.1

Der Artikel ist voller solcher Widersprüche: Nicht nur wird von Männern Gegenleistungs-lose Ritterlichkeit zugunsten von Frauen erwartet.
Der junge Mann in der fünf-köpfigen Proll-Gruppe wird erst unsicher genannt, dann wird er kurzzeitig als ein Opfer des Patriarchats bezeichnet, dann ist er plötzlich „ein Knilch“, der verachtet wird wegen seiner Schwäche. War der „Zwang zur Stärke“ für Männer nicht gerade noch patriarchal?

Sie schreibt (über „die Männer“ im Wagen – Did she just assume their gender?):

Erstaunlicherweise sind die meisten von ihnen außer Stande, etwas gegen dieses System zu unternehmen, das in der Lage ist, einen Wagen von 20 Personen unter die Kontrolle eines Angetrunkenen zu bringen.

Aber sie gehört selbst zu der schweigenden Masse, tut nichts, als heimlich Blicke mit einer anderen Frau auszutauschen, um nach dieser sicher total empowernden Aktion genau so passiv zu bleiben wie alle anderen. Und sie verwechselt die Fähigkeit, auf einer Bank zu sitzen und sich daneben zu benehmen mit „Kontrolle“. Aber dass sie selbst sich anscheinend provoziert und gedemütigt fühlt und aus dem (biologistischen!) Dominanz-System mental nicht aussteigen kann heißt nicht notwendigerweise, dass die „Schuhgucker“ nicht gerade innerlich vollkommen frei sind, und den Betrunkenen einfach vor sich hin grölen lassen. Und einfach keine Lust haben, heute noch eine Notaufnahme zu besuchen oder polizeilich vernommen zu werden. Vielleicht sind die Schuhgucker einfach ein Stück weiter als sie.

Sie schreibt:

Wer unter dem Patriarchat leidet und es für falsch hält, soll sich gefälligst auflehnen. Warum tun sie es nicht? Feministinnen, Schwule, Transsexuelle riskieren dabei ihre körperliche Unversehrtheit, manchmal ihr Leben.

Warum diese Aufforderung nicht auch für die Autorin selbst gilt? Das ist einfach zu beantworten: Sie spricht von Männern. Männer sollen ihre Probleme lösen. Männer sollen ihre Unversehrheit riskieren und Betrunkene hindern, weitere unschöne, aber aufgrund der Unbestimmtheit nicht-justiziable Äußerungen zu tätigen, damit die Frau Feministin ungestört Zug fahren kann.

Genauer gesagt die angebliche Feministin, die davon spricht, dass Männer unter einem „Zwang zu Stärke“ leiden würden, aber selbst von starken Männern gerettet werden will. Die Männern angeblich zugestehen will, nicht stark sein zu müssen, und sich eben nicht von irgendwelchen Dominanz-Spielchen provozieren zu lassen, die aber im Zug keine Knilche und Schuhgucker gebrauchen kann, weil sie selbst nicht in der Lage ist, sich der Wirkung der Dominanz-Spielchen zu entziehen. Die zum Kämpfen auffordert, aber nicht selbst teilnehmen will. Die Frauen und Männer nicht nur ganz klar unterschiedet, sondern auch klare Rollen zuordnet. Anscheinend ist das Geschlecht doch zumindest immer dann nicht sozial konstruiert, wenn eine Feministin im Zug nach Männern sucht, die für sie andere Männer kontrollieren sollen… (Sarkasmus!)

Möglicherweise wollte Elsa Koester auch nur das Zeilenhonorar, anders kann man die Entstehung dieses inkonsistenten männerfeindlichen Blödsinns eigentlich nicht erklären.

So einen in sich widersprüchlichen Quatsch möchte ich im Freitag nicht noch einmal lesen. Gibt es beim Freitag keine Chefredaktion, die Artikel durchliest, bevor sie unter dem Label „Freitag“ ins Netz gestellt werden?

  1. Aber warum sollte das irgendein vernünftiger Mann für irgendeine wildfremde Frau im Zug tun? Seine Loyalität gilt vielleicht in erster Linie seiner Familie oder Parterin, die ihn gerne in einem Stück wiedersehen will []

Der „Alte Weiße Mann“ (AWM) als Marke™

Dank Jens Jessens Artikel „Der bedrohte Mann“ hat die Geschlechter-Debatte mal wieder etwas Fahrt aufgenommen.

Alter weißer Mann
(Alter weißer Mann)


Da der organisierte deutsche Neoliberale Genderfeminismus gar nicht glauben kann, dass ein Mann es mittlerweile für nötig hält, den ständigen Anfeindungen von sogenannten Feministinnen entgegenzutreten, hat man in diesem Lager jetzt sogar Angst, dass das ja als übermächtig imaginierte Patriachat hier jetzt doch bald zurückschlagen könne.

