Archiv der Kategorie: Politik

Verdammt SPD, verlass‘ die #GroKo!

Seit Lafontaine jegliche gute Idee der CDU in den 90ern durch sein „Unsozial!“-Geplärre verhindert hat — so dass dann Schröder gar nicht mehr anders konnte, als harte Reformen durchzuführen — empfinde ich eine tiefe Verachtung für die SPD.

Dennoch habe ich einen Rest von Mitleid mit den vielen guten Menschen an der Basis dieser Partei.
Wie schrecklich muss es erst sein, dem Niedergang der SPD zuzusehen, wenn man die Partei liebt?

Darum bitte, liebe SPD, verlass‘ doch endlich die große Koalition! Was für einen Grund könnte es noch geben, weiter in der tödlichen Umklammerung der unsäglichen Merkel-Union jede Wahl ein Stück mehr zu sterben?
Dieser Union, deren einzige Werte, an denen sie sich orientiert, die Umfragewerte der Demoskopen sind? Dieser Union, die nach Belieben, aus reinem Populismus, Positionen annimmt und wieder aufgibt, solange dies hilft, in der vermeintlichen Mitte der Gesellschaft genug Zustimmung für die Union zu generieren?

Eure Partei war doch irgendwann, in den 70ern, noch ganz okay, und das ist keine 50 Jahre her, da könnte man doch drauf aufbauen. Lasst diese unsägliche große Koalition scheitern. Habt ein Einsehen!

Seid doch bitte einmal etwas weniger scheiße!

Reden, die niemand hält: CO2, Kernenergie und Atommüll

Sehr geehrte Damen und Herren!

Um Risiken durch Klimawandel zu vermeiden, müssen die CO²-Emmissionen verringert werden.
Hier würde sich die Kernkraft anbieten; aber auch Risiken durch die Nutzung der Kernkraft wollen wir vermeiden und gerade das Problem der Endlagerung atomaren Abfalls ist bisher ungelöst.

Aber es gibt eine Möglichkeit, dies alles miteinander zu verbinden.

Lassen Sie uns die unsicheren Kernkraftwerke der dritten Generation, die noch in größeren Zahlen an den Grenzen unserer europäischen Nachbarn zu Deutschland stehen und geringere Sicherheitsstandards aufweisen als die deutschen Kernkraftwerke, die wir in den nächsten Jahre abschalten wollen, in Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn durch Kernkraftwerke der vierten Generation ersetzen.

Bauen wir mit Belgien, Polen, Frankreich und anderen Ländern moderne bleigekühlte Kernkraftwerke. Bei diesen ist nicht nur eine Kernschmelze mit Explosion des Reaktorkerns und Austritt von Strahlung in die Atmosphäre prinzipbedingt unmöglich, es kann in diesen Kraftwerken auch bisheriger Atommüll als Brennstoff genutzt werden.

Damit erreichen wir drei Dinge:
– Wir erzeugen CO²-neutral Energie, bremsen den Klimawandel und ermöglichen den Einstieg in die Elektromobilität
– Wir lösen die Endlagerproblematik, indem langlebige strahlende Isotope in erheblich weniger gefährliche Isotope umgewandelt werden
– Wir reduzieren das Risiko von Nuklearkatastrophen durch den Ersatz unsicherer alter Reaktoren in Nachbarländern durch moderne, sicherere Reaktoren nach neuesten Standards.

Wir müssen uns ehrlich machen: Die sofortige Reduktion von CO²-Emissionen durch Elektro-Mobilität ist nur durch CO²-neutrale Stromproduktion möglich, und wir sind technologisch noch nicht so weit, Strom effizient in großem Maßstab zu speichern. Und auch bei der Erzeugung durch Windräder bestehen noch ungelöste Probleme, wie zum Beispiel das Recycling der Rotorblätter.

Die Umwandlung von Atommüll in weniger kritische Isotope bei gleichzeitiger Energiegewinnung ist die beste Variante, die Endlagerproblematik schnell und sozialverträglich zu lösen und kommende Generationen von der Belastung durch unseren Atommüll zu befreien.
Und auf die Möglichkeit zu verzichten, die Kernreaktoren in anderen Ländern mit modernster deutscher Technik sicherer zu machen und dabei möglicherweise auch noch ein paar Arbeitsplätze zu erhalten, wäre vollkommen verrückt.

Lassen Sie uns deshalb dafür streiten, im Rahmen einer gesamteuropäischen Lösung einen endgültigen Atomausstieg anzustreben, der tatsächlich einen sauberen Schlusstrich unter das Atomzeitalter zieht und unsere Kinder nicht auf einem Berg hochradioaktiver Altlasten sitzen lässt.
Lassen Sie uns die aktuelle Technologie nutzen, um diese Altlasten abzubauen und dabei noch CO²-neutral Energie zu erzeugen, bis wirklich langfristig nachhaltig nutzbare technische Lösungen zur Verfügung stehen.

Setzen wir uns dafür ein, dass die Reaktorsicherheit auch in unseren Nachbarstaaten verstärkt wird. Wir dürfen nicht aus purer Angst vor Atomkraft im allgemeinen auf die Möglichkeit verzichten, unseren Atommüll weitgehend zu neutralisieren und dabei saubere Energie zu erzeugen.

