Archiv für den Monat: Januar 2016

Das zweite Dritte Reich wird nicht kommen

In den sozialen Medien warnen gerade alle vor einem Rechtsruck. Tatsächlich ziehen jetzt schon Leute Parallelen zum dritten Reich und werden fast hysterisch, dass übermorgen die AfD-Sturmabteilung die Macht an sich reißt.

Aber: Das zweite Dritte Reich wird nicht kommen.

Klar, die Rechten freuen sich über das Umfragehoch der AfD. Aber dummerweise stimmt sicher niemand aus politischer Überzeugung für die AfD, nicht einmal die Leute aus der bürgerlichen Mitte, die in den Umfragen behaupten, AfD wählen zu wollen. Ich bin sicher, die meisten (Umfragen-)Wähler der AfD sind Protestwähler.

Welche Partei sollten denn Bürger (in Umfragen) auswählen, die keine Lust darauf haben, dass die Regierung (an Ihnen) ausprobiert, ob nach der auch in zweiter und dritter Generation schwierig verlaufenen Integration der Gastarbeiter die Integration von hunderttausenden Flüchtlingen diesmal schneller und besser gelingt.
Klar, es wird versprochen, viele gingen zurück in ihre Heimatländer, der normale Moslem sei allemal weniger streng religiös und weltanschaulich dadurch beeinträchtigt als ein Zwölf-Stämme-Evangelikaler, und nach kurzer Belehrung mit „Taschenkarte Respekt vor Frauen“ werde jeder Immigrant sofort zivilisatorisch ins 21te westeuropäische Jahrhundert katapultiert.
Nur glauben das viele Menschen nicht, und wollen bei einem Feldexperiment zur Klärung der Frage, ob sie nur blöde Vorurteile haben oder tatsächlich gerechtfertigte Bedenken, einfach nicht mitwirken1.
Und sie wollen der Regierung das signalisieren, indem sie zumindest in Umfragen für die bisher quasi einzige Partei stimmen, die die Politik der Kanzlern in dieser Sache deutlich ablehnt. Denn es gibt in der Mediendemokratie keine andere Möglichkeit, die Parteien davon zu überzeugen, ihre politischen Angebote zu modifizieren, als Ablehnung in Umfragen.

Das hat aber meiner Meinung nach mit einem richtigen Rechtsruck im Sinne von einer Veränderung der politischen Einstellungen vieler Menschen gar nichts zu tun. Die Hoffnungen der rechten Parteien, jetzt endlich eine breite gesellschaftliche Unterstützung zu erfahren, werden sich bald wieder zerschlagen, wenn nämlich etablierte Parteien, außer der CSU, sich als politische Alternative für diejenigen anbieten, die eine Beschränkung der Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Deutschland auf ein garantiert zu bewältigendes Maß einer Annäherung an praktische Belastungsgrenzen vorziehen würden.

Aber auch die Linken fühlen sich in der aktuellen Situation seltsamerweise bestärkt. Endlich ist diese rechte Gefahr da, vor der man immer gewarnt hat. Blöd nur, dass es irgendwie kaum jemand ernst nimmt, weil sich diese Warnungen schon abgenutzt haben, und weil, außer an den linken und rechten Rändern des politischen Spektrums natürlich, die daran glauben wollen, weil er so gut in ihre Erzählung passt, niemand wirklich an diesen Rechtsruck glaubt.
Die Antifa darf sich endlich im heroischen Kampf gegen Nazi-Horden wähnen und sich über die damit einhergehende empfundene Bedeutungsaufwertung als Speerspitze im Kampf gegen den Faschismus klammheimlich freuen; dabei bewiese der vermeintliche Rechtsruck mit einer Verdreifachung der rechtsradikalen Wählerschaft in kürzester Zeit doch eigentlich, dass die Antifa völlig ineffektiv ist in der Prävention einer braunen Gefahr, worüber man sich in diesem Lager eigentlich mal selbstkritische Gedanken machen sollte.

Wie auch immer. Ich bin sehr sicher, es wird sich zeigen, dass die Radikalisierung der Gesellschaft und der Rechtsruck, der in der veröffentlichten Meinung vorgeblich befürchtet, aber eigentlich eher herbeigeschrieben wird, nicht existieren. In ein paar Jahren wird man sich nicht mehr vorstellen können, was am Anfang des Jahres 2016 los war. In diesem Sinne: Keep calm and carry on.

  1. diese Egoisten! []

Öffentlich-rechtlicher Talk: Bunt, laut, regierungsnah?

Ich habe in den letzten Tagen „Anne Will“ und „Hart aber fair“ und „Maischberger“ im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesehen.

