Archiv der Kategorie: Rant

Trumps 2% oder: Einwanderung via Fremdenlegion

Trump setzt Deutschland unter Druck, endlich 2% des BIP für Verteidigung auszugeben.

Gleichzeitig hat die Bundeswehr Probleme, genug Personal zu finden, und wir haben Probleme, junge Männer aus aller Welt zu integrieren (oder wieder loszuwerden), die ihr Glück in Europa und Deutschland suchen.

Da frage ich mich:
Was spricht eigentlich gegen die Gründung einer Fremdenlegion in Deutschland?
Wer einwandern will, der könnte, bei anderweitig zu geringer Qualifikation, für 15 Jahre bei der deutschen Fremdenlegion unterschreiben. Das wäre eine legale Möglichkeit, einzuwandern.
Deutschland hätte genug Soldaten; es gäbe Jobs für geringqualifizierte Afrikaner; wir könnten so Teile der Integrationskosten zu militärischen Kosten erklären.
Und mit Hilfe unserer einsatzfähigeren Armee könnten wir auch in Afrika den einen oder anderen Krieg gemäß unserer Interessen entscheiden bzw. Demokratien aufbauen, mit denen wir dann Handel treiben und wo wir ggf. Standorte für die Beantragung von Asyl außerhalb Europas einrichten könnten.

Für mich eine Win-Win-Win-Win-Situation. Warum also nicht?

Der Siegeszug des neoliberalen Feminismus‘

Ist der heutige Feminismus eigentlich noch links? Ist er ein Feminismus, der wirklich Freiheit für Frauen will?

Ich lese eigentlich nur von so Sachen wie geplanten Gesetzen, dass 30% der Frauen in Aufsichtsräten Frauen sein sollen; also von einem Elitenprojekt für die oberen 10.000 der Gesellschaft, da solche Posten für die meisten Frauen unerreichbar sind.
Und ich lese vom angeblichen „Gender Pay Gap“, der endlich auf 0 zusammenschrumpfen soll1. Und zwar, indem mehr Frauen abhängige Erwerbsarbeit leisten und dabei mehr verdienen sollen.

Der intersektionale Feminismus in den USA beschäftigt sich intensiv mit allen möglichen Ungerechtigkeiten, die z.B. durch Migrationshintergrund oder Bildung verursacht werden.

Der deutsche Genderfeminismus hingegen kämpft gar nicht mehr für „die Frauen“, sondern, das ist meine These, nur noch für sich selbst.

Das Dogma des Gender-Feminismus ist ja — auch wenn das längst widerlegt ist — dass alle Unterschiede zwischen den Geschlechtern anerzogen seien und Frauen nur deshalb nicht ebenso häufig Konzernchefs oder Abteilungsleiter seien, weil dies durch eine „patriachale“ Erziehung verhindert werde.2
Aus diesem Dogma folgt, dass Frauen und Männer (eigentlich) gleiche Interessen und Wünsche haben müss(t)en, und darum Frauen und Männer auch in allen gesellschaftlichen Positionen gleich häufig vertreten sein müss(t)en.
Und darum geht es dem aktuellen deutschen Gender-Feminismus nur noch darum, Frauen für seine eigene Mission einzuspannen die „Gleichheit von Männern und Frauen“ zu beweisen, indem man Frauen dazu bringt, 50% der Erwerbsarbeit zu leisten und 50% der Gehälter zu verdienen. Obwohl alles darauf hindeutet, dass wirkliche Wahlfreiheit und Chancengleichtheit von Frauen nicht dazu führt, dass diese die gleichen Jobs wie Männer ergreifen (wollen), sondern eher zum Gegenteil.

Aber Überlegungen, ob nicht andere Dinge im Leben (nicht nur von Frauen!) wichtiger sein könnten als abhängige Erwerbsarbeit, wie Zufriedenheit, soziale Kontakte, eine gesellschaftlich relevante Tätigkeit — solche Überlegungen stellt der deutsche Genderfeminismus gar nicht mehr an.

Statt dessen geht es ihm nur noch um die Beseitigung des Gender-Pay-Gaps, was dazu führt, dass der Genderfeminismus das Gehalt als einzig relevante Maßzahl für Leistungsfähigkeit von Individuen innerhalb des kapitalistisch organisierten Wirtschaftssystems akzeptiert. Er will tatsächlich anhand des einzigen Kriteriums „Gehalt“ messen, ob Frauen jetzt wirklich „gleichberechtigt“ seien. Wenn Frauen nur genug verdienen, so ist anscheinend die Vorstellung, sei die Gleichberechtigung da.

Ist es wirklich Feminismus, Frauen dazu zu drängen, sich noch besser als Männer dem kapitalistischen System anzupassen, noch effizientere Arbeitsdrohnen zu werden als Männer, um irgendwann genau so viel wie oder mehr Lohn zu kassieren als die Männer?
Ist das wirklich im Interesse der einzelnen Frau, oder sollen „die Frauen“ hier doch eher nur als Verfügungsmasse die Vorstellungen feministischer Aktivistinnen, Journalistinnen und Politikerinnen umsetzen, wie „gleichberechtigte Frauen“ idealerweise zu performen hätten?