Denn den Kopf in den Sand zu stecken und aus ideologischen Gründen keine sicheren, neuen Reaktoren zu bauen, den hochradioaktiven Atommüll nicht zu neutralisieren, und auf die CO²-neutrale Erzeugung von Strom zu verzichten, wäre tatsächlich weitaus gefährlicher als ein kontrollierter, geordneter, wirklicher Atomausstieg mit sofortigem Abbau gefährlicher Reaktoren der dritten Generation und einem mittelfristigem Abbau gefährlichen Atommülls mit Hilfe von Reaktoren der vierten Generation.

Vielen Dank!

Mit Jan Böhmermann und Axel Voss im digitalen Wandlitz

Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk beschäftigte Personen wie Jan Böhmermann1 haben sich auf Twitter dazu bekannt, oft und gerne andere Teilnehmern zu blocken, die sie für Idioten halten:

Sicher funktioniert das subjektiv gesehen erstmal sehr gut, wenn man aufgrund der eigenen medialen Reichweite tausende Follower hat, die im Zweifel alles „liken“, teilen und retweeten, was man so von sich gibt.
Ich halte es aber dennoch langfristig für einen Fehler Trolle und Idioten im großen Stil zu blocken, denn wenn man die extremeren Gegenmeinungen wegblockt, dann wird man die weniger extremen Gegenmeinungen als extrem empfinden, auch wegblocken, und am Ende alles für abwegig halten, was nicht komplett auf der eigenen Linie ist. Denn man hat ja immer genug Applaus von der eigenen Seite.
Am Ende sitzt man — so wie die DDR-Führung in Wandlitz, die dachte, dass alles eigentlich ganz super läuft — in seinem eigenen digitalen Wandlitz und merkt gar nicht mehr, dass die Mehrheit der Menschen und die Mehrheit der Menschen, die offen mit einem reden, zwei völlig unterschiedliche Dinge sind. Dann hat man möglicherweise die Mehrheit der Menschen längst gegen sich, sogar aus guten Gründen, aber hat es nicht gemerkt.

Und ich glaube, das Problem ist nicht nur theoretisch, sondern in einigen Parteien und Länder Europas sogar ziemlich virulent. Das Urheberrecht im Internet und dessen Durchsetzung ist nur ein Thema, wo sich die Politik anscheinend in ihrer Lobbyisten-Blase von der Meinung der Mehrheit vollkommen abgekoppelt hat(te).

Das Risiko, dass davon ausgeht, sich seine eigene Welt zurechtzublocken, scheint mir jedenfalls größer als der Schaden, der entsteht, wenn man Unsinn in die Timeline gespült bekommt. Vielleicht ist es etwas zu viel für einen Menschen, Kommentare von zigtausend Followern zu bekommen. Aber das ist eben die dunkle Seite der Berühmtheit. Wer auf dem Boden bleiben will, der sollte besser unter Pseudonym in den sozialen Medien unterwegs sein und auf den mit hohen Followerzahlen einhergehenden „Ruhm“ und (wahrscheinlich auch nur scheinbaren) Einfluss verzichten.

  1. oder auch Mario Sixtus []

Politisch ungewollte Medienkompetenz

Allenthalben hört man politische Forderungen nach „mehr Medienkompetenz“.

Aber wenn dann tatsächlich Medienkompetenz entsteht, wenn die Menschen die Mechanismen der Medien durchschauen, dann ist es dem Anschein nach auch wieder nicht recht.
Offensichtlich ist Medienkompetenz nur dann politisch opportun, wenn diese zu den „richtigen“ Erkenntnissen führt.

Jüngstes Beispiel ist die engelsgesichtige, finanziell besser ausgestattete Vielfliegerin der Grünen Jugend, deren Aufstieg als Berufs-Umweltfunktionärin jetzt möglicherweise ein jähes Ende genommen hat, weil sie jegliche Glaubwürdigkeit verloren hat. Hier schimpfen viele Medienschaffende, zum Beispiel auch Frau Hayali, jetzt auf denjenigen, der dies aufgedeckt hat, und darüber, dass der Pöbel die offensichtliche Unvereinbarkeit von persönlichem Handeln und öffentlichem Reden tatsächlich als diskreditierend sieht.

Da wäre den meisten Journalisten anscheinend lieber, wenn die Leute null Medienkompetenz hätten und man ihnen eine junge Frau mit dem CO²-Fingerabdruck einer Kleinstadt als Umweltretterin verkaufen könnte. Und das, obwohl die gleichen Journalisten vor noch gar nicht allzu langer Zeit einen gewissen Herrn Merz als vollkommen unglaubwürdig geframed haben, nur weil der sich die im Vergleich lächerliche „Sünde“ zu Schulden hat kommen lassen, sich nicht selbst als Teil der Oberschicht sehen zu wollen.

Und auch dieser anders begabten Jugendlichen mit den Zöpfen nehmen viele Menschen die besorgte Umweltaktivistin einfach nicht ab, und wollen sich nicht ausreden lassen, dass es doch eher wahrscheinlich ist, dass sie von professionellen Umweltaktivisten als „Vertreterin der jungen Generation“ mit dem Attribut „wegen Asperger in der Sache objektiv“ extra als Aushängeschild gecastet worden ist. Schon weil die Story, dass ein wahrscheinlich persönlichkeitsbedingt eher kontaktscheues Mädchen mal eben aus dem Nichts zur international bekannten Umweltaktivistin wird (was andere in einem Leben nicht schaffen), und dann gleich eine Einladung zum Weltklimaforum bekommt, doch sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich ist.

