Ich glaube nicht, dass wir „es schaffen“ – ein Rant

Ich habe hier schon mehrfach über die Flüchtlingskrise geschrieben. Ich mache es nochmal, denn: Ich glaube nicht, dass wir es schaffen, hunderttausende Flüchtlinge zu integrieren.

Wie auch? Deutschland hat eine lange Historie des Integrations-Versagens.
Wer soll glauben, dass unsere überlastete Justiz und unsere ausgedünnte Polizei dem Rechtsstaat tatsächlich Respekt verschaffen können, wenn kriminelle Banden und religiöse Fanatiker ihn herausfordern?
Unser Staat kann ja nichtmal Roma-Familien ihre Klau-Kinder wegnehmen oder irre christliche Sekten hindern, ihre Kinder zu verprügeln — oder braucht dafür zumindest Jahre und Jahrzehnte.
Arabische Clans am organisierten Verbrechen hindern oder sonst irgendwen aufhalten, der tatsächlich nicht nach den Regeln spielt, fällt dem Staat jedenfalls generell eher schwer.

Weil unser Staat generell kaputtgespart, schwach und personell unterbesetzt ist, weil unsere Gesetze teilweise zu lasch sind und die Justiz langsam ist, glaube ich nicht, dass wir es schaffen können, hunderttausende, teils traumatisierte, teils islamistisch indoktrinierte junge Männer zu integrieren und später auch noch davon zu profitieren.

Und darum habe ich auch gar keine Lust darauf, es zu versuchen. Ich habe keine Lust, dass ich und alle anderen Deutschen für die möglichen Verluste bei dieser riskanten Wette haften sollen. Ich habe keine Lust, Hilfs-Sozialarbeiter bei der Integration dieser in Diktaturen oder Anarchie sozialisierten und teilweise islamistisch-patriarchal-radikal-gestörten jungen Männer zu spielen.

Wollten wir nicht auch noch die Energiewende schaffen, und dadurch die Welt retten, außerdem Kindergartenplätze für alle, die Inklusion von Behinderten umsetzen, Elektromobilität und Breitbandausbau fördern? Können wir das jetzt alles knicken, hat die Regierung nun für uns entschieden, dass wir das alles für die nächsten 20 Jahre doch gar nicht brauchen?

Klugen Soziologen sagen, man sollte die Flüchtlinge am besten in Großstädten ansiedeln, weil sie dann besser zu integrieren seien, aber dort können sich auch Doppelverdiener ohne Kinder kaum ein kleines Reihenhaus leisten — wie soll dort also mal eben kurz genug Wohnraum geschaffen werden?
Warum soll jetzt überhaupt plötzlich Geld da sein für Psychologen, Erzieher, Sozialarbeiter, Wohnungsbau, Polizei etc., wo man vorher1 nichts oder wenig getan hat gegen den Mangel an Sozialarbeitern, Erziehern und Psychologen, bei Wohnungsbau und Polizei?

Da kann doch die Frage nur sein: Will uns die Regierung jetzt verarschen, oder hat sie uns bist jetzt verarscht?

Die Integration der Flüchtlinge wird doch schon jetzt gegen die Wand gefahren, wo in Erstaufnahmeeinrichtungen das Recht des Stärkeren herrscht, die Polizei bei Straftaten höchstens mal „deeskaliert“, und Frauen anscheinend weitgehend Freiwild sind. Da ist nix mit Leitkultur vermitteln und Säkularität, so wird vermittelt, dass die größere, besser bewaffnete Gang die Macht hat.

Für mich ist klar, wir können die Folgen des Bürgerkriegs in Syrien nicht abfangen, und es ist eine naive deutsche Weltrettungs-Hybris, hier freiwillig mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Auch moralisch ist das nicht notwendig.

Man könnte es sogar als ziemlich verlogen und unmoralisch sehen, dass Europa jetzt in die Versorgung von Flüchtlingen aus dem nahen Osten investiert, nur weil diese bis zu uns vordringen können, während an anderer Stelle — so weit weg, dass von dort tatsächlich niemand bis Europa durchkommt — Menschen sterben, von denen man mit weniger finanziellem Aufwand mehr hätte retten können. Denn das bedeutet doch, dass Europa die wirklich hilfsbedürftigen, schwachen Menschen dieser Welt durch Unterlassen von Hilfe verrecken lässt, während diejenigen, die stark genug sind zu Fuß durch halb Europa zu wandern, und die eigentlich auch in irgendeinem Land des nahen Ostens eine Zuflucht hätten finden können müssen, belohnt werden.

Natürlich besteht hier ein moralisches Dilemma, natürlich sollte ein wirtschaftliche starker Staat wie Deutschland helfen, aber deswegen sollte man nicht das größte Integrationsexperiment der Geschichte starten, ohne die Folgen absehen zu können. Und man sollte auch nicht die Verantwortung für alle Flüchtlinge dieser Welt annehmen und alle anderen Länder zwischen dem jeweiligen Fluchtland und der EU bzw. Deutschland aus ihrer Verantwortung entlassen, ebenfalls zu helfen.

Für mich ist das alles komplett verrückt. Und ich werde jedenfalls keine Partei wählen, die diesen Irrsinn mitmacht bzw. befördert, anstatt das zu tun, was eine Regierung tun sollte, und zwar, im Interesse und zum Wohl der eigenen Bevölkerung zu handeln.

  1. solange da nur das eigene Volk drunter gelitten hat []

3 Gedanken zu „Ich glaube nicht, dass wir „es schaffen“ – ein Rant

  1. lawgunsandfreedom

    Das trifft wohl die Gefühle viele Menschen sehr genau.

    Oberflächlich gesehen sind die Aussagen der Verantwortlichen gut gemeint. Die Umsetzung dagegen ging in den meisten Fällen schief. Und da wo es später halbwegs funktionierte, explodierten die Kosten und entstanden nicht kompensierbare Ungerechtigkeiten.

    Das Muster zieht sich durch alle Regierungsparteien. Erst unerfüllbare Forderungen, unhaltbare Versprechungen und letztendlich Versagen auf ganzer Linie.

    „Sag‘ mir, wie das Projekt beginnt und ich sage Dir, wie es endet“
    • Begeisterung
    • Ernüchterung
    • Panik
    • Suche nach dem Schuldigen
    • Bestrafung der Unschuldigen
    • Auszeichnung der Nichtbeteiligten

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