Ich denke, was wir in Deutschland beobachten können ist kein wirklicher Feminismus mehr3 sondern eine von hauptberuflichen „Feministinnen“ in Parteien, Gewerkschaften und Medien getragene Ideologie, die durch ihre Fixierung auf die Maximierung des in Geld gemessenen Erfolges von Frauen im kapitalistischen Wirtschaftssystem von einer alternativen linken Bewegung zu einer Stütze der neoliberalen Leistungsgesellschaft geworden ist. Eine Stütze, die sogar hilft, diesem System weiteres Menschenmaterial zuzuführen, das mit der feministischen Suggestion von einem Frauen-unterdrückenden Patriarchat, gegen das es sozusagen „anzuarbeiten“ gelte, zu Höchstleistungen motiviert wird oder zumindest werden soll.

Es geht nicht mehr um Chancengleichheit für Frauen, es geht darum, (andere) Frauen dazu zu drängen, „männliche“ Jobs auszuüben und Männer in der freien Wirtschaft zu überflügeln, damit die Thesen der organisierten Berufsfeministinnen — die selbst zumeist von öffentlich finanzierten Einrichtungen bezahlt werden und irgendwas mit Medien oder Gender studiert haben — von ihren Hilfstruppen bewiesen werden mögen.

Sicher, angeblich geht es bei den Bemühungen, mehr Frauen in „Männer-Jobs“ zu drängen, um „wirtschaftliche Unabhängigkeit“, und zwar durch ein eigenes Gehalt. Denn wer das nicht hat, der ist abhängig von anderen (am Ende gar Männern!) oder von Hartz IV und wird irgendwann in Altersarmut elendiglich in einem Pflegeheim mit zu wenig Personal verrecken…

Aber das sind alles neoliberale Argumente: Jeder muss für sich selbst sorgen, wer nicht genug leistet, bleibt auf der Strecke, Würde und Unabhängigkeit hängen von der individuellen Performance im kapitalistischen System ab.

Das ist sicher nicht mehr links. Hier geht es sicher nicht mehr um wirkliche Freiheit und Selbstverwirklichung für irgendwen, weder Frauen noch Männer.
Der neoliberale Gender-Feminismus ist eine Sackgasse. Er hat keine linke Vision mehr für eine bessere Welt, keine Motivation mehr alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. (Karl Marx).
Statt dessen hat er sich mit dem neoliberalen Wirtschaftssystem arrangiert und verfolgt jetzt nur noch das Ziel, dass Frauen innerhalb dieses Systems ebenso erfolgreich agieren mögen wie Männer, wobei „Erfolg“ allein am Gehalt gemessen werden soll.

Entsprechend sollten sich Frauen vom Genderfeminismus nicht instrumentalisieren lassen, in dessen Namen einen Marsch durch die neoliberalen Tretmühlen der kapitalistischen Wirtschaft anzutreten. Sie sollten (weiterhin) selbst entscheiden, was sie tun wollen, und ob sie nicht möglicherweise unter einem erfolgreichen Leben etwas anderes verstehen als eine Karriere als gut bezahltes Arbeitsbienchen in einem Konzern, gekrönt durch einen Aufsichtsratposten.

Vor allem aber sollten sie auch um Parteien und deren KandidatInnen einen weiten Bogen machen, die sich die genderfeministishe Quoten-Agenda auf die Fahnen geschrieben haben. Denn dieser Feminismus klingt nur noch vordergründig nach „Frauenrechten“ oder „Gleichberechtigung“. In Wirklichkeit aber geht es nicht um Rechte oder Chancen oder ein besseres Leben für Frauen, sondern darum, dass Frauen im neoliberalen Wirtschaftssystem wie Männer funktionieren sollen.

  1. obwohl man bei den 6% bereinigtem Gender Pay Gap gar nicht weiß, ob diese 6% nicht doch erklärbar sind, und somit die „Gerechtigkeitslücke“ zwischen Männer- und Frauengehältern bereits 0% beträgt []
  2. Der tatsächliche Grund, dass nämlich für mehr Frauen als Männer so eine Karriere gar nicht erstrebenswert ist, wird kategorisch abgelehnt []
  3. bei dem jede einzelne Frau mit ihren Interessen und ihrem Recht zu individueller Selbstverwirklichung im Mittelpunkt stehen sollte []

Rapsölverschwörung!!!1!

Angeregt durch irgendwelche (AFAIK bisher nicht reproduzierten) Studien, nach denen Rapsöl bei Mäusen negative Auswirkungen auf die kognitiven Leistungen haben soll, habe ich mir mal angesehen, in welchen Lebensmitteln Rapsöl drin ist, und die Antwort ist: Quasi überall.

Ich finde, das sollte Anlass genug sein, eine „Rapsölverschwörung“ zu erfinden, nach der z.B. die Industrie abgesprochen oder die EU verfügt habe, dass in allen Lebensmitteln Rapsöl zu sein habe.
Weil, mal so als Anregung, die Gedankenkontrollstrahler sonst nicht so gut funktionieren. Oder die Chemtrails. Oder Irgendwas. Und dann SIE / Trump / die Russen / Merkel / die Außerirdischen vielleicht die Kontrolle verlieren.

