Archiv der Kategorie: Sarkasmus

Fiktive Benachteiligung von Bundespräsidenten-Gattinnen mit Margarete S.

Ich bewundere ja Margarete Stokowski vom Spiegel.

Ganz besonders diese Woche bin ich erstaunt über ihre Fähigkeit, Strohmänner zu erschaffen, gegen die sie dann heldenmutig kämpfen kann.
Denn dieses Mal erfindet sie erst das Amt der „Bundespräsidenten-Gattin“, um dann dessen Abschaffung zu fordern, und zwar obwohl sie selbst weiß, dass es dieses gar nicht gibt…

Zugegebenermaßen ist es Tradition, das Gatten und Gattinnen wichtiger Personen sich manchmal für gemeinsame Auftritte mit diesen hergeben. Allerdings können diese das genau so gut auch sein lassen. Oder hat schon mal jemand Frau Putin gesehen?

Der Gatte der Kanzlerin hat es mühelos geschafft, diese angeblich in Stein gemeißelte Tradition zu unterlaufen, und so selten mit Frau Merkel aufzutreten, dass er gemeinhin als „Phantom der Oper“ bekannt ist — und jetzt wahrscheinlich fast niemandem sein Name einfällt.

Der Gatte der Kanzlerin hat sich entschieden, die Rolle des Kanzlerinnen-Gatten nicht zu spielen – und das klappt auch problemlos. Warum also sollte das Frau Büdenbender, der Frau von Frank-Walter EikonalSteinmeier, nicht auch möglich sein? Ist es nicht reichlich sexistisch anzunehmen, dass Frau Büdenbender das nicht kann, weil sie eine Frau ist?
Ist es überhaupt noch Feminismus im positiven Sinne, was Frau Stokowski da macht, oder nicht doch eher Misogynie und Reproduktion längst überwundener Geschlechterklischees, Frau Büdenbender zu unterstellen, fremdbestimmt in die Rolle der Bundespräsidentengattin hineinzurutschen?

Frau Büdenbender ist Richterin, und anscheinend gibt es rechtliche Bedenken, ob sich eine familiäre Verbindung mit dem Bundespräsidenten als verfassungsrechtliche Institution und die Unabhängigkeit der Justiz zusammenbringen lassen. Darum hat sich Frau Büdenbender entschieden, das Amt ruhen zu lassen. Sie hätte sicher auch den möglichen Interessenkonflikt gerichtlich klären lassen können, hat sich aber entschieden, diesen Weg nicht zu gehen.
Frau Stokowski phantasiert nun zusammen, dass hinter dieser Entscheidung des Ruhen-Lassens ihres Amtes in Wirklichkeit das böse Patriarchat1 stecken müsse, denn dass eine Juristin ihr Amt aus juristischen Gründen ruhen lassen könnte klingt für sie anscheinend weniger absurd als die Idee der Existenz des Patriarchats.
Und anscheinend hat Frau Stokowski auch internalisiert, dass die tollste Beschäftigung der Welt für eine Frau die Erwerbsarbeit sein müsse, so wie es der NeoliberalismusFeminismus seit Jahrzehnten behauptet, und keinesfalls, mit Männern oder Kindern zusammen zu sein oder Dinge zu tun. Nur so lässt sich erklären, warum Frau Stokowski glaubt, Frau Büdenbender müsse die Entscheidung sehr schwer gefallen sein, ihr Amt ruhen zu lassen, und dahinter müsse irgendwie Zwang und das Patriarchat[tm] stecken. Als wenn es nicht auch eine schöne Sache sein könnte, eine Art fünfjähriges Sabbatical zu machen mit der Option, hin und wieder in der Rolle der Bundespräsidentinnengattin die wichtigsten Menschen der Republik zu treffen. Auf Kosten des Partners, der vom Staat einen Haufen Kohle und ein Schloss gestellt bekommt.

Frau Stokowski setzt auch voraus, dass wir Frau Büdenbender demnächst als Staffage auf Steinmeier-Photos sehen werden. Aber wir wissen das noch gar nicht. Wie sexistisch ist es eigentlich anzunehmen, dass Frau Büdenbender das tun wird, was Frau Stokowski glaubt, dass irgendwelche Stereotypen Frau Büdenbender vorschreiben? Und gehört nicht andererseits auch die Möglichkeit, sich genau nach Stereotyp zu verhalten, zu wahrer Entscheidungsfreiheit?