Das finde ich einigermaßen amüsant, denn es zeigt, dass weite Teile der (Netz-)(Gender-)Feministinnen in Deutschland tatsächlich der Verschwörungsideologie anhängen, es gebe ein phantomhaftes Gebilde namens „Patriarchat“, mittels dessen „die Männer“ sich irgendwie an der Macht hielten.

Das ist aber alles Blödsinn. Ich habe gestern mal versucht, meine „Privilegien zu reflektieren“, und bin zum Schluss gekommen, dass ich persönlich gar nichts gegen den Vorteil machen kann, den ich genieße, nämlich ein alter, weißer Mann zu sein.

Ich profitiere einfach davon, dass „alter weißer Mann“ eine großartige, etablierte Marke ist.
Denn gängige Vorurteile (im Zeitalter von Big-Data auch gerne: statistisch relevante empirische Erkenntnisse) besagen, dass alte weiße Männer zahlreiche positive Eigenschaften haben. Sie sind meist zuverlässig, ehrlich, leistungsbereit, friedlich, einfallsreich, solvent, riskio-avers und besitzen diese Eigenschaften im Vergleich mit anderen Gruppen in besonderem Maße. Junge Männer sind z.B. allgemein weniger friedlich, solvent, zuverlässig, und eher risiko-affin. Frauen sind im allgemeinen etwas weniger leistungsbereit, siehe z.B. die vielen in Teilzeit arbeitenden Frauen.

Das klingt vielleicht blöd, ist aber so. Und weil das so ist, profitiert meine AWM-Gruppe, natürlich inklusive leistungsbereiten und immer hervorragend gekleideten homosexuellen Angehörigen, von diesem Image. Wir, die AWM, sind ein Markenprodukt.
„Noone ever was fired for hiring an old white man“, könnte man sagen.

Und solange nicht alte weiße Männer anfangen so viel Mist zu bauen wie junge Männer, so gewalttätig zu sein wie Menschen mit anderer Sozialisation, Häuser zu verwohnen wie unterdrückte südosteuropäische Minderheiten mit Expertise im Hartz-IV-Betrug1, oder erstaunlich dumme und naive Dinge von uns zu geben wie prekär beschäftigte feministische Kolumnistinnen, solange wird man uns AWM lieber als Mieter, Nachbarn, Kollegen und Berater haben als andere Gruppen. Weil es mit uns einfach meistens doch ganz gut läuft. Weil wir auch im Ramadan mit voller Leistung arbeiten. Statistisch wahrscheinlich jedenfalls.

Ich kann als einzelner diesen guten Ruf bzw. diese positiven Vorurteile bzw. die „Marke Alter Weißer Mann“ gar nicht beschädigen.
Ich könnte vielleicht bei einer Bewerbung für eine Wohnung dazuschreiben „Bitte bevorzugen Sie mich nicht wegen meines biodeutschen Kartoffel-Namens und weil ich ein alter, weißer Mann bin, bei der Vergabe der Wohnung. Geben Sie bitte auch Flüchtlingen mit zig Kindern und Migranten mit interessantem Faible für extrem fett-reiches Kochen in ihrer kleinen Einbauküche eine Chance.“
Aber was würde das nützen? Im Zweifel oute ich mich damit nur als linksprogressive Weichei-Kartoffel, die sicher immer den Müll richtig trennen und die Miete pünktlich von ihrem Konto bei der GLS-Bank überweisen wird, und erhöhe damit meine Chancen auf die Wohnung. Oder ich versaue es mir damit, und bekomme dann von meiner anspruchsvollen Veganer-Freundin Ärger, weil ich doch bitte mal meine blöde Weicheier-Gutmenschen-Masche sein lassen soll, wenn es darum geht, dass sie die Instagramm-geeignete Loft-Wohnung mit begehbarem Kleiderschrank bekommt!

Nochmal: Nichts, was ich als Einzelner tun würde, könnte verhindern, dass ich weiter vom guten Image der Marke „AWM“ profitiere.
Alle schlimmen Dinge, die „AWM“ in der Geschichte getan haben, werden im Denken der meisten Menschen auf der Welt kompensiert durch die anderen positiven Dinge, die die AWM auch gebracht haben.2

Die einzige Möglichkeit, den überlegen positiven Ruf der Marke AWM zu erschüttern ist, dass andere Gruppen einfach noch besser sind.
Alte asiatische Männer zum Beispiel sind möglicherweise noch leistungsbereiter, fleißiger, intelligenter, und zuverlässiger als AWM. Und alle anderen Gruppen haben auch jederzeit die Chance, uns AWM im Ruf zu übertreffen. Sie müssen nur dauerhaft besser sein als „wir“.

Solange aber (queere/lesbische/feministische/schwarze/dicke) Feministinnen nur mit Leistung im „heiße Luft produzieren“ auffallen, wird Ihnen das nicht gelingen. Wir AWM werden dann weiter ihren digitalen Neid und Hass vor die digitale Haustür gekübelt bekommen, vorausgesetzt, ihre Medien haben in Zukunft noch die notwendige Reichweite, wenn wir vielleicht Medien mit AWM-feindlicher Ausrichtung nicht mehr kaufen oder subventionieren.
Aber das ist uns dann auch egal. Wir machen unser Ding, arbeiten, pflegen unsere Marke und profitieren davon.

