Archiv für den Monat: August 2015

#hartaberfair oder: Warum mögen Mädchen Rosa?

Der Frauenrat hat mit einer Beschwerde gegen die „Hart aber Fair“-Sendung mit dem Titel „Hart aber fair – Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?“ vom 02.03.2015 einen echten Phyrrus-Sieg errungen. Denn erst durch die Pressemitteilung zum eigenen großen Erfolg, die Sendung „müsse in den Giftschrank“, machte man die Öffentlichkeit darauf aufmerksam, dass die feministische Lobby in Deutschland anscheinend mittlerweile Sendungen zensieren lassen kann, was nicht überall positiv oder eher: fast überall negativ aufgenommen wurde.

Ich hatte jetzt keine Lust, die ganze Sendung nochmal anzusehen, darum habe ich mir nur die ersten zehn Minuten noch einmal gegeben.

Wo Frau Wizorek ab Minute 7:30 behauptet, Zitat, (…) Wir erleben das aktuell dann schon beim Spielzeug, dass Mädchen ausschließlich mit rosa Spielzeug spielen sollen, Jungs nur mit blauem, dabei ist das eine eindeutige Marketingstrategie(…), dass quasi „die Industrie“ Mädchen dazu konditioniere, mit rosa Spielzeug zu spielen.

Was aber so nicht stimmt.

Wahr ist, dass Kinder knallige Farben mögen, also Primärfarben und vergleichbar kräftige Farben. Das sind nicht viele, sondern nur Rot, Gelb, Grün, Blau und z.B. Magenta, Türkis, Rosa, wobei anscheinend Warn- oder Signalfarben wie Orange und Gelb weniger beliebt sind. Und im Alter von zwei Jahren mögen nach Studien auch noch gleich viele Mädchen wie Jungen Rosa.

Anscheinend aber entwickeln Kinder ab einem Alter von zwei Jahren von sich aus ein Bedürfnis, ihre Geschlechtsidentität („Gender“) zu entwickeln.
Auch bzw. gerade ohne Beeinflussung durch Erwachsene entwickeln sich im Kindergartenalter geschlechtsspezifische Verhaltensweisen.

Anscheinend infolge dessen nehmen Mädchen das Angebot, ihre Geschlechtsidentität durch eine Präferenz für die Farbe „Rosa“ zu stärken, gerne an. Jungen hingegen beginnen, „Rosa“ als „weibliche Farbe“ abzulehnen.

Es ist also eben gerade nicht so, wie von Genderisten behauptet, dass das „soziale Geschlecht“ den Kindern von außen aufgezwungen wird. Vielmehr erfolgt die Ausprägung des sozialen Geschlechts aus einem in den Kindern angelegten, neuropsychologischen Bedürfnis heraus, ihre Geschlechtsidentität zu entwicklen, und sie haben das starke Bedürfnis, sich gegen das andere Geschlecht abzugrenzen, auf Arten und Weisen, die mit der Lebensrealität von möglichen Rollenvorbildern gar nichts zu tun haben. Jedenfalls tragen kaum Frauen rosa, und die wenigsten Männer sind Ritter; und Frauen kochen auch nicht ständig und Männer fahren nicht ständig Auto, und dennoch sind das typische Elemente von Kinderspielen, mit denen Kleinkinder anscheinend an der Abgrenzung ihrer Geschlechtsidentität arbeiten, wo Jungen mehr Auto fahren und Mädchen ständig rosa tragen.

Die Industrie hat also allem Anschein nach nur das natürliche Bedürfnis von Mädchen nach einem Identifikationsmerkmal ausgenutzt, und mit der Farbe Rosa aus dem kleinen Pool der bei Kindern besonders beliebten kräftigen Farben eine herausgegriffen.

Vielleicht könnte man Mädchen auch dazu bringen, türkisgrün als besonders weibliche Farbe zu sehen und Jungen für weinrot begeistern, oder man könnte jegliche Geschlechter-Konnotation von Farben vermeiden, wie in den 70ern, als Kinder uniform in orange-braun-Töne gekleidet wurden.

Aber das würde überhaupt nichts an dem kindlichen Bedürfnis ändern, eine Geschlechtsidentität zu entwickeln.

Der genderfeministische Kampf gegen „rosa“ ist darum nichts anders als der verzweifelte Kampf gegen eine einen der vielen offensichtlichen Belege dafür, dass ihre Gender-Theorie, Geschlechterverhalten sei vor allem sozial konstruiert, vollkommener Blödsinn ist. Wer jemals mit Kleinkinder zu tun hatte, der weiß, dass jeder Versuch, „geschlechterstereotypes Spielen“ etc. zu verhindern, vollkommen sinnlos ist. Auch zweitgeborene Jungen werden nicht mit dem Spielzeug ihrer großen Schwester spielen, und zweitgeborene Mädchen kein Faible für die überreichlich vorhandenen Autos ihres großen Bruder entwickeln.

Die Flüchtlinge, die Linken und das Lumpenproletariat

Für Menschen, die Flüchtlinge und Flüchltingsunterkünfte angreifen, empfinde ich Verachtung. Ich habe kein Verständnis, wie man Menschen angreifen oder bedrohen kann, die gerade einem Krieg entkommen sind.

Ich kann aber begreifen, dass Idioten, die beim Deutsch-Test das C1-Niveau möglicherweise nicht erreichen würden, und darum durch normal intelligente Einwanderer in ihrem gesellschaftlichen „Status“ durchaus ernsthaft gefährdet sind, gegen Einwanderung protestieren.

Was ich nicht verstehe ist, wie schnell unter Linken aus primär dummen Menschen, die man sonst nach linker Diktion fordern und fördern muss, und für die man ggf. Dinge auch nochmal in einfacher Sprache schreiben sollte, Mob, Pack bzw. „Lumpenproletariat“ wird, eine Art gesellschaftliche Rest-Klasse, die mit allen Mitteln bzw. harter Hand (also mit Gewalt) bekämpft werden soll.