Zu Anne Will: Eine politische Diskussionssendung ist keine Reportage, und man erwartet dort auch keinen Enthüllungsjournalismus, sondern eine politische Diskussion.
Bei Anne Will hatte man aber einen dummen Facebook-Post der AfD-Politikerin von Storch ausgegraben, der in der Mitte der Sendung präsentiert wurde, offensichtlich, um von Storch verwirrt und paranoid aussehen zu lassen. Das wäre auch absolut okay gewesen, hätte man auch die Social-Media-Vergangenheit der anderen Debattenteilnehmer entsprechend kritisch betrachtet, oder z.B. den CDU-Mann auch mal mit den unterirdischen Tweets seiner Parteikollegin Erika Steinbach konfrontiert. Hat man aber nicht, und so blieb ein schaaler Beigeschmack der Parteilichkeit der ARD im Raum.

Bei „Hart aber fair“ hatte man sicherheitshalber gleich nur Vertreter der großen Koalition plus Christian Lindner von der FDP und Spiegel-Frau Melanie Amann als mehr oder weniger diversifizierende Elemente eingeladen. So waren Probleme mit Rändern des Parteienspektrums gleich ausgeschlossen.
Statt dumme Social-Media-Posts herauszusuchen, gab es hier als Provokation zur Mitte der Sendung ein Bild von Flüchtlingen an einem Grenzzaun in Ungarn, und Moderator Plasberg versuchte die Runde mit diesem Bild emotional zu erpressen. Man solle doch bitte zugeben, dass eine effektive Grenzsicherung inhuman sei, weil man dann ja mit Gewalt und Zäunen Menschen hindern müsste, nach Europa zu kommen.
Natürlich muss auch Plasberg klar gewesen sein, dass man Grenzen immer mit Absperrungen und nötigenfalls Gewalt sichern muss, so wie Menschen ihre Haustür absperren und natürlich auch das Recht haben, ein Eindringen Unbefugter mit Gewalt zu verhindern. Und natürlich muss man die EU-Außengrenzen nicht nur wegen Flüchtlingen, sondern auch wegen des sonst möglichen Schmuggels von Waffen, Drogen, Tieren und verbotenen Produkten sichern. Man stelle sich nur vor, Kinderspielzeug mit PCB oder BPA käme unkontrolliert ins Land…
Zum Glück konnte zumindest Christian Lindner diese alberne Provokation von Plasberg kontern.

Bilder lügen nicht, heißt es, aber Bilder sagen auch nicht die ganze Wahrheit. Das Bild mit Flüchtlingen am Zaun sagt zum Beispiel nicht, dass das wahrscheinlich Menschen sind, die viel Geld zahlen konnten um Schlepper zu zahlen. Das Bild sagt nicht, dass diese Menschen auch in einem Flüchtlingslager in der Türkei hätten bleiben können, oder nach Jordanien hätten gehen können. Das Bild zeigt nicht, ob es dort wirklich Gedränge gab, oder ob es ein Bildreporter gestellt hat. Und auf diesem Bild sind vor allem auch nicht die mehr als eine Milliarde Menschen, denen es auf der Welt noch viel schlechter geht. Wieviele Menschen in Zentralafrika könnte man mit dem Geld vor Tod und Krankheit retten, dass die Unterbringung eines Flüchtlings in Deutschland kostet? Zehn, oder hundert? Und warum tut man das dann nicht?
Es führt nur in moralische Dilemmata, emotional-manipulative Bilder in einer politischen Debatte für seine Zwecke einzusetzen, und daher ist es unredlich, dass die Redaktion dieses Bild vorbereitet hat, um auf diese billige Weise für Aufregung in der Sendung zu sorgen.
Unredlich ist auch der Versuch, Politiker in die Unmenschen-die-Mauern-Bauen-Ecke zu stellen, die Angela Merkels Politik der offenen Grenzen nicht für richtig halten. Um weiter zu provozieren fragte Plasberg auch, ob man vielleicht Hunde an der Grenze einsetzen sollte, als ob die EU einen Todesstreifen wie die DDR plane.

Diese alberne Polemik, von wegen „Schießbefehl an der EU-Außengrenze“, habe ich jetzt allerdings schon zu oft gehört, darum möchte ich hier Folgendes klarstellen: Die DDR hatte den Todesstreifen, weil sie unbedingt auf den letzten Metern verhindern wollte, dass jemand ihr Land verlässt und sich damit dem Zugriff ihrer Grenztruppen entzieht. Wer hingegen die Grenze der EU in Richtung EU überschreitet, begibt sich damit erst in den Einflussbereich der EU. Es besteht also kein Grund für hektische gewalttätige und sofort wirksame Maßnahmen.
Der „EU-Grenzverletzer“ flieht ja nicht vor der EU, sondern versucht vielmehr, auf dem Gebiet der EU zu bleiben.
Die EU-Grenztruppen haben also alle Zeit der Welt, können den Grenzverletzter ganz in Ruhe kommen lassen, verfolgen, verhaften, und ausweisen. Darum sind sämtliche Versuche, krude Vergleiche zwischen dem Grenzregime einer Diktatur und der Grenzsicherung der EU zu ziehen, um die EU-Grenzsicherung in ein schlechtes Licht zu rücken, sehr daneben.

