Die ZEIT macht Werbung für einen grünen Gender-Kongress

Heute beginnt eine feministische Konferenz der Grünen-nahen Heinrich-Böll Stiftung, die für ihre zumindest latente Männerfeindlichkeit bekannt ist, mit dem Titel „Dare the impossible – Das 21te Jahrhundert feministisch gestalten“.

Und in der ZEIT erscheint einen Tag zuvor ein Interview mit dem Titel „Plötzlich wird überall das Patriarchat entdeckt“ mit einer der „Speakerinnen“.

Das wäre nicht weiter interessant, würde der Beitrag nicht die These aus meinem Blogpost Die Feministinnen, die Flüchtlinge, die kognitive Dissonanz bestätigen, dass der organisierte deutsche Feminismus sich gerade sehr schwer tut, sich in der Flüchtlingskrise „richtig“ zu positionieren.

Aber es gibt noch einen weiteren interessanten Aspekt, und das ist das feministische, wahrscheinlich mehr als nur latent männerfeindliche Netzwerk, das sich hier zeigt.

Die Interviewerin Frau Frida Thurm ist eine Genderfeministin, die so extrem in das Thema Gender vernarrt ist, dass sie sich sogar schon einmal eine Woche als Mann verkleidet hat, um die vermeintliche Konstruiertheit von Geschlecht selbst im Rollenspiel zu erfahren.
Ihre gesunde und ausgewogene Einstellung zur Geschlechterthematik hat sie dabei im Titel des Spiegel-Artikels festgehalten, den sie darüber geschrieben hat. „Für eine Woche Mann – im Körper des Feindes„. Männer sind Feinde. Damit ist wohl alles gesagt.

Die Interviewte Frau Sabine Hark ist Professorin für Gender-Studies an der TU Berlin, und damit schon von Amts wegen verpflichtet, ihre Pseudowissenschaft zu verteidigen, die jetzt zum Beispiel herausgefunden haben will, dass auf Jungen- und Mädchen-T-Shirts Geschlechterstereotypen reproduziert werden — Nein! Doch! Ohhh! (…)

Wir haben hier also die Konstellation, dass eine männerfeindliche Feministin eine Gender-Professorin zur Konferenz einer latent männerfeindlichen grünen Stiftung interviewt, zum Thema… Gender!
Wahrlich eine Sternstunde des kritischen und unabhängigen Qualitäts-Journalismus. Sich nicht mit einer Sache gemein machen, auch und gerade die Dinge hinterfragen, die man gerne glauben will — das kann man anscheinend bei der ZEIT unserer Tage nicht erwarten.

Bestimmt ist die ZEIT im Gegenteil sehr stolz darauf zu sehen, wie eine als Henry-Nannen-Absolventin eigentlich für Höheres qualifizierte Journalistin wie Frau Thurm die ZEIT als Vehikel für ein Gefälligkeits-Werbe-Interview mit einer feministischen Mitstreiterin nutzt, die sie möglicherweise von Pro Quote kennt.

Für Frau Professor Hark ist es auch super, denn so kann sie überregional Aufmerksamkeit generieren und vor allem neue Opfer-feministische Behauptungen darüber in die Welt setzen, wie schlimm Frauen überall auf der Welt unterdrückt und benachteiligt würden.
Gleich am Anfang des Interviews behauptet sie, dass auf der Welt überproportional viele Frauen keinen ausreichenden Zugang zu Nahrung, Bildung und Gesundheitsversorgung hätten und außerdem Gewalt ausgesetzt seien.

Bei auch nur etwas Nachdenken kommt man aber darauf, dass das alles zusammen nicht wirklich stimmen kann, denn wenn Männer einen so viel besseren Zugang zu Nahrung und Gesundheitsversorgung hätten und außerdem seltener Opfer von Gewalt würden, müssten dann Frauen aller Altersgruppen nicht überproportional öfter sterben als Männer? Müsste es dann nicht auf der Welt oder zumindest in der dritten Welt insgesamt signifikant mehr Männer als Frauen geben?

Wenn man recherchiert findet man heraus: Es ist eher umgekehrt. In den meisten Ländern der Welt, auch in den ärmsten wie z.B. der Zentralafrikanischen Republik, gibt es leicht mehr Frauen als Männer, in etwas weniger Ländern leicht mehr Männer als Frauen, und als große Ausnahmen mit extrem erhöhtem Männer-Anteil China und einige arabische Staaten wie Kuwait, Bahrain und Saudi-Arabien, wo man allerdings Hunger und mangelnde Gesundheitsversorgung wohl eher ausschließen kann1.
Es gibt also keinerlei demographische Anhaltspunkte dafür, dass Frauen tatsächlich einen signifikant schlechteren Zugang zu Nahrung oder Gesundheitsversorgung hätten.

Wahrscheinlich handelt es sich hier wieder einmal um Informationen aus der Kategorie „ausgedachte Statistik“, die bei Feministinnen so beliebt ist.
Beliebtes Beispiel: Die Legende vom Gender-PayGap.

Dass Frauen häufiger Opfer von Gewalt seien als Männer, wie Frau Hark behauptet, ist auch falsch.
Laut aktueller Statistik des statistischen Bundesamtes (Seite 4 bzw. 300) sind Opfer von Gewaltkriminalität in Deutschland zu mehr als zwei Dritteln Männer. Und auch bei der laut Gender-Feminismus so virulenten häuslichen Gewalt sind laut DESG-Studie Männer genau so oft Opfer und Frauen ebenso oft Täter wie umgekehrt.
Und auch in Afrika und der ganzen Welt werden Männer ebenso oft wie oder häufiger als Frauen Opfer von Terrorismus, kriegerischen Auseinandersetzungen und Kriminalität.

Ich denke das reicht um zu zeigen, dass Frau Professor Hark in diesem Interview Fehlinformationen verbreitet und Frau Thurm hier nur Stichwortgeberin für einen feministischen Werbeblock ist.

Es folgen die üblichen Allgemeinplätze über den guten Feminismus und das deutsche weiße-Männer-Patriarchat, dessen Schlechtigkeit sie nicht durch (natürlich nur als rassistisch motiviert vorstellbare) Verweise auf möglicherweise noch frauenfeindlichere Kulturen relativiert wissen will. Dann ist bereits so die Luft raus, dass sogar der VW-Abgasskandal noch kurz feministisch interpretiert werden muss, wobei sich Frau Thurm zu der bemerkenswert rationalen Erkenntnis durchringt, dass, Zitat, Frauen nicht qua Natur die besseren Menschen sind.

Immerhin. Aber das ist leider auch das einzige Vernünftige, was in diesem Stück Gefälligkeitsjournalismus steckt.

  1. Und nein, der Männer-Überschuss liegt hier nicht an einem Frauen-exekutierenden Patriarchat, sondern an Einwanderung von männlichen Arbeitskräften []

Ein Gedanke zu „Die ZEIT macht Werbung für einen grünen Gender-Kongress

  1. Matze

    „Für eine Woche Mann – im Körper des Feindes„

    Ich habe wirklich keine Ahnung warum Femismus mit Männerfeindlichkeit assoziiert wird.

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