Abrechnen statt „weiter-so!“

Gut und richtig am #aBPT war vor allem, dass der Höhenflug der Berliner „Peergroup“, der selbstverliebten Rabulisten und testosteronstrotzenden Antifa-Alphamännchen und ihrer Clique, endlich gestoppt wurde.

Das einzige, was auch an der Pöbelei von Christopher Lauer auf dem aBPT in Halle ebenfalls gut und richtig war, war die Feststellung, dass die Piratenpartei verpasst hat, die Wahlerfolge und Misserfolge der letzten Zeit aufzuarbeiten.

Aus beidem folgt, dass es verfrüht ist, jetzt Flausch zu fordern, denn:

Nur die kompromisslose Zurückweisung ihrer Ideen und Kandidaten hat die Bullies und Antidemokraten aus Berlin in ihre Schranken gewiesen. Dieser Sieg gegen den linksextremen Wahnsinn darf jetzt nicht durch einen verfrühten Kuschelkurs verschenkt werden. Beißhemmung gegenüber denjenigen, die immer wieder im Rudel gnadenlos zugebissen haben, ist fehl am Platze. Gegen die Antidemokraten und ihre Ideologie muss weiter eine harte Kante gefahren werden.

Wenn die halbe Partei jetzt aus Angst vor der eigenen Courage — wie von der unerwarteten Schwäche des Silberrückens verunsicherte Beta-Männchen — den Schwanz vor den ideologisch in der Wolle gefärbten, neurotischen Extremisten-Alphas einzieht, haben wir diese und ihre Mobbing-Hilfstruppen übermorgen wieder am Hals. Jetzt gilt es Mobber konsequent aus der Partei zu werfen und sicherzustellen, dass diese Leute nicht wieder zurückkommen.

Die auch von Lauer geforderte Aufarbeitung der jüngeren Vergangenheit, die „partei-amtliche“ Einordnung von Erfolgen, Misserfolgen und Gates durch die Partei, muss jetzt stattfinden. Der Kurs muss neu bestimmt werden, und wer dann keinen Bock mehr hat, in diese Richtung mitzusegeln, der muss von Bord gehen.1

Wer jetzt fordert, diese Aufarbeitung, die auch eine schmerzhafte innerparteiliche Abrechnung sein wird, zu verschieben, auch wegen der Wahlen in Brandenburg, der hat meiner Meinung nach nicht verstanden, dass es genau diese Abrechnung und die Klärung der Ziele und Visionen der Piratenpartei ist, die die Partei jetzt dringend braucht. Sofort!

Längst fällige Entscheidungen müssen getroffen werden, wie z.B. die Priorisierung der Ziele der Partei, und ob man sich nicht doch lieber wieder zu einem Themenfokus bekennt, statt zum Vollprogramm.

Update 2: Also ganz platt und konkret: Was wollen wir? Sind BGE, Frontex, Gender, Refugees und SMV wichtig, oder doch eher Netzneutralität, NSA, Transparenz und TTIP?
Wollen wir eine aktionistische Betroffenheitspartei (Das Patriarchat! Die Refugees! Alles so schlimm!!!1!!) sein, die alle Themen gleichzeitig mit Schnellschuss-Aktionen angeht, oder eine Realopartei, die sich Ziele setzt, aber auch strategisch für den Wähler interessante Themen identifiziert und glaubhaft für sich in Anspruch nimmt, und hartnäckig auf diese Ziele hinarbeitet? Das ist doch die Frage! Und wenn wir uns für zweiteres entscheiden, dann passen vielleicht einige Leute einfach nicht mehr in diese Partei.

Update 1: Abrechnung klingt hart, aber wenn man die Vergangenheit ernsthaft aufarbeiten will muss man auch mit Ergebnissen wie eindeutigen Schuldzuweisungen rechnen. Wer eine Aufarbeitung ohne möglicherweise schmerzhafte Ergebnisse für irgendwen will, der kann die Aufarbeitung auch gleich lassen.
Es ist auch richtig, dass eine Partei eine „Fehlerkultur“ haben sollte, damit Fehler auch zugegeben werden können, damit ausgeschlossen wird, dass Menschen als politische Bauernopfer verbrannt werden.
Jedoch muss man unterscheiden zwischen Fehlern, die in bester Absicht gemacht worden sind, und vorsätzlichen Manipulations- und Übernahmeversuchen wie z.B. der versuchten Umformung der Partei in eine extremistische linksideologische Kaderpartei mittels Einschüchterung und Unterwanderung.
Hin und wieder muss eine Partei sich umorientieren, müssen notfalls auch politisch nicht mehr mit der Mehrheitsmeinung konforme Mitglieder vor den Kopf gestoßen werden, oder muss eine politisch verirrte Führung ausgetauscht werden.
Ich glaube wir sind an einem Punkt, wo Weichen gestellt werden, und wo einige Mitglieder das Schiff werden verlassen wollen. Die, die aufrichtig anderer Meinung sind halten zu wollen ist sinnlos; die, die heimlich auf eine erneute Chance zum linksextremistischen Umsturz hoffen halten zu wollen ist gefährlich. Darum bin ich nicht dafür, irgendwelche Versöhnungsmaßnahmen durchzuführen. Wer sich mit der aktuellen Mehrheitsmeinung identifizieren kann soll bitte bleiben. Wer nicht, der soll bitte gehen.

  1. Wie so oft: Nautische Metaphern FTW! []