Auch Spiegel Online interessieren nur Katja Sudings Beine

Neulich schrieb ich über Katja Sudings Beine bzw. die Entschuldigung der Tagesschau in Bezug auf deren Zurschaustellung.

Und heute tut es Spiegel Online, im Artikel Hamburgs FDP-Spitzenkandidatin Suding: Beine ohne Botschaft.

Man muss schon sagen, dass hier der Spiegel-AutorIN Lisa Erdmann eine wahre Glanzleistung des FDP-Bashings und manipulativer Artikelgestaltung gelungen ist.

Also… im Artikel wirft Frau Erdmann Frau Suding vor, außer ihren Beinen keine politische Botschaft zu haben. Denn zu Frau Sudings politischen Aktivitäten sagt die Spiegel-Autorin: Das Dumme ist nur: Öffentlich hat man von ihren „politischen Positionen“ kaum etwas mitbekommen..

Daraus könnte man folgern, dass Frau Erdmann es blöd findet, dass man von Katja Suding nur die Beine kennt. Nun würde man natürlich erwarten, dass Frau Erdmann als Spiegel-Journalistin ihre Möglichkeiten nutzt, um Frau Suding nach ihren Positionen zu fragen. Dass Frau Erdmann Frau Sudings politische Positionen recherchiert, wie man es ggf. auch von politisch interssierten Wählern in Hamburg erwarten würde. Dass Frau Erdmann das Wahlprogramm der FDP Hamburg vorstellt. Dass Frau Erdmann aufführt, welche Anträge Frau Suding auf dem letzten Parteitag der FDP Hamburg unterstützt hat.1 Oder irgendwas mit Bezug auf Katja Sudings politische Positionen.

Aber: Nichts. Frau Erdmann nutzt ihren Artikel ausschließlich, um ihre Geschlechtsgenossin Frau Suding und die FDP zu bashen. Konsequent ignoriert sie Frau Sudings politische Positionen, und füllt ihren Artikel mit missbilligenden Kommentaren über Frau Sudings bisherige PR-Erfolge und den Zustand der FDP im allgemeinen und der FDP Hamburg im Speziellen. Feministinnen würden hier davon sprechen, dass Frau Suding als Politikerin unsichtbar gemacht werden und als überdrehtes, PR- und machtgeiles Püppchen dargestellt werden soll — und ausnahmsweise könnten sie hier mal recht haben.

Denn einen Artikel über eine Politikerin mit „Beine ohne Botschaft“ zu betiteln, in dem man diese Politikerin aktiv runterschreibt, und absichtlich jede politische Position unterschlägt um mit seiner eigenen Behauptung recht zu behalten, ist meiner Meinung nach so ungefähr das Mieseste, was man drei Tage vor einer Wahl als Frau in einem Nachrichtenmagazin über eine Politikerin schreiben kann.

Aber vielleicht ist das gezielte Niedermachen von FDP-Politikerinnen ja dieser Qualitätsjournalismus, den Deutschland so dringend braucht. Und übermorgen heißt es dann wieder, die FDP sei zu männlich dominiert…

  1. Denn niemand wird bei der FDP irgendwas, der tatsächlich keine politische Position hat, auch nicht als Frau, mit Beinen. []