  1. Tut mir ja auch leid, dass das bei AWM weniger häufig vorkommt… []
  2. Vielleicht ist es auch so, dass außer möglicherweise Feministinnen niemand glaubt, dass Nicht-AWM in den gleichen historischen Situationen irgendwie anders oder nobler gehandelt hätten als AWM. []

Rapsölverschwörung!!!1!

Angeregt durch irgendwelche (AFAIK bisher nicht reproduzierten) Studien, nach denen Rapsöl bei Mäusen negative Auswirkungen auf die kognitiven Leistungen haben soll, habe ich mir mal angesehen, in welchen Lebensmitteln Rapsöl drin ist, und die Antwort ist: Quasi überall.

Ich finde, das sollte Anlass genug sein, eine „Rapsölverschwörung“ zu erfinden, nach der z.B. die Industrie abgesprochen oder die EU verfügt habe, dass in allen Lebensmitteln Rapsöl zu sein habe.
Weil, mal so als Anregung, die Gedankenkontrollstrahler sonst nicht so gut funktionieren. Oder die Chemtrails. Oder Irgendwas. Und dann SIE / Trump / die Russen / Merkel / die Außerirdischen vielleicht die Kontrolle verlieren.

Ich finde, das ist absolut ausbaufähig…

Das laute Schweigen des Feminismus zur möglichen sexuellen Ausnutzung von Jugendlichen durch Schein-Minderjährige

In den Nachrichten wurde über einen Fall in Kandel berichtet, wo ein vorgebliche minderjähriger, tatsächlich aber volljähriger Migrant ein 15-jähriges Mädchen getötet hat, weil dieses sich von ihm getrennt hatte.

Und im KiKa (!) kann man jetzt ein Video sehen, wo ein angeblich 17-jähriger, wahrscheinlich aber viel älterer Migrant (How-Old.net schätzt ihn auf 27-31; und haben 17-jährige üblicherweise so viel Brustbehaarung? Hallo?) seiner 15-jährigen Freundin1 Vorschriften macht, was sie anzuziehen hat etc.:

Link

Update: Nachdem KiKa anscheinend gemerkt hat, dass die Minderjährigkeit von Diia nicht hinhaut, hat man ihn schnell 19 Jahre alt gemacht.
Update: Mittlerweile (2018-01-10) ist Diia schon 20.

Mal angenommen, unsere deutschen Bestimmungen über den besonderen Schutz von Jugendlichen seien richtig, und die in arabischen Ländern weit verbreitete Ansicht, ein Mädchen werde mit seiner ersten Periode zur Frau und damit, sagen wir, „verpartnerbar“ sei zivilisatorisch rückschrittlich; wie kann es da sein, dass man von feministischer Seite über die möglichen Probleme, die die fehlende verpflichtende Feststellung des tatsächlichen Alters von angeblich jugendlichen Migranten mit sich bringt, nichts hört?

Sonst lässt man sich doch im feministischen Lager keine Gelegenheit entgehen, auch nur angeblichen Missbrauch anzuprangern; die #metoo-„Kampagne“ läuft weiter; stets behauptet man, Frauen stünden in Abhängigkeitsverhältnissen zu Männern, die ihre Macht durch sexuelle Übergriffe demonstrierten. Erwachsene Schauspielerinnen seien Agenten und Regisseuren quasi hilflos ausgeliefert.

Und da hat man nichts dazu zu sagen, dass aus patriarchalen Gesellschaften stammende Migranten durch falsche Altersangaben möglicherweise den besonderen Schutz von Jugendlichen bei sexuellen Beziehungen mit Älteren nach §182 StGB umgehen?
Es stört niemanden im feministischen Lager, dass sich betrügerische Migranten durch falsche Altersangabe möglicherweise Zugang zu Minderjährigen erschleichen und diese manipulieren und ggf. auch sexuell ausnutzen?

Müssten Feministinnen nicht besorgt sein wegen des möglichen Machtgefälles zwischen jugendlichen Mädchen und schein-jugendlichen, tatsächlich aber erheblich älteren Männern mit kulturell bedingter Neigung, Frauen von oben herab zu behandeln? Müssten sie nicht Sturm laufen für einen besseren Schutz von Mädchen vor Missbrauch durch pseudo-jugendliche Machos? Gegen die mögliche Manipulation von jugendlichen, verliebt schwärmenden Mädchen zu gehirngewaschenen, ergebenen Kopftuchträgerinnen?

Dass der Feminismus hier nichts zu sagen hat, ist bezeichnend. Anscheinend scheut man die Konfrontation mit der Realität.