Ich finde, das ist absolut ausbaufähig…

Das laute Schweigen des Feminismus zur möglichen sexuellen Ausnutzung von Jugendlichen durch Schein-Minderjährige

In den Nachrichten wurde über einen Fall in Kandel berichtet, wo ein vorgebliche minderjähriger, tatsächlich aber volljähriger Migrant ein 15-jähriges Mädchen getötet hat, weil dieses sich von ihm getrennt hatte.

Und im KiKa (!) kann man jetzt ein Video sehen, wo ein angeblich 17-jähriger, wahrscheinlich aber viel älterer Migrant (How-Old.net schätzt ihn auf 27-31; und haben 17-jährige üblicherweise so viel Brustbehaarung? Hallo?) seiner 15-jährigen Freundin1 Vorschriften macht, was sie anzuziehen hat etc.:

Link

Update: Nachdem KiKa anscheinend gemerkt hat, dass die Minderjährigkeit von Diia nicht hinhaut, hat man ihn schnell 19 Jahre alt gemacht.
Update: Mittlerweile (2018-01-10) ist Diia schon 20.

Mal angenommen, unsere deutschen Bestimmungen über den besonderen Schutz von Jugendlichen seien richtig, und die in arabischen Ländern weit verbreitete Ansicht, ein Mädchen werde mit seiner ersten Periode zur Frau und damit, sagen wir, „verpartnerbar“ sei zivilisatorisch rückschrittlich; wie kann es da sein, dass man von feministischer Seite über die möglichen Probleme, die die fehlende verpflichtende Feststellung des tatsächlichen Alters von angeblich jugendlichen Migranten mit sich bringt, nichts hört?

Sonst lässt man sich doch im feministischen Lager keine Gelegenheit entgehen, auch nur angeblichen Missbrauch anzuprangern; die #metoo-„Kampagne“ läuft weiter; stets behauptet man, Frauen stünden in Abhängigkeitsverhältnissen zu Männern, die ihre Macht durch sexuelle Übergriffe demonstrierten. Erwachsene Schauspielerinnen seien Agenten und Regisseuren quasi hilflos ausgeliefert.

Und da hat man nichts dazu zu sagen, dass aus patriarchalen Gesellschaften stammende Migranten durch falsche Altersangaben möglicherweise den besonderen Schutz von Jugendlichen bei sexuellen Beziehungen mit Älteren nach §182 StGB umgehen?
Es stört niemanden im feministischen Lager, dass sich betrügerische Migranten durch falsche Altersangabe möglicherweise Zugang zu Minderjährigen erschleichen und diese manipulieren und ggf. auch sexuell ausnutzen?

Müssten Feministinnen nicht besorgt sein wegen des möglichen Machtgefälles zwischen jugendlichen Mädchen und schein-jugendlichen, tatsächlich aber erheblich älteren Männern mit kulturell bedingter Neigung, Frauen von oben herab zu behandeln? Müssten sie nicht Sturm laufen für einen besseren Schutz von Mädchen vor Missbrauch durch pseudo-jugendliche Machos? Gegen die mögliche Manipulation von jugendlichen, verliebt schwärmenden Mädchen zu gehirngewaschenen, ergebenen Kopftuchträgerinnen?

Dass der Feminismus hier nichts zu sagen hat, ist bezeichnend. Anscheinend scheut man die Konfrontation mit der Realität.

Männern mit Migrationshintergrund möchte man aus falsch verstandenem Antirassismus, aus falsch verstandener Solidarität mit Migranten, möglicherweise weil Migranten in der intersektionalen Opfer-Hierarchie gesellschaftlich noch unter weißen jugendlichen Mädchen angesiedelt sind, nichts Negatives unterstellen.
Der Migrant als möglicher sexueller Ausbeuter, das kann nicht sein, weil das eine „rechte Erzählung“ und vollkommen falsch sein soll, sein muss.

Die kognitive Dissonanz, die es auslöst, wenn der „edle Flüchtling“ dann vielleicht doch keiner ist, sondern genau so schlecht oder gar noch schlechter als die im feministischen Lager verhassten „alten weißen Männer“, die doch an allem schuld und quasi der Teufel an sich sein sollen, möchte man nicht aushalten, und lieber weiter an seine Dogmen glauben.

Im Zweifel sind den linken Feministinnen ihre Dogmen (weiße Männer böse – alle anderen gut) also wichtiger als die Frauen, die sie eigentlich vertreten sollten. Von falschen Jugendlichen zum Islam-Kopftuch-Frauchen um-erzogene oder zum Sex genötigte Kartoffel-Mädchen stören da nur das geschlossene Weltbild, und können dementsprechend keine Solidarität oder Unterstützung erwarten.

  1. im Film, mittlerweile älter geworden []

#GroKo 3.0 / Kabinett #Merkel 4 oder: Das Totalversagen der #SPD

Wenn die Mitglieder der SPD so dumm sein werden, der Bildung einer Koalition mit der CDU zuzustimmen, dann wird das — hoffentlich — den endgültigen Absturz der SPD in die Bedeutungslosigkeit bedeuten.

Denn egal wie man es dreht und wendet: Eine erneute große Koalition ist sicher das letzte, was „der Wähler“ gewollt hat.
Die Verluste von CDU und SPD sind enorm, man kann das nur als klares Votum gegen eine weitere große Koalition auslegen, und wenn es tatsächlich zu einer weiteren GroKo kommt, dann hat das nichts mit „staatspolitischer Verantwortung“ zu tun, aber viel mit Machtgier und Angst vor Neuwahlen gerade auf Seiten der SPD, wo man erst mit 100% beschlossen hatte, in die Opposition zu gehen.