Wenn das passiert — wenn Menschen tatsächlich nachdenken und reflektieren und abwägen und es wagen, selbst Dinge „einzuordnen“ und selbst Erklärungen zu finden — dann ist diese praktische angewandte Medienkompetenz plötzlich politisch nicht mehr gewollt. Dann sind logische Schlüsse und vernünftige Annahmen nicht mehr Einordnungen, sondern Verschwörungstheorien, und kritisches Hinterfragen wird zu politisch motivierter Menschenfeindlichkeit umgedeutet.

Wie viel schöner wäre es doch für die deutschen Journalisten, wenn die „einfachen Menschen“ einfach still wären und das Einordnen und Bewerten aller Dinge den staatsnahen Medien oder ggf. SPD-nahen Zeitungen überließen! Dann könnte man die öffentliche Meinung weiter mit schlechten PR-Stunts manipulieren, die wie aus „Wag the dog“ kopiert erscheinen.

Which image is from wag the dog?
Welches Bild ist aus „Wag the dog“? (Quelle: IMDB/Stern)

Die SPD und das Parité-Gesetz

Die SPD hat es überzogen:

Das „Mietpreisbremse“-Gesetz.

Das „Gute-Kita-Gesetz“.

Die „Neue, verbesserte Mietpreisbremse“.

Das „Starke-Familien-Gesetz“.

Und jetzt das „Parité-Gesetz“.

(Okay, letzteres hätte man vielleicht besser in einfacher(er) Sprache „Gleichheits-Gesetz“ nennen sollen, aber hier zeigt sich einfach nur, wie weit sich das besserbürgerlich-intellektuelle Milieu der aktiven SPD-Politiker von den Leuten entfernt hat, die die SPD als Zielgruppe zu sehen behauptet.)

Was alle diese Gesetze gemeinsam haben ist, dass hier der Name maximal plakativ gewählt ist, bei größtenteils eher mauem, mut- und wirklungslosen Inhalt.

Beim Parité-Gesetz kommt hinzu dass es fast sicher wegen Verstoßes gegen die Landes- oder Bundesverfassung für ungültig erklärt werden wird.

Denn die Wahlen zur Listenaufstellung in den Parteien genügen jetzt dem Prinzip der Gleichheit der Wahl nicht mehr.
Denn wenn gleich viele Frauen und Männer gewählt werden müssen, wo bei einer Abstimmung ohne Berücksichtigung des Geschlechtes des Kandidaten das Ergebnis anders ausgefallen wäre, wird der „Erfolgswert“ einer Stimme verzerrt.

Ein Beispiel:
Angenommen, Es kandidieren 6 Frauen und 6 Männer für 6 Plätze auf der Wahlliste. Die Abstimmung ergibt jeweils 10, 9, 8, 7, 6 Stimmen für die Frauen und 5, 4, 3, 2, 1 Stimmen für die Männer.
Wegen der Vorgabe, dass jeweils drei Frauen und Männer gewählt werden müssen, gehen die Listenplätze an die Frauen mit 10, 9, 8 Stimmen und die Männer mit 5, 4, 3 Stimmen. Die Stimmen derjenigen, die für die drei Männer gestimmt haben, zählen also mehr als die Stimmen derjenigen, die für die zwei unterlegenen Frauen gestimmt haben. Die 13 Stimmen für die unterlegenen Frauen werden wirkungslos, die 12 Stimmen für die siegreichen Männer zählen.

Hier ist das Erfolgswertprinzip ad absurdum geführt. Darum muss das Parité-Gesetz vor den Verfassungsgerichten scheitern.
Natürlich könnte man jetzt auf die geniale Idee kommen, Frauen und Männer getrennt zu wählen, um den Unterschied bei den Erfolgswerten zu kaschieren. Aber auch dann könnte es dazu kommen, dass ein Kandidat eines Geschlechts mit weniger Stimmen als ein Kandidat eines anderen Geschlechts einen Listenplatz bekommen würde. Auch hier wäre also das Erfolgswertprinzip verletzt.

Das wissen wahrscheinlich auch die Sozialdemokraten, aber es interessiert sie nicht.
Und das ist das Schlimme: Sie verabschieden das Gesetz, das scheitern muss, trotzdem; allein wegen der Symbolwirkung, weil man sich als feministische Partei inszenieren will.
Seht her, wir sind die Guten, wir sind für die Gerechtigkeit[tm], wir sind progressiv, das ist die Botschaft.

Es geht nur noch ums „Virtue-Signaling“, nicht mehr um den Inhalt.
Die ehemalige Arbeiterpartei SPD ist die „Symbolpolitik-Partei Deutschlands“ geworden.

Doch wer Gesetze für das Feuilleton (d.h. die Medien und die öffentliche Meinung) schreibt, und nicht, um für die Menschen konkret erfahrbare praktische Verbesserungen zu erreichen, der ist politisch definitiv bankrott.
Zumal die Menschen nicht so dumm und einfach zu beeindrucken sind, wie die SPD vielleicht denkt.
Sie werden bald merken, dass von der SPD nur Placebos in Form von Worthülsen kommen.