Sollte man nicht als Linker immer die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass diese Leute mit einen IQ unter dem von Forrest Gump möglicherweise gar nicht wirklich verantwortlich gemacht werden können für das, was sie so tun und sagen? Üblicherweise ist man doch im sozialdemokratischen Lager immer gern bereit, benachteiligte Menschen von jeglicher Eigenverantwortung freizustellen.

Wie auch immer. Wenn man Menschen — auch wenn es Idioten sind — rhethorisch zu einer Art von Untermenschen erklärt — und Ausdrücke wie „Pack“, „Mob“, „Lumpen“ stehen sprachlich in keiner guten Tradition — dann unterscheidet man sich leider bezüglich der Nutzung ausgrenzender Sprache wenig von genau diesen Idioten.

Ein wenig Stil, etwas zivilisierte Verachtung sollte man auch bei der Auseinandersetzung mit generalverblödeten Nazis wahren, und sich nicht auf deren Niveau herabziehen lassen.

Das Patriarchat als Schwarm-Organismus oder: Der Genderfeminismus als menschenfeindliche Ideologie

Es gibt verschiedene feministische Strömungen. Manche, ältere, sind der Ansicht, dass Frauen mittlerweile gleichberechtigt sind.

Jüngere feministische Strömungen1 sind überzeugt, aus der Ungleichverteilung von Frauen und Männern in bestimmten Berufen und Bereichen des Lebens ableiten zu können, dass noch immer ein „Patriarchat“ existiere, dass Frauen hinderte, bestimmte Dinge zu tun.

Da man bisher keinerlei Beweis für die Existenz dieses Gebildes finden konnte, und da sich die ganze Idee des allmächtigen „Patriarchats“ wie eine schlechte Verschwörungstheorie anhört, sind Genderfeministinnen etc. dazu übergegangen, statt vom Patriarchat von „struktureller Gewalt“ oder „-Benachteiligung“ zu sprechen — ohne allerdings wiederum irgendwelche Strukturen benennen zu können, die Träger oder Verursacher dieser Gewalt oder Benachteiligung sein könnten.

(Heute erschien zu diesem Thema interessanterweise auch ein Beitrag dazu bei „AllesEvolution“.)

Da mir der moderne dritte- oder vierte-Welle-Feminismus ob dieser Sprach- und Hilflosigkeit etwas leid tut, möchte ich eine Theorie herbei-man-splainen, und zwar:

Das Patriarchat, die strukturelle Benachteiligung von Frauen, ist das Ergebnis der Interaktion aller Männer. Dadurch, dass alle Männer sich männlich verhalten, entsteht „das Patriarchat“ als Schwarm-intelligenter Superorganismus, es entsteht als Produkt zahlloser „Mikro-Machismen“, selbstorganisiert und effizient, so wie auch aus den vielen scheinbar unkoordinierten Aktionen der Mitglieder eines Ameisenvolkes ein effizienter Ameisenstaat entsteht.
Und weil dieses Ganze, das Patriarchat durch die Schwarm-Selbstorganisation mehr ist als die Summe seiner Teile, also aller Männer, kann man diesen scheinbar fehlenden wichtigen Teil des Patriarchats und damit das Patriarchat selbst auch nicht finden und nachweisen.

Das ist natürlich auch eine Verschwörungstheorie, aber wenigstens mal eine einigermaßen gute:
Denn die Theorie rechtfertigt, dass hysterische Social-Justice-Warrior gegen „Mikroaggressionen“ und ach-so-schlimme Dinge wie „Breitmachmacker“ kämpfen — denn diese Handlungen wären ja dann die Nuklei, die Partikel, aus denen das Schwarmpatriarchat entsteht, das es zu bekämpfen gilt, und das dann nur durch die Bekämpfung dieser seiner Mikro-Quellen auszutrocknen wäre.

Problematisch an dieser Theorie ist allerdings, dass ein Feminismus, der sich dazu bekennt, jede Form von männlichem Verhalten bekämpfen zu wollen, ganz praktisch und konkret eine Ideologie der gruppenbasierten Menschenfeindlichkeit und damit verfassungsfeindlich ist.

Doch hier weiß der Genderfeminismus Rat: Mit der Behauptung, „Gender“ und „Sex“, Verhalten und biologisches Geschlecht, seien gar nicht aneinander gekoppelt, lässt sich konstruieren, dass der Genderfeminismus gar nicht männerfeindlich sei, sondern nur „Männliches-Verhalten-feindlich“. Und dann hätte ja jeder Mann die Möglichkeit, sich einfach nicht mehr männlich zu verhalten, und somit der Verfolgung und dem Mobbing durch irre Feministinnen zu entgehen. Und wäre sogar dazu verpflichtet. Denn so ein Schwarmpatriarchat ist eine schlimme Sache!

Nun gibt es aber zahlreiche Belege, dass männliches Verhalten genetisch, epigenetisch, dadurch bedingt dann hormonell, dadurch bedingt neurobiologisch, und dadurch bedingt psychologisch in den allermeisten Fällen fest mit dem biologischen Geschlecht gekoppelt ist. Und das bedeutet: Wer männliches Verhalten bekämpft, weil er von einem Patriarchat phantasiert, und sich eigenartige Theorien ausdenkt, dass man dieses Patriarchat durch die Beseitigung (bösen!) männlichen Verhaltens bekämpfen müsse, die (oder der) ist männerfeindlich, und betreibt gruppenbasierte Menschenfeindlichkeit bzw. Rassismus.

  1. die sogenannte dritte oder sogar vierte Welle []