Was versucht wird, der #FDP anzudichten, das ist in Wahrheit das Problem der SPD: Rückgrat-, Prinzipien- und Orientierungslosigkeit.
Wo die FDP immerhin Gründe hatte, die Sondierungen abzubrechen, hatte die SPD erstmal von Anfang grundlos an jedes Gespräch verweigert. Jetzt verhandelt die SPD plötzlich, nach einer totalen Kehrtwende und Aufgabe ihrer vorherigen Position, über eine weitere Regierungsbildung mit einer Kanzlerin Merkel. Die FDP hingegen hat erneute Verhandlungsbereitschaft nur für eine Regierungsbildung ohne Merkel signalisiert.

Ja, die SPD muss Angst haben vor Neuwahlen, schließlich hat sie sich wieder vier Jahre lang von Angela Merkel vorführen lassen. Die Gesetzesvorhaben der SPD, an die man sich 2018 erinnert, sind das unsägliche und wahrscheinlich verfassungswidrige #NetzDG und das wirkungslose „Entgeldgleichheitsgesetz“, zwei ausgemachte Rohrkrepierer, die die SPD als lächerliche Gurkentruppe erscheinen lassen.

Die Erhöhung des Mindestlohns hingegen ist fast schon wieder vergessen und ist sicher auch, da dieser Lohn weiterhin zu Altersarmut führt, kein gar so großer Wurf.

Woran man sich hingegen erinnert ist, dass die SPD nichts getan hat, um in der Flüchtlingskrise irgendwie dem Kurs von Merkel entgegenzuwirken. Kassandra-Rufer in den eigenen Reihen wie Sarrazin und Buschkoswky hat man ignoriert und hätte man am liebsten aus der Partei geworfen; nun hat man gemeinsam mit der Union die #AfD am Hals, die all jenen eine Heimat oder zumindest Wahloption gibt, die nicht wirlich davon überzeugt sind, dass die massenhafte Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland die Lösung für irgendwas sei; und die vor allem die mit den wirklichen Flüchtlingen einsickernden Wirtschaftsflüchtlinge und Scheinasylanten nicht hier haben und durchfüttern wollen.

Auch bei der Vorratsdatenspeicherung und etlichen anderen Dingen hat sich die SPD nicht mit Ruhm bekleckert; bei der Glyphosat-Entscheidung wurde die Umweltministerin von der CSU übergangen.
Und dennoch hat die SPD-Führung vor, zu Kreuze zu kriechen und sich wieder 4 Jahre lang der Richtlinienkompetenz einer Frau zu unterwerfen, die anscheinend in Zeiten der Trumps, Erdogans, Kurz‘, Putins etc., sozusagen nach dem Ende einer weltweiten Schönwetter-Politik-Phase, nicht mehr die richtige Person ist, Deutschland in die Zukunft zu führen. Das ist verrückt. Man kann nur hoffen, dass die SPD-Partei-Basis vernünftiger ist als die Nahles‘, Scholz‘, Gabriels an der Spitze und das verhindern wird. Sonst drohen Deutschland weitere 4 Jahre Schlafwagen-Politik und der SPD das Abrutschen in die Bedeutungslosigkeit.

4GenderStudies oder: Wie die Gender-Studies wieder nicht erklären konnten, was und wofür sie gut sind

Gestern hatten sich Gender-Studies-Einrichtungen zum Aktionstag für die Gender-Studies verabredet.

Unter #4genderstudies wollte man ein Zeichen setzen und zeigen, warum Gender-Studies wichtig sind. Und hat

… versagt.

Nirgends findet man einen Beleg dafür, welche Ergebnisse die über 100 Gender-Studies-Lehrstühle allein in Deutschland in den letzten Jahren erarbeitet haben. Und welche davon möglicherweise nützlich sind.
Ich habe mich redlich bemüht, ins Gespräch zu kommen, und wurde auf verschiedene Webseiten mit Übersichten der Forschungsergebnisse verwiesen.