Männern mit Migrationshintergrund möchte man aus falsch verstandenem Antirassismus, aus falsch verstandener Solidarität mit Migranten, möglicherweise weil Migranten in der intersektionalen Opfer-Hierarchie gesellschaftlich noch unter weißen jugendlichen Mädchen angesiedelt sind, nichts Negatives unterstellen.
Der Migrant als möglicher sexueller Ausbeuter, das kann nicht sein, weil das eine „rechte Erzählung“ und vollkommen falsch sein soll, sein muss.

Die kognitive Dissonanz, die es auslöst, wenn der „edle Flüchtling“ dann vielleicht doch keiner ist, sondern genau so schlecht oder gar noch schlechter als die im feministischen Lager verhassten „alten weißen Männer“, die doch an allem schuld und quasi der Teufel an sich sein sollen, möchte man nicht aushalten, und lieber weiter an seine Dogmen glauben.

Im Zweifel sind den linken Feministinnen ihre Dogmen (weiße Männer böse – alle anderen gut) also wichtiger als die Frauen, die sie eigentlich vertreten sollten. Von falschen Jugendlichen zum Islam-Kopftuch-Frauchen um-erzogene oder zum Sex genötigte Kartoffel-Mädchen stören da nur das geschlossene Weltbild, und können dementsprechend keine Solidarität oder Unterstützung erwarten.

  1. im Film, mittlerweile älter geworden []

EditionF und ZEIT erklären den neuen feministischen Mythos #Manterruption (teilweise biologisch)

Es ist ein Artikel erschienen. Zuerst bei Edition F.(Link) und dann auch in der ZEIT (Link), der den neuen feministischen Mythos der „Manterruption“ zum Thema hat.

„Manterruption“, so lernen wir zunächst, sei die Bezeichnung dafür, dass Frauen ganz häufig von Männern unterbrochen würden. Dies sei, so wird suggeriert, frauenfeindlich/sexistisch motiviert etc. pp., das übliche halt.

Aber dann will die Autorin am Ende des Artikels doch noch ein paar praktische Tipps loswerden, wie „Manterruption“ entgegenzuwirken sei, und da wird es interessant.
Denn gerade die Verhaltens-Tipps, in denen es darum geht, eine Unterbrechung von vorneherein zu vermeiden, haben es in sich:

  • Konzentration: Nur, wer konzentriert bleibt, kann sein Argument noch vorbringen. Verliere deine zentrale Aussage nicht aus den Augen und halte festen Blickkontakt mit Gesprächspartnern.
  • Prägnant formulieren: Wer gut vorbereitet ist oder sich klare Aussagen überlegt, der mäandert nicht und verleitet andere dadurch weniger, einem ins Wort zu fallen. Also vorbereitet in Gespräche gehen und sich während einer Diskussion ruhig Notizen machen, um pointiert zu argumentieren, wenn man am Zug ist.
  • Auf Stimme und Körper achten: Sich vorzulehnen und mit hoher, aufgeregter Stimme zu sprechen ist kontraproduktiv. Eine entspannte Haltung und eine ruhige, tiefe Stimme wirken entspannt und glaubwürdig.

Nehmen wir mal an, diese Tipps wären effektiv und könnten „Manterruption“ wesentlich verringern. Dann müssten die Gründe für „Manterruption“ folgende sein:

  1. Mangelnde Konzentration auf das Wesentliche. Vermeiden von Blickkontakt. Also unprofessioneller Auftritt.
  2. Unstrukturiertes, scheinbar zielloses Gerede, mangelnde Fähigkeit auf andere Argumente einzugehen.
  3. Unglaubwürdig wirkende, hohe Stimme. Neigung dazu, sich Aufregung anmerken zu lassen.

Tja – wo ist jetzt eigentlich der Sexismus, wenn Männer Frauen häufiger unterbrechen? Laut Edition F. wirken weibliche Stimmen (die im Schnitt ca. 1 Oktave höher sind) im Schnitt unglaubwürdiger als männliche Stimmen, es gibt also eine biologische Erklärung dafür, dass sie häufiger unterbrochen werden(?!?).

Ich würde sagen, hier hat EditionF irgendwie ein Eigentor geschossen, denn biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern dürfte es doch laut Genderfeminismus gar nicht geben und auch die Höhe der Stimme sollte doch als „sozial konstruiert“ gelten. Hat sich hier die Autorin in das falsche feministische Lager verirrt?
Oder hat man möglicherweise vergessen, dass, falls man (aufgrund der Empirie) doch einräumen sollte, dass Frauen im Schnitt höhere Stimmen haben als Männer, man zumindest behaupten müsse, es sei sozial konstruiert, anerzogen und sexistisch, dass höhere Stimmen als weniger glaubwürdig gelten?
Ich denke, hier sollte die Autorin nochmal nacharbeiten. Mit solchen „biologistischen“ Erklärungen wird sie im feministischen Lager mittelfristig auf keinen grünen Zweig kommen.

Und abgesehen von dieser biologisch-psychoakustischen Erklärung für weibliche Unglaubwürdigkeit scheint es, wenn man von den Tipps auf die Ursachen schließt, auch noch andere Gründe für Unterbrechungen zu geben. Wie schlechte Vorbereitung, unkonzentriertes, aufgeregtes Auftreten, in Folge davon ziel- und endloses Gerede, was Unterbrechungen provoziert.

