Archiv der Kategorie: Gender

Gender-Feminismus und Ursache und Wirkung

Mir ist aufgefallen, dass viele Behauptungen des kontemporären Gender-Feminismus damit erklärt werden könn(t)en, dass Feminstinnen Ursache und Wirkung verwechseln bzw. vertauschen.

Nehmen wir die Idee, man müsse die Sprache verändern, damit sich das Denken verändere; es sei also nötig, immer auch weibliche Formen oder geschlechtsneutrale Hilfskonstrukte zu verwenden (s.g. Sapir-Whorf Hypothese), weil sonst Menschen dächten, alle Grundschullehrer/Ärzte/Ökotrophologen seien Männer.

Tatsächlich ist es aber so, dass die Sprache geändert und erweitert wird, wenn die sprachlichen Möglichkeiten nicht ausreichen, etwas auszudrücken.
„Fremdschämen“ zum Beispiel, „Hater“ oder „prokrastinieren“ sind vergleichsweise neue Wörter, die gebildet wurden, um plötzlich relevante Dinge auszudrücken.1

Es beschränkt also nicht die Sprache das Denken, sondern das Denken führt zu einer Veränderung der Sprache. Und wenn es eine relevante Menge von Menschen interessieren würde, ausdrücken zu können, dass eine Person möglicherweise Trans- oder a- oder bi-sexuell oder polyamorös sei, vielleicht aber auch nicht, dann würde auch hierfür eine sprachliche Möglichkeit gefunden. Tatsächlich aber interessiert es die meisten Menschen rein gar nicht, und darum können sich zu diesem Zweck ausgedachte „inklusive“ Schreibweisen auch nicht durchsetzen. Nichtmal das krampfige „Mit-Nennen“ der weiblichen Form wird im Alltag von einer nennenswerten Zahl von Menschen praktiziert.2

Dass Menschen bei „einem Arzt“ weiterhin eher an einen Mann denken, hängt vielleicht einfach damit zusammen, dass weiterhin mehr Männer als Frauen als Arzt tätig sind. Weil viele Ärztinnen doch später lieber Teilzeit oder gar nicht arbeiten.

Das bringt mich zur zweiten feministischen These, nämlich, dass nur wenige Frauen in Fachgebiet X arbeiten wollen, weil es dort nicht genug weibliche Vorbilder gäbe. Diese These kann man sehr einfach anhand empirischer Erfahrungen widerlegen. Um 1900 gab es quasi keine Juristinnen oder Ärztinnen, heute sind über 50% der Absolventen in Jura oder Medizin Frauen. Wenn Frauen also etwas interessiert, dann spielt es überhaupt keine Rolle, ob dort viele Frauen sind – oder keine.
Es gibt also nicht deshalb wenig Interesse bei Frauen an Elektrotechnik, weil dort wenig Frauen sind, sondern es sind wenig Frauen in der Elektrotechnik, weil Frauen daran wenig Interesse haben.

Fast scheint es so, als sei die Umkehrung von Ursache und Wirkung der Standard-Kunstgriff des Gender-Feminismus, um auf einfache Weise eine scheinbar logische „Dekonstruktion“ von Fakten zu bewerkstelligen.

Das trifft ja auch bei der genderfeministischen These zu, es gebe gar keine Geschlechtsunterschiede. Nicht die Unterschiedlichkeit der Geschlechter führe zu unterschiedlichem Verhalten, sondern die Konditionierung zu unterschiedlichem Verhalten führe zu einer (scheinbaren) Unterschiedlichkeit der Geschlechter.

  1. Die Franzosen haben sogar ein Wort für die Angst, man könnte verrückt werden und springen, wenn man hoch oben steht… []
  2. Da im Englischen, wo es keine geschlechtsspezifischen Endungen oder Artikel (mehr) gibt, auch alle sehr gut damit auskommen, dass die eine, noch benutzte Wortform z.B. bei den lateinisch-stämmigen Worten klar männliche Endungen hat (actor, proprietor, inventor …), fragt man sich sowieso, ob es nicht klug wäre vom Feminismus, wenn man aufhören würde vom generischen Maskulinum zu faseln und sich statt dessen einfach mitgemeint fühlen würde, wenn die männliche Form benutzt wird. []

Der Konstruktivismus, der Gender-Feminismus, und die postfaktische Politik

Ich bin begeistert, dass in meiner Twitter-TL jemand einen Link auf ein Interview von 1981 (!) getweetet hat, in dem ein schwarzer Stanford-Wissenschaftler schon damals den sogenannten „Gender-Pay-Gap“ als Erfindung und Konstruktion zurückgewiesen hat:

(leider nur in Englisch).

In dem Interview sagt der gute Mann an der ausgewählten Stelle zum Beispiel, dass es keine Lohnlücke gibt, wenn man lückenlos voll berufstätige Frauen und Männer vergleicht, oder wenn man gleich gut ausgebildete Schwarze und Weiße vergleicht.

Das schon damals ganz erhebliche Zweifel an der Existenz einer wirklichen Lohnlücke bestanden, und zumindest Stanford-Wissenschaftler hier keine Diskriminierung sehen wollten, finde ich deswegen so interessant, weil die Legende von der Lohndiskriminierung gegenüber Minderheiten dennoch 35 weitere Jahre überlebt hat und immer noch von PolitikerInnen verbreitet wird.

Obwohl es unter Markt-Aspekten absurd wäre, würde sich eine solche Lohnlücke nicht in kürzester Zeit schließen, hält sich das Meme von der „Lohndiskriminierung“ seit 35(!!!) Jahren und findet immer wieder Menschen, die daran glauben *wollen*, trotz — wenn man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht — fehlender statistischer Grundlage.

Anscheinend müssen wir dem Feminismus das „Verdienst“ zugestehen, durch ständige Wiederholung größtenteils herbeifantasierter und -konstruierter Behauptungen (tausende Jahre Frauenunterdrückung, 20+% Lohndiskriminierung, Patriarchat, Wissen ist subjektiv, alles ist konstruiert…) die Ära der postfaktischen Politik wenn nicht mit eingeleitet, so doch maßgeblich begünstigt zu haben.

Natürlich hat sich die Aufklärung nie wirklich ganz durchgesetzt, natürlich war die Welt auch schon vor 100 Jahren zu kompliziert, als dass sie der „normale Bürger“ hätte verstehen können, natürlich war also das „Bauchgefühl“ bei Wahlen etc. immer schon wichtiger als die Fakten; aber erst der radikale Konstruktivismus, der die Grundlage für den radikalen und Gender-Feminismus bildet, hat die Vorstellung entwickelt, es gebe gar keine Fakten bzw. diese seien für jeden Beobachter subjektiv und könnten damit durch eine Veränderung des Blickwinkels aller Beobachter geändert werden.

Dass die Politik sich immer weiter von den Fakten entfernt hat, verdanken wir meiner Meinung nach dem Einfluss der öffentlich subventionierten geisteswissenschaftlichen „Forschung“ und deren Absolventen auf Medien, Parteien und NGOs.