Bei „Maischberger“ war wieder ähnlich wie „Anne Will“. Das Bemühen, Frauke Petry und den Mann von der SVP durch recherchierte Inhalte (bloß) zu stellen war sicher gut gemeint, wirkte aber bemüht und wird wieder als Beleg dafür herangezogen werden, dass die öffentlich-rechtlichen Medien agieren, als seien sie Schild und Schwert der Regierung, quasi wie in anderen, lupenrein demokratischen Staaten.

Das ist schade, und ich wünsche mir, dass es in Zukunft vielleicht auch mal zur Prime-Time Diskussions-Sendungen geben würde wie den „Presseclub“ von Phoenix, wo Menschen diskutieren, die nicht aktiv in die Politik verstrickt sind und daher freier reden können, und wo keine Redaktion nach der Hälfte irgendwelche Dinge einspielen lässt, um jegliche möglicherweise entstandene Sachdiskussion durch irgendwelche provokanten Inhalte wieder zu zerstören.

Und warum nicht einmal eine Talk-Sendung machen, wo so lange geredet wird, bis niemandem mehr etwas einfällt, quasi wie „Wetten, dass“ oder „Schlag den Raab“? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk schwimmt im Geld, aber statt innovative, informative Sendungen zu machen, versucht er schlechtes Privatfernsehen zu imitieren oder die TV-Version des „Focus“ zu sein. Bunt, laut, kurz und sinnlos.

„Der heiße Stuhl“ bei RTL-Plus vor 20 Jahren war besser, informativer und interessanter als der auf Quote getrimmte Müll, den ARD und ZDF heute als moderne Talk-Sendung bezeichnen. „Das Duell“ auf n-tv und der Presseclub auf Phoenix sind meiner Meinung nach die einzigen Sendungen, die man sich ohne geistige Schäden in der Sparte Politik-Fernsehen ansehen kann.
Wirklich schade, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk den Presseclub wohl für zu intellektuell hält, um ihn dem Pöbel zuzumuten.

Und es ist alles zusammen sehr traurig. Wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk wirklich Vertrauen und Boden zurückgewinnen und weiterhin behaupten will, als Grundversorgung mit neutraler Berichterstattung unverzichtbar zu sein, dann sollte er die bestehenden Talk-Formate schnellstens kippen und neue einführen, die weniger auf Krawall gebürstet sind und tatsächlich eine sachliche Auseinandersetzung mit politischen Positionen ermöglichen.

Kann der Gender-Feminismus sein Ziel erreichen?

Das Ziel des Gender-Feminismus ist es, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die als „konstruiert“ bzw. gesellschaftlich aufgezwungen gedacht werden, zu nivellieren.

Doch ist das Ziel, alle Geschlechtsunterschiede aufzuheben, überhaupt erreichbar?

Der Genderfeminismus hat das Dogma, alle Ungleichverteilungen zwischen Männern und Frauen seien Beleg für die Ungleichberechtigung und Ungleichbehandlung.

Hier stellt sich die Frage, wie man erkennen will, wann endlich die Gleichberechtigung erreicht ist, da es statistisch gesehen immer zufällige Ungleichverteilungen geben wird.

Es sind drei Gründe für Ungleichverteilungen denkbar:

  1. systematische Diskriminierung, wie vom Genderfeminismus behauptet.1
  2. auf geschlechtsspezifischen Präferenzunterschieden basierende, geschlechtsspezifische unterschiedlich ausfallende bewusste Entscheidungen.2
  3. zufällige Ungleichverteilungen, also statistisches Rauschen.

Ich habe den deutlichen Eindruck, der Genderfeminismus hat gar keine Mittel, diese drei verschiedenen möglichen Ursachen für Ungleichverteilungen zu unterscheiden. Und damit auch kein Mittel, überhaupt zu erkennen, wann er sein Ziel erreicht hat.

Somit ist er verurteilt, endlos weiterzukämpfen, und schließlich als groteske Veranstaltung zu enden, die jegliche gesellschaftliche Unterstützung verliert.

Ich denke sogar, er ist bereits in diese Phase eingetreten.

