Archiv für den Monat: Januar 2020

Der neue feministische Trend: „Mental load“

Der aktuelle Feminismus hat eine neue Benachteiligung entdeckt. Sie heißt „Mental load“. Der Anglizismus für „geistige Belastung“ soll beschreiben, dass Frauen sich immer ganz viele Dinge merken (zu) müssen (glauben) und dadurch total gestresst sind.

Nun ist es tatsächlich so, dass viele Frauen es so empfinden, als müssten sie sich alles merken und „für alle mitdenken“.
Dennoch ist es natürlich so, und darauf läuft auch ein Artikel von Heike Kleen bei Spiegel Online heraus, dass jede selbst dafür verantwortlich ist, was sie sich aufbürdet.
Nicht einmal das Patriarchat kann irgendjemanden dazu bringen, an Dinge zu denken, oder sich Aufgaben aufzuladen.
Und während die betroffenen Frauen das Gefühl haben, nur sie allein könnten diese Aufgaben erledigen, weil sie sonst niemand mache, und weil sonst alles zusammenbreche, haben Männer oft das Gefühl, die Frauen übertrieben die Wichtigkeit dieser Aufgaben, und täten einige Dinge nur, um sich selbst unersetzlich fühlen zu können.

Aber wie dem auch sei: Wenn man bestimmte Dinge nicht schafft, dann muss man sie entweder aufschieben, sie delegieren, oder sie sein lassen. Und alles, was man sofort tun kann, soll man sofort tun, und nicht lange darüber nachdenken.
Das ist auch schon die simple Botschaft des Management-Ratgebers „Getting things done“ von David Allen.1

Vielleicht ist es ja so, dass es Männern leichter fällt Dinge zu vergessen oder nicht zu tun oder die Verantwortung dafür abzulehnen und sich dabei nicht einmal schlecht zu fühlen. Aus irgendwelchen unfairen Gründen, die vielleicht sogar biologisch bedingt sind, weil Frauen meiner Kenntnis nach heute und schon seit längerem nicht mehr auf Bräuteschulen geschickt und indoktriniert werden, perfekte Hausfrauen zu sein, und somit eine soziale Konditionierung der aktuellen Frauengeneration zum perfekten Hausfrauendasein heute eigentlich ausgeschlossen sein sollte.
Und wenn es so eine soziale Konditionierung geben sollte, dann geht sie wahrscheinlich eher nicht von den Männern oder irgendeinem „Patriarchat“ aus, sondern entsteht eher durch den Wettkampf unter Frauen, wer die perfektere Mutter und Hausfrau ist, angetrieben vielleicht auch durch mütterliche Instinkte.

Meiner Meinung nach können Frauen deshalb niemanden außer sich selbst verantwortlich machen, wenn sie unter der neuen feministischen Mode-Belastung „Mental Load“ leiden.
Denn kaum etwas wäre doch eine sexistischere Vorstellung als die, dass Frauen nicht ohne paternalistische Unterstützung von Männern, die für sie eine „geschützte Umgebung“ bereitstellen, in der Lage sein sollten, zu kontrollieren, was sie denken und tun?

Aus diesem Grund weiß ich nicht genau, wo der Feminismus mit dem neuen Schlagwort „Mental Load“ hin will.

Manche Artikel scheinen in die Richtung zu gehen, dass Feministinnen wieder eine neue Benachteiligung entdeckt haben wollen, die das unsichtbare Patriarchat den Frauen auf geheimnisvolle Weise auferlegt hat, und für deren Beseitigung die Männer verantwortlich sein sollen. Das wäre dann wieder ein Beispiel für die sogenannte „Female Hypoagency“, also die Tendenz der Gesellschaft, Frauen für bestimmte Dinge weniger in die Verantwortung zu nehmen als Männer, was man unter anderem an den höheren Strafen sehen kann, die Männer im Vergleich zu Frauen für gleiche Straftaten erhalten.

Ich hoffe aber, dass selbstbestimmte Feministinnen erkennen, dass das eine Sackgasse wäre, und dass Frauen zumindest dafür, was sie denken und tun, ganz allein die Verantwortung übernehmen (können) müssen. Und wenn sie unter „Mental Load“ leiden, dann müssen sie entweder die Dinge erledigen, oder delegieren, oder verschieben, oder sein lassen, und möglicherweise die eigenen Ansprüche etwas runterschrauben. Mimimi und sich über das Patriarchat beschweren werden jedenfalls nicht helfen.