Denn es gibt in den Geisteswissenschaften und in den Medien keinen Pluralismus mehr; statt dessen hat sich dort ein links-progressives Milieu eingenistet, dessen Überzeugungen auf dem radikalen Konstruktivismus beruhen, und versucht nun, Politik und Gesellschaft im Stile von Stalins „Ingenieuren der Seele“ auf den Pfad der Tugend zu „nudgen“. bzw. die Theorie von der Konstruiertheit der Realität durch „Ummodellierung“ derselben in die Praxis umzusetzen.

Hinter den ganzen Sprachregelungen, die wir heute in den Medien haben, steckt die Idee, die Sprache präge die Wahrnehmung, und mit einer sprachlich „richtigen“ Darstellung der Realität könne man die Wahrnehmung und damit die Menschen und damit die Welt ändern bzw. besser machen.
Wenn man geschlechtsneutrale Wörter benutze, könne man Frauen ermutigen eher bestimmte Berufe zu ergreifen, wenn man die Herkunft von Straftätern verschleiere, könne man die Ausländerfeindlichkeit verringern, etc..
Tatsächlich aber prägen natürlich die Menschen die Sprache und modifizieren diese, wann immer das notwendig oder sinnvoll erscheint, Frauen wählen die Berufe, die ihnen gefallen, und Ausländerfeindlichkeit verringert man sicher nicht durch die Verschleierung von Tatsachen.
Die Realität kann man nicht wegreden oder schönreden, jedenfalls niemand anderem als sich selbst, und darum sind der radikale Konstruktivismus und seine Auswüchse Irrwege, die nirgendwo hin führen.

Aber mal eine andere Frage:
Wie hoch ist wohl der Anteil von CDU/CSU-Mitgliedern in der Soziologie, oder an Gender-Lehrstühlen, oder in Redaktionen, verglichen mit Mitgliedern der Grünen?
Wann hat wohl am Lehrstuhl für Gender-Forschung irgendjemand die These vertreten, das Geschlecht sei doch neurobiologisch festgelegt, und gar nicht konstruiert?

Genau das ist das Problem: Wo es eine politische Monokultur gibt, eine Monokultur der Überzeugungen, da gibt es keine wirkliche Forschung mehr, sondern nur noch die Suche nach Bestätigung dessen, was sowieso alle (zu wissen) glauben.1

Um die Monokultur der Überzeugungen in den Geisteswissenschaften und in Medien und Politik zu überwinden brauchen wir dort anderes Personal. Wir brauchen eine „Nicht-Linken-Quote“. Der „Marsch durch die Institutionen“ der 68er hat einfach zu gut funktioniert und zu wenige liberale und konservative Denker übriggelassen.

  1. Dass das so ist, kann man in fast jeder beliebigen Gender-„wissenschaftlichen“ Arbeit nachlesen, die meist mit irgendeiner Prämisse beginnen und nachher nicht mehr zeigen, als dass die Arbeit die Prämisse nicht widerlegt… []

Durch’s Patriarchat zum Alkoholismus oder: Die toughe Frau als trügerisches Ideal des Feminismus

Auf Zeit Campus ist ein Artikel erschienen, der aus dem Englischen übersetzt ist und in dem sich eine Alkoholikerin über die angebliche Ungerechtigkeit der Welt speziell gegenüber Frauen aufregt.

Aber es stimmt einfach gar nichts an dem Artikel.
– Der 23%-Gender-Pay gab existiert nicht. Der sogenannte bereinigte Gender-Pay-Gap liegt bei 0 bis 6%.
– Es gab kein tausendjähriges Patriarchat. Vielmehr waren Frauen und Männer viele Jahrhunderte lang quasi Leibeigene von feudalen Herrschern und mussten sämtlich die ganze Zeit hart arbeiten, um mehr schlecht als recht zu überleben.
– Es ist nicht so, dass speziell Frauen dazu gedrängt werden, sich mit Alkohol zu betäuben. Vielmehr gibt es wesentlich mehr männliche als weibliche Alkoholiker

Und dann ist da noch der Abschnitt, wo die nicht ganz so toughe Karrierefrau sich darüber aufregt, im Beruf einem Klima aus Mikroaggressionen(!), ständigen Unterbrechungen und „Mainsplaining“ ausgesetzt zu sein. Tatsache ist doch, dass — wenn man mal annimmt, es gäbe dieses „typisch männliche“ verbale Sich-Gegenseitig-Überbieten-Wollen namens „Mansplaining“ wirklich — auch und vor allem Männer diesem ausgesetzt sind. Und denen macht es anscheinend wenig aus.

Ist also die „toughe Frau“, die mit Männern zusammenarbeitet, nur ein trügerisches Ideal des Feminismus? Werden Frauen in der weiblich beherrschten Bildungswelt möglicherweise trotz aller Gender-Erziehungs-Bestrebungen so „weiblich“ erzogen, dass sie im Berufsleben dann nicht die „toughen Frauen“ sein können, die sie, auch wieder nach Darstellung des Gender-Feminismus, doch gefälligst sein zu wollen haben?

Oder ist dieses männliche Kommunikationsverhalten Ausdruck der „toxic masculinity“, und müsste den Männern aberzogen werden?

Und falls das ginge: Wäre es tatsächlich für alle besser, wenn Männer nicht versuchen würden, immer nochmal klüger und besser und eloquenter zu sein als alle anderen?
Letzten Endes ist diese Kultur des Sich-gegenseitig-verbal-Überbietens die Keimzelle der parlamentarischen Demokratie, und diese gehört zu den besten Erfindungen der Menschheit. Rede-Runden hingegen, in denen jeder gleichberechtigt beliebigen Unsinn erzählen darf und alle sich gegenseitig lieb haben und ausreden lassen sind höchstens Grundlage dysfunktionaler Studenten-WGs oder hoffnungslos ineffizienter politischer Splittergruppen.
Ich denke, wo die Alkoholikerin im Artikel Mikroaggressionen, Unterbrechungen und Mansplaining sieht, läuft wahrscheinlich einfach nur ein ganz normaler Wettbewerb, mit dem sie einfach nicht umgehen kann.

Ganz besonders natürlich nicht, nachdem sie das Verhalten ihrer Kollegen mit den Mitteln des Feminismus analysiert, kategorisiert und pathologisiert hat und in Folge dessen nicht mehr in der Lage ist, adäquat zu reagieren, mitzuspielen und möglicherweise zu gewinnen.

Denn wer durch Kenntnis der „feministischen Toolbox“ zur Erklärung der Welt seine Kollegen nur noch mikroaggressive Monster und Agenten eines spukhaften Patriarchats sehen kann, der wird natürlich nicht mehr mit diesen klarkommen. Möglicherweise ist also gerade der Feminismus eine toxische Ideologie, die zu kennen bzw. zu internalisieren Frauen nachhaltig verunmöglicht, in einer gemischt-geschlechtlichen Umgebung (beruflich) erfolgreich zu sein.

