Archiv für den Monat: Dezember 2013

30C3 – Safe Space für Hacker!?

Leider werde ich nicht zum 30C3 kommen können. Das ist vielleicht sogar ganz gut, denn so muss ich mich ggf. nicht live über Dinge wie „Awareness-Team“ und „Safe-Space“ aufregen.

Das Konzept „Safe-Space“ sehe ich sehr skeptisch. Mal ehrlich: Wenn jemand psychisch zu labil ist um auf den xxC3 zu kommen, dann soll er doch bitte an seine Gesundheit denken und zuhause bleiben.
Wer unter Ängsten leidet sollte eine Therapie machen und wieder lernen selbstständig und in einer normalen Umgebung mit diesen Ängsten zu leben.
Und zu einer normalen Umgebung gehören Safe-Spaces definitiv nicht. Daher sind sie bei Angsterkrankungen wahrscheinlich therapeutisch eher wenig hilfreich bis kontraproduktiv. Und ja, ich kenne mich aus, danke der Nachfrage.
Wer Angst vor seiner Angst hat soll doch bitte eine Tavor®1 bei sich tragen, dann hat er seinen Safe-Space immer dabei. Das ist – soweit ich weiß – auch die gängige Empfehlung von Psychotherapeuten zur Verhinderung bzw. notfalls Beherrschung von Panikattacken.

Ich sehe den xC3 auch nicht als Umgebung wo man Safe-Spaces braucht. Generell sehe ich auf Seiten des CCC wenig Handlungsbedarf, und daher hielt ich schon die Gründung eines „Awareness-Teams“ als Parallel-Organisation zu den normalen Chaos Angels auf dem 29C3 für unnötig und halte die Beibehaltung dieses Konzepts auf dem 30C3 für einen weiteren kleinen Schritt in die falsche Richtung.

Denn im Kampf der Anhänger der Verschwörungsideologie Genderfeminismus gegen das Phantom Patriarchat und dessen angeblich sogar in die Struktur der Sprache eingewebten Unterdrückungsmechanismen gibt es keine Abbruchbedingung, kein „jetzt ist gut“, keine Erlösung. Im Gegenteil, die Leute die an den Genderfeminismus glauben werden immer empfindlicher, theoretischer und weltfremder bei Ihrer Suche nach immer weiteren Diskriminierungen und ihre Forderungen für den Kampf gegen diese immer stärker herbeikonstruierten Diskriminierungen werden immer ideologischer bzw. für alle Außenstehenden immer verrückter.

Von daher wird jeder Schritt den der CCC auf diese Leute zugeht immer genau ein Schritt zu wenig sein; das „Mimimi“ wird nie aufhören. Denn egal wieviele Nazi-Seiten in den Tagen des xC3 defaced werden oder was die Öffentlichkeit möglicherweise alles an nützlichen Erkenntnissen über den Stand der Bürgerrechte und IT-Sicherheit auf der Welt gewinnt, die radikal genderfeministischen Trolle werden in ihren Blogs doch nur Scheiße über xC3 und CCC auskippen und über irgendwelche nicht bis kaum belegten „Vorfälle“2 jammern.

Balls-of-Steel-Award, She-Bang, Penetration-Testing, bei der Sprache auf dem xC3 dreht sich dem richtigen Genderfeministix wahrscheinlich ständig der Magen um und hen muss alle fünf Minuten mit Schnappatmung in den Safe-Space kriechen ob des ganzen schlimmen *ismus in der Hacker-Sprache.

Von diesem Hintergrund der Durchsetzung der Hacker-Sprache mit Monströsitäten3 fragt man sich natürlich, ob man den xC3 überhaupt jemals Gender-Aktivist_*Innen-kompatibel bekommen kann, und wenn ja, ob man das wirklich will, und ob es sich dann4 überhaupt noch um einen Hacker-Kongress im eigentlichen Sinne handelt, oder um einen Gender-Kongress wo richtige[tm] Hacker nur noch unter Aufsicht von mehreren genderfeministischen Awareness-Officer_*Innen geduldet sind.
Wenn aber irgendwann alle Hacker rausgeworfen worden sind, die den Sexismus des Lambda-Kalküls bestreiten oder weibliches Leiterplatinenlayout für Unsinn halten, ist der xC3 vielleicht irgendwann ein Hacker-Kongress ohne einen einzigen Hacker.

Und das bringt mich zum eigentlichen Punkt dieses Postings: Ich finde, ein Hacker-Kongress sollte primär ein Safe-Space für Hacker sein!

Ich fordere mehr Toleranz und Awareness für Hacker auf Hackerkongressen! Awareness für Menschen die sich mehr für Technik und Hacken und weniger für Gender-Foo interessieren, und die zum xC3 kommen um sich mit ihrer Peer-Group zu treffen und nicht, um über den möglichen „Age-ism“ und „Sexism“ in der Redewendung „Das versteht sogar deine Mutter“ zu diskutieren.
Awareness für alle die gerne und mit Absicht in einer Subkultur unterwegs sind die manchmal anarchische Züge trägt, wo gerne auch mal getrollt wird, und in der davon ausgegangen wird dass erwachsene Menschen die Konfontation mit Bildern auf Klotüren ohne geistige Schäden überstehen können, egal ob mit Edding gemalt oder aus Pappkarten zusammengesetzt, und das sogar unabhängig vom Geschlecht.
Oder sind solche Dinge jetzt ernsthaft zuviel Zumutung für Besucher eines Kongresses der „Chaos“ im Namen trägt?
Bzw. welche Art von Chaos soll denn bitte in Zukunft überhaupt noch erlaubt sein auf dem xC3 wenn die Grenzen der Toleranz bei manchen schon bei einem Spruch wie „Don’t fuck swedish women“ liegen, der IMHO im Kontext der Probleme von Julian Assange durchaus ein gewisses komisch-absurdes Potenzial hat, den diese Leute aber nur als *ismus „lesen“ können.

Ich kann im übrigen diese genderfeministische Kampagne auch deshalb nicht ernst nehmen weil die Leute dahinter keine oder aber absolut miese Hacker sind, die beim Versuch, die Hacker-Kultur in ihrem Sinne zu „hacken“, so absolut kläglich verkackt haben; diese Farbkarten und das Stören beim Hacker-Jeopardy waren jedenfalls keine besonders eleganten („social“) „hacks“.

Falls wenn es wieder Ärger geben sollte beim 30C3-Hacker-Jeopardy fordere ich schon jetzt, die Veranstaltung auf dem 31C3 nur noch für CCC-Mitglieder zu öffnen oder ggf. radikale Störer durch ein Hacker-Culture-Awareness-Team (Kennzeichen: Schwarze T-Shirts) entfernen zu lassen.

  1. Lorazepam []
  2. Z.B. eine angebliche Forderung nach einem Up-Skirt Kinect-Scan auf dem 28C3, für die es genau einen Tweet als Beleg zu geben scheint, der nicht einmal vom angeblichen Opfer stammt []
  3. aus gender-feministischer Sicht []
  4. wenn der xC3 irgendwann offiziell als vorbildlicher Kongress im Sinne der Weltorganisation der Vierkommafünfte-Welle Gender-Feministinnen zertifiziert ist []