Archiv für den Monat: August 2017

EditionF und ZEIT erklären den neuen feministischen Mythos #Manterruption (teilweise biologisch)

Es ist ein Artikel erschienen. Zuerst bei Edition F.(Link) und dann auch in der ZEIT (Link), der den neuen feministischen Mythos der „Manterruption“ zum Thema hat.

„Manterruption“, so lernen wir zunächst, sei die Bezeichnung dafür, dass Frauen ganz häufig von Männern unterbrochen würden. Dies sei, so wird suggeriert, frauenfeindlich/sexistisch motiviert etc. pp., das übliche halt.

Aber dann will die Autorin am Ende des Artikels doch noch ein paar praktische Tipps loswerden, wie „Manterruption“ entgegenzuwirken sei, und da wird es interessant.
Denn gerade die Verhaltens-Tipps, in denen es darum geht, eine Unterbrechung von vorneherein zu vermeiden, haben es in sich:

  • Konzentration: Nur, wer konzentriert bleibt, kann sein Argument noch vorbringen. Verliere deine zentrale Aussage nicht aus den Augen und halte festen Blickkontakt mit Gesprächspartnern.
  • Prägnant formulieren: Wer gut vorbereitet ist oder sich klare Aussagen überlegt, der mäandert nicht und verleitet andere dadurch weniger, einem ins Wort zu fallen. Also vorbereitet in Gespräche gehen und sich während einer Diskussion ruhig Notizen machen, um pointiert zu argumentieren, wenn man am Zug ist.
  • Auf Stimme und Körper achten: Sich vorzulehnen und mit hoher, aufgeregter Stimme zu sprechen ist kontraproduktiv. Eine entspannte Haltung und eine ruhige, tiefe Stimme wirken entspannt und glaubwürdig.

Nehmen wir mal an, diese Tipps wären effektiv und könnten „Manterruption“ wesentlich verringern. Dann müssten die Gründe für „Manterruption“ folgende sein:

  1. Mangelnde Konzentration auf das Wesentliche. Vermeiden von Blickkontakt. Also unprofessioneller Auftritt.
  2. Unstrukturiertes, scheinbar zielloses Gerede, mangelnde Fähigkeit auf andere Argumente einzugehen.
  3. Unglaubwürdig wirkende, hohe Stimme. Neigung dazu, sich Aufregung anmerken zu lassen.

Tja – wo ist jetzt eigentlich der Sexismus, wenn Männer Frauen häufiger unterbrechen? Laut Edition F. wirken weibliche Stimmen (die im Schnitt ca. 1 Oktave höher sind) im Schnitt unglaubwürdiger als männliche Stimmen, es gibt also eine biologische Erklärung dafür, dass sie häufiger unterbrochen werden(?!?).

Ich würde sagen, hier hat EditionF irgendwie ein Eigentor geschossen, denn biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern dürfte es doch laut Genderfeminismus gar nicht geben und auch die Höhe der Stimme sollte doch als „sozial konstruiert“ gelten. Hat sich hier die Autorin in das falsche feministische Lager verirrt?
Oder hat man möglicherweise vergessen, dass, falls man (aufgrund der Empirie) doch einräumen sollte, dass Frauen im Schnitt höhere Stimmen haben als Männer, man zumindest behaupten müsse, es sei sozial konstruiert, anerzogen und sexistisch, dass höhere Stimmen als weniger glaubwürdig gelten?
Ich denke, hier sollte die Autorin nochmal nacharbeiten. Mit solchen „biologistischen“ Erklärungen wird sie im feministischen Lager mittelfristig auf keinen grünen Zweig kommen.

Und abgesehen von dieser biologisch-psychoakustischen Erklärung für weibliche Unglaubwürdigkeit scheint es, wenn man von den Tipps auf die Ursachen schließt, auch noch andere Gründe für Unterbrechungen zu geben. Wie schlechte Vorbereitung, unkonzentriertes, aufgeregtes Auftreten, in Folge davon ziel- und endloses Gerede, was Unterbrechungen provoziert.

Heißt das am Ende, Frauen wären selbst schuld, wenn sie unterbrochen werden, weil sie die Zeit ihrer Kollegen und Kolleginnen durch aufgeregte, schlecht vorbereitete, längliche Redebeiträge verschwenden?!?1

Danke EditionF und ZEIT für die gut verklausulierte Aufklärung:

Offensichtlich gibt es gar keine „Manterruption“.