Die ausbleibende Kritik an Merkel als Effekt von „Female Hypoagency“?

Angela Merkel spricht in ihren öffentlichen Erklärungen oft von „uns“. Damit meint sie dann oftmals „ihre“ Bevölkerung, die doch bitteschön die Folgen ihres (Merkels) ziemlich vermurksten Versuches tragen soll, die EU zur Solidarität in der Flüchtlingskrise zu zwingen.

Aber Merkel ist zwar *unsere* Kanzlerin, aber *wir* sind nicht Merkels Volk.
Denn: Die Regierung dient dem Volk, nicht das Volk der Regierung! Das hat Merkel anscheinend vor längerer Zeit vergessen.

Darum empfinde ich es auch als schlechten Scherz bzw. als Ausdruck merkel’schen Narzissmus, wenn Frau Merkel davon spricht, dass „Deutschland vor einer Herausforderung“ stehe, oder „wir“ „es“ schaffen können.

Denn:
Es wäre Angela Merkels Job gewesen, durch kluge Außenpolitik eine Eskalation in Syrien zu verhindern.
Es wäre Angela Merkels Job gewesen, durch kluge EU-Politik eine tragbare Asylregelung zu treffen, bevor eine Krise kommt, oder zumindest die bestehenden Regelungen (Dublin II/III) durchzusetzen, um so aus einer Position der Stärke heraus eine andere Asylregelung durchsetzen zu können, anstatt sich durch Grenzöffnung in eine Position der Schwäche zu begeben, in der wir uns jetzt befinden.
Es wäre Angela Merkels Job gewesen, durch ein vernünftiges Grenzregime an der EU-Außengrenze oder auch in Deutschland das Einsickern von Wirtschaftsflüchtlingen und Terroristen zu verhindern.
Es wäre Angela Merkels Job gewesen, durch eine intelligten Integrations- und Flüchtlingspolitik diejenigen Flüchtlinge, die für die Integration in Deutschland geeignet sind, für die Integration auszuwählen, und diejenigen Flüchtlinge, die nicht geeignet sind, ggf. gleich in der Nähe der EU-Außengrenzen zu behalten, um nach dem Ende des Konfliktes in Syrien eine einfache Rückführung zu ermöglichen.

Aber Angela Merkel hat in den letzten 11 Jahren nichts davon hinbekommen. Ihre Politik hat Euro-, Griechenland- und Flüchtlingskrise nicht verhindert und nicht gelöst.

Ihre „Besonnenheit“ ist vielleicht nur Entscheidungsunfähgikeit, ihre „Ruhe“ vielleicht nur Verschleppung, die ihr zugeschriebenen positiven Eigenschaften vielleicht nur Wunschvorstellungen der Medien, die in Merkel die überlegte, kluge Frau sehen wollen und nicht die überforderte, richtungslose Taktiererin der Macht.

Als Frau und erste deutsche Kanzlerin, so scheint es mir, *darf* Merkel einfach keine Versagerin sein, nicht zuletzt wegen der feministischen Doktrin, Männer seien Nieten in Nadelstreifen etc. und mit mehr Frauen müsse automatisch alles besser sein.
Da passt es einfach nicht, dass von der Leyens Bundeswehr niemand zutraut, irgendwen gegen äußere Feinde zu verteidigen, dass Schwesig vom „Ministerium für alle außer Männer“ aus irre linksradikale Aktivistinnen pampert, um „Hatespeech“ im Internet zu bekämpfen, statt wirkliche Gewalt im wirklichen Leben, und dass Angela Merkels „Anti-Basta-Politik“ in Zeiten von Erdogan und Putin vor allem als schwach erscheint, und nicht mehr so positiv, wie man bisher allgemein versucht hat, sie zu interpretieren.

Ich finde, eine Debatte, ob der handzahme Umgang der Medien mit dieser Regierung Merkel nicht möglicherweise Effekt der sogenannten „Female Hypoagency“ ist, ist längst überfällig.

Man stelle sich vor, Gerhard Schröder oder Helmut Kohl seien noch im Amt. Hätte sich da eine Phalanx aller Medien gebildet, die jeden Angriff auf den Regierungschef als „Hass“ von „Wutbürgern“ abqualifiziert? Schröders „Politik der ruhigen Hand“ wurde von der Union als Untätigkeit angegriffen — und dabei ging es „nur“ um Wirtschaftspolitik. Aber heute ist Merkels häufig abwartendes Nichts-Tun anscheinend auch für die meisten Medien „alternativlos“.

Es fällt mir zunehmend schwer, das nicht auch mit sexistisch-stereotypen Vorstellungen von einem „überlegenen Weiblichen Führungsverhalten“ in Verbindung zu bringen. Ich glaube, eigentlich alle Medien projezieren sexistisch motivierte positive Vorstellungen von einem „besseren weiblichen Führungsverhalten“ auf Merkel, und verhindern so die eigentlich längst fällige mediale Abrechnung mit ihren vielen Versäumnissen.

Ich weiß, dass das eine ungewöhnliche These ist, aber wie sonst lässt es sich erklären, dass man ernsthafte bzw. massive Kritik an Merkel nur in ausländischen Medien findet? Ist man nicht mit Kohl und Schröder ganz anders umgesprungen? Es gibt eigentlich keinen vernünftigen Grund, warum Angela Merkel so geschont wird, bzw. es kann nur zwei Gründe geben: Entweder, sie hat einen Art „Sweet Spot“ getroffen, an dem ihre politische Position so weitgehend mit der Mehrheitsmeinung der Journalisten dieses Landes übereinstimmt, dass sie deswegen von Kritik weitgehend verschont bleibt. Oder aber, diese Abwesenheit von Anwürfen ist Folge von positivem Sexismus.

Mit dem Opfer-Feminismus zurück ins Mittelalter

In den letzten Tagen gab es zwei Artikel auf Spon und auf ze.tt, die Männer dazu auffordern, abends Frauen auszuweichen, damit diese sich sicher fühlen.

Das ergibt aus x-te-Welle-netz-Opfer-feministischer Sicht anscheinend Sinn, denn: Da nach Opfer-feministischem Dogma Frauen ständig belästig und bedroht werden1, fühlt sich deren Meinung nach abends jede Frau von jedem Mann bedroht.

Die Feminist_Innen wollen darum durch ihre Artikel bzw. Aufrufe aus dem öffentlichen Raum einen Safe Space für Frauen machen!