  1. Allerdings nur bei Frauen. Männer, die miese Jobs haben, sind kein Gegenargument für den Genderfeminismus. []
  2. Der Genderfeminismus leugnet, dass es Präferenzunterschiede geben könne []

Mit geschlossenen Grenzen zur europäischen Lösung

Es wird oft gesagt, in Europa nationale Grenzen wieder zu kontrollieren sei teuer und gefährde die EU.

Ich glaube auch, dass das stimmt. Aber wenn das so ist, dann würde eine Schließung der deutschen Grenzen nicht nur Deutschland vom Flüchtlingsstrom entlasten, sondern ganz Europa wirtschaftlich empfindlich treffen. Es führt in Europa kein günstiger Transportweg an Deutschland vorbei.

Wenn Deutschland seine Grenzen schließt, dann leiden alle. Und dann wird auch die Bereitschaft steigen, Deutschland zu helfen, seine Grenzen wieder öffnen zu können.

So könnte die gesamteuropäische Lösung doch noch kommen. Es wundert mich, dass das noch nicht versucht wurde.

Verharmlosung a la Anke Domscheit-Berg

Anke Domscheit-Berg, Person des öffentlichen Lebens, laut Wikipedia IT-Strategieberaterin, Gründungsmitglied der Initiative „Frauen in die Aufsichtsräte“, Autorin von taz und Zeit, Preisträgerin des Berliner Frauenpreises etc., hat in der Phoenix Runde vom 20.1.2016, 22.15, einen schönen Beleg dafür geliefert, was für großen Quatsch man im deutschen Fernsehen unwidersprochen erzählen kann, solange es nur beschönigend-korrekter Quatsch ist.

Ich zitiere Minute 17:14: „Und wir wissen, dass 99% der Straftaten, um das, [aller,] auch noch auszuführen, [äh,] werden in Deutschland von Deutschen begangen.“

Anscheinend weiß Anke Domscheit-Berg gar nicht, dass ca. 10% der Menschen in Deutschland Ausländer sind, und dass damit zumindest ein Anteil von ausländischen Straftätern von 10% zu erwarten wäre. Oder Sie tut absichtlich so, als wäre der Ausländeranteil in Deutschland minimal.

Tatsächlich beträgt der Anteil der deutschen Verurteilten an allen Straftätern in Deutschland nur ca. 76%. Anke Domscheit-Berg liegt also bezüglich der Ausländerkriminalität um Faktor 24 daneben.

Frau Domscheit-Berg reiht sich also in die Reihe derjenigen ein, die verschleiern wollen, dass Ausländer in Deutschland tatsächlich signifikant stärker zur Kriminalstatistik beitragen als Deutsche (mit und ohne Migrationshintergrund). Das passt vom Faktor her auch zu diesem „Oktoberfest!“-Derailing bzw. der „antirassistischen“ Erzählung, in Deutschland würde ja täglich ungefähr genau so heftig belästigt und vergewaltigt wie Silvester auf der Domplatte in Köln.

Allerdings bewerkstelligt Domscheit-Berg diese Verschleierung durch Nennung der grotesken Zahl von 99% so schlecht, dass es eigentlich jedem auffallen muss. Nur in der Phoenix-Runde ist niemand darauf eingegangen.

Möglicherweise ist Ausländerkriminalität doch ein Tabu, über das man nicht oder nur so verharmlosend wie Anke Domscheit-Berg sprechen sollte, wenn man nochmal in die Phoenix-Runde eingeladen werden will?

Wie die Medien die Aufarbeitung ihrer tendenziösen Berichterstattung verweigern

Gestern wurde bei „Hart aber fair“ mal wieder diskutiert, ob es in Deutschland Sprechverbote, tendenziöse Berichterstattung und Tabus gebe.

Interessanterweise wurde dabei mit dem Beispiel des Buches von Thilo Sarrazin argumentiert; dass dieser habe in Talkshows auftreten dürfen beweise, dass es in Deutschland keine Tabus gebe.

Wenn man sich aber mal ansieht, wie sehr gegen Herrn Sarrazin „ad hominem“ argumentiert worden ist, wie der Großteil der veröffentlichten Meinung den Shitstorm gegen Sarrazin mit angeheizt hat, wie leise es aus der Ecke der „Anti-Hate-Speech-AktivistInnen“ blieb, solange nur der Richtige sein Fett weg bekam, dann denke ich, dass das Beispiel Sarrazin zeigt, dass es natürlich Tabus gab und gibt, und die heftige Reaktion auf Sarrazin inklusive der verschiedenen Versuche, ihn in die ganz rechte Ecke zu stellen, das beweist.