Und war wenig beeindruckt.
Erstens sind die Arbeiten in einer unnötig verschwurbelten Sprache geschrieben, die darauf optimiert zu sein scheint, mittels unnötig langer Relativsatzkonstruktionen und hermetischem Fach-Jargon intellektuellen Anspruch vorzutäuschen.
Zweitens fehlt oftmals das wissenschaftliche Vorgehen oder eine sinnvolle These. Was zum Beispiel untersuchen die Gender-Forscher genau, die 29 Monate lang Frauen dabei wissenschaftlich begleiten (Seite 2, ab „2000“), eine Webseite online zu bringen?
Drittens gibt es häufig arbeiten, die man relativ eindeutig einem anderen Fach zuordnen könnte, die aber aus irgendeinem Grund als „Gender“-Arbeit gelabelt wird. Zum Beispiel dieses Paper zu Operationen an den Geschlechtsorganen von intersexuellen Kindern, das meiner Ansicht nach eigentlich eine medizinisch-statistische Arbeit ist, aber als Arbeit des „Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien“ als „Gender-Studes“-Arbeit ausgewiesen wird. Es scheint also so zu sein, dass die Gender-Studies sich mit fremden Federn bzw. den Ergebnissen anderer Disziplinen schmücken und sich über diese Schiene selbst „Wissenschaftlichkeit“ verleihen wollen. Die Hoffnung ist wohl, dass, wenn man genug „interdisziplinären“ Arbeiten den „Gender-Studies“-Stempel aufdrückt, irgendwann genug Menschen glauben würden, auch der Kernbereich der Gender-Studies sei eine Wissenschaft.
Und viertens sind viele Arbeiten weiterhin einfach nur der Versuch, genderfeministische Dogmen (1. Es gibt kein biologisches Geschlecht bzw. es ist irrelevant; 2. Im Leben geht es nur um Macht und das Streben nach Macht allein bestimmt das Handeln; 3. Menschen handeln nicht individuell, sondern als Gruppe, und im besondere unterdrücken die Männer als Gruppe die Gruppe der Frauen) durch ständige Wiederholung wahr erscheinen zu lassen. Diese Arbeiten (Beispiel hier) arbeiten ganz häufig mit folgenden Trick: 1. Genderfeministische Dogmen werden als wahr vorausgesetzt. 2. Es wird gezeigt, dass die Gegenposition im Widerspruch zu den Dogmen steht. 3. Daraus wird gefolgert, dass die Gegenposition falsch ist.
Das hat natürlich mit Wissenschaftlichkeit nichts, mit Ideologie und einem geschlossenen Weltbild hingegen sehr viel zu tun, und mit der Unfähigkeit, einen eigenen, falschen Zirkelschluss als solchen zu erkennen. Und auf diesem Niveau sind leider sehr viele wirkliche Gender-Studies-Arbeiten. Man muss ich nur mal ein paar Bachelor-Arbeiten aus dem Bereich durchlesen…

Während sich die Atomphysik manchmal sogar Mühe gibt zu erläutern, warum genau sie sich mit irgendwelchen unvorstellbaren Teilchen wie Quarks und Bosonen herumschlägt1, verweisen die Gender-Studies immer nur auf ihre schwer verständlichen und zumindest dem Anschein nach trivialen Untersuchungen und Studien, die oftmals ohne falsifizierbare These starten und ohne konkretes Ergebnis enden. Typisch für solche Gender-Studies-Arbeiten ist die Formulierung, es müsse weitere Untersuchungen geben…

Es scheint nicht einmal möglich zu sein, konkret zu definieren, was Gender-Studies sind. Die Übergänge zwischen radikalem Feminismus, politisch motivierter „Gender-Forschung“2, und letztlich überhaupt nicht mit der Soziologie oder „Gender“ (als sozialem Geschlecht) zusammenhängenden Forschungen in anderen Fächern, die lediglich den Aspekt „Geschlecht“3 in diese Fächer einbringen bzw. vielleicht auch einfach nur das Label „Gender“ verpasst bekommen haben um so an Fördermittel zu kommen, sind in den sogenannten „Gender-Studies“ nicht klar. Es scheint einfacher einen Pudding an die Wand zu nageln als zu definieren, wo Gender-Studies anfangen und aufhören, und solange man nicht einmal genau definieren kann, was Gender-Studies sind, kann man diese kaum als Disziplin ernst nehmen.

Die Gender-Studies im eigentlichen Sinne, also die soziologische Disziplin, die das „soziale Geschlecht“ in der Abgrenzung zum genetisch/(neuro-)biologisch/hormonell/physiologisch gegebenen Geschlecht erforscht, scheint jedenfalls in Bezug auf verwertbare, belastbare Ergebnisse angeht, vollkommen blank zu sein bzw. immer noch erfolglos daran zu arbeiten, das radikal-feministische Dogma von der Irrelevanz des biologischen Geschlechts und der prinzipiellen Gleichheit aller Menschen, oder zumindest die Existenz eines sogenannten Patriarchats zu beweisen.

Jedenfalls laufen weiterhin politische Kampagnen, um Frauenquoten in Betätigungsfeldern durchzusetzen, die Frauen anscheinend von ihren im Gruppen-Schnitt typischen Interessen her einfach nicht so interessieren, als dass es dort jemals zu einer 50:50-Quote kommen könnte. Und diese Kampagnen werden von Gender-Feministinnen unterstützt, die sich dabei oftmals auf die Gender-Wissenschaften beziehen.

Möglicherweise handelt es sich hier um ein großes Missverständnis. Möglicherweise sind die Gender-Wissenschaften längst weiter und sind undogmatisch geworden, arbeiten nach wissenschaftlichen Standards und haben beweisbare und auch widerlegbare Thesen, anhand derer sie ihre Forschung vorantreiben. Aber wenn das so sein sollte, dann ist es gestern nicht gelungen, das zu zeigen.

Gestern wurde weder klar, was „Gender Studies“ überhaupt sind und wie sie sich abgrenzen lassen, noch, welchen konkreten Nutzen wir uns von den Gender Studies erwarten können, noch, welchen gesellschaftlichen Fortschritt die Gender-Studies in den letzten Jahrzehnten gebracht haben.

Gesehen hat man nur eine konzertierte Kampagne, die nichts allgemein Verständliches verbreitet hat, die dem Anschein nach eher der Selbstvergewisserung der eigenen Kampagnenfähigkeit gedient hat als der tatsächlichen Information der Öffentlichkeit.