Diesbezüglich habe ich eine Neuigkeit für die Damen und Herren Artikelautoren: Schon seit der Einführung des Landfriedens vor einigen hundert Jahren wollen Gesetze und Obrigkeit den öffentlichen Raum zu einem Safe-Space machen. Für jeden! Sogar Männer! Und bis heute ist das nicht vollständig gelungen. Und darum werden immer noch Menschen Opfer von Gewalt. Zu ca. 60% übrigens Männer2

Warum fordert der Feminismus also nicht mehr Polizei, um die längst bestehenden Gesetze besser durchzusetzen? Sondern fordert statt dessen, dass Männer Frauen ausweichen sollen, was rein gar nichts bringen wird, weil sich manche Männer natürlich nicht an diese Forderung halten werden? Woraufhin dann ängstliche Frauen noch mehr Angst vor diesen Männern haben werden, denn Nicht-ausweichende Männer zeigen durch ihr Nicht-Ausweichen aus opferfeministischer Sicht, dass sie frauenfeindliche, rücksichtslose, empathiefreie, aggressive Monster sind! Jawoll!

Wenn man es recht betrachtet, müssten allerdings wegen der statistisch höheren Gefahr von Gewaltkriminalität vor allem Männer anderen Männern ausweichen. Große Männer kleinen Männern, Männergruppen einzelnen Männern, Männer mit Hund Männern ohne Hund, Männer mit „Phantom MMA“-Shirts Männern mit „Ostermarsch 1978“-Shirts, damit sich auch Männer mal sicher fühlen können, obwohl sie ein höheres Risiko haben, Opfer einer Straftat zu werden als Frauen.

Und noch was: Der Feminismus behauptet ständig, Frauen seien stark und belastbar und könnten alles, was Männer auch können — aber andererseits können Frauen anscheinend noch nichtmal abends rumlaufen, ohne bei der Kontrolle völlig irrationaler Ängste zu versagen, die ihnen der Opferfeminismus eingeredet hat. Ob Feministinnen wissen, dass auch Männer irrationale Ängste haben können? Aber bei Männern kommt wenigstens keine Schar „wohlmeinender“ Opferfeministinnen, und verstärkt die Ängste noch, in dem sie sie ernst nehmen und sogar zum legitimen Grund für absurde politische Forderungen erklären, wie zum Beispiel dass Männer Frauen ausweichen sollen.

Das Risiko von Frauen, ernsthaft Opfer von Gewalt zu werden, ist weit geringer als das von Männern. Es bei Körperverletzung sogar umso geringer, je schwerwiegender die Körperverletzung ist. Bei schwerer Körperverletzung sind die Opfer schon zu 80% Männer. Warum also schaffen es Männer, trotzdem nachts auf der Straße herumzulaufen und der Anst zu trotzen, aber Frauen als weniger gefährdete Gruppe glauben, die gefährdetere Gruppe müsste auch noch Verständnis für ihre Ängste aufbringen?
Und warum hält man Frauen, die Frauen ständig einreden, schwach und gefährdet zu sein und im Dunklen Angst vor jedem Mann haben zu müssen, da alle gefährliche Vergewaltiger sein könnten, eigentlich für Feministinnen?

Wie widersprüchlich muss dieser Feminismus eigentlich noch werden, bis ihn niemand mehr ernst nimmt?

Es geht ja eigentlich schon nicht mehr dümmer. Das „Team Gina Lisa“ hat unlängst den Glauben an hunderte Jahre rechtsstaatliche Entwicklung seit dem Hexenhammer aufgegeben. Errungenschaften wie Beweiswürdigung, Anhören beider Seiten, Abwägung von Tatsachen, Bewertung der Glaubwürdigkeit etc. sind für diese Vertreterinnen des Opfer-Feminismus anscheinend wertlos; darum fordern sie zumindest für den Straftatbestand der sexuellen Belästigung und Vergewaltigung die Rückkehr zum Hexenprozess, wo Hexer Männer auch ohne stichhaltige Beweise bzw. trotz entlastender Indizien schuldig sein sollen müssen — denn wer würde schon jemals eine Falschbeschuldigung wegen Hexerei Vergewaltigung oder anderen Straftaten erheben? Also außer bei Gustl Mollath und Jörg Kachelmann und Andreas Türck und hunderten, tausenden anderen Männern, die weniger prominent sind, natürlich…

So wie sie Opferfeministinnen Frauen einreden, dass jeder Mann auf der Straße sie vergewaltigen könnte, reden sie Frauen auch ein, Vergewaltigungen kämen ständig vor.
„Nein heißt Nein“ ist die Parole dieser opferfeministischen Propagandistinnen. Eine Parole, die suggerieren soll, in Deutschland setzten sich ständig und massenweise Männer über die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen hinweg, was angesichts von nicht viel mehr als 1000 Verurteilungen wegen Vergewaltigung im Jahr 2014 in Deutschland so nicht stimmen kann. Wenn man mal davon ausgeht, dass bei vielleicht 40 Mio. sexuell aktiven Bundesbürgern täglich Millionen von sexuellen Handlungen vorgenommen werden, dann kann man sich ausrechnen, wie albern die Vorstellung ständiger, omnipräsenter sexueller Gewalt ist.
Wahrscheinlich ist die Gefahr, beim nächtlichen Ausweichen vor „gefährlichen Männern“ im Straßenverkehr umzukommen um Größenordnungen höher, als die Gefahr, die vom durchschnittlichen Mann ausgeht.

Die Parole „Nein heißt Nein“ ist bei näherer Betrachtung auch mehr als hohl.
„Nein“, das hat auch Bundesrichter Fischer ausgeführt, ist auch nur ein Wort, dass einen Kontext hat und ggf. einen Subtext, und davon hängt die pragmatische Bedeutung ab. „Nein“ kann also alles Mögliche bedeuten, und sich auf alles mögliche beziehen, sogar dann, wenn eine Frau Sex hat. Darum ist die größte Gefahr für Frauen heute meiner Meinung nach der hirnlose Opferfeminismus, der Frauen gezielt Angst vor dem Zusammenleben mit ganz normalen Männern macht und ihnen einredet, sie schwebten ständig in Gefahr, Opfer irgendwelcher Übergriffe zu werden. Denn im Klima der Angst, dass diese angeblichen Feministinnen kreieren, können sich natürlich keine selbstbewussten Frauen entwickeln, die auf Augenhöhe mit Männern irgendwas auf die Reihe bekommen, sondern nur angstgestörte Huschen, die bei der geringsten Konfrontation in sich zusammenfallen.

  1. im Zweifel durch sogenannte „Mikroaggressionen“ []
  2. bei schwerer und gefährlicher Körperverletzung sogar zu ca. 80% Männer []

Feministischer Unsinn bzw. Hetze gegen „alte, weiße Männer“ bei der SZ

In der SZ hat sich eine junge, anscheinend feministisch motivierte Autorin hinreißen lassen, einen selten — mit Verlaub — dummen Text zum Thema „Diversität in Firmen“ mit dem Titel „Weiß, männlich, gefährlich“ zu schreiben.

Grundthese: Alte weiße Männer sind schuld daran, dass Unternehmen schlechte Entscheidungen treffen. Wären Unternehmesführungen „diverser“ (vor allem: mehr Frauen!), dann wäre alles besser! Alte weiße Männer stürzen Firmen und Gesellschaft in den Abgrund!