Heißt das am Ende, Frauen wären selbst schuld, wenn sie unterbrochen werden, weil sie die Zeit ihrer Kollegen und Kolleginnen durch aufgeregte, schlecht vorbereitete, längliche Redebeiträge verschwenden?!?1

Danke EditionF und ZEIT für die gut verklausulierte Aufklärung:

Offensichtlich gibt es gar keine „Manterruption“.

Es ist wieder nur so ein genderfeministisches Schlagwort für eine lediglich behauptete Ungerechtigkeit, die tatsächlich entweder gar nicht existiert oder aber auf ein in der Gruppe der Frauen gehäuft auftretendes, aber nicht ursächlich mit dem Geschlecht verknüpftes individuelles Versagen im Sozialverhalten im beruflichen Umfeld zurückzuführen ist.
(Jedenfalls, wenn man die biologisch-psychoakustischen Erklärungsansätze mit den hohen Stimmen mal als Grund ausschließt.)

  1. Ja. – Nein! – OOOH! []

Dschihad-Bräute, Female Hypoagency und „Gender Prison Gap“

Angesichts der Tatsache, dass im Irak unter IS-Anhängerinnen einige Deutsche entdeckt worden sind, macht sich die Süddeutsche Gedanken darüber, wie mit diesen ggf. in Deutschland verfahren werden solle.

Immerhin stellt der Artikel fest, dass es sich hier nicht um Opfer einer Verschleppung in die Fänge von Da’esh handelt, sondern um fanatisierte islamistische Freiwillige, die „die Reihen der Täter verstärkt“ hätten.

Aber auch diese Formulierung lässt noch Raum dafür, dass diese Frauen möglicherweise selbst trotz freiwilliger Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung irgendwie selbst nicht Täterinnen gewesen sein könnten.
Und dann wird im Artikel auch gleich überlegt, ob es nicht doch sinnvoller wäre, bei solchen Verbrechen von Frauen irgendwie mehr auf Milde und Resozialisierung zu setzen.
Und aus den Dschihadistinnen werden „Dschihad-Bräute“. Ähnlich wie Rocker-Bräute, die in traditionellen Rocker-Clubs selbst nie Mitglieder werden können und immer nur Partnerin eines Rockers sein dürfen, werden sie rhetorisch zu so einer Art reiner „Beifahrerinnen des Dschihad“ umgedeutet.

Dieses paternalistische Entlassen der Frauen aus ihrer Verantwortung dafür, sich aus freien Stücken einer irren Terrororganisation angeschlossen zu haben, ist in vielerlei Hinsicht sexistisch. Erstens gegenüber den Frauen, die nicht ganz so ernst genommen werden als islamistische Terroristinnen, zweitens gegenüber Männern, die sicher nicht mit so viel Milde rechnen könnten, wenn man sie in einer IS-Hochburg als IS-Kämpfer aufgegriffen hätte.

Hier zeigen sich die Gründe für den „Gender Prison Gap“. Männer werden als selbst verantwortlich für ihre Handlungen gesehen. Frauen hingegen werden nicht für voll genommen, sondern zum schmückenden Beiwerk des Dschihad erklärt, zu „Dschihad-Bräuten“ eben. Denn sie sind ja, Stichwort „Female Hypoagency“ irgendwie dann doch weniger verantwortlich für ihr Handeln als Männer, wurden vielleicht verführt oder mussten vielleicht sogar schlimme Dinge erleiden in dem Dschihad, an dem sie freiwillig teilgenommen haben. Diese armen Geschöpfe sollte man natürlich besser nicht einsperren…

Fast wundert man sich, dass die Süddeutsche nicht auch für Beate Zschäpe Strandurlaub statt Gefängnis fordert, denn das müsste die logische Konsequenz sein, wenn es denn so wäre, dass Freiheitsstrafen komplett sinnlos und verzichtbar wären, wie der Artikel zu suggerieren scheint. Zumindest für Frauen, die ja nichts gemacht haben. Außer einer Terrororganisation beigetreten zu sein.

#FemaleFutureForce: Empowerment gegen Geld!

Frauen sind stark!

Sie können alles erreichen, was sie wollen!

Sie müssen nur an sich glauben!

Und: Sie sind nicht allein! Andere Frauen stehen an ihrer Seite um sie zu „empowern“.

Für Geld:


Female Future Force Kursangebot. Coaching schon ab nur 129,- €
Quelle: Screenshot von FemaleFutureForce.de
Beachten Sie auch die nicht-gegenderte Schreibweise bei „Top-Experten“(!)

Ja, Sie haben richtig gelesen, Feminismus ist heute auch ein Geschäft. Hunderte Frauen mit Ausbildung „Gender-Dingens“ tummeln sich heute auf dem Markt der SpeakerInnen, CoachInnen und RedakteurInnen, und wollen letzen Endes mit „Irgendwas mit Feminismus“ erfolgreiche Karrierefrauen werden. Das ist schwierig, und darum scheint man sich in diesem Lager nun auf das Abzocken verunsicherter junger Frauen zu verlegen.