  1. Dieser spricht von den „Vier D“ – Do (Machen), Defer (Verschieben), Delegate (Delegieren) und Drop (Sein lassen) []

Heute ist Equal Work Fatality Day!

Laut statistischem Bundesamt sind 93,6% der im Job tödlich Verunglückten Männer.

Das heißt, wären ab dem 1.1. dieses Jahres bis heute nur Frauen tödlich bei der Arbeit verunglückt, würden für den Rest des Jahres 2020 nur noch Männer sterben.

Irgendwelche Kampagnen des Ministeriums für alle außer Männer, diese Ungleichverteilung durch Maßnahmen zu verringern, sind natürlich nicht bekannt. Muss was mit dem „Gender Empathy Gap“ zu tun haben.

Enno Park, radikaler Feminismus und „weibliche Unterverantwortlichkeit“

Enno Park hat auf Twitter einen Thread geschrieben, in dem er dafür argumentiert, dass unverpartnerte Männer weiterhin nicht automatisch das Sorgerecht für ihr Kind bekommen sollten.

Das Szenario ist, dass eine Frau freiwillig mit einem Mann geschlafen und nicht verhütet hat. Sie bekommt ein Kind, und dann stellt sie fest, dass sie nicht mit dem Vater zurecht kommt.

Ein automatisches geteiltes Sorgerecht würde ihr nun die Möglichkeit nehmen, den Vater des Kindes einfach zu „entsorgen“, nämlich den Kontakt abzubrechen und wegzuziehen und das Kind ohne Vater aufwachsen zu lassen:

Bild von einem Thread von Enno Park

Nun hat ein Kind immer zwei Eltern, und jedes Kind sollte meiner Meinung nach das Recht haben, mit beiden Eltern Kontakt zu haben und über das Zusammenleben mit den Eltern zu erfahren, wo es herkommt, wer es ist, und woher es ggf. auch bestimmte Eigenheiten hat.

Das ist Herrn Park aber egal, denn anscheinend denkt er feministisch, und wenn man feministisch denkt, sieht man überall nur noch „Machtstrukturen“, so wie man sprichwörtlich überall Nägel sieht, wenn man einen Hammer hat. Wenn man feministisch denkt, ist folglich das Kindeswohl egal, und nur die Interessen der Mutter sind relevant. Wichtig ist vor allem, dass Frauen alle Macht haben, und Männer möglichst gar keine, erst recht, wenn man sie zu „Spermagebern“ umgeframed hat.

Dieses Framing eines Mannes zum „Spermageber“ ist einigermaßen männerverachtend, denn es reduziert den Mann auf seine biologische Funktion. Dieses Framing dient dazu, die „Mutter“ ganz im Sinne traditioneller Weiblichkeitsvorstellungen als einzig wahre und „natürliche“ Bezugsperson eines Kindes zu framen. Die Mutter ist also wichtig und hat einen Anspruch auf das Kind — weil sie am meisten „daran gearbeitet“ hat?
Der Vater hingegen ist nur „Spermageber“, hat nichts geleistet, und darum auch keinen Anspruch auf Kontakt oder irgendwas. Das ist der Frame, den Enno Park hier aufspannt. Ein kaltherziger Frame, der Männern jegliche emotionale Bindung zu ihrem Kind abspricht oder diese als irrelevant abtut, ein biologistischer Frame, der den „Reproduktionsaufwand“ der Partner gegeneinander aufrechnet, und ein traditionell-rückschrittlicher Frame, der die Wichtigkeit der „Mutter“ mit naturrechtlichen Argumenten begründet und die Unwichtigkeit des Vaters entgegen aktueller Erkenntnisse als gegeben annimmt, obwohl die Mutter für einen Säugling dank der modernen Medizin und Milchersatz aktuell nach der 30ten Schwangerschaftswoche durchaus verzichtbar ist; man entschuldige den Zynismus.

Wie man sich als angeblich progressiver Feminist veranlasst sehen kann, so einen absurden Frame aufzubauen, ist mir schleierhaft.
Es scheint so, als würde man sich ziemlich schnell verrennen, wenn man alles nur unter dem Aspekt betrachtet, irgendwo könnten Männer Macht über Frauen haben und dies sei um jeden Preis zu verhindern.