Die About CERN Webseite der europäischen Organisation für Nuklearforschung erklärt besser, was Nuklearforschung ist und was das CERN macht, als die ganze gestrige Kampagne über die so genannte „Gender-Forschung“ zu erklären vermag. Und darum hat diese Kampagne vor allem den Ruf der Gender-Studies bestätigt, unverständlich zu sein und nicht benennen zu können, was die Gender-Forschung überhaupt bringt.

  1. weil es einfach interessant ist zu erfahren, wie die Materie aufgebaut ist, und weil man daraus möglicherweise später Nutzen ziehen kann, so wie man bisher häufig aus den Ergebnissen der physikalischen Grundlagenforschung Nutzen gezogen hat []
  2. mit Unterstützung durch zahlreiche „progressive“ und oftmals parteinahe Stiftungen []
  3. oftmals geht es hier um das biologische Geschlecht, wie z.B. in der angeblichen „Gender-Medizin“ []

Verschenkt Universalgutscheine der EZB!

Weihnachten ist die Zeit der Gutscheine. Wenn man keine Idee hat: Gutschein für Irgendwas. Nötigenfalls für Amazon, denn da kriegt man ja alles.

Aber ein Gutschein ist meiner Meinung nach immer eine Unverschämtheit: Er bevormundet dem Empfänger und legt ihn auf etwas fest. Du solltest mal wieder ins Theater gehen / etwas für Dich tun / gesund essen. Wie anmaßend ist das eigentlich?

Schlimmer noch: Häufig werden Gutscheine vergessen und das Geld ist zum Fenster heraus geworfen. Die Verlegenheits-Lösung für einfallslose Schenker führt somit oft lediglich zur Auf-Lösung des Geschenks in Nichts.
Stehen Sie doch dazu, dass Sie natürlich nicht besser wissen was jemand anderes will, als er selbst. Schenken Sie Universalgutscheine der europäischen Zentralbank. Es gibt sie im Nennwert von fünf, zehn, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro, und sie werden von allen Geschäften und Banken akzeptiert1. Sehen Sie das schnöde Verschenken von Geld als Zeichen mentaler Stärke: Sie haben dem Drang, ihre Einfallslosigkeit durch einen Gutschein überaus schlecht zu kaschieren, widerstanden. Beweisen Sie Ihr Vertrauen in den oder die Beschenkte(n), selbst auszusuchen, was er/sie haben will.

  1. möglicherweise mit Ausnahme der 500er… []

Die neue Welt nach Sibylle Berg

Sibylle Berg hat bei SPON eine neue Kolumne namens „Wie gut, dass wir darüber geredet haben“ platziert.
Ich will nicht verschweigen, dass die Kolumnen und Glossen von Sibylle Berg und Margarete Stokowski der Hauptgrund sind, warum ich nie einen Cent für Produkte des Spiegel-Verlags ausgeben würde, aber ich will auch sagen, warum.

Und zwar sind Kolumnen und Glossen einfach zu schreiben, tragen aber zur Debatte nichts bei. Sie mokieren sich über irgendwelche Dinge, prangern an, machen sich lustig, zeigen aber keinen Weg auf, wie die angesprochenen Probleme zu lösen seien.
Es sind journalistische Formate, die darauf abzielen, das wohlige Gefühl des Verstanden-Werdens der (vermeintlichen) eigenen Klientel zu befriedigen und die Welt in gut (wir!) und böse(die!) aufzuteilen.

Und damit möchte ich zu den zwei rhetorischen Mitteln bzw. Kniffen kommen, auf denen Frau Bergs aktuelle Kolumne aufbaut.
Der erste ist die sogenannte „Falsche Dichotomie“. Unserer heutigen, nicht perfekten Gesellschaft wird die „Sibylle-Berg-Gesellschaft“ als (vermeintlich einzige) Alternative gegenübergestellt; dadurch soll erreicht werden, dass die Leser quasi „vergessen“, dass natürlich auch ganz andere Gesellschaften denkbar sind als unsere aktuelle Gesellschaft und die Sibylle-Berg-Gesellschaft.

Das zweite Mittel ist das sogenannte Strohmann-Argument. Und zwar wir die Sibylle-Berg-Gesellschaft als krude Mischung aus verschwörungstheoretischem Unsinn, Kleinstaaterei, völkisch angehauchtem Brauchtum, Manchester-Kapitalismus, Überwachungs-Polizeistaat, rassistisch-faschistoidem Nationalismus und, als wäre das alles nicht genug, Trumpismus konstruiert.

Das heißt, alles „Böse“, bzw. was Sibylle Berg dafür hält, wird wild zusammengemixt. Klimaleugner, Rassisten, Menschen, die Schützenfeste mögen, die einen starken Rechtsstaat wollen, der Recht und Gerechtigkeit auch durchsetzt, die den Sozialstaat bewahren und Grenzen kontrollieren wollen – alles Nazis und rückwärtsgewandte Idioten.