Dann stellt Frau Stokowski das Gedankenexperiment an, ob auch der Gatte einer Bundespräsidentin sich um wohltätige Zwecke kümmern würde etc. pp., sich also so verhalten würde, wie es dem Klischee und der Tradition entspräche. Und der Sinn dieser rhetorischen Frage ist anscheinend den Leser dazu zu bringen zu mutmaßen, dass ein Bundespräsidentinnen-Gatte eher wie ein Kanzlerinnen-Gatte sein eigenes Ding machen werde, wohingegen Frauen gezwungen seien (durch … DAS PATRIARCHAT!), als Dekoration an der Seite ihres Mannes zu wirken, Kleider zu tragen und zu winken, wohltätig zu sein und Schirmherrschaften für alles mögliche zu übernehmen.

Allerdings gibt es diese angebliche Geschlechter-Ungerechtigkeit gar nicht.
Denn wir kennen alle Prinz Philipp, der seit Jahrzehnten als Dekoration hinter der Queen herschlurft. Und vielleicht Henrik von Dänemark. Die die Rolle des Prinzgemahls mit Hingabe spielen, und zwar nicht nur für fünf Jahre. Aber keine Frau Stokowski kommt und vermutet, diese armen Männer würden in ihre Rolle gezwungen.
Zweifel an der Fähigkeit, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen, haben Feministinnen paradoxer- und sexistischerweise immer nur bei Frauen.

Das ganze Gejammere über die armen Frauen, die als hübsches Beiwerk ihren mächtigen Männern dienen müssen, während es anders herum sicher ganz anders wäre, ist also völliger Blödsinn. Fakt ist, unabhängig vom Geschlecht manche Menschen ihren Partner sichtbar und in der Rolle des Partners unterstützen, und manche eher im Hintergrund bleiben — was nicht heißt, dass sie von dort aus nicht auch unterstützen.

Warum sollte Frau Büdenbender nicht schaffen, was Angela Merkels Mann kann? Warum sollte Frau Büdenbender unglücklich damit sein damit, für fünf Jahre hin und wieder eine Rolle zu spielen, die Prinz Philipp seit 69 Jahren spielt?

Ich habe keine Ahnung, und Frau Stokowski natürlich auch nicht, denn sie weiß ja, dass sie ihren ganzen Artikel recht bemüht um das aktuelle Thema Bundespräsidentenwahl herumkonstruiert hat, und irgendwie etwas feministisch Verwertbares daran finden musste.
Aber ihr Geschäft ist es ja auch nicht, ausgewogene, gut recherchierte und sinnvolle Artikel zu schreiben, ihr Geschäft ist es, ständig neue feministische Aufreger-Kolumnen zu produzieren, was in einer Welt, in der faktisch Geschlechtergerechtigkeit herrscht, natürlich zunehmend größere Kreativität, Chuzpe und selektive Wahrnehmung erfordert.

Aber das kann sie: Ein Amt erfinden, eine Ungerechtigkeit erfinden, die Bekämpfung der fiktiven Ungerechtigkeit durch Abschaffung des fiktiven Amts fordern, dabei ein paar Frauen in ihrem Glauben bestätigen, dass die Welt ganz arg ungerecht ist, und dafür noch Geld vom Spiegel bekommen. Chapeau!

  1. die globale und völlig unsichtbare Verschwörung aller Männer gegne alle Frauen – Sie wissen schon! []

Die Bundespräsidentenwahl und der Feminismus

Bei der Bundespräsidentenwahl gab es keine einzige weibliche Kandidatin.
Weder die SPD, die mit Manuela Schwesig eine Femimiministin ersten Grades zur Ministerin gemacht hat, noch die Quoten-Partei Die Grünen haben eine Frau aufgestellt.

Das ist nicht anders zu erklären, als dass sich einfach keine Frau bereiterklärt hat, den stressigen Job des Staatsoberhaupts ohne richtige Kompetenzen zu machen. Schloss, fette Rente, Fahrdienst, Sekretariat bis zum Lebensende, eigenes Bataillion, was hat das Amt denn nicht, um auch für Frauen attraktiv zu sein?

