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Multiple Realisierbarkeit bei „Alles Evolution“

Drüben bei Alles Evolution hat sich Christian Schmidt die Mühe gemacht, sich mit dem Konzept der „Multiplen Realisierbarkeit“ zu beschäftigen.

Ich möchte hier kommentieren.

Grob gesagt behaupten anscheinend Geisteswisschenschaftler, weil gleiche „mentale Zustände“ durch ganz unterschiedliche physikalische Zustände (im Hirn) umgesetzt sein könnten, müsse man Wissenschaften wie die Psychologie als losgelöst von der Physik betrachten.
Damit wird quasi ein Dualismus von Körper und Geist etabliert, ohne zu behaupten, dass die Physik des Körpers nichts mit dem Geist zu tun habe.

Diese Theorie der „multiplen Realisierbarkeit“ ist meiner Meinung nach aber weniger Theorie, als wortreiche Umschreibung bzw. Umdeutung der Tatsache, dass das Gehirn einfach viel zu komplex ist, um es (heute) zu verstehen.

Das Gehirn wird natürlich bei jedem Menschen etwas anders sein, weil es durch unterschiedliche Erfahrungen geprägt wird1. Entsprechend werden die Synapsen etwas anders verknüpft sein, aber dennoch werden die meisten Gehirne ähnliche Fähigkeiten haben, wie z.B. Laufen, Sprechen, mathematische Aufgaben lösen. Natürlich sind diese Fähigkeiten bei jedem Menschen physikalische etwas anders realisiert, natürlich gibt es also eine „multiple Realisierbarkeit“.
So wie auch Digitaluhren und Handies mit gleicher Funktionalität im inneren teilweise unterschiedlich aufgebaut sind (aber auch große Gemeinsamkeiten haben, weil sich aus der Grob-Architektur des Systems oft „naheliegende“ Lösungen ergeben). Das bedeutet aber nicht, dass die unterschiedliche physische Realisierung die Fähigkeiten selbst bzw. die „mentalen Zustände“ unvergleichbar macht.

Denn es ist bei Menschen als soziale Wesen, die aufeinander angewiesen sind und miteinander interagieren müssen sinnvoll anzunehmen, dass die mentalen Zustände bei allen Individuen ähnlich ausfallen müssen, damit soziale Interaktion funktioniert, damit Empathie funktioniert. Wir haben für die Erkennung der mentalen Zustände anderer Personen sogar Spiegelneuronen. Die würden sich nicht ausgebildet haben, wenn es nicht möglich wäre, mehrere „unterschiedlich physikalisch realisierte“ mentale Zustände richtig als „gleich“ zu erfassen und in nützlicher Weise zu interpretieren. Es ist also davon auszugehen, dass für die sinnvolle Interpretation der mentalen Zustände die genaue physikalische Realisierung in der Praxis irrelevant ist.

Was aber dennoch nicht heißt, wie die „Theorie der multiplen Realisierbarkeit“ behauptet, dass Psychologie und Physik vollkommen unabhängig voneinander betrachtet werden müssen.
Nur ist die Wissenschaft einfach noch nicht so weit, mit den aktuellen Methoden nachvollziehen zu können, was der Prozessor eines C64 macht, oder wie ein Radio funktioniert.

Solange also die Funktion des Gehirns wegen seiner enormen Komplexität vollkommen rätselhaft bleibt, ist es müßig, festzustellen, dass die Abbildung „mentaler Zustände“ auf „physikalische Zustände“ nicht möglicht ist. Solange das Gehirn nicht bis zum letzten Neuron und Eiweiß verstanden ist, können wir niemals ausschließen, dass ein (von außen auch nur sehr grob beobachtbarer) mentaler Zustand durch eine ganze Menge von physikalischen Zuständen abgebildet wird. Aber das heißt nicht, dass es nicht irgendwann möglich wird, von den physikalischen Zuständen auf die mentalen Zustände zurückzuschließen, oder von einem mentalen Zustand auf mögliche ursächliche physikalische Zustände. In jedem Fall werden mentale Zustände immer auch von physikalischen Zuständen abhängen. Die transkranielle Hirnstimulation jedenfalls zeigt, dass man die physikalischen Zustände im Gehirn gezielt stören und ändern kann, und dass dann natürlich auch Auswirkungen auf die mentalen Zustände hat.

  1. und ggf. durch unterschiedliche genetische und epigenetische und hormonelle Vorkonfigurationen vorgeprägt ist []

„Massenabschiebungen“ als tendenziöser Begriff

Massen-Medien, Massen-Proteste, Menschen-Massen, in der „Masse“ geht das Individuum verloren, denn eine Masse sehr groß. So groß, dass in dem Menschen-Teppich der Einzelne kaum noch erkennbar ist, und die „Masse“ wie ein Schwarm vor sich hinfließt.

Warum also spricht man von „Massenabschiebungen“, wenn eine ziemlich überschaubare Menge von Leuten per Flugzeug zurück in ihr Heimatland gebracht werden?

Von einer „Masse“ kann man hier meiner Meinung nach nicht reden.