Bei einer einigermaßen rationalen Betrachtung müsste man aber doch auch als Feminist davon ausgehen, dass Frauen vernunftbegabte Wesen sind, die Verantwortung für ihre Entscheidungen tragen können und müssen.
Wenn eine Frau also freiwillig Sex hat und bewusst nicht verhütet, dann sollte man doch auch als Feminist voraussetzen, dass sie die Konsequenzen dieser Entscheidung kennt und trägt.

Und hier sehe ich ein Grundproblem des aktuellen (radikalen) Feminismus, nämlich die ungleiche Zuweisung von Verantwortung.

Angenommen ein Mann und eine Frau haben Sex, es entsteht ein Kind. Dann soll laut „Feminismus“ nach Art von Enno Park und Antje Schrupp der Mann keine Rechte bekommen, aber Unterhalt zahlen, und die Frau alle Rechte bekommen, inklusive des Rechtes, über das Kind zu verfügen, diesem den Kontakt zum Vater zu verwehren und sich faktisch vom Mann aushalten zu lassen. Der „Spermageber“ trägt also die volle Verantwortung für seinen „geringen Beitrag“ zum Kind und soll alle Pflichten, aber keine Rechte bekommen, die „Mutter“ hingegen bekommt alle Rechte, und nur die Pflichten, die sie sich aufgrund ihrer „Mutterinstinkte“ selbst auferlegt (sie kann das Kind natürlich auch in eine Babyklappe werfen oder ab einem Alter von ca. 18 Monaten in die staatlich garantierte Ganztagesbetreuung stecken).

Diese geschlechtsabhängig unterschiedlich starke Zuweisung von Verantwortung wird von einigen Männerrechtlern „female hypoagency“ genannt, grob übersetzt weibliche Unter-Verantwortlichkeit, und oft auch als Grund vermutet, warum weibliche Verbrecher geringere Stragen erhalten als männliche; eine Frau ist einfach weniger dafür verantwortlich, was sie tut, weil sie eine Frau ist. Es handelt sich um eine Art paternalistischen „positiven“ Seximus‘, der Frauen letzten Endes nicht als vollständig ernstzunehmende Menschen sieht, die die volle Verantwortung für ihre Entscheidungen tragen können, sondern weiterhin als (auch geistig) schwache Wesen, denen man nicht einmal die volle Verantwortung für das eigene Handeln zumuten kann. Das hat mit Gleichberechtigung natürlich nichts mehr zu tun.

Und das ist der Grund, warum Feminismus von Männer, aber auch von Frauen, eher als Ideologie zur Bevorteilung von Frauen gesehen wird als als Ansatz zur Herstellung von Gleichberechtigung. Denn wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen und Rechte und Pflichten gleich zu verteilen, verwandeln sich männliche und weibliche angebliche Feministen reihenweise in „weiße Ritter“, die für Frauen nur Vorteile und Privilegien wollen, und alle negativen Konsequenzen und alle Verantwortung vorzugsweise den Männern aufbürden wollen.

Wahrer Feminismus im Sinne von Gleichberechtigung und „Gleichverantwortung“ wäre es meiner Meinung nach, wenn man Frauen, die mit „dem falschen“ Mann ein Kind bekommen haben, einfach raten würde, beim nächsten Kind den Vater besser auszusuchen, und die Verantwortung für ihre schlechte Wahl zu tragen, bis das Kind 18 ist.

Hat unsere Regierung eine Strategie?

In den 1970ern, so scheint mir, hatten die Parteien noch irgendwelche Ziele: Bildungsreform, Bodenreform, Justizreform, es ging dem Anschein nach überall irgendwie voran.
Zeitgleich gab es die neue Ostpolitik, mit der Wiedervereinigung als Endpunkt.

Die Privatisierung von Post und Bahn erfolgte noch unter Kohl, dann gab es unter Schröder die Sozialreformen bzw. Kürzungen.
Sprich: Die Regierungen hatten irgendwelche größeren Ziele, die sie dann auch umgesetzt haben.

Und Merkel? Hin- und her bei der Atompolitik, Zögern bei der Kohlepolitik, Stillstand beim Windkraftaufbau, die Asylpolitik ist mit der Un-Umsetzbarkeit von Dublin II/III komplett gescheitert.
Quälend langsames Vorankommen bei Infrastrukturprojekten für Strom- und Bahntrassenausbau, politisch höchst umstrittene Projekte wie North Stream 2, Probleme mit dem Euro, Probleme im Gesundheitswesen, Probleme in der Migrationspolitik, keine eindeutige außenpolitische Positionierung zu irgendwas, und keine größeren Reformen oder strategische Ziele weit und breit.
Obwohl es ja genug Herausforderungen gibt, zum Beispiel den demographischen Wandel, den Klimawandel, die Digitalisierung, aber auch die unsichere Zukunft der Nato.