Man sieht ja jetzt in der Krise, welche Tabus, die es nie gegeben haben soll, alle fallen:

  1. Das Tabu, die nicht-deutsche Staatsangehörigkeit von Kriminellen zu nennen
  2. Das Tabu, die Ausweisung krimineller Ausländer zu fordern
  3. Das Tabu, die — sagen wir mal — „auffälligen Korrelationen“ zwischen Islam und Sexismus zu benennen
  4. Das Tabu, eine Leitkultur zu fordern bzw. das Tabu, die Werte der Aufklärung (Menschenrechte, Gleichberechtigung, Demokratie) als überlegen zu benennen

Plötzlich sind Dinge, die vorher mindestens „rechtspopulistisch“ gewesen sein sollen, als richtig und wahr im politischen Mainstream angekommen.
Was nichts anderes bedeutet, als dass man (Politik, Medien) vorher aus politischen Gründen Fakten und Forderungen, die die ganze Zeit über richtig waren, als „rechts“ diffamiert hat, um seine eigene, anscheinend falsche politische Agenda durchzusetzen.

Und dennoch arbeiten die Medien weiter daran, sich selbst von jedem Vorwurf der politischen Färbung und Einflussnahme freizusprechen. Solange diese Verleugnung der eigenen Rolle in den letzten Jahren und Jahrzehnten anhält, wird weiter, und leider zu Recht, von der „Lügenpresse“ geredet werden.

Was genau soll ein Einwanderungsgesetz bringen?

Deutschland hat im Moment ein gewisses Problem mit der Vielzahl der Menschen, die wegen des Totalausfalls der Sicherung der europäischen Außengrenzen nach Deutschland kommen.

Jetzt wird allenthalben ein Einwanderungsgesetz gefordert. Aber:

Was genau würde das jetzt (überhaupt)(noch) bringen?

Auf Flüchtlinge bzw. Asylberechtigte hätte ein Einwanderungsgesetz sowieso keinen Einfluss.
Und gegen den Ansturm von Illegalen, die niemand aufhält, obwohl sie keine Chance auf Asyl oder Einwanderung haben, würde das Gesetz auch nicht helfen.

Es könnte natürlich sein, dass Menschen, die nach Europa wollen, einen Einwanderungsantrag stellen würden, statt Asyl zu beantragen oder sich einschleusen zu lassen.

Aber wer von denen würde denn, wenn dieser Antrag abgelehnt wird, nicht dennoch kommen? Wo doch kaum jemals jemand wirklich abgeschoben wird, wo die Polizei so überlastet ist, dass sie weder gegen Diebesbanden noch gegen untergetauchte Nazis effektiv vorgehen kann? Wo die Grenzen anscheinend weit offen sind und sich notfalls auch immer ein Schleuser findet?

Hier stellt sich mir die Frage: Würde ein Einwanderungsgesetz in der aktuellen Situation wirklich etwas bringen? Oder ist das nur eine weitere Nebelkerze, die geworfen wird, ein Scheinargument, um sich gegenseitig im Wahlkampf Vorwürfe zu machen?

Equal Pay Day ist am 26.1.! #equalpayday

Auch dieses Jahr werden Feministinnen am 19. März wieder den „Equal Pay Day“ zelebrieren, und wie jedes Jahr die Fehlinformation verbreiten, Frauen würden mit über 20% geringeren Löhnen diskriminiert.

Tatsächlich aber besteht bei gleicher Qualifikation, gleicher Arbeitszeit, gleicher Berufserfahrung, gleicher Größe der Firma etc. nur ein Lohnunterschied von 7%.1 Das bedeutet aber nicht, dass dieser Unterschied aus Geschlechterdiskriminierung resultiert. Dieser Unterschied ist nur bisher nicht durch andere Faktoren erklärbar. Die These der Diskriminierung von Frauen ist nur eine Theorie zur Erklärung dieses Unterschiedes.

Um dem feministischen „Lügen mit Statistik“ dieses Jahr etwas den Wind aus den Segeln zu nehmen, möchte ich alle Leser dazu auffordern, am 26.1. einen Bericht zum „Equal Pay Day“ zu bringen, und darüber zu twittern etc.. Denn 7% von 365 Tagen sind nicht ganz 26 Tage, also ist der „bereinigte Gender Pay Gap Equal Pay Day“ am 26.1., nicht am 19.3..

Die dümmliche radikalfeministische Volksverblödung mit dem sogenannten „Equal Pay Day“ darf dieses Jahr nicht unwidersprochen bleiben.

  1. Was das statistische Bundesamt zwar feststellt, aber nur ganz unten und am Rande seines Berichtes darüber anmerkt, weit unter der der fetten Zwischenüberschrift „Frauen verdienen 22% weniger“ []

Deutsche mit Migrationshintergrund vs. #ausnahmslos-Netzfeministinnen

Ist es nur mir aufgefallen?