„Massenabschiebung“ ist darum meiner Meinung nach ein Begriff, der den Eindruck erwecken soll, es sei nicht jeder Einzelfall sorgfältig geprüft worden, als habe man quasi irgendwelche Leute zusammengetrieben und würde diese jetzt mir-nichts, dir-nichts in ein Flugzeug stecken und irgendwo hin schicken, nur um sie los zu sein.
Massenabschiebungen ist ein Begriff, der Assoziationen und Bilder von ungerechtfertigten Deportationen wecken soll.

Aber in Deutschland wird jedes Asylverfahren sorgfältig geprüft und abgelehnten Asylbewerbern seht sogar der Rechtsweg offen, diese Entscheidung nochmal überprüfen zu lassen. Wenn dann Menschen schließlich und endlich in einer Art Sammeltransport als Gruppe abgeschoben werden, dann ist es meiner Meinung nach tendenziös und unseriös, wenn Medien hier von „Massenabschiebungen“ reden. Es ist wie ein Kampfbegriff von Pro-Asyl mit dem Zweck um Abschiebungen per se zu diskreditieren.

Und darum sollte man hier meiner Meinung nach von Sammelabschiebungen oder Abschiebung in Gruppen reden. Denn die Mächtigkeit einer „Masse“ erreicht die Zahl der Abgeschobenen sicher nie.

Die AfD ist keine Alternative für Demokraten

Nachdem die AfD in den letzten Tagen Herrn Höcke hat massiven Unsinn reden lassen, hat auch Frau Petry gestern auf dem Kongress der Europaparlaments-Fraktion der rechts-nationalen Parteien („Europa der Nationen und der Freiheit“ (ENF)) nochmal demonstriert, dass man als Demokrat die AfD nicht wird wählen können.

Sie sagte wörtlich (ab Minute 1:38): „Europa hat nie lange eine Vormacht geduldet, weder das napoleonische Frankreich, noch Nazi-Deutschland, noch Sowjetrussland, und es wird auch die Europäische Union, so Gott will, nicht länger dulden.“.

Die gewaltsame, militärische Besetzung weiter Teile Europas durch eine Nation mit der demokratisch beschlossenen Gründung und ebenso immer wieder demokratisch bestätigten Vertiefung der Europäischen Union zu vergleichen, obwohl der anstehende Austritt Großbritanniens zeigt, dass man die „Herrschaft der EU“ — im Gegenteil zu einer Besatzung — auch jederzeit wieder beenden kann, zeugt entweder von geistiger Unreife oder von demagogischem Eiferertum. Das Vielstaaten-Gebilde EU mit einer Besatzungsmacht gleichzusetzen ist absurd, im „besten Fall“ verschwörungstheoretischer Unsinn.

Eine Partei, die Spitzenpersonal hat, das solchen Unsinn von sich gibt, kann kein Demokrat, kann kein rational denkender Mensch bei der Bundestagswahl wählen. Denn wessen Denken zu solchen Fehlleistungen fähig ist, den möchte man auch nicht über Steuern, Rente, Gesundheitssytem oder Bürgerrechte entscheiden lassen.

Das tut mir leid für alle, die ihre Hoffnungen auf eine Wahl-Alternative zu den Altparteien in die AfD gesetzt haben, und vor allem für jene, die sich bei der AfD engagiert haben und ggf. noch engagieren, und deren Partei jetzt seit dem Austritt von Bernd Lucke langsam, aber stetig in immer trüberes Fahrwasser gerät. Jetzt wäre der Zeitpunkt gekommen, den eigenen Lebenslauf zu retten und von Bord zu gehen, bevor das Schiff AfD noch weiter nach Steuerbord driftet.

Die Menschen in Bayern haben immer noch die CSU. Alle anderen könnten sich als geringstes Übel für die FDP entscheiden, oder möglicherweise auch für die Piraten, oder gar für die Partei „Die Partei“, der ich durchaus 20% der Stimmen gönnen würde, allein wegen der Show.

EU und Globalisierung: Imaginäre Vorteile, reale Nachteile

Die Politik fragt sich (vorgeblich) in letzter Zeit häufiger, warum die Menschen mit den Parteien so unzufrieden sind.

Der Grund ist natürlich die Politik dieser Parteien. Zum Beispiel die Einheitsfront bei den Themen EU und Globalisierung.

Beide sind für eigentlich alle Parteien alternativlos.

Die EU wird als unumgängliches europäisches Einigungs-und Friedensprojekt hingestellt. Aber was bzgl. der Montanunion bzw. der EG richtig war, gilt nicht notwendigerweise auch für die EU.

Diese EU, die den Durchfluss von Duschköpfen vorschreiben will und die immer größer und unkontrollierbarer wird, will einfach niemand mehr.

Das Schengen-Abkommen ist kaputt. Die Binnen-Grenzen werden nicht mehr kontrolliert, die Außen-Grenzen aber leider auch nicht. Die meisten Menschen reisen vielleicht einmal im Jahr ins Ausland. Für sie ist die grenzenlose Reisefreiheit in Europa also ein nur imaginärer Vorteil. Marodierende Einbrecherbanden, Islamisten und „Nafris“ aber sind für sie ein realer Nachteil.