Das Geschäftsmodell scheint ungefähr so zu sein:

Schritt 1: Den Frauen, die man angeblich „empowern“ will, einreden, dass die ganze Welt gegen sie sei, Patriarchat, Rape Culture, Gender-Irgendwas-Gaps, et cetera (…)

Schritt 2: Kurse anbieten, in denen die auf diese Weise verunsicherten jungen Frauen „empowered“, also wieder aufgebaut werden.

Schritt 3: Profit!

Ist das nicht irgendwie zynisch? Ist das die sogenannte „Frauensolidarität“? Ist es feministisch, anderen Frauen das Geld aus der Tasche zu ziehen? Ist das Ausnehmen von Frauen im Namen des Feminismus ein nachhaltiges Geschäftsmodell?

Mich erinnert das ein wenig an Bootcamps, Sekten, Scientology… wer erfolgreich sein will, muss nur ein paar Kurse machen bzw. dem Guru Geld geben, um sein wahres Potenzial entfalten zu können. Und wer als Frau etwas erreichen will, der muss mit Coaching seine feministischen Superkräfte freischalten lassen.

Bei der FemaleFutureForce sind natürlich die Einstiegspreise günstiger; Merchandise, mit dem man sich selbst als verunsichertes Mädchen mit Bedarf an feministischen Talismanen outen kann, gibt es schon für wenige Euros. Und mit einem Female-Future-Force-Pin in Rosé-Gold prallen Mikroaggressionen sicher einfach an der Besitzerin ab…

Das feministische Empowerment-Coaching erinnert mich irgendwie auch an Pickup-Trainings. Beim Feminismus-Coaching hat man verunsicherte Frauen, beim Pickup-Training verunsicherte Männer. Bei beiden Trainings lernt man tolle Psycho-Tricks um seine Ziele zu erreichen und muss Geld zahlen. Bei beiden Trainings lernt man, sich gegenüber dem anderen Geschlecht durchzusetzen. Nachher ist man in beiden Fällen zufrieden und erfolgreich. Klar, inhaltlich sind die Ziele dieser Trainings nicht vergleichbar, aber das Prinzip „Heilsversprechen gegen Geld“ ist identisch.

Angesichts des Vorstoßes des Feminismus in das Coaching-Business scheint mir, es gehen langsam die Pfründe in der öffentlichen Verwaltung aus. So dass sich nun Frauen mit „Gender“-Ausbildung tatsächlich in der freien Wirtschaft nach Jobs umsehen müssen. Und was fällt ihnen als erstes ein? Dienstleistungen ohne nachweisbaren Nutzen anbieten; andere Frauen abzocken! Feminismus Galore!

Angeblich sollen doch auch Männer vom Feminismus ganz arg profitieren können… ist es da nicht merkwürdig, dass es keine feministischen Kurse für Männer im Angebot der FemaleFutureForce gibt? Dabei müsste das feministische Expertenwissen für die vielen unwissenden Männer im Land doch Gold wert sein.1

  1. Sarkasmus! []

Die re:publica, Frau Stokowski, #SPON und die „Linke Liebe“

Frau Stokowski, Berufsfeministin vom Spiegel, schreibt in einem Artikel namens Mal ein guter Trend aus Berlin (Untertitel: Mit Liebe gegen Rechts), die re:publica, die in Berlin stattfindet, habe einen Trend erschaffen, mit Liebe und Solidarität gegen „Rechts“ zu kämpfen.

Die ersten vier Absätze widmet Frau Stokowski der Selbstvergewisserung der Linken, alles richtig gemacht zu haben, regt den1 Leser zum Nachdenken an, und schindet ganz nebenbei noch Zeilen für ihr Honorar — scheint mir.

Aber dann geht es langsam los:

Sie [die Rechten] schaffen es immer wieder, Leute zu verarschen und so zu tun, als sei die Gleichheit, die Linke meinen, in Wirklichkeit Gleichmacherei, und als sei die Freiheit, die wir meinen, in Wirklichkeit Orientierungslosigkeit.

Frau Stokowski will hier suggerieren, mit Gleichmacherei und Orientierungslosigkeit habe die Linke kein Problem.
Oder in ihren Worten: Sie will uns verarschen.

Denn Gleichheit kann mehrere Dinge bedeuten. Gleichheit vor dem Gesetz bzw. Chancengleichheit (wofür — nicht ohne Grund — die FDP steht, und nicht die Linke), oder Ergebnisgleichheit. Die Linke setzt sich traditionell eher für Ergebnisgleichheit ein. Und diese versucht sie durch Gleichmacherei zu erreichen; denn nichts anderes sind Umverteilung und Quotierung, also die Maßnahmen, die die Linke sehr häufig in immer neuen Varianten fordert.