Nach den Übergriffen von Köln haben links-„progressive“ Feministinnen und ihre sogenannten „Allies“1 folgendes gemacht:

  1. Gewalt relativiert: Aus teils massiven Übergriffen werden z.B. „Grapschereien“
  2. Geleugnet, dass bestimmte Asylbewerbergruppen besonders problematisch sind, obwohl ganz offensichtlich bestimmte Herkunftsländer die Hauptzahl von Tätern stellen.
  3. Derailing betrieben2, und zum Beispiel behauptet, Deutschland sei seit jeher ein unerträglich sexistischer Ort3.

Deutsche mit Migrationshintergrund hingegen haben Artikel geschrieben,

  1. in denen sie vor dem archaischen Frauenbild (großer Teile) des Islam warnen.
  2. in denen sie auffordern, die Schuld auch mal bei den Müttern in islamischen Ländern zu suchen.
  3. in denen sie sogar fordern, Asylbewerber abzuschieben, die Straftaten überführt wurden.

Was auffällt, ist, dass Menschen, die andere Zustände erlebt haben, als sie in Deutschland herrschen, die Werte der Aufklärung, die Menschenrechte, die Demokratie und den Rechtsstaat anscheinend mehr zu schätzen wissen als die links-„progressiven“ Frauen und Mädchen, die sich unter dem Banner von #ausnahmslos versammelt haben.

Es scheint auf Seiten der (netz-feministischen) Linken eine Art Deutschland- bzw. Selbsthass zu geben. Irgendwas muss dieses Links-Progressiv-Sein mit den Menschen machen, dass der Gedanke, dass Deutschland4 anderen Ländern doch in mancher Hinsicht zivilisatorisch voraus ist — natürlich auch wegen des Einflusses linker Politiker früherer Zeiten — so un-er-träglich ist für junge deutsche Linke, dass Abwehrmechanismen in Gang gesetzt werden müssen, um zu zerreden und zu verleugnen, wie weit Deutschland auf dem Weg in eine möglichst soziale, gerechte Welt schon gekommen ist, wie weit Deutschland in mancher Hinsicht vielen anderen Ländern voraus ist.

Frauenwahlrecht erst seit 100 Jahren, Berufswahlrecht für Frauen nur seit ein paar Jahrzehnten5, Straftatbestand „Vergewaltigung in der Ehe“ lediglich seit läppischen 18 Jahren… das seien keine so tollen Errungenschaften, kein so großer Vorsprung gegenüber anderen Ländern, kein Grund dafür zu glauben, Deutschland sei wirklich weniger sexistisch als andere Länder, behauptet jedenfalls das Blog zoebeck in völliger Verkennung der Tatsache, wie lang und schwer der Weg zu unserer heutigen Gesellschaftsform war, wieviele Opfer es in der Vergangenheit gekostet hat, heute scheinbar selbstverständliche Dinge zu etablieren, die für die Netzfeministinnen dann auch noch viel zu wenig sind.

Ich will aber nicht auf Bösartigkeit schieben, was auch durch mangelnde Informiertheit erklärt werden kann, darum möchte ich einen ganz kurzen Abriss der Geschichte der letzten ca. 400 Jahre geben und alles erwähnen, was Netz-Feministinnen da möglicherweise nicht ganz mitbekommen haben.

Die Reformation, die wir mit dem 30-jährigen Krieg bezahlt haben, hat uns unter anderem eingebracht, dass im Christentum, im Gegensatz zum Islam, Religionskritik praktisch möglich ist, und das wir seither keine Religionskriege mehr hatten.

Um die Zeit der Reformation herum (zwischen 1592 und 1649) wurde auch die allgemeine Schulpflicht in Deutschland — für Jungen und Mädchen — in den meisten Königreichen und Fürstentümern etc. eingeführt6. Das ist eine Errungenschaft, auf die man stolz sein könnte, wenn sie nicht der eigenen Erzählung7 widerspräche.

Die Aufklärung hat uns die Säkularisierung, die Trennung von Kirche und Staat, letzten Endes die Demokratie und das Prinzip der Trennung von Legislative, Exekutive und Judikative gebracht. Und Frauenrechte. Auf der Welt sind diese Dinge noch immer nicht selbstverständlich. Auch auf diese Errungenschaften kann man stolz sein.

Frauen dürfen in Deutschland seit 1918 wählen. Netz-Feministinnen werden allerdings nicht müde, zu betonen, dass Männer ja schon immer wählen durften. Das ist nur leider gar nicht wahr, denn vor 1918 hatten auch Männer kein, oder, in manchen Gebieten, und auch da meist erst ab ca. 1871, nur ein eingeschränktes Wahlrecht.