Auch der Euro ist nur ein hypothetischer Vorteil für die selten bis nie Reisenden. Real sind aber die Belastungen durch die ständigen Rettungsaktionen für südeuropäische Pleite-Staaten, die das Geld entwerten und die öffentlichen Kassen belasten.

Und auch die sogenannte „Globalisierung“ führt zu realen Problemen wie De-Industrialisierung, Jobverlust, Verlust der Kontrolle über Produktionsbedingungen und Produktsicherheit.
Außerdem, im Bereich der IT-Industrie, zu einem Verlust an Know-How und zum Einbau von Hintertüren durch feindliche Geheimdienste in alle Produkte.

Die sogenannte „Industrie 4.0“ soll Arbeitskräfte generell weitgehend überflüssig machen; damit wären die Lohnvorteile z.B. von Fernost oder Afrika egalisiert. Recycling und erneuerbare Energieen sollten zu einer Quasi-Autarkie und Unabhängigkeit von Importen führen. Damit das klappt, muss die heimische Industrie ggf. vor Dumping-Importen geschützt werden, die durch Sklavenarbeit und Nutzung von Raubbau an Ressourcen erzeugt werden.
Unter diesen Umständen ist es geradezu absurd, noch weitere Freihandelsabkommen zu schließen.

Das wissen auch die Menschen im Lande bzw. haben das ggf. auch so (falsch?) verstanden wie ich.
Daher kommt die Unzufriedenheit mit der Politik. Von unlogischen bzw. sich widersprechenden bzw. komplett fehlenden politischen Zielen und Zukunftsvisionen und von Eigenschaften von EU und Euro, die für die meisten Menschen eben keine bzw. nur hypothetische Vorteile sind, sondern reale Nachteile darstellen.

Diese Unzufriedenen wird nur eine sozial-liberal-konservative Partei „abholen“ können, die endlich eine glaubwürdige, konstruktive Vision für Deutschland und Europa fomulieren kann, wie es weitergehen soll mit Wirtschaft, Freiheit, Rechtsstaat und Wohlstand.

Wer immer nur sagt, es dürfe „keine Festung Europa geben“, aber nicht darlegen kann, wie dann die europäischen Sozialsysteme überleben sollen, wie der Übergang zu einer Wirtschaft ohne Notwendigkeit größerer Mengen von Arbeitern stattfinden soll, der riskiert, dass Europa wieder in einen Flickenteppich von nationalen Festungen zerfällt.

(Racial) Profiling

Sicher macht es im Moment keinen Spaß, Deutscher mit schwarzer Hautfarbe zu sein.

Denn anscheinend kontrolliert die Polizei gerade junge schwarze Männer besonders oft.

Weil anscheinend junge schwarze Männer statistisch ein besonders lohnenswertes Ziel für Kontrollen sind.

An dieser Stelle müsste man allerdings erstmal prüfen, ob die kriminellen Nordafrikaner, die die Polizei anscheinend mit diesen Kontrollen im Griff behalten will, überhaupt unter den Schwarzen in Deutschland eine so relvant große Gruppe bilden, dass sich die Kontrolle von Schwarzen tatsächlich verstärkt „rechnet“.

Es ist ja so, dass die Polizei, dank dünner Personaldecke, auf Effizienz achten muss. Und darum muss sie irgendwelche „Faustregeln“ nutzen, wer zu kontrollieren ist, und wer nicht.

Denn machen wir uns nichts vor: Junge Männer sind statistisch krimineller als alte Frauen, also ergibt es Sinn, mehr junge Männer als alte Frauen zu kontrollieren, auch wenn das „Age-ismus“ und „Sexismus“ ist (Mimimimi!).

Ich kenne mich damit aus. Als damals Langhaariger wurde ich an einer Autobahnraststätte wegen „szenetypischen Aussehens“ kontrolliert, und wegen jugendlichen Aussehens wurde ich auch noch mit 20 in Diskos kontrolliert, ob ich schon 18 wäre.
Aber es lohnt sich nicht, sich deswegen diskriminiert zu fühlen, wenn doch die Leute nur ihren Job machen und Erfahrungswerte nutzen, um diesen Job gut und effizient zu machen. Klar ist es blöd, wenn man da ins Raster passt, aber solange Kontrolleure die bösen Jungs nicht „magisch“ von den nicht-bösen unterscheiden können, geht es eben nicht anders.

Also ist es — unter dem Vorbehalt, dass schwarze junge alleinreisende Männer tatsächlich statistisch gesehen häufiger kriminell1 sind als nicht-schwarze (warum hat das noch niemand recherchiert? Gibt es dazu keine Statistik, weil das ja auch rassistisch sein könnte?) — sinnvoll, diese stärker zu kontrollieren als weiße.