Es ist wieder nur so ein genderfeministisches Schlagwort für eine lediglich behauptete Ungerechtigkeit, die tatsächlich entweder gar nicht existiert oder aber auf ein in der Gruppe der Frauen gehäuft auftretendes, aber nicht ursächlich mit dem Geschlecht verknüpftes individuelles Versagen im Sozialverhalten im beruflichen Umfeld zurückzuführen ist.
(Jedenfalls, wenn man die biologisch-psychoakustischen Erklärungsansätze mit den hohen Stimmen mal als Grund ausschließt.)

  1. Ja. – Nein! – OOOH! []

The „Google manifesto“

Google has some issues with a manifest some Google employee (fired now) has written.

It opposes Google’s „diversity“ programs, which seemingly discriminate against some employees of Google because of their race, cultural background, and sex1, by favoring other employees because of their race, cultural background, or sex.

The left tries to frame the manifesto as „sexist“ and „anti-diversity“, though seemingly it only opposes increasing the count of women at all costs to reach diversity goals.
Diversity goals which are based on the (ideological) belief that the share of women in tech is so low as it is because of discrimination, not because women are either not interested in or not qualified for jobs in tech.

Though, actually, tests with a blind selection process in Austrialia, overseen by academics from Harvard, have failed to prove that there is a bias against women in hiring. In the opposite, there rather seems to be a bias against men.

GitHub also had to experience that a blind selection process may very well have the outcome that the most qualified candidates all are men.

So how do the genderistas explain that? That blind selection processes still select mostly men as most qualified candidates, and that adding sex information even increases the likeliness of a woman to be hired?

Unless this is all just coincidence (which gender feminists don’t belief, because it opposes their „discrimination against women“ premise), this may have some biological root causes. Either men being more qualified for tech jobs, or women being more qualified for jobs they prefer over tech jobs.

We must stop trying to make reality match gender/equality feminist theories; instead, feminism should make their theories fit reality.

  1. here: white men []

Künstliche Empörung und Lindner-Bashing in der Presse

Christian Lindner schlägt im Moment Gegenwind aus der gesamten Presse entgegen, weil er dafür plädiert hat, die Besetzung der Krim als „dauerhaftes Provisorium“ anzusehen. Das würde Russland ggf. ermutigen, mehr Land zu besetzen; das sei völkerrechtswidrig, schreiben Journalisten von rechts bis links.

Sie schreiben auch, Lindner habe gefordert, die Besetzung zu akzeptieren. Aber das hat er eben nicht gesagt. Zwischen Akzeptanz und Hinnehmen von Dingen, die zu ändern man nicht die Macht hat, gibt es nicht nur rhetorische Unterschiede. Entsprechend aufgesetzt-bemüht klingt für mich die lautstarke Empörung über die angebliche außenpolitische Ungeschicklichkeit von Lindner, der meiner Meinung nach möglicherweise mehr außenpolitischen Verstand hat als die Außenpolitiker der Regierung im Umgang mit der Türkei und anderen Partnern je hatten.

Denn Russland kann man nicht durch Sanktionen in die Knie zwingen, solange China und andere Staaten sich den Sanktionen nicht anschließen, und möglicherweise selbst dann nicht, siehe Nordkorea, siehe Iran.

Entsprechend dämlich und aus Sicht von Russland wahrscheinlich auch herabwürdigend ist es so zu tun, als könnten die Sanktionen der EU gegen Russland irgend etwas Entscheidendes bewirken, und Russland werde dann irgendwann einlenken müssen. Ich vermute, die Lindner-bashenden Journalisten wissen das auch.

Gegen die USA, Israel oder China werden, wenn mich nicht alles täuscht, auch eher selten Sanktionen verhängt, wenn man dort mal wieder vergessen hat, sich beim Krieg führen, besetzen oder foltern an das Völkerrecht zu halten. Entsprechend willkürlich erscheint es, jetzt gegenüber Russland eine konsequent harte Linie fahren zu wollen.
Lindner hat recht: Es muss Spielraum für Verhandlungen mit Moskau geben. Auch geringere entgegenkommende Schritte Russlands als die Rückgabe der Krim müssen vom Westen honoriert werden können, wenn das die Gesamtsituation verbessert.

Die Presse allerdings sieht ihre Aufgabe wohl vor allem darin, die FDP als echte Alternative zu CDU und SPD zu verhindern und präventiv herunterzuschreiben.
Dabei würden wir gerade jetzt neue Impulse in der Politik brauchen, und Lindern ist in der Lage, solche Impulse zu liefern.