Dieser schon viel zu oft gehörte genderfeministische Quatsch hat mich sozusagen getriggert, und darum sehe ich mich gezwungen, den Artikel zu verreißen. Ich weiß natürlich, dass die starke Frau, die diesen Artikel geschrieben hat, „Hate-Speech!“ schreien könnte, wenn sie meine Replik lesen sollte, aber solange mein Lieblings-SPD-Politiker Heiko Maas das noch nicht verboten hat, nutze ich gerne mein Privileg, zu schreiben, was ich denke.

Aber wieder zum Thema, bzw. zur These des Artikels, warum Konzernspitzen voller alter, weißer Männer so schlimm seien und „Diversität“ — von der Artikelautorin anscheinend immer nur gedacht als Diversität bezüglich biologischer Merkmale wie Geschlecht, Hautfarbe, Alter — so wichtig sein solle, ich zitiere: (…) Homogenität ist nicht nur wahnsinnig langweilig, sie ist für Gesellschaft und Konzerne auch schädlich..

Da stellt sich mir die (rhethorische) Frage: Ist das so? O RLY?

Denken wir kurz nach: Solange die Marktwirtschaft funktioniert, solange marktwirtschaftliche Regeln in Kraft sind, ist es überhaupt kein Problem für die Gesellschaft, wenn ein Konzern vor die Wand fährt, warum auch immer. Der Markt sorgt dafür, dass Firmen, die schlecht geführt werden, untergehen, und die, die innovativ sind, sich durchsetzen, ganz unabhängig von Hautfarbe, Alter und Geschlecht der Geschäftsführung. Das bedeutet: Die Gesellschaft braucht kein Diversity Management in Konzernen, solange das Feld der Marktteilnehmer einigermaßen divers ist. Von daher ist die These des Artikels, die Gesellschaft brauche „Diversity“ in Firmen völliger Unsinn.
Vielleicht hätte die Autorin ja einen Artikel schreiben sollen, warum Oligopole schlecht sind oder eine Wirtschaftsordnung, in der Unternehmen „too big to fail“ sein können — aber erstens wäre das Jahre zu spät gewesen, und zweitens hätte sie dann ihre blödsinnige These nicht anbringen können, dass (alte, weiße) Männer als Firmenlenker eine Gefahr für „die Gesellschaft“[tm] sein sollen.

Aber auch für die Konzerne selbst ist eine Führung voller Menschen mit den Attributen alt, weiß, Mann kein Problem: Denn es ist vollkommen absurd zu behaupten, Alte / Weiße / Männer wären eine homogene Masse. Wieviele Künstler, Philosophen, Feldherren, Präsidenten, Erfinder, Politiker, Händler hat diese Welt gesehen, die alt / weiß / Männer (und auch alles zugleich) waren, und wie „homogen“ war das bitte, was sie getan und gedacht haben? Weiße / Alte / Männer sind eine Gruppe, die jedenfalls weit diverser denkt als Geisteswissenschaftlerinnen Ende 20, die für die SZ schreiben; und ein Artikel, der das Gegenteil behauptet, ist sexistischer, rassistischer Unsinn, der eigentlich nicht an der Chefredaktion der SZ vorbei ins Internet hätte gelangen dürfen.
Ich würde sagen, die Behauptung, eine Führung voller alter weißer Männer müsse quasi gedanklich gleichgeschaltet sein, was gefährlich sei, ist unhaltbar.

Aber weiter im Text; mal angenommen, man würde in die Führung von Unternehmen mehr asiatische Lesben, Inuit, Indios und Jamaikaner im Rollstuhl berufen. Würde das vielleicht das gefürchtete Gruppendenken verhindern? (Trommelwirbel!) Natürlich nicht!
Menschen passen sich automatisch und immer in Gruppen ein, und Hautfarbe/Alter/Geschlecht schützen niemanden gegen diese Gruppendynamik.
Was gegen Gruppendenken hilft, sind Dinge wie festgelegte Entscheidungsprozesse, der Einsatz von formalisierten Methoden zur Risikoeinschätzung und zur Findung und Bewertung von kreativen Ideen, und eine vernünftige, unabhängige Moderation von Meetings für strategische Entscheidungen, nicht Multikulti-Diversitäts-Voodoo.
Auf die Idee, „Diversity“ sei ein Allheilmittel gegen Management-Versagen, kann nur kommen, wer von Unternehmens- bzw. Prozess-Organisation überhaupt keine Ahnung hat, weil er bisher nie in der freien Wirtschaft unterwegs war oder nie ein aktuelles Buch über Management gelesen hat, sondern nur irgendwelchen Unsinn aus der Gender-Studies-Ecke.

Aber nehmen wir doch den Gedanken nochmal weiter ernst, weiße, alte Männer seien nicht „divers“, sondern „homogen“: Welche Gruppe ist wohl homogener? Alte oder junge Menschen? Wer hatte mehr Zeit, diversifizierende Erfahrungen zu machen? Wer hat außer Schule und Uni noch nichts gesehen? Welche Gruppe ist größer, umfasst ggf. eine größere Altersspanne, welche ist kleiner, und umfasst nur Menschen zwischen vielleich 20 bis 35? Es sind die Alten, die „diverser“ sein müssten. Es ist also auch widersinnig, „Junge“ als „diverser“ als „Alte“ darzustellen.
Ich fasse mal zusammen:

  • „Junge“ sind nicht diverser als „Alte“; es spricht alles dafür, dass es umgekehrt sein müsste.
  • Hautfarbe als Kriterium für Befähigung ist Rassismus.
  • Dass „Frau“ eine Qualifikation sein soll oder „diverser“ macht als „Mann“, ist eine gewagte, offen sexistische These.
  • Gruppendenken überwindet man nicht durch Multikulti-Führungsgruppen, sondern mit Hilfe von entsprechenden Prozessen.
  • Für Konzerne ergibt es überhaupt keinen Sinn, an die Wunderwirkung von „Diversity Management“ zu glauben, solange es überhaupt keine Beispiele dafür gibt, dass das jemals funktioniert hätte. Betriebswirtschaftlich gesehen scheint es ratsamer, auf Bewährtes zu setzen, und statistisch gesehen führt niemand Konzerne erfolgreicher als … Männer, gern auch erfahren, möglicherweise in der Pigmentierungsvariante „weiß“.
  • Volkswirtschaftlich ist es völlig egal, ob Konzerne intern „Diversity Management“ betreiben, da die besseren Unternehmen sich automatisch durchsetzen. Also braucht man auch keine Frauenförderung, denn wenn „diverse“ Führungsgruppen besser sind, werden sich entsprechende Unternehmen von selbst durchsetzen. Darum sind auch „alte, weiße Männer“ in Vorständen für niemanden auch nur entfernt „gefährlich“.