Das ist natürlich nicht so schön für alle schwarzen Deutschen, die mir im deswegen aufrichtig leid tun, und darum sollte die Regierung die Gründe dafür beseitigen, dass die Polizei Schwarze in geradezu belästigender Weise intensiver kontrolliert als Nicht-Schwarze. Das heißt: Abgelehnte und / oder kriminelle schwarzafrikanische Asylbewerber müssen endlich abgeschoben werden, damit es keinen Grund mehr gibt, Schwarze intensiver zu kontrollieren.

Jetzt die Rassismus-Karte zu spielen bringt nichts. Nur wenn die Kontrolle von Schwarzen tatsächlich statistisch genau so (wenig) erfolgversprechend erscheint wie die Kontrolle von Weißen, wird die Polizei aufhören, Schwarze intensiver zu kontrollieren bzw. misstrauischer zu betrachten.
Und solange die Kontrolle von Schwarzen statistisch signifikant erfolgversprechender ist als von Nicht-Schwarzen, ist diese verstärkte Kontrolle auch kein Rassismus, sondern Pragmatismus.

  1. inklusive unerlaubtem Aufenthalt in Deutschland []

Terror als unvermeidbares, allgemeines Lebensrisiko?

Nach dem Anschlag in Berlin erleben wir die gleiche Reaktion der Politik wie bei allen Anschlägen zuvor.

Tatsächliche oder geheuchelte Betroffenheit (wobei mir die geheuchelte fast lieber ist als die naive wahrhaftige), Warnung vor Wut auf die Falschen, Aufrufe zu — außer zur Selbstberuhigung — sinnlosen Krisen-Bewältigungsübungen wie Lichterketten oder Demonstrationen.

Und natürlich: Erklärungen, man könne nichts gegen den Terror tun und Terror gehöre quasi zum allgemeinen Lebensrisiko.1

Die Frage, ob man nicht doch Grenzen schließen und engmaschig kontrollieren könnte, wird nicht gestellt.
Die Frage, ob man nicht besser nur eindeutig identifizierte, durchleuchtete und als harmlos erkannte Flüchtlinge zwecks Integration ins Land lassen sollte, wird nicht gestellt.

Dabei sind Attentäter und Kriminelle häufig bereits vorher auffällig gewordene Menschen, deren Identität nur wegen lascher bzw. fehlender Kontrollen nicht erkannt wurde. So wie auch der angeblich 17-jährige mutmaßliche Vergewaltiger von Freiburg.

Es wäre aber möglich, alle, deren Identität nicht geklärt werden kann bzw. die nicht als harmlos eingestuft werden können, in Transitzonen oder Flüchtlingslagern unterzubringen und dort zu überprüfen, bis ihre Identität geklärt und über ihre Zukunft entschieden ist. Aber die Politik erklärt diese Möglichkeit zur Un-Möglichkeit, die sofortige Integration aller Migranten für „alternativlos“.

Wofür haben wir denn die tollen biometrischen EU-Ausweise, wenn nicht, um Menschen schnell und eindeutig identifizieren zu können? Es müsste darum doch möglich sein, an den Außengrenzen und im Rahmen von Schleierfahnung auch überall sonst, Illegale und Unidentifizierte bei minimaler Belästigung der EU-Bürger effektiv aufzuspüren.

Ich halte es daher für einen großen Fehler, die Frage, ob ein besserer Schutz der Bürger durch eine bessere Kontrolle von Grenzen und Migranten nicht möglich wäre, nicht zu stellen und nicht zu diskuktieren, und sogar die theoretische Möglichkeit eines besseren Schutzes aktiv zu verleugnen, durch Erklärungen, es könne keine Sicherheit geben.

Denn die Debatte über einen möglichen anderen, weniger von laissez-faire geprägten Umgang mit Flüchtlingen zu vermeiden bedeutet, die Debatte zu vermeiden, die viele Menschen im Moment gerade führen wollten.
Das verstärkt den Eindruck, dass die Politik sich von den Menschen abgekoppelt hat und treibt die Menschen in die Arme der Parteien und Organisationen, die sich nicht an der Strategie der Alternativlosigkeit unkontrollierter Freizügigkeit in Europa auch für Migranten beteiligen.
Wenn die Debatte denn geführt würde, könnte ja auch herauskommen, dass die aktuelle Strategie richtig ist. Aber dem Anschein nach hat die Politik Angst, die Debatte würde „falsch“ ausgehen, und will sie deshalb unbedingt vermeiden. Und das bedeutet, dass die Politik möglicherweise ahnt, dass sie gerade nicht richtig bzw. nicht im Interesse der meisten Bürger handelt. Und das ist wiederum der Grund, warum die Politik das Vertrauen der Bürger verliert.

  1. Wie zum Beispiel auch die Tatsache, dass wir eine Regierung haben, der Arbeitsplätze wichtiger sind als Gesundheitsgefahren durch Feinstaub. []

Feinstaub, Verstädterung, Landflucht

Deutschland hat ein Problem: Alle wollen in Städten wohnen, die Menschen „fliehen“ vom Land, die Städte werden immer größer, Wohnungen teurer, die Luft schlechter.