Von einer gläsernen Decke kann man hier nicht sprechen, hätte doch eine weibliche Kandidatin sicher einen Frauenbonus für sich verzeichnen können. Jede Partei hätte sich doch gefreut, eine weibliche Kandidatin auszugraben, und so zumindest einen medialen Coup zu landen.
Nehmen wir diese Äußerung von Herrn Ströbele als Beispiel, wie groß die Bereitschaft war, eine Frau zu wählen:

Dass der Kandidat der SPD Steinmeier hieß, dass die CDU keinen eigenen Kandidaten aufgestellt hat, dass sogar die Grünen und die FDP keine eigene Kandidatin nominiert haben, kann nur heißen, dass einfach keine Frau Lust hatte, zu kandidieren. Es gab nichtmal Gerüchte über eine Kandidatur einer Frau, die doch eine mögliche Kandidatin nur selbst hätte streuen müssen um sich todsicher ins Gespräch zu bringen. Es muss also tatsächlich überhaupt gar keine Frau Lust gehabt haben auf den höchsten Posten im Staat.

Dass sich andererseits aber gleich fünf Männer haben finden lassen, ist für mich ein eindeutiges Indiz, dass Frauen und Männer unterschiedliche Interessen und Motivationen haben, dass das ganze Gerede davon, dass Frauen benachteiligt würden zumindest in der Spitzenpolitik dummes Gerede ist. Frauen werden dort händeringend gesucht, aber es finden sich keine — warum soll das eigentlich bei den hochbezahlten Aufsichtsratsjobs anders sein?
Es wird von feministischer Seite die Erzählung gepflegt, die Chefetagen deutscher Unternehmen seien frauenfeindlich und darum gebe es in Vorständen und Aufsichtsräten zu wenig Frauen, aber möglicherweise ist es dort so wie bei der Bundespräsidentenwahl, dass einfach keine Frau Bock hat. Wenn es bei der Bundespräsidentenwahl so ist, dass eine Frau den auf dem Silbertablet dargebotenen ersten Job im Staat nur hätte ergreifen wollen müssen, um fast sicher gewählt zu werden, wie kann man da noch sicher sein, dass das bei Aufsichtsrats-Jobs anders ist?

Kopftuch-„Feministinnen“ als fünfte Kolonne des Patriarchats

Mit einiger Belustigung verfolge ich den Konflikt zwischen den Zweite-Welle-Feministinnen der Emma, und den x-te-Welle-Intersektionalistinnen z.B. vom Missy-Magazin. Denn Feministinnen kann man diese nicht mehr nennen. Denn was soll „Feministin“ schon noch bedeuten, wenn das biologische Geschlecht angeblich nur eine Konstruktion ist? Wenn außerdem „Gender“ nur eine mögliche Diskriminierungskategorie unter vielen ist, und man versucht, sich um alles gleichzeitig zu kümmern, dann kann man sich nicht mehr glaubwürdig als „Feministin“ bezeichnen.

Keine Konstruktion ist das biologische Geschlecht hingegen für den Islam, denn konservative Muslime und Islamisten nehmen das biologische Geschlecht zum Anlass, Frauen und Mädchen mit Kopftüchern oder weiteren Verhüllungen eindeutig zu kennzeichnen. Und verwirrte Intersektionalistinnen lassen sich diese Stigmatisierung dann auch noch als „Freiheit“ und „Empowerment“ verkaufen. Fragt man sich in diesen Kreisen nicht, wieviel Druck im Spiel sein muss, damit Teenie-Mädchen freiwillig(tm) Kopftücher und ggf. langweilige graue Mäntel tragen, statt sich zu präsentieren? Bezweifeln Intersektionalistinnen ernsthaft, dass es nicht in der Natur von Teenie-Mädchen liegt, sich zu verhüllen und die sich entwickelnde Weiblichkeit zu verstecken?