Alles, was der Artikel behauptet, warum „Vielfalt“ für Konzerne und Gesellschaft wichtig sein müsse, und warum „alte, weiße Männer“ sogar „gefährlich“(sic!) sein sollen, ist also leicht zu widerlegende Propaganda im Stil der genderfeministischen Frauenförder-Lobby, geschrieben von einer jungen Frau, deren Bachelor-Studium sie anscheinend vor allem als politische Lobbyistin qualifiziert (Ja – Nein – Oooohhhh!).

Ich hoffe, wir müssen einen Artikel auf diesem Niveau nicht so bald wieder in der SZ lesen.

Heiko Maas will sexistische Werbung verbieten (NSFW)

Unser toller SPD-Justizminister Heiko Maas ist nicht nur in Sachen Vorratsdatenspeicherung ein opportunistischer Umfaller und hat bedenkliche Pläne bezüglich der Umformulierung der strafrechtlichen Bestimmungen für Mord1, nein, angeblich als Folge von Köln, wo ein Mob nordafrikanisch sozialisierter junger Männer Frauen belästigt hat, will er jetzt in Deutschland sexistische Werbung verbieten.

Geleitet von feministischen Aktivistinnen der Organisation „Pink stinks“ ist er anscheinend auf die super Idee gekommen, Werbung zu verbieten, die „Frauen oder Männer auf Sexualobjekte reduziert“.

Juristisch dürfte nun es meiner Meinung nach außerst schwierig sein, zu belegen, dass eine Person in einem Werbefilm auf ein „Sexualobjekt reduziert“ wird; zumindest in meiner Welt gibt es eigentlich nur Sexual-Subjekte, denn Sex wird erst durch ein Subjekt auf der anderen Seite spannend; ein denkendes, fühlendes Wesen, und ich wüsste eigentlich nicht, wie man in einer Werbung mittels einer bestimmten Darstellung eindeutig und zwingend ausdrücken könnte, dass eine Person kein Subjekt ist.

Nehmen wir doch mal die absurde „My Video“-Werbung, in der eine nicht ganz akzentfrei deutsch sprechende Domina einem anscheinend gefesselten, strampelnden Mann sogenannte „Pümpel“2 auf die Pobacken setzt.

Müssen wir uns hier diesen Masochisten mit eingenartigem Pümpel-Fetisch als „Sexualobjekt“ vorstellen? Oder ist er möglicherweise eigentlich der Handelnde, weil er anscheinend die Domina mit den Pümpeln selbst bestellt hat? Sind Menschen mit nicht unmittelbar nachvollziehbaren sexuellen Motiven automatisch „Objekte“? Oder reichen möglicherweise gefesselte Männer, denen Pümpel auf den Arsch gesetzt werden, nicht aus, um eine Werbung sexistisch zu machen?

Was ist mit Frauen in Dirndln, die beim Hanuta-Backen ihr Dekolleté in die Kamera halten? Macht die Tatsache, dass Frauen in Dirndl Dekolletés haben, diese zu Sexualobjekten, die man in der Werbung nicht mehr zeigen darf?
Braucht man demnächst im Trachten-Geschäft als Minderjährige eine Einwillung der Eltern, um ein Dirdl zu kaufen?
Und wie absurd wäre es bitte, wenn Frauen in Dirndl, die Hanutas tragen, sexistisch wären, aber gefesselte Männer, die in einem absurden, aber erheblich eher sexuell zu deutendem Kontext mit Pümpeln tracktiert werden, nicht?

Was ist mit Telefonsex-Werbung? Sind Frauen, die „Ruf mich an!“ schreien, Sexualobjekte, (nur) weil sie Werbung für Telefonsex mit ganz anderen Frauen machen? Oder ist Telefonsex an sich sexistisch? Weil da Frauen Geld verdienen damit, eigentlich keinen Sex zu haben?

Also… ich kann Heiko Maas und die SPD nicht verstehen, warum sie für nichts und wieder nichts eine juristische Grauzone eröffnen wollen, was „sexistisch“ ist, und was nicht.3

Warum „für nichts und wieder nichts“?
Im Internet kann man ohne Mühe auf einschlägigen Seiten kostenlose Hardcore-Pornos finden, in denen wer-weiß-was passiert. Nach dem Motto: Wenn Sie es Sich vorstellen können, gibt es einen Porno dazu.

Bei Hardcore-Internet-Pornos könnte man ernsthaft darüber nachdenken, ab welcher Grenze Menschen, auch wenn sie freiwillig und legal mitspielen, möglicherweise zu Sexualobjekten herabgewürdigt werden.4

Aber in üblicher Werbung halte ich solche Überlegungen für geradezu absurd, denn dort wird ja der sexuelle Aspekt nie wirklich im Vordergrund stehen, sondern wenn überhaupt nur sehr andeutungsweise vorkommen, in einer Weise, die verkaufsfördernd, und nicht abschreckend wirken soll.

Zum Beispiel in dieser Campari-Werbung.

Wird die jetzt bald verboten sein, weil in der Phantasie — Entschuldigung — arschverletzter Social Justice Warrior hier die Frau als Sexual-Objekt erscheint? Obwohl sie anscheinend eher eine Art Sirene ist, die bekanntermaßen in der Sage oftmals eher einen aktiven Part im Gesamtgeschehen haben?

Was ist mit „Axe“? Werden jetzt die — meiner Meinung nach klar ironisch überzeichneten — Werbespots verboten, wo die Nutzung dieses Deodorants den Nutzer quasi zur Zielscheibe attraktiver Frauen macht?

Mit Verlaub, Herr Justizminister, Sie machen sich als Handpuppe dogmatischer genderfeministischer Aktivistinnen gerade lächerlich. Treten Sie zurück, bevor Sie Sich komplett zur Witzfigur gemacht haben.

  1. Dann könnte Erdogan Böhmermann umbringen, und würde nur fünf Jahre bekommen… []
  2. Saugglocke, Sanitärtechnik! []
  3. War das vielleicht die Idee irgendeiner Organisation arbeitsloser Abmahnanwälte? []
  4. Wobei ich auch da der Meinung bin, dass die künstlicherische Betätigung erwachsener Menschen grundsätzlich nicht verboten werden können sollte. []

Die Jungen- und Männerfeindlichkeit im Feminismus

Auf Twitter geht herum, dass Frauen allerhand #imzugpassiert. Schuld an allem sind: Männer.

Bei einem Teil der beklagten Geschehnisse („Mann steigt an gleicher Station ein und aus!!!“) muss man sich fragen, was Verfolgungswahn mit Sexismus und Belästigung zu tun hat.
Bei den ernster klingenden Fällen wiederum sollte man sich fragen, welcher Anteil davon ausgedacht wurde, „für die gute Sache“; denn Falschbeschuldigungen sind (nicht nur) in Sachen sexueller Belästigung anscheinend eher häufig1, und wenn es darum geht, auf Twitter halbanonym Aufmerksamkeit zu erzeugen, ist die Hemmschwelle, Belästigungen zu erfinden, wahrscheinlich noch erheblich geringer.