Mit diesem Kurs wird die SPD untergehen. Und zwar zu recht.

Ausbildung als Voraussetzung für das Genderwissenschafts-Studium

Die Genderwissenschaften beklagen sich häufig über den geringen Frauenanteil in bestimmten Berufen.
Männerrechtler hingegen beklagen sich über wenig Ahnung über männliche Sichtweisen in den Gender-Studies.
Andere behaupten sogar, Gender-Studies seien eine weitgehend brotlose Kunst und damit eine Garantie für Altersarmut.

Da Alterarmut, geringer Frauenanteil in Berufen und natürlich auch mangelnde Kompetenz in und Empathie für männliche(r) Weltsicht ernste Probleme sind, schlage ich folgende Lösung vor:

Voraussetzung für die Zulassung zum Gender-Studies Studium sollte eine handwerkliche Ausbildung in einem Bereich mit <30% Frauenanteil sein.

Auf diese Weise bekommen Gender-Studies-AbsolventInnen einen praktischen Einblick in männliche Lebenswelten und die Realität der Ungleichberechtigung.
Auf diese Weise besteht eine berufliche Alternative, sollte sich der Studiengang als wenig auf dem Arbeitsmarkt akzeptiert herausstellen.
Auf diese Weise wird der Frauenanteil in Ausbildungsberufen erhöht.

Wer gegen diesen Vorschlag ist, der/die

  • ist gegen Frauen in Männerberufen
  • ist für Altersarmut unter Frauen
  • hat Feminismus und Gender-Studies als Fach, dass auch die Probleme von Männern ernst nimmt und männliches Leben verbessern will, nicht verstanden

Ich erwarte also die Umsetzung dieses Vorschlags. Auch in der DDR war ja eine Ausbildung Voraussetzung für ein Studium. Entsprechend kann dieser Vorschlag nur richtig sein!

Georg Restle, „Plädoyer für einen werteorientierten Journalismus“, eine Replik

Wenn man Artikel von Journalisten liest, bietet es sich manchmal an, den Artikel beim zweiten Lesen Absatz für Absatz von hinten zu lesen. Oft fragt man sich dann spontan, was im Artikel passiert sein muss, um zu diesem Ende zu finden.
Das ist auch bei Georg Restles Artikel „Plädoyer für einen werteorientierten Journalismus“ so.

Denn im letzten Absatz fordert er im Prinzip nichts als Binsenweisheiten: Journalisten sollten unabhängig und unbestechlich sein und keiner Partei angehören. Sie sollten sich an die Fakten halten und nicht blind das übernehmen, was andere vorgeben. Und man sollte humanistisch und werteorientiert berichten.
Die einzige Referenz auf alle vorherigen Teile seines Artikels ist die, dass er sich gegen „blinde Neutralität“ ausspricht. Und genau das ist der relevante Teil.

Doch bevor ich dazu komme, was Georg Restle damit meint, erstmal zurück zum Beginn des Artikel, der mit Selbstmitleid anfängt: Es ist so schwer geworden für Journalisten. So viele Informationen in so kurzer Zeit, der Journalist kann kaum noch etwas einordnen und recherchieren, bevor es zu spät ist. In diesem Kontext wird auch die Mär nochmal aufgewärmt, Bot-Armeen und Algorithmen könnten tatsächlich die öffentliche Meinung manipulieren, obwohl mittlerweile bekannt ist, dass es so einfach nicht geht.
Ja, die ersten Absätze des Artikels (vor „Der Weg des Egon Erwin Kisch“) dienen meiner Meinung nach nur dazu, im Kopf des Lesers zu verankern, dass Journalismus heute fast unmöglich und darum wichtiger ist als jemals zuvor, damit darauf im vorletzten Absatz noch einmal Bezug genommen werden kann.
Eigentlich hätte man diese Absätze auch streichen und wie folgt zusammenfassen können: Journalisten sind Helden, die unter unmöglichen Bedingungen gegen die Manipulation des dummen Pöbels durch übermächtige Propaganda-Maschinen ankämpfen.

Dann kommt der Abschnitt
Der Weg des Egon Erwin Kisch
in dem Georg Restle von dem Journalisten Egon Erwin Kisch berichtet, der Kommunist war (also gerade nicht parteiunabhängig, wie am Ende des Artikels für gute Journalisten eigentlich gefordert).

Ausgerechnet dieser Journalist wird von Restle als positives Beispiel für werteorientierte Berichterstattung dargestellt. Tatsächlich aber scheint Egon Erwin Kisch als strammer Kommunist und Idealist seinen Berichten seinen eigenen kommunistischen Spin aufgeprägt zu haben, anstatt so neutral wie möglich zu berichten.

Die Idee, es könne etwas wie „Neutralität“ geben, will Georg Restle aber von vornherein nicht gelten lassen. Wen kümmert es schon, dass Gesetze und Verfassung von Neutralität reden? Den Journalisten Georg Restle, der parteiische Berichterstattung als „werteorientiert“ reframen will, jedenfalls nicht.

Was folgt, ist eine klassische Strohmann-Argumentation, ein rhetorischer Trick:

Georg Restle definiert neutrale und ausgewogene Berichterstattung als eine Berichterstattung, in der Journalisten alle Meinungen entsprechend ihrem Anteil an der öffentlichen Debatte und Meinung gewichtet reproduzieren und als gleichwertig präsentieren.
Und dann zeigt er auf, dass neutrale Berichterstattung im Sinne dieser verqueren Definition unsinnig und falsch ist.

Daraus, dass er die Sinnhaftigkeit „neutraler Berichterstattung“ im Sinne seiner selbst absichtlich verquer gewählten Definition widerlegt hat (Argumentation gegen den Strohmann), folgert er dann in seinem zweitletzten Absatz (ab der Zwischenüberschrift „Unabhängig und unbestechlich“), dass neutrale Berichterstattung gar nicht wünschenswert sei. Und darum sei „werteorientierte“ Berichterstattung zu wählen.

Der rhethorische Kunstgriff mit Strohmann-Argumentation1 ist natürlich höchst unredlich. Aber ein „Chefredakteur des Flagschiffs des deutschen investigativen TV-Journalismus“ argumentiert anscheinend so, im Jahre 2018.

Statt der Illusion von Neutralität nachzuhängen, argumentiert Restle im zweitletzen Absatz weiter, solle man besser parteiisch sein. Was im Widerspruch steht zum letzten Absatz, wo Unabhängigkeit, Unbestechlichkeit und Unparteilichkeit gefordert wird.

Um diesen Widerspruch scheinbar aufzulösen macht Restle den Kunstgriff, „blinde Neutralität“ auszuschließen, was, wie wir jetzt wissen, auf die von Herrn Restle selbst konstruierte vorsätzlich sinnlose Definition von Neutralität als „ungefilterter Weitergabe jeden beliebigen Blödsinns“ referenziert. So versucht Herr Restle, vorsätzlich nicht-neutralen Gesinnungsjournalismus dennoch als die Form von Journalismus zu präsentieren, die dem Ideal von Unabhängigkeit, Unbestechlichkeit und Unparteilichkeit am nächsten komme.

Aber das ist natürlich, Restle’scher Rhetorik zum Trotz, vollkommen absurd.
Unparteilichkeit bedeutet nicht, keine Meinung zu haben oder keine Entscheidungen oder Wertungen zu treffen. Es ist wie beim Fußball: Es bedeutet, ohne Vorurteile, von einer neutralen Startposition aus, vorzugehen, und möglichst fair und auf Fakten basiert zu urteilen.
Und hier ist Neutralität wichtig. Klar sind wir alle Menschen mit Werten, und es fällt uns schwer, neutral zu sein. Aber es ist möglich, wenn man selbstreflektiert und systematisch vorgeht. Wenn man skeptisch bleibt, ganz besonders in Bezug auf die Dinge, die man selbst glauben *will*.
Wenn man Group Think, Confirmation Bias und Wunschdenken durch schrittweises, die eigenen Überzeugungen, Annahmen und Vorurteile bewusst-machendes und hinterfragendes Vorgehen versuchen auszuschließen. Wenn man also wie ein Naturwissenschaftler auf Wahrheitssuche geht, und sich selbst dazu zwingt, alle eigenen Überzeugungen zu hinterfragen, zu plausibilisieren und zu belegen — oder eben fallen lassen.

Zweifel muss man benennen, statt sie zu verschweigen. Beim Recherchieren muss man „in alle Richtungen ermitteln“ und sehen, wohin einen das führt; man darf nicht vorher bereits wissen, wie das Fazit eines Artikels lauten soll, sonst recherchiert man nicht, sondern betreibt nur PR für die eigene Meinung. Neutrale Berichterstattung heißt nicht, andere von dem bekehren zu wollen, was man selbst glaubt, sondern die Wahrheit zu suchen und zu beschreiben.

Wer einen Artikel schreiben will über Impfungen, der muss zunächst alles anzweifeln. Die Argumente der Impfgegner, aber auch die Argumente der Pharmaindustrie. Jede vermeintliche Gewissheit muss man prüfen. Gibt es viele oder wenige Impfschäden. Kann man an Masern sterben. Was würde passieren, wenn man nicht mehr impfen würde – kurz-, mittel- und langfristig. Wie teuer sind Impfungen? Wer verdient was damit? Wie teuer sind gelähmte Kinder, oder Senioren, die (nicht) sterben?

Erst wenn man die Fakten geklärt hat, in dem man gerade auch die eigentlich nicht fragbaren Fragen gefragt hat und auch die ungeheuerlichen Möglichkeiten zumindest kurz in Betracht gezogen hat, kann man die Faktenlage auf informierte Weise einordnen und werten und dann einen Artikel schreiben, der zwar wertet und einordnet, aber für den mündigen Leser nachvollziehbar auf diese Wertung und Einordnung hinführt indem er beschreibt, wie der Journalist zu seinen Schlüssen gekommen ist.

Ein so geschriebener Artikel ist so neutral und damit so unparteilich wie möglich.

Herr Restle hält aber anscheinend nichts vom mühsamen Suchen nach der Wahrheit, das notwendig ist, um (so) neutral (wie möglich) zu berichten. Er plädiert statt dessen für einen von Überzeugungen gefärbten, Partei-nehmenden Journalismus im Sinne des Kommunisten Egon Erwin Kisch:

Zitat Wikipedia:

Kisch war voller Enthusiasmus für die politischen und sozialen Veränderungen im kommunistischen Russland, ignorierte aber die Zwangsarbeitslager, die Hungersnot in der Ukraine oder die Verfolgungen der Russisch-Orthodoxen Kirche.

Kisch hat also Fakten verschwiegen, um seine Artikel, mit denen er seine kommunistische Gesinnung bewerben wollte, für sein Zielpublikum attraktiver zu machen.
Und hier ist eine interessante Parallele zum aktuellen Fall Relotius:
Relotius hat Fakten erfunden, um seine Artikel für sein mit einer bestimmten Gesinnung ausgestattetes Zielpublikums attraktiver zu machen.

Beides ist Betrug am Leser. Beides ist manipulativ und unredlich und hat mit Unparteilichkeit oder gar Wahrhaftigkeit, von der Restle im Zusammenhang mit Kisch auch einmal schreibt, nichts zu tun.

Auf den „werteorientierten“ Journalismus von Georg Restle, der Neutralität als Illusion abtut und mit falschen Definitionen verächtlich macht, kann ich verzichten, denn er führt direkt zum Relotius-Journalismus.

Der Relotius-Journalismus hat die Werteorientierung und die Vermeidung der mühsamen Suche nach der Wahrheit perfektioniert. Er orientiert sich nicht mehr an Fakten, sondern nur noch an den Vorstellungen und Werten der Leser; Fakten werden dann passend konstruiert. So erschuf Relotius eine Wahrheit, wie sie, gemäß den Vorurteilen seiner Leser, hätte sein sollen.
Und auch Kisch hat durch Auslassungen und Betonungen in seinen Texten den Lesern Sowjetunion und USA so gezeigt, wie er sie gesehen haben wollte. Auch das war keine wahrhaftige Berichterstattung, sondern PR für die eigene Weltsicht, kein Suchen nach der Wahrheit, sondern das Präsentieren einer Wahrheit, wie sie seiner Meinung nach hätte sein sollen.
Die eigenen Werte bzw. die Werte der Leser haben Kisch und Relotius Dinge schreiben lassen, die nicht die ganze Wahrheit waren, sondern irreführend, mal beschönigend, mal schwarzmalend.

Das, nämlich Autoren, die versuchen, ihre Leser im Sinne ihrer eigenen Agenda zu manipulieren, sind die Ergebnisse von „werteorientiertem Journalismus“. Und Monitor-Chef Restle plädiert für mehr davon!
Da bin ich doch lieber für Neutralität im eigentlichen, nicht von Herrn Restle absurd umdefinierten Sinne.
Denn der Leser hat kein Interesse daran, von Journalisten manipuliert zu werden, er möchte informiert werden. Fehlinformationen haben für ihn keinen Wert, egal wie „werteorientiert“ sie sind.

Das alles heißt natürlich nicht, dass es verkehrt wäre, wenn Journalismus von Menschen mit Werten betrieben wird, die auch etwas Gutes tun wollen. Aber wenn man die Wahrheit „werteorientiert“ verzerrt, führt das langfristig nie zu etwas Gutem. Denn nur wenn die Wahrheit bekannt ist, kann man tatsächlich Maßnahmen treffen, die etwas verbessern. Was man auf Basis verzerrter, falscher Informationen oder Annahmen tut, wird hingegen nie zu etwas Gutem führen, egal wie gut gemeint es ist.

Wenn es um Werte und Wahrhaftigkeit geht, würde ich den Wallraff-Journalismus bevorzugen, der zwar mit guten Absichten festlegt, über welches Thema man recherchiert, im Folgenden aber versucht, neutral zu bleiben und zu berichten „was ist“, anstatt die Ergebnisse vorwegzunehmen, zu skripten oder im Notfall „werteorientiert passend zu machen“.

  1. und zusätzlich falscher Dichotomie von „neutraler“ oder „werteorientierter“ Berichterstattung []

„Toxische Männlichkeit“

Der deutsche (Netz-)Feminismus hat einen Lieblingsausdruck, und zwar „toxische Männlichkeit“.

Zwar kann man bei den Freund_*Innen der intersektionalen Feminist_ixs wahrscheinlich nicht mal genau definieren, was „Männlichkeit“ eigentlich sein soll, da diese sozial konstruiert und höchst fluide sei und man daher wahrscheinlich von „Männlichkeiten“ sprechen müsste, um zu unterstreichen, wie divers Männlichkeit aufgefasst und gelebt werden kann … — aber dass es „toxische Männlichkeit“ gibt und dass faktisch jeder Mann davon betroffen (und darum ein Arschloch und eine Gefahr) ist, das gilt unter radikalen NetzfeministInnen als sicher.

Toxische Männlichkeit ist nach radikalfeministisch-intersektionaler/postmoderner/konstruktivistischer/poststrukturalistischer Doktrin der Grund allen Übels in der Welt. Nichts weniger als die katholische Erbsünde, aber in einer neuen Form, die — wie praktisch — nur Männer betrifft.
Männer sind damit das Hauptübel in der Welt, Frauen sind Opfer des von den Männern aufrecht erhaltenen „Patriarchats“. Männer sind durch die toxische Maskulinität Quelle allen Unrechts, denn sie haben den Kapitalismus und die Atombombe erfunden, und alle guten Dinge, die Männer auch erfunden haben, wie z.B. Elektrizität oder Impfungen, zählen nicht.

Es ist interessant, dass der radikale Feminismus sich hier strukturell nicht sehr vom Rechtsradikalismus unterscheidet, dessen Lieblingsausdruck schon seit langem die „kriminellen Ausländer“ sind. Diese Wortkombination ist für die Rechtsradikalen eine Art eigener Topos, das Wort „Ausländer“ ist für Rechtsradikale eigentlich nur in dieser Kombination denkbar.
Und für radikale Feministinnen ist Männlichkeit analog nur in der Kombination „toxische Männlichkeit“, oder zumindest negativ konnotiert, denkbar.

Sowohl Ausländerfeinde als auch Männerfeinde behaupten natürlich, keine gruppenbasierte Menschenfeindlichkeit zu betreiben. Ausländer/Männer könnten sich ja einfach „richtig“ verhalten. Männer/Ausländer könnten einfach weniger toxisch/kriminell sein und z.B. weniger vergewaltigen!
Wenn erst genug Männer/Ausländer unphysiologisch sitzen/richtig Deutsch sprechen würden, dann hätte man gar kein Problem mehr mit ihnen.
Denn man habe ja im Prinzip gar nichts gegen Männer/Ausländer, wenn sie sich nicht „falsch“ verhielten!

Aber im Prinzip weiß jeder, dass Männer/Ausländer sich nie werden „richtig“ verhalten können, weil den radikalen FeministInnen/Rechten immer noch etwas einfallen würde, was Männer/Ausländer angeblich zu schlechten und gefährlichen Menschen macht, die Frauen/Deutschen die guten Arbeitsplätze wegnehmen!

Männer- bzw. Ausländerfeindlichkeit ist integraler Bestandteil der radikalfeministischen bzw. rechtsradikalen Ideologie. Es ist für radikale FeministInnen/Rechte unvorstellbar, dass Männer/Ausländer gleichwertige Mitmenschen sind, aber um das nicht zugeben zu müssen, erfinden sie „objektive“ Gründe, warum Männer/Ausländer „schlecht“ und darum Menschen zweiter Klasse sind.

Der einzige Grund, warum der radikale Feminismus in seiner Verbohrtheit und seinem Hass auf Männer nicht richtig ernst genommen wird, ist, dass er es bisher geschafft hat, sich das Image einer „linken Befreiungsbewegung“ zu geben. Tatsächlich aber hat der radikale Feminismus längst nichts Fortschrittliches mehr.

Er ist eine männerfeindliche Ideologie, die auf tönernen Füßen steht. Durch die Finanzierung von „Gender-Lehrstühlen“, die bisher keine in irgendeinem vernünftigen Verhältnis zu den aufgewendeten Mitteln stehenden Ergebnisse vorweisen können, versucht diese Ideologie, sich selbst Legitimation zu verschaffen, so wie der Sozialismus es mit der Pseudowissenschaft Marxismus-Leninismus letztlich sehr erfolglos versucht hat.

Weil der radikale Feminismus eine männerfeindliche Ideologie ist, sind die Klischee-überlasteten Glossen feministischer Journalistinnen tatsächlich nichts weiter als männerfeindliche Hetze; inhaltlich auf dem Niveau der Witze von Mario Barth, nur ernst gemeint in der Intention, Männern die Schuld für alles Schlechte in die Schuhe zu schieben und Frauen als Opfer bzw. für keinen gesellschaftlichen Missstand auch nur im geringsten mitverantwortlich darzustellen.

Gerade deshalb wehrt sich der radikale Feminismus auch bisher mit Händen und Füßen gegen die Erforschung z.B. von häuslicher Gewalt gegen Männer, weil man zu Recht Angst hat, unerwünschte wissenschaftliche Ergebnisse könnten das feministische Dogma zum Einsturz bringen, dass Frauen friedlicher und kooperativer seien als Männer.

Aber die radikalfeministischen Verteidigungslinien bekommen Risse. Der radikale Feminismus stößt zunehmend auf Widerstand. Seine Dogmen werden immer häufiger hinterfragt. Mit männerfeindlichen Bullshit-Kampfbegriffen wie „toxischer Männlichkeit“ hat der radikale x-te-Welle Feminismus den Bogen möglicherweise endgültig überspannt, und ich bin dafür sehr dankbar.

Maischberger am 14.11.2018 oder: Die Mär von der gleichwertigen Arbeit und den überlegenen diversen Teams

Ich möchte ein paar Anmerkungen zur Sendung vom 14.11.2018 machen.

Wegen der lächerlich kurzen Sendezeit (dabei hätte der ÖR soviel davon), wurden wichtige Frage nicht gefragt.

Frau Williams zum Beispiel beschäftigt zu 80% Frauen. Diese werden angeblich alle fair bezahlt, bekommen also „gleiches Geld für gleichwertige Arbeit“.
Da hätte man nachfragen müssen, ob es dort tatsächlich irgendein System gibt, dass die MitarbeiterInnen in Gruppen einteilt, die dann jeweils gleiches Gehalt bekommen.
Und dann wäre zu klären gewesen, ob tatsächlich jede Mitarbeiterin, die das gleiche Gehalt wie eine andere Mitarbeiterin bekommt, im Durchschnitt die genau gleiche Leistung erbringt.
Denn das ist doch die tatsächliche Schwierigkeit bei der „fairen Bezahlung“, dass die Arbeitsleistungen schwanken und man tatsächlich keine wirklich objektiven Kriterien für „faire Bezahlung“ entwickeln kann.
Darauf wollte auch Herr Sprenger heraus, konnte aber dazu leider nichts sagen, weil Frau Schulze ständig Gelegenheit gegeben wurde, ihre gender-feministische Propaganda dazwischen zu plärren.

Ich weiß, das ist eine harte Wertung, aber ich kann begründen, warum ich ihre Beiträge für Propaganda halte. Nehmen wir die von ihr geäußerte Behauptung, Studien hätten ergeben, „diverse Teams“ brächten bessere Ergebnisse als „nicht-diverse“ Teams.

In den Vergangenen Jahren hatten wir uns gesellschaftlich meiner Kenntnis nach eigentlich geeinigt, dass Männer und Frauen im Durchschnitt gleich befähigt sind. Dass es viel mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt.
Und wir hatten uns meiner Kenntnis nach geeinigt, dass es sowas wie „Rassen“ nicht gibt, und dass Europäer, Asiaten, Schwarze, also alle Menschen gleich befähigt sind.

Und wenn wir voraussetzen, dass Männer und Frauen und alle Menschen gleich befähigt sind, dann kann es schlicht nicht sein, dass „diverse Teams“ besser sind als „nicht-diverse“ Teams, und dies an der Diversität liegt.
Also entweder hat es einen anderen Grund, dass diverse Teams in Studien besser abschneiden als nicht-diverse Teams, der nicht in der Mischung von Geschlechtern und Hautfarben oder Ethnien liegt — nämlich vielleicht die unterschiedlichen Erfahrungshintergründe — oder aber, die Annahme, dass Frauen und Männer und alle Menschen gleich sind, muss falsch sein.

Und ich tendiere zur Annahme, dass Menschen tatsächlich weitgehend gleich befähigt sind, und dass diverse Teams nur deshalb in Studien besser abschneiden, weil die Studien beim Studien-Design entscheidende Fehler machen und daher gar nicht den Effekt der „Diversität“ messen, sondern etwas anderes.

Oft dauern diese Studien nur einen Tag oder ein paar Wochen. Und oft wird hier das „diverse Team“ wild zusammengewürfelt, während für das „nicht-diverse“ Team z.B. eine schon bestehende Gruppe genommen wird, z.B. alle weißen Männer aus dem Handball-Team der Universität.
Dass hier das „diverse Team“ besser abschneidet, kann dann darauf zurückgeführt werden, dass es nicht vom psychologischen Effekt des „Group Think“ betroffen ist, der Teams, die längere Zeit zusammen arbeiten, trifft, und deren Leistung mindert, weil nicht mehr so viel diskutiert wird und weniger neue Ideen eingebracht werden. Das heißt, neue Teams sind dann besser als alte Teams, solange sich die Mitglieder noch nicht aufeinander eingestellt haben, es noch neue Ideen und Widerspruch gibt.
Das heißt auch: Nach einigen Monaten würde das „diverse Team“ sich eingeschwungen und eine eigene Team-Kultur entwickelt haben. Dann würde der „Diversitäts-Bonus“ verloren gehen. Andererseits heißt es auch: Ein Team nur aus alten weißen Männern, die aus verschiedenen Ländern kommen und sich vorher
nie gesehen haben, würde besser abschneiden als ein optisch und geschlechter-technisch „diverses“ Team, das schon seit 2 Jahren zusammenarbeitet.

Es kann meiner Meinung nach auch gar nicht anders sein.

Dass Teams allein wegen der Zusammensetzung aus unterschiedlichen Geschlechtern und Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben besser sein sollten als z.B. Teams nur aus schwarzen Frauen, wäre biologistisch, sexistisch und rassistisch, denn es würde bedeuten, dass schwarze Frauen entweder nicht so leistungsfähig sind wie. z.B. asiatische Frauen oder schwarze Männer, oder dass schwarze Frauen sich allein nicht effizient organisieren könnten.

Diverse Team sind also wahrscheinlich dann besser, wenn wir von einer „Diversität des Denkens“ reden. Das tun aber Menschen wie die Grüne Katharina Schulze nicht. Sie reden von einer Diversität von äußeren Merkmalen wie Hautfarbe, Herkunft oder Geschlecht und behaupten, diese habe auf magisch-esoterische Weise — denn es sind alle Menschen gleich befähigt — positiven Einfluss auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.
Und es ist diese äußerliche Diversität, die Frau Schulze mit Quoten erzwingen will, die mit der notwendigen Diversität des Denkens nichts zu tun hat und die natürlich nicht zu besseren wirtschaftlichen Ergebnissen führen wird.

„Faschisierung aus der Gamer-Szene“ oder: Mehr Unsinn im Freitag

Der Freitag ist, wie gesagt, eine tolle Zeitung, aber ich mache mir schon ein wenig Sorgen wegen der Qualität.

Da schreibt eine Autorin einen wirren Artikel über eine angebliche „Faschisierung“ der Gamer-Szene, der komplett in gender-pseudo-wissenschaftlichem Slang geschrieben ist.

Ein paar Zitate und Anmerkungen:

In Deutschland ist vor kurzem unter dem Hashtag #GamerleaksDE eine neue Öffentlichkeit entstanden, die die inneren Strukturen und radikalen Politisierungen der Gamer-Szene offenlegt.

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