Das etwas durchsichtige Ziel dieser beiden tollen Tricks: Die heutige Gesellschaft viel besser aussehen lassen als die abstruse Sibylle-Berg-Gesellschaft, die erstens niemand will, und die zweitens nicht die einzige Alternative zur heutigen Gesellschaft ist.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Gesellschaft, wo (Außen-)Grenzen kontrolliert werden, wo Regionen regionale Eigenheiten bewahren dürfen — wie das die EU heute schon fördert! —, und wo man sogar Schützenfeste und Fahnen-Schwenken gut finden darf, ohne von Frau Sibylle Berg in die Nazi-Ecke gestellt zu werden. Wo vielleicht der öffentliche-rechtliche Rundfunk tatsächlich von jedem Verdacht frei wäre, Agit-Prop der die Rundfunkräte Beherrschenden zu sein, und wo die EU nicht auch in wasser-reichen Regionen vorschreiben würde, dass in jeder Dusche ein Durchfluss-Begrenzer sein müsse. Wo „Fremde“ willkommen geheißen würden, die tatsächlich mit uns und bei uns sein wollen, aber solche rausgeworfen würden, die unsere Gesetze nicht achten und uns ihre (Un-)Sitten aufzwingen wollen.

Dass es zur heutigen und zur „Sibylle-Berg-Horror-Gesellschaft“ noch weitere Alternativen gibt, das will Sibylle Berg rhetorisch verbergen. Sie will den Leser nur in ihrer Dichotomie denken lassen. Sie will die Leute dazu bringen einzusehen, wie gut wir es eigentlich haben, und daran hindern, weiter zu denken.

Damit macht sie sich zu einer Agentin des Stillstands und des „Weiter So!“.

Bessere Journalisten kann sich Merkel gar nicht wünschen. Vielleicht sollte man Frau Berg eine eigene Fernsehsendung geben, den „Berg’schen Kanal“ vielleicht? Falls es so kommen sollte: Glückwunsch, Sibylle Berg!

Wählt grün – oder gelb

Insgeheim hoffe ich, dass kein Leser meines Blogs in der Tat Beratung bezüglich seiner Wahl bei der Wahl nötig hat. Schließlich und endlich ist ja das Geile an der Demokratie, dass jeder ohne sich rechtfertigen zu müssen ankreuzen kann, was er will.

Dennoch möchte ich ganz kurz erläutern, warum man meiner Ansicht nach bei der Bundestagswahl grün oder gelb wählen sollte.

Schwarz wählen würde Stillstand bedeuten. Wenn man die Geschichte der BRD ansieht, dann waren Zeiten einer Unions-Regierung häufig Zeiten des Stillstands. Oft auch wegen der Blockade sämtlicher Modernisierungsbemühungen durch die SPD. Und das ist auch der Grund, warum ich auch rot wählen nicht empfehlen will. Rot oder schwarz zu wählen steigert die Chancen für Koalitionen, die niemand wirklich will, wie rot/schwarz, rot/rot/grün, schwarz/gelb, etc..

Grün oder Gelb zu wählen hingegen steigert die Chancen für potenziell weniger miese Koalitionen wie z.B. schwarz/grün, rot/gelb oder auch rot/gelb/grün.

AfD zu wählen hingegen bedeutet in der aktuellen Lage eigentlich nur, die Bildung einer Regierung richtig schwer zu machen und damit die Chancen einer großen Koalition zu erhöhen.

Da ist doch die FDP mit ihrem Konzept für eine eigennützige Auswahl von Migranten nach kanadischem Vorbild, und für die effiziente Rückführung aller, deren Bleiberecht ausgelaufen ist, eine bessere Wahl, wenn man denn ein Zeichen setzen will, dass man die laissez-faire-Migrations-Politik von rot/schwarz und die Grenzöffnung nicht wirklich gut findet. Sozusagen für Deutschland die bessere Alternative zur „Alternative“.
Auch für Männer ist die FDP, die sich weiterhin leistet, keine Frauenquote zu haben oder zu fordern, möglicherweise eine attraktive Wahl, verglichen mit der Einheitsfront der gendertechnisch gleichgeschalteten Rest-Parteien.

Die Grünen sind hier der Gegenpol für alle, die weiterhin richtig finden, dass Angela Merkel die Belastung der wirtschaftlich schwachen Staaten Griechenland und Italien mit einem beherzten, radikalen Beschluss reduziert hat und die auch meinen, dass die Verbesserung der Lebensqualität, die das für hunderttausende Flüchtlinge bedeutet hat, die Unannehmlichkeiten und Probleme, die diese Entscheidung auch mit sich gebracht hat, wert war. Und natürlich auch für alle, die Frauenquoten und Gendern weiterhin für notwendig, gerecht und fair erachten.

Bei der Linken weiß ich nicht genau, warum man sie wählen sollte, wohingegen für die Partei DIE PARTEI spräche, dass wir dann Dr. Mark Benecke oder Martin Sonneborn im Bundestag oder der Elefantenrunde nach der Wahl haben könnten, was irgendwie die scheinbare Verschwendung der Stimme wert wäre.

Dennoch; meiner wahltaktischen Meinung nach gibt es für alle, die einen Politikwechsel wollen, zur Wahl von Grün oder Gelb keine vernünftige Alternative.

Skandal! Lindner spricht mit Steinhöfel (der ein moralisches Dilemma konstruiert)

Christian Lindner hat Joachim Steinhöfel ein Interview gegeben, das ein paar Wellen geschlagen hat.