Die freie Entfaltung der Persönlichkeit ist ein Grundrecht im Grundgesetz; ein Recht der Eltern, ihre Kinder so hinzubiegen wie es deren religiöser Vorstellung entspricht, habe ich dort nicht gefunden1. Entsprechend halte ich es für zumindest grenzwertig, wenn Eltern ihre Kinder entsprechend konditionieren. Man sollte mal untersuchen, ob so eine Erziehung überhaupt möglich ist, ohne Grenzen zu überschreiten, die in Deutschland üblicherweise bezüglich psychischer Gewalt in der Erziehung gelten.

Doch die Intersektionalistinnen, die sich als Feministinnen ausgeben, haben anscheinend die Vorstellung, dass es möglich sei, dass Mädchen sich ganz freiwillig und ohne Zwang für das Kopftuch entscheiden. Oder sie lassen sich von den scheinbar so selbstbestimmten Kopftuch-Intersektionalistinnen täuschen, denn es gehört ja zu den Grundwerten des Intersektionalismus, grundsätzlich alles zu glauben, was eine Frau sagt.2

Ich sehe die Kopftuch-Intersektionalistinnen hingegen eher als Opfer einer „Identifikation mit dem Aggressor“, als nützliche Idiotinnen, vor einen islamistischen Karren gespannt, der dann auch noch von verwirrten „Allies“ dieser heimlichen Agentinnen eines rückwärtsgewandten Islamismus angeschoben wird.

Und das ist das Erheiternde: Intersektionalistinnen, die sich für Feministinnen halten, verbünden sich mit Krypto-Islamistinnen, die sich für Feministinnen halten, und leisten damit einer Denkschule Vorschub, die es als Errungenschaft verkauft, biologische Frauen mit spezieller Kleidung zu kennzeichnen. Kann man sich eigentlich gar nicht ausdenken… und ich hoffe, der Zweite-Welle-Feminismus kehrt zurück und hält diese Verrückten auf.

  1. Darum halte ich aus den Beschneidungs-Paragraphen für verfassungswidrig. []
  2. Oder eine weiblich gelesene Person. Oder so. []

EU und Globalisierung: Imaginäre Vorteile, reale Nachteile

Die Politik fragt sich (vorgeblich) in letzter Zeit häufiger, warum die Menschen mit den Parteien so unzufrieden sind.

Der Grund ist natürlich die Politik dieser Parteien. Zum Beispiel die Einheitsfront bei den Themen EU und Globalisierung.

Beide sind für eigentlich alle Parteien alternativlos.

Die EU wird als unumgängliches europäisches Einigungs-und Friedensprojekt hingestellt. Aber was bzgl. der Montanunion bzw. der EG richtig war, gilt nicht notwendigerweise auch für die EU.

Diese EU, die den Durchfluss von Duschköpfen vorschreiben will und die immer größer und unkontrollierbarer wird, will einfach niemand mehr.

Das Schengen-Abkommen ist kaputt. Die Binnen-Grenzen werden nicht mehr kontrolliert, die Außen-Grenzen aber leider auch nicht. Die meisten Menschen reisen vielleicht einmal im Jahr ins Ausland. Für sie ist die grenzenlose Reisefreiheit in Europa also ein nur imaginärer Vorteil. Marodierende Einbrecherbanden, Islamisten und „Nafris“ aber sind für sie ein realer Nachteil.

Auch der Euro ist nur ein hypothetischer Vorteil für die selten bis nie Reisenden. Real sind aber die Belastungen durch die ständigen Rettungsaktionen für südeuropäische Pleite-Staaten, die das Geld entwerten und die öffentlichen Kassen belasten.

Und auch die sogenannte „Globalisierung“ führt zu realen Problemen wie De-Industrialisierung, Jobverlust, Verlust der Kontrolle über Produktionsbedingungen und Produktsicherheit.
Außerdem, im Bereich der IT-Industrie, zu einem Verlust an Know-How und zum Einbau von Hintertüren durch feindliche Geheimdienste in alle Produkte.

Die sogenannte „Industrie 4.0“ soll Arbeitskräfte generell weitgehend überflüssig machen; damit wären die Lohnvorteile z.B. von Fernost oder Afrika egalisiert. Recycling und erneuerbare Energieen sollten zu einer Quasi-Autarkie und Unabhängigkeit von Importen führen. Damit das klappt, muss die heimische Industrie ggf. vor Dumping-Importen geschützt werden, die durch Sklavenarbeit und Nutzung von Raubbau an Ressourcen erzeugt werden.
Unter diesen Umständen ist es geradezu absurd, noch weitere Freihandelsabkommen zu schließen.