Dass Frauen heute tatsächlich die gleichen Rechte haben wie Männer wird von Netzfeministinnen gleich komplett geleugnet, und dafür, dass Vergewaltigung in der Ehe in Deutschland seit 1997 ein Straftatbestand ist, was vorherige Generationen von Feministinnen hart erkämpft haben, haben die Linksfeministinnen auch nur ein „das hat zu lange gedauert!“ übrig.

Deutsche Netzfeministinnen haben anscheinend furchtbare Angst, den hohen zivilisatorischen Standard Deutschlands anzuerkennen könne nationalistisch oder rassistisch sein oder scheinen. Darum müssen sie alles, was Deutschland anderen Ländern voraus hat, ignorieren oder kleinreden. Sie können unsere Art zu Leben nicht verteidigen, weil das voraussetzen würde, bekennen zu müssen, dass unsere Art zu leben besonders, besonders gut, und darum verteidigenswert ist; und das verbietet ihnen ihre verquaste intersektionale Blödsinnsideologie mit ihrem Selbsthass.
Deutsche mit Migrationshintergrund haben solche Probleme und Defekte nicht. Das macht sie zu den besten Verteidigerinnen der Rechte, Errungenschaften und Werte, für die Menschen in Deutschland Jahrhunderte lang gekämpft haben.
Errungenschaften, die Netzfeministinnen kleinreden, als wären alle zivilisatorischen Fortschritte in Deutschland nicht der Rede Wert und ganz einfach nachzuholen. Gerade sie, die sich auf ihren links-progressiven Kongressen, Camps und Treffs in aller Regel auf rein gar nichts einigen können, tun so, als wären z.B. der Religionsfriede in Deutschland, die Säkularisierung etc. keine große Sache.

Ich freue mich, dass wir diese Frauen mit Migrationshintergrund haben, die sich dem Wahnsinn des Netzfeminismus entgegenstellen, der behauptet, Frauenrechte verteidigen zu wollen, aber dazu ganz offensichtlich überhaupt nicht in der Lage ist.

  1. Verkürzt: Leute, die unkritisch alles nachplappern, was links-progressive Feministinnen unter sich lassen. []
  2. also vom eigentlichen Problem abgelenkt []
  3. Obwohl Deutschland auch in Europa zu den am wenigsten gewalttätigen Ländern gehört, und viele Frauen noch gar keine Gewalt erfahren haben wollen. []
  4. trotz mancher dunklen Flecken in der jüngeren Geschichte []
  5. heute: 38 Jahre []
  6. was die meisten Netzfeministinnen wiederum nicht zu wissen scheinen, wenn sie davon faseln, Frauen seien jahrhundertelang von Bildung ausgeschlossen worden. []
  7. Deutschland: Doof; Frauen: Immer unterdrückt, wurden extra dumm gehalten! []

#ausnahmslos – schon gescheitert?

Die Aktion #ausnahmslos scheint gescheitert, noch bevor sie richtig losgegangen ist.

In diesem Blog wurde ja bereits kritisiert, dass das Ziel der Aktion ohne Zweifel absolut richtig ist, man aber den Akteuren, die in der Vergangenheit zumindest in Teile aktiv dabei mitgewirkt haben, Gewalt von — wie man dort so schön sagt — „nicht weiß/deutsch gelesenen“ Personen, zu verschweigen und die Opfer dieser Gewalt zum Schweigen zu bringen, nicht erlauben darf, sich als Lösung eines Problems anzubieten, von dem sie ein Teil sind.

Aber #ausnahmslos bekommt auch schlechte Presse von Seiten anderer („Nicht-gut-genug“-) Feministinnen.

Bei der Mädchenmannschaft zum Beispiel betreibt eine gewisse Nadia den Versuch, den #ausnahmslos-Vorstoß mit dutzenden von Nachfragen bezüglich dessen in Bezug auf alle möglichen und unmöglichen feministischen Theorien korrekter Positionierung madig zu machen. Ob das ihre Absicht ist, sei dahingestellt, aber Unterstützung sieht anders aus.

Auch die „Störenfriedas“ sind nicht zufrieden mit #ausnahmslos, und fordern, weil sie das anscheinend für ein weitergehendes Ziel halten, „Frieden, Freiheit und das Recht auf körperliche und mentale Unversehrtheit für alle Frauen“.

Ich bin nicht sicher, ob sie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die Europäische Menschenrechtscharta, das Grundgesetz und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gelesen haben, und möglicherweise einfach nur ein Vollzugsdefizit bei der Sicherstellung von Rechten kritisieren wollten, die wir alle bereits haben — zumindest theoretisch.
Möglicherweise lehnt man diese Rechte bei den Störenfriedas aber auch ab kategorisch ab, denn wo die körperliche und mentale Unversehrtheit (nur) für Frauen gefordert wird, braucht man möglicherweise irgendwann irgendwelche Leute, die keine Frauen sind, die dann alle blöden Sachen tun müssen, die körperlich oder mental verletzend sein könnten — aber das ist nur so eine Idee.