Aber abgesehen davon ist natürlich wahr, dass die meisten Täter, aber auch Opfer von Gewalt überall auf der Welt Jugendliche und junge Männer sind.

Und natürlich ist dieses Alter, die Adoleszenz, durchaus schwierig, wenn aus Jungen Männer werden (sollen) und diese sich orientieren müssen, wie man sich als Mann in der Gesellschaft verhält. Impulskontrolle und Frustrationstoleranz und gesellschaftlich adäquates Verhalten sind Dinge, die man lernen muss, und das ist natürlich ein Prozess, der gar nicht ganz reibungslos ablaufen kann.

Und weil das so ist, finde ich auch viele dieser #Aufschrei- und #Imzugpassiert und #Ausnahmslos und sonstige Mimimi-Postings auf Twitter so abgrundtief männerfeindlich.

Denn wenn irgendwelche 14-jährigen eine Frau anstarren oder wenn auch noch 19-jährige schlechte Anmachsprüche bringen ist das häufig einfach notwendiger Teil einer männlichen Sozialisation. Grenzen und gesellschaftliche Normen müssen ausgetestet und erfahren werden, und das geht natürlich nicht ohne Missgriffe und „Sparringspartner“, die bei diesen Übungen dann tatsächlich auch weniger schöne Erfahrungen machen werden. Das ist sicher für diejenigen in der konkreten Situation blöd, aber in einer real existierenden menschlichen Gesellschaft eben nicht zu verhindern.

Diese ganzen Dinge, die natürlich teilweise „delinquent“ sind, wie man bei Jugendlichsen sagt, die aber dennoch teilweise passieren müssen, damit eine männliche Sozialisation überhaupt erfolgen kann, zu kriminalsieren, bedeutet, Männlichkeit bzw. den Prozess der Entstehung einer männlichen Identität zu pathologisieren. Und die männliche Sozialisation zu pathologisieren ist pure Männerfeindlichkeit.

Nochmal anders ausgedrückt: Wenn man die (größtenteils) Kleinigkeiten wie „Blicke im Bus“, die verhuschte Feministinnen als schlimm triggernde psychische Gewalt unter netzfeministischen Hashtags posten, tatsächlich verhindern wollte, müsste man faktisch das Aufwachsen von Männern verbieten. Und das ist gruppenbasierte Menschenfeindlichkeit.

In Deutschland wird seit Jahrzehnten mit der Erziehung von Kinder experimentiert, angefangen mit der anti-autoritären Welle in den 70ern bis zur gender-sensiblen Erziehungsarbeit heute.
Da der Gender-Feminismus postuliert, Geschlechterrollen seien nur ein soziales Konstrukt, und das Verhalten sei allein von der Sozialisation abhängig, sollte man glauben, in Deutschland aufgewachsene Männer seien mittlerweile weniger gewalttätig, sexistisch und gefährlich als, zum Beispiel, vor 50 Jahren in Deutschland aufgewachsene Männer oder in Afrika aufgewachsene Männer.
Aber dank #ausnahmslos wissen wir ja jetzt, dass der anti-rassistsiche Netz-Feminismus lieber Teile seiner Dogmen (Verhalten ist alleinige Folge von Sozialisation; es ist möglich, männliche Kinder anders zu erziehen; „richtig“[tm] erzogene Kinder können „feministische Männer“ werden) über Bord wirft oder zumindest kurzzeitig „aussetzt“, als irgendwelchen Gruppen von Männern zuzugestehen, weniger schlimm zu sein als andere Gruppen.
Das bedeutet: Der maßlosen Männerfeindlichkeit des deutschen Gender-Netz-Feminismus können Männer auch dann nicht entkommen, wenn sie versuchen, sich „wohlzuverhalten“. Im Zweifel sind sie doch wieder nur Männer, wrden allein auf ihr biologisches Geschlecht2 reduziert, und Männer sind eine Gefahr für Frauen, und müssen durch weitere männerfeindlich-sexistische Regeln gegängelt werden, bis Jungen und Männern jegliche Handlung, die eine Netzfeministin anstößig finden könnte, nicht mehr möglich ist.

Das scheint der Netz-Gender-Feminismus tatsächlich durchsetzen zu wollen, ohne Rücksicht darauf, dass eine normale psychische Entwicklung in der Adoleszenz gewisse Konflikte mit der Umwelt voraussetzt.
Aber Fakten sind dem Netzfeminismus egal. In ihrer Männerfeindlichkeit sehen die Netzfeministinnen nicht, dass sie immer neue Hetzkampagnen gegen einen Bevölkerungsteil, nämlich den der Jungen und jungen Männer, starten, der es sowieso schon schwer genug hat.

Das ist für mich die Lehre aus diesen ganzen Hashtag-Kampagnen.

  1. Kachelmann, Türck, Dall, Mollath, … []
  2. das es ja eigentlich gar nicht gibt? []

Was wollen die (Netz-)Feministinnen eigentlich?

#Aufschrei, weil ein älterer Mann um ein Uhr nachts angetrunken gegenüber einer Journalistin einen anzüglichen Spruch gemacht hat.

#breitmachmacker, weil Männer in Bahnen breitbeinig sitzen.

Jetzt #imzugpassiert, weil Frauen angeblich in Zügen oft belästigt werden.

Allerdings, das muss man wissen, fühlen sich gender-feministisch sozialisierte Frauen ja schon von Blicken belästigt, die als „male gaze“ gelten, bzw. als „Visual Harassement“. Belästigung liegt sozusagen im Gefühl der vermeintlich Betrachteten.

Möglicherweise wissen die Leute von Spiegel und Stern, die sich jetzt wieder vor den Karren von #imzugpassiert spannen lassen gar nicht, dass die angeblich Belästigten oftmals an das irrsinnige Konzept der Defintionsmacht glauben, also daran, dass allein das Gefühl der vermeintlich Belästigten ausschlaggebend sein sollte dafür, ob eine Belästigung tatsächlich passiert ist oder nicht?

Blickkontakt reicht bei den meisten Netzfeministinnen anscheinend schon mehr als aus, um sich belästigt zu fühlen. Die sexualisierte Gewalt beginnt bei manchen anscheinend schon mit einem „Aha“.

Diese Leute wollen, um Belästigungen abzuwehren, eigentlich alles verbieten, bzw. jeden männlichen Annäherungsversuch unter Strafe stellen, dem die Frau nicht vorher zugestimmt hat. Wie man allerdings überhaupt so eine Zustimmung bekommen können sollte, hat man im radikalfeministischen Lager möglicherweise nicht ganz durchdacht, denn eine entsprechende Frage1 würde sicher auch als Belästigung gewertet. Im Endeffekt ist also für Männer normale menschliche Interaktion mit Netzfeministinnen nicht möglich, da alles, was ein Mann sagt, von diesen Personen als Belästigung ausgelegt werden kann.

Und darum frage ich mich schon, was die Netzfeministinnen eigentlich wollen, wenn sie ihr Mimimi per Twitter in die Welt schütten.
Was für eine Gesellschaft stellen sie sich vor? Wie sieht das ideale feministische Leben aus?

Soll demnächst in allen öffentlichen Bereichen die feministische Sittenpolizei patrollieren? Soll alles mit Kameras überwacht werden, damit man jede möglicherweise als „sexualisiert“ interpretierbare Bemerkung zur Anzeige bringen kann?
Wollen sie vielleicht eigene „Gated Communities“, wo nur Frauen mit Abschluss in Gender-Irgendwas Zutritt haben? Eigene Busse? Eine Matrix, wo sie nur das sehen, was sie sehen wollen?

Was?

  1. Denkbar wäre ja z.B.: „Was würdest Du davon halten, wenn ich Dich in die Ecke da drüben ziehen und wild küssen würde?“ []

Anti-Rassismus und Feminismus: Die Quadratur des Kreises

Die Linke in Deutschland steckt in der Bredoille.

Denn trotz viele Forderungen, den Widerspruch zwischen Antirassismus und Feminismus aufzulösen, bzw. Versuchen wie von „#ausnahmslos“, den Widerspruch zwischen Antirassismus und Feminismus durch die Aufforderung zum Kampf gegen beides zu überdecken, besteht dieser Widerspruch.

Und zwar gleich zweifach.

Erstens, weil Antirassismus der Kampf gegen die Zuschreibung von negativen Eigenschaften zu Gruppen ist, und (Gender-)Feminismus der Gruppe „Männer“ negative Eigenschaften zuschreibt. Damit ist Gender-Feminismus faktisch selbst rassistisch, behauptet aber, dies sei quasi nur ein Nebenwiderspruch und aufgrund der Situation nicht anders möglich.

Zweitens, weil der Antirassismus dem Feminismus quasi in den Arm fällt, wenn bestimmte Gruppen von Männern aufgrund der Tatsache, dass sie z.B. keine weißen, deutschen Männer sind, von jeglicher feministischer Kritik mit dem Argument, diese könne als rassistisch gesehen werden, ausgenommen werden.

Damit sind linker Antirassismus und Feminismus bereits aus zwei Gründen hoffnungslos widersprüchlich.

Dazu kommt:
Der Gender-Feminismus hält sich für fortschrittlich, dementsprechend muss die linke feministisch beeinflusste Gesellschaftspolitik in Deutschland fortschrittlich sein.
Die nicht feministisch geprägte Gesellschaftspolitik in vielen anderen Staaten muss darum als weniger fortschrittlich gelten, es sei denn, der Feminismus wollte einräumen, alle Anstrengungen der letzten 50 Jahre in Deutschland hätten Deutschland zivilisatorisch gar nicht besonders voran gebracht. Ich habe tatsächlich 2016 schon Artikel gelesen, wo Feministinnen das Frauenwahlrecht und alle Errungenschaften des modernen Feminismus im 20ten Jahrhundert kleinreden und relativieren wollten, möglicherweise, um den zivilisatorischen Vorsprung der westlichen Kultur gegenüber anderen Kulturen als marginal leugnen zu können.

Aber mal angenommen, man erkennt diesen zivilisatorischen Fortschritt an; dann ist das Problem der Linken, dass man zwar den deutschen politischen Gegner als rechts und rückschrittlich bezeichnen darf, aber es sich nicht schickt, andere Länder und Kulturen als rückschrittlich bzw. „zivilisatorisch weniger fortgeschritten“ zu bezeichnen, denn das könnte als rassistisch, rechts, deutsch-national interpretiert werden und wird es in links-progressiven Kreisen auch häufig und reflexartig.

Darum sind in der schönen linken Multi-Kulti-Welt andere Kulturen, wie zivilisatorisch abgehängt sie auch sein mögen, grundsätzlich „bereichernd“, und die von diesen Kulturen geprägten Menschen verdienen aus anti-rassistischen Gründen Toleranz, wenn nicht gar Akzeptanz, egal was für frauenverachtende, mit unseren Vorstellungen unverträgliche Vorstellungen sie mitbringen.

Durch den vermehrten Zustrom von Flüchtlingen aus Längern mit aus feministischer Sicht eher zweifelhafter Sozialisation kollidieren nun Fakten und linke Erzählungen bzw. Dogmen.

Höchstwahrscheinlich zutreffend und auch empirisch nachweisbar dürfte sein, dass der Feminismus in Deutschland einen gewissen Effekt entfaltet hat und deutsch sozialisierte Männer im Schnitt weniger sexistisch und gewaltbereit sind als Männer, die in islamischen Diktaturen sozialisiert worden sind.
Dann wäre Deutschland zumindest aus feministischer Perspektive diese Diktaturen kulturell voraus, und der Feminismus sollte ein Interesse daran haben, diese kulturellen Errungenschaften zu verteidigen, anstatt sich aus Angst davor, als deutschnationale Kulturimperialistinnen zu erscheinen, von einer Art frauenfeindlicher Querfront von Antirassisten und Sexisten mundtot machen und außer Gefecht setzen zu lassen.

Ich frage mich, ob neben den zweite-Welle-Feministinnen der Emma auch der Linksfeminismus in Deutschland eine Art „feministischen Patriotismus“ entwickeln wird, der die Angst davor ablegt, die eigenen Errungenschaften selbstbewusst zu verteidigen. Kann der linke Feminismus die kognitive Dissonanz überwinden, die dadurch entsteht, dass man bisher schon die Idee rassistisch und nationalistisch fand, die deutsche Kultur könne in irgendeine Weise vorbildlich oder gar überlegen und verteidigenswert sein, auch gegenüber Mitgliedern anderer Kulturen, die man doch immer als ganz arg bereichernd empfinden wollte, die man idealisierend in eine Art „Edle Wilde“-Schublade gesteckt hatte?

Oder wird der deutsche Linksfeminismus sich selbst abschaffen, weil er sich selbst als in mehrfacher Hinsicht rassistisch erkennt und weiße Frauen als Gruppe im intersektionalen Privilegienpoker den Kürzeren ziehen?

Es wird bestimmt interessant zu beobachten, wie der Linksfeminismus versucht, den Widerspruch zwischen antisexistischem Feminismus einerseits und dazu prinzipiell inkompatiblem dogmatischen Wohlwollen für noch so zivilisatorisch rückständige Kulturen andererseits aufzulösen.

Ich denke, man wird außer noch mehr wortreichen und verkopften, aber dann trotz allem links-intellektuellen Duktus im Kern ratlosen linken Traktaten dazu nichts hören, aber lassen wir und überraschen oder hoffen vielleicht sogar, dass sich durch die Zuspitzung dieses Widerspruches sogar einige Menschen von der Ideologie des intersektionalen Feminismus befreien können, die sie in ihrem geschlossenen Weltbild gefangenhält.