Mediale Analysen des AfD-Erfolgs auf Basis der Annahme, die Medien hätten Macht über die Wähler

In den Medien sind gerade Analysen der Gründe des Erfolges der AfD in Mode.

Haben die Medien zuviel über die AfD berichtet? Oder zu wenig? Oder falsch? Und wer ist jetzt am Erfolg der AfD schuld?

Auf das Naheliegende, Triviale kommt natürlich niemand: Die AfD hatte ein politisches Angebot, und die Menschen haben es gewählt, weil die anderen politischen Angebote weniger attraktiv waren.

Manche Menschen sind der Meinung, die Integration von Menschen aus islamischen Ländern habe bisher weniger gut funktioniert bzw. zur Bildung von Parallelgesellschaften geführt, die Probleme machen und damit eine Belastung für die Gesellschaft sind.
Manche Menschen sind der Meinung, Europa hat mit Euro- und Griechenlandkrise und dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine bereits genug Probleme, und sollte sich jetzt nicht noch Millionen Flüchtlinge ins Land holen, die mittel- bis langfristig Probleme verursachen könnten, denn manche Menschen sind skeptisch, welche Expertisen über die Migranten, die kommen, jetzt richtig sind. Ob sie hochmotiviert sind, schwer traumatisiert, größtenteils ungebildet, überwiegend wertvoll für den Arbeitsmarkt? Die Berichte widersprechen sich, darum sind die Menschen misstrauisch.
Manche Menschen sind der Meinung, man könne mehr Flüchtlinge besser und kostengünstiger versorgen, wenn man sie in der Nähe ihrer Herkunftsstaaten unterbringt, zu Preisen, die weit unterhalb des mitteleuropäischen Preisniveaus liegen.

Und manche Menschen lehnen aus diesen Gründen Migration einfach komplett ab.

Aber diese Meinung mancher Menschen wurde nicht für legitim gehalten, sondern für egoistisch, menschenfeindlich und rechts.
Die Medienmacher wollten diese Meinung nicht hören und auch nicht ernsthaft diskutieren.

Nun sind die Massenmedien im Zeitalter des Internets weitgehend machtlos. Was sie nicht transportieren, transportiert das Internet.

Die etablierten Parteien wollten kein politisches Angebot für die Menschen machen, die Migration ablehnen. Die AfD hat dieses Angebot gemacht, und es wurde angenommen, obwohl die AfD mit ihren Rechtsaußen wie Höcke etc. auch viele Menschen abgeschreckt hat. Es ist ja kein Zufall, dass die FDP plötzlich über 10% kommt. Sie hat vom scheinbar harten Kurs von Christian Lindner profitiert, der versprochen hatte, Einwanderung zu regeln, und Menschen, deren Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist, auch tatsächlich wieder abzuschieben; gleichzeitig aber mit einem Einwanderungsgesetz ein Schlupfloch für alle zu schaffen, die zu Integration und Bildung bereit und fähig sind.

Es ist also eigentlich klar, warum die AfD in den Bundestag gekommen ist.
Es hat nichts mit den Medien zu tun, denn die haben gar nicht mehr die Macht, die Meinung der Menschen zu steuern. Denn es gibt viele Medien, und noch dazu dutzende Webseiten, Blogs, Gruppen in sozialen Medien.
Schuld sind vor allem die Wähler, die das politische Angebot der AfD nachgefragt haben, und zum Teil auch die Parteien, die alle in die Mitte gerückt sind und damit den Raum geschaffen haben, in dem sich die AfD etablieren konnte.
Eigentlich ganz einfach, und offensichtlich zu einfach und außerdem unbegreiflich für politische Journalisten, die wahrscheinlich noch mehrere Wochen grübeln werden, warum die AfD erfolgreich war, weil sie von der falschen Annahme ausgehen, die Medien hätten tatsächlich noch Macht über die Wähler, und müssten darum ein wichtiger Faktor gewesen sein.

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