Das wissen auch die Menschen im Lande bzw. haben das ggf. auch so (falsch?) verstanden wie ich.
Daher kommt die Unzufriedenheit mit der Politik. Von unlogischen bzw. sich widersprechenden bzw. komplett fehlenden politischen Zielen und Zukunftsvisionen und von Eigenschaften von EU und Euro, die für die meisten Menschen eben keine bzw. nur hypothetische Vorteile sind, sondern reale Nachteile darstellen.

Diese Unzufriedenen wird nur eine sozial-liberal-konservative Partei „abholen“ können, die endlich eine glaubwürdige, konstruktive Vision für Deutschland und Europa fomulieren kann, wie es weitergehen soll mit Wirtschaft, Freiheit, Rechtsstaat und Wohlstand.

Wer immer nur sagt, es dürfe „keine Festung Europa geben“, aber nicht darlegen kann, wie dann die europäischen Sozialsysteme überleben sollen, wie der Übergang zu einer Wirtschaft ohne Notwendigkeit größerer Mengen von Arbeitern stattfinden soll, der riskiert, dass Europa wieder in einen Flickenteppich von nationalen Festungen zerfällt.

Abwärtsgerichteter sozialer Vergleich und der Genderfeminismus

Ich habe soeben einen interessanten Artikel auf SPON über Die Ratte in uns gelesen.

Darin geht es um psychologische Erklärungen dafür, warum Menschen andere verachten bzw. „hassen“. Auf andere Herabblicken zu können ist laut diesem Artikel eine Methode der Selbstwertsteigerung.

Das ist natürlich ein links-progressiver Artikel und das „Hassen“ ist natürlich auf die 90% Menschen gemünzt, die Links-Progressive „Nazis“ nennen.

Allerdings erklärt der Artikel für mich auch sehr gut, warum dritte-Welle-Gender-Feministinnen den „weißen heterosexuellen Mann“ zum Hassobjekt auserkoren haben und keine Gelegenheit auslassen auf ihm herumhacken.

Wenn man jemand ist, der keine wirtschaftlich relevanten Fähigkeiten besitzt, und komplett von öffentlicher Förderung abhängt, die jederzeit gestrichen werden kann, dann ist das Bedürfnis, auf irgendjemand anderen herabzublicken, natürlich groß. Aber alle Minderheiten scheiden als Opfer und Hassobjekt aus, wenn man den links-progressiven, toleranten Habitus bewahren will; sie sind sakrosankt.

Also gibt es für den Gender-Feminismus nur die Misandrie, den Männerhass als Ausweg zur Befriedigung des Bedürfnisses nach Geltung. Bei der Suche nach jemandem, auf den man „guten Gewissens“ herabblicken und den man verachten kann, bleibt niemand anderes übrig als der weiße, heterosexuelle Mann. Das starke Bedürfnis, jemanden verachten zu können führt zu der absurden Stilisierung des WHM, der natürlich mehr für Frieden, Wohlstand und Frauenrechte getan hat als irgendwer sonst, zum ultimativ bösen, zum jahrtausende-langen Unterdrücker, zur Quelle allen Übels, zum Förderer von Rape-Culture etc. pp..

Bisher konnte ich mir den Hass der Genderfeministen auf den WHM nie erklären, aber nach diesem Spiegel-Artikel ist mir alles klar.
Die Nutzlosen und Unfähigen, deren alberne Pseudo-Wissenschaft auf den Schultern weißer, heterosexueller Riesen steht, brauchen einen Feind, um diesen abwerten und daraus Selbstwert ziehen zu können. Der (alte, wütende) WHM ist der einzige Feind, den sie sich selbst erlauben können.

Der radikale Konstruktivismus

Der radikale Konstruktivismus bildet die Grundlage für Strömungen wie z.B. den Genderfeminismus, der behauptet, Geschlecht („Gender“) sei konstruiert.