Und daher stellt sich mir die Frage: Warum baut man nicht irgendein Dorf zur Stadt aus? Vor zweihundert Jahren haben Fürsten nötigenfalls irgendwo eine Universität gegründet oder ein Schloss gebaut, und schon gab es eine neue Stadt.

Warum geht soetwas heute nicht mehr? Warum müssen die existierenden Städte immer größer werden, die existierenden Universitäten immer voller? Das ganze Geld für teilweise irre Umbaumaßnahmen in existierenden Städten könne man vielleicht besser in neue Infrastruktur irgendwo dort investieren, wo es günstig ist und struktufördernde Wirkung hätte.
Hat die Politik heute keinen Mut mehr, einen neue Stadt zu „beschließen“? Oder geht es aus irgendwelchen rechtlichen Gründen1 einfach nicht?

Politikverdrossenheit hat viele Gründe, einer davon ist auch die Unwilligkeit oder Unfähigkeit von Politik, zu gestalten. Natürlich, heute hat man immer gleich eine Bürgerinitiative an der Backe, wenn man auch nur eine Straße bauen will, aber dennoch sollte Politik zumindest versuchen, nicht immer nur klein-klein zu machen.
Wie wäre es mit einer Universität in Crailsheim oder in Salzwedel? Klingt doch gut.

  1. die man natürlich mit Politik aus der Welt schaffen könnte []

Die Bertelsmann-Stiftung „framed“ Ablehnung der Globalisierung als „rechts“

Angeblich eint die bösen Rechten und Populistin in Europa die Angst vor der Globalisierung.

Aber – ist die Globalisierung wirklich gut? Die Linken waren jahrelang dagegen, China, die USA, Russland haben protektionistische Tendenzen, und in der geopolitischen Situation erscheint es auch strategisch sinnvoll, in einem gewissen Umfang autark zu sein und nicht z.B. von China oder Russland oder den arabischen Staaten abhängig zu sein.

Die globalen Freihandelsabkommen sind stark umstritten. Großbritannien und die USA wurden durch das Setzen auf den Finanzkapitalismus stark de-industrialisiert. Arbeitsplätze gingen verloren.
Der globale Warenverkehr hat enorme Transportkosten und verbraucht viel Energie. Sinnvolle, einheitliche, hohe Standards für Produktionsbedingungen, Arbeiterrechte, Umweltschutz etc. werden durch die globalisierte Warenwirtschaft teilweise unterminiert. Es ist also nicht alles nur gut an der Globalisierung.

Die globale Verbreitung von schädlichen Organismen, z.B. fremden Pflanzen und Tieren1 und von medikamentenresistenten Bakterien, Viren und Pilzen sowie Parasiten, ist sicher kein positiver Aspekt von Globalisierung und wird viel Geld und auch Menschenleben fordern, wenn man hier nicht aufpasst.

Die Bildung globaler Monopole bzw. Oligopole z.B. im IT-Bereich führt zu Abhängigkeiten und Monokulturen und damit zur Instabilität der gesamten (IT-)Infrastruktur.
Die weltweite Verbreitung z.B. auch von Chemikalien wie z.B. Glyphosat führt zu möglicherweise unkontrollierbaren globalen Auswirkungen auf das Ökosystem.

Ich finde also, es gibt also durchaus gute Gründe, bestimmte Dinge, die unter dem letzten Endes äußerst unklaren Begriff „Globalisierung“ zusammengefasst werden, abzulehnen.

Es muss bzw. müsste der Anspruch der Politik sein, das Beste für die durch sie vertretenen Bürger herauszuholen, und das ist sicher keine Globalisierung im Sinne einer libertären Entfesselung eines weltweiten Manchester-Kapitalismus. Statt dessen müssen die Möglichkeiten des weltweiten Austausches sorgfältig überdacht und dort, wo es sinnvoll ist, auch genutzt werden. Es muss aber immer auch eine Option sein, nicht an diesem weltweiten Austausch teilzunehmen. Zum Beispiel beim Import von Rohstoffen aus umstrittenen Quellen, zum Beispiel beim Export von Waffen oder Giftmüll, beim Import von Nahrungsmitteln aus möglicherweise nicht ganz sicheren Quellen, bei der Zulassung von globalen Finanztransaktionen, et cetera..

Dass man teilnehmen müsse, weil man ja sonst kein Wirtschaftswachstum in wichtigen Märkten generieren könne, darf dabei kein Argument sein, denn mittel- bis langfristig wird es sowieso kein weltweites Wirtschaftswachstum mehr geben, wenn China und ggf. auch Afrika auch mit Zweit-Autos und Dritt-Fernsehern versorgt sind. Darum ist es sinnvoller, sich jetzt auf die Post-Wachstums-Wirtschaft einzustellen, als weiter „Wachstum über alles“ zu stellen.