Und was die Freiheit angeht, so hat die Linke ebenfalls ernste Probleme.

Es ist allerdings nicht so, dass „linke Freiheit“ Orientierungslosigkeit bedeutet. Tatsächlich hat die Linke sehr genaue Vorstellungen davon, wie Menschen sich richtig verhalten sollten, nämlich indem sie wenig Fleisch essen, „Awareness“ zeigen, und sich „solidarisch“ verhalten. Und an diesem Ideal sollen sich gefälligst alle Menschen orientieren.

Mit dieser Vorstellung des richtigen Verhalten hat die Linke implizit eine Art „linke Leitkultur“ im Hinterkopf, und sie will die dazugehörigen, im Kern spießig-deutschen Verhaltens-Regeln politisch durchsetzen. Und das hat mit Freiheit natürlich nur noch wenig zu tun.
Darum scheut sie sich auch, dieses auf Konformität ausgerichtete System mit dem Ziel, alle Menschen dazu zu bekehren, als (reichlich kleinkarierte) Kultur zu begreifen.
Es ist einigermaßen absurd: Es gibt ganz klar bestimmte Werte einer linken Ideologie, die die Linke durchsetzen will, und deren Durchsetzung sie auch aktiv betreibt. Aber die Linken sehen das nicht als „Aufzwingen“ ihrer Werte, denn sie glauben, jeder Mensch, der guten Willens sei, müsse durch „Einsicht“ an den Punkt kommen, wo er sich freiwillig den linken Werten unterordnet. Für jeden, der diesem Dogma anhängt muss, wer nicht links ist, irgendwie „kaputt“ im Kopf sein.

Und genau diesen Gedanken hat Frau Stokowski wohl auch im letzten Absatz:

Wenn Rechte von Liebe sprechen, dann sprechen sie von Heimatliebe, von schönen deutschen Landschaften mit paarungswilligen Paarhufern und Kulturerzeugnissen wie… Wurst. Oder meinetwegen Schiller-Gedichten und Pünktlichkeit. Sie müssen es so abstrakt halten, sie können sich nicht auf Menschen beziehen, weil sie dann ganz schnell wieder Grenzen ziehen müssten.

Das heißt also:

Wer die falsche politische Einstellung hat, der soll laut Frau Stokowski nicht zu bestimmten Emotionen in der Lage sein. Sogenannten „Rechten“ soll eine wichtige menschliche Qualität fehlen. Sie sind also, suggeriert Frau Stokowski, kaputt, defizitär, keine vollwertigen, keine richtigen Menschen.

Das ist ungeheuerlich, weil sie damit den politischen Gegner entmenschlicht.2

Ob man beim Spiegel weiß, was für menschenverachtenden Unsinn scheinbar harmlose Kolumnistinnen in ihren Glossen unter sich lassen?

Ich jedenfalls verzichte gern auf diese „Linke Liebe“, mit der man uns aus Berlin beglücken will.

Denn die „Linke Liebe“ gilt nur denen, die die „richtige“ Gesinnung haben. Und nicht denen, die keine Menschen sind, weil sie nicht richtig denken und darum auch nicht richtig lieben können.

Diese fehlerhaften Menschen versucht man dann erst mit „Informationskampagnen“ für sich zu gewinnen. Und wenn das nicht klappt, weil die Menschen sich weigern, ihre Entscheidungsfreiheit gegen die „Freiheit der Linken“3 einzutauschen, wird dann versucht, mit kleinkarierter Kontrolle, Zensur und Zwang konformes Verhalten zu erzwingen.

Das gab es auf deutschem Boden übrigens schon einmal. Ich übergebe darum das Wort an den Genossen Mielke, der sein Leben lang mit „Linker Liebe“ für die „Linke Freiheit“ gekämpft hat:

  1. anscheinend selbst dazu nicht in der Lage seienden []
  2. Das ist nicht weniger als die erste Stufe in einem Prozess, der über ein Apartheidsystem bis zu Auslöschung des Gegners führen kann. Denn wer keine Emotionen hat, wer kein Mensch ist, der verdient auch kein Mitleid, den kann man gnadenlos bekämpfen, der ist ein Objekt, das weg kann. []
  3. Das heißt, ein Leben nach den Regeln der linken Ideologie, z.B. Sozialismus []

Integrations-Probleme durch Migration aus vormodernen Ländern

In Europa hat man sich im Zuge des „Multikulturalismus“ angewöhnt, nicht auf andere Kulturen herabzusehen.
Viele Dinge, die wir in Europa letzten Endes für (hartes Wort!) rückständig halten, haben wir „im kulturellen Kontext“ der jeweiligen Kultur als irgendwie auch okay zu akzeptieren versucht.