„Linke“ werfen Lindner vor, überhaupt mit Steinhöfel gesprochen zu haben, da dieser in einem „rechten Umfeld“ unterwegs sei.
„Rechte“ hingegen sind unglücklich, weil Lindner nicht gesagt hat, mit der AfD stimmen zu wollen, wenn nur das ermöglichen würde, das #NetzDG zu kippen.

So gesehen hat Lindner meiner Meinung nach alles richtig gemacht.

Die Frage von Steinhöfel, ob die FDP mit der Linken und der AfD stimmen würde, wenn das der einzige Weg sei, ein Normenkontrollverfahren gegen das NetzDG anzustrengen, hat Lindner natürlich ausweichend beantwortet, weil es nichts bringt, hypothetische Fragen zu beantworten, bevor sie sich wirklich stellen. Damit kann man sich nur in die Nesseln setzen.

Denn die Frage ist ein eigens zu diesem Zweck (Lindner schlecht aussehen lassen bzw. ins Schwitzen bringen) konstruiertes moralisches Dilemma: Heiligt der gute Zweck (NetzDG kippen) hier das Mittel, mit dem „Bösen“ (AfD) zu kooperieren?

Für Linke sind die Leute von der AfD Parias, mit denen man nach Möglichkeit nicht einmal sprechen sollte. Mit diesen auch nur in einer Sache zusammenzuarbeiten wäre bereits moralisch verwerflich, auch wenn man damit etwas Gutes bezwecken wollte. Gemäß Adornos Spruch, dass es nichts Richtiges im Falschen gibt, also auch keine „gute“ Zusammenarbeit mit den „Bösen“, oder entsprechend der „Broken Windows“-Theorie, dass sozusagen aus einer Kooperation dann mehrere werden würden und dann die AfD davon profitieren könnte.
Also tat Lindner, der ja auch am „linksliberalen Rand“ nach Wählern fischt, gut daran, nicht zu sagen, möglicherweise mit der AfD zu kooperieren, sondern zu sagen, er habe nicht genug Phantasie sich eine Kooperation mit Linken oder AfD vorzustellen — was ja im Endeffekt wieder gar nichts aussagt.

Für (Bürgerrechts-)Rechte allerdings ist bereits das (nicht sofort einer Kooperation mit Linken und besonders AfD in dieser Sache zustimmen) wiederum schon eine Art Verrat, denn für diese müsste natürlich die Verteidigung grundlegender Bürgerrechte fast jedes Mittel rechtfertigen, und für diese ist auch eine Kooperation mit der AfD kein wirklich großes Übel (wie für die Linken).

Aber um zu verhindern, dass Schlagzeilen wie „FDP würde mit AfD kooperieren!“ entstehen, konnte Lindner nicht sagen, nötigenfalls mit der AfD stimmen zu wollen, auch wenn ihm das Rechte jetzt so auslegen wollen, als hätte die FDP hier angekündigt, lieber Bürgerrechte aufzugeben als (in irgendeiner Sache) genau so zu stimmen wie die AfD.

Noch klüger wäre deswegen gewesen, das hypothetische Dilemma als ebensolches zu entlarven bzw. zu dekonstruieren: Wenn in dem hypothetischen Szenario der Antrag für diese Normenkontrollklage gegen das NetzDG nicht von der AfD käme, und man nicht mit der AfD redete, dann würde man vor der Abstimmung gar nicht wissen, wie wer stimmen wird, und dann könnte nach der Abstimmung, sollten hier Linke, FDP und AfD gleich gestimmt haben, auch eigentlich keine Vorwürfe laut werden, die FDP hätte wie die AfD gestimmt, wenn gleichzeitig auch die AfD wie die Linke und die Linke wie die FDP gestimmt hätte, etc.. Entsprechend gäbe es dann auch kein Dilemma. Sondern nur das nicht weiter auffällige Ereignis, dass die AfD so gestimmt hätte wie Linke und FDP, was man sowieso nicht in jedem Fall verhindern kann, es sei denn, man wollte der AfD die Macht einräumen durch ihr Stimmverhalten zu kontrollieren, wie alle anderen Stimmen müssen (nämlich: Anders als die AfD).

Meiner Meinung nach ist es darum lächerlich, Lindner auf Grundlage seiner Antwort auf diese konstruierte fiese Frage einen Strick drehen zu wollen. Wer das tut, versucht entweder auf Kosten der FDP Wahlkampf für die AfD zu machen, oder aber er oder sie ist möglicherweise nicht zu komplexeren polit-taktischen Überlegungen in der Lage.

Bleibt die Tatsache, dass Lindner überhaupt mit Steinhöfel, der sich in der Öffentlichkeit zumeist als sehr streitbar, arrogant und unangenehm inszeniert1, und die auch verschiedene Aspekte der Politik von Union/SPD in mit diesem Image konformer, ätzende Weise kritisiert hat, gesprochen hat.

Ich persönlich finde das aber durchaus gut. Oder zumindest besser, als sich immer nur von handzahmen, hochbezahlten öffentlich-rechtlichen Höflingen interviewen zu lassen.

  1. Vielleicht ist der private Joachim Steinhöfel tierlieb, meditiert täglich, und trägt alten Frauen die Einkäufe nach Hause []