Beim Reden über „die Globalisierung“ fängt die Unaufrichtigkeit schon damit an, dass so getan wird, als wäre genau definiert und jedem klar, was überhaupt damit gemeint ist. Im oben verlinkten Artikel werden wir mit Zahlen zugeschmissen, wer was über diese Globalisierung denke, und das Argument für die Globalisierung scheint zu sein, dass gerade die unerfahrendsten Menschen, nämlich die zwischen 18 und 25, diese zum Großteil gut fänden.

Diese Art und Weise, die Globalisierung als „alternativlos“ darzustellen ist selbst Demagogie. In unserer Demokratie brauchen wir wieder mehr Auseinandersetzung über den richtigen Weg, und darum muss auch über die sogenannte Globalisierung ergebnisoffen diskutiert werden können, ohne dass Gegner als „rechts“ und „Populisten“ gebrandmarkt werden.

  1. z.B. dem grauen Eichhörnchen, das das rote Eichhörnchen verdrängt, irgendwelchen fiesen Muschenl, Würmern etc. []

Gender-Feminismus und Ursache und Wirkung

Mir ist aufgefallen, dass viele Behauptungen des kontemporären Gender-Feminismus damit erklärt werden könn(t)en, dass Feminstinnen Ursache und Wirkung verwechseln bzw. vertauschen.

Nehmen wir die Idee, man müsse die Sprache verändern, damit sich das Denken verändere; es sei also nötig, immer auch weibliche Formen oder geschlechtsneutrale Hilfskonstrukte zu verwenden (s.g. Sapir-Whorf Hypothese), weil sonst Menschen dächten, alle Grundschullehrer/Ärzte/Ökotrophologen seien Männer.

Tatsächlich ist es aber so, dass die Sprache geändert und erweitert wird, wenn die sprachlichen Möglichkeiten nicht ausreichen, etwas auszudrücken.
„Fremdschämen“ zum Beispiel, „Hater“ oder „prokrastinieren“ sind vergleichsweise neue Wörter, die gebildet wurden, um plötzlich relevante Dinge auszudrücken.1

Es beschränkt also nicht die Sprache das Denken, sondern das Denken führt zu einer Veränderung der Sprache. Und wenn es eine relevante Menge von Menschen interessieren würde, ausdrücken zu können, dass eine Person möglicherweise Trans- oder a- oder bi-sexuell oder polyamorös sei, vielleicht aber auch nicht, dann würde auch hierfür eine sprachliche Möglichkeit gefunden. Tatsächlich aber interessiert es die meisten Menschen rein gar nicht, und darum können sich zu diesem Zweck ausgedachte „inklusive“ Schreibweisen auch nicht durchsetzen. Nichtmal das krampfige „Mit-Nennen“ der weiblichen Form wird im Alltag von einer nennenswerten Zahl von Menschen praktiziert.2

Dass Menschen bei „einem Arzt“ weiterhin eher an einen Mann denken, hängt vielleicht einfach damit zusammen, dass weiterhin mehr Männer als Frauen als Arzt tätig sind. Weil viele Ärztinnen doch später lieber Teilzeit oder gar nicht arbeiten.

Das bringt mich zur zweiten feministischen These, nämlich, dass nur wenige Frauen in Fachgebiet X arbeiten wollen, weil es dort nicht genug weibliche Vorbilder gäbe. Diese These kann man sehr einfach anhand empirischer Erfahrungen widerlegen. Um 1900 gab es quasi keine Juristinnen oder Ärztinnen, heute sind über 50% der Absolventen in Jura oder Medizin Frauen. Wenn Frauen also etwas interessiert, dann spielt es überhaupt keine Rolle, ob dort viele Frauen sind – oder keine.
Es gibt also nicht deshalb wenig Interesse bei Frauen an Elektrotechnik, weil dort wenig Frauen sind, sondern es sind wenig Frauen in der Elektrotechnik, weil Frauen daran wenig Interesse haben.

Fast scheint es so, als sei die Umkehrung von Ursache und Wirkung der Standard-Kunstgriff des Gender-Feminismus, um auf einfache Weise eine scheinbar logische „Dekonstruktion“ von Fakten zu bewerkstelligen.

Das trifft ja auch bei der genderfeministischen These zu, es gebe gar keine Geschlechtsunterschiede. Nicht die Unterschiedlichkeit der Geschlechter führe zu unterschiedlichem Verhalten, sondern die Konditionierung zu unterschiedlichem Verhalten führe zu einer (scheinbaren) Unterschiedlichkeit der Geschlechter.

  1. Die Franzosen haben sogar ein Wort für die Angst, man könnte verrückt werden und springen, wenn man hoch oben steht… []
  2. Da im Englischen, wo es keine geschlechtsspezifischen Endungen oder Artikel (mehr) gibt, auch alle sehr gut damit auskommen, dass die eine, noch benutzte Wortform z.B. bei den lateinisch-stämmigen Worten klar männliche Endungen hat (actor, proprietor, inventor …), fragt man sich sowieso, ob es nicht klug wäre vom Feminismus, wenn man aufhören würde vom generischen Maskulinum zu faseln und sich statt dessen einfach mitgemeint fühlen würde, wenn die männliche Form benutzt wird. []

Eine Antwort an Sascha Lobo

Du schriebst auf SPON einen Artikel, den ich kommentieren möchte.