Aber wenn wir nicht unsere Kultur mit unseren Werten als besser, und somit als kulturell und zivilisatorisch überlegen sehen, wie sollen wir dann unsere Werte verteidigen und bewahren? Wie sollen wir dann argumentieren, dass nicht andere Werte „genau so gut“ sind, wie unsere?
Um unter anderem für Demokratie und Frauenrechte, Redefreiheit und Gewaltenteilung argumentieren zu können ist es zwingend notwendig, diese Werte und Errungenschaften als überlegen anzukennen, im Vergleich mit Autokratie, Patriarchat, Repression und Willkür staatlicher Organe.

Ich denke daher, wir können es uns einfach nicht mehr leisten so zu tun, als wenn wir unsere westlichen Werte nicht für überlegen hielten, und uns wegzuducken wenn es darum geht, diese zu verteidigen. Oder wollen wir die sogenannte Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam als mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 gleichwertig akzeptieren? Ich denke nicht.

Diese Erklärung von „islamischen Menschenrechten“ ist ein schlechter Scherz, da hier die Rechte von Menschen unter den Vorbehalt der Kompatibilität mit der Scharia gestellt werden. Frauen und Nicht-Muslime haben also nicht gleiche Rechte, sondern nur Rechte zweiter Klasse, wenn man hier überhaupt von Rechten sprechen kann.1
Es handelt sich also nicht um Menschenrechte, sondern um eine Art Rechte-Kasten-System, bei dem männliche Muslime an erste Stelle stehen und Heiden wahrscheinlich nicht einmal das Recht haben, zu leben. Dieses „Rechtesystem“ ist vormodern, nicht-säkular und hat mit Menschenrechten im eigentlichen Sinne nichts zu tun.

Diese Erklärung zeigt auch, dass bestimmte Probleme muslimischer Staaten und muslimisch sozialisierter Menschen mit Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und modernen Werten durchaus etwas mit dem Islam zu tun haben. Denn diese Erklärung wurde von 80% der in der Organisation für islamische Zusammenarbeit organisierten Staaten angenommen. Niemand kann also behaupten, es geben überhaupt keinen Zusammenhang von islamischer Kultur und anti-demokratischen, vormodernen Vorstellungen.

Wenn europäische Politiker vor „Islamophobie“ warnen, dann stellen sie sich einen säkularisierten, verwestlichten Islam vor, eine „Religion des Friedens“, die genau so harmlos ist die modernen christlichen Kirchen.
Aber diesen Euro-Islam gibt es in Europa kaum und in den meisten islamischen Ländern gar nicht. Und darum erscheint es mir auch nicht angebracht, Skepsis bezüglich Zuwanderung aus islamisch geprägten Ländern, in denen Werte gelehrt werden, die unseren nicht entsprechen und die aus unserer Sicht nicht gleichwertig, sondern rückständig sind, als „Phobie“ zu diffamieren.
Denn eine Demokratie kann sich einen Zustrom von Antidemokraten, Sexisten und Menschen ohne Respekt für den Rechtsstaat und Säkularität nicht dauerhaft leisten.

Denn unsere offene und bunte Gesellschaft hat anscheinend nicht die überwältigende Anziehungs- und Assimilationskraft, die Zuwanderer automatisch von ihren Traditionen lösen und für unsere Werte einnehmen sollte, wie Viele in Deutschland in der Vergangenheit gehofft haben.
Teilweise scheint unsere Gesellschaft auch hedonistisch, chaotisch, kalt und beliebig zu erscheinen und Menschen dazu zu bringen, sich lieber sektenartigen Strukturen anzuschließen, als die Widersprüche und Probleme auszuhalten, die die Mitgliedschaft in unserer „bunten, modernen“ Gesellschaft — neben den Vorteilen — mit sich bringt.

Das Verfassungsreferendum in der Türkei hat gezeigt, dass nur ein Bruchteil der wahlberechtigten Deutschtürken aktiv gegen die Errichtung einer Quasi-Diktatur in der Türkei gestimmt hat. Die meisten haben sich durch Unterlassen der Wahl mitschuldig gemacht, dass das Prädidialsystem (voraussichtlich) eingeführt werden wird, und von denen, die gewählt haben, hat auch noch die Mehrheit für das Präsidialsystem gestimmt.
Wenn also unser Schulsystem funktioniert, dann muss der Grund für dieses Verhalten der Deutschtürken in ihrer anti-demokratischen Sozialisation liegen.

Sollte es irgendwann tatsächlich ein Zuwanderungsgesetz in Deutschland geben, dann sollte die Frage der kulturellen Differenzen zwischen dem Herkunftsland und Deutschland zumindest mittelbar berücksichtigt werden.
Menschen, die unsere Werte nicht teilen, sondern an reduzierte Rechte für Frauen und Nicht-Muslime gewöhnt sind, oder die die Demokratie und Gewaltenteilung nicht für wichtig genug halten, um zu deren Bewahrung zu einer Wahl zu gehen, können wir in unserer Demokratie nicht brauchen, denn sie untergraben tendenziell die Stabilität der Demokratie und stellen eine Gefahr für den sozialen Frieden und den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar.

  1. „Frauen haben das Recht, nicht mit mehr als daumendicken Stöcken gezüchtigt zu werden.“ []