Auch befindet die bekannte Feministin mit dem Twitter-Handle „@Lasersushi“ auf Twitter, dass es schon falsch sei, dass der Text von #ausnahmslos mit einem Bezug auf Köln beginnt. Anscheinend ist schon ein Aktualitätsbezug aus Sicht des richtigen[tm] Feminismus grundfalsch.

Applaus gibt es also nicht mal aus dem vermeintlich eigenen Lager.

Und auch nicht alle online relevanten Medien zeigen durchgehend Begeisterung:

Die FAZ beispielsweise bringt erstaunlich einsichtsvolle kritische Beiträge zum Thema, die zeigen, dass es tatsächlich noch Journalisten gibt, die sich auch mit einer guten Sache nicht gemein machen und auch mal recherchieren.

In der Welt darf die Sinti Güner Balci vor zuviel Integrationseuphorie warnen; Katja Suding bzw. mittelbar die FDP reiten in der gleichen Zeitung eine liberale Attacke gegen den intersektionalen Feminismus.

In einem Blog bei „perlentaucher.de“ wird zu #ausnahmslos gar festgestellt, dass die Aktion, die eine „bizarr und bürokratisch anmutenden Gender-Terminologie“ verwendt, Denkverbote etablieren und dadurch und durch Lenkung der Debatte dafür sorgen zu wollen, dass man das Offensichtliche nicht mehr benennen kann.

Und auch abseits der Flüchtlingsdebatte hat der radikale, intersektionale Feminismus, der sich auch an den Universitäten verbreitet hat, mit erstarkender Gegenwehr gegen seine Methoden der lautstarken Beschimpfung, Einschüchterung und Diffamierung aller seiner Gegner zu kämpfen.

Vielleicht ist der „Launch“ von #ausnahmslos — mit kräftiger Mithilfe grüner Netzwerke im öffentlichen Rundfunk und bei relevanten Online-Medien — auch deshalb etwas lau gestartet, weil Terroranschläge und Flüchtlingskrise, Eurokrise, Bankenkrise, Syrien-Krise und meinetwegen auch noch Nordkorea-Krise dann doch vielen Menschen wichtiger erscheinen als ein Abklatsch von #aufschrei, sogar wenn sich eine SPD-Ministerin vor den bizarr-feministischen Karren spannen lässt. Ob die wohl weiß, mit was für Leuten sie da auf einem Aufruf steht?

Oder, und ich halte das für gut möglich, die Menschen trauen am Ende netzfeministisch geprägter Politik im Moment keine Lösung zu.
Zum Beispiel Grünen vom Schlage einer Irene Mihalic, die am 12.1. in der Phoenix-Runde anscheinend ernst gemeint den Vorschlag brachte, man solle mit Integrationskursen (Grün-Sprech für „Umerziehungsmaßnahmen“ ?!?) auch die besonders problematischen Asylbewerber1 einfach mal „schnellintegrieren“.

Nun ist im linksprogressiven Lager der Glaube an die Formbarkeit des Menschen durch Erziehung sehr hoch, aber dass man Jahre oder jahrzehntelang mit einem nicht wirklich Grünen-kompatiblen Weltbild indoktrinierte Menschen mit einfachen Kursen zu Musterbürgern umformen könnte, wo doch laut Netz-Feminismus auch die deutsche Gesellschaft noch viel zu patriarchal und unterdrückend ist, wird wohl nicht einmal die Mehrheit der Grünen-Wähler Frau Mihalic glauben. Und ob die Frauen in Deutschland warten bzw. sich betatschen lassen wollen, bis sämtliche „falsch sozialisierten“ Problemfälle zu genderfeministischen „Allies“ umkonditioniert sind, anstatt zumindest die illegal eingereisten bzw. nicht Asyl-berechtigten darunter abzuschieben, ist für mich eine Frage, deren Antwort von Seite der Frauen Frau Mihalic wahrscheinlich nicht gefallen würde.

Wie auch immer, es ist nach Jahren der Berieselung der Gesellschaft mit genderfeministischer Ideologie beruhigend zu sehen, dass sich dieser Quatsch weiterhin nicht wirklich durchgesetzt hat, und dass sich die Öffentlichkeit nicht so einfach dazu bringen lässt, den genderfeministischen TaschenspielerInnen um Frau Wizorek das zu geben, wonach sie so gieren: Aufmerksamkeit, Pöstchen, Auftritte und Möglichkeiten, ihre verrückte Ideologie zu pushen.

  1. die meisten Syrer, Iraker sind ja anscheinend, verglichen mit anderen Gruppen, gut integrierbar []