Agiert und gestaltet und langfristig geplant wird dem Anschein nach überhaupt nichts mehr, statt dessen re-agiert die Regierung in immer neuen Schnellschüssen jeweils auf die letzte „völlig überraschende“ Krise.

Ist die ruhige und besonnene Art von Angela Merkel vielleicht doch nur Phlegma und Mangel an Willen und Fähigkeit zur Gestaltung?

Die #SPD und das Tolle-krebserregende-Zwangsbons-Gesetz

Mit der sogenannten „Bonpflicht“ hat sich die SPD ultimativ ins Knie geschossen.
Aufgrund des Gesetzes wird jede Menge Papiermüll produziert, der aufgrund des verwendeten Thermopapiers meist mit krebserregendem bzw. hormonaktiven Bisphenol-A (BPA) verseucht ist, und damit im Restmüll entsorgt werden muss.
Und das, ohne dass dieser Zwang zur Ausgabe von Bons irgendwelchen Einfluss auf die Verhinderung von Umsatzsteuerbetrug hätte, weil niemand diese Bons aufbewahrt oder haben will, und die Kassen sowieso bereits eingebaute Mechanismen zur manipulationsresistenten Aufzeichnung aller Kassenvorgänge haben.

Da die SPD es verpasst hat, diesem großartigen Beispiel für sozialdemokratische Kurzsichtigkeit einen klingenden Namen wie „Gutes-Gesetz-gegen-bösen-Steuerbetrug“ zu geben, möchte ich es einfach mal das Tolle-krebserregende-Zwangsbons-Gesetz nennen und hoffe, dass sich viele Bürger 2021 bei der Wahl noch an diesen Unsinn erinnern können.

Schlecht gealterte Grünen-Propaganda von Alfred Schmit

Es wird erzählt, der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe den Auftrag, zur Meinungsbildung etc. beizutragen, die Demokratie zu fördern, etc..

Doch seit der ÖRR im Internet nicht nur seine Videos verbreitet, sondern auch Texte veröffentlicht, und damit den traditionellen Printmedien staatlich subventionierte Konkurrenz macht, hat man eher den Eindruck, die Journalisten des ÖRR nutzen diese Plattform, um ihre eigene politische Meinung herauszuposaunen und die öffentliche Meinung nach Möglichkeit in ihrem eigenen Interesse zu beeinflussen.

Anders kann man es sich kaum erklären, dass ein Mitarbeiter der Tagesschau das Dreikönigstreffen der FDP kritisch kommentiert, und „Schwächen bei Klima und Umwelt“ konstatiert.

Alfred Schmit vom SWR schreibt im gewohnt arrogant-oberlehrerhaften Stil des ÖRR:

Nicht gut sind dagegen die Mängel in der Klima-und Umweltpolitik der Partei. Hier bleibt die FDP bei ihrem langatmigen und komplizierten Ansatz: Also weniger CO2-Ausstoß anzustreben mithilfe marktwirtschaftlicher Anreize. Das mag ja hilfreich sein, etwa durch einen funktionierenden Zertifikatehandel. Aber zusätzlich müssten schneller wirkende Maßnahmen her.
Die versprechen nur die Grünen und auch deshalb gewinnen sie Stimmen dazu – was der FDP nicht gelingt.

Peinlich, dass am gleichen Tag ebenfalls die Tagesschau veröffentlicht, dass der bereits funktionierende europäische Zertifikatehandel der Grund für die Senkung des deutschen CO²-Ausstoßes um 7% ist, weil er Kohlestrom verteuert hat.
Der laut Schmit „langatmige und komplizierte“ Ansatz der FDP hat also schon gewirkt und wird weiter wirken; die von Schmit favorisierten Grünen müssten also eine Zeitmaschine haben, um tatsächlich noch „schneller wirkende“ Maßnahmen umzusetzen. Was natürlich Unsinn ist.

Wieder ist ein Journalist des ÖRR als grüner Fanboy entlarvt, der seine Position nutzt, um FDP-Bashing zu betreiben, indem er gute und tatsächlich wirksame Konzete der FDP grundlos und wider die Faktenlage mies macht und lediglich angekündigte Ideen der Grünen als angeblich „schneller wirksam“ über den grünen Klee lobt.