Der rad. Konstruktivismus nimmt an, dass jedes Individuum sich selbst individuell an die Realität anpasst, und dass dadurch jedes Wesen einen anderen Zugang zur Realität hat, dass also die Realität für jedes Wesen anders erscheint. Darum schließt der rad. Konstruktivismus die Existenz einer (erfahrbaren) Realität aus. Folglich können auch keine Erkenntniss über die „Realität“ gewonnen werden, denn da niemand Zugang zu einer objektiven Realität hat, können Theorien über die Realität und die Realität nicht abgeglichen werden.

Allerdings gehen radikale Konstruktivisten auch davon aus, dass der radikale Konstruktivismus die beste Variante der Erkenntnistheorie darstellt, obwohl sich für diese Ansicht im radikalen Konstruktivismus kein Argument finden lässt. Denn da die Realität nicht erkennbar ist, müsste man als radikaler Konstruktivist auch jederzeit jede andere Weltsicht als gleichwertig bzw. als mögliche unabänderliche subjektive Wahrheit einer anderen Person akeptieren.

Entsprechend ist es einigermaßen lächerlich, wenn radikale Konstruktivisten andere von ihrer Weltsicht überzeugen wollen, wie z.B. von der Konstruiertheit der Geschlechterrollen. Sie müssten doch wissen, dass das nur ihre Sichtweise ist, die nicht notwendigerweise von irgendwem geteilt wird?

Der Konstruktivismus, der Gender-Feminismus, und die postfaktische Politik

Ich bin begeistert, dass in meiner Twitter-TL jemand einen Link auf ein Interview von 1981 (!) getweetet hat, in dem ein schwarzer Stanford-Wissenschaftler schon damals den sogenannten „Gender-Pay-Gap“ als Erfindung und Konstruktion zurückgewiesen hat:

(leider nur in Englisch).

In dem Interview sagt der gute Mann an der ausgewählten Stelle zum Beispiel, dass es keine Lohnlücke gibt, wenn man lückenlos voll berufstätige Frauen und Männer vergleicht, oder wenn man gleich gut ausgebildete Schwarze und Weiße vergleicht.

Das schon damals ganz erhebliche Zweifel an der Existenz einer wirklichen Lohnlücke bestanden, und zumindest Stanford-Wissenschaftler hier keine Diskriminierung sehen wollten, finde ich deswegen so interessant, weil die Legende von der Lohndiskriminierung gegenüber Minderheiten dennoch 35 weitere Jahre überlebt hat und immer noch von PolitikerInnen verbreitet wird.

Obwohl es unter Markt-Aspekten absurd wäre, würde sich eine solche Lohnlücke nicht in kürzester Zeit schließen, hält sich das Meme von der „Lohndiskriminierung“ seit 35(!!!) Jahren und findet immer wieder Menschen, die daran glauben *wollen*, trotz — wenn man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht — fehlender statistischer Grundlage.

Anscheinend müssen wir dem Feminismus das „Verdienst“ zugestehen, durch ständige Wiederholung größtenteils herbeifantasierter und -konstruierter Behauptungen (tausende Jahre Frauenunterdrückung, 20+% Lohndiskriminierung, Patriarchat, Wissen ist subjektiv, alles ist konstruiert…) die Ära der postfaktischen Politik wenn nicht mit eingeleitet, so doch maßgeblich begünstigt zu haben.

Natürlich hat sich die Aufklärung nie wirklich ganz durchgesetzt, natürlich war die Welt auch schon vor 100 Jahren zu kompliziert, als dass sie der „normale Bürger“ hätte verstehen können, natürlich war also das „Bauchgefühl“ bei Wahlen etc. immer schon wichtiger als die Fakten; aber erst der radikale Konstruktivismus, der die Grundlage für den radikalen und Gender-Feminismus bildet, hat die Vorstellung entwickelt, es gebe gar keine Fakten bzw. diese seien für jeden Beobachter subjektiv und könnten damit durch eine Veränderung des Blickwinkels aller Beobachter geändert werden.

Dass die Politik sich immer weiter von den Fakten entfernt hat, verdanken wir meiner Meinung nach dem Einfluss der öffentlich subventionierten geisteswissenschaftlichen „Forschung“ und deren Absolventen auf Medien, Parteien und NGOs.