Erstmal: Dass sich die Zukunft nicht vorhersagen lässt ist eine Erkenntnis in dem Artikel, von der ich hoffe, dass Du sie schon früher hattest. Falls nicht hoffe ich, Du hast an der Börse nicht allzuviel verloren.

Wirklich interessant finde ich Deine Anmerkung, dass die als linke Idee geborene „Gegenöffentlichkeit“ jetzt real geworden ist; leider halt auch für „die Falschen“. Wenn ich so darüber nachdenke ist es tatsächlich tragisch, dass die schöne Idee von der Völkerverständigung zu einem internationalen Spionage-, Betrugs-, Überwachungs- und Propaganda-Netzwerk geführt hat, aber so ist es halt.

Weiterhin schreibst Du:

Die Welt wendet sich von der bürgerlichen Medienwelt des 20. Jahrhunderts und ihrem journalistischen Prinzip der Mäßigung ab. Von dem Prinzip, Nachrichten als Berichterstattung zu betrachten, objektiv und ausgewogen.

Hier möchte ich Dich fragen: Gibt es das journalistische Prinzip der Mäßigung überhaupt? In den Editorials, Glossen, Meinungsartikeln der real existierenden Welt doch eher nicht, und auch nicht im Fernsehen, wo — außer vielleicht in der Phönix-Runde — die ewig gleichen Politiker in immer nur leicht unterschiedlichen Konstellationen auftreten, die schon allein deshalb in keiner Weise objektiv sind, weil sie selbst Partei und Beteiligte in der Sache sind, die sie diskutieren.
Wer hat denn unter den heute lebenden Journalisten jemals die Maxime beherzigt, dass man sich gerade mit den besten Sachen nicht gemein machen sollte?
Wer redet denn heute solange von mutmaßlichen und angeblichen Sachverhalten, bis die Ermittlungen beendet sind, wer nutzt bei der Wiedergabe von Behauptungen den Konjunktiv Präsens, wer wahrt Distanz, recherchiert nach, ist skeptisch, nimmt nicht Partei? Mir scheint: Keiner. Auch Du nicht, Sascha.

Möglicherweise ist Trump ein Rassist und Sexist. Aber wir kennen nur die Sekundärberichterstattung darüber und nicht den gesellschaftlichen Kontext, in dem Trump seine Sprüche reißt. Es scheint ja so zu sein, dass diese Sprüche für viele US-Amerikaner zumindest einen wahren Kern haben. Und wenn Trump sagt, man komme als reicher und prominenter Mann auch mit sexueller Belästigung ungestraft durch, dann ist wahrscheinlich auch das die bittere Wahrheit. Neulich hat doch dieser Grüne gesagt, alle Männer seien potenzielle Vergewaltiger. Hat er damit nicht gemeint, dass die allermeisten Männer quasi-trumpsche Gedanken in sich tragen? Also alle Sexisten sind? Und damit quasi per Geschlecht eigentlich heute nicht (mehr) tragbar sind? Auch linke Männer?

Apropos Linke:
Wer sich auf Twitter einmal mit „linken, progressiven“ Menschen auseinandergesetzt hat, der weiß, dass Hass, Drohungen, Sexismus und Beleidigungen mitnichten ein Problem sind, dass man einem bestimmten politischen Lager zuordnen könnte, sondern ein Problem von hitzköpfigen Ideologen allgemein, was auch Linksextremisten, Umwelt-Verschwörungstheoretiker, sexuell in besonderer Weise Orientierte, Atheisten, Fans irgendwelcher Personen, Gruppen oder Vereine, Tier-, Frauen-, Männerrechtler, Veganer oder Waffenfreaks sein können. Also alle, die meinen, irgendwie ausgewählt oder erleuchtet zu sein und in Folge dessen die Wahrheit gepachtet zu haben.
Der schwule linke Stalker-Pirat aus Berlin, der seinen Ex-Freund und sich selbst getötet hat, ist nur ein besonders krasses Beispiel, dass ein links-progressiver Intellekt kein Garant für sozialverträgliches Verhalten oder Triebkontrolle ist. Und unter linken Ex-Piraten in Berlin finden sich sicher noch weitere aggressive Männer, die unter der Flagge und im Schutz ihres linksprogressiven Aktivismus ihre Mitmenschen ohne Skrupel ihrem wohlmeinenden Tugend-Terror aussetzen.

Der Kampf gegen „Hatespeech“, werter Sascha, ist schon deshalb aussichtslos, weil es ein Kampf gegen die fünf bis zehn Prozent Extremisten, Dummköpfe und Gestörten in der Bevölkerung ist, die es immer gab und immer geben wird. In einem Rechtsstaat mit freie Meinungsäußerung müsste auch jeder Einzelfall von „Hatespeech“ erstmal juristisch aufgearbeitet werden, und das wird niemals möglich sein.
Oder möchtest Du gerne, dass die großen sozialen Netzwerke durch „Hausregeln“ bestimmen, was dort zulässig ist und was nicht, und dadurch die Spaltung der Gesellschaft durch eine Aufteilung auf politisch verschieden ausgerichtete soziale Netzwerke noch weiter verstärkt wird? Möchtest Du in einem Land leben, in dem das Justiz- und Familienministerium bestimmen, was im Internet erlaubt und was „Hatespeech“ ist, und möchtest Du das auch dann noch, wenn ggf. „die Falschen“ an der Macht sind?

Du solltest Dich, wie es so schön heißt, „ehrlich machen“: Hinter der ganzen verbalen Gewalt im Internet stecken nicht nur, und nicht einmal mehrheitlich, Rechte. Es gibt allgemein ein Problem mit Menschen, die von ihren Überzeugungen so überzeugt sind, dass sie die Überzeugungen anderer nicht einmal mehr tolerieren können. Die keinen Zweifel zulassen können und keine Argumente, die nicht in der Lage sind eine Antithese zu ihrer These zu ertragen und zu be-denken und folglich auch nie zu einer Synthese kommen können.

Du schreibst:

Und wir – ich auch – müssen unsere Fehler erkennen. Dringend. Wir, die publizistisch und aktivistisch gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus gekämpft haben, hier in Europa. Wir müssen unsere Fehler in den kommenden Wochen, Monaten, Jahren analysieren und daraus Konsequenzen ziehen. Wo haben wir gehofft, statt zu erkennen? Wo haben wir ignoriert, statt hinzusehen? Wo haben wir geschwiegen und geduldet, statt zu sprechen und zu handeln? Wo lagen wir schlicht und ergreifend falsch?

Was habt ihr also falsch gemacht? Was hast Du falsch gemacht? Ich glaube, der Fehler liegt gerade darin, mit rechtschaffenem Zorn ständig publizistisch und aktivistisch gegen andere Weltsichten zu kämpfen. Wer ständig kämpft und statt politischen Gegnern nur noch weltanschauliche Feinde sieht, wer nicht einmal mehr den Versuch macht, die Motive der Gegenseite zu verstehen, der wird nie so etwas wie gesellschaftlichen Frieden erreichen.
Leider, Sascha, bist Du nicht Michael Moore, der nicht nur Aktivist ist, sondern sich auch für seine Gegner interessiert und mit diesen geredet hat.

Wer aus Prinzip „den Rechten“ keinen Fuß breit Raum lassen will, und dabei „rechts“ immer breiter definiert, bis es auch „rechts“ ist, nicht begeistert über Immigration zu sein, nicht an den Klimawandel zu glauben oder auch nur ein alter weißer Mann zu sein, der drängt schließlich soviele Menschen so weit in die rechte Ecke, dass dieser Kampf schließlich nicht mehr zu gewinnen ist. Man gewinnt keine Herzen und Hirne, indem man erwachsene Menschen „erziehen“ will und wie dumme Kinder behandelt, denen man alles nur besser erklären müsste, damit sie verstünden, was die klugen Intellektuellen und die Regierung sich Segensreiches ausgedacht haben. Die Leute verstehen möglicherweise tatsächlich nicht die Details politischer Konzepte, aber sie verstehen, dass Politik im Endeffekt auch für Politiker weniger Wissenschaft als Try & Error ist.
Sie verstehen auch, dass Politik, die sich nicht mehr traut etwas zu entscheiden und statt dessen Millionen von Beraterstunden bei McKinsey kauft, ebenfalls nichts mehr versteht und schwach und manipulierbar ist.

Ihr müsstet erkennen, dass Eure progressive Weltsicht und Definition von allen Formen von *ismus nur eine Sichtweise ist. Das Problem ist nicht, dass ihr geschwiegen und geduldet hättet, sondern dass ihr ständig nur geredet und gehandelt habt um Eure Agenda durchzudrücken, anstatt auch mal zuzuhören. Mal die Welt durch andere Augen zu sehen. Mal ‐ Achtung altes Wort — demütig zu sein.
Denkt doch mal an Hanlon’s Razor, „Schreibe nichts der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist.“, und fragt Euch dann, ob es etwas bringt, wenn man Menschen, die es nicht besser wissen, als Idioten und Nazis beschimpft.
Vielleicht sollte man sich auch mal einlassen auf die anderen, so wie Casey Jaye, die Feministin, die einen feministischen Film drehen wollte und dabei erkennen musste, dass auch Männerrechtler Menschen mit berechtigten Anliegen sind.

Wie steht es übrigens mit den scheinbaren Gewissheiten, Sascha, die man sich im linksprogressiven Lager so zurechtgelegt hatte? Glauben noch alle, dass Pazifismus eine tolle Idee ist im Zeitalter von Erdogan und Putin? Dass es gar keine Probleme mit Geflüchteten gibt? Ist es eigentlich noch links gegen Freihandel zu sein, jetzt, wo Trump es auch ist? Was ist noch übrig von Eurem Weltbild, wo wollt ihr hin, und, Sascha, wie wollt ihr das Lumpenproletariat dahin mitnehmen?