Denn es gibt in den Geisteswissenschaften und in den Medien keinen Pluralismus mehr; statt dessen hat sich dort ein links-progressives Milieu eingenistet, dessen Überzeugungen auf dem radikalen Konstruktivismus beruhen, und versucht nun, Politik und Gesellschaft im Stile von Stalins „Ingenieuren der Seele“ auf den Pfad der Tugend zu „nudgen“. bzw. die Theorie von der Konstruiertheit der Realität durch „Ummodellierung“ derselben in die Praxis umzusetzen.

Hinter den ganzen Sprachregelungen, die wir heute in den Medien haben, steckt die Idee, die Sprache präge die Wahrnehmung, und mit einer sprachlich „richtigen“ Darstellung der Realität könne man die Wahrnehmung und damit die Menschen und damit die Welt ändern bzw. besser machen.
Wenn man geschlechtsneutrale Wörter benutze, könne man Frauen ermutigen eher bestimmte Berufe zu ergreifen, wenn man die Herkunft von Straftätern verschleiere, könne man die Ausländerfeindlichkeit verringern, etc..
Tatsächlich aber prägen natürlich die Menschen die Sprache und modifizieren diese, wann immer das notwendig oder sinnvoll erscheint, Frauen wählen die Berufe, die ihnen gefallen, und Ausländerfeindlichkeit verringert man sicher nicht durch die Verschleierung von Tatsachen.
Die Realität kann man nicht wegreden oder schönreden, jedenfalls niemand anderem als sich selbst, und darum sind der radikale Konstruktivismus und seine Auswüchse Irrwege, die nirgendwo hin führen.

Aber mal eine andere Frage:
Wie hoch ist wohl der Anteil von CDU/CSU-Mitgliedern in der Soziologie, oder an Gender-Lehrstühlen, oder in Redaktionen, verglichen mit Mitgliedern der Grünen?
Wann hat wohl am Lehrstuhl für Gender-Forschung irgendjemand die These vertreten, das Geschlecht sei doch neurobiologisch festgelegt, und gar nicht konstruiert?

Genau das ist das Problem: Wo es eine politische Monokultur gibt, eine Monokultur der Überzeugungen, da gibt es keine wirkliche Forschung mehr, sondern nur noch die Suche nach Bestätigung dessen, was sowieso alle (zu wissen) glauben.1

Um die Monokultur der Überzeugungen in den Geisteswissenschaften und in Medien und Politik zu überwinden brauchen wir dort anderes Personal. Wir brauchen eine „Nicht-Linken-Quote“. Der „Marsch durch die Institutionen“ der 68er hat einfach zu gut funktioniert und zu wenige liberale und konservative Denker übriggelassen.

  1. Dass das so ist, kann man in fast jeder beliebigen Gender-„wissenschaftlichen“ Arbeit nachlesen, die meist mit irgendeiner Prämisse beginnen und nachher nicht mehr zeigen, als dass die Arbeit die Prämisse nicht widerlegt… []

Zahl der Hasspostings auf Höchststand!!!1!

Wie der Deutschlandfunk vermeldete, wurden im Internet mehr als 3.000 Hasspostings registiert.

Da man kaum mehr als 10 (in Worten: zehn) Trolle braucht, um 3.000 Hasspostings im Jahr zu produzieren, sehe ich hier noch Potential für eine Entwicklung dieser Zahlen nach oben.
Es drohen uns jetzt also Jahre und ggf. Jahrzehnte, in denen jede Jahr ein“ dramatischer Anstieg der Hasspostings“ verzeichnet wird, in Kombination mit schrillen Forderungen nach mehr Internet-Kontrolle.

Bereiten wir uns also jetzt schon auf Jahre mit rituellen Warnungen vor „mehr Hass im Internet“ vor, und denken wir daran, dass die Gehässigkeite des Menschen sich wahrscheinlich im Schnitt überhaupt nicht großartig verändert, und dass darum ein Anstieg der Hasspostings, bzw. ein Anstieg der „offiziell als Hasspostings kategorisierten“ Postings wahrscheinlich überhaupt nichts zu bedeuten haben wird. Schon allein, weil ja bekannt ist, was für abstruse Kriterien einschlägige Hassposting-Kategorisierer wie die Amadeu-Antonio